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81

Montag, 15. März 2010, 11:51

Jean Ferrat (* 26. Dezember 1930 in Vaucresson, Hauts-de-Seine; † 13. März 2010 in Aubenas, Ardèche; eigentlich Jean Tenenbaum) ist gestorben und mit ihm einer der bedeutendsten Chansonsänger der Gegenwart.


Ich lernte ihn zusammen mit Georges Brassens und Léo Ferré kennen. Sein Chanson "Potemkine" kündigte Mitte der 60er die Studentenunruhen und Proteste gegen den Vietnam-Krieg von 1968 ankündigte. Es war ein Affront und ein klares Bekenntnis Ferrats zu seiner linken Überzeugung, was dazu führte, dass "Potemkine" und Ferrats Chanson "Ma France" nicht mehr vom Rundfunk gespielt werden durfte.

Geboren wurde Ferrat am 26. Dezember 1930 in Frankreich unter dem bürgerlichen Namen Jean Tenenbaum. Als er elf Jahre alt war, wurde sein aus Russland eingewanderter jüdischer Vater ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er starb. Ferrat selbst überlebte nur dank der Hilfe kommunistischer Kämpfer.

Ferrat veröffentlichte im Lauf seiner Karriere mehr als zwei Dutzend Platten. Poetische Liebeslieder waren darauf ebenso zu finden wie Chansons mit politischen Texten. Mit viel Feingefühl und einer tiefen, sanften Stimme vertonte er auch Gedichte von Louis Aragon.

Nun würdigte Staatspräsident Nicolas Sarkozy Ferrat als einen der Großen des französischen Chansons. "Er hat gezeigt, dass er anspruchsvoll und gleichzeitig populär sein kann", schrieb der Staatschef. Jeder Franzose habe Ferrats unvergesslichen Melodien und seine anspruchsvollen Texte im Gedächtnis.


Es grüßt Peter
.
Wir stehen im Greisenalter der Welt, darum hat die Schärfe des Geistes nachgelassen, und niemand vermag in dieser Zeit den früheren Schriftstellern gleichzukommen.

(Fredegar, Chronik IV, Prolog; um 650)

82

Montag, 22. März 2010, 00:17

Wolfgang Wagner * 30. August 1919 in Bayreuth; † 21. März 2010 ebenda

Tagesschau
Erstickt bald vor lachen, weil es hier immer so lustig und geistreich zugeht.

83

Montag, 29. März 2010, 22:30

:wink:

Der großartige Jazzer, insbesondere als BigBandLeiter, Peter Herbolzheimer ist am 27.3.2010 in seiner Heimatstadt Köln im Alter von 74 Jahren verstorben.

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

84

Montag, 29. März 2010, 22:38

:wink:

Einer der ganz großen Meister der Harmonie ist am 27.3.2010 in Moskau gestorben: Wassili Wassiljewitsch Smyslow.

Ich zitiere aus Wikipedia: "Smyslow verglich seinen Musik- und Schachgeschmack und schrieb:
„Die strikte Schönheit und Harmonie, die Ungezwungenheit und die Eleganz, die unfehlbare Intuition des Künstlers, die absolute Beherrschung der Technik und als Folge die absolute Unabhängigkeit ihr gegenüber – das ist mein Ideal. Auch im Schachspiel bin ich ein überzeugter Anhänger der klassischen Logik des Denkens. Eine Schachpartie muß die Suche nach der Wahrheit beinhalten. Der Sieg ist die Bestätigung dieser Wahrheit. Die größte Phantasie, die höchste Technik, das tiefste Verständnis der Psychologie sind nicht imstande, aus einer Schachpartie ein Kunstwerk zu machen, wenn sie nicht zum Hauptziel führen – der Suche nach der Wahrheit. Diese Eigenschaften weisen – einzeln genommen – nur auf die außerordentliche Begabung ihres Besitzers hin.“"

Er wurde 1957 der siebte Weltmeister der Schachgeschichte. Viele seiner Partien sind wahre Juwelen des königlichen Spiels. Besonders schön ist sein Können in einem der besten Schachbücher überhaupt kommentiert, David Ionowitsch Bronsteins "Das Kandidatenturnier Zürich/Neuhausen 1953".

Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

85

Dienstag, 30. März 2010, 01:42

Der großartige Jazzer, insbesondere als BigBandLeiter, Peter Herbolzheimer ist am 27.3.2010 in seiner Heimatstadt Köln im Alter von 74 Jahren verstorben.


Danke für den Hinweis. Das ist traurig.

Eben durch Frank erst auf den Tod des Big Band Leiters und Posaunisten Peter Herbolzheimer aufmerksam geworden. Durch seine langjährige Rhythm Combination & Brass ging eine große Vielzahl von europäischen Musikern - für viele eine außerordentlich gute Schule, in der talentierte jüngere Komponisten und Arrangeure auch die Gelegenheit bekamen, neben Herbolzheimers ihre Ideen mit einer großen Band auszuprobieren, obwohl Herbolzheimers eigener Ideenvorrat auch ziemlich unerschöpflich war. Mit ihr gelang es ihm, einen relativ populären Jazz zu pflegen, ohne dabei gefällige, populistisch anbiedernde Musik zu machen. Im Gegenteil war sein eigener charakteristischer Big Band -Klang mit scharfer Blechbläser-Dominanz und manchmal sehr funky, fast immer sehr groovigen Rhythmen sofort heraushörbar.

Herbolzheimer war auch als Gründer und langjähriger Leiter des Bundesjugendjazzorchesters für den Jazz in Deutschland ein bedeutender und erfolgreicher Lehrer.

Ein schöner und günstiger Querschnitt seiner Aufnahmen für das Label MPS von 1972-77, bei dem wohl seine besten Aufnahmen mit der Rhythm Combination & Brass entstanden. ist dieser:



:wink: Matthias

86

Mittwoch, 31. März 2010, 16:54

Fred K. Prieberg (03.06.1928 - 28.03.2010)

Am 28. März 2010 ist der Musikwissenschaftler Fred K. Prieberg gestorben. Sein Buch „Musik im NS-Staat“ ist ja wohl weitgehend bekannt und gilt als Standardwerk. Ich habe es leider noch nicht gelesen. Vielleicht sollte ich es mir endlich mal antiquarisch besorgen.


Zitat Wikipedia:
Das 1982 veröffentlichte umfangreiche Taschenbuch Musik im NS-Staat war die erste systematische Darstellung der Musikgeschichte und des Musikbetriebes im Dritten Reich und gab den Anstoß zu weiteren musikwissenschaftlichen Forschungen auf dem bis dahin tabuisierten Thema.

Ab 1951 trug er in einer über vier Jahrzehnte hinweg dauernden Arbeit ein umfangreiches Privatarchiv zur Musik des 20. Jahrhunderts zusammen.

Prieberg veröffentlichte die Auswertung seines Privatarchivs unter dem Titel Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945 im Eigenverlag als elektronische Ressource (...). Es enthält auf 9570 Seiten circa 5.000 Personenartikel mit Kurzbiographien (auch zu wichtigen Institutionen, Funktionären und Politikern), Behördenkorrespondenzen, politische Gutachten und Zeitschriftenartikel, sowie rund 10.000 verzeichnete Werktitel aus dem Repertoire politisch angewandter Musik, Partituren, Liedanthologien, Tonaufnahmen im Deutschen Rundfunkarchiv sowie im Anhang das Archiv-Inventar Deutsche Musik 1933–1945.
"Give me all you've got, then crescendo!" Leonard Bernstein

87

Mittwoch, 31. März 2010, 17:22

Ein paar schöne Jahre im Elsass hätte ich ihm noch gegönnt, eine Reihe von Gläsern Wein. Mit dem Handbuch hatte er sein Lebenswerk gekrönt und uns einen unermesslichen Schatz an Tatsachen geliefert, Rohdiamanten, die viele Entdeckungen sicherten, die in Aktendeckeln und anderswo vergessen und verloren worden wären. Sein Erbe ist gesichert, die Arbeit geht weiter, aber fehlen wird er, der unermüdliche Arbeiter, Antreiber und Forscher, an allen Ecken und Enden.

Mein Salut für jemanden, dem ich meinen höchsten Respekt zolle

Peter Brixius
.
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(Fredegar, Chronik IV, Prolog; um 650)

88

Mittwoch, 31. März 2010, 17:55

Fred K. Prieberg

Hinweisen möchte ich auch auf seine Veröffentlichungen u.a.: "Musik in der Sowjetunion", 1965, "Musik im anderen Deutschland", 1967, "Musik und Musikpolitik in Schweden", 1975. Auch dies waren Pionierstudien in Westdeutschland, sehr differenziert, in manchem heute m.E. auch etwas korrekturbedürftig, doch gegen jede Art von Gängelung orientiert und immer noch lesenswert. Naheliegend, dass ein weiterer Band dann "Musik und Macht", 2001, übergreiffender thematisierte. Diesen kenne ich jedoch auch noch nicht.

:wink: Matthias

Carsten

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89

Samstag, 3. April 2010, 00:54

Herb Ellis †



Ein stil- und geschmackssicherer Grandseigneur der Jazz-Gitarre ist am 28. März verschieden: Herb Ellis.
Seine Aufnahmen mit Oscar Peterson oder Ella Fitzgerald sind kleine Juwelen des noblen Understatements.

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

90

Sonntag, 4. April 2010, 17:10

Ole Schmidt
(1928 - 6.3.2010)

Der dänische Komponist und Dirigent ist eng mit Carl Nielsen verbunden. Er spielte mit dem London Symphony Orchestra erstmals alle Sinfonien auf Schallplatte ein.

Nach dem Studium an der Royal Danish Academy of Music studierte er bei Rafael Kubelik und Sergiu Celibidache Dirigieren





Liebe Grüße Peter
.
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(Fredegar, Chronik IV, Prolog; um 650)

91

Dienstag, 13. April 2010, 20:27

Werner Schroeter (7.4.1945 - 12.4.2010)

Wenige Tage nach seinem 65. Geburtstag ist gestern der Film-, Theater- und Opernregisseur Werner Schroeter gestorben.

Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

GiselherHH

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92

Montag, 26. April 2010, 17:57

Alan Silitoe, englischer Schriftsteller und Dramatiker

(04.03.1928 - 25.04.2010)


http://www.timesonline.co.uk/tol/comment…e7107700.ece149
"Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."

Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

93

Montag, 26. April 2010, 22:41

Arthur Winograd, Cellist und Mitgründer des Juilliard String Quartets

(22.04.1920 - 22.04.2010)


http://www.codexflores.ch/nachrichten_ind2.php?art=7089

____________________________________________________________

Willy Caron, niederländischer Opernsänger

(15.07.1934 - 26.04.2010)


http://www.rnw.nl/english/bulletin/famou…illy-caron-dies
Kaum nimmt Guttenberg kein Haargel mehr, geht Schlecker pleite. Das kann kein Zufall sein!

94

Samstag, 1. Mai 2010, 16:46

Franz Bauer - Theussl einer der großen Könner - verstorben

Meine Lieben!

Als ich Franz Bauer - Theussl kennen gelernt habe, war ich noch auf der Bühne der Volksoper "tätig".

Franz Bauer-Theussl wurde am 25.9.1928 in Zillingdorf geboren und war, nach seine Angaben, einer der letzten Schüler von Clemens Krauss, ich habe immer seien Präzision bewundert, sie es in der Oper oder in der Operette gewesen. Wenn man einmal mit ihm gesungen hat, sei es in der "Zauberflöte" gewesen, er war für jeden Sänger da.

Seine Stiilgenauigkeit und seine Präsenz machten es leicht mit ihm zu arbeiten, das weiß ich auch von Erika Mechera und Rudolf Christ, der ja ein bekannter Hoffmann war [mit Anton Dermota und Waldemar Kmentt].

Franz Bauer - Theussl betreute das italienische Fach an der Volksoper, wo LPs entstanden, mit großen Querschnitten, mit Mimi Coertse, Gerda Scheyrer und Waldemar Kmentt sowie Walter Berry, in der Tosca, Troubadour, Rigoletto und La Bohéme, die sich, trotz deutscher Sprache, mit italienischen Aufnahmen messen lassen. Leider sind diese vier LPs nie auf CDs gebrannt worden. [Ich habe sie alle viere].

Aber dieser hier ist gebrannt worden, ein Querschnitt des "Zar und Zimmermann" ist hörens- und kaufenswert.



Mit der Carl Michael Zieher Stiftung war Franz Bauer - Theussl eng verbundne, und die Ziehrer Gesellschaft hat auch ein Konzert mit ihm aufgenommen, welches ich auf VHS habe, wo der junge Heinz zednki, Mirjana Irosch, die leider zu früh verstorben Monique Lobasa und Ossi Kolmann im Konzerthaus sangen.




Aber auch die Wiener Operette ist, zum Glück, preiswert, mit Franz Bauer - Theussl, auf CDs vertreten.


Mit Franz Bauer - Theussl verband mich, auch eine persönliche Freundschaft auch späterhin die dann, als er in Pension ging und er nach Unterach am Attersee übersiedlete, eine telefonische wurde.

Nun bekam ich heute früh, telefonisch, durch seine Gattin die Nachricht, dass Franz Bauer - Theussl, im Landeskrankenhaus Salzburg, gestern, am 30. 4. 2010 im 81. Lebensjahr von uns gegangen ist, ich verliere einen großen Freund, einen bewundernswerten Menschen und das Musikleben einen wunderbaren Dirigenten.

Wieder ist einer der großen, fast nur in Österreich oder Wien bekannten, Dirigenten ist von uns gegangen.

R. I. P.

Cherubino

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95

Samstag, 1. Mai 2010, 18:41

Ich habe gestern schon vom Tod Franz Bauer-Theussls gelesen und möchte mich der Kondolenz anschließen. Ich kenne Bauer-Theussl als Dirigent der klasischen Wiener Walzer, er hat auf diesem Bereich Neugierde gezeigt und auch nicht so oft gespieltes Repertoire aufgeführt und aufgenommen (siehe sein Engagement für Ziehrer) und er hat diese Musik in sehr gelungenen Aufnahmen vorgelegt. Aus meiner Sicht zeichnen ihn ein natürliches Gespür für Tempo und Rhythmus dieser Art von Musik aus, ebenso eine sichere Beherrschung des Handwerkes, seine Aufnahmen wirken natürlich und unspektakulär, so wie es nur mit viel Können und Einfühlungsvermögen in Orchester und Partitur gelingen kann.
Da Franz Bauer-Theussl ja ein durchaus erfülltes Leben gelebt und ein gesegnetes Alter erreicht hat, ist sein Tod sicher kein tragisches Ereignis, das betroffen machen muss, aber in jedem Fall ein Verlust für die Musikwelt!
Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

96

Dienstag, 4. Mai 2010, 01:39

Zu (längst nicht nur) meiner ganz persönlichen Bestürzung erfahre ich soeben, dass die Schauspielerin Lynn Redgrave am letzten Sonntag im Alter von nur 67 Jahren an Brustkrebs gestorben ist.

Ich habe sie seit ihren Debütfilmen TOM JONES, THE GIRL WITH THE GREEN EYES und vor allem GEORGY GIRL (1966) bewundert und hatte das außerordentliche Privileg, vor zehn Jahren einen der besten ihrer letzten Filme, DEEPLY, produzieren und sie dabei näher kennen lernen zu dürfen.


(c) 2000 Vip Filmproduktion. Wiedergabe genehmigt

Ich habe zum Glück in meinem Leben viele liebens- und bewundernswerte Schauspielerinnen jeden Alters getroffen, aber kaum jemals eine vollkommenere Dame und zugleich bessere Schauspielerin kennen gelernt, die mit (natürlich nur scheinbar) erstaunlich wenigen Mitteln so viel ausdrücken und den Zuschauer zutiefst bewegen konnte.

Das Wissen, dass es sie nicht mehr gibt, schmerzt mich sehr, auch wenn ich sicher bin, dass sie in ihren Filmen und vielen Herzen noch lange weiter leben wird.

R.I.P.

:wink: Rideamus
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Cherubino

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97

Mittwoch, 5. Mai 2010, 20:58

Ich habe gerade eben erfahren, dass heute die große italienische Mezzosopranistin Giulietta Simionato im gesegneten Alter von 99 Jahren verstorben ist. Heute in einer Woche hätte sie sogar ihren 100. Geburtstag feiern können! Simionato verabschiedete sich schon 1966 von der Bühne, hat aber viele Aufnahmen hinterlassen, durch die sie noch immer im Bewusstsein der Opernfreunde weltweit präsent ist. Besonders verdient gemacht hat sie sich in den 1940er und 1950er Jahren um die Wiederbelebung der Rossini-Rollen für Koloraturalt, sie war eine der ersten Mezzosopranistinnen, die sich wieder z. B. der Rosina angenommen haben. Ihre Verdienste und Leistungen in Opern von Verdi, Puccini und Mozart sind natürlich auch zu würdigen und hervorzuheben.
Nach ihrem Bühnenabschied vor nunmehr mehr als vierzig Jahren hat Simionato als Lehrerin gewirkt und ist in mehreren Dokumentarfilmen aufgetreten, wo sie sich auch als "Opernstar im Ruhestand" immer wieder zu Wort gemeldet und die aktuelle Opernszene kritisch reflektiert hat. Trotz des gesegneten Alters, dass Simionato erreicht hat, und trotz des erfüllten Lebens, dass sie führen durfte, bin ich von der Nachricht ihres Todes ehrlich betroffen.
Vielleicht möchte jemand, der sich dazu eher berufen fühlt als ich, einen ausführlicheren Nachruf auf Simionato verfassen und ihre Leistungen würdigen?
Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

98

Donnerstag, 6. Mai 2010, 08:01

Ob ich berufen bin einen Nachruf auf Giulietta Simionato zu verfassen ist eine andere Geschichte,

bei mir fließen zu viele Erinnerungen mit ein.



In den mittleren Jahren der 1950er Jahre kam, bedingt durch Herbert von Karajan, der eine Zusammenarbeit der Wiener Staatsoper mit der Scala Milano forcierte, eine nicht allzu große Frau - mit einer großen Stimme zu uns, mit einer großen Stimme um bei uns in Wien, bis 1966 der führende Mezzosopran zu werden, eben Giulietta Simionato.

Mit der Maddalena in Verdis "Rigoletto" war sie eine furchterregende Parbnerin von Ceare Siepi, wie sie mt diesem um das Leben des Herzogs feilscht, ist auch auf der LP / CD Gesamtaufnahem, zum Fürchten.



In den Verdi Mezzo Partien war sie unerreicht, aber auch in Mozarts Figaro, wo sie den Cherubino noch mit 67 Jahren bei uns sang.



Giulietta Simionato hatte aber noch etwas einen unverwüstlichen Humor, ein charmantes Wesen, und ich kann mich erinnern als wir mit ihr beim Heurigen waren, sang sie, wie sie sagte so zum Spaß die 2. Arie der Königin der Nacht, und zwar perfekt.

Ihre Preziosilla sprühe vor Charme und auch ihre Carmen [in Wien nicht mit Franco Corelli] war einzigartig, dabie hatten wir ja auch eine Regina Resnik.



Jedoch eine Partie, die sie leider nie in Wien - aber an der Scala Milano - sang, brachte ihr Weltruhm das waren "Die Hugenotten" ihr Duett mit Franco Corelli, als Valerie, ist wohl einzigartig.



oder ein Abend der mir unvergessen bleibt, auch an der WStO in fast dieser Besetzung, nur sang bei uns die Adriana Renata Tebaldi.



Also es gibt, Gottseidank, auch heute noch eine Menge Aufnahmen von Giulietta Simionato die später eigentlich nur von Agnes Baltsa abgelöst wurde, die auch in den Partien die dem Mezzo Kolorturen eines Rossini begeisterte.



In Giulietta Simionato verliert die Wiener Oper, laut Driektor Holender eine besondere Persönlichkeit, die nicht umsonst den Großen Orden für Verdienste um die Republik Österreich bekommen hat, einen noch größeren, wertvollen Orden hatte sie bei ihren Fans, im Herzen, schon lange.

Das Wiener Publikum, meiner Genration, hat aber unervergessliche Opernabende in Erinnerung, die man durch CDs nachempfinden kann, es wäre sehr geraten es zu machen.

Diese große Sängerin hat, in meinem Herzen, immer einen Platz behalten, auch wenn sie sich in Wien, dann nach Karajan Abgang rarer machte.

Ein herzliches Beileid an die Opernwelt sagt Euer Peter aus Wien.

R. I. P. +

99

Donnerstag, 6. Mai 2010, 22:24

Ich habe auch gerade vom Tode Giulietta Simionatos anderweitig gelesen und betrachte es auch als gut zu wissen, dass ihr hier im Forum zeitnah darauf aufmerksam wurdet.

Letztes Jahr noch habe ich ein Interview mit Ihr gesehen, das in zwanglos wirkender Atmosphäre in einem Bistro inmitten einer Tischrunde. Soweit ich das mitbekommen habe, verkehrte sie dort öfter als Stammgast. Echt cool!

das war wirklich eine außergewöhnliche Stimme, ein absolutes Vorbild für alle Sängerinnen dieses Fachs und auch dafür, dass sich "langer Atem" doch lohnen kann, denn ich habe gelesen, dass sie eine ziemlich lange Durststrecke hatte, bevor sie so richtig herauskam. Neu ist mir, dass sie auch als Rossini - Contralto in Erscheinung gtreten ist. Das möchte ich unbedingt hören.

Die Ära dieser Stimmen ist wohl vorbei :cry:

:wink:
Ich unterstelle natürlich Leser, die etwas Neues lernen, also selbst denken wollen (Karl Marx)

gioachino

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100

Donnerstag, 6. Mai 2010, 23:51

Im vorletzten Opernglas hatte sie, anlässlich ihres bevorstehenden 100. Geburtstages, noch ein interessantes Interview gegeben,

das zu lesen nun umso mehr lohnt !



Ciao. Gioachino
miniminiDIFIDI

101

Freitag, 7. Mai 2010, 18:55

Alfons Kontarsky (* 9. Oktober 1932 in Iserlohn; † 5. Mai 2010)

Alfons Kontarsky ist leider gestorben. Er hatte mit seinem Bruder Aloys noch beim großen Eduard Erdmann Klavier studiert. Dann bildeten die beiden Brüder 1955 das Klavierduo Kontarsky, das bis 1983, als sein Bruder Aloys schwer erkrankte, bestand. Es entstanden viele herausragende Aufnahmen. Mir ist z.B. ihre Einspielung der Klavierwerke für 2 Klaviere von Debussy und Ravel besonders lieb. Besonders widmeten sie sich auch der Neuen Musik und arbeiteten hier intensiv besonders mit Karlheinz Stockhausen zusammen, ebenso auch mit Bernd Alois Zimmermann. Wie viele Werke der neuen Musik ihm gewidmet wurden, wußte er wahrscheinlich nicht einmal mehr selbst.

Von 1970 bis 1975 bildete Alfons Kontarsky auch zusätzlich mit dem Violinisten Saschko Gawriloff und dem Cellisten Klaus Storck ein Klaviertrio.

Eine hübsch geschriebene, kurze Autobiographie hier vermittelt den Eindruck eines sehr sympathischen Menschen.

CD's mit Aufnahmen von ihm, zumeist mit seinem Bruder, die ich sehr schätze und noch angeboten finde:













:wink: Matthias

102

Samstag, 8. Mai 2010, 03:00

Diese Referenzaufnahmen dieser Werke haben auch die Kontarsky-Brüder zu verantworten:


Auf diese wollte ich noch unbedingt hinweisen.Nicht mal der Amazon-Link geht mehr. Gibt es leider soweiso nur noch sehr teuer gebraucht.

Bartok - Sonate für 2 Klaviere und Percussion mit Chistoph Caskel und Heinz König
Strawinsky - Concerto for 2 Pianos; Sonate for 2 Pianos
DG 20th Century Classics


Eine Schande, dass diese und so viele andere herausragende Aufnahmen der beiden nun verstorbenen Brüder nicht mehr erhältlich sind.

:wink: Matthias

103

Samstag, 8. Mai 2010, 10:00

Hallo zusammen,

ich habe Alfons Kontarsky noch live erleben können. Bei der ersten Triennale in Köln spielte er mit einer Schülerin Stockhausens Mantra, eines der wenigen Konzerte, an die auch Jahre später die Erinnerung noch frisch ist :juhu:

Sein Bruder Aloys war damals im Publikum. Die Aufnahme von Mantra der beiden Brüder ist übrigens im Stockhausen-Verlag noch verfügbar.

Wirklich schade, dass die Aufnahmen der beiden nur noch spärlich erhältlich sind. Die Bartok/Strawinsky-Aufnahme, auf die Matthias im letzten Post hingewiesen hat, schätze ich auch sehr.

Einer der großen Interpreten der modernen Musik ist gestorben.

Viele Grüße,

Melanie

PS: Ich dachte, dass Aloys noch lebt?
With music I know happiness (Kurtág)

104

Samstag, 8. Mai 2010, 12:16

Ich dachte, dass Aloys noch lebt?


Aloys Kontarsky lebt noch. Er hatte 1983 krankheitsbedingt seine Pianistenlaufbahn beenden müssen, deshalb ist es - leider - still um ihn geworden. Diesen Monat wird er 79 Jahre alt. (*14.05.1931).

:wink:
Jean
„Ich werde überhaupt nur noch ausschließlich mich selbst zitieren ...“ Algabal

105

Montag, 10. Mai 2010, 19:19

Lena Horne 1917 - 2010

Im Alter von 93 Jahren verstarb gestern die legendäre Sängerin Lena Horne.



1939 wurde sie die erste schwarze Sängerin in einem rein weißen Orchester, aber die rassistischen Missklänge verfolgten sie dermaßen intensiv, dass sie sich zwei Jahre später wieder von dieser "Front" zurück ziehen musste. Dennoch wurde sie populär genug, dass sie 1943 von der MGM engagiert und in Gastauftritten wie dem Jerome Kern - Biopic TILL THE CLOUDS ROLL BY (natürlich für die SHOWBOAT-Passage) oder, zuvor schon, für Verfilmung von Vernon Dukes großartigem "Schwarzenmusical" CABIN IN THE SKY und Harold Arlens STORMY WEATHER verpflichtet wurde.

Ähnlich wie die Sopranistin Marian Anderson, die vor allem als erste Schwarze bekannt blieb, die an der MET engagiert wurde, war auch Lena Horne eine Pionierin in der Repräsentation von Künstlern ihrer Hautfarbe, aber aus diesem Grunde blieb der wichtigste Teil der Karriere dieser vielseitigen Künstlerin dem Jazz gewidmet, in dem Schwarze schon früher akzeptiert wurden. Zu allem Übel wurde die 1947 nach Paris emigrierte Lena Horne auch noch ein Opfer der Kommunistenjagd MCarthys, so dass sie endgültig nach Eurpa emigrieren musste, aber Europa bedeutete für sie auch die Chance des künstlerischen Überlebens. Erst zur Wende der 90er Jahre wurde sie auch in den USA rehabilitiert und mit einem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.

Aus naheliegenden Gründen trat sie sehr oft und gern mit dem gleichfalls rassisch diskriminierten Harry Belafonte auf, und dieser Zusammenarbeit verdanken wir auch eine ihrer besten Plattenaufnahmen:



Mit ihr ging eine der größten Sängerinnen ihres Metiers von uns. R. I. P.

:wink: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

106

Montag, 10. Mai 2010, 22:26

Lieber Rideamus,

schön, dass du auf Lena Horne hinweist. Dann möchte ich an ihre Jazz-Seite erinnern mit dieser sehr schönen Aufnahme, die zeigt, dass sie auch in späten Jahren noch außerordentlich gut bei Stimme war:



Aus einem ganz guten Sampler "Lena sings the Standards" höre man etwa diese ihrer immer wieder aufgenommenen Nummern, in der sie immer ganz besonders herausstach: "The Lady is a Tamp"



oder, am besten, auf der auch hier abgebildeten LP:

"http://www.youtube.com/watch?v=rClOD3UUtFI"

oder in etwas anderer Version von diesem wegen einem guten Beiheft noch brauchbareren Sampler, der tendenziell noch etwas jazziger ist, da es sich vor allem um "Black Masters" für die für den afroamerikanischen Markt bestimmten "Race Recordings" handelt:



Lena Horne hatte jedoch lange in den USA das Problem, dass sie für die Schwarzen "zu weiss" und für die Weissen eben doch eine "Farbige" war, deren Gesang man goutieren konnte, was sie aber nicht vor Diskriminierungen schützte. In der großen Pariser Nachkriegs-Community amerikanischer Musiker war man aufgehoben und unter ihnen auch aus diesem Dilemma befreit und hatte außerdem weniger Konkurrenz und viel Anerkennung der damals Jazz-begeisterten Franzosen.

Auch noch bestens bei Stimme war sie, als sie in einem der relativ geglücktesten Versuche, Ellington mit Symphonie- Orchester zu spielen mitwirkte, dank auch vieler gegenwärtiger Top-Jazzer wie Joe Lovano, Joshua Redman, Geri Allen, Bobby Watson, Regina Carter und Lewis Nash. Gelegentlich gelingt es Rattle sogar, das City of Birmingham SO richtig zum swingen zu bringen ( vor allem Track 7 mit Lena Horne).Mit den Berlinern gelingt das Rattle inzwischen noch wesentlich besser.



Durch die Anfangs genannte Aufnahme, mit der ich Lena Horne für mich entdeckte, war mir gar nicht richtig klar, wie alt sie schon war.

:wink: Matthias

Florian Voß

Lebender Film noir

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107

Dienstag, 11. Mai 2010, 01:26

Wenn ich eine CD von ihr empfehlen darf:



das ist die beste Zusammenstellung ihrer halbseidensten Songs, da fehlt weder Stormy Weather, noch You´re my thrill, noch What is this thing called love, noch The man I love.

.




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Eine Krähe war mit mir
aus der Stadt gezogen

108

Mittwoch, 12. Mai 2010, 22:14

Johannes Fritsch (1941 - 2010)


Am 29.4.2010 ist der Komponist, Verleger, Autor, Produzent Johannes Fritsch gestorben. Er studierte in Köln u.a. bei B.A. Zimmermann Musik, arbeitete bei und mit Stockhausen; vielen Kölnern hat er die Neue Musik nahegebracht als Mitbegründer des studio feedback und Gründungsmitglied der Kölner Gesellschaft für Neue Musik. In einer Todesanzeige von Freunden heisst es:"Mit seinem umfassenden und vielgestaltigen Oeuvre hat er das Musikleben in Köln über Jahrzehnte aktiv gestaltet."

lg vom eifelplatz, Chris.

109

Montag, 17. Mai 2010, 23:28

Hank Jones - 31. Juli 1918 - 16. Mai 2010

Beryllo plante schon die Reise zur Feier seines 92. Geburtstages und wies auf seine anstehende Europatournee hin. Leider wird daraus nichts mehr - Henry "Hank" Jones ist gestern nach kurzer Krankheit, umgeben von Familie und Freunden, im Calvary Hospital Hospice in der Bronx verstorben.

Mit seinen neun jüngeren Geschwistern wuchs Hank Jones in einem Vorort Detroits auf. 1944 geriet er auf die 52nd Street und mischte schon kräftig mit, als dort der Bop entstand. Ruhm errang er aber keineswegs als Avantgardist, sondern als äußerst wandlungsfähiger, geschmackvoller und stilsicherer Sideman von Traditionalisten wie Billy Eckstine, Coleman Hawkins, Benny Goodman, Ella Fitzgerald, aber auch - jawohl, Marylin Monroe! Er saß 1962 am Piano und begleitete ihr an JFK dahingehauchtes "Happy Birthday, Mr. President". Mit Ron Carter und Tony Williams formte Hank Jones in den 70ern ein famoses Trio - den Namen "Great Jazz Trio" hat sich dafür jedoch jemand ausgedacht, der weniger bescheiden war als Mr. Jones.

Anders als seine Brüder Thad und Elvin begnügte sich Hank jahrzehntelang damit, als Begleiter von ... zu erscheinen und kultivierte erfolgreich sein Understatement (wenngleich man sich an Stelle der drei ... nahezu das who's who des Jazz denken darf). Erst in sehr vorgerücktem Alter nahm er erstmals Platten unter eigenem Namen auf. André Previn erklärte ihn zu seinem Lieblingspianisten, "unabhängig vom Idiom". Oscar Peterson räumte gern ein, von ihm abgeschaut zu haben. Noch im vergangenen Jahr erhielt er einen Grammy für sein Lebenswerk - nur die letzte einer langen Reihe von Ehrungen und Titeln. Nun läßt Hank seine Frau Theodosia allein zurück. Sein kürzlich erst aufgenommenes letztes Album wird posthum erscheinen.

Cheers,

Lavine
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

110

Montag, 17. Mai 2010, 23:56

Was soll man aus dem Berg von Veröffentlichungen der letzten 65 Jahre auswählen, um einen kleinen Eindruck von Hank Jones' Fähigkeiten zu vermitteln? Ich habe mal spontan vier schöne Scheiben herausgepickt.





Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

111

Dienstag, 18. Mai 2010, 15:07

Yvonne Loriod (20.01.1924 - 17.05.2010)

Lese gerade bei Wikipedia, dass die französische Pianistin Yvonne Loriod, 2. Ehefrau von Olivier Messiaen und Interpretin seiner Werke, verstorben ist.
"Give me all you've got, then crescendo!" Leonard Bernstein

112

Dienstag, 18. Mai 2010, 20:34

Lieber Lavine,

Das ist natürlich eine traurige Nachricht und auf das geplante Konzert im Herbst in Luxembourg hatte ich mich schon sehr gefreut. Aber schön, dass er uns so lange mit seiner Musik eine Freude machen konnte! Immerhin konnte ich ihn einmal mit Trio-Besetzung im Konzert erleben. Eine wunderbar charmant charismatische Persönlichkeit mit großer Noblesse. So erhaben habe ich das auf der Bühne nur noch einmal mit dem Modern Jazz Quartett gesehen. Mit John Lewis hatte er auch einen phantastisch schönen klassischen Stil gemein, der auch richtig toll swingen konnte. Um mir das vor Ohren zu führen, höre ich gerade diese CD, eine Aufnahme von 2004, mit George Mraz am Kontrabass und Dennis Mackrel am Schlagzeug:



Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

113

Dienstag, 25. Mai 2010, 15:01

Ich habe soeben die Meldung gelesen, dass Anneliese Rothenberger im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

http://oe1.orf.at/artikel/245703
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

114

Dienstag, 25. Mai 2010, 15:19

Das ist natürlich besonders tragisch. Leider muss ich diese Meldung bestätigen.

Besonders in Erinnerung bleiben wird mir ihre sensationelle Lulu.



Davidoff
Verachtet mir die Meister nicht!

115

Dienstag, 25. Mai 2010, 18:33

Ich habe Anneliese Rothenberger besonders gemocht.

R.I.P.

116

Dienstag, 25. Mai 2010, 20:13

Ich habe sie als Constanze in der Entführung kennengelernt und das ist auch so ungefähr meine einzige Erfahrung mit ihr, die aber hinreichend war, um hingerissen zu sein!
Damals war das für mich ein ideales Timbre für diese Rolle (vor etwa 20 Jahren).
Ich wünsche ihr den verdienten Platz im Chor der Seligen. :angel:

F.Q.
Gracias a la vida que m'a dado tanto! (Violetta Parra/Mercedes Sosa)

117

Dienstag, 25. Mai 2010, 20:17

Meine Lieben!

Anneliese Rothenberger war doch eine der großen Sängerinnen unbdd sie war immer Dame!



Eine Partie war es in der ich Anneliese Rothenberger sehr schätzte war die Zdenka in der "Arabella"



Dann habe ich noch eine LP, eben laufen, "Beliebte Lieder großer Meister" wo sie neben anderen auch Solyejgs Lied singt und da gefällt sie mir noch heute. Vor ihrer Erkranung war sie ja noch die Pamina alternierend mit Lisa della Casa im Theater an der Wien, aber auch ihre Susanna war bezaubernd und auch ihre Constanze in der "Entführung",

weniger gefällt mir, auch heute noch, ihr Ausflug in die Diven Partien der Operette, bei EMI Columbia, wo sie doch die Soubrettenpartien in den Operetten so bezaubernd und schön sang, auch die Arsena, [das ist wohl keine Soubrettenpartie, sondern schon ein Koloratursopran] so liebenswürdig sang.

Jedoch eine der großen Damen der Oper ist von uns gegangen und es muss nicht immer eine Stimme einem so ansprechen, doch Danke an Anneliese Rothenberger, Danke - dass es Dich gab.

R.I.P. +

gioachino

Förster Jenkins

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118

Dienstag, 25. Mai 2010, 23:43

Die Rothenberger hat sehr früh das Fernsehen als willkommenen Multiplikator ihres Ruhmes genutzt, wie auch gleichzeitig Rudolf Schock und Hermann Prey. Allen Dreien war wohl nicht bewusst, dass der Preis dafür ein hoher, vielleicht zu hoher gewesen ist.

Sie beugten sich dem Mediendruck, indem sie " klassische " Häppchen verabreichten und somit den Blick auf ihre seriöse Sängervita zunehmend verstellten. Dabei gehörten und gehören sie zweifellos zu den heraus ragenden deutschen Interpreten des vergangenen Jahrhunderts ! Immerhin gelang es der " Inge Meysel der musikalischen TV - Unterhaltung ", mit ihrer Deutung der Lulu, dem krassen Gegenentwurf zu ihrer braven Medienpräsenz, ein viel beachtetes Ausrufungszeichen zu setzen !

Danke - Anneliese Rothenberger.



Ciao. Gioachino :juhu:
miniminiDIFIDI

119

Mittwoch, 2. Juni 2010, 00:13

98-jährig verstarb gestern die surrealistische Bildhauerin Louise Bourgeois. In ihrem Werk wurde auf subtile Weise feministische Kritik plastisch, indem oft mit Ironie und grotesker, etwas finsterer Komik Facetten der Geschlechterverhältnisse dargestellt wurden. Mir haben jedenfalls viele ihrer Werke viel gesagt.

:wink: Matthias

Carsten

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120

Mittwoch, 2. Juni 2010, 01:37

98-jährig verstarb gestern die surrealistische Bildhauerin Louise Bourgeois. In ihrem Werk wurde auf subtile Weise feministische Kritik plastisch, indem oft mit Ironie und grotesker, etwas finsterer Komik Facetten der Geschlechterverhältnisse dargestellt wurden. Mir haben jedenfalls viele ihrer Werke viel gesagt.
Ich scheue mich etwas, den Tod eines Menschen zu sehr zu betrauern, dem die Gnade widerfuhr, 98 Jahre alt zu werden. Dennoch hat mich der Tod von Louise Bourgeois traurig gemacht. Seit einer großen, ihr gewidmeten Einzelausstellung in den Hamburger Deichtorhallen Mitte der neunziger Jahre, war ich ein großer Bewunderer ihrer Arbeit. Sie hat Emotionen, Reflexionen über das Verhältnis der Geschlechter und eigene Traumata in besonderer Weise in Installationen thematisiert, die eindringlich, aber nie abstoßend waren. Die nie mit dem Holzhammer daher kamen, sondern subtil und verletzlich erschienen. Louise Bourgeois war für mich eine sperrige, aber eine der größten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

"http://www.youtube.com/watch?v=JMdWNwOWnng"

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

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