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Micha

trinkt abends gerne mal einen Saft

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121

Sonntag, 6. September 2009, 00:41


Was für ein Feuer man aus der klassischen Free-Jazz-Besetzung ohne Klavier noch immer schlagen kann, zeigte der maßlos unterschätzte Dewey Redman 1992 zusammen mit Sohn Joshua und den schier unglaublichen Cameron Brown (b) und Leon Parker (dr). Eine ganz fabelhafte Aufnahme.

Weiter geht's bei mir mit Dewey Redman, ein paar Jahre früher als Sideman des großen Ornette Coleman und mit einem anderen gaaaaanz großen Drummer: Elvin Jones.


Grüße,
Micha

122

Montag, 14. September 2009, 09:21

Hallo Micha,

schön, dass du mit diesen beiden großartigen Scheiben an Dewey Redman erinnerst, der leider nie den Erfolg hatte, den heute sein Sohn genießt.

Ich habe in den letzten Tagen im Urlaub bei Freunden jede Menge wunderbaren Jazz gehört. U. a. diese habe ich mir mitgebracht, mit der ich mir heute den Vormittag versüße.



Sie war lange nur als LP second hand zu Mondpreisen zu haben. Diese älteren Duo- und Trio-Aufnahmen des Flötisten Jeremy Steig mit Eddie Gomez am Bass sind alle ganz wunderbar. Bei dieser komplettiert Don Alias das Trio.

:wink: Matthias

123

Montag, 14. September 2009, 22:47

Chicago in den "Roaring Twenties" - Die Zeit von Al Capone wurde musikalisch von einem jungen, milchgesichtigen Trompeter beherrscht, den ich immer wieder gern auflege und ungläubig staune, wie genial seine Soli aufgebaut waren und was für ein großartiger Stilist er war. Er wurde gerade mal 28 Jahre alt.





Hernach ein Zeitsprung ins Norwegen der Gegenwart: Sidsel Endresen ist für mich eine charismatische Sängerin, deren Experimentierfreude und Vielseitigkeit mich immer wieder faszinieren und deren Musik sich jeder Kategorisierung nachhaltig entzieht.





Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

124

Dienstag, 15. September 2009, 15:53

Zufallsfund in einem kleinen CD-Laden in Dresden-Loschwitz:



Bill Harris, Ben Webster, Jimmy Rowles, Red Mitchell & Stan Levey - eine Traumbesetzung! Und dazu schnörkellos unspektakulär bei Fantasy im eigenen Studio 1957 aufgenommen - eine CD wo keiner merkt, daß es mono ist.

125

Mittwoch, 16. September 2009, 01:38

Bill Harris, Ben Webster, Jimmy Rowles, Red Mitchell & Stan Levey - eine Traumbesetzung!


O ja, dass klingt gerade auch durch diese interessante Kombination sehr spannend. Die CD merke ich mir zum Bestellen vor.

:wink: Matthias

126

Sonntag, 20. September 2009, 23:57

Warum nicht mal mit Swing das WE ausklingen lassen?





Diese Scheibe höre ich seit Jahrzehnten immer wieder mit Verzückung. Das denkwürdige Zusammentreffen von Charlie Christian, Benny Goodman und dessen "Sextet" (u.a. Lionel Hampton, Cootie Williams, Fletcher Henderson, z.T. Count Basie) ist einer der Meilensteine des Swing-Combo-Jazz.

Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

127

Sonntag, 4. Oktober 2009, 17:18

Jazzcellist Hank Roberts ist inzwischen aus Babypause und Erziehungsurlaub zurück. Früher war eine solche Zwangspause nur Aufgabe der Musikerinnen und nur allzu oft die Jazzkarriere damit beendet. Manches wird eben doch besser!

Heute Nachmittag habe ich mir seine neuste eigene Trio-CD angehört, auf der er auch wieder singt und gelegentlich auch zur akustischen Gitarre greifft.



Mit dabei Marc Ducret, ein von mir überaus geschätzter E-Gitarrist, der hier für schön lärmige und auf dieser Scheibe häufig sehr rockige Soli und Begleitungen sorgt, und Schlagzeuger Jim Black, der neben, wie gewohnt, exzellenter Rhythmusarbeit auch elektronische Sound zu den Klanggemälden über einfache Songlinien beisteuert. Am besten gefallen mir aber die Tracks 7 + 14, die eher richtig guter Independent-Rock sind, auf denen Hank Roberts auch wieder singt und sein Cello vor allem als eine Art raffinierter Rhythmusgitarre nutzt, während Ducret mit kräftigen Grunge-Sounds einfällt. Besonders gut gelungen auch Track 5, eine Art schleppender Fusion-Funk mit tollen sich abwechselnden Soli von Roberts am gestrichenen Cello und Ducret über eine eingehende "Bass"Linie von Roberts und besonders guten Drums von Jim Black.

Aber jetzt muß ich mich aufmachen und mit Freunden und Family Feiern gehen.

:wink: Matthias

128

Montag, 5. Oktober 2009, 03:07

Eben gerade habe ich einen sehr schönen Abend mit der neusten CD von James Blood Ulmer ausklingen lassen.



Nach seinen mir aber auch sehr gut gefallenden Blues-Platten der letzten Jahre knüpft er hier wieder an seine Black-Rock-Phase an, freilich ein harmolodischer Black Rock aus dem Geiste Ornette Colemans und auch der sehr gute Bassist aus dieser Phase, Mark Peterson, ist wieder Teil des Trios. Manches klingt auch wieder nah an seinen frühen eigenen Platten, die noch direkter von Ornette Colemans Prime Time Band geprägt waren. Durch seine eigenwilligen Gitarrenseitenstimmungen, die ungewöhnliche Akkorde und Fingerläufe nahelegen, bleibt die strukturell einfache Musik sperrig und "roh" klingend, aber doch auch nie einfältig, dafür abgeklärt, wie auf seinen Blues-Scheiben der letzten Jahre, aber voller Intensität, wozu auch das vorzügliche Zusammenspiel des Trios wesentlich beiträgt.

:wink: Matthias

129

Montag, 5. Oktober 2009, 21:26

Hallo Matthias,

Interessant, sehr schön beschrieben. Ich habe ihn zweimal gesehen, sehr interessante Technik, aber deswegen eben dieser schöne Fingersound, nicht so hart. Wenn ich mal wieder allein zuhause bin, lege ich noch mal No Wave auf. ;+)

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

130

Donnerstag, 8. Oktober 2009, 01:53

Heute abend lief die neuste CD von John Surman, die jetzt wieder nach Surmans diversen Ausflügen zu z.B. Dowland-Crossovern geradezu klassisch jazzig geworden ist und die, trotz der mich etwas einschläfernden Gitarre von John Abercrombie mit ihrem stets weichen Sound, mit der ich nicht warm werde, die mich aber auch nicht stört, auch nicht zu sehr dem typischen ECM-Elegischen frönt, denn Drew Gress und Jack DeJohnette funktionieren als Rhythmusteam hervorragend und dem Einschläfernden von Abercrombies Gitarre entgegenwirkend und motivieren Surman hier häufig zu recht expressiven Soli. So können sich manche Stücke auch mal ins Freiere entwickeln. Insbesondere der sowieso immer sehr gute Jack DeJohnette begeistert mich hier durchgehend ganz besonders durch sein überaus phantasiereiches Spiel, das sehr einfühlsam ständig die Klangfarben wechselt und auf immer wieder neue Weise mit einem Feuerwerk von rhythmischen Ideen antreibt.

Etwas aus dem Rahmen fallend, aber sehr schön gerät ihnen auch ihre Version von Billy Strayhorns wunderschönem Klassiker "Chelsea Bridge". :juhu:



:wink: Matthias

131

Sonntag, 11. Oktober 2009, 20:30

Hallo zusammen,

gerade aus der letzten ECM-Aktion gehört:



Ich gestehe, dass ist eigentlich nicht ganz mein Fall.

Eine Frage an die Jazz-Experten hier: Wie würdet ihr das bezeichnen? Ist das "funky Jazz" oder so?

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

132

Sonntag, 11. Oktober 2009, 22:38

Hallo zusammen,

gerade aus der letzten ECM-Aktion gehört:



Ich gestehe, dass ist eigentlich nicht ganz mein Fall.

Eine Frage an die Jazz-Experten hier: Wie würdet ihr das bezeichnen? Ist das "funky Jazz" oder so?

Viele Grüße,

Melanie


Hallo Melanie,

ich habe mal gerade geschnipselt und muß sagen, das ist auch nicht mein Fall.
Da der Besprechungstext von brüllenden Gitarren usw. sprach, die Schnipsel dergelichen aber nicht offenbarten, möchte ich mit meinem Urteil vorsichtig sein.
Dennoch scheint es mir keinesfalls funky Jazz zu sein, sondern eher kontemplative Besinnungsmusik - wie häufig bei ECM.
funky Jazz ist eher Nils Landgren, z. B. mit der von mir in den passenden Momenten sehr geschätzten Platte

Funky Abba



die ich gleich habe mal laufen lassen.

Grüße
Achim

133

Sonntag, 11. Oktober 2009, 22:45

Hallo Achim,

kontemplative Besinnungsmusik ist es vielleicht am Anfang, später gibt es schon einen durchgängigen, aber künstlich erzeugt klingenden, schnellen Beat und viel elektronisch erzeugten Sound (nicht das sich rpinzipiell dagegen wäre). Ich kenne mich in der modernen Pop/Rock-Szene nicht aus, so wenig, dass Pop/Rock sicher nicht mal die richtigen Bezeichnungen sind. Der durchgängige monotone Beat erinnert mich eher - bitte mit großer Vorsicht zu genießen - an Techno oder ähnliches. Die Platte scheint mir daher von der mordernen Pop/Rock/Whatever-Szene beeinflusst. Aber ich kenne mich da, wie gesagt, überhaupt nciht aus.

Nils Landgren werde ich dann mal per Schnipsel ausprobieren.

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

134

Montag, 12. Oktober 2009, 17:25

Hallo Mela,

Molvaer bringt Techno und Jazz zusammen. Aber auch der späte Miles Davis ist einer seiner Ausgangspunkte. Von Bekannten, die davon etwas verstehen, habe ich gehört, es wäre relativ avancierter Techno, an den hier angedockt wird. Damit knüpft er einerseits an ältere Verbindungen von moderner elektronischer Musik und Jazz, wie es sie gerade in Norwegen schon früh entstanden waren, an, andererseits an bestimmte Trance-Techno-Richtungen, die ich genauer aber auch nicht spezifizieren kann, da ich mit elektronischer Musik im Allgemeinen wenig anfangen kann, aber diese Trance-Richtung erklärt wohl Achims Eindruck nach einigen Hörschnipseln. Es wird aber dann doch interessanter, da nicht rein elektronisch und mit sehr guten E-Gitarren und ist insgesamt vor allem in der Live-Version sehr tanzbar. Das ist auch nicht so meine Richtung, habe "Khmer" mal von einem befreundeten Saxophonisten geschenkt bekommen, der mich davon überzeugen wollte, dass es auch in Grenzbereichen des Techno gute Musik gebe, und muß zugeben, ich finde das auf Khmer sehr gelungen und gut gemacht. Da Khmer extrem erfolgreich war, haben Molvaer und auch sein sehr guter Gitarrist Eivind Aarset noch diverse Alben ähnlicher Machart drangesetzt, die aber konzeptionell nichts Neues liefern. Ich habe einige als Rezensionsexemplare bekommen und fand sie als deutlich schwächeren Neuaufguss des Gleichen.

:wink: Matthias

135

Montag, 12. Oktober 2009, 17:33

Hallo Matthias,

danke für die Antwort. Da war dann meine Techno-Assoziation ja nicht verkehrt. Da ich mich wirklich extrem wenig in diesen Bereichen auskenne, weiss ich nie, ob ich nicht komplett danebenliege - so in etwas: Der Otello ist doch Kirchenmusik aus der Renaissance, oder? :D

Aber meine Jazz-Vorlieben gehen eher in die Richtung der Kühn/Wollny-Platte, die Du mal empfohlen hast. Das ist eher meine Welt - aber gut auch mal die Grenzen abzustecken 8+)

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

136

Montag, 12. Oktober 2009, 23:03

Hallo Achim,

ich bin ja ein großer Funk-Freund - klar, als E-Bassist, aber Nils Landgrens Funk Unit und erst recht diese ABBA-Scheibe finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich furchtbar. Sicher, es sind alles technisch sehr gute Musiker, aber das ist mir alles zu perfekt, zu glatt arrangiert und, schlimmer noch, irgendwie seelenlos, denn es fehlt völlig die Erdung im Blues und Soul, wie sie für den afro-amerikanischen Funk spezifisch ist.

Nun haben sicherlich nicht nur Afro-Amerikaner guten Funk gemacht, sondern z.B. auch von den Gitarristen Janne Schaffer in Schweden und Jukka Tolonnen in Finnland gibt es, neben einigen schwächeren, auch einige sehr gute Funk-Platten.

Aber wenn ich nicht direkt zu George Clinton oder Bennie Worrell greiffe, dann bevorzuge ich doch z.B. Joe Bowies Defunkt oder die Funk-Platten von Ray Anderson oder fast alles, was sich von Ornette Colemans Free Funk Band, Prime Time, her entwickelt hat.



Defunkt ist aber vor allem eine unheimlich starke Live Band, z.B. hier:



Von Ray Anderson die Alligatory Band, früher auch seine Band Slickaphonics



...um hier erst einmal nur Bands zu nennen, die auch Posaunisten zum Leader haben. Ray Anderson und Joe Bowie, der aus dem mit dem Chicagoer AACM vergleibaren Avantgarde-Netzwerk aus Saint Louis kommt, sind außerdem noch wesentlich bessere Posaunisten als Landgren, der ja schon technisch wirklich nicht schlecht ist. Außerdem können sie auch noch Singen - und das sollte Landgren wirklich unbedingt sein lassen.

Es gibt aber durchaus ganz andere CDs von oder mit Nils Landgren, denen ich einiges abgewinnen kann, und eine wunderschöne, die ich sogar sehr, sehr gerne höre:



Nur Posaune und Kirchenorgel plus, auf einigen Stücken noch die Trompete von Tomasz Stanko, aufgenommen auf Gotland, mit der schönen Orgel, mit der auch Fagius seine sehr gelungenen Bach-Aufnahmen bei BIS eingespielt hat. Stimmungsvolle Improvisationen über schwedische Folk Songs und Stücke, die so klingen, als wären sie es.

:wink: Matthias

137

Dienstag, 13. Oktober 2009, 20:09

:wink:

Die Funky Abba CD habe ich mir wegen des Covers gekauft! :D Macht mir sogar alle Jubeljahre Spaß, als Popplatte. Unterschreibe daher alles was Matthias dazu geschrieben hat, und vor allem alles zu Defunkt, wirklich grandios. George Clinton habe ich mal in Den Haag gesehen und gehört. Er brauchte eine 16-Mann-Band, weil sich die Hälfte immer gleich wieder hinter der Bühne den nächsten Joint gedreht hat. Ein Riesenkonzerterlebnis!

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

138

Dienstag, 13. Oktober 2009, 20:35

Hallo Matthias,

zu funky abba.....
Ich schrieb ja auch von den passenden Momenten..... :D , man kann das nicht immer hören, aber manchmal ist es genau das Richtige.

Ich muß gestehen, daß ich Landgren bisher viel zu sehr in der funk-ecke gesehen habe, der Junge kann eindeutig mehr und wurde von mir bisher unterschätzt.

Grüße
Achim

139

Mittwoch, 14. Oktober 2009, 06:02

George Clinton habe ich mal in Den Haag gesehen und gehört. Er brauchte eine 16-Mann-Band, weil sich die Hälfte immer gleich wieder hinter der Bühne den nächsten Joint gedreht hat. Ein Riesenkonzerterlebnis!


:mlol:

Lieber Frank,

ich kenne leider nur Filme und CDs von Auftritten, aber daher kann ich mir es auch als musikalisches Erlebnis schon sehr lohnend vorstellen - zu allem Spaß und zum entspannten Mitgrooven.

Defunkt habe ich dafür jedoch vielmals in diversen Besetzungen live erleben können und das war immer wieder aufs Neue auch ein Erlebnis. Auch alte Stücke sind bei jedem Konzert wieder völlig anders, aber der Groove ist immer mächtig mitreißend, und die Solisten immer erstklassig und außerdem, für mich als Bassisten nicht unwesentlich, ist da noch die Bass-Lady Kim Clarke. :juhu:

Ich schrieb ja auch von den passenden Momenten.....


Lieber Achim, schon verstanden. Ich greiffe dann eben bloß lieber direkt zu Defunkt und Ray Andersons Funk-Bands.

:wink: Matthias

140

Freitag, 16. Oktober 2009, 00:35

Hallo,

gerade habe ich wieder eine meiner Lieblingsplatten gehört:





Charles Mingus (b) mit George Adams (ts), Jack Walrath (tp), Don Pullen (p) und NATÜRLICH Dannie Richmond (dr). Alle vier Stücke sind super!!

Uwe

141

Samstag, 17. Oktober 2009, 00:16

Diese CD, über die man kein Wort mehr verlieren muss:





Jürgen
--

"Wo die Beziehung zu unseren heutigen Ohren, Nerven, Erfahrungen und Lebensbedingungen verlorengeht, wird Interpretation zur Flucht in die Vergangenheit."
Alfred Brendel

"Music is a fish defrosted with a Hair-Dryer." Maisie

142

Samstag, 17. Oktober 2009, 02:06

Auch bei mir ein absoluter Klassiker, wenn auch nicht soooo berühmt wie Kind of Blue:





Gerry Mulligan mit Art Farmer, Bob Brookmeyer und Jim Hall - einfach ein Traum! Es ist nur skandalös, dass diese herrliche Musik so rasch vorbei ist. Eine bessere Untermalung zu einem Abend, an dem man sich entspannt auf der Chinchilla-Decke hinräkelt und am Cocktail nippt, ist kaum vorstellbar...

Zum Absacker dann, angeregt durch den Piano-Thread, recht eigenwilliges Klavierspiel eines merkwürdigen Mönchs:





Cheerio,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

143

Sonntag, 18. Oktober 2009, 20:03

Heute vormittag mal wieder in Erinnerungen gegraben und bei myjazzworld wieder fündig geworden und gleich angehört:

Eric Kloss und Barry Miles - Together

Eine Duo-Platte der beiden Musiker, die ich Mitte der siebziger Jahre im Sendesaal von Radio Bremen erleben durfte.
Eric Kloss, blind geboren, spielt Saxophon und Barry Miles diverse Tastenintrumente.
Herausgekommen ist eine wunderbar harmonierende Musik. Zwei Musiker, die sich im wahrsten Sinne des Wortes blind verstehen.

Grüße
Achim

144

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 20:51

Bin weiterhin auf dem Monk-Trip. Ewig nicht gehört, jetzt aber mit um so größerer Begeisterung wiederentdeckt:





Aufnahmetechnisch die beste Monk-Scheibe, die ich kenne. Sein sehr spezieller Stil wird nirgendwo so deutlich wie bei den Ellington-Klassikern - das passt wirklich gut zusammen. Auch Pettiford ist hier in umwerfender Form! Höhepunkte sind für mich "I Got it Bad", "Solitude" und "Caravan".

Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

145

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 22:51

Ich lerne gerade den jungen, sehr interessanten Jazzpianisten Michael Wollny kennen:





Grüße,
Jürgen
--

"Wo die Beziehung zu unseren heutigen Ohren, Nerven, Erfahrungen und Lebensbedingungen verlorengeht, wird Interpretation zur Flucht in die Vergangenheit."
Alfred Brendel

"Music is a fish defrosted with a Hair-Dryer." Maisie

146

Samstag, 14. November 2009, 21:38

Hallo zusammen,

irgendwie bleibt dieses Wochenende wenig Zeit für Musik. Aber eine Scheibe hat es doch in den Player geschafft:



Gefällt mir gut.

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

147

Sonntag, 15. November 2009, 19:23

Hallo Mela,

ja, die ist toll. Die ganzen alten MPS-Aufnahmen von Albert Mangelsdorff sind übrigens wieder erhältlich - großartig sind sie alle.

Bei mir lief von Mangelsdorff heute jedoch diese großartige Live-Aufnahme mit Jaco Pastorius und Alphonse Mouzon.



Über Jaco Pastorius :juhu: darf man E-Bassisten nicht fragen. Die Elogen könnten lang werden. Auch Alphonse Mouzon ist hier nicht der superlaute Haudrauf, sondern ergänzt und treibt bestens voran. Mangelsdorff zeigt im besten, sehr offen gehaltenen Zusammenspiel alles, was er kann und was lange technisch einzigartig war - naja, doch nicht einzigartig, "zweizigartig", denn es gab ja noch Paul Rutherford, leider auch schon im Jazzerhimmel. Rutherford und Mangelsdorff habe ich auch noch zusammen live hören können, mit zusätzlich Annie Whitehead und Radu Malfatti an weiteren Posaunen. Ein Fest für Posaunenliebhaber!

:wink: Matthias

148

Sonntag, 15. November 2009, 21:05

Eben habe ich die neuste CD von Michael Wollny gehört:



Wollny ist hier neben dem Flügel auch auf Celesta, Cembalo, Harmonium und Fender Rhodes E-Piano per overdubs vielfach übereinandergeschichtet und bei etwas über der Hälfte der Stücke zusätzlich von der israelischen Cembalistin Tamar Halperin ergänzt zu hören. Es enstehen sich überwiegend langsam entwickelnde Klangarbenspielereien mit deutlichem Minimal Music Bezug. Es klingt, als würden viele etwas seltsame Spieluhren, sich durchaus ergänzend, zusammen laufen, während das Harmonium flächige Sphärenklänge beisteuert. Spieluhren und Musikautomaten gehörten ja fest in die "Wunderkammern" der Barockfürsten.

Das ist, was die entstehenden Klangfarben angeht, nicht uninteressant, für Minimal Music Liebhaber sicherlich ein Tip, aber mein Ding ist es nicht. "Hexentanz" hat mir da wesentlich besser gefallen.

Interessant dürfte jedoch sein, da diese Musik nur im Studio zu realisieren ist, was Wollny und Halperin, die zusammen auch auf Tour gehen, live wohl zusammen machen werden.

:wink: Matthias

149

Sonntag, 15. November 2009, 21:21

Hinterher jetzt lieber Wollnys letzte Trio-Aufnahme mit Eva Kruse und Eric Schaefer.



:juhu: :juhu: :juhu:

Wie auf allen drei erstklassigen CDs des Trios überzeugende Eigenkompositionen von allen drei Beteiligten und beste Interaktion.

:wink: Matthias

150

Freitag, 20. November 2009, 02:06

Zuletzt lief hier bei mir noch diese für Barney Kessel relativ modernistische wohl durch Elvin Jones (dr), Bobby Hutcherson (vibes), Chuck Domanico (b) in relativ offener, Session-naher Form von 1969 und sehr groovig:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

In letzter Zeit hört man ja immer mehr Verjazzungen von Pop- und Rocksongs. Aber so neu ist das auch nicht. Klasse, was sie hier aus Paul Simons "The Sound of Silence" (track 5)machen- weniger Silence, aber mit tollen Soli auch von Hutcherson und Elvin Jones.

:wink: Matthias

151

Freitag, 20. November 2009, 02:22

Da muß ich doch noch diese nachziehen, auf der Barney Kessel im Duett mit einem meiner Lieblinge am Bass, dem nach Schweden emigrierten Red Mitchell, zu hören ist.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Auch hier wieder ein Popsong enthalten: "Killing me softly with his song" wird dem Samba angenähert.

:wink: Matthias

152

Freitag, 20. November 2009, 20:21

Beim Kochen lief heute dieser ganz hübsch zusammengestellte Sampler mit Ella Fitzgerald und Louis Armstrong



:wink: Matthias

153

Freitag, 20. November 2009, 21:15

Dann: Jazz aus der DDR:

Wieso die Verlinkung zu Amazon nicht funktionieren will, wo man auch in die Tracks reinhören kann, ist mir unbegreiflich, - egal:

Klaus Lenz Modern Soul Big Band:

"Jazz- und Soul-Hits"

Sony 2007 (ursprl.: Amiga 1974)

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Für diese Band hatte Klaus Lenz seine populäre Modern Soul Band mit seiner auch dem Experimentellen gegenüber offenere Konzert Big Band zusammengelegt. Es klingt etwa wie eine Mischung aus Blood, Sweat & Tears, einige von deren Stücken die Formation auch im Programm hatte und den experimentelleren späten elekrifizierten Big Band Aufnahmen von Don Ellis, dem hier eine sehr gute Eigenkomposition gewidmet ist. Überhaupt brauchen sich die durchwegs sehr guten Eigenkompositionen von Lenz und seinen Bandmitgliedern hinter den US-Vorbildern nicht zu verstecken. Klaus Nowodworski, der neben Uschi Brüning und Christiane Ufholz singt, bemüht sich auch sehr, nach Buck Clayton-Thomas zu klingen.

Ursprünglich war dieses Live-Konzert von 1973 eine 1974 erschienene Amiga-LP, deren Gesamtlänge auf dieser CD durch, so weit ich weiß, bisher unveröffentlichte Live-Aufnahmen von 1975 hier glatt verdoppelt wurde, wobei man auch zwei tolle Langston Hughes Vertonungen zu gehört bekommt, darunter sein berühmtes Bürgerrechtsprotestgedicht "Freedom Train". Die Texte sind übrigens durchwegs englisch, was ja in der DDR nicht immer üblich war und Verhandlungsgeschick bei solcher Art Aufnahmen gegenüber den Funktionärspapnasen erforderte; - sehr zum Vorteil der Musik, finde ich.

:wink: Matthias

154

Freitag, 20. November 2009, 23:09

Dann lief die neuste von McCoy Tyner: Solo live from San Francisco



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Teilweise noch raffinierter als auf früheren Solo-CDs, für seine Verhältnisse dabei teilweise geradezu introvertiert, nicht mehr so mit durchgehender Hi-Energy-Power und ganz so vielen schnellen Läufen in der linken Hand. Aber die Dampfhammerpranke als rechte Hand ist wieder da, spielt jedoch auch nicht mehr ganz so viele, durchgehend kraftvolle Ostinati-Patterns. Das wird wohl das Alter sein, dabei ist Tyner noch gar nicht so alt, hat bloß sehr früh professionell angefangen. Auf der auch vorzüglichen CD davor "Guitars" fehlte die Dampfhammerpranke ganz und die Power wurde eher Gitarristen wie Derek Trucks überlassen. Auf der "Guitars"-DVD sah Tyner, den ich von Live-Konzerten nur als kräftigen Schrank und Energiebündel kenne, dann auch erschreckend ausgezehrt und geradezu greisenhaft aus, als hätte er gerade erst eine sehr schwere Krankheit überstanden, worüber ich jedoch nichts gehört habe.

Erfreulicherweise geht es also weiter, meine Sorge war hoffentlich unbegründet und wenn dabei solche abgeklärten Alterswerke rauskommen, die einen der ganz Großen mit absolut unverwechselbarem Personalstil zeigen, der sich offenbar auch stilistisch immer noch weiterentwickelt, dann hoffendlich noch sehr lange.

Das Ausgangsmaterial für seine Improvisationen liefern überwiegend altbekannt Eigenkompositionen, darunter die besonders schönen "African Village", "Ballad for Aischa" und "Angelina" , dann "Naima" und "Lazy Bird" von John Coltrane, "In a Mellow Tone" von Duke Ellington und zwei Standards.

:wink: Matthias

155

Freitag, 27. November 2009, 02:07

Den schottischen Tenorsaxophonisten Tommy Smith habe ich erst relativ spät für mich entdeckt, konnte ihn jedoch jüngst auch in einem grandiosen Konzert mit dem norwegischen Bassisten Arild Anderson und dem französischen Schlagzeuger Patrice Heral auf dem Berliner Jazzfestival erleben.

Smith ist hier in Deutschland noch wenig bekannt, obwohl er schon viele gute CDs aufgenommen und mit zahlreichen Größen quer aus Europa und den USA gespielt hat. Außerdem schreibt er gute Kompositionen sowohl für klassische Orchester und Ensemble wie z.B. BBC Scottish Symphony Orchestra oder das vorzügliche Neue Musik- Ensemble Paragon als auch für das Scottish National Jazz Orchestra, bei dem er auch viel als Arrangeur, Solist und projektbezogener Leiter tätig ist. Außerdem ist er noch gefragter Solist für "klassische", häufig ihm gewidmete Saxophonkonzerte.

Ich genieße jetzt diese mit All-Star Besetzung: Bill Stewart (dr), Joe Lovano (ts), John Scofield (g), John Patitucci (b), John Taylor (p)



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Intelligente Kompositionen, denen Gedichte von Edwin Morgan zugrunde liegen, doch luftig genug, dass spannende Interaktionen zu Stande kommen können, die die beteiligten Herren gefühlvoll zu füllen wissen. Ein Hauch von Scottish Folk Melodies gibt es sogar auch gelegentlich kurz angedeutet auf diesem zeitgemäßen Jazz-Album. Und dass Smith kein ganz übler Tenorist ist, kann man sich wohl denken. Wer würde sich sonst schon trauen, Joe Lovano als zweiten Tenorsaxophonisten ins eigene Sextett holen.

:wink: Matthias

156

Freitag, 27. November 2009, 12:02



:juhu: :juhu: :juhu:

Der Klang von Jane Ira Blooms Sopransaxophon verbindet sich hier sehr schön mit dem Flügelhorn Kenny Wheelers und gelegentlich auch zusätzlich der Trompete Ron Hortons. Sah ich ihre Stärke bislang vor allem in eher ruhigen Nummern, von denen auch hier wieder sehr schöne zu finden sind, wie ihre Solonummer gewidmet dem verstorbenen Drummer Ed Blackwell - einer meiner Schlagzeug-Lieblinge - , so finden sich hier aber auch sehr packende Stücke und eine wunderbare Version von Monks "Straight no Chaser". Kenny Werner (p), Michael Formanek oder Rufus Reid (b) und Jerry Granelli bilden eine sehr einfühlsame Rhythmusgruppe. Besonders begeistert Granelli mit originellen rhythmischen Auflösungen. Ausnahmsweise gefällt mir sogar, wie er behutsam das Drum-Set elektro-akustisch erweitert.

:wink: Matthias

157

Samstag, 28. November 2009, 00:13

Zum späten Abend jetzt diese von Cedar Walton, einer der von mir ganz besonders geschätzten Pianisten, der trotz unzähliger Aufnahmen auch nie so ganz groß raus kam.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Mit David Williams (b) und Billy Higgins hat er unzählige Touren unternommen und CDs eingespielt. Ich konnte dieses relaxte, sich im Schlaf verstehende und gleichberechtigt spielende Trio auch noch 2 x live in wunderbaren Konzerten erleben. Die an einem Tag aufgenommene Studio-Cd klingt sehr ähnlich, wie sie auch live zu hören waren. Besonders ragt das schöne "St. Thomas" von Sonny Rollins heraus - dies ist wohl meine Lieblingsversion. Der gefühlvolle Einfallsreichtum von Billy Higgins ist gerade hier kaum zu übertreffen. Higgins war der Lieblingsdrummer meiner Mutter. Higgins spielte stets mit solcher Spielfreude, Fantasie und feinster Sensibilität, dass man einfach glücklich war, wenn man ihm zuschauen durfte. Sehr schön singende Soli hat hier aber auch David Williams.

Cedar Walton hat aber auch unzählige eigene Stücke geschrieben, die alles haben, was sie eigentlich zu Standards machen sollten, hier z.B. die wunderschöne Ballade "When love is new".

:wink: Matthias

158

Samstag, 28. November 2009, 16:48


Das muß man gehört haben!
Parker und Gillespie frisch in New York, und ohne die Beschränkung der Länge einer Schellackplattenseite ...

159

Samstag, 28. November 2009, 17:53

Hallo Miguel,

das war vor ca. 25 Jahren eine meiner ersten Jazzplatten, auf einem obskuren italienischen Label erschienen, tolle Aufnahme, aber leider mit sehr armseliger Klangqualität. Wie ist denn hier die TQ?

Cheers,

Lavine
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

160

Montag, 30. November 2009, 13:11

Eben gefunden: Jazz Archiv Bix Eiben Hamburg

Auf der Webseite[url]http://www.dailymotion.com/JazzmuseumBixEiben[/url] findet man Musikvideos, Sänger, Interviews, Konzerte usw. und mehr,
und unter dem Link[url]http://bixeibenhamburg.com/index.php[/url] eine Art Rundgang duch das Museum, ganz schön gemacht, mit einem Theatervorhang
der sich öffnet ..

lg vom eifelplatz, Chris.

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