Sie sind nicht angemeldet.

Carsten

Grünkohlpflücker

  • »Carsten« ist männlich

Beiträge: 763

Wohnort: Oldenburg

  • Nachricht senden

121

Sonntag, 15. August 2010, 19:10

Ganz besonders grauslich, ja völlig unerträglich, finde ich ja alle Chick Corea Electric Band-Aufnahmen als Gipfel der völlig sterilen Seelenlosigkeit.
Lieber Matthias,

da gebe ich dir völlig Recht! Ich habe die so um 1990 herum einmal live gesehen. Mit Frank Gambale im türkisfarbenen Muskelshirt und Dave Weckl mit rosa Stirnband! Es war eine echte Grusel-Show, dabei sind doch Weckl und auch John Patitucci im Grunde ganz hervorragende Musiker. Und dass Corea es besser kann, steht für mich sowieso fest. Die drei genannten hatten damals neben der Electric Band ja auch noch die Akoustic Band am laufen. Die war nicht ganz so schlimm, allerdings auch überwiegend kalt und seelenlos. Ich habe noch nie präzisere Besenarbeit bei Round Midnight gehört, allerdings auch nie wieder eine so sterile und unberührende Version. Nun ja, die CDs aus der Zeit waren GRP-Produktionen (eines meiner größten Hass-Label!) und L. Ron Hubbard gewidmet - was will man da erwarten?

Dennoch habe ich gerade weiter Lust auf den Chick Corea, der mir wirklich etwas sagt:


Chick Corea
Light As A Feather, 1972


Was ich nie wirklich mochte, ist Flora Purims Stimme. Wie aber die Band Stücke wie Spain oder 500 Miles High bei höllischem Tempo nicht nur zum Grooven, sondern zum Schweben und
Abheben bringt, grenzt für mich bis heute an ein kleines Wunder. Der Titel der Platte ist Programm: Airtos Trommeln ist federleicht, aber dennoch voller vertrackter Details und immer voran treibend. Stanley Clarke ist für mich auf dieser CD ein Kontrabass-Gigant. Erstaunlich, wie unangenehm ich dagegen fast durchgängig sein E-Bass-Spiel empfinde. Und Joe Farrell ist für mich sowieso einer der "most underrated" Saxophonisten und Flötisten. Dabei muss man nur diese Platte hören, um über ihn ins Schwärmen zu geraten!

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

122

Sonntag, 15. August 2010, 19:14

Original vom 12. August 2010

Lieber Matthias,

nun bin ich ja gerade kein Klavierspieler, so dass mir daher die Orientierung auf der Tastatur schwer fallen möge, aber ich höre da sher viele Läufe mit hohen Tönen raus und die liegen mE doch eher auf der rechten Seite.
Aber egal, Deine Ausführungen sind sehr bedenkenswürdig, ich werde der Scheibe selbstverständlich noch einige Chancen geben.
Mir fiel auf, dass er häufiger die Themen mit der linken Hand spielt, um rechtshändig dabei darüber zu imrpovisieren. Das ist schon sehr gut gemacht, wenn er denn nicht eben dann wieder 40 Tasten rauf und runter jagen würde.
Ich vermute mal, dass mir darüber die filigraneren Strukturen nicht ins Ohr gehen. Daher nochmals hören.

Zu Chick Corea:

Ich habe zu dem Mann ein sehr zwiespältiges Verhältnis.
Auf der einen Seite meine langjährigeLieblingsplatte des Jazz überhaupt.



ermutlich auch deswegen, weil mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden

und dann zügig danach furchtbarer Elektroschrott



Danach habe ich ihn dann erst für Jahrzehnte aus den Augen verloren.........

Im ERgebnis fand ich nur seine akustischen Arbeiten in Ordnung, den Rest höchstens zweifelhaft, bis auf



Grüße
Achim

die gefällt mir wieder ausnehmend gut.

123

Sonntag, 15. August 2010, 19:18

Zitat

Zitat von »Carsten«
Zitat von »Matthias Oberg«
Ganz besonders grauslich, ja völlig unerträglich, finde ich ja alle Chick Corea Electric Band-Aufnahmen als Gipfel der völlig sterilen Seelenlosigkeit.
Lieber Matthias,

da gebe ich dir völlig Recht! Ich habe die so um 1990 herum einmal live gesehen. Mit Frank Gambale im türkisfarbenen Muskelshirt und Dave Weckl mit rosa Stirnband! Es war eine echte Grusel-Show, dabei sind doch Weckl und auch John Patitucci im Grunde ganz hervorragende Musiker. Und dass Corea es besser kann, steht für mich sowieso fest. Die drei genannten hatten damals neben der Electric Band ja auch noch die Akoustic Band am laufen. Die war nicht ganz so schlimm, allerdings auch überwiegend kalt und seelenlos. Ich habe noch nie präzisere Besenarbeit bei Round Midnight gehört, allerdings auch nie wieder eine so sterile und unberührende Version. Nun ja, die CDs aus der Zeit waren GRP-Produktionen (eines meiner größten Hass-Label!) und L. Ron Hubbard gewidmet - was will man da erwarten?


Lieber Carsten,

wieder kann ich nur zustimmen. Dabei macht Frank Gambale mit Tom Coster, Steve Smith, Baron Browne und der Band "Vital Information\" richtig guten Electric Jazz. Vor allem deren Live-Doppel-CD ist ausgezeichnet:



Und auch in Chic Coreas Acoustic Band- Aufnahmen sind immer wieder tolle Ideen und es sind alle sehr gute Musiker, so dass es richtig schade ist, dass es so "überwiegend kalt und seelenlos" ist.


Zitat

Zitat Carsten:
Chick Corea\nLight As A Feather, 1972

Was ich nie wirklich mochte, ist Flora Purims Stimme.



Geht mir genauso. Aber es ist ja nicht nur die Stimme: Habe ich was an den Ohren oder ist ihre Intonation, äh, 'sehr frei'. Es stimmt zwar, dass man in der Jazz-Improvisation falche Noten noch häufig wieder 'einfangen' kann: Als ich z. B. beim letzten Berliner Jazzfest die hochbetagte Sheila Jordan hörte, vergass sie manchmal für einen Moment, dass sie die hohen Töne einiger ihrer Glanzstücke wie Dat Dere nicht mehr treffen kann, aber sofort wusste sie so weiterzuimprovisieren, dass der zunächst missglückte Ton wieder in ihrgendeinen Skalenwechsel passte. Ein etwas bedauernd, aber auch kokette charmantes Lächeln tat ein Übriges. In diesem Sinne stimmt es schon, dass im Jazz keine Töne falsch bleiben müssen, aber das es im Jazz keine falschen Töne gäbe, ist dann doch ein schlechter Mythos.


Zitat

Zitat
Wie aber die Band Stücke wie Spain oder 500 Miles High bei höllischem Tempo nicht nur zum Grooven, sondern zum Schweben und Abheben bringt, grenzt für mich bis heute an ein kleines Wunder.



Ja, die beiden Stücke sind hier ganz toll. Aber sonst mag ich die CD nicht besonders.


Zitat

Zitat
Stanley Clarke ist für mich auf dieser CD ein Kontrabass-Gigant.



Ja, das ist er - und nicht nur hier. Kennst du das 20 minütige Bass-Solo auf dem alten Return to Forever Live-Album? Ich habe das alte 3-LP-Album, aber hier ist es auch drauf:



Zwischenzeitlich gab es zunächst eine rote CD-Box davon, die ich dummerweise zunächst gekauft habe, auf der aber das insgesamt ausgezeichnete Konzert nicht vollständig war und sein völlig geniales Bass-Solo fehlt. Das ist das beste Return to Forever-Album!

Ganz toll auch seine Europa-Tour mit rein akustiker Band vor wenigen Jahren mit einem jungen dänischen Geiger und einer ebenso jungen israelischen Pianistin. Die Namen fallen mir gerade nicht ein und ich finde gerade meinen Mitschnitt aus Kopenhagen nicht mehr, auf dem ein 15-minütiges Kontrabass-Solo zu School Days, dieser E-Bass-Paradenummer, hier als reine Jazz-Version, drauf ist. Wieso er mit der Band keine CD gemacht hat, am besten einen Live Mitschnitt, bleibt mir ein Rätsel. Stattdessen sind seine anderen CDs meist völliger Fusion-Schrott.

Dann erschien aber diese CD mit Hiromi, akustischem Trio und ihm am Kontrabass und die ist durchgehend exzellent:



Das Lenny White ein exzellenter Jazz-Drummer sein kann, hatte man ja auch schon fast vergessen.

Stanley Clarke Fusion-Projekt mit Warren Haynes, dem Gitarristen der Allman Brothers und von Gov't Mule, ist aber ausnahmsweise auch sehr gut.

Zitat

Zitat
Erstaunlich, wie unangenehm ich dagegen fast durchgängig sein E-Bass-Spiel empfinde.


Das gehört für mich hingegen durchaus eher zu den Plus der Platte.

:wink: Matthias

Carsten

Grünkohlpflücker

  • »Carsten« ist männlich

Beiträge: 763

Wohnort: Oldenburg

  • Nachricht senden

124

Mittwoch, 18. August 2010, 01:02

Anlässlich der traurigen Todesnachricht, die ich hier im Forum durch beryllo erfahren habe:


Abbey Lincoln
Wholly Earth

Verve, 1998

Wohl nicht eine der herausragenden Aufnahmen dieser tollen Sängerin, aber diejeinge, die ich selbst gerade griffbereit hatte.

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

125

Freitag, 20. August 2010, 00:03

Abbey Lincoln
Wholly Earth
Verve, 1998

Wohl nicht eine der herausragenden Aufnahmen dieser tollen Sängerin, aber diejeinge, die ich selbst gerade griffbereit hatte.


Naja, es gibt bessere, aber schlecht ist sie wirklich nicht. Das Titelstück ist doch z.B. sehr toll. Sehr gut finde ich auf ihr auch das Vibraphon, bzw was in der Kombination Vibraphon, Piano und Lincols Stimme passiert.

Bei mir lief heute auch schon Abbey Lincoln:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Da schreibe ich ein ander' mal mehr zu.

Später heute diese:



O, wird die heute teuer gehandelt, dabei taugt sie gar nichts. Die kaum variierten Reggae-Rhythmen sind die ersten Takte ganz nett, langweilen dann aber schnell. Über den Reggae-Rhythmen sehr braver, untermediokrer, nach wenigen Takten ebenfalls völlig erwartbarer Second-Hand-Hardbop. Die bekommt nicht mal eine zweite Chance, ich habe sie nicht mal zu Ende gehört, die letzten Stücke nur noch angespielt. Fort damit! (Na, sie bringt wenigstens ordentlich Kohle für Wichtigeres.)

Da spielten doch Oliver Lakes Reggae-Funk-Jazz-Mix-Projekt aus den frühen 80ern und ca ein klein wenig später die Reggae-Jazz-Projekte aus dem Umfeld der Jazz Warriors und Courtney Pines in London in einer ganz anderen Liga.

:wink: Matthias

126

Freitag, 20. August 2010, 14:34

Diesen Klassiker des europäischen Free Jazz: Peter Brötzmanns Machine Gun mit einem glänzenden Willem Breuker



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:
:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Danach das Willem Breuker Kollektief



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Zuletzt Harry Beckett mit der Gruppe des südafrikanischen Bassisten Johnny Dyani mit dem Dänen John Tchicai am Alt-Sax und Billy Hart ( dr) auch so eine legendär gute Aufnahme:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

127

Samstag, 21. August 2010, 14:38

Man sollte ab und an auch in die hinteren Ecken der CD-Regale schauen, zumindest bei mir finden sich da mitunter solche Schätzchen :whistling:





Der 1921 geborene Wardell Gray war ein stark von Lester Young und Charlie Parker beeinflußter Tenorist, der es rasch bis in die Basie-Band schaffte. Anfang der 50er kam er gleich nach Stan Getz und Dexter Gordon. Wenn nur die Drogenexzesse nicht gewesen wären... 1955 fand man seine Leiche mit gebrochenem Genick in der Wüste nahe Las Vegas; offenbar war sie aus einem Auto herausgeworfen worden. Hintergründe wurden nie bekannt.

Danach dann diese höchst vergnügliche Scheibe (die seit 30 Jahren ganz vorn im Regal steht :yes: )





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

Florian Voß

Lebender Film noir

  • »Florian Voß« ist männlich

Beiträge: 1 576

Wohnort: Berlin-Friedenau

  • Nachricht senden

128

Mittwoch, 25. August 2010, 01:36

Vermutlich seine beste Platte (neben "Chet")



.




--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Eine Krähe war mit mir
aus der Stadt gezogen

129

Sonntag, 29. August 2010, 10:50

Da ja heute Sonntag ist, läuft bei Lavines der 23. Psalm:





Und danach diese, eine sehr entspannte und gut gelaunte Sonntagsstimmung verbreitende Aufnahme:




Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

130

Sonntag, 29. August 2010, 20:40




Art tatum - Jazz starts here


Lieber Achim,

Diese CD kenne ich nicht, aber die Tonschnipsel klingen für mich recht vielversprechend. "Bar-Jazz"? - Wars wohl auch zuerst, aber in der Bar säße ich gerne beim Whisky. :P :D

Zitat

Am Ende bleibt aber doch eher Langeweile, weil die sich immer wiederholenden Läufe der rechten Hand doch zu vorhersehbar sind.


Von den kurzen Tonschnipseln her kann ich natürlich nicht urteilen, aber ich höre und vermute hier eher manchmal bei der linken Hand etwas stereotype Wiederholungen. Bei z. B. Willow Weep for Me verraten aber auch hier schon die Tonschipsel ganz anderes. In der linken Hand gibt es häufig so lange Laufverzierungen, die etwas ornamental wirken und die wohl so viele, auch Bar-Pianisten, irgendwie nachgespielt haben, dass diese heute so vorhersehbar klingen. Vielleicht ist es das, was dich stört. Aber dann passiert doch auch schon in den Schnipseln, etwa bei wieder Willow Weep for Me oder sogar dem altbekannten St.- Louis Blues dazwischen wieder ganz Unerwartetes, Akkorde oder Akkordauflösungen, die nicht in die üblichen Akkordverläufe dieser Zeit passen, kleine rhythmische Verzögerungen oder seltsam hakende, aber würzige Tonwiederholungen....

Ich habe von Art Tatum diese ganzen Pablo-Solo-Masterpieces-Boxen aus den frühen 50ern und falle mit ihnen immer wieder von einer Überraschung in die andere.



Hier verlinkt der Beginn der Reihe in Einzel-CDs. Wenn du auch hier wieder in z.B. Willow Weep for Me reinhörst, am Beginn des Schnipsel in der linken Hand tatsächlich etwas stereotype Abwärtsläufe, aber dann schon zur Mitte des Schnipsels ungewöhnliche Akkordverschiebungen, die in der linken Hand sehr schön und gar nicht mehr so vorhersehbar aufgelöst oder umspielt werden.

Aber mir ging das lange ganz ähnlich zwar nicht mit Art Tatum, von dem ich gleich begeistert war, aber mit Erroll Garner. Erst hörte ich nur besseres Bar-Klavier und das war es ja auch zunächst. Sicherlich viel besser gespielt, als es die allermeisten Bar-Pianisten spielen könnten, aber das sollte ein vielgerühmter Jazz-Pianist sein? Erst mit der Zeit hörte ich auf einigen Aufnahmen ganz anderes, nicht nur monumentale Spieltechnik, sondern auch den Witz, mit dem Garner z.B. alle möglichen Klassik-Bezüge seltsam verwandelt und swingend mitverwurstete, aber so gar nicht wie bei nervigen Unterhaltungs-Tastenquälern klingend.

:wink: Matthias


so, und jetzt habe ich mir nochmals die Scheibe von Art Tatum vorgenommen und daneben ein bißchen Geschichte recherchiert.

Ok, jetzt weiß ich zumindest, dass der Klang der Scheibe dank CBS Grotte war und ist und damit vermutlich einiges an Kunst untergegangen ist.
Weiter ist zu konzedieren, dass unter dem vordergründig klingenden Stil pianistische Meisterschaft steckt.
Es ist schon sehr kühn, wie Tatum mit der linken Hand die Melodie inklusive Rhyhtmus spielt, um rechtshändig rasend größere Mengen Notenmaterial zu verbrauchen :D .
Damit bleibt für mich als Kritikpunkt die häufigen Läufe mit der rechten Hand, die für mich die Musik teilweise beliebig machen, aber das ist nur ein persönliches Geschmacksindiz.

Grüße
Achim

131

Montag, 30. August 2010, 02:08

Weiter ist zu konzedieren, dass unter dem vordergründig klingenden Stil pianistische Meisterschaft steckt.
Es ist schon sehr kühn, wie Tatum mit der linken Hand die Melodie inklusive Rhyhtmus spielt, um rechtshändig rasend größere Mengen Notenmaterial zu verbrauchen .
Damit bleibt für mich als Kritikpunkt die häufigen Läufe mit der rechten Hand, die für mich die Musik teilweise beliebig machen, aber das ist nur ein persönliches Geschmacksindiz.


Hallo Achim,

so sehe ich das ganz ähnlich. Tatum braucht am Anfang etwas Konzentration, um sich einzuhören, was da alles für Wahnsinniges unter scheinbar leichtem Geklimper passiert, aber die zu häufig sehr ähnlichen Läufe in der rechten Hand, die so schnell gespielt sind, dass es fast wie Glissando mit dem Daumen über die Tasten klingt, sind irgendwann etwas nervend. Vielleicht mußte der Meister eben wirklich halt zu lange als Barpianist tätig sein. Ist halt dann auch für mich eher jemand für die kleineren Dosen, statt alle Pablo-Solo-Cds am Stück runterzunudeln. :D

Eben nach Berlin zurückgekommen, höre ich zum Runterkommen beim Bierchen und einem kleinen Rest Lagavulin noch Jacky Terrasson mit dieser ausgezeichneten, etwas moderneren Piano-Solo-Scheibe:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Auch so eine Solo-Piano-CD, deren Güte und Raffinesse sich eher beim zweiten Hören erschließt, mit einer schönen Mischung von originell interpretierten Standards wie "Caravan", "Just a Gigolo" und "Cherokee" und sehr guten Eigenkompositionen.

:wink: Matthias

132

Mittwoch, 1. September 2010, 00:39

Angeregt durch den Bratschen-Thread die fantastische Jazz-Bratschistin Ig Henneman mit ihrem Lebendgefährten Ab Baars (Holzblasinstrumente) und Misha Mengelberg (p):



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Auch garantiert viel "schlimmer als Mahler" :D : Free Jazz, wie er besser kaum sein kann. :yes: :sev:

:wink: Matthias

133

Mittwoch, 1. September 2010, 01:46

Weiter mit der Bratschistin und Violinisten Jessica Pavone und der Gitarristin Mary Halvorson. Diese beiden noch relativ jungen Jazz-Ladies haben wie eine Kometen-Explosion in der us-amerikanischen Creative Jazz-, Avantgarde-Jazz und freien Improvisationsszene eingeschlagen und binnem Kurzem in den letzten Jahren mit zahlreichen Größen dieser Szenen, wie Anthony Braxton, George Lewis, John Zorn u.v.a. zusammengespielt und die einschlägige Jazz-Presse überschlägt sich mit Huldigungen.

In ihrem Duo widmen sie sich jedoch einfachen Songs, aber natürlich seltsam angeschrägt. Auf dieser neuen CD singen sie nun auch noch seltsame eigene Lyrik, so dass es noch mehr in die Indie-Singer/Songwriter-Richtung geht, aber, nun ja, eben der seltsamsten Sorte. :D Mir gefällts. Doch in Track 4 geben schon die Tonschnipsel auch einen Eindruck, wie es klingt, wenn die Ladies es so richtig heftig, laut und schräg krachen lassen.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias Oberg

134

Donnerstag, 2. September 2010, 20:34

:wink:

Bei mir nach einiger Zeit mal wieder diese tolle Scheibe:



Gute Musiker machen hier richtig gute Musik.

Gruß, Frank

PS@Matthias: Danke für den Tipp mit Jacky Terrasson, den ich mal in der Kölner Philharmonie als Warm-Up für Herbie Hancock erlebt habe. Klasse war das und die Leute waren begeistert.
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

135

Freitag, 3. September 2010, 19:36

Nach einer recht anstrengenden Woche ein wenig leichte Kost zur Wochenenderöffnung:



Lyambiko: Inner Sense

Lyambiko - Vocals
Marque Lowenthal - Tasten
Robin Draganic - Bass, Percussions
Heinrich Köbberling: Schlagzeug, Percussions

Ichmag Lyambiko recht gern - sicherlich das Gequatsche von »einer der stärksten, vielleicht der Stärksten Stimme im gegenwärtigen Jazz« ist naklar Quatsch. Aber Frau Lyambiko gestaltet sehr schön mit ihrer etwas sanft-rotzig leicht angerauchten Stimmesehr schön und ihre Combo - allen voran Lowenthal an den Tasten - machen ihre Sache recht gut. Am besten gefallen mit die Uptempo-Nummern, insbesondere Lowenthals Break your Bread und Bangalore Local. Einzger Ausetzer: Ian Andersons Look into the Sun.

Insgesamt eine schöne Platte, die freundlich zum entspannen einlädt. :)

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

136

Freitag, 3. September 2010, 20:37

:wink:

Hatte auch eine eher anstrengende Woche und starte hiermit ins Wochenende...



Tolles Spätwerk des großen Ellington und letzte Aufnahmen mit dem wunderbaren Johnny Hodges.

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

137

Samstag, 4. September 2010, 20:30

Diese:



Esperanza Spalding: Junjo

Esperanza Spalding: Bass, Vocals
Aruán Ortiz: Klavier
Francisco Mel: Schlagzeug

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

138

Dienstag, 7. September 2010, 23:20

Eine wundervolle Wiederbegegnung am späten Abend: Die noch sehr junge Betty Carter - hier von Ray Bryant, Gigi Gryce und Richard Wess begleitet. Wenn eine Ella in Sachen Scat-Gesang das Wasser reichen konnte, dann sie.





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

139

Dienstag, 7. September 2010, 23:50

Die noch sehr junge Betty Carter - hier von Ray Bryant, Gigi Gryce und Richard Wess begleitet. Wenn eine Ella in Sachen Scat-Gesang das Wasser reichen konnte, dann sie.


Ja!!! :juhu: :juhu: :juhu:

Bei mir lief gerade das:



:juhu: :juhu: :juhu:

Ein aus einer Skandinavien-Tour Jerry Bergonzis hervorgegangenes Quartett, das hier, 1998, sehr guten, eher amerikanisch geprägten Mainstream/ Post-Bop ablieferte.

Bergonzi ist ein sehr guter, deutlich von Coltrane geprägter, us-amerikanischer Tenor-Saxophonist, der einen ganzen Haufen guter Scheiben besonders bei italienischen Labeln wie Red Records mit amerikanischen, wie europäischen Musikern abgeliefert hat. Begleitet wird er hier sehr gut von Joey Calerazzo (p), dem Dänen Lars Danielsson (b), der ja inzwischen bei uns über zahlreiche Act-Aufnahmen recht bekannt geworden ist und hier auch schöne Soli beisteuert und dem bestens aufgelegten Jukkis Uotila (dr), der in Finnland seit Jahrzehnten eine feste Größe ist, aber auch mit Thad Jones, Freddie Hubbard, Jim McNeely und Phil Woods gespielt hat. Jeder steuert zwei Eigenkompositionen bei. Besonders die Up-Tempo-Nummern zünden und die Soli Bergonzis sind fantastisch.

:wink: Matthias

140

Mittwoch, 8. September 2010, 00:21

Bei mir nach einiger Zeit mal wieder diese tolle Scheibe:



Gute Musiker machen hier richtig gute Musik.


Hallo Frank,

eigentlich mag ich Rosenwinkels Sounds und Spiel nicht besonders, was nichts über seine Qualität aussagen soll, aber hier klingen die Ausschnitte ja doch recht interessant, vor allem das letzte Stück geht schon sehr gut los und die Besetzung ist ja in der Tat ausgezeichnet. Das muß ich mir wohl doch mal ganz anhören.

Esperanza Spalding: Junjo

Esperanza Spalding: Bass, Vocals
Aruán Ortiz: Klavier
Francisco Mel: Schlagzeug


Hallo Algabal,

die junge Esparanza Spalding ist eine unglaublich gute Bassistin, aber wieso muß sie dazu singen? Ich finde ihre Stimme dünn und ihr Geträller zu wenig akzentuiert und richtungslos :stumm: Irgendwie werde ich auch mit ihren Stücken nicht richtig warm, obwohl ich diese Trio-Aufnahme in der Hinsicht schon deutlich besser finde, als ihren Erstling. Die beiden, mir bis dahin unbekannten Mitspieler sind sehr gut. Aber ich werde noch einmal ein Versuch mit ihrer gerade erschienen dritten CD machen. Die Besetzung ist vorzüglich, mit u.a. der auch von dir, wie ich lesen konnte, geschätzten Terri Lyn Carrington on Drums, die ich ja ganz fantastisch finde und Gil Goldstein halte ich auch für einen sehr guten, originellen Arrangeur, bei dem man sicher sein kann, dass auch die Streicher keinen Hintergrundschleim absondern.

Meine Lieblings-CD mit ihr ist daher bislang diese ausgezeichnete CD von Joe Lovano:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Unter den vielen, sehr guten Produktionen Lovanos ist dies eine besonders herausragende mit relativ vielen freien Passagen.

:wink: Matthias

Carsten

Grünkohlpflücker

  • »Carsten« ist männlich

Beiträge: 763

Wohnort: Oldenburg

  • Nachricht senden

141

Mittwoch, 8. September 2010, 00:29

eigentlich mag ich Rosenwinkels Sounds und Spiel nicht besonders, was nichts über seine Qualität aussagen soll, aber hier klingen die Ausschnitte ja doch recht interessant, vor allem das letzte Stück geht schon sehr gut los und die Besetzung ist ja in der Tat ausgezeichnet. Das muß ich mir wohl doch mal ganz anhören.
Lieber Matthias,

ja, gib dem Rosenwinkel bitte noch mal die eine oder andere Chance. Ich finde, der hat sehr langsam, aber sehr sicher eine tolle Entwicklung hingelegt. Klang er für mich zu Beginn noch irgendwie nach Niemandsland zwischen seinen vermeintlichen Idolen Metheny und Scofield, so hat er sich doch Jahr für Jahr sich immer mehr emanzipiert und eine eigene Stimme gefunden. Eine Stimme, die ihn für mich insbesondere zu einem unglaublich einfühlsamen und wendigen Begleiter gemacht hat. Da beeindruckt er mich viel mehr, als als Solist.

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

142

Mittwoch, 8. September 2010, 01:14

Lieber Carsten,

die Chance wird er bekommen.

Klang er für mich zu Beginn noch irgendwie nach Niemandsland zwischen seinen vermeintlichen Idolen Metheny und Scofield, so hat er sich doch Jahr für Jahr sich immer mehr emanzipiert und eine eigene Stimme gefunden.


Da wirst du sicherlich recht haben, wobei ich bei einem reinen Scofield-Epigonen wohl auch kritisch anmerken würde, dass er ganz nach Scofield klingt, aber heimlich würde ich es sehr gerne hören, denn ich bin ein großer Scofield-Fan. Ich habe eben mit den meisten Jazz-Gitarristen mit eher weichem Sound und Blues-fernerer Spielweise meine großen Probleme. Scofield hingegen ist immer, egal, was er macht, nah beim Blues und groovt.

:wink: Matthias

143

Mittwoch, 8. September 2010, 22:30

Heute abend: Musik der sehr besonderen Sängerin Jeanne Lee (1939-2000), deren Gesangsstil als "innovativ" zu bezeichnen sicher noch untertrieben ist. Sie führte recht häufig Werke von John Cage auf. Leider sind nicht all zu viele Zeugnisse ihres Schaffens erhalten.


"http://www.youtube.com/watch?v=DH8SAjhlxR4"

"http://www.youtube.com/watch?v=AFD2MgLiwmo"

"http://www.youtube.com/watch?v=XA-f3PP1zTE"





Zusammen mit Archie Shepp und Dave Burrell spielte sie die für mich ultimative "Sophisticated Lady" ein. Die alte Kirchenhymne "There is a balm in Gilead", bei der Lester Bowie mitwirkt, geht allerdings auch unter die Haut..





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

144

Donnerstag, 9. September 2010, 22:59



Ich will alle Coltrane-Musik auf einmal hören und dann platzen!

Tharon.

145

Donnerstag, 9. September 2010, 23:15



Ich will alle Coltrane-Musik auf einmal hören und dann platzen!

Tharon.


nee, nee, nee....... und wer macht die Schweinerei dann weg ????

Hör lieber weiter, zB ich habe heute gehört



Eine sehr schöne Bigbandaufnahme

Grüße
Achim

146

Samstag, 11. September 2010, 22:47

Diese:



Albert Ayler: Live in Greenwich Village (1965-67)

Hab keine Lust das Personal aufzulisten. Die Scheiben gehören jedenfalls zum Größten, was sich in meiner CD-Sammlung so befindet!

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

147

Montag, 13. September 2010, 22:07

Nur im Auto gehört, aber dennoch:



Lee Konitz, Brad Mehldau, Charlie Haden: Alone Together


... das macht Lust, die Scheibe unter etwas günstigeren Bedingungen zu hören :juhu: :juhu: :juhu:
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

148

Montag, 13. September 2010, 22:35

Ein bissel leichte Muse:



Tok Tok Tok: Reach out ... and sway your booty
Tokunbo Akinro, Vocals
Morten Klein, T-Sax & Gitarre
Jens Gebel, Keys
Christian Flohr, Bass
Matthias Meusel, Schlagzeug


Ach ja, ich mag auch das manchmal ...

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

149

Dienstag, 14. September 2010, 18:51

Heute auch diese;



Albert Ayler: Live in Greenwich Village (1965-67)

Die Scheiben gehören jedenfalls zum Größten, was sich in meiner CD-Sammlung so befindet!

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


:thumbsup:

:wink: Matthias

150

Dienstag, 14. September 2010, 19:33

Heute abend: Musik der sehr besonderen Sängerin Jeanne Lee (1939-2000), deren Gesangsstil als "innovativ" zu bezeichnen sicher noch untertrieben ist. Sie führte recht häufig Werke von John Cage auf. Leider sind nicht all zu viele Zeugnisse ihres Schaffens erhalten.


So wenig sind das gar nicht, wenn auch für ein ganzens Leben nicht sehr viel. Leider ist nur wenig noch zu bekommen, die meisten Broadcasts auch noch nicht erschienen und die Discographien, die ich auf die Schnelle im Netz finde, sehr unvollständig:

"http://www.mindspring.com/~scala/lee.htm"

"http://www.scaruffi.com/avant/lee.html"

"http://mysite.verizon.net/vze10ekno/jeannelee.html"

"http://www.discogs.com/artist/Jeanne+Lee"

Leider alle unvollständig. Eine vollständige Discographie hat eine Bekannte von mir für das Darmstädter Jazz-Institut erstellt, auch eine zu Mal Waldron. Müßten bei mir in irgendwelchen Paper-Stapeln liegen. :wacko:

Zwei besonders schöne CDs hast du ja aber schon genannt. :juhu: :juhu: :juhu:

Was ihre Bedeutung angeht, was Ella und Billie für den klassischen Jazz waren, Sarah Vaughan und Shirley Jordan für Bebop und Hardbop, das war Jeanne Lee für die Avantgarde.

Mir ihre allerliebste und auch so eine meiner besten CDs überhaupt, die ich jetzt gerade mal wieder höre, ist ihr Duett mit dem Pianisten Ran Blake, auch ein ganz Großer, viel zu unbekannter.



The Newest Sound Around, 1962

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Das war ihre erste eigene Aufnahme, noch kein Free-Jazz oder so'n Kram :D , aber die Standards klingen, trotz sehr hohem Improvisationsanteil, wie Kunstlieder der klassischen Moderne. Auch in ihrer vorzüglichen Discographie sind das absolut einzigartige Aufnahmen!

Die braucht Ihr!

Und wer zögert, bei jpc gibt es sie noch spottbillig zum Download.

:wink: Matthias

151

Dienstag, 14. September 2010, 23:49

Heute Musik mit vermutlich ebenfalls ostfriesischen Wurzeln :rolleyes:





Sehr gut anzuhören! Es war nicht alles Kitsch, was Mitte der 60er so bei der Fusion von Jazz und Latino-Sounds herauskam. Palmieri brilliert selbst am Piano und die Band, die er 1967 beieinander hatte, war schon ne tolle Truppe mit fabelhaften Interaktionen. Ismael Quintana, einer der bekanntesten Sänger und Komponisten des Salsa, singt hier. Cal Tjader (der Mann aus St. Louis mit schwedischen Eltern) fügt sich einfach nur ideal ins musikalische Geschehen ein, ohne diesem seinen Stempel aufdrücken zu wollen. Ich freue mich über diese Entdeckung - die Scheibe ist auch ein schöner Soundtrack für Cocktailabende :vv:


Danach dann zum Tagesausklang einige Perlen aus diesem Album:





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

152

Donnerstag, 16. September 2010, 23:05

Hier ein Youtube-Clip von Louis Armstrong mit dem von mir sehr geschätzten Danny Kaye. Ich wusste nicht so recht wohin damit. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, den Auftritt sehen zu dürfen.

"http://www.youtube.com/watch?v=jm6ktYq0Yxk"

Tharon.

153

Donnerstag, 16. September 2010, 23:38

Ob blond, ob Brown, ich liebe dieses Vinyl:





Und danach jetzt ein interessanter Fusion-Sound von Enrico Rava und seinem Top-Kollektiv - auch mal etwas für Gestreifte und sonstige Opernfreunde:





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

154

Freitag, 17. September 2010, 02:21

Und danach jetzt ein interessanter Fusion-Sound von Enrico Rava und seinem Top-Kollektiv - auch mal etwas für Gestreifte und sonstige Opernfreunde:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Die ist wunderbar! Fast noch schöner auch diese von einem meiner Lieblingstrompeter:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Heute lief im Laufe des Tages moderner Jazz mit Cembalo und alten Instrumenten:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

(Auf dem Cover ist ein Serpent abgebildet.)

Michel Godard (tuba, serpent), Maria Pia DeVito (Jazz-Gesang mit barockgesangänhnlicher vibratolos klarer Stimme und barockmusikänlichen "Verzierungen" in der Jazz-Improvisation), Freddy Eichelberger (cembalo), Gerard Marais (E- und Akustik-Gitarre), Frank Tortellier (Marimba), Patrice Heral (Percussion) und das Atelier des Musiciens du Louvre, Grenoble mit Mirella Giardelli (cond, organ)

Zwar durchwegs Eigenkompositionen der MusikerInnen, dennoch ein hübsches Spiel mit französischer Barockmusik im Rahmen eines modernen, experimentellen Jazz.

Außerdem von einem anderen großen, diesmal sardischen Trompeter:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Die Sarden Elena Ledda (voc), Paolo Fresu (tp, flh), Antonello Salis (acc), mit dem fantastischen Bassisten Furi Di Castri, der mit Salis auch in Fresus Free Jazz-Trio spielt, plus Musikern und Sängern der traditionellen sardischen Musik. Da darf natürlich auch die Launedda, das alte sardische Doppelrohrblattholzblasinstrument und der typische sardische Männergeang nicht fehlen.

Ein ständiger spannender Wechsel zwischen wunderschönen Verjazzungen sardischer Folklore und heftigeren freien Ausbrüchen. Wer Akkordeon mal hochintensiv und free-jazzig hören will, liegt beim grandiosen Salis ganz richtig.

Maria Pia DeVito und Elena Ledda sind Sängerinnen in einer ganz anderen Liga als die meisten gehypten Pop-Jazz-Stimmchen

:wink: Matthias

155

Freitag, 17. September 2010, 03:17

Zur Nacht noch:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Bei mir noch mit anderem Cover unter Asian American Jazz Trio laufend mit Ted Lo (p), Rufus Reid (b), Akira Tana (dr), alle drei ausgezeichnete Musiker, die hier neben guten Eigenkompositionen und Stücken von Horace Silver, Jaco Pastorius und Hiroshi Miyagawa auch chinesische Folk Songs modern-jazzig verarbeiten.

Die asiatisch-amerikanische Jazzszene finde ich sowieso schon seit langem außerordentlich spannend und es kommen ständig AusnahmemusikerInnen dazu wie z.B. in jüngerer Zeit die Violonistin Jennifer Cho und der Trompeter Taylor Ho Bynum.

:wink: Matthias

Florian Voß

Lebender Film noir

  • »Florian Voß« ist männlich

Beiträge: 1 576

Wohnort: Berlin-Friedenau

  • Nachricht senden

156

Freitag, 17. September 2010, 15:12

chinesische Folk Songs modern-jazzig verarbeiten.


Und wie - um Gottes Willen - hört sich das an???

.




--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Eine Krähe war mit mir
aus der Stadt gezogen

157

Freitag, 17. September 2010, 23:52

chinesische Folk Songs modern-jazzig verarbeiten.


Und wie - um Gottes Willen - hört sich das an???


Bei diesem Trio nicht so sehr ungewöhnlich: Wie ein gutes modernes Klaviertrio, dass eben eine chinesische Melodie verarbeitet, wie andere in Frankreich z.B. Musette-Melodien. Auch Chinoiserien der europäischen Musik sind nicht sehr weit weg. Aber dem Cover entnehme ich eben, dass es hier 'Original'-Melodien sind. :D

Auch für mich stark gewöhnungsbedürftig wird es bei Free Jazz mit chinesischen oder chinesisch-amerikanischen Musikern, besonders wenn sie auch auf traditionellen chinesischen Instrumenten spielen. Es gibt in China inzwischen eine recht lebendige freie Improvisationsszene und eine ganze Menge gemeinsamer Projekte von europäischen oder us-amerikanischen Jazzern mit Musikern aus dieser Szene. Der deutsche Bassist Peter Kowald hat sich z.B. in den letzten Jahren kurz vor seinem Tod in solchen Crossover-Projekten engagiert. Das kommt mir dann auch sehr viel fremder vor als z.B. Jazz auch unter Verwendung japanischer oder koreanischer Elemente. Mag sein, dass die Verbindung von japanischer Musik und Jazz einfach schon eine längere Tradition hat und ich so daran schon gewöhnter bin, aber eigentlich glaube ich, die chinesische Tradition ist wirklich noch fremder. Asian-amerikanische Jazzer auch der noch experimentelleren Fraktion bilden da ein Bindeglied. Ihre Musik bleibt in der Regel aber überwiegend vom US-Jazz geprägt, selbst dort, wo sie noch sehr viel mehr Asiatisches verarbeiten als nur die Melodien.

158

Samstag, 18. September 2010, 03:27

Jennifer Cho


Da ist beim Tippen ein i abhanden gekommen: Die Lady heißt Choi .

Außerdem lief diese von Jon Jang, einem ganz ausgezeichneten chinesisch-amerikanischen Pianisten, der hier eine Suite einschließlich Spoken Words Lyrics, über die Einwanderungssituation seiner Vorfahren geschrieben hat. Hier ist die Musik schon wesentlich deutlicher auch chinesisch geprägt und das sehr gute Ensemble beinhaltet auch Spieler chinesischer Instrumente. Hier gibt es sogar Schnipsel zum Reinhören.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

159

Sonntag, 19. September 2010, 04:01

An Jazz habe ich heute mal wieder diese genossen:



Anthony Braxton solo auf dem Alt, 1969

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

160

Montag, 20. September 2010, 21:48

"Moskauer Fenster" - Das Juri Artamonov Trio verjazzt in 3-6 minütigen Nummern bekannte Songs und Themen, die dem russischen Kino/TV entstammen (bzw. auch dort verwendet wurden, wie der "Weihnachts"-Klassiker Jolotschka)
Wird wahrscheinlich nicht in die ewige Ruhmeshalle der Jazzerei eingehen, aber handwerklich solide gemacht und mir gefällt es gut.
-> "Serdze" (-> "Import/Export"), track 12 oder das Geburtstagslied aus Tscheburaschka, tr. 8 :D :juhu:



:beatnik: :beatnik: :beatnik:
"Habe mir soeben die Siebente von Beethoven mit Kleiber auf ZdF-Kultur angesehen. Sowohl klanglich als auch dartellerisch (Kleiber am Pult) grandios. Er bewegt sich in dieser Aufnahme mehr als Bernstein und auch schneller und schwitzt auch mehr."

Counter:

Hits pro Tag: 2 757,07 | Klicks pro Tag: 11 401,18