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81

Montag, 26. Juli 2010, 01:30

Re: Mingus u.a.

Bei mir lief gestern Abend: Bremen (16. April) 1964 !


Das ist zwar schon länger auf meiner Wunschliste, fehlt mir aber noch.

Kann man bei der Mingus-Box irgendwo finden, welche Aufnahmen da drin sind?

Zitat

Rollins' auf »Horn Culture« enthaltene Interpretation von »God bless the Child« ist ganz wundervoll - am liebsten bleibt mir dennoch Eric Dolphys Kopenhagener Solo-Bassklarinetten-Performance dieses Stücks vom 8. September 1961.


Volle Zustimmung. Dolphys Solo ist genial! - Und ich gehe mit diesem Ausdruck extrem sparsam um. Trotzdem eine sehr schöne Rollins-CD mit auch einer sehr guten Interpretation, die ich mir auch mal wieder heraussuchen sollte. Die Ornette Coleman "Virgin Beauty" ist natürlich auch erstklassig!

Zitat

Ich bin weit eher ein Freund der sphärischen Töne Bill Frisells als des eher erdigen John Scofields


Mir geht's umgekehrt: Ich mag Frisell nicht so, gerade wenn er mit seinen typischen weichen sphärischen Sounds rumspielt und oftmals verliert er sich für meinen Geschmack auch zu sehr in Sound-Hingabe und Gefrickel. Ich bin dagegen ein großer Scofield-Fan, bei dem der Blues immer mitschwingt. Aber beide sind wahrscheinlich (mit Metheny) die einflußreichsten Jazz-Gitarristen ihrer Generation.

Bei mir gab es wieder Jazz aus Berlin:



:juhu: :juhu:

Ein gutes Debut-Album des Tenor- und Sopransaxophonisten Max Hacker in dem, was gemeinhin als "Contemporary Mainstream" bezeichnet wird. Hacker knüpft in seinem Sax-Spiel sehr deutlich hörbar an den Coltrane der 50er und an Joe Henderson an, ihm gelingen aber sehr schöne Soli und auch seine Eigenkompositionen können überzeugen. Neben seinen Eigenkompositionen spielen sie noch 3 Stücke von Billy Strayhorn, wobei er Day Dream in 5/4-Takt gesetzt hat und bei Lotus Blossom zur Bassklarinette wechselt. Tino Derado (p) spielt gut die jeweilige Stimmung treffend, Paul Imm (b) und Heinrich Köbberling(dr) bringen das Ganze gut zum grooven, - klar, Köbberling ist eine Garantie für intelligente Grooves und gehört inzwischen zu den besten, vielseitigsten und gefragtesten deutschen Schlagzeugern, der von Lyambiko, über das Julia Hülsmann Trio bis zu diversen eher experimentellen Projekten der Berliner Szene z.B. mit Rudi Mahall und Aki Takase überall die passenden und antreibenden Grooves findet, natürlich mit einer Vorliebe für ungerade Taktarten.

Das letzte Stück ist schon eine Hommage auf P. Glass, in denen Glass-Artiges aber zum Glück nur wenige Takte eines Chorus hörbar wird, dann wird beschwingter und abwechslungsreicher in Hardbopweise losgegroovt. Hacker spielt auch in Ari Benjamins Redux Orchestra Minimal Music und seine inzischen erschienene zweite CD geht leider stark in diese Richtung.

Danach Art Blakey's Jazz Messenger A Night in Tunisia, RCA Victor



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Es gibt übrigens mindestens 3 Art Blakey's Jazz Messenger-CDs in verschiedenen Besetzungen unter dem gleichen Titel. Auch das Blue Note Album ist exzellent, aber gerade das Titelstück, zu dem hier, 1957, gleich auch noch eine Alternativaufnahme mitgeliefert wird, ist hier sogar noch besser, vor allem weil hier Blakey die schönen Rhythmusfiguren dieses Stücks noch weiter, auf fantastische Weise solistisch ausbaut. Exzellent auch seine Frontline hier mit Bill Hartman (tp), Jackie McLean (as) und Johnny Griffin (ts), die solistisch mutiger, freier agiert, als seine meisten anderen. Ausgesprochen gut gefällt mir hier auch Sam Dockery, der hier etwas vergleichbar mit Nichols und Monk, wenn auch nicht ganz an diese rankommend, für diese Zeit ungewöhnlich synkopiert, Pausen setzt und unalltägliche Akkordauflösungen häufig mit etwas funky Blues-Touch beisteuert.

:wink: Matthias

82

Montag, 26. Juli 2010, 08:13

RE: Re: Mingus u.a.



Kann man bei der Mingus-Box irgendwo finden, welche Aufnahmen da drin sind?


Liste ich abends mal auf.

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

83

Montag, 26. Juli 2010, 18:33

Diese:



Pharoah Sanders: Jewels of Thought

Das Gejodel von Leon Thomas kann zwar ganz schön nerven, aber die Mucke ist schon sehr geil! Und Sanders Saxophonspiel packt und schüttelt mich immer wieder aufs neue.
Ganz groß ist »Sun in Aquarius«.

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

84

Montag, 26. Juli 2010, 22:40

So, was ist jetzt drin in dieser 10-CD-Kiste?



Das ist gar nicht so einfach zu eruieren (für echte Mingus-Spezialisten vielleicht schon - für mich aber nicht). Die Dokumentation der Box ist nämlich denkbar schlecht. O.k., die CDs 1-3 ufassen wie gesagt, das komplett Konzert in der Stuttgarter Liederhalle vom 28. April 1964. Das steht drauf (allerdings ohne genaues Datum; da steht nur "Stuttgart 1964" und die Besetzung).

Die CDs 4-10 weisen nur Tracklists und Musiker auf und so präzise Aufnahmeangaben wie 1957-1959 oder 1955-57. Jedenfalls sind sämtliche Stücke, die auf den CDs 4-10 enthalten sind, vor 1960 mitgeschnitten worden. Aus den Tracklists und den Besetzungen habe ich geschlossen, dass es sich zu einem Teil um Aufnahmen aus dem Umfeld der "Clown-Sessions" handeln muss. Mehr weiß ich jetzt so nicht zu sagen. Die Tonqualität ist durchgängig recht gut.

Bei dem Preis lohnt die Box IMO aber schon allein für das Stuttgart-Konzert.

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

85

Dienstag, 27. Juli 2010, 01:13

Vielen Dank, Algabal, damit kann ich schon etwas anfangen, um weiterzurecherchieren.

Bei mit ging der Tag los mit Horace Silvers Song for my Father, aber in der Einspielung von 1993 aus dieser CD:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Diese mit etwas größerer Bläserbesetzung eingespielte CD ist insgesamt sehr gut. Aber Song for my Father ist hier der Knaller. Das Call and Response der Bläser klingt besonders schön, weil die tiefere Stimme der Posaune um Bass-Posaune und Horn erweitert und abgedunkelt wird, wogegen sich dann Trompeten und Saxophone besonders strahlend abheben. Dazu kommt dann bei diesem Song der Gesang von Andy Bey, der einfach fantastisch ist, dazwischen ein wunderschönes Tenor-Solo von Red Holloway und ein packendes funky Piano-Solo von Silver. Diese Fassung ist zum :faint: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Silver hat für fast alle seine Stücke auch Texte geschrieben. Sehr schade, dass es wenig Einspielungen mit Gesang gibt, denn sie sind tolles Material, setzten aber richtige Könner voraus. Dee Dee Bridgewaters Horace Silver-CD oder eben Andy Bey ist da ein sehr hoher Maßstab, offenbar zu hoher, ansonsten kann ich nicht verstehen, wieso seine Songs von Sängerinnen und Sängern so wenig aufgenommen werden.

Am Abend gab es dann die:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Thomas Rückert (p), Matthias Pichler (b), Jochen Rückert (dr)

Sehr schöne, entspannte, eher ruhige Aufnahme mit sehr guten Eigenkompositionen Thomas Rückerts. Aber auch die beiden Fremdtitel, Burton Lanes Old Devil Moon und natürlich Miles Davis/Bill Evans Blue in Green sind ausgesprochen gelungen, die Stimmung beibehaltend, interpretiert.

Danach gab es auch diese:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Wunderschöne, getragene lange Tenor-Sax-Linien Pharoah Sanders gehen in packende freie Soli von ihm und Lonnie Liston Smith am Piano über. Leon Thomas singt quasi das zweite Tenor-Sax mit einer Mischung aus der Nachahmung von Coltranes Sax-Spiel und - übrigens afrikanischem - Jodeln. Ich mag sein Timbre sehr gerne und mir gefällt das hier sehr, sehr gut. Aber sein Jodeln ist schon viel beklagt worden. Nun macht er ja nicht nur das. Wie immer man dazu steht, ich denke, er hat sehr viel in seiner Zeit dazu beigetragen, eine neue Rolle für die Vokal-Stimme im "New Thing" und der freien Improvisation zu finden. Ich habe viel Mühe aufgewendet, auch seine eigenen Aufnahmen und viel Entlegenes mit ihm aufzutreiben. Er hat übrigens auch ganz wunderbar Horace Silver-Songs gesungen - ganz ohne Jodeln.

Mir gefällt natürlich auch das lange Bass-Duo von Cecil McBee und Richard Davis über dichtem Percussion-Geraschel von Idris Muhammad und Roy Haynes besonders gut.

:wink: Matthias

86

Dienstag, 27. Juli 2010, 02:24

Die mußte ich gerade auch noch hören:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Auf dieser live Aufnahme von 1970 zeigt Leon Thomas seine ganze stimmliche Vielseitigkeit. Gejodelt wird natürlich auch. :D Monks Straight, no Chaser, einige Pharoah Sanders -Stücke und Thomas eigene, sehr in der Art von Pharoah Sanders gehaltene Stücke geben das Ausgangsmaterial für mitreissende Improvisationen für ihn und eine vorzügliche Band bestehend aus Oliver Nelson (as), Arthur Sterling (p), Guenter Lenz (b), Lex Humphries (dr), Sonny Morgan (congas).

Beigegeben ist der zornige Damn Nam (Ain't going to Vietnam) - Blues, live aus dem selben Jahr aus Filmore East, mit u.a. Sonny Liston Smith (p), Harold Alexander (fl), Alvin Queen (dr).

:wink: Matthias

87

Dienstag, 27. Juli 2010, 23:57

Diese:



:) :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

88

Mittwoch, 28. Juli 2010, 00:25

Hallo Algabal,

an Alice Coltrane schieden sich auch die Geister, aber ich mag ihre alten Impulse-Aufnahmen auch sehr gerne, schon wegen Pharoah Sanders. Die bauen zwar nur die Seite des imaginär-weltmusikalischen und spirituellen bei Coltrane aus und wiederholen sich auch in der Form, aber machen das schon sehr gut.
Ich finde sie auch als Pianistin ziemlich gut, zwar mit technischen Grenzen, aber viel Gefühl für passende sphärische Teppiche aus z.B. Arpeggienketten. Besonders gut finde ich sie auf Coltranes Live in Japan.

Ich habe vor, mich die nächste Zeit durch diese Box zu arbeiten, die ich lange nicht gehört habe.



Ich mache den Anfang mit dem Massey Hall Konzert, Toronto, 1953 mit Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Bud Powell, Charles Mingus, Max Roach.

:wink: Matthias

89

Mittwoch, 28. Juli 2010, 22:45

Hallo Algabal,

an Alice Coltrane schieden sich auch die Geister, aber ich mag ihre alten Impulse-Aufnahmen auch sehr gerne, schon wegen Pharoah Sanders. Die bauen zwar nur die Seite des imaginär-weltmusikalischen und spirituellen bei Coltrane aus und wiederholen sich auch in der Form, aber machen das schon sehr gut.
Ich finde sie auch als Pianistin ziemlich gut, zwar mit technischen Grenzen, aber viel Gefühl für passende sphärische Teppiche aus z.B. Arpeggienketten. Besonders gut finde ich sie auf Coltranes Live in Japan.


Das stimmt wohl. Ich mag die frühen, bei Impulse gelabelten Scheiben von Frau Coltrane - trotz der Hare-Krishna-Esoterik-Aura - dennoch ziemlich gern, wie ich überhaupt einiges aus der unmittelbaren Post-Coltrane-Phase von Johns ehemaligen Mitstreitern recht gern mag.

Technischen Grenzen? Ja, die hat sie ganz klar. Die hat aber etwa McCoy Tyner ebenso. Beide haben dennoch einen sehr eigenartigen und unverwechselbaren Personalstil, den ich sehr schätze.

Hört/schätzt hier eigentlich niemand Cecil Taylor? Ich schon, nämlich diese:



Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

90

Donnerstag, 29. Juli 2010, 17:15

Hört/schätzt hier eigentlich niemand Cecil Taylor?
Schon, gelegentlich. Von der heiligen Dreifaltigkeit des 60ger-Jahre-Free-Jazz (Coltrane, Coleman, Taylor) ist er allerdings der, mit dem ich am meisten Mühe habe. Vielleicht sollte ich die beiden CDs des Labels FMP mit seinen Berliner Konzerten mal wieder rauskramen.

Vor einigen Jahren habe ich ihn mal hier in München im Konzert erlebt (Klavier solo). Wie er da in Wollstrümpfen langsam über die Bühne schlurft und dann am Klavier explodiert, das hat sich schon eingeprägt. Seine Gesänge (in einer von ihm erfundenen Fantasiesprache, oder so?) sind allerdings gewöhnungsbedürftig.


Hier läuft aber ganz etwas anderes, weil es so schön ist:




Michel
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

91

Donnerstag, 29. Juli 2010, 23:42

:wink:

Ich habe vor langer Zeit einmal Cecil Taylor im Konzert erlebt. Das war meine erste Begegnung mit seiner Musik. Danach bin ich nie auf die Idee gekommen, mir eine Konserve seiner Musik zu kaufen. Einer der wirklich ganz großen Künstler, die ein Konzert besonders einmalig gestalten.

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

92

Freitag, 30. Juli 2010, 00:36

Ich habe hier auch schon verschiedentlich Bemerkungen zu Cecil Taylor angebracht, etwa anläßlich der unter Gil Evans Namen herausgekommenen Cecil Taylor -Einspielung, die noch so etwas wie eine Radikalisierung mancher Ansätze des Cool Jazz waren, und über Taylors Verhältnis zu Neuen Musik. Der klassisch ausgebildete Taylor wäre ja zunächst gerne Pianist für Neue Musik geworden, aber eine soolche Laufbahn gab es zur Zeit, als er jung war, einfach nicht für einen Afro-Amerikaner. So war es zunächst eher eine Verlegenheitslösung, Jazz zu spielen, was er aber von Anfang an auf eine sehr eigene Weise tat, die zunächst größtenteils auf großes Unverständnis stieß. Es gab aber auch faszinierte Förderer, neben Gil Evans, z.B. Max Roach und John Lewis, auch nicht zufällig beides Jazzer, mit ebenfalls klassischer Ausbildung, die an Neuer Musik sehr interessiert waren.

Wenn man Cecil Taylors erste Jazz-Alben hört, klingt dies heute wenig radikal, großartig finde ich aber auch schon sie, z. B. diese, die ich mir vorhin mal wieder eingelegt habe:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Hier spielt Cecil Taylor sogar noch Standards und das ist auch eine meiner Lieblingsversionen von Love for Sale.

Dieses Album dürfte gut geeignet sein, sich in einige Eigenheiten seines Spiels in noch weniger 'abstraktem' oder freiem Zusammenhang einzuhören. Es dürfte auch geeignet sein für Jazzfreunde, die mit Free Jazz und ähnlichem noch nichts anfangen oder solche Musik nur live genießen können, wo es wesentlich leichter fällt, solche Musik konzentriert zu verfolgen, wenn die Intensität und Interaktion auch sichtbar wird. Ich habe selbst eine gute Freundin, die mich häufig und gerne auf Free Jazz- oder sehr experimentelle Creative Jazz-Konzerte begleitet und dabei ihren großen Spaß hat, wie, wie sie selbst sagt, in kaum einem anderen Konzert, die aber sich das zu Hause nie einlegen würde, weil sich da der Klangdschungel viel schlechter lichtet und die Konzentration nicht so ausreicht. Live waren aber schon viele begeistert, die sich das vorher nicht zugetraut hätten, gerade von der hohen Intensität eines Cecil Taylor Konzerts. Das habe ich oft genug erlebt. Ich kann also nur raten, sich dem auszusetzen, wenn sich die Möglichkeit bietet, ihn oder einen der anderen großen Experimentatoren zu hören. Ich kann also euch, Frank und Michel, nur zustimmen, live ist er immer ein großes Erlebnis und das ist sicherlich die beste Art, sich seiner Musik zu nähern. Trotzdem möchte ich auch auf seine CDs nicht verzeichten.

Jetzt läuft noch dieses grandiose Duo mit Max Roach:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Auch das ist eine verhältnismäßig leichter zugängliche Aufnahme, leider auch nur noch zu hohen Preisen erwerbbar.

:wink: Matthias

Carsten

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Freitag, 30. Juli 2010, 01:23

Es kann ja noch angehen, dass bei einem Wohnungs-Umzug eimal etwas abhanden kommt. Ein paar Kaffeetassen zum Beispiel oder ein Karton mit Unterwäsche. Mir sind aber vor einigen Jahren etliche MCs und MDs mit Radiomitschnitten verlustig gegangen, denen ich sehr hinterher trauere. Eine Aufnahme war die von Pharoah Sanders beim Jazzfestival in Frankfurt. Zu seiner Band gehörten damals u.a. der wunderbare Gitarren-Berserker Sonny Sharrock sowie Charnett Moffett, der seinen Kontrabass per Wahwah-Pedal oder elektronisch verfremdete. Dieses fantastische Konzert ist aber leider futsch. Als halbgare Alternative dient mir die Studio-CD, auf der die damalige Tour fußte. Glatt ist sie, diese Aufnahme, fast schon kitschig und von Bill Laswell mehr als überproduziert. Manchmal - so wie jetzt - höre ich sie aber, weil sie mich zumindest erahnen lässt, was der verdammte Umzug vor einigen Jahren für Verluste erbracht hat...


Pharoah Sanders
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Carsten

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94

Freitag, 30. Juli 2010, 01:38

Und jetzt noch McCoy Tyner am Cembalo:

Warum auch immer er seine gewaltigen Pranken ausgerechnet in dieses Instrument geschlagen hat - das Stück Celestial Chant macht irre Spaß zu spielen, es sollte aber bitte kein Cembalo zugegen sein... ;+)
Elvin Jones donnert in bester Manier auf dieser Platte herum. Auch deshalb atmet sie die unbändige Energie, die das Coltrane-Quartett mit Tyner und Jones ausgezeichnet hat.


McCoy Tyner
Trident

Milestone, 1975

LG
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95

Freitag, 30. Juli 2010, 02:37

Eine Aufnahme war die von Pharoah Sanders beim Jazzfestival in Frankfurt. Zu seiner Band gehörten damals u.a. der wunderbare Gitarren-Berserker Sonny Sharrock sowie Charnett Moffett, der seinen Kontrabass per Wahwah-Pedal oder elektronisch verfremdete. Dieses fantastische Konzert ist aber leider futsch. Als halbgare Alternative dient mir die Studio-CD, auf der die damalige Tour fußte. Glatt ist sie, diese Aufnahme, fast schon kitschig und von Bill Laswell mehr als überproduziert. Manchmal - so wie jetzt - höre ich sie aber, weil sie mich zumindest erahnen lässt, was der verdammte Umzug vor einigen Jahren für Verluste erbracht hat...


Pharoah Sanders
Message from Home
Verve, 1996


Hallo Carsten,

mein Vater müßte irgendwo noch einen guten eigenen Live-Mitschnitt zwar nicht aus Frankfurt, aber von dieser Tour haben. Live war ich leider nicht mit dabei, aber der Mitschnitt hat mich auch begeistert, gerade auch Sonny Sharrock und Charnett Mofett. Auch wenn die Studio-CD da bei weitem nicht herankommt, ich mag sie auch. Laswells Mitmischen beim Arrangement, läßt gerade den beiden zwar viel zu wenig Improvisationsraum und das ist sicherlich die glatteste Sanders-CD, die es gibt, aber irgendwie auch interessant zu hören, was aus dieser Musik, so dick arrangiert wird. Sanders lange Sax-Linien machen sich auch so gut und das Arrangement geht ja immer noch so gerade hart am Kitsch vorbei. Irgendwie hat das auch was.

Wenigstens die tollen Cembalo-Stücke Tyners höre ich mir auch noch gerade an.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

96

Samstag, 31. Juli 2010, 14:27

Ich höre grade A Love Supreme - einen Livemitschnitt vom Juan Les Pins Jazz Festival (Antibes, 26. Juli 1965).
Meine Scheibe sieht so aus:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

97

Samstag, 31. Juli 2010, 15:47

Jetzt diese:



Pharoah Sanders: Elevation

mit Michael White, Joe Bonner, Calvin hill, Lawrence Kilian, Jimmy Hops, Kenneth Nash, John Blue, Michael Carvin und Sedatrius Brown.

Die letzte Scheibe, die Sanders für Impulse-Records aufgenommen hat (1973). Wie schon Thembi und Black Unity für meinen Geschmack in der Tendenz ein bissel überinstrumentalisiert und streckenweise ein wenig zu esoterischen Klangteppichen neigend.
Dennoch: GROSSARTIGES ALBUM!!!

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

98

Sonntag, 1. August 2010, 12:02

Diese:



Ornette Coleman: On Tenor (1961)

Ornette Coleman: T-Sax
Don Cherry: Pocket Trumpet
Jimmy Garrison: Bass
Ed Blackwell: Drums


Adieu,
Algabal
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99

Mittwoch, 4. August 2010, 00:05

Diese:



Albert Ayler: New Grass
mit u.a. Burt Collins, Joe Newman, Garnett Brown, Seldon Powell ...

Ist das Jazz??? Scheißegal! - es ist gaaaaaanz groß!!

:juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
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101

Mittwoch, 4. August 2010, 07:50

Albert Ayler: New Grass
mit u.a. Burt Collins, Joe Newman, Garnett Brown, Seldon Powell ...

Ist das Jazz??? Scheißegal! - es ist gaaaaaanz groß!!


Ja!


Bitte verdoppeln! :D

:wink: Matthias

102

Mittwoch, 4. August 2010, 16:55

Albert Ayler: New Grass
mit u.a. Burt Collins, Joe Newman, Garnett Brown, Seldon Powell ...

Ist das Jazz??? Scheißegal! - es ist gaaaaaanz groß!!


Ja!


Bitte verdoppeln! :D

:wink: Matthias


Bitte verdreifachen! :D

Ich höre derowegen jetzt noch ein weiteres Album von Albert Ayler, ein deutlich früheres als New Grass:



Witches & Devils

Albert Ayler: T-Sax
Norman Howard: Trompete
Henry Grimes / Earl Henderson: Bass
Sunny Murray: Schlagzeug

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
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103

Mittwoch, 4. August 2010, 21:09

Und wann werde ich mir die endlich holen . . . - hat mal wer Lust eine Ayler-Diskographie zu basteln (verlinken wäre auch in Ordnung)?


"Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
Joris-Karl Huysmans

104

Mittwoch, 4. August 2010, 21:24

:wink:

Nun gut, bei mir was ganz anderes, aber auch sehr schönes...



...gerade mit "How deep is the ocean" fabelhaft ausgeklungen.

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

105

Mittwoch, 4. August 2010, 21:59

Na kommt Jungs (und Mädels), ihr könnt sagen was ihr wollt: Albert Ayler war genial! Aber komplett verrückt. Das wird spätestens bei diesem großartigen Album klar, das ich grad höre:



TOLL!! :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

106

Mittwoch, 4. August 2010, 22:20

jetzt mal was ganz anderes, wenngleich auch sehr gut anhörbar:



Ich habe mir diese neue Sony-Jazzbox fürn Appel und ein Ei gekauft, weil ich doch kaum Dubletten habe.
Günstiger kann der Einsteiger nicht an Qualität kommen.



Grüße
Achim

107

Mittwoch, 4. August 2010, 22:42

Und weiter mit entspannter Musik:

Louis Armstrong habe ich ewig nicht mehr gehört........




Grüße
Achim

108

Donnerstag, 5. August 2010, 13:55

Es lief heute Jim Pepper - Dakota Song 1987, ENJA
:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

- oha, ist die teuer geworden und ein Bild gibt es auch nicht mehr. Aber schön ist sie und der Titelsong beruht auch wirklich auf einer sehr schönen Dakota-Melodie. Pepper hat ja indianische Musik in den Jazz eingespeist. Danach haben das viele aufgenommen, auch Jan Garbarek spielte einige seiner Stücke, bevor er die samische Musik entdeckte und von Pepper beeinflußt zu seinem eigenen Stil fand.
Eigentlich merkwürdig, dass vor ihm Native-Amerikanisches nur leicht und ganz vereinzelt bei Oscar Pettiford anklang, der wie Pepper überwiegend native-amerikanischer Herkunft war, obwohl erstaunlich viele amerikanische Jazzer meist afro-native-american waren, bzw sind. Nach Pepper kam das dann wesentlich häufiger vor, z.B. ist auch bei Charles Lloyd diese Herkunft manchmal hörbar.

Pepper war ein toller Saxophonist, mit wunderschönem Sound. Hier ist er mal nicht am Bariton, sondern nur am Tenor zu hören mit Kirk Lightsey (p), Santi Debriano (b), der auch sehr schöne Soli beisteuert, und John Betsch (dr), mit dem ich auch mal auf einer Session in Berlin gespielt habe.

Danach mußte ich dann mit den Rozie- Brüdern weiter "Rothäute-Jazz" hören:

Rick Rozie (b), Lee Rozie ( ts, ss, perc, voc), Raschied Ali (dr): Afro-Algonquin, 1980, Moers Music, LP

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Hier ist auch eine sehr freie, leider nur sehr kurze, aber sehr fantasievolle Version von Fever drauf. Aber die ganze Scheibe ist außerordentlich gut, alle drei sind ausgezeichnete Musiker aus der Free und Creative Jazz Ecke, Ali natürlich von Coltrane her bekannt.

Irgendjemand sollte mal die besten Moers Music -Scheiben wiederveröffentlichen.

Und weiter ging es mit der Scheibe eines weiteren Top-Bassisten. Jetzt eher Mainstream-Jazz mit vielen Standards, aber keinesweg konventionell von dem top-besetzten Quintett gespielt. Dwayne Dolphins beste CD!

Dwayne Dolphin - Portrait of Adrian, 1994, Minor Music

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Dwayne Dolphin (b), Ravi Coltane (ts, ss), Michael Mossman (tp, piccolo-tp, flh, tb), Geri Allen (p), Roger Humphries (dr)

Das geht gleich mit einer vorzüglich Bass -Solo Einleitung in Miles Davis So What los, dann spielt Geri Allen herrlich nervös zwischen die Basstimme zur bekannten Bläserlinie, so dass dieses Stück eine ganze andere, gar nicht mehr coole Stimmung bekommt. Auch Softly as in the Morning Sunrise wird vom Bass solo eingeleitet, dann kommt das Sax nur zweiTakte mit dem ersten Themaanfang dazu und die Einleitung geht in ein fantastisches Bass-Solo über, bevor Ravi Coltrane wunderschön brillieren kann. Sehr reizvoll dann z. B. auch, Geri Allen zu hören, wie sie mit ihrer völlig anderen Spielweise McCoy Tyners Passion Dance gestaltet. Aber alle 5 steuern auf dieser CD absolut erstklassige Soli bei.

Zumindest diese CD ist noch recht günstig gebraucht zu bekommen, wenn es auch leider kein Bild gibt. Da sollte man noch zugreiffen, bevor die auch unerschwinglich wird.

:wink: Matthias

109

Samstag, 7. August 2010, 16:48

Hört/schätzt hier eigentlich niemand Cecil Taylor?
Schon, gelegentlich. Von der heiligen Dreifaltigkeit des 60ger-Jahre-Free-Jazz (Coltrane, Coleman, Taylor) ist er allerdings der, mit dem ich am meisten Mühe habe.


Hm, mir stehen Coleman und Taylor deutlich näher als Coltrane, der mir - bei aller Bewunderung, die ich für ihn und seine Mucke hege, in seinem Spätwerk bisweilen ein bissel arg ins Cosmisch-Spirituelle und zudem arg Lärmige ausgreift.

Taylor aber habe ich jetzt grad wieder neu für mich entdeckt :) (hatte ich - wie Jazz überhaupt - zuletzt arg vernachlässigt) - und heute diese beiden hinternanderweg gehört:



Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

110

Mittwoch, 11. August 2010, 22:39

Diese:



Terry Lyne Carrington: Jazz is a Spirit
mit u.a. Herbie Hancock, Gary Thomas, Kevin Eubanks, Bob Hurst, Wallace Roney, Paul Bollenbeck ... und naklar TLC herself.

Verhältnismäßig leichte Kost. Gefällt mir aber immer wieder sehr gut.

:juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

111

Donnerstag, 12. August 2010, 20:31

Aus dem Sony-25-CD-Klotz



Art tatum - Jazz starts here

Meine erste Scheibe von ihm, der ja auch als größter Jazzpianist bezeichnet wurde.

Mein Eindruck:
Zu Beginn zB Tiger Rag - na, das kann ja gar nicht banaler werden....... und in der Tat, Barmusik. Dann doch (für 1950) sehr dynamische Improvisationen.....interessant.
Hin und wieder erkenne ich Muster, die dann von Leuten wie zB Petrucciani und Peterson aufgegriffen wurden.

Am Ende bleibt aber doch eher Langeweile, weil die sich immer wiederholenden Läufe der rechten Hand doch zu vorhersehbar sind.

Ja, Art Tatum war bestimmt ein Großer, aber ich bin nicht sein Fan.

Grüße
Achim

112

Freitag, 13. August 2010, 04:42




Art tatum - Jazz starts here


Lieber Achim,

Diese CD kenne ich nicht, aber die Tonschnipsel klingen für mich recht vielversprechend. "Bar-Jazz"? - Wars wohl auch zuerst, aber in der Bar säße ich gerne beim Whisky. :P :D

Zitat

Am Ende bleibt aber doch eher Langeweile, weil die sich immer wiederholenden Läufe der rechten Hand doch zu vorhersehbar sind.


Von den kurzen Tonschnipseln her kann ich natürlich nicht urteilen, aber ich höre und vermute hier eher manchmal bei der linken Hand etwas stereotype Wiederholungen. Bei z. B. Willow Weep for Me verraten aber auch hier schon die Tonschipsel ganz anderes. In der linken Hand gibt es häufig so lange Laufverzierungen, die etwas ornamental wirken und die wohl so viele, auch Bar-Pianisten, irgendwie nachgespielt haben, dass diese heute so vorhersehbar klingen. Vielleicht ist es das, was dich stört. Aber dann passiert doch auch schon in den Schnipseln, etwa bei wieder Willow Weep for Me oder sogar dem altbekannten St.- Louis Blues dazwischen wieder ganz Unerwartetes, Akkorde oder Akkordauflösungen, die nicht in die üblichen Akkordverläufe dieser Zeit passen, kleine rhythmische Verzögerungen oder seltsam hakende, aber würzige Tonwiederholungen....

Ich habe von Art Tatum diese ganzen Pablo-Solo-Masterpieces-Boxen aus den frühen 50ern und falle mit ihnen immer wieder von einer Überraschung in die andere.



Hier verlinkt der Beginn der Reihe in Einzel-CDs. Wenn du auch hier wieder in z.B. Willow Weep for Me reinhörst, am Beginn des Schnipsel in der linken Hand tatsächlich etwas stereotype Abwärtsläufe, aber dann schon zur Mitte des Schnipsels ungewöhnliche Akkordverschiebungen, die in der linken Hand sehr schön und gar nicht mehr so vorhersehbar aufgelöst oder umspielt werden.

Aber mir ging das lange ganz ähnlich zwar nicht mit Art Tatum, von dem ich gleich begeistert war, aber mit Erroll Garner. Erst hörte ich nur besseres Bar-Klavier und das war es ja auch zunächst. Sicherlich viel besser gespielt, als es die allermeisten Bar-Pianisten spielen könnten, aber das sollte ein vielgerühmter Jazz-Pianist sein? Erst mit der Zeit hörte ich auf einigen Aufnahmen ganz anderes, nicht nur monumentale Spieltechnik, sondern auch den Witz, mit dem Garner z.B. alle möglichen Klassik-Bezüge seltsam verwandelt und swingend mitverwurstete, aber so gar nicht wie bei nervigen Unterhaltungs-Tastenquälern klingend.

:wink: Matthias

113

Freitag, 13. August 2010, 11:23

Liebe fleißige Jazzhörer,

ich fände es etwas schade, wenn die schönen und ausführlichen Beiträge (wie z.B. die zu Chick Corea und Art Tatum) hier in diesem Thread blieben und vergessen würden. Habt Ihr nicht Lust, die jeweiligen Diskussionen in eigene Threads zu verlagern?

Viele Grüße
Michel
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

114

Freitag, 13. August 2010, 11:59

Lieber Michel,

keine schlechte Idee, ich glaube, zu CC hatten wir auch etwas.
Aber by the way: wo ist mein Beitrag von 10.06 Uhr oder ähnlich geblieben ????
Ich habe ihn gesehen - es ging um Art Tatum und Chick Corea - jetzt isser weg

(kann nach Klärung gelöscht werden)

Grüße
Achim

115

Freitag, 13. August 2010, 13:32

Beiträge von Carsten und mir zu Chick Corea und Stanley Clarke sind auch weg. Ebenso davor ein Beitrag von mir, der auf Algabal zu T. L. Carrington antwortete und danach ein sehr langer beitrag von mir, der 5 CDs vorstellt, zuletzt über Art Pepper (zwischen den jetzigen Beiträgen 110 und 111) :boese:

116

Freitag, 13. August 2010, 13:54

Ist mir momentan sehr rätselhaft. Vermisst sonst noch jemand was?

Vermisst jemand zufällig Beiträge von vor letztem Sonntag?

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

117

Freitag, 13. August 2010, 14:21

Seltsam ist doch auch, das Achims und mein Beitrag zu Art Tatum da ist. Die Beiträge vor und nach Achims Art Tatum Beitrag aber weg.

Gibt es Sicherungskopien?

:wink: Matthias

118

Sonntag, 15. August 2010, 18:49

Ursprünglich 12.8.:

Zitat

Zitat von »Carsten«
Zitat von »Algabal«
Terry Lyne Carrington: Jazz is a Spirit
Verhältnismäßig leichte Kost. Gefällt mir aber immer wieder sehr gut

Mir auch!


Und mir auch! Trotz der verhältnismäßig konventionellen Grundformen hat sie doch sehr viele delikate Feinheiten, besonders im Schlagzeugspiel Carringtons, die ich ja, wie verschiedentlich schon hier angemerkt, überaus schätze, und sehr gute Soli, besonders von Thomas und Rooney - auch sie schätze ich sehr - zu bieten.

Bei mir liefen heute wieder Joe Hendersons Punjab mit Renee Rosnes (p), Marlene Rosenberg (b), Sylvia Quenca (dr), live 1986 :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: Das ist so einer der CDs, die mit jedem Hören immer besser werden.

Dann: Chet Baker Trio- This is Always



:juhu: :juhu: :juhu:

ch bin nicht so der große Chet Baker -Fan, aber diese Aufnahme mit Doug Raney (g) und Niels-Henning Ørsted Pedersen finde ich sehr schön in ihrer Verbindung von der verletzlichen Brüchigkeit Bakers mit dem kraftvollen, lebendigen Bass von NHØP, der in dieser Schlagzeug-losen Kombination viel Raum hat, auch Melodien zu übernehmen und natürlich sein wahnsinniges Können auch solistisch unter Beweis zu stellen.
Das dänische Label Steeple Chase finde ich für Hardbob u.ä. sowieso außerordentlich gut. Ob live oder im Studio, immer wieder haben hier zahlreiche US-Jazzer hier mit ihre besten, vor allem entspanntesten Platten gemacht. Natürlich war die große Riege der Exil-Amis in Kopenhagen besonders gut im Katalog vertreten und sehr, sehr oft mit NHØP oder einem der anderen dänischen Bass-Giganten wie Jesper Lundgaard oder Mads Vinding.

Weiter ging es mit Clifford Browns Paris-Quartett/Sextett-Sessions, Okt. 1953. :juhu: :juhu: :juhu:

Die Erstveröffentlichung war m.W. beim französischen Vogue-Label, erweitert 1984 in der CD-Reissue und natürlich schon lange nicht mehr auftreibbar. Diese bietet relativ viel dieses Materials mit genauen diskographischen Angaben. Teile daraus gibt es auch auf diversen, rechtsfreien Clifford Brown Billig-CDs. Das französiache Trio um Henri Renaud (p) + gelegentlich auch Gitarrist schafft es, solide zu begleiten, 1953 gab es aber noch kaum europäische Jazzer, die eigene Akzente setzen konnten. Browns Trompeten- und bei den Sextett-Nummern auch Gigi Gryce Altsax-Soli machen die CD dann aber doch zu einem hohen Genuß.

Dann: Art Pepper Quartet - Modern Art



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Art Pepper stand leider sein Leben lang Chet Baker in Drogen-Problemen nichts nach und hat deswegen viel Zeit in Knästen verbringen müssen, was ihn wohl um die ganz große Karriere a la Stan Getz gebracht hat. Denn sein (Alt-) Sax-Sound ist ähnlich unverwechselbar, sanft, einschmeichelnd, dabei war sein Spiel aber ähnlich berührend, häufig fragil wie das Trompetenspiel von Chet Baker, bloß dass Art Pepper auch technisch einer der Allerbesten seines Instruments zu seiner Zeit war, die sehr entgegengesetzten Spielweisen von Lester Young und Charlie Parker integrierend und mit Modernerem anreichernd. Um den Jahreswechsel 1956/57 war er offenbar besonders gut drauf: Noch ein Summertime gerät zum Dahinschmelzen. Westcoast-Jazz vom Feinsten!

Nur 1977- 82 war Pepper auf seinen Galaxy-Recordings noch besser. Inzwischen hatte er auch noch den ganzen Coltrane mitintegriert, ohne irgendetwas von seiner Unwechselbarkeit zu verlieren.

Jetzt mal wieder etwas hierdraus: Art Pepper The Complete Galaxy Recordings [16-CD-Box-Set] Ach du schreck, ist das teuer. Da wird es mir ja doch etwas ungemütlich, euch den Mund wässrig zu machen. Ich habe aber leider auch nur die weniger vollständige, ältere LP-Collection.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Pepper an Altsax und Klarinette wird begleitet von den Pianisten Stanley Cowell, Hank Jones , George Cables und Tommy Flanagan; den Bassisten Cecil McBee , Ron Carter , Charlie Haden , Tony Dumas , Red Mitchell und David Williams ; den Drummern Roy Haynes, Al Foster , Billy Higgins und Carl Burnett ; dem Perkussionisten Kenneth Nash und dem Gitarristen Howard Roberts.

:wink: Matthias

119

Sonntag, 15. August 2010, 18:54

Hallo zusammen,

bei mir lief bei den Rekonstruktionsaktionen folgende:



Leider konnte ich nicht sehr intensiv zuhören.

Viele Grüße,
Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

120

Sonntag, 15. August 2010, 19:03

Zitat von Carsten vom 12.8.



Chick Corea
Change
Stretch, 1999

Meine Antwort (12.8.)

Danke, für den Hinweis. Die kenne ich nämlich noch nicht, genau aus den von dir, Carsten, genannten Gründen, die mich bei allem, was von Chick Corea ca. ab den frühen 80ern erschienen ist, immer erst einmal sehr sekeptisch macht und seine Cds weit nach hinten in mein Aufmerksamkeitsfeld drängt. Ganz besonders grauslich, ja völlig unerträglich, finde ich ja alle Chick Corea Electric Band-Aufnahmen als Gipfel der völlig sterilen Seelenlosigkeit. Die Schnipsel hier klingen aber für mich auch sehr gut. Wenn Avishai Cohen hier gut zum Zug kommt, wie du schreibst, dann brauche ich die wohl auch, denn Cohen ist ein Meister besonders der unmittelbaren Verbindung von Groove und Melodiebass, natürlich sowieso ein exzellenter Bassist.
Ganz exzellent aus den letzten Jahren sind die Piano-Duo-Aufnahmen Coreas mit Hiromi. Mit den richtigen Partnern, die sich von ihm nicht zur Musikmaschine machen lassen, kann Corea also doch immer noch 'richtige' Musik spielen. Auch die Return to Forever Comeback-CDs finde ich sehr gut.

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