Der Anteil pro verkauftes Exemplar mag höher sein, aber bei den Massen von Musik, die heutzutage jeder Hobby-Musiker veröffentlicht haben will, ist der Kampf um die Kundschaft höher. Was bedeutet, daß noch weniger Künstler Massen verkaufen und noch mehr Legionen mit Minisummen klarkommen müssen.In der von mir oben verlinkten Antwort auf Sven Regener wird aber sogar behauptet, mit dem Internet könne man besser verdienen, da höherer Anteil an Werbeeinnahmen bzw. bei einem Deal mit Amazon.
Im Blog, oben erwähnt, wurde ebenso kunterbunt herumargumentiert, ohne daß eine klare Linie zu erkennen war; einer versuchte einem anderen Kommentator dessen Aussage als permanente Kette von "Totschlagargumenten" auseinanderzunehmen. Wie auch immer: es wird unglaublich viel geschrieben, ohne eine klare profunde Aussage zu machen. Mich ärgert sowas.Von anderer Seite brach das über Regener herein, was man im Internet-deutsch wohl als "shitstorm" bezeichnet. Nach dem Motto, er sei ein alter, saturierter Knacker, der noch nicht in der neuen Zeit angekommen sei. Bei diesen Reaktionen ist wahnsinnig viel durcheinander geschmissen worden. Da war mal die GEMA der Feind, dann die sogenannte "content industry", dann die Künstler selbst, die sich doch gar nicht so nennen dürften, wenn sie Geld für ihr Tun verlangen würden.
Die GEMA ist furchtbar schwerfällig - wie so viele Institutionen oder Firmen, die älter als dreißig Jahre sind. Die Industrie zeigt eigentlich, daß sie die abgebrühte Cleverness des Netzes und seiner neuen Nutzer schlicht und einfach in ihrer Bedeutung unterschätzt hat. Inzwischen hat sie sie schon so vergrault, daß diese vermeindlichen Kunden keinen Pfifferling auf sie setzen (wollen).Die GEMA hat in der Tat viel Mist gebaut - allerdings mehr zu Lasten eines Großteils der in ihr organisierten Mitglieder als für die Konsumenten (Regionalschlüssel!). Die Plattenindustrie hat mit wirrem Kopierschutz und schwer nachzuvollziehenden DRMs sich ins eigene Bein geschossen. Das ist alles unbestreitbar. Ob nun in Zukunft Google/YouTube oder Spotify die Urheber entlohnen oder die Plattenfirmen, kann mir egal sein. Solange eben Google/Youtube oder Spotify (oder andere Web-Firmen) für die Infrastruktur sorgen, in denen immer wieder Musik entstehen und produziert werden kann. Und da habe ich meine Zweifel. Produziert haben die bislang gar nichts. Sie haben es nur vertrieben. Und zumeist auch noch umsonst. Das kann so nicht funktionieren.
Genau das ist das hervorstechende Problem. Wenn die Piraten-Partei sich um eine sinnvolle Lösung (einen weltweiten Kompromiß) bemühen würde, hätte sie vielleicht sogar mehr Sympathisanten.Das Problem ist doch, daß es bis heute kein wirklich tragfähiges Internet-Geschäftsmodell für den Vertrieb von Musik gibt.
Ich weiß auch nicht, wie es sich die Jugend heute vorstellt, was man so alles für umsonst erhält. Nichts ist umsonst - nichts! Aber sie selber begreifen das nicht, und das wird sich für diese Generation eines Tages rächen.
Lieber jd,Die GEMA ist furchtbar schwerfällig - wie so viele Institutionen oder Firmen, die älter als dreißig Jahre sind. Die Industrie zeigt eigentlich, daß sie die abgebrühte Cleverness des Netzes und seiner neuen Nutzer schlicht und einfach in ihrer Bedeutung unterschätzt hat. Inzwischen hat sie sie schon so vergrault, daß diese vermeindlichen Kunden keinen Pfifferling auf sie setzen (wollen).
Ich will das gar nicht in Abrede stellen; schließlich zeigen ja die Zahlen der Musikindustrie, daß Downloads sich mehr und mehr als Geschäftsmodell durchsetzen. Es ist tatsächlich ein steter Wandel zu erkennen.Ich denke, das solche Pauschalisierungen kaum helfen und ideologische Grabenkämpfe noch weniger. Das Internet mit seinen Möglichkeiten Musik auch jenseits der Kanäle, die bisher zum Teil das Auskommen der Künstler zu einem größeren wohl das der Plattenindustrie sicherten, herunterzuladen, ist Realität und davon ausgehend müssen neue Ideen entwickelt werden.
Das Wort "Institution" steht aber da.die GEMA ist aber keine Firma. Und auch keine Industrie.
Übersetzt bedeutet dies: wer für seine Leistungen irgendwas dem öffentlichen Raum entnimmt, der hat diese Leistungen anschließend für ein Appel und ein Ei der Allgemeinheit zur Verwurstung zu überlassen. Nach dieser Logik müßte auch eine Putzfrau quasi umsonst putzen gehen, da sie schließlich ihre grundlegenden Fertigkeiten auf irgendeiner öffentlichen Schule erlernt hat. Und der Musiker, der sich von gemeinfreien Werken hat inspirieren lassen, hat seine eigenen Kreationen bitte auch günstig der Allgemeinheit zu überlassen.
Zur beschriebenen Position: mich erinnert das an die Open-Source-Gemeinde. Da kommt es ja wohl im Kern her und dort ist das Prinzip ja ganz ähnlich. Ich habe mich schon vor Dekaden gefragt, wie man damit Geld verdienen kann.
Das "Problem": es funktioniert!
Vielleicht muss man einfach mal den Kopf aufmachen, und mal was wagen und ausprobieren.
Vielleicht sind die Gegensätze, die man da hineinlieft, in Wirklichkeit gar keine.
Wir sollten uns bei der Diskussion um Sachlichkeit bemühen. Bisher bewegt sicht der Diskurs - was die Sache angeht - noch im Rahmen. Dabei sollte es bleiben. Bei der Wortwahl bitte ich um Zurückhaltung, damit es erst gar keinen Grund zur Beanstandung gibt.
Für die Moderation:
Caesar73
Wieso nennen sich die Piraten eigentlich "Piraten"? Weil Freibeutertum ihr Programm ist? Oder hat das was mit Pirate Bay zu tun? Weil ihre Mitglieder mit Pirates of the Caribbean gross geworden sind und ihr Lebensgefühl geprägt hat? Oder hängt das alles zusammen?
euch entgangen oder habt ihr eure Neutralität ad acta gelegt? Das wird ja immer schöner hier!
[...] Es ist Frühling, der Winterschlaf sollte beendet sein!
Genau das ist das hervorstechende Problem. Wenn die Piraten-Partei sich um eine sinnvolle Lösung (einen weltweiten Kompromiß) bemühen würde, hätte sie vielleicht sogar mehr Sympathisanten.
Ich weiß auch nicht, wie es sich die Jugend heute vorstellt, was man so alles für umsonst erhält. Nichts ist umsonst - nichts! Aber sie selber begreifen das nicht, und das wird sich für diese Generation eines Tages rächen.
andererseits bei den katastrophalen auslastungszahlen der berliner opernhäuser,stellt sich wirkl die frage:"braucht berlin 3 häuser"?.
Ich bin schon mit der Frage nicht einverstanden: Kulturförderung soll sich nicht nach sozialen sondern nach kulturellen Maßstäben richten. Das was Du meinst, ist Aufgabe der Sozialpolitik. Überspitzt gesagt: Kultur dient keinem anderen Zweck als der Kultur. Im übrigen wundere ich mich immer über den Begriff der "Subventionierung": Kein Mensch sagt, dass Schulen oder Schwimmbäder "subventioniert" würden, die werden finanziert. Warum soll das bei Theatern oder Museen anders sein?die Frage, die hier in der Provinz sogar schon das eigentlich stockkonservative Bildungsbürgertum stellt: "Subventionieren wir da nicht das falsche Ende der sozialen Skala?"
Irgendwie ist die Diskussion ziemlich eintönig, wenn alle nur auf die Piraten draufhauen... haben wir denn hier wirklich keinen Piraten-Sympathisanten (außer Parrot), der sich dem allgemeinen Konsens mal ein Bisschen entgegenstellen möchte?![]()
ich denke dazu sollte man den ganzen artikel lesen und auch die provokation und deren gründe dahinter sehen.
Zitat von »audiamus«
...
audilamus vom Schnellservice für sehr Nervöse[/color]
die Moderation wird beraten, wie weiter zu verfahren ist.
Solange bleibt dieser Thread geschlossen.

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