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Montag, 17. Mai 2010, 09:18

Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert - 2010/11

Auch hier: Neues Jahr, neuer Thread. Auch im zweiten Capriccio-Jahr möge viel Jazz gehört werden

Le Merle Bleu

Im Moment läuft hier eine Empfehlung aus dem Bassklarinetten-Thread:




Michel
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

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Mittwoch, 19. Mai 2010, 02:06

Zitat von Carsten aus dem alten Thread:

Zitat

Bei mir gibt's gerade indirekten Coltrane in Form einer Hommage.

Kenny Garretts Tribut an den Meister finde ich sehr gelungen. Die Tatsache, dass Garrett Alt- statt Tenorsaxofon spielt, lässt einen allzu direkten Vergleich gar nicht erst zu. Garrett kann vom Sound her ganz er selbst bleiben. Mit Brian Blade hat er einen Drummer, der das Spiel von Elvin Jones feinnervig und um viele Nuancen erweitert fortsetzt. Eine ideale Besetzung. Statt McCoy Tyners Klavier-Pranke hat sich Garrett mit Pat Metheny einen Gitarristen am Harmonie-Instrument dazugeholt. Das geht aber trotzdem gut, denn so entsteht keine bemühte Kopie, sondern eine ganz eigenständige, luftige und transparente Herangehensweise an die Musik des Coltrane-Quartetts.

Lieber Matthias, weiter oben hast du deinem Ärger über den Metheny-Kitsch Luft gemacht, ihn als Sideman aber ein wenig gelobt. Diese CD bietet meiner Meinung nach allen Anlass zu letzterem. Begleitung und Soli von ihm sind hier wirklich sehr gut.

Kenny Garrett
Pursuance - The Music of John Coltrane

Warner, 1996


Lieber Carsten,

Kenny Garretts Tribute finde ich auch sehr gelungen und Pat Metheny mag ich schon häufig nicht nur "eine wenig", sondern sogar sehr, wenn er als Sideman und Partner von wirklich starken, auch mal etwas wagemutigeren Musikern agiert, so mag ich z.B. seine CDs mit Brad Mehldau, das Duo mit Ornette Coleman find ich ziemlich genial und aus dieser 3-CD-Box im Quartett mit Derek Bailey und 2 Drumern ursprünglich aus der Hardcore-Szene höre selbst ich meistens nur jeweils ein Stück. Das ist die heftigste Brachial-Free-Jazz-CD, die ich kenne:



Gegen das Inferno, was Metheny hier veranstaltet, ist Caspar Brötzmanns "Massaker" Kinderkram. Ich würde zu gerne die Gesichter von typischen Metheny-Group-Fans sehen, wenn ihnen als hartnäckigen Fans das in die Hände gefallen ist und die ersten Cluster-Attacken aus den Boxen dröhnen.

Ansonsten lief bei mir heute in Erinnerung an Hank Jones, den ich zuletzt mit Joe Lovano, davor mit Abbey Lincoln gesehen habe:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

3

Donnerstag, 20. Mai 2010, 20:12

Heute abend bei mir:



Inspiriert durch zwei Standardthreads hier.

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

4

Donnerstag, 20. Mai 2010, 20:58

Ich hör jetzt auch mal ein paar Standards:



Paul Motion: On Broadway I (1988)

Paul Motion: Drums
Joe Lovano: T-Sax
Bill Frisell: E-Gitarre
Charlie Haden: Bass

Porters My Heart Belongs to Daddy wird man wohl nie und nimmer und nirgends so geil interpretiert hören wie hier. Und alles andere ist auch suuuuper!

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

5

Freitag, 21. Mai 2010, 00:13

Nach einem sehr schönen Konzert mit Irène Schweizer, Omri Ziegele und Makata Ntshoko jetzt diese:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

mit südafrikanischen und südafrikanisch inspirierten Standards von Dudu Pukwana, Dollar Brand/Abdulla Ibrahim, Johnny Dyani, Chris McGregor und Don Cherry.

:wink: Matthias

Carsten

Grünkohlpflücker

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6

Freitag, 21. Mai 2010, 01:24

Ich hör jetzt auch mal ein paar Standards:



Paul Motion: On Broadway I (1988)
Ich verdopple - danke für die Anregung, lieber Algabal!
Wunderbare Platte. Humorvoll und kantig, aber nicht auf Kosten des Songmaterials. Ganz fein...

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

7

Freitag, 21. Mai 2010, 14:22

Hallo Matthias,

weil du Abbey Lincoln erwähnt hast.......

Bei meiner letzten "Jazz-Shoppingtour" fiel mir zunächst die schrille Kopfbedeckung der Lady auf,der Name Abbey Lincoln sagte mir nichts.Aber nach den ersten paar Hörproben,wusste ich,diese Sängerin gefällt mir und nun hat sie einen Platz in meiner bescheidenen,aber ständig wachsenden "Jazz/Blues/Countrysammlung" gefunden.

Nicht zu glauben,dass diese "grande dame des Jazz" schon 80 Jahre ist und auf diesem Cover anscheinend auch schon 77 Lenze zählt. Kompliment fürs Aussehen und für die Stimme.



Die Platte gefällt mir durch ihre musikalische Vielfalt,von allem ein bisserl was....Jazz,Blues,Countrymusik .Besonders gut gefällt mir der Einsatz des Akkordions und die vielen verschiedenen Arten der Gitarre.

Larry Campell spielt die akustische Gitarre,e-Gitarre,national resonator guitar und die pedal steel guitar.

Dazu gleich eine Frage: wie heisst die national resonator g. und die pedal steel g. übersetzt ins Deutsche? Ist die erste die typische Bluesgitarre und die zweite die amerikan.Countrymusik-Steelgitarre?

Liebe Grüße

Mozartinaa
Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man braucht sie nur zu genießen.( L.Stokowski,Dirigent)

8

Freitag, 21. Mai 2010, 15:30

Bei solch winterlichen Maitemperaturen hilft nur eines.......diese rhythmische CD einlegen und entweder ins weekend tanzen oder tänzelnd die Hausarbeit erledigen.Habe mich für ersteres entschieden.



Mozartinaa
Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man braucht sie nur zu genießen.( L.Stokowski,Dirigent)

9

Samstag, 22. Mai 2010, 18:10

Liebe Mozartinaa,

"Abbey sings Abbey" finde ich auch eine großartige CD, aber sehr untypisch für sie, denn die alte Dame zeigt es hier noch mal den ganzen jungen Pop-Jazz-Stimmchen, wie es gelingen kann, die Jazz-Grenze zu überschreiten in Richtung Singer/Songwriter. Die meisten der Stücke hatte sie schon früher als typischere Jazzaufnahmen eingespielt und diese sind nicht schlechter. Die Stimme ist natürlich deutlich älter als in frühen Aufnahmen, aber irgendwie passt es gerade hier gut.

Eine unverzichtbare ältere, in der du hören kannst, wie sie als junge Frau klang, ist die:



Sie war damals eine der wichtigsten Sängerinnen, die das, was in den späten 50ern neu im Jazz war, auch singen konnte, dazu Texte schrieb oder auch eigene Stücke, was damals auch eher ungewöhnlich war. Sie gehörte wirklich zu den großen Pionierinnen im modernen Jazz-Gesang. Mit ihrem zeitweiligen Mann Max Roach war sie außerdem auch politisch sehr engagiert in der Bürgerrechtsbewegung. Ihre gemeinsame Tochter ist übrigens die Jazz-Bratschistin Maxine Roach, Leader des Uptown String Trio, die gelegentlich auch auf CDs ihrer Mutter mitspielt.

Resonanz-Gitarren sind nicht nur im Blues, sondern auch im Country und Folk verbreitet, was sich aber genau unter "national resonator g." verbirgt, weiß ich auch nicht. Pedal Steel Gitarren haben keinen anderen, deutschen Namen, jedenfalls kenne ich keinen. Heute sind sie sicher am verbreitetsten im Country, kamen früher aber auch häufiger im Blues und vor allem Gospel vor, wenn die Gemeinden zu arm selbst für eine E-"Heim"-Orgel waren.

:wink: Matthias

10

Samstag, 22. Mai 2010, 20:18

Hier gerade dies:



Klingt natürlich super, verbreitet eine angenehme Stimmung im Raum, einerseits teils kinderliedhafte Melodien, andererseits extrem ruhiger, zurückgenommener Rhythmus. Das ist dann wie ein in schick-reduziertem skandinavischem Stil (nicht Ikea) eingerichtetes Haus, in dem auch noch Kinderspielzeug rumliegt. Vermutlich eine ziemlich blöde Assoziation, kommt mir gleichwohl in den Kopf.
Könnte insgesamt bei all der Zurückgenommenheit kontemplativ wirken. Tut's bei mir aber irgendwie doch nicht.

Deshalb nun dies:



Hier klappt das mit dem Kontemplativen schon besser. Die Melodien sind so simpel, dass sie nicht mehr kinderliedhaft, sondern minimalistisch sind. Der Rhythmus wird variabler gehalten. Der Raum ist somit immer noch geschmackvoll, aber nicht so monostilistisch eingerichtet - Kinderkram liegt auch nicht mehr wie zufällig herum.

Würde nicht bald Fußball laufen, würde ich die Jazz-Triologie hiermit komplettieren:



Dazu fällt mir im vorhinein nicht mal ein schiefer Innenarchitektur-Vergleich ein. Muss ich also spätestens morgen nachholen.
Ekkehard
_________

Oft genügt es, wenn andere gescheit sind (Hans Magnus Enzensberger)

11

Sonntag, 23. Mai 2010, 00:30

Nachdem ich Jim Black mit diesem Bandprojekt gerade live gehört habe, leider mit viel von der neusten CD, die ich vergleichsweise schwach finde, höre ich jetzt noch etwas von der CD davor, die experimenteller war.



:wink: Matthias

12

Sonntag, 23. Mai 2010, 10:34

Jetzt wird also dies nachgeholt:



Dem starkem Rhythmus' trotzend mäandert das Klavier kraftvoll (nicht: kraftmeiernd) durch die Songlandschaft. Daneben skizzenhafte Schlaglichter des Klaviers. Gut, dass ich die CD mal wieder hervorgeholt habe.

:wink:
Ekkehard
_________

Oft genügt es, wenn andere gescheit sind (Hans Magnus Enzensberger)

13

Dienstag, 25. Mai 2010, 23:22

Kräftige Big-Band-Klänge und komplexe Arrangements bietend und doch beweglicher als eine Big Band und damit offenere Formen für Improvisationen, auch kollektive, und für Experimente zulassend, ist das Ensemble für ca. 9 -16 Instrumentalisten. Charles Mingus experimentierte in ungefähr dieser Größe oft besonders interessant mit seinen Workshop-Bands, George Russell, Carla Bley, Pino Minafra und der späte Gil Evans hatten oft Bands dieser Größe oder die kaum größer waren.

Die kreative dänische Jazz-Szene hat eine ganze Reihe sehr guter, origineller Bands diesen Formats hervorgebracht: Pierre Dörges New Jungle Orchestra, T.S. Hawk and the Great Mungo Dilmuns, Erling Kroners Dark Side Orchestra, Jan Kaspersens Special Occasion Band, Fredrik Lundins Overdrive ...und, für mich am interessantesten, das Copenhagen Art Ensemble.

Bei mir lief gerade eine ihrer frühen CDs, aufgenommen 1997:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Auf ihr spielen sie ausschließlich Kompositionen ihrer bis heute Co-Leiterin, der vorzüglichen Saxophonistin Lotte Anker, die damals noch sehr stark vom späten Gil Evans beeinflußt waren, dabei jedoch in keinster Weise epigonal sind wie etwa die bekannte Band Maria Schneiders oder die Arrangemants Laurents Clunys, die ich vergleichsweise gegen Gil Evans oder diese dänische Formation dröge und unbeweglich finde. Das ist hier ganz anders: Zwar klingt das dritte Stück mit einem wunderbar kräftigen Tenor-Sax-Solo von Lotte Anker sogar ausnahmsweise fast wie eine gute Gil Evans Komposition der frühen 60er, aber die anderen Kompositionen Ankers nehmen den späten Gil Evans der 80er nur zum Ausgangspunkt, erweitern die Komplexität der vorgegebenen Strukturen und erhöhen noch den Raum für freie Improvisation, vor allem bei den Kollektivimprovisationsphasen im 4. Stück, sowie die Komplexität der Metrik, die der hervorragende Schlagzeuger Anders Mogensen hier, auf einigen Stücken mit der Percussionistin Marilyn Mazur als Gast, äußerst dicht ausfüllt. Dabei erreichen sie eine Intensität, die oft an Mingus Workshop-Bands erinnert, besonders im 7. Stück mit einer Rezitation eines Gedichts von T.S. Hoeg, nicht zu verwechseln mit dem Romancier Peter Hoeg, vom Dichter selbst sehr gut auf Dänisch vorgebracht. Auch das erinnert hier stark an die Jazz & Lyrik-Aufnahmen von Mingus, etwa mit Langston Hughes oder Allen Ginsberg. Aks weiterer Gast singt beim 5. Stück sehr poetisch Mona Larsen.

Die Band besteht aus einigen, der besten Musikern der kreativen dänischen Szene, das waren 1997: Jesper Riis (tp, flh), Jens Goldtholdt (tp, flh), Kasper Tranberg (tp, flh), Peter Fuglsang (as, acl, cl), Lotte Anker (ts, ss, cond), Thomas Aagergaard (ts,fl) Pelle Fridell (bs, bcl) Ture Larsen (tb), Klaus Löhrer (btb, tuba) Thomas Clausen (p, Fender Rhodes - oft mit vielen Effekt-Geräten gespielt) Nils Davidsen (b), Anders Mogensen (dr) + Marilyn Mazur (perc), Mona Larsen (voc), T.S. Hoeg (recitation)

Alle Bandmitglieder sind sehr gute Solisten.

Inzwischen sind die Strukturen eher noch komplexer geworden, die Improvisationsphasen freier und es sind zum Teil Streicher und fest Live-Elektroniker und Computer-Spezialisten zur Band gestoßen.

:wink: Matthias

14

Sonntag, 30. Mai 2010, 18:45

:wink:

Gerade durch den Faden hier inspiriert diese eingelegt:



Ebenso schön ist diese:



Bei "Abbey is blue" bin ich besonders dankbar, dass es die auch als Schallplatte gibt. Großartige Perlen wie "Afro Blue" und "Come Sunday" aus Ellingtons "Black, Brown and Beige" klingen einfach phantastisch auf einem guten Teller.

Auf dem lief heute übrigens eine Neuerwerbung, die ich gestern bei einem Urlaubsrückfahrtabstecher nach Tübingen gefunden habe, und die ebenfalls großartig ist:



Cannonball Adderly, Altosax & Milt Jackson, Vibes & Wynton Kelly, Piano & Percy Heath, Bass & Art Blakey, Drums. Und genauso toll hört es sich auch an. :yes:

Gruß, Frank

Der Laden in Tübingen hatte auch die neue Scheibe von Olafur Arnalds, "The Wee Small Hours" von Sinatra und "She hangs brightly" von Mazzy Star als Long Playing für mich. :thumbup:
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

15

Sonntag, 30. Mai 2010, 19:11

Vorhin diese:



Könnte ich stundenlang hören.

:wink:
Ekkehard
_________

Oft genügt es, wenn andere gescheit sind (Hans Magnus Enzensberger)

16

Sonntag, 30. Mai 2010, 20:00

Eine unverzichtbare ältere, in der du hören kannst, wie sie als junge Frau klang, ist die:


Lieber Matthias,

diese "Abbey is blue" ist wirklich eine unverzichtbare Aufnahme und ich hab sie mir bereits bestellt. Ihre Stimme in jungen Jahren klingt noch nicht so rauchig und das gefällt mir sehr gut.

Danke für den Tip und die Erklärung bezüglich meiner Gitarrenfrage.

Seit kurzem in meiner Jazz-Sammlung:



Als ein großer Fan des Jazz-Kontrabasses bin ich von der Bassistin Lindy Huppertsberg ganz begeistert. Aber auch Thilo Wagner ( piano ) und Gregor Beck ( drums ) finde ich großartig.

Mozartinaa
Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man braucht sie nur zu genießen.( L.Stokowski,Dirigent)

17

Sonntag, 6. Juni 2010, 19:38

Heute bei mir:



Viele Grüße,
Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

18

Sonntag, 6. Juni 2010, 23:47

Und auch bei mir eine hatology-Platte:



- keine Liebe auf den ersten Hör, aber eine Aufnahme, die im Ohr bleibt und mehrmals gehört werden will. Manche Liebe braucht Zeit... Mal abwarten...
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

19

Donnerstag, 10. Juni 2010, 00:13

Enchanting:





Nicht nur wegen Brownie ist diese CD sehr hörenswert. Helen Merrill scheint mir doch sehr in Vergessenheit geraten zu sein - wohl zu Unrecht.

Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

20

Donnerstag, 10. Juni 2010, 02:24

Seit ich am letzten Samstag dieses Projekt live erleben konnte und mir dort gleich die CD günstiger mitnehmen konnte, immer wieder die:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:
:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Zu der schreibe ich demnächst noch mehr.

:wink: Matthias

21

Donnerstag, 10. Juni 2010, 03:56

Zuletzt noch eine sehr schöne Vocal-Jazz-Doppel-CD aus Island:

Hvar er tunglið? von 2006 von Kristjana Stefánsdóttir (Söngur :D),mit Sigurdur Flosason (Alto Saxófónn), Eybór Gunnarson (Píanó), Valdimar K, Sigurjónsson (Bassi), Pétur Östlund (Trommur), auf dem isländischen Dimma-Label erschienen.

Sehr schöner, sehr melancholisch klingender Late-Night-Jazz, vorzüglich durchwegs auf Isländisch gesungen von Kristjana Stefánsdóttir, die eine richtig gute Jazz-Söngkona ist. Jazz-Gesang auf Isländisch gefällt mir. :) Auch ihr Quartett ist ziemlich gut. Inzwischen hat sie auch mit sehr guten US-Amerikanern wie Drew Gress und Karl Bollenbeck aufgenommen.

Das Beiheft ausschließlich auf Isländisch stellt mich jedoch vor einige Rätsel, wo ich auch mit Dansk und Bokmål-Norsk nicht weiterkomme. ?( Jedenfalls handelt es sich wohl bei den Texten um Gedichtvertonungen von dem zeitgenössischen Dichter Aðalsteinn Ásberg Sigurðsson und die Songs haben schon stark etwas Kunstliedhaftes mit Jazz-Mitteln.

:wink: Matthias

22

Samstag, 12. Juni 2010, 02:24

Heute noch zum Ausklang Harry Allen (ts) mit Bill Charlap (p), Peter Washington (b), Kenny Washington (dr) mit Stücken des Duke.



:juhu: :juhu: :juhu:

Harry Allen spielt deutlich von vor allem Warne Marsh, aber auch anderen Cool-Jazz-Saxophonisten beeinflußt, jedoch mit einem einschmeichelnden, sehr an Stan Getz erinnernden Ton und doch durchaus eigenständigen Einfällen, - gefällt mir sehr gut.Das Trio ist ganz auf die Begleitfunktion festgelegt. Charlap spielt dabei auch in seinen Soli sehr ökonomisch. aber manch hübsche kleine Überraschung beisteuernd. Besonders gut, als Sax und Bass Duett sehr schnell gespielt, gelingt It don't mean a thing if it ain't got Swing und besonders wunderschön Lush Life, packend mit tollem Bass-Intro und einem Klasse-Schlagzeug Caravan, wo Charlap in seinem guten Solo auch mal etwas aus sich herausgeht und Allen herrlich vor unter hinter dem Beat spielt, originell Take the A Trainals eine Art Mid-Tempo Ballade zu spielen, aber mit einem Boogie-Klavier mit leicht monkischer Synkopierung und Cotton Tail geben sie als Up-Tempo Bebob. Auch der Rest ist nicht schlecht und mit schönen Soli von Allen, insgesamt eine eher überdurchschnittlich gute Mainstream-Scheibe mit einer herausragenden Interpretation am Sax von Lush Life.

:wink: Matthias

23

Montag, 14. Juni 2010, 00:07

"Pres" scheint mir hier schon nicht mehr ganz auf der Höhe zu sein, gleichwohl ist sein Spiel hier sehr anrührend und seine Sidemen betten ihn wundervoll in ein stabiles Gerüst ein. Ja, er hat sein Horn wirklich oft genau so gespielt, wie es auf dem Cover zu sehen ist ;(





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

24

Mittwoch, 16. Juni 2010, 23:47

Nicht wirklich Jazz - ein Ethno-Abend bei Lavines, der samische Joik-Gesänge malischem Koraspiel gegenüberstellt. Sehr reizvoller Kontrast.





Cheers,

Lavine :wink:
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Carsten

Grünkohlpflücker

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25

Donnerstag, 17. Juni 2010, 00:46

Zur WM habe ich mal wieder die CD des südafrikanischen Pianisten und Saxophonisten Bheki Mseleku hervor gekramt. Wenn der sich ans Piano verdrückt, spielen immerhin Pharoah Sanders und Joe Henderson die Vuvuzela... ähh... das Saxophon!


Bheki Mseleku
Timelessness

Verve, 1994

LG
C.
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26

Donnerstag, 17. Juni 2010, 00:54

Die neuste Brad Mehldau:



Hm, erzromantisch mit modernen Beats und bei vielen Stücken großem Orchester, immerhin am kitschigen Filmorchester geschickt vorbeiarrangiert, dennoch recht gefällig. So sind das Beste die Tenor- und Sopran-Sax-Soli von Joshua Redman. Da sind die meisten anderen Mehldau-CDs interessanter.

:wink: Matthias

27

Donnerstag, 17. Juni 2010, 23:57

Ich müßte lange nachdenken, bis mir ein Duo einfällt, das im Jazz größere Kunst des Zusammenspiels entwickelt hat.





Cheers,


Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

28

Freitag, 18. Juni 2010, 23:28

Ich müßte lange nachdenken, bis mir ein Duo einfällt, das im Jazz größere Kunst des Zusammenspiels entwickelt hat.


Die Horace Parlan/Archie Shepp CD ist schon toll, aber mir fallen schon noch ein paar Kandidaten ein, mit sehr langjähriger Zusammenarbeit z.B. Sheila Jordan/Cameron Brown, Mal Waldron/Jeanne Lee, Mal Waldron/Steve Lacy, wobei es auch eine sehr schöne CD mit dem Duo Mal Waldron/Archie Shepp, kurz vor Waldrons Tod aufgenommen, gibt.

Mich begeistert zur Zeit besonders das Duo der stark von französischer Neuer Musik beeinflußten französischen Pianistin Sylvie Courvoisier mit dem us-amerikanischen supervirtuosen Jazz-Violinisten Mark Feldman, inzwischen auch ein Paar nicht nur in der Musik. Da höre ich doch gleich mal die beiden mit Kompositionen von John Zorn:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:
:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Erfreulicherweise ist das nur eine von vielen gemeisamen CDs, darunter noch mehreren anderen Duo-Aufnahmen, die alle dieses überragende Niveau halten.

:wink: Matthias

29

Samstag, 19. Juni 2010, 11:00




Als ein großer Fan des Jazz-Kontrabasses bin ich von der Bassistin Lindy Huppertsberg ganz begeistert. Aber auch Thilo Wagner ( piano ) und Gregor Beck ( drums ) finde ich großartig.


Hallo Mozartinaa,

Lindy Huppertsberg finde ich auch eine ziemlich gute Bassistin. Diese CD habe ich noch nicht, aber die Ausschnitte klingen sehr gut.

Bei mir wieder der Top-E-Bassist Jamaaladeen Tacuma mit seinem neusten Monk-Projekt.



Die CD gefiel mir aufgrund der Keyboards erst gar nicht, beim erneuten hören jetzt etwas besser. Bei Tacuma wird die Musik von Monk in modernen Funk umgesetzt und doch der Charakter von Monks Kompositionen auch reloaded hinübergerettet. Es gibt sehr schöne Bass-Soli von Tacuma und seine unverwechselbaren, extrem treibenden Grooves werden durch das Schlagzeug von Tim Hutson und Percussion von Napoleon Black weiter angetrieben. Auch Orrin Black, der nur auf einem Stück Piano, sonst E-Piano und Synthesizer spielt, überträgt ganz geschickt den idiosynkratischen Monk-Ton auf die E-Keyboards und spielt vor allem nicht zu viel, wodurch auf den elektronischen Keyboards schon durch die längere Anschlagsdynamik der Monk-Ton nur verloren gehen könnte, aber wieso diese doofen Allerweltssounds? Immerhin bei Round Midnight stellt er einen E-Piano-Sound ein, der dem schönen Fender Rhodes recht nah kommt, - das klingt dann gleich viel besser in meinen Ohren. Dann darf hier noch ein DJ King Britt mit "Sound Scapes" zur in der Hinsicht recht oberflächlichen Modernisierung mitwirken. Da dem nicht viel einfällt, es fiebt und zischt mal ein bisschen im Hintergrund, ist es sehr gut, dass dies sehr dezent bleibt. Er ist so aber auch völlig überflüssig. Was könnte hier eine so einfallsreiche Elektronikerin wie Ikue Mori oder jemand wie DJ Spooky leisten?!

So bleibt dann doch insgesamt Tacumas wesentlich bessere Monk-CD dieses Duo mit seinem Langzeit-Partner, dem Saxophonisten Wolfgang Puschnig:



Erweitert, dann noch mal so herausgebracht:



Auch hier wurden zum Teil sogar dieselben Monk-Kompositionen kongenial in modernen Funk-Jazz umgesetzt. Diese CD krankt nur leider daran, dass sie sich eines Drum-Computers bedienen, zwar ein recht guter mit relativ annehmbaren Sounds und geschickt programmiert, dennoch nur ein mäßiger Ersatz für lebendige Musiker.

So wäre die ideale Scheibe diese alte mit dem Drumer und dem Percussionisten seines neuen Monk-Projekts.

:wink: Matthias

30

Sonntag, 20. Juni 2010, 00:58

Ich mag alle Aufnahmen des Charlie Haden Quartet West sehr gern, insbesondere gefällt mir die bittersüße Melancholie im Ton des Saxofonisten Ernie Watts. Dies ist für mich die schönste verfügbare Aufnahme. Im Titelstück ist Ernie einfach hinreissend.




Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

31

Sonntag, 20. Juni 2010, 18:44

Ich habe gleich noch etwas mit Ernie Watts hervorgekramt, eine sehr schöne Duo-Aufnahme von 2000 mit tollen Standard-Interpretationen:





Cheerio,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

32

Sonntag, 20. Juni 2010, 21:14

Lindy Huppertsberg finde ich auch eine ziemlich gute Bassistin. Diese CD habe ich noch nicht, aber die Ausschnitte klingen sehr gut.


Lieber Matthias,

freu mich immer wieder,wenn du als großer Jazzkenner auf meine Jazz-CD's eingehst und dir die eine oder andere sogar gefällt.

Heute mal keine CD ,die ich vorstelle,sondern eine Frage zu einer Jazzmusikerin,deren Name ich nicht mehr weiß und auch den Zeitungsausschnitt über sie nicht mehr finde.

Ein paar "wage" Anhaltspunkte: sie ist Deutsche,könnte jetzt so Mitte 50 sein,spielte Saxophon ( Trompete?) in einer Band ,dürfte damals sogar ziemlich bekannt gewesen sein, hat aber mit dem Spielen total aufgehört. Warum,weiss ich jetzt nicht mehr.

Wer kennt des Rätsels Lösung?

Liebe Grüße

Mozartinaa
Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man braucht sie nur zu genießen.( L.Stokowski,Dirigent)

33

Sonntag, 20. Juni 2010, 22:39

Liebe Moozartina,

meinst du vielleicht Sibylle Pomorin? Vom Alter käme das hin. Sie war eine absolute Top-Saxophonistin, wie heute in Deutschland Angelica Nescier. Ich kannte sie auch, habe sie auch mehrmals in erstklassigen, aber schlecht besuchten Konzerten mit unterschiedlichen eigenen Projekten live gehört. Sie lebt heute noch in Berlin. Irgendwann war sie es leid, miserabel bezahlt, mit wenig Aufmerksamkeit ihre Amps selbst nachts in die und aus den Clubs herauszutragen. Parallel hatte sie bei Ernst Bechert und Dieter Schnebel Komposition weiterstudiert, für eigene Kompositionen auch Preise bekommen und lebt heute als Komponistin von Neuer Musik, elektroakustischer Musik, SoundScapes und Hörstücken.

Dennoch jammerschade, dass sie dem Jazz verloren ging. Denn sie war nicht nur eine vorzügliche Saxophonistin, sondern auch eine exzellente, sehr orginelle Jazz-Komponistin und Arrangeurin. Mit der Pianistin Ulrike Haage leitete sie die Frauen-Big Band Reichlich Weiblich. Die beiden schrieben auch die meisten Kompositionen und Arrangements für diese Band. Es gab eine schöne CD live vom Festival in Moers: Reichlich Weiblich: Live at Moers 1987, Moers Music - sehr packende Musik, ausgefeilt und funky. Anders als Haage, war sie aber mehr Avantgarde-orientiert. Spielte mit zahlreichen internationalen Top-Musikern aus dem Bereich wie William Parker, Peter Brötzmann, John Tchicai, Tom Cora, Conny Bauer, Herb Robertson, Christy Doran, der Bassistin Joelle Leandre, der Sängerin Maggie Nichols und auch mit vielen, die an Ornette Colemans elekrischer Free Funk-Band Prime Time anknüpfden, wie der Posaunistin Annie Whitehead, der E-Bassistin Kim Clarke, der E-Violinistin Terry Jenoure. Mit Jenoure hatte sie auch eigene Bandprojekte in dieser Richtung, mit denen sie auch auf internationale Tourneen ging und es entstanden auch sehr gelungene Plattenaufnahmen, die natürlich längst vergriffen, aber in meiner Sammlung vollständig vorhanden sind. :D Außerdem hatte sie eigene Free Jazz Bands, bzw Projekte, in denen sie Freie Improvisation und strukturell komplexere Kompositionen verband und spielte viel in der Freien Improvisationsszene.

Schade, dass es offenbar keine ihrer Aufnahmen mehr gibt. Gelegentlich bekommt man aber ihre Aufnahmen des Funk-Projekts mit Jenoure noch günstig gebraucht, weil die seiner Zeit in relativ hoher Auflage herauskamen und auch viel rezensiert worden sind. Ebenso auch die Funk-Cds von Annie Whitehead, wo auf einigen auch Sibylle Pomorin mitspielte, so wie Whitehead auch bei Pomorins Projekten.

:wink: Matthias

34

Montag, 21. Juni 2010, 23:43

Nach einem tollen Open Air Konzert mit Paul Brodys Sadawi, habe ich danach noch eine seiner älteren CDs gehört.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Schräger Klezmer-Jazz, manchmal funky und auch rockig oder weltmusikalisch aus dem John Zorn Umfeld von einer us-amerikanischen/berliner Band, denn Brody hat lange in Berlin gelebt. Brody ist ein fantastischer Trompeter und auch der Rest der Band ist sehr gut.

:wink: Matthias

35

Dienstag, 22. Juni 2010, 10:26

David Moss Dense Band: Texture Time

... gab es heute in meinem mp3-Player.

Schon lange vergriffen, und auch bei keinem Partner mit Bildchen zu haben ;( .

Beim amerikanischen Amazon kann man aber immerhin in Ausschnitte reinhören.

In welchem unserer gehört-Threads schreibt man eigentlich über David Moss? Neue Musik, also Klassik? Jazz? Und krass ist es allemal, was der Herr so treibt... Ärgerlich, diese Leute, denen jede Schublade zu eng ist...

Texture Time tue ich mal zu Jazz - improvisiert ist das, und Anthony Coleman spielt in der Band mit. Wird also schon passen 8+) . Moss zeigt sich hier als Schlagzeuger mit viel Klangfantasie, und als umwerfender Vokal-Improvisator. Das ist schon ausgesprochen unterhaltsam - man höre bei Amazon mal in seine Version der Delilah-Schnulze von Tom Jones rein :thumbsup:

Michel
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

36

Freitag, 25. Juni 2010, 20:12

Gestern im Laufe des Abends noch gehört:



Björk Gudmundsdóttir - Söngur, Gudmundur Ingólfsson (p), Gudmundur Steingrimsson (dr), Dordur Högnason (b)

Björk, 1990, als Jazz-Sängerin mit dem Trio des leider schon ein Jahr später früh verstorbenen Pianisten Ingólfsson. Das sie hier auf Isländisch singt, finde ich besonders bei den Jazz-Standards reizvoll. Leider sind zu wenig Jazz-Standards vertont und dem gegenüber zu viel sehr schwaches Ausgangsmaterial, das eher so wie isländische Schlager klingt. Das wird zwar verbopt, aber das Trio bleibt überwiegend etwas bieder. Nur in wenigen, dann aber gleich sehr viel besser gelungenen Stücken (zB 3, 8,7,9 ) zeigt der Pianist, das er auch anders kann. Björk ist eine glänzende Jazz-Gesangstechnikerin. Wo sie in den besseren Stücken und den Jazz-Standards dies voll zeigt, gefällt sie mir gut, in den schwächeren Stücken klingt ihre aber recht limitierte Stimme nach Kindergärtnerinliedchenstimmchen und dann wird's nervig. Insgesamt für Björk-Fans, die Jazz mögen, vielleicht interessant, für mich - bis auf wenige Songs - sehr verzichtbar.

Für mich verzichtbar auch diese:



Pat Metheny hat sich ein Orchestrion, eine Idee des ausgehenden 19. Jahrh., bauen lassen, mit dem er alle Instrumente rein mechanisch gleichzeitig auch live selbst spielen kann. Aber so fehlt dann auch die lebendige Interaktion. Die Kompositionen sind (zu) mild-hübsche typische Metheny-Songs, die recht ähnlich und gleichbleibend vorrüberziehen, immerhin hier mal ohne scheußliches Synthesizergewaber, aber recht mechanisch klingt das alles dennoch.

Dannach aber noch guten, lebendigen Latin Jazz und Neobop, der sicher nichts wesentlich Neues erfindet, aber dennoch entwickelt das Brian Lynch Latin Jazz Sextett seinen eigenen Klang, was in diesem überlaufenen Terrain schon viel ist, und überzeugen mich vor allem Lynch an der Trompete und Luis Perdomo am Piano solistisch. Damit, dass das erste Stück eine gelungene Hommage an den großen Trompeterkollegen Tom Harrell ist, hat Lynch aber bei mir auch schon gleich ein Stein im Bett gehabt.



:juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

37

Sonntag, 27. Juni 2010, 23:13

Ein schöner Blue Note-Klassiker des hervorragenden Jahrgangs 1966 - Hendersons bissiges Saxofon harmoniert sehr gut mit Hutchersons glasklarem, vibratolosen Vibe-Spiel.



Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

38

Montag, 28. Juni 2010, 01:03

Hallo Carsten,

das ist auch für mich eine besonders herausragend gute Aufnahme und den vielen exzellenten CDs Hutchersons.

Ein schöner Blue Note-Klassiker des hervorragenden Jahrgangs 1966 - Hendersons bissiges Saxofon harmoniert sehr gut mit Hutchersons glasklarem, vibratolosen Vibe-Spiel.


Ja, ebenso funktioniert die spannungsreiche Kombination mit dem eher intellektuellen, sehr durchdachten Spiel Hutchersons mit dem Power-Play McCoy Tyners hier glänzend und Billy Higgings gehört sowieso zu meinen absoluten Lieblings-Drumern, der auch hier wieder äußerst feinfühling die ganze Sache mit dichtem Puls extrem antreibt.

Bei mir läuft auch noch Joe Henderson - Punjab, 1986 live aufgenommen, 1990 bei Arco erschienen, leider immer schon sehr schwer aufzutreiben und schon lange vergriffen, jetzt bin ich durch einen Tausch rangekommen.

J.Henderson (ts), Irene Rosnes (p), Marlene Rosenberg (b), Sylvia Quenca (dr)

Henderson hatte über Jahrzehnte immer auch feste Bands, Tourneen und jedoch leider nur wenige Aufnahmen, meist auf Kleinstlabeln, die im Gegensatz zu seinen übrigen Aufnahmen wenig Beachtung fanden, als einziger Bläser mit rein weiblichen Trios, bewußt um gute, weniger bekannte Musikerinnen und dabei nicht nur Pianistinnen, sondern eben auch gute Bassistinnen und Schlagzeugerinnen vorzustellen. So spielte in seinen Ladies-Trios z.B. auch Kim Clark (bei ihm am Solid Body Upright E-Bass), die dann als glänzende Bassgitarristin mit Defunkt bekannt wurde. Wenn das wenig erfolgreich blieb, an ihm lag es jedenfalls nicht.

Ich nehme an, bei der hier als Irene Rosnes bezeichneten, handelt es sich um die durchaus inzwischen bekannte Renee Rosnes, klingt jedenfalls so und ich weiß, dass sie bei ihm gespielt hat. Auch die sehr gute Sylvia Quenca war mir immerhin bekannt. Besonders gut gefällt mir hier jedoch Marlene Rosenberg, die mir völlig unbekannt war und die hier auch vorzügliche lange Bass-Soli und eine gute Eigenkomposition einbringt. Außerdem gibt es zwei Kompositionen Hendersons, darunter natürlich den schönen Titel-Song Punjab, den er auch auf einem seiner Blue Note Klassiker eingespielt hat, und den weniger häufig gecoverten Monk-Titel Friday the Thirteen, der leider viel zu früh ausgeblendet wird, dabei ließen die 4, wenn auch langen Titel durchaus noch etwas CD-Platz.

:wink: Matthias

39

Dienstag, 29. Juni 2010, 00:16

Gestern und heute wieder das französische Orchestre National de Jazz, diesmal unter der Leitung von Daniel Yvinec.
Dieses Orchester ist immer wieder gut, neue und vielversprechende Musiker zu entdecken, die vom jeweiligen Leiter eingeladen werden. Ich hoffe jedoch, es ist nicht Folge von Sparmaßnahmen, dass es sich diesmal nicht um eine Big Band handelt, sondern um ein Tentet plus jedoch eine Reihe von SängerInnen, einschließlich Robert Wyatt. Zu der Kozeption, die ganz der Musik von Robert Wyatt gewidmet ist, passt diese Mini-Big Band jedoch sehr gut. Klingt eigentlich wie eine der neuen Scheiben des Sängers und ehemaligen Drumers von Soft Machine und anderen jazzigen Prog-Rock Gruppen der Canterbury Scene. Insofern wundert es mich etwas, da diese zuletzt immer sehr viel besprochen wurden, dass ich über diese CD noch nichts gelesen hatte.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Die unverwechselbaren Wyatt-Hymnen sind hier geschickt von Vincent Artaud arrangiert mit deutlichen Anklängen an Soft Machine, Pink Floyd, Gil Evans, Steve Reich - die Minimal Music ähnlichen Phrasen werden aber immer interessant in übergreiffenden Songlines weiterentwickelt, bzw aufgelöst und nerven so nicht, sondern der Song bleibt insgesamt abwechslungsreich, - und natürlich der Musik von Robert Wyatt selbst. Neben Wyatt selbst, singen sehr Wyatt ähnlich Rokia Traoré, Yael Naim, Arno und Irène Jacob.

Ein origineller Höhepunkt ist für mich, wie Wyatt Victor Jaras Te Recuerdo Amanda singt, mit einem schönen Solo des Saxophonisten und Klarinettisten Antonin-Tri Hoang.

:wink: Matthias

40

Dienstag, 29. Juni 2010, 23:15

Erst "Afro-Jazz" der edelsten Sorte





dann wunderschöne Musik aus Afrika (Bamako in Mali, genau gesagt)





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

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