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321

Sonntag, 25. April 2010, 00:36

Nachdem ich eben das String Trio of New York live erlebt habe mit freien Improvisationen über Strawinsky - Konzertbericht kommt noch, denn jetzt bin ich zu müde - läuft jetzt noch vielleicht meine Lieblings-CD von Ihnen.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

John Lindberg, einer der weltbesten Kontrabassisten und der sehr gute James Emery an der akustischen Gitarre, spielen seit Jahrzehnten in diesem Trio, was man ihnen auch heute live wieder angehört hat, die ViolinistInnen des Trios wechselten immer mal wieder. Mir gefällt die Phase mit Billy Bang tendenziell am besten, aus der auch diese CD jetzt stammt, obwohl Regina Carter vielleicht die auch, aber nicht nur technisch herausragendste Geigerin bei ihnen war und alle CDs des Trios extrem gut und auch immer wieder originell sind. Live fiedelte heute Rob Thomas und das war wahrlich auch nicht übel.

:wink: Matthias

322

Sonntag, 25. April 2010, 02:33

Das String Trio of New York swingt so schön, dass ich doch wieder etwas wacher geworden bin und mir dann noch eine CD angehört habe, jetzt aber mit wunderschönem, sehr poetischem, 'obwohl' weitgehend frei improvisiertem Late-Night Jazz.

Kürzlich hatte ich auf meine Lieblingsversion von Scarlattis Stabat Mater mit Sandrine Piau und Gérard Lesne und dessen Barock-Band Il Seminario musicale hingewiesen, aber der Kontratenor und Barock-Dirigent war zunächst Jazz- und Prog-Rock-Sänger und hat auch diesen Pfad nie ganz aufgegeben. Jetzt also Gérard Lesne mit Jazz-Band:



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

So poetisch, verträumt und auf brüchige Weise melodisch kann weitgehend frei improvisierter Jazz sein, wozu Lesnes Stimme wundervoll passt. Zuerst waren hier einfache melodische Themen überwiegend des Pianisten Bruno Angelini, teilweise auch vom Bassisten Jean-Philippe Viret, dann gemeinsame Vorstellungen über Klangfarben, die den Stücken die Titel gegeben haben, dann kamen Texte Lesnes hinzu und dann wurde gemeinsam improvisiert, wozu mit Ramon Lopez noch passenderweise der poetischste unter den herausragenden neueren Percussionisten das Quartett vervollständigte. Auch Lopez steuert hier vor allem Klangfarben bei und spielt metrisch frei, ohne Puls oder Groove, dennoch sehr dynamisierend. Davon ist dann Viret entlastet und kann viel Melodie-Bass spielen, hier besonders schön in den vielen con arco- Stellen, Angelini hat im letzten Stück eine besonders schöne "Solo-Stelle", die zeigt, wie gut er ist, doch gibt es hier eigentlich nicht die Aufteilung Solo- Begleitung wie auch sonst überwiegend im Free Jazz nicht.

Nett, folgendes Zitat aus dem Beiheft:

Zitat

Gérald Lesne likes Monteverdi, he also likes Pink Floyd, Massive Attack and Miles Davis; Bruno Angelini likes Miles Davis, he also likes Olivier Messiaen, Caetano Veloso and Steve Reich; Ramon Lopez likes Steve Reich, he also likes Camarón, Ali Akbar Khan and John Coltrane; Jean-Philippe Viret likes John Coltrane, he also likes Tom Jobim, Ravel and....Rameau.


:wink: Matthias

323

Mittwoch, 28. April 2010, 17:55

Gleich geht's hier hin:

"Improvisations I"
John Lindberg, bass
Georg Gräwe, piano


Mittwoch, 28. April 2010, 20.00 Uhr
jazzwerkstatt CAFE
Knesebeckstr. 33/34, 10623 Berlin

Zur Einstimmung lief noch diese:

John Lindberg - Resurrection Of A Dormant Soul Black Saint Records, aufgenommen: 1995

mit Albert Mangelsdorff (tb) Ed Thigpen (dr), Eric Watson (p)

:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

(gibt es immerhin noch als Download, oder als CD auf Anfrage auch noch direkt über John Lindbergs Homepage)

:wink: Matthias

324

Freitag, 30. April 2010, 23:50

Toots Thielemans mit seinem Riverside-Debut, aufgenommen 1957/58.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Eine der schönsten Aufnahmen des Manns mit der Mundharmonika, ideal ergänzt durch das Baritonsax von Pepper Adams :juhu: und mit sehr gutem Rhythmus-Trio mit Kenny Drew (p), Wilbure Ware (b), Art Taylor (dr).

:wink: Matthias

325

Samstag, 1. Mai 2010, 00:27

Mit Pat Methenys eigenen Scheiben kann ich - allenfalls mit Ausnahme von "American Garage" - gar nichts anfangen, aber bei
Begegnungen mit anderen, oft ganz anderen, wie Ornette Coleman, Derek Bailey oder Brad Mehldau entstanden oft grandiose Aufnahmen, so auch 1998 im Gitarren-Duo mit Jim Hall.



Sehr schön etwa, was sie aus dem Standard "All the things you are" machen oder wie "Summertime" zur Folk-Improvisation wird mit Metheny an der akustischen Gitarre, während Hall dazu die Melodie mit sopransaxartig- singender E-Gitarre übernimmt.

:wink: Matthias

Carsten

Grünkohlpflücker

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326

Samstag, 1. Mai 2010, 00:41

Mit Pat Methenys eigenen Scheiben kann ich - allenfalls mit Ausnahme von "American Garage" - gar nichts anfangen
Lieber Matthias,

gilt das wirklich so grundsätzlich? Dass die süßlichen Sachen mit seiner Group dir nicht zusagen, kann ich (so wie ich deinen Geschmack bisher kennen lernen durfte) nachvollziehen. Ich fand diese Sachen auch von Platte zu Platte unschöner, mag aber einiges davon aus der ECM- und der frühen Geffen-Zeit. Da sind einige rhythmisch vertrackte, dennoch leichtfüßig schwebende Stücke dabei, die auch einen tollen dynamischen Aufbau haben.

Was aber ist z. B. mit den Trio-Platten, z.B. Bright Size Life (mit Jaco und Bob Moses) oder der mehr als zwei Jahrzehnte späteren Anknüpfung daran (mit Larry Grenadier und Bill Stewart)? Magst du die auch nicht?



Weißte was? Letztere leg ich mir jetzt mal auf! :D

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

327

Samstag, 1. Mai 2010, 01:47

Hallo Carsten,

Wer mir die Pat Metheny Group -CDs größtenteils sogar unerträglich macht, ist Keyboarder Lyle Mays, dessen Spiel ich einfach nur widerwärtig finde, selbst dort, wo er nicht Keyboards mit den üblichen unerträglichen 0815-Sounds spielt, sondern auch als Pianist ausschließlich schleimige, längst zum Klichee erstarrte Effekte absondern kann - Abrundtief grauenhaft!

Was aber ist z. B. mit den Trio-Platten, z.B. Bright Size Life (mit Jaco und Bob Moses) oder der mehr als zwei Jahrzehnte späteren Anknüpfung daran (mit Larry Grenadier und Bill Stewart)? Magst du die auch nicht?


Die kenne ich gar nicht, nicht mal die mit Jaco. Ich habe Methenys eigene Sachen bald gar nicht mehr so verfolgt, leider bin ich ja trotzdem immer mal wieder irgendwo auf die verbreiteten Group-Scheiben gestoßen, habe sie völlig verworfen und so sind mir diese Trio-CDs entgangen. Die Tonschnipsel aber besonders der zweiten Live-Scheibe klingen nicht ganz uninteressant. Aber den Tonschnipseln kann ich immer wenig entnehmen. Ist Metheny auf ihnen nicht zu gleichförmig? Und nicht zu viel in seinem schwebend-sanftem Synthie-Gitarren-Sound? Den mag ich nämlich auch gar nicht.

Die Hall/Metheny habe ich auch nicht ganz durchgehört. Ein paar Stücke lang finde ich sie überwiegend sehr schon, aber am Stück ist sie mir auch zu gleichförmig.

Dafür dann das 29th Street Saxophone Quartet -Live , bei mir noch mit ganz anderem Cover als LP. Bobby Watson und Steve Wilson, der zeitweilig auch mal dabei war, haben dann ja auch ganz erfolgreiche Solokarrieren gemacht, aber diese Quartett-Scheiben waren phänomenal. Kein anderes Sax-Quartett hat so sehr gegroovt! Immerhin sind einige Scheiben von ihnen, auch diese, wieder als Download erhältlich, wie ich gerade sah. Die Live ist besonders herausragend, aber gut sind sie alle.



:wink: Matthias

328

Samstag, 1. Mai 2010, 09:48

Ich liebe den warmen, samtweich gehauchten Klang von Ben Websters Tenor-Sax. In dieser gelungenen Aufnahme mit dem Oscar Peterson Trio der 50er mit Ray Brown (b) und Ed Thigpen (dr) zu hören.








Lieber Matthias,

Auch ich mag Websters sanftes Saxophonspiel. Daher habe ich mir folgende CD bestellt und genieße gerade während eines ausgedehntes Frühstücks zwei Könner dieser Spielweise auf ihrem Tenor-Sax.

Coleman Hawkins encounters Ben Webster.

Ebenfalls mit Oscar Peterson (p), Herb Ellis (g), Ray Brown (b) und Alvin Stoller (dr).



Liebe Grüße

Mozartinaa
" Ich suche Noten, die sich mögen ." ( Mozart mit 6 Jahren )

329

Samstag, 1. Mai 2010, 12:24

Hallo Matthias,

ich kann Deine Vorbehalte gegen die Group-Platten von Pat Metheny gut nachvollziehen, da weiß man wirklich manchmal nicht mehr, welche Platte gerade läuft, so ähnlich klingt das alles.

Mein Favorit, neben American Garage und anderen frühen Werken ist immer noch



Pat Metheny allein, ok, mit mehreren Intrumenten, aber schön puristisch.


Grüße
Achim

330

Samstag, 1. Mai 2010, 14:35

Auch ich mag Websters sanftes Saxophonspiel. Daher habe ich mir folgende CD bestellt und genieße gerade während eines ausgedehntes Frühstücks zwei Könner dieser Spielweise auf ihrem Tenor-Sax.

Coleman Hawkins encounters Ben Webster.

Ebenfalls mit Oscar Peterson (p), Herb Ellis (g), Ray Brown (b) und Alvin Stoller (dr).


Liebe Mozartinaa,

die finde ich auch ganz wunderbar.

:wink: Matthias

331

Samstag, 1. Mai 2010, 15:09

Grade aufgelegt:



Sonny Sharrock: Elektrische Gitarre
Pharoah Sanders: Tenor- und Sopran-Sax
Charnett Moffett: Kontrabass
Elvin Jones: Schlagzeug


:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

332

Samstag, 1. Mai 2010, 17:32

Ausser "Coleman Hawkins encounters Ben Webster " kaufte ich mir noch einen anderen Jazz-Saxophonisten,der es ebenfalls versteht,aus seinem Sax gehauchte Töne zu zaubern.

Ike Quebec mit "Blue & Sentimental"

Ich höre mir nun zum dritten Male diese CD an und sie gefällt mir eigentlich sehr gut. Womit ich noch ein bisserl Schwierigkeiten habe,ist der Klang einer Jazzgitarre,vorallem wenn sie den Solopart auf dieser CD übernimmt.In Kombination mit dem Sax gefällt sie mir jedoch gut.



Ike Quebec ( tenor sax),Grant Green ( guitar),Paul Chambers (bass), Philly Joe Jones (drums)

Track 6: Ike Quebec (tenor sax), Grant Green (guitar), Sam Jones ( piano), Louis Hayes (drums)

Noch einen schönen Nachmittag wünscht

Mozartinaa
" Ich suche Noten, die sich mögen ." ( Mozart mit 6 Jahren )

333

Sonntag, 2. Mai 2010, 22:36

Ike Quebec mit "Blue & Sentimental"

Ich höre mir nun zum dritten Male diese CD an und sie gefällt mir eigentlich sehr gut. Womit ich noch ein bisserl Schwierigkeiten habe,ist der Klang einer Jazzgitarre,vorallem wenn sie den Solopart auf dieser CD übernimmt.In Kombination mit dem Sax gefällt sie mir jedoch gut.


Geht mir auch häufig so, dass mich eher klassisch gespielte Jazzgitarren schnell langweilen oder etwas nerven, bzw ich viele ältere Jazzgitarristen wie Herb Ellis, Joe Pass, Barnes Kessel u.a. erst spät zu würdigen gelernt habe. Ich habe die CD heute mal wieder hervorgekramt. Mir gefällt hier Grant Green in seinen Soli auch nicht besonders. Ich mag aber sehr seine sehr groovigen LPs mit Hammond Orgel, vor allem live. Aber da spielt er anders, wilder und mit rauerem Sound. Aber sonst eine sehr schöne CD. Ike Quebec spielt sehr schöne Soli und Bassisten und Drumer sind auch absolut top, gehörten ja auch zu den besten iheer Fächer zu ihrer Zeit.

Sonny Sharrock ist hingegen so ziemlich mein Lieblingsgitarrist. Da ist noch eine Herkunft vom Blues hörbar, natürlich auch etwas Hendrix, aber vor allem übertrug er die Spielweise von John Coltrane und Pharoah Sanders auf die E-Gitarre, frei, aber mit singenden langen Linien und für mich geradezu idealen Gitarrensounds. Ask the Ages gehört sicher zu seinen besten Aufnahmen.

Ich höre mich immer noch durch die 4-CD-Box John Coltranes - Live in Japan , aufgenommen im Juli 1966 - für mich eine seiner großartigsten Aufnahmen. Eine Schande, dass sie nur noch gebraucht zu bekommen ist.



:juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

Dazu später mehr im Coltrane-Thread.

:wink: Matthias

ThomasBernhard

Handlanger der Regietheater-Mafia

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Montag, 10. Mai 2010, 19:56

Schnuckenack Reinhardt Quintett & Lida Goulesco (voc.)



:prost:
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Florian Voß

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335

Dienstag, 11. Mai 2010, 01:09

Schnuckenack Reinhardt Quintett & Lida Goulesco (voc.)


Ah, Wahnsinn, die hatte mein Vater (und jetzt gehört sie mir) - die habe ich meine Kindheit durchgehört, das war meine absolute Lieblingsplatte im Alter von 6, 7 Jahren. Die singende Säge!!! Allein wenn ich dieses Cover sehe, schießen mir die Tränen in die Augen. Ha, die muß ich gleich mal auflegen, oder lieber morgen, sonst komme ich nicht mehr zum Schlafen. Schnuckenack Reinhardt, wahnsinn!!!

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Eine Krähe war mit mir
aus der Stadt gezogen

336

Donnerstag, 13. Mai 2010, 22:22

Ich höre mich immer noch durch die 4-CD-Box John Coltranes - Live in Japan
Das ist natürlich ganz schön harter Tobak... Die unendlich langen Soli von Coltrane sind aber ausgesprochen faszinierend. Da bläst sich jemand buchstäblich die Seele aus dem Leib.

Zitat

Dazu später mehr im Coltrane-Thread.
Oh ja, bitte. :juhu:


Michel
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

Carsten

Grünkohlpflücker

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337

Donnerstag, 13. Mai 2010, 22:43

Zitat

Dazu später mehr im Coltrane-Thread.
Oh ja, bitte. :juhu:
Der Bitte schließe ich mich an, die Japan-Box kenne ich nicht und bin gespannt auf eine Vorstellung.

Bei mir gibt's gerade indirekten Coltrane in Form einer Hommage.

Kenny Garretts Tribut an den Meister finde ich sehr gelungen. Die Tatsache, dass Garrett Alt- statt Tenorsaxofon spielt, lässt einen allzu direkten Vergleich gar nicht erst zu. Garrett kann vom Sound her ganz er selbst bleiben. Mit Brian Blade hat er einen Drummer, der das Spiel von Elvin Jones feinnervig und um viele Nuancen erweitert fortsetzt. Eine ideale Besetzung. Statt McCoy Tyners Klavier-Pranke hat sich Garrett mit Pat Metheny einen Gitarristen am Harmonie-Instrument dazugeholt. Das geht aber trotzdem gut, denn so entsteht keine bemühte Kopie, sondern eine ganz eigenständige, luftige und transparente Herangehensweise an die Musik des Coltrane-Quartetts.

Lieber Matthias, weiter oben hast du deinem Ärger über den Metheny-Kitsch Luft gemacht, ihn als Sideman aber ein wenig gelobt. Diese CD bietet meiner Meinung nach allen Anlass zu letzterem. Begleitung und Soli von ihm sind hier wirklich sehr gut.


Kenny Garrett
Pursuance - The Music of John Coltrane

Warner, 1996

LG
C.
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338

Donnerstag, 13. Mai 2010, 22:55

Auch hier lief heute abend Trane - allerdings musikalisch ziemlich das Gegenteil von den endlosen Soli und der alle Grenzen sprengenden Tonsprache auf "Live in Japan". Beim denkwürdigen Encounter mit dem Duke von 1962 kommt Coltrane nahezu klassizistisch daher. Gleichwohl, wie ich finde, eine seiner spannendsten und schönsten Aufnahmen - und gut geeignet, auch eher traditionalistisch orientierte Jazzfreunde an die musikalische Sprache des Meisters heranzuführen.




Cheers,

Lavine :wink:
Sitzt dr Goggel uffra Kräh, no isch koi Henna en dr Näh!

Carsten

Grünkohlpflücker

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339

Donnerstag, 13. Mai 2010, 23:10

Gleichwohl, wie ich finde, eine seiner spannendsten und schönsten Aufnahmen - und gut geeignet, auch eher traditionalistisch orientierte Jazzfreunde an die musikalische Sprache des Meisters heranzuführen.
Ja, das ist eine schöne Aufnahme. Überhaupt finde ich, dass die Platten, die Coltrane wohl eher auf Wunsch des Labels Impulse augenommen hat, für diese Form des "künstlerischen Kompromisses" ganz wunderbar sind. Sie sind zwar ein Bruch im Schaffen Coltranes, aber keineswegs geschmacklos und anbiedernd. Zu der Ellington-Platte würde ich noch die mit Johnny Hartman zählen und vielleicht die Ballads. In diesen drei Fällen sehe ich kaum ein Problem zwischen künstlerischer Integrität des Musikers und kommerziellen Interessen der Plattenfirma. Da gibt's viel schlimmere Fälle.



LG
C.
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340

Freitag, 14. Mai 2010, 20:57

:wink:

Als ich nach Hause kam hörte meine Frau gerade eine sehr gute Version von Autumn Leaves. Das hat mich inspiriert mal wieder diese Platte aufzulegen:



Ich kenne diese Platte schon ewig und sie ist ja auch für die Ewigkeit gemacht. Mein Vater hat sie damals im Jazz Corner of Bielefeld gekauft, dessen Stempel noch auf dem Cover dieser "unbreakable LP" zu sehen ist. Das ist für mich die klassische Jazzplatte überhaupt und ich will sie jedem gerne ans Herz legen!

Gruß, Frank

PS: Hank Jones kommt im Juni nach Europa. Toll wäre auch bei seiner Geburtstagsparty Ende Juli im Birdland dabei zu sein, dann wird er 92!
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

341

Freitag, 14. Mai 2010, 23:51

Auch hier lief eine Scheibe, die mich nun schon seit 27 Jahren begleitet und die mir immer noch sehr gefällt. Die erste und wahrscheinlich beste, da authentischste einer langen Reihe von Aufnahmen, die der Bandoneonist Dino Saluzzi für ECM eingespielt hat. Er spielt hier solo - die späteren Scheiben brachten ihn meist mit ziemlich bunt zusammengewürfelten Multikulti-Ensembles zusammen. Sehr empfehlenswerte Musik für alle, die wissen möchten, wer denn neben Astor Piazzolla noch eine bedeutende Rolle im Tango Nuevo gespielt hat. Verglichen mit Astor hat Dino eine viel stärkere Neigung zum lyrisch-melancholischen, mitunter beinahe kontemplativ-verinnerlichten Spiel. Passt natürlich glänzend zur ECM-Ästhetik.

Das merkwürdige Gerät, auf dem er hantiert, ist übrigens keine argentinische Erfindung, sondern wurde von dem Krefelder Musiklehrer Heinrich Band konstruiert. Auswanderer brachten es dann nach Südamerika mit.





Cheerio,


Lavine :wink:
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