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81

Montag, 3. August 2009, 00:21

Kenny Dorham ist auch einer meiner Lieblings-Trompeter. Und wieder gelingt es Miguel, mir einige Lücken in meiner Sammlung schmerzlich bewußt zu machen.

Gestern, bzw. heute habe ich auf die Anregung diese gehört:



Ausgesprochen schön, u.a. mit Hank Jones, Oscar Pettiford und Max Roach.



Die Ballade "Old Folks" mag ich zur Zeit besonders gerne. Tommy Flanagan spielt hier am Piano auch besonders schön.

Dann mit tollen Rhythmen und sehr guten Arrangements:



Aber eigentlich kenne ich von Dorham keine schwache Aufnahme.

:wink: Matthias

P.S: Den Thelonious Moog habe ich mir angehört. Kannte ich gar nicht, aber herrlich :mlol: Besonders "Caravan".

82

Montag, 3. August 2009, 01:03

Außerdem liefen, anläßlich des Todes von George Russell:



Neben "Ezz-Thetics", wohl einem der größten Klassiker unter Russells Kompositionen, ist hier auch wieder eine mich faszinierende Monk-Interpretation zu finden: "Round Midnight" ziemlich frei - fast ein bischen, wie eine Stefan Wolpe-Komposition klingend.



Etwas aus Russells skandinavischer Zeit. Ich bin ja sonst eher ein Elektronik-Muffel, aber hier gefällt mir auch der Anteil elektronischer Musik.



Auf der wieder auch das packende "Ezz-Thetics", diesmal in großer Formation.

Und zum Aufwachen gab es, musikalisch etwas einfacher, George Russells Version von Miles Davis "All Blues", in einer sehr packenden Funk-Big-Band-Fassung, von einer Aufnahme aus den 80ern, zu der ich keinen link finde.

Und von George Russell prägend beeinflußt, sowie mit Russell-Kompositionen, diese umwerfende Scheibe von Odean Popes Saxophone Choir:



Einen kurzen Nachruf habe ich im allgemeinen Nekrolog-Thread geschrieben. Aber vielleich sollten wir lieber einen eigenen Nekrolog-Thread im Jazz-Forum eröffnen.

:wink: Matthias

Micha

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83

Montag, 3. August 2009, 11:19

Wenn irgendwann mal Zeit und Geld vom Himmel fällt, lerne ich Posaune. Solange das nicht geschieht, höre ich J.J. Johnson:



Von einer bestens erhaltenen LP, jüngst für zwei Euro auf dem Flohmarkt vor der Kathedrale in Barcelona erworben.

Grüße,
Micha

84

Dienstag, 4. August 2009, 18:41

Vorhin:



Das wurde im gleichen Monat (September 1958 ) aufgenommen wie das Debüt des Begleittrios The Three Sounds bei Blue Note - die kam danach in den Player:


85

Donnerstag, 6. August 2009, 21:17

Wie man sich wunderbar vergeigen kann.. :)



Gruß, Beryllo

PS: Nigel Kennedy ist ein sehr interessanter Künstler, man merkt die Menuhinschule. Meistens nicht ganz mein Fall, aber ein Album hat einen Platz in meinem Olymp:

"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

86

Donnerstag, 6. August 2009, 21:37

War eine Kauf-Anregung weiter oben in diesem Thread:



Klingt wirklich gut :wink:

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

87

Freitag, 7. August 2009, 00:06

Heute mal wieder eine meiner Lieblingssängerinnen: Die unglaubliche Shirley Horne. Vor allem ihre Balladen gehen einfach unter die Haut. Bei einer solchen Grande Dame fügt sich selbst ein Miles Davis zum bescheidenen Begleiter!



Cheerio,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

Micha

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88

Freitag, 7. August 2009, 00:38

Ich bin auch gerade bei meiner Lieblingssängerin: die große, ganz große, ganz ganz große Carmen McRae, most intelligent, most sophisticated:



"The Great American Songbook", Standards, aufgenommen live 1972; bei mir zum Glück noch auf LP, aber immerhin trägt die CD-Wiederveröffentlichung das originale Cover. Ist ja leider auch nicht immer so.

Grüße,
Michael

89

Freitag, 7. August 2009, 01:03

Hallo Micha,

Deine Carmencita gefällt mir am Besten im Duett mit der ebenfalls sensationellen Betty Carter - da haben sich zwei gesucht und gefunden:

Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

Micha

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90

Freitag, 7. August 2009, 01:19

Kenne ich nicht, wusste gar nicht, dass die beiden was zusammen gemacht haben - dachte aber vorhin beim Platteauflegen: Betty Carter könnt man auch mal wieder hören. Kannst du Gedankenlesen?!

Grüße,
Micha

EDIT: Schon bestellt. Die muss ich haben.

91

Samstag, 8. August 2009, 01:48

Liebe Mela,

freut mich, dass dir die Joachim Kühn/Michael Wollny Live-Aufnahme gefällt. Bei jedem erneuten Hören entdecke ich mehr und steigt sie inzwischen noch weiter in meiner Gunst.

------------------

Lieber Micha,

ich mag ja besonders J.J. Johnsons Aufnahmen mit dem dänisch-amerikanischen Posaunisten Kai Winding. Da Winding einen sehr anderen, rauheren Ton hatte, ergänzten sie sich schon allein soundmäßig toll. Sie waren auch einfach perfekt aufeinander eingestimmt. Häufig spielten sie auch noch mit weiteren Posaunisten, dann als The Three Trombones, The Four Trombones.....

Ich habe mir einmal wieder die Debut Recordings der Four Trombones herausgesucht, ursprünglich für Debut, das kurzlebige erste musikereigne Independent-Label von Charles Mingus und Max Roach, aufgenommen und bin wieder hingerissen.



Neben J.J. Johnson und Kai Winding zusätzlich noch mit Bennie Green und Willie Dennis an den Posaunen, John Lewis (p), Charles Mingus (b), Art Taylor (dr)

:juhu: :juhu: :juhu:

Es gibt aber auch noch schöne Aufnahmen J.J.Johnsons mit Curtis Fuller und Frank Rosolino. Besonders Rosolino, auf den ich selbst erst spät kam, hat es mir zur Zeit sehr angetan: Ein erstklassiger, sehr origineller Posaunist aus Boston, bopig, aber mit starkem Cool- und West Coast - Einschlag und viel Humor. Auch technisch mindestens so gut wie J.J.Johnson, aber nie allzu bekannt geworden. Er lebte später in Dänemark, machte in der Kopenhagener Szene noch einige sehr gute Aufnahmen, zumeist bei Storyville, bis zu einem furchtbaren Familiendrama: Nachdem seine Frau ihn verlassen hatte, kam der von allen bis dahin als witzig und äußerst freundlich Beschriebene nicht mehr klar, lief schließlich Amok und schoß seinen beiden Söhnen und sich selbst in den Kopf. Nur ein Sohn überlebte, seitdem schwerbehindert.

Bei mir jetzt noch diese:



auch in sehr guter Besetzung mit Harold Land (ts) :juhu:, Victor Feldman (p), Leroy Vinnegar (b), Stan Levey (dr)


:wink: Matthias

Micha

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92

Samstag, 8. August 2009, 12:35

Puah - Donnerstagnacht bestellt, heute schon im Briefkasten: Das nenn ich prompt!



Eine TOLLE Aufnahme eines Konzertes, bei dem ich nur allzugerne dabei gewesen wäre! Danke, mein lieber General, für den Tipp!

Grüße,
Micha

93

Samstag, 8. August 2009, 14:12

Hallo Micha,

freut mich sehr, dass Dir Carmen & Betty gefallen - ist aber auch zu schön. Ich hoffe aber, Du hast nicht zu diesem astronomischen Preis bestellt? Schon der andere Werbepartner ist 10 Öre billiger.

Cheers,

Lavine :wink:

94

Samstag, 8. August 2009, 15:11

Hier erklingt nun die sehr heiße Zartbitterschokoladenstimme der nicht-trojanischen Cassandra, die leider leider viel zu selten Standards singt. "Blue Skies" und "I've Grown Accustomed" sind meine Favoriten.




Wenn wir Glück haben, macht Sie eines Tages auch mal so eine tolle Duo-Aufnahme, z. B. mit Lizz Wright oder Dianne Reeves *träum*


Cheerio,

Lavine :wink:

Micha

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95

Samstag, 8. August 2009, 17:02

Ich hoffe aber, Du hast nicht zu diesem astronomischen Preis bestellt?


Aber nein. Da genügte es doch, einige Zeilen tiefer auf die Marktplatzpreise zu schauen.

Cassandra Wilson habe ich gestern im Auto noch gehört, und zwar diese frühe Aufnahme, die ich immer noch sehr großartig finde:



Grüße,
Micha

96

Samstag, 8. August 2009, 18:13

"Point of you" finde ich auch eine sehr schöne Aufnahme - voller Standards. Aber alle JMT-Platten von Cassandra Wilson waren so gut. Nur mit Standards aus dem American Songbook war hier vor allem noch "Blue Skies", die inzwischen bei Winter & Winter wiederveröffentlicht wurde.



Interessant finde ich, wie sie diese Standards sehr bewußt auch in ihrer Bedeutung völlig uminterpretiert, so dass diese bei ihr nichts mehr von der Gefühlswelt der alten Musicals haben.

Eine etwas neuere Standards-Einspielung, schon bei Blue Note, war ihr Rendevouz mit dem Pianisten Jacky Terrasson. Die ist im Vergleich mit ihren JMT-Scheiben konventioneller, sanfter, aber auch sehr schön: Late Night Jazz für den Sommerabend, ohne zu gefällig zu werden.



:wink: Matthias

Carsten

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97

Samstag, 8. August 2009, 19:04

Wenn wir Glück haben, macht Sie eines Tages auch mal so eine tolle Duo-Aufnahme, z. B. mit Lizz Wright oder Dianne Reeves
Lieber Général,

dein Wunsch ist bereits erhört worden, wenn auch nur ein klitzekleines bisschen...

Bob Belden hat 1996 diverse Blue Note-Künstler eingeladen, gemeinsam neue Arrangements von Beatles-Stücken einzuspielen (später gab es es ähnliche Projekte mit Songs von Sting und von Prince). Auf "Strawberry Fields" findet sich ein Duett von Cassandra Wilson und Dianne Reeves. Diese CD scheint kaum mehr verfügbar zu sein, allerdings findet sich gerade dieses Duett ("Come Together") auch auf einem Blue Note-Sampler. Ebenso übrigens wie das wunderschöne "I've just seen a face" in der Fassung von Holly Cole, das auch der Belden-Produktion entstammt.

(Man muss übrigens den Bobby McFerrin-Song anklicken, um Reeves & Wilson zu hören... :D )



LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

98

Samstag, 8. August 2009, 20:54

Wo wir gerade bei einer meiner Herzensdamen sind:



war meine erste Platte von ihr, Adaptionen moderner Klassiker wie U2, Neil Young, Van Morisson etc.
Für mich ganz weit vorne und deshalb nach Willy DeVille im Player.

Grüße
Achim

Micha

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99

Sonntag, 9. August 2009, 01:43

Wir können das hier mal so langsam in einen Jazzsängerinnenthread umwidmen...
Bei mir ist es ja so, dass der thread durchaus auch meine Auflegeentscheidungen inspiriert. Wahrscheinlich auch bei euch, anders ist dieser Sängerinnen-Boom mitten im August schwerlich zu erklären!

Bei mir läuft gerade the one and only Billie Holiday, die Verve-Doppel-LP "Stormy Blues" mit späten Studioaufnahmen 1954/55. Die Platte habe ich mit sechzehn, siebzehn Jahren ohne Unterlass gehört, und so klingt Billies Stimme hier inzwischen noch kratziger als sowieso schon.


Grüße,
Micha

100

Sonntag, 9. August 2009, 13:39

Lieber Micha,

nein, ich glaube, wir sollten da nichts umwidmen, sondern den schon bei Tamino gelaufenen thread zum Thema "weiblicher Jazzgesang" wieder aufnehmen.
Ich werde auf jeden Fall einzelne Sängerinnen vorstellen wollen, insbesondere meine Lieblingssängerin Nina Smone, aber grene auch Dinah Washington, Sarah Vaughan usw.

Leider habe ich nur selten die Muße zu längeren Texten, aber wir haben ja Zeit :D .

solange höre ich noch Sting mit Dowland, der ja nun wirklich nirgendwo reinpasst, aber mir gefällts.


Grüße
Achim

101

Sonntag, 9. August 2009, 17:18

Lieber Général,

dein Wunsch ist bereits erhört worden, wenn auch nur ein klitzekleines bisschen...

Bob Belden hat 1996 diverse Blue Note-Künstler eingeladen, gemeinsam neue Arrangements von Beatles-Stücken einzuspielen (später gab es es ähnliche Projekte mit Songs von Sting und von Prince). Auf "Strawberry Fields" findet sich ein Duett von Cassandra Wilson und Dianne Reeves. Diese CD scheint kaum mehr verfügbar zu sein, allerdings findet sich gerade dieses Duett ("Come Together") auch auf einem Blue Note-Sampler.


Hallo Carsten,

Danke für den Tip! Manchmal hat man eben Träume, die sich schon erfüllt haben, ohne dass man etwas davon weiß. Die Wison/Reeves-Session im Studio kann man sich auch als youtube-Video ansehen.

Cheers,

Lavine :wink:

102

Mittwoch, 12. August 2009, 03:54

nein, ich glaube, wir sollten da nichts umwidmen, sondern den schon bei Tamino gelaufenen thread zum Thema "weiblicher Jazzgesang" wieder aufnehmen.


Fände ich auch sinnvoll. Deine gute Einleitung und die ausführlicheren Beiträge derer, die hier bei Capriccio gelandet sind, sollten wir dabei übernehmen. Aber der ging ja über das Verhältnis zum Pop und Alternativen. Würde ich eher auf jüngere Entwicklungen beschränken.

Und zu solchen Größen, wie Nina Simone, Dinah Washington, Sarah Vaughan, Carmen McRrae und auch Cassandra Wilson fände ich jedoch Einzelthreads besser.

Heute an Jazz gehört: Bill Evans & Jim Hall: Undercurrent



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Ich höre ja besonders gerne Duo-Aufnahmen. 1962 trafen sich zu diesem Gipfeltreffen Bill Evans und Jim Hall. Die Kombination Piano-Gitarre finde ich gerade in kleinen Besetzungen schwierig, wenn beide etwa anfangen zu viel oder dann, weil sie merken, es klappt nicht so, beide zu wenig zu spielen. Aber hier greift Evans und Halls Spiel immer äußerst gelungen ineinander. Beide spielen häufig gleichzeitigTeile sowohl der Improvisation um die Melodielinie als auch der Begleitung, die erst im ineinandergreiffenden Spiel beider zusammen sich erst als ein Ganzes perfekt ergänzen. Häufig wird so auch die Abfolge E.: Solo-H.: Begleitung, dann umgekehrt usw., überwunden.

Allein für die längere, sehr unterschiedliche Zweit-Fassung von My Funny Valentine auf der CD, hat sich die Anschaffung zusätzlich zu meiner alten LP schon gelohnt. Dann gibt es noch 3 weitere Bonus-Tracks.

Neben Standards spielen sie auch eine sehr hübsche Eigenkomposition von Jim Hall und "Skating in Central Park", eine sophisticated John Lewis -Komposition.

:wink: Matthias

103

Mittwoch, 12. August 2009, 19:04

nein, ich glaube, wir sollten da nichts umwidmen, sondern den schon bei Tamino gelaufenen thread zum Thema "weiblicher Jazzgesang" wieder aufnehmen.


Fände ich auch sinnvoll. Deine gute Einleitung und die ausführlicheren Beiträge derer, die hier bei Capriccio gelandet sind, sollten wir dabei übernehmen. Aber der ging ja über das Verhältnis zum Pop und Alternativen. Würde ich eher auf jüngere Entwicklungen beschränken.

Und zu solchen Größen, wie Nina Simone, Dinah Washington, Sarah Vaughan, Carmen McRrae und auch Cassandra Wilson fände ich jedoch Einzelthreads besser.

:wink: Matthias


Ich werde den thread hoffentlich kurzfristig einrichten können und Deine Anregungen berücksichtigen.

Grüße
Achim

Micha

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104

Mittwoch, 12. August 2009, 23:02

Bill Evans & Jim Hall: Undercurrent


Ist ja lustig. Die läuft bei mir z.Z. auch wieder ziemlich häufig.

Im Augenblick aber:



Rümpft nur die Nasen...

Grüße,
Micha

105

Donnerstag, 20. August 2009, 03:24

Wenn ich nur einen Jazzsänger nennen sollte, der mir der liebste ist, ich würde Andy Bey nennen, dem in den letzten Jahren ein erstaunliches Comeback gelungen ist. Ich schätze ihn von seinen Anfängen als er mit seinen Schwestern eine Gesangsgruppe bildete, als Horace Silver- Sänger, - Silver hatte ja zu fast allen seinen Stücken auch Gesangsversionen und meist auch Texte geschrieben, über seine Zeit in eher experimentellen Formationen oder mit politischem Agit-Prop-Jazz in Gary Bartz Mtu Troop, über seine eigenen Funk-Jazz-Ausflüge in den 70ern bis zu den Scheiben der letzten Jahre die musikalisch mainstreamiger, aber zumeist vor allem wunderschöne Balladen enthalten.

Zur Nacht habe ich noch diese gehört:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Unter den Begleitern: Ron Carter und Peter Washington am Bass, Al Foster (dr), Mino Cinelu (perc), John Sneider mit sehr schönen Flügelhorn-Soli, Steve Turre ist neben der Posaune auch wieder auf Muscheln blasend zu hören unter anderem in einer interessanten Fassung von Stings hübschen Song "Fragile", Earl Gardner (tp, flh), Marty Ehrlich auf diversen Holzblasinstrumenten. Dezente, aber sehr gelungene Bläserarrangements stammen von Geri Allen. Auf einem Stück ist auch ein Jazzstreichquartett um Andy Stein zu hören, ohne mir mit süßlich-überzuckertem Hintergrundgeigenschmelz die Ohren zu verstopfen, was mir die meisten älteren Jazzplatten nach dem Muster von Jazzbläserstar with Strings unhörbar macht, wie auch Michas obige Chet Baker -Aufnahme.

Mir gefällt auch Andy Beys eigenes, sehr ökonomisches, sicherlich auch technisch limitiertes Klavierspiel auf seinen CDs und in Liveauftritten der letzten Jahre.

Alleine Big Bill Bronzys Blues "Feelin' Lowdown", in dem er solo, nur sich am Klavier begleitend, zu hören ist, lohnt schon die Anschaffung.

:wink: Matthias

P.S.: Die CD ist zur Zeit spottbillig zu bekommen.

106

Donnerstag, 20. August 2009, 10:25


P.S.: Die CD ist zur Zeit spottbillig zu bekommen.

Danke für den Hinweis - die fehlte mir noch! :wink:

Bei mir liefen in den letzten Tagen:


107

Samstag, 22. August 2009, 23:16

Natürlich habe ich mir gleich die Scheibe mit Andy Bley besorgt, marketplace sei dank :D .

In der Tat hervorragende Vokalkunst, schon das erste Stück Tuesdays in Chinatown ist erste Sahne, insgesamt gibt es keinen einzigen "Hänger".
Manchmal erinnerten mich die Arrangements an Cassandra Wilson; die Streichquartetteinlage hebt sich sehr wohltuend vom üblichen Klangteppich ab.

Gleich dagegen mußte ich dann diese Platte hören:



Marc Murphy - Once to every heart

Stimmlich auf mindestens gleicher Höhe mit Andy Bey leidet die Platte teilweise an eben diesen Klangteppich mit Streichern, die Produzent Till Brönner offenkundig für notwendig erachtete.
Marc Murphy hat eine derartige Unterstützung nicht nötig, teilweise singt er a capella und in kleiner Besetzung sehr schöne Interpretionen bekannter Stücke wie Skylark und I`m through with love.

Ja, es müssen nicht doch immer nur die Damen sein .......... :D

Grüße
Achim

108

Sonntag, 23. August 2009, 02:36

Mit großem Vergnügen habe ich heute von meinen Neueingängen diese CD des ehemaligen Cream-Drummers Ginger Baker mit dem Denver Jazz Quintet gehört. Sie spielen hier modernen Jazz mit guten, teilweise originellen Arrangements, tollen Soli und zumeist vertrackten ungeraden Rhythmen, z. B. Wechseln vom 9/8 in 12/8-Takt.

Wir können ja meist nur Jazzer kennenlernen, die sich in New York durchgesetzt haben, allenfalls noch Jazz aus Chicago und von der WestCoast. Aber jede us-amerikanische Großstadt hat ihre eigene gute Szene mit vielen sehr guten Musikern. Vom Trompeter Ron Miles, der mir hier besonders gut gefällt, hatte ich immerhin schon mal gehört, aber von den anderen noch nie und besonders der Pianist Eric Gunnison sticht nebem Miles mit sehr guten Soli hervor. Auch Artie Moore am bass und Fred Hess am Tenorsax gefallen. Dazu kommt als special guest noch James Carter am Bariton-Sax und Bassklarinette dazu. Dieser Star fügt sich hier aber bestens ein.

Bei einigen Stücken kommen außerdem noch wieder aus der örtlichen Szene die Organistin Shamie Royston, Gitarrist Todd Ayers und Glenn Taylor an der Pedal Steel Guitar dazu. Dann wird es bluesig, mit einem Touch Country.



:juhu: :juhu: :juhu:

:wink: Matthias

109

Montag, 24. August 2009, 05:14

Jazz mit Cello

Während ich Mia Wallace Frage zu beantworten versucht habe, habe ich diese alte CD des erstklassigen Jazzcellisten Hank Roberts gehört. Ich las gerade kürzlich, dass Hank Roberts nach Babypause inzwischen wieder auf der Szene ist. Früher nahmen die nur Jazzinstrumentalistinnen und danach war ihre Karriere meist vorbei.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Das erst Stück entwickelt sich nach den ersten Eingangstakten geradezu zum funky Fetenkracher. Wer also mal ein Funk-Cello hören will, das sich hier bestens mit dem klasse Funk-E-Bass von Jerome Harris :juhu: verbindet, dazu die sehr rockige E-Gitarre Mark Lampariellos :juhu: , gute Drums von Vinny Johsonn und die absolut herausragende, ganz außergewöhnliche, volle und vielseitige Stimme von D.K.Dyson :juhu: :juhu: :juhu: , - wieso ist die eigentlich kein Star? - , der ist hier richtig. Die CD ist insgesamt sehr abwechslungsreich, manchmal folkig und mit Elementen native-amerikanischer Musik, manchmal bluesig, in Partien frei und eperimentell, aber auch mit sehr rockiger Gitarre und meist das alles in einem Stück. Im vierten Stück gibt es sogar sehr Hardrock-artige Parts, einschließlich Soli von Hank Roberts, die teilweise so klingen, wie wenn ein Free Jazzer ein Heavy Metal Solo auf dem E-Cello spielt. Ist leider auf den Tonschnipseln dieses Stücks nicht zu hören. Was diese Truppe hier alles in jedem Stück sher gelungen mit lauter Überraschungen zusammenmischt, davon können leider die jpc-Tonschnipsel keinen auch nur annähernden Eindruck geben.

Natürlich sind auch viele gute Soli und raffinierte und originelle Begleitungen von Hank Roberts am gestrichenen und gezupften Cello zu hören. Hank Roberts spielt übrigens mit gewaltigem Fußleistenpark, wie ich das sonst nur von E-Gitarristen im Rock oder Jazzrock kenne, Cellovorverstärker und Bassamp. Roberts funky Cellospiel ist auch gut im letzten Tonausschnitt der jpc-Schnipsel zu hören.

:wink: Matthias

Micha

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110

Montag, 24. August 2009, 11:14

wie auch Michas obige Chet Baker -Aufnahme.


Na, mit der habe ich ja den thread gleich mal acht Tage in Schockstarre versetzt. Soll nicht wieder vorkommen. ;+)

Danke für den Hinweis auf Andy Bey, Matthias. Habe auch bestellt; Deine begeisterte Beschreibung und dazu die Hörschnipsel waren überzeugend.

Grüße,
Micha

111

Montag, 24. August 2009, 19:03

Lieber Matthias,

neugierig wie ich bin, habe ich bei jpc natürlich gleich mal reingehört!! Vielen Dank für das Vorstellen dieser band. Auch wenn es nicht ganz meine Musikrichtung ist (kann eben leider mit jazz nix anfangen) so hat es mir doch einen ersten Eindruck verschafft, was da so möglich ist.

:wink:

LG Mia
"Der Bolero an der zweiten Oboe ist der Senf zum Würstchen des Wahnsinns!"

(arundo donax, genannt Bernd, aber nicht das Brot)

Sorry, aber das ist immer noch die beste Signatur von Welt: Danke an arundo für dieses Statement!!

112

Freitag, 28. August 2009, 02:16

Aus meinen Neuen diese gehört:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Allen Toussaint, Pianist aus New Orleans, bei dem nie ein Ton zu viel ist, aber jeder Ton enorme Ausdruckskraft hat, hat hier ein Meisterwerk des New Orleans Jazz geschaffen! Das ist ganz nah an der Tradition, ja das Titelstück von Monk, "Bright Misissippi", in dem sich Monk schon auf seine eigenwillige Art mit der New Orleans Tradition auseinandergesetzt hat, wird geradezu zurückübersetzt und klingt wie die Stücke von Sidney Bechet, Jelly Roll Morton oder Joe Oliver oder den Traditionals auf dieser CD. In den allesamt fantastischen Soli von Don Byron (Klarinette), Nicholas Payton (Trompete), Marc Ribot (auschließlich hier an der akustischen Gitarre) und auf einem Stück, bei Ellingtons/Strayhorns "Day Dream" auch Joshua Redman (Tenor-Sax) merkt man aber auch, dass die Zeit nicht stehengeblieben ist, wenn auch sie alle zutiefst die Tradition verinnerlicht haben und hier gekonnt verarbeiten, aber eben auch mehr, als nur Revival-Band-mäßig, reproduzieren. Hört z.B. in diese Fassung des traditionellen Begräbnis-Marching-Blues "St. James Infirmary" (track 3) rein! Wie sich hier Toussaint und Ribot zuspielen, sehr ökonomisch, aber mit was für einem tiefen Ausdruck, welcher feinen Nuancierung in jedem Ton, so muß ganz großer Blues sein!

Reizvoll auch, in Jelly Roll Mortons "Winin' Boy Blues" Toussaint im Piano-Duo mit Brad Mehldau zu hören.

:wink: Matthias

113

Freitag, 28. August 2009, 10:30

Ja, so kann es gehen.....
Mal greift man richtig zu, mal ist es eher......

Ich habe mir vor Kurzem


gekauft und komme in diese eher rockig/soulige Scheibe überhaupt nicht rein.
Irgendwie lärmig, vielleicht liegt es an Costello, vielleicht an meinen sensiblen Nerven....

Grüße
Achim

114

Freitag, 28. August 2009, 22:05

Hallo Achim,

ich habe die auch mal angehört, aber nicht gekauft, weil ich Costello nicht mag. Diese richtigen Delta-Soul-Stücke auf der CD finde ich gar nicht schlecht, wenn auch Toussaint mit seiner Band auf eigenen Delta-Soul-CDs in den 70ern noch mehr Pepp hatte. Aber immerhin, es klingt wie manche gute amerikanische Filmmusik z. b. zu einem New Orleans- Krimi aus den frühen 70ern. Aber der Costello stört. Er hat einfach nicht ausreichend Stimme, umso etwas überzeugend rüberzubringen. Und die Balladen auf der CD sind einfach nur furchtbar, - langweilig und schmalzig, Costello eben.

:wink: Matthias

115

Sonntag, 30. August 2009, 22:17

Höre gerade teil 3 der Edition:




Nein, ich bekomme kein Geld von Siggi Loch dafür, daß ich heute nur ACT höre.
Aber nach Elmau holte ich diese Sammlung aus dem Schrank und fühle mich bestens unterhalten.

Grüße
Achim

116

Freitag, 4. September 2009, 19:33

Bei mir gibt es gerade einen wunderbaren Klassiker:



Ein schönes Wochenende!

Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

117

Samstag, 5. September 2009, 00:24

Diesen großartigen Klassiker könnte ich auch mal wieder hören.

New Orleans - Mucke lief bei mir jedoch auch heute:



Diese neuste Scofield würde eigentlich besser in den Blues-Thread passen, denn es ist fast reiner moderner New Orleans Blues und Scofield mit seinem unverkennbaren Gitarrensound schwelgt in Blues-Soli, während die Band aus sehr guten Musikern aus New Orleans, u.a. George Porter Jr. am E-Bass, sich auf reine, eher zurückhaltende Begleitung beschränkt. Dafür singt aber John Boutté! Der hat zwar keine so umwerfende Stimme, aber wie er sie einsetzt, ist große Klasse!

Es gibt sicher wichtigere Scofield-Aufnahmen, z.B aus jüngerer Zeit mit Medeski, Martin, Wood oder mit Graham Haynes, dem Gitarristen der Allman Brothers und von Govern't Mule, aber mir macht sie Spaß. Kann man auch gut nebenbei z.B. beim Kochen hören.

:wink: Matthias

118

Samstag, 5. September 2009, 00:45

Heute abend lief dann überwiegend Rahsaan Roland Kirk aus der 10-CD-Box mit den kompletten Mercury Recordings. Einfach großartiger, völlig einzigartiger Jazz auch mit viel Blues und Funk und Zirkusmusik und viel Freiheit in den Soli und....

...naja, jedenfalls auch alles längst Klassiker. Ich hatte bislang nur 2 oder 3 seiner Mercury-Aufnahmen auf CD gehabt und gegenüber meinen LPs ist hier schon Einiges dazugekommen.

Leider bei den Partnern offenbar nicht erhältlich. Die Box gibt es aber noch hin und wieder bei einigen speziellen Jazzversandfirmen.

:wink: Matthias

119

Samstag, 5. September 2009, 08:34

Ich kann mich vermutlich nur wieder als Jazz-Laie outen.
Aber mit großer Freude höre ich derzeit:



Für echte Jazzer ist das vermutlich nichts, mir gefällt's aber. Und um es noch ein wenig schlimmer zu machen: Ich höre dies sehr gern beim Autofahren. Außerdem hat es mir wieder Appetit gemacht. Deshalb liegen jetzt auch diese CDs in meinem Wagen:

und

Immer wieder gut.

:wink:
Ekkehard
_________

Oft genügt es, wenn andere gescheit sind (Hans Magnus Enzensberger)

120

Samstag, 5. September 2009, 09:46

Hallo Ekkehard,

uiuiui, A Love Supreme beim Autofahren - Respekt, das würde ich nicht wagen. Da wäre mir das Risiko, einmal falsch abzubiegen, doch zu groß :D.

Im Übrigen braucht sich hier keiner als irgendwas zu outen, wir akzeptieren alle friedfertigen Geister und Seelen :wink:

Bei mir lief gerade

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Achim

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