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GiselherHH

Wanderer zwischen den Welten

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1

Mittwoch, 20. Mai 2009, 17:42

Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

Beim Durchlesen der Auslandspresse gerade festgestellt:

Nicholas Maw, Komponist ("Odyssee", "Sophie´s Choice")

05.11.1935 - 19.05.2009

www.timesonline.co.uk/tol/comment/obitua…icle6321616.ece


"Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."

Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

pfuetz

"Sonnen-kind", nun mit "Vorhersage"

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2

Dienstag, 30. Juni 2009, 17:56

Pina Bausch verstorben...

"Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
"Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
"Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
"Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)

3

Dienstag, 30. Juni 2009, 18:29

Was für eine traurige Nachricht!
Sie war noch so aktiv.
Dass das Filmprojekt "Pina" mit Wenders nicht realisiert werden kann, ist besonders schade, das hätte eine große Hommage werden können.

Weiß jemand schon, ob es in den kommenden Tage etwas im TV geben wird?
Ich lege dann heute wohl Almodóvars "Sprich mit ihr" ein.
Hier ist eine Besprechung über Pina Bausch und Almodóvar:
http://www.danceinsider.com/f2002/f0524_1.html

:( Talestri

GiselherHH

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4

Dienstag, 14. Juli 2009, 13:49

Sir Edward Downes, Dirigent

17.06.1924 - 10.07.2009


www.telegraph.co.uk/culture/music/music-…ard-Downes.html
"Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."

Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

GiselherHH

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5

Freitag, 24. Juli 2009, 16:28

Friedrich Goldmann, Komponist und Dirigent

27.04.1941 - 24.07.2009

http://newsticker.welt.de/index.php?channel=kul&module=dpa&id=21895778
"Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."

Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

6

Montag, 27. Juli 2009, 18:31

Hiroshi Wakasugi verstorben

Am 21. Juli verstarb der japanische Dirigent Hiroshi Wakasugi im Alter von 74 Jahren.

Hier einige Stationen aus seiner Laufbahn:
1977-1983 Chef des WDR-Sinfonieorchesters in Köln
1981-1986 GMD der Deutschen Oper am Rhein
1987-1991 Tonhalle-Orchester Zürich
1982-1991 ständiger Gastdirigent an der Semperoper sowie bei der Dresdner Staatskapelle
Zuletzt leitete er das Tokyo Metropolitan Orchestra.

Im japanischen Musikleben genoß Wakasugi höchste Anerkennung. Zahlreiche Werke der klassischen Moderne, aber auch Opern Monteverdis erlebten unter ihm ihre japanische Erstaufführung. Wenn ich an seine Kölner Rundfunkaufnahmen denke, so fällt auf, dass er den Werken der Moderne stets sehr aufgeschlossen war und das Augenmerk gern auf entlegenes Repertoire richtete. Vom Feinsten waren aber auch – damals sehr zu meiner Überraschung – seine Aufnahmen Brahmsscher Orchesterwerke. Gelegentlich erklingen diese Einspielungen noch auf WDR3.

Wakasugi zählte sicher zu den bescheidenen und uneitlen Vertretern seines Fachs. Mir scheint, dass er jedenfalls an seinen westdeutschen Wirkungsstätten recht schnell - zu schnell - in Vergessenheit geraten ist.



Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

Zwielicht

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7

Montag, 27. Juli 2009, 18:55

RE: Hiroshi Wakasugi verstorben

Ich erinnere mich noch gut an Wakasugi, den ich während seiner Zeit als GMD mehrfach im Duisburger Haus der Deutschen Oper am Rhein erlebt habe. Namentlich eine Meistersinger-Premiere ist mir im Gedächtnis geblieben.

Meine intensivste Erinnerung ist bemerkenswerterweise auch eine wunderschön gespielte Brahms-Sinfonie: die Dritte, von Wakasugi bei einem Gastkonzert des WDR-Orchesters in Duisburg mit zwei Stücken von Nono und Takemitsu (?) kombiniert, die sich mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima auseinandersetzen. Das muss ca. 1982/83 gewesen sein.

Als ich Mitte der 80er aus Duisburg weggezogen bin, habe ich Wakasugi völlig aus den Augen verloren. Er zählte in der Tat nie zu den Dirigenten, über die man (hierzulande) viel geredet hat.


Viele Grüße

Bernd
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8

Montag, 27. Juli 2009, 22:48

also, ehrlich gesagt, finde ich den threadtitel mehr als deplaziert für
solch einen traurigen, äußerst ernsten inhalt ... 'eben verstorben'
.... :evil: :evil: :evil: :shake: :shake: :shake:

Fand ich auch - ich hab's geändert. - Rideamus
Muss es sein? - Es muss sein!

Quasimodo

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9

Mittwoch, 29. Juli 2009, 18:26

Charlie Mariano, Jazzmusiker (Saxophon, Flöte, Nagashwaram)

12.11.1923 - 16.06.2009

http://www.ksta.de/html/artikel/1242833543471.shtml
Bernd

Mina

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10

Donnerstag, 30. Juli 2009, 11:30

Soeben teilt mir mein Nachrichtendienst mit, daß Peter Zadek verstorben ist.
19.5.1926 - 30.7.2009
Man muß an alle Dinge mit dem nötigen Leck-mich-am-Arsch-Gefühl rangehen...

11

Sonntag, 2. August 2009, 23:34

Vor wenigen Tagen verstarb George Russell (23.6.1923 - 27.7.2009).

Russell war Kompositionsschüler von Stefan Wolpe und studierter Schlagzeuger. Nach einer Erkrankung mußte er das Schlagzeugspiel aufgeben, wande sich dem Klavier und den E-Keyboards zu. Früh arbeitete er dabei mit einigen skandinavischen Pionieren der elektro-akustischen Komposition in einigen der ersten Studios für elektronische Neue Musik in Oslo und Stockholm zusammen.

Einflußreich wurde er aber vor allem als Jazz-Theoretiker mit seinem 1953 erschienenen Buch Lydian Chromatic Concept of Tonal Organization, das die modale Spielweise von Miles Davis bis John Coltrane wesentlich prägte, ebenso als Jazzkomponist, von dem zahlreiche Stücke zu Klassikern der modernen Jazz-Big-Band-Literatur wurden, sowie als herausragender, prägender und stets Neues versuchender Arrangeur seit seiner Arbeit für die Big Band Dizzy Gillespies noch in den 50er Jahren.

Als Leiter eigener, meistens größerer Formationen haben Unzählige, die später selbst Bedeutung und häufig größere Berühmtheit erlangten, als er selbst, seine Bands als prägende Schule und experimentelle Workshop-Phase durchlaufen. Oder bei ihm, in seiner Hochschulkarriere studiert. Insbesondere war er auch für die skandinavische Szene stark prägend. So spielten, z.B. die jungen Jan Garbarek, Terje Rypdal, John Surman ( zwar Brite, aber viel in Skandinavien tätig)und viele andere in seinen Bands.

:wink: Matthias

12

Montag, 3. August 2009, 15:26

Unter "http://www.wgbh.org/listen/index.cfm" can man ein halbstündiges Feature finden, mit ausführlichen Statements von Russell selbst zu den Wendepunkten in seiner Karriere und seinen Lebenszielen - was für ein faszinierender, bescheidener Musiker!

GiselherHH

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13

Mittwoch, 19. August 2009, 08:42

Hildegard Behrens, Sopranistin

09.02.1937 - 18.08.2009

http://derstandard.at/fs/1250003785715/H…Behrens-ist-tot
"Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."

Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

Peter

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14

Samstag, 22. August 2009, 22:42

Geoffrey Tozer, Pianist

05.11.1954 - 20.08.2009



http://www.news.com.au/heraldsun/story/0…23-2862,00.html
Kaum nimmt Guttenberg kein Haargel mehr, geht Schlecker pleite. Das kann kein Zufall sein!

15

Samstag, 22. August 2009, 23:18

ist auch im wiki schon aktualisiert worden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geoffrey_Tozer

Robert

HenningKolf

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16

Sonntag, 23. August 2009, 07:21

Geoffrey Tozer, Pianist

05.11.1954 - 20.08.2009



http://www.news.com.au/heraldsun/story/0…23-2862,00.html
Ach je, so jung........seine Medtner-Einspielungen mag ich sehr. :(
Stattdessen sind Sie Knall und Fall mitten im Unterricht vom Gymnasium abgegangen.
GULDA: Ja, ich hab' gesagt, Herr Professor, darf ich aufs Klo, und bin nicht wiedergekommen. Ich glaub', es war in der Mathematikstunde .
Warum sind Sie nicht in der Pause gegangen?
GULDA: Das wär' ja fad gewesen. Keiner lacht. Die Tür ist eh offen. Ich wollte schon, daß es prickelt.

17

Sonntag, 23. August 2009, 18:33

ach du Schande, das macht mich wirklich traurig......
Habe Ihn sehr geschätzt, vor allem seine Aufnahmen der Rawsthorne- Konzerte, des Ireland-Konzertes(welche für mich nach wie vor die besten Einspielungen dieser Werke sind) und auch seine Medtner-Einspielungen.

Die Zeit vergeht so schnell, ich kann mich noch gut erinnern, als ich seine LP mit dem Ireland-Konzert (erschienen bei "Unicorn") kaufte als er einer der kommenden Stern im englischsprachigen Raum zu werden schien....aber das ist über 20 Jahre her.

:(

Michael
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

Peter

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18

Donnerstag, 3. September 2009, 01:40

Erich Kunzel, Dirigent

21.03.1935 - 01.09.2009


http://www.thestar.com/entertainment/article/689676
Kaum nimmt Guttenberg kein Haargel mehr, geht Schlecker pleite. Das kann kein Zufall sein!

19

Donnerstag, 17. September 2009, 16:41

Gestern, am 16.September 2009, starb nach langem Leiden Ernst Märzendorfer im Alter von 88 Jahren, einer der bedeutendsten Dirigenten, den Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg aufzuweisen hatte. Kein glamouröser oder sensationsgeiler Pultstar, sondern jemand mit musikalischem Feinstgefühl und hoher Ehrfurcht vor dem Werk wie vor dem Publikum. Von seinen Einspielungen werden insbesondere die konzertanten "Hugenotten" und die "Nacht in Venedig" maßstäblich bleiben, woran weder die Kürzungen bei der Oper noch der (wegen seines übermäßigen Akzents) unzureichende Herzog der Operette etwas ändern dürften. Requiescat in pace!

Waldi
______________________

Homo sum, ergo inscius.

20

Donnerstag, 17. September 2009, 17:23

Ernst Märzendorfer

Stefan Tanzer, Mitglied im Chor der Wiener Volksoper, hat mehrmals mit Ernst Märzendorfer arbeiten dürfen und für ein anderes Medium ("Online-Ausgabe "Der neue Merker") eine sehr persönliche Würdigung geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten möchte.


Der neue Merker



21

Donnerstag, 17. September 2009, 19:17

Um Ernst Märzendorfer tut es mir besonders Leid, er war als Künstler und als Mensch eine bedeutende Persönlichkeit,

wenn er mit Sängern arbeitete war es immer als würde er jeden Einzelnen gern haben, ob nun die Partie groß war oder klein, so bleibt er mir in Erinnerung.

In Dankbarkeit Peter aus Wien.

R.I.P.+

22

Donnerstag, 17. September 2009, 21:09

_________________
Im April 2007 hatte ich mich mit Dr. Johannes Wildner getroffen, um ein Interview zum Thema "Bruckner 9 Finale" mit ihm zu machen.
Relativ zu Beginn des Gespräches kam Herr Wildner auf Ernst Märzendorfer zu sprechen.

Ich stelle für Euch (exklusiv!) ein Extrakt aus meinem Interview hier herein, mit der Bitte, die Datei nicht zu speichern und weiterzuverbreiten.
Wenn das Forum öffentlich ist, muß ich die Datei auch wieder löschen.

Dr. Wildner äußert sich über den geschätzen Kollegen Märzendorfer im Zusammenhang mit dessen Versuch, einen Finalsatz zu Bruckners 9. Sinfonie zu erschaffen.
Ich bin gespannt, ob sich im Nachlaß von Märzendorfer evtl. tatsächlich verschollene Skizzen finden.

Dies also mein Beitrag zum Andenken an Ernst Märzendorfer - einen großartigen Menschen und Musiker.

KLICK


_________________
immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet...., sie haben "ALT" und "ENTF" gedrückt.
Darf man das? Ja, wenn man es kann.

23

Samstag, 26. September 2009, 14:03

Soeben habe ich erfahren, daß die spanische Pianistin Alicia de Larrocha am 25. September im Alter von 86 Jahren verstorben ist ...

Ihre Albeniz-Aufnahmen (und nicht nur die) sind Klassiker des Repertoires geworden.



New York Times Nachruf

24

Sonntag, 4. Oktober 2009, 13:09

Mercedes Sosa

Habe soeben in den Nachrichten gehört, dass Mercedes Sosa, die vielleicht bedeutendste Interpretin südamerikanischer Musik, verstorben ist.
R.I.P.

25

Montag, 5. Oktober 2009, 08:32

Giselher Klebe, 28.6.1925 - 5.10.2009

Gerade habe ich einen Anruf bekommen: Heute morgen starb im Alter von 84 Jahren in Detmold der Komponist Giselher Klebe. Ich war Klebe seit langer Zeit freundschaftlich verbunden, er gehörte als Mensch und als Künstler zu den wichtigsten Personen meines Lebens, erst gestern vormittag habe ich ihn noch besucht. Ich werde lieber mit etwas Abstand etwas über ihn schreiben.

Viele Grüße,

Christian

26

Montag, 26. Oktober 2009, 17:25

Helen Watts

Die walisische Altistin Helen Watts ist bereits am 7. Oktober im Alter von 81 Jahren verstorben.

Watts war ein "echter" Alt in der Nachfolge Kathleen Ferriers. QE II verlieh ihr den Titel eines "Commander of the British Empire". Im legendären Solti-Ring war sie die Schwertleite. Besonders häufig war sie in Händel-Partien zu hören, so auch in dieser - meiner liebsten - Aufnahme des Messiah. Ihr "For thou that tellest good tidings to Zion" ist einfach hinreissend :juhu:



Cheers,

Lavine :wink:
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

27

Montag, 26. Oktober 2009, 18:59

das finde ich sehr traurig.

erst vor Kurzem habe ich die messias - Aufnahme gehört und mir, ehrlich gesagt, gedacht, dass sie mir viel besser gefällt als die meisten Counter - Tenöre.

Eine wunderschöne Stimme, die mich sehr angerührt hat.

U.
Ich unterstelle natürlich Leser, die etwas Neues lernen, also selbst denken wollen (Karl Marx)

Amfortas09

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28

Dienstag, 27. Oktober 2009, 12:10

Heinz Klaus Metzger

Am Sonntag ist Heinz Klaus Metzger im Alter von 77 Jahren gestorben. Er gehörte zu den bedeutensten Musikpublizisten und Essayisten seit Beginn der siebziger Jahre. Sein Engagement galt vor allem der Neuen Musik. Er war wesentlich beteiligt an der Herausgabe der Reihe "Musik-Konzepte" und "Querstand".

:wink:
so ziehe ich den Dummköpfen die Narren vor — deren ich einer bin, was, leider ! gewiss ist... C.B.

Keith M. C.

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29

Samstag, 21. November 2009, 08:32

Hallo,

Die schwedische Hofsängerin Elisabeth Söderström, geboren am 07. Mai 1927 in Stockholm, ist am 20. November 2009 in ihrer Geburtsstadt verstorben.



Bis dann.

30

Dienstag, 24. November 2009, 19:09

Wie ich der Süddeutschen Zeitung und Tante Wiki entnehme, ist der Musikwissenschaftler (Verfasser von "Wissenschaftsbüchern") und Haydn-Guru

Howard Chandler Robbins Landon
(*1926)

am 20.11.2009 in Südfrankreich gestorben.

R.I.P.

(englische Musiker scheinen gerne im Süden Frankreichs abzuleben...)
"Habe mir soeben die Siebente von Beethoven mit Kleiber auf ZdF-Kultur angesehen. Sowohl klanglich als auch dartellerisch (Kleiber am Pult) grandios. Er bewegt sich in dieser Aufnahme mehr als Bernstein und auch schneller und schwitzt auch mehr."

31

Freitag, 27. November 2009, 14:07

Heute nacht starb im Alter von 86 Jahren György Melis, einer der bekanntesten ungarischen Sänger in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts, der sowohl in seiner Heimat wie in Westeuropa und den USA durch zahlreiche Baritonrollen ein Begriff, ja fast schon eine Legende wurde.
______________________

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32

Samstag, 9. Januar 2010, 15:03

Walter Raffeiner (1947 - 2009)

Am 25.12.2009 verstarb der österreichische Opernsänger Walter Raffeiner im Alter von nur 62 Jahren.

Raffeiner war einer der vielleicht untypischsten Sänger seiner Generation – man hätte ihn sich problemlos in einem Schauspielensemble, z. B. bei Frank Castorf, vorstellen können, eher zumindest, denn als Heldentenor an einer Staatsoper.

1971 schloss Walter Raffeiner sein Musikstudium in Wien als Lied- und Oratoriensänger ab. Mitte der 70er Jahre kam er, nach Zwischenstationen u. a. am Stadttheater Hagen, als lyrischer Bariton ans Staatstheater in Darmstadt.

Hier vollzog Raffeiner langsam den Wechsel ins Tenorfach. Schon der Schuhu in der Uraufführung der Oper „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ von Udo Zimmermann (nach dem Schauspiel „Die wundersame Schustersfrau“ von Federico Garcia-Lorca) war von der Stimmlage her nicht mehr klar zuzuordnen, ebenso, wie der Melot, den Raffeiner damals als Gast an der Frankfurter Oper in Wagners „Tristan“ in einer Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff sang.

Nach dem Belsazar in der gleichnamigen Oper von Händel (Regie: Herbert Wernicke – die gleiche Rolle interpretierte Raffeiner auch in einer Produktion der Staatsoper in Hamburg, Regie dort: Harry Kupfer) war der Pedro am Staatstheater Darmstadt eine weitere, grosse Tenorpartie im „Tiefland“ von Eugene d´Albert, eine Rolle die ein hochgelagerter Bariton gut interpretieren kann und Raffeiner machte das bravourös.

Es folgten, Walter Raffeiner war zwischenzeitlich Ensemblemitglied der Oper in Frankfurt geworden, der Max („Freischütz“ von Weber) und der Florestan („Fidelio“ von Beethoven), aber auch Partien wie der Guidobald in den „Gezeichneten“ von Franz Schreker oder die kleine Rolle des Boten in der „Aida“ (Regie bei beiden Produktionen: Hans Neuenfels).

Ein absoluter Höhepunkt seiner Karriere dürfte die Interpretation der Titelpartie in Wagners „Parsifal“ in der Regie von Ruth Berghaus in Frankfurt gewesen sein. Raffeiners Stimme befand sich in ausgezeichnetem Zustand und darstellerisch war Raffeiner phänomenal. Wer das Schlussbild einmal gesehen hat, dürfte es nie wieder vergessen haben: in einem viel zu grossen Mantel steht Raffeiner mit einer goldenen Papierkrone und einem riesigen Speer auf der Bühne. Sein Blick ist ängstlich, die Schultern sind hochgezogen, verletzlich sieht das aus – und doch auch leicht trotzig.

Walter Raffeiner hat sich nie geschont, was bald Spuren auf seiner Stimme hinterliess. Sein Siegmund („Walküre“ von Wagner, Regie: Ruth Berghaus) war im ersten Akt gesanglich problematisch, im zweiten, besonders bei der „Todverkündigung“, konnte Raffeiner dann aber noch erstaunlich punkten.

Sein Gesangsstil kann als mitunter rüde bezeichnet werden. Immer war ihm der Ausdruck wichtiger, als das „Schönsingen“.

Das fällt besonders beim Liedsänger Walter Raffeiner auf. Seine Interpretationen von Schubert-Liedern oder der „Winterreise“ des gleichen Komponisten sind weit weg von dem, was man von den bekannten Namen im Bereich „Lied“ gewohnt ist.

Seine „Winterreise“ ist ein Portrait innerer Zerissenheit, voll Verzweiflung und durchsetzt von quälenden Ausbrüchen, verstörend, eigenwillig aber enorm direkt. Raffeiner konnte so packen, wenn man sich auf seine Interpretation einlassen konnte, dass er gefragt wurde, ob er bereit sei, seine „Winterreise“ vor jungen Leuten in einer Halle zu singen, in der normalerweise Rockmusik gespielt wurde, vor einem Publikum, das Musik von Schubert normalerweise nicht hören wird.

Nach seinem Engagement in Frankfurt arbeitete Raffeiner freischaffend: als Schauspieler (in Fernsehspielen genauso, wie in Filmen), als Brecht-Interpret oder als Darsteller in Operetten (u. a. unter der Regie von Christoph Marthaler).

Walter Raffeiner war ein Künstler, der in keine Schublade passte, der oft unbequem, aber auf der anderen Seite sehr herzlich sein konnte. Einer von denen, von denen es viel zu wenig gibt.
Fremd bin ich eingezogen

Armin Diedrich

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33

Sonntag, 10. Januar 2010, 19:47

RE: Walter Raffeiner (1947 - 2009)


Walter Raffeiner hat sich nie geschont, was bald Spuren auf seiner Stimme hinterliess. Sein Siegmund („Walküre“ von Wagner, Regie: Ruth Berghaus) war im ersten Akt gesanglich problematisch, im zweiten, besonders bei der „Todverkündigung“, konnte Raffeiner dann aber noch erstaunlich punkten.


Unvergeßlich jene "Walküre" in München 1989, bei der er vollkommen einging und für die Aufzeichnung dann durch Robert Schunk ersetzt werden mußte. Sowas habe ich seitdem nur noch einmal erlebt, damals buhte das ganze Haus...

34

Sonntag, 10. Januar 2010, 20:40

Alexandru Ionitza

Wie der Homepage der Deutschen Oper am Rhein zu entnehmen ist, verstarb am bereits am 2. Januar der Tenor Alexandru Ionitza. Ich vermute, dass dieser Sänger ausserhalb Düsseldorfs kaum bekannt ist; für mich war er der Prototyp des Ensemblesängers, den es in dieser Form heute kaum noch gibt. 25 Jahre füllte er an der Rheinoper die Rollen der zweiten und dritten Reihe aus, die eben auch besetzt werden müssen. Dass seine Stimme weder die größte noch die schönste ist, hat eine Karriere im ersten Fach verhindert. Trotzdem war er mehr als ein Stichwortgeber. Selbst in Kleinstpartien wie dem Comte de Lerma in Don Carlos oder dem Richter im Maskenball gelangen ihm oft eindringliche Charakterstudien - und wenn es sein musste, und das Besetzungsbüro einmal wieder geschlampt hatte, stand er auch mal fünfmal in einer Woche auf der Bühne. Dabei zeichnete ihn eine unglaubliche Professionalität aus; ich kann mich an keinen einzigen wirklich schlechten Abend mit ihm erinnern. Jetzt ist er im Alter von nur 61 Jahren gestorben.

35

Montag, 11. Januar 2010, 00:09

Herr Ionitza ist selbst innerhalb Düsseldorfs kaum bekannt :hide: Aber ich lebe ja auch erst seit zwei Jahren hier.

Preisfrage: Was haben Beniamino Gigli, Juliette Gréco, Luise Rinser, Thelonious Monk, Heinrich Böll, Trude Herr, Romy Schneider, Joseph Beuys, Karlheinz Stockhausen und Maria Callas gemeinsam?

Sie alle schleckten genußvoll die Gelati von Gigi Campi - dem Mann, der als kölscher Italiener im Gastrobereich, vor allem aber in der Jazzszene der Stadt mit Dom seine charmanten Spuren hinterließ. Im Alter von 81 Jahren sagte er nun "addio".

Hier ein Link zum Nachruf in der Dumontpresse http://www.ksta.de/html/artikel/1262689709962.shtml , der nur einen bescheidenen Eindruck davon vermittelt, was Signore Campi in seinem Leben so alles bewegt hat.

Auf seiner Firmenhomepage läßt sich auch manches nachlesen: http://www.campi-im-funkhaus.de/campi/index.html

Cheers,


Lavine :wink:
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36

Montag, 11. Januar 2010, 12:55

Otmar Suitner gestorben

Eine traurige Nachricht:

Otmar Suitner (16. Mai 1922 - 8. Januar 2010 in Berlin) ist 87-jährig gestorben.

http://www.kurier.at/kultur/1968837.php


Das wenige was ich von ihm kenne, habe ich sehr gern. Seine Dvorak Symphonien sind für mich die Referenz-GA (trotz Angelov, trotz Kubelik).

Erstickt bald vor lachen, weil es hier immer so lustig und geistreich zugeht.

Zwielicht

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37

Montag, 11. Januar 2010, 13:29

Alexandu Ionitza

Ich vermute, dass dieser Sänger ausserhalb Düsseldorfs kaum bekannt ist


In Duisburg kennt man ihn auch sehr gut. ;+)

(Düsseldorfer... :shake: :D )



Viele Grüße

Bernd
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Amfortas09

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38

Montag, 11. Januar 2010, 14:50

Zitat

Das wenige was ich von ihm kenne, habe ich sehr gern. ...



und auch diese Wiedergabe unter Suitner lohnt sich; jedem Pfitzner-Junkie zu empfehlen..

und diese H+G ist orchestral auch nicht schlecht..



orchestral ausgezeichnet ist diese Wiedergabe eines Meisterwerkes von Mozart (dt. Übersetzung ist zum Teil gewöhnungsbedürftig, aber es gibt schlimmere "Übersetzungen"):



soweit ich es mal gehört habe, hatte Suitner einen Wozzeck in Dreden gegen die damaligen SED-Funktionäre durchgesetzt, auch beim Palestrina (in Berlin) hatte er anfangs politische Schwierigkeiten. Die SED-Behörden witterten "Schopenhauerischen Unrat"...

:wink:
so ziehe ich den Dummköpfen die Narren vor — deren ich einer bin, was, leider ! gewiss ist... C.B.

39

Montag, 11. Januar 2010, 18:39

Ionita und Raffeiner

So gänzlich unbekannt ist Alexandru Ionita auch ausserhalb der "Deustchen Oper am Rhein" nicht gewesen. Immerhin hat er auch an Opernagesamtaufnahmen mitgewirkt, so beim "Rigoletto" als Borsa oder als Peppe in den "Pagliacci", beides unter der Leitung von Lamberto Gardelli.

Original von Armin Diedrich

Zitat

Unvergeßlich jene "Walküre" in München 1989, bei der er vollkommen einging und für die Aufzeichnung dann durch Robert Schunk ersetzt werden mußte. Sowas habe ich seitdem nur noch einmal erlebt, damals buhte das ganze Haus...


Solche Abende gab es bei Rarffeiner mehr als einen. Das ist besonders schade, weil Raffeiner für eine verhältnismässig kurze Zeit eine echte Hoffnung für das jugendlich-dramatische Tenorfach war.
Fremd bin ich eingezogen

Amfortas09

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40

Montag, 11. Januar 2010, 19:29

Eric Rohmer (21. März 1920 - 11. Januar 2010)

er schuf so schöne Filme wie z.B. Le rayon vert (Das grüne Leuchten ) oder Conte d’hiver (Wintermärchen)



:wink:
so ziehe ich den Dummköpfen die Narren vor — deren ich einer bin, was, leider ! gewiss ist... C.B.

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