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Armin Diedrich

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121

Donnerstag, 3. Juni 2010, 01:35

Giuseppe Taddei ist im Alter von 93 Jahren gestorben.
http://derstandard.at/1271378091043/Star…ddei-verstorben

122

Donnerstag, 3. Juni 2010, 08:28

Die Nachricht habe ich soeben im Online-Merker gelesen - Armin war mit dieser traurigen Botschaft schneller.



Ich habe Giuseppe Taddei erstmals auf der heute schon legendären Einspielung des "Elisir d´Amore" unter Serafin an der Seite von Panerai und Alva gehört und dann in der für mich heute noch als Referenzaufnahme geltenden "Don Giovanni"-Einspielung unter Giulini mit Waechter, Alva, Cappuccilli (Masetto!), Schwarzkopf, Sutherland, ... In diesen Rollen habe ich ihn später auch auf der Bühne erleben dürfen und nie wieder intensivere Interrpreten gehört oder gesehen. Unvergesslich bleiben wird mir Taddei als Rigoletto und Scarpia und natürlich als Gianni Schicchi. Den Falstaff hat er nicht gesungen oder gespielt - er WAR Falstaff. Weniger gefallen (auf höchstem Niveau !) hat er mir etwa als Luna oder Padre Germont. Leider habe ich ihn nie als Macbeth oder in Andrea Chenier auf einer Bühne sehen können und auch in der Macht des Scjcksals kenne ich ihn nur von Mitschnitten.

Mehrere Jahre war er Mitwirkender bei den Bregenzer Festspielen (als die Raritäten noch im italienischen Repertoire gesucht worden und mit wunderbaren Ensembles aufgeführt worden sind); die Mitschnitte des ORF gibt es - wenn überhaupt - nur als bestenfalls halblegale CD-Pressungen. Unvergessbar vor allem die subtile Komik seiner Mama Agata.

Irgendwann habe ich in Hamburg einen Otello mit einem hochgelobten amerikanischen Bariton als Jago gehört und vielleicht zwei Wochen später an der Wiener Staatsoper in derselben Partie dann Giuseppe Taqddei (der damals auch schon kein Jüngling mehr war) - es war eine Lektion in Musikalität, Stilistik und Ausdruckskraft (der Amerikaner hatte den Jago bloß schön gesungen).

Nie vergessen werde ich einen Lieder- und Arienabend im Wiener Konzerthaus (ich weiß nicht mehr, wer damals am Klavier begleitete), an dem das Publikum eine Zugabe nach der anderen erklatschte und Taddei daher einen "dritten Teil" sang, der länger war, als komplette Konzerte mancher heutiger Stars.

Dass Taddei aktiv im Widerstand war, machte ihn mir persönlich doppelt sympathisch.



Mit Giuseppe Taddei verliert die Opernwelt einen der letzten Vertreter einer heute schon legendären Ära. Ich schäme mich nicht meiner Tränen.



Michael

123

Donnerstag, 3. Juni 2010, 12:04

Lieber Bunello!

Der Tod von Giuseppe Taddei geht mir sehr nahe, ein großartiger Sänger und ein großartiger Mensch, ist von uns gegangen.

Viele Jahre einer herrlichen Stimme und wunderbaren Spiels, so etwas gab es kaum, später.

Durch Tonaufnahmen ist er, zum Glück, uns erhalten und wer ihn gehört und gesehen hat, vergisst ihn nie.



R. I. P. +

124

Donnerstag, 3. Juni 2010, 12:56

Hallo,

die Rolle, in der mir Giuseppe Taddei außer seinem unvergleichlichen „Falstaff“ vielleicht am besten gefiel, war der „Belcore“ in



mit den ebenfalls grandiosen Carlo Bergonzi und Renata Scotto. Ich kenne keinen besseren Belcore, die Szenen mit Bergonzi waren :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:


Als „Scarpia“ auf meiner CD fand ich ihn überraschend gut und auch als Figaro gefiel er mir sehr. Man könnte die Liste fortsetzen.

Liebe Grüße

Kristin

125

Donnerstag, 3. Juni 2010, 14:08

Ich habe soeben in meinen CDs gestöbert und viele Aufnahmen mit Taddei entdeckt, von denen mir vor allem diese in sehr guter Erinnerung ist.



Neben der wunderbaren Lina Pagliughi und Ferruccio Tagliavini als Herzog singt Taddei einen eindrucksvollen Rigoletto.

Auch in vielen anderen Einspielungen schätze ich ihn, vor allem natürlich als Falstaff.


Liebe Grüße,
:wink:
Renate
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

126

Donnerstag, 3. Juni 2010, 16:25

Auf www.operadepot.com stehen einige Highlights aus Taddeis Repertoire zum kostenlosen Runterlad zur Verfügung.

Cheers,

Lavine
Schlofsch nagged - do verschleisch koi Hos'

127

Freitag, 11. Juni 2010, 00:38

Im gesegneten Alter von ganz knappen 102 Jahren gestorben:

Marina Timofejewna Semjonowa (12.06.1908 - 09.06.2010), russische Primaballerina
Kaum nimmt Guttenberg kein Haargel mehr, geht Schlecker pleite. Das kann kein Zufall sein!

Carsten

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128

Samstag, 12. Juni 2010, 00:33

Sigmar Polke 1941-2010

Mit Sigmar Polke ist einer der großen Ideengeber der letzten 30 Jahre in der Kunst und einer der Giganten des Kunstmarktes nach langer Krankheit verstorben.
Ich zähle mich eher zu den kühlen Bewunderern als zu den glühenden Verehrern Polkes. Aber es ist immer traurig, wenn jemand, vor dessen Bildern man so oft stand, nicht mehr da ist.

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

129

Samstag, 12. Juni 2010, 01:02

Ich zähle mich eher zu den kühlen Bewunderern als zu den glühenden Verehrern Polkes. Aber es ist immer traurig, wenn jemand, vor dessen Bildern man so oft stand, nicht mehr da ist.


Hallo Carsten, das geht mir ähnlich, aber einiges seines "kapitalistischen Realismus" fand ich schon sehr treffend böse ironisch.

:wink: Matthias

130

Mittwoch, 16. Juni 2010, 04:32

Die Volksschauspielerin Heidi Kabel ist am Dienstagmorgen im Alter von 95 Jahren gestorben.

"Sie war in ihren Rollen wie im wahren Leben immer hanseatisch, bodenständig und ehrlich, eben eine echte Hamburger Deern", so Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust .

Mehr als 60 Jahre stand sie in über 200 Rollen auf der Bühne des Hamburger Ohnsorg-Theaters, gleich gegenüber ihrem Elternhaus in den Großen Bleichen, wo sie 1914 geboren wurde

R.I.P.


"http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,700792,00.html"

131

Mittwoch, 16. Juni 2010, 05:34

Heidi Kabel wird mir stets im Gedächtnis bleiben - nicht nur im bekannten Ohnesorg Theater, sondern vor allem

mit Erni Singerl in der beliebten Serie "Heidi und Erni".

Heidi Kabel hatte eine wirkliche Ausstrahlung und gehörte, bei mir, zu den Schauspielerinnen die wirklich etwas Menschliches auf die Bühne, bzw ins Fernsehen brachten, wie in "Oh, diese Eltern", "Der Bürgermeisterstuhl" oder "Die Hotelfachfrau" / Die Therapeutin", welche ich auf VHS habe.



Danke liebe Heidi, dass es Dich gab, Du hast mit Deinem Wesen und Deiner Ausstrahlung die Herzen auch der Wiener gewonnen. Letzte liebe Grüße von mir.

R. I. P. +

Peter aus Wien.

Gurnemanz

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132

Mittwoch, 16. Juni 2010, 06:07

In meiner Jugend gehörten die Fernsehübertragungen aus dem Ohnsorg-Theater zu meinen Pflichtsendungen: Heidi Kabel und der unvergeßliche Henry Vahl!

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
Sprechen heißt: in Tautologien verfallen.
Jorge Luis Borges

133

Freitag, 18. Juni 2010, 21:15

Kürzlich bin ich mal wieder gefragt worden, warum ich denn immer noch mich in der radikalen Linken engagieren würde. Weil, trotz aller Niederlagen, trotz aller Blödheiten und verheerenden Sackgassen und Umwege auch dieser Seite, dort so viele interessante und beeindruckende Menschen anzutreffen seien, die auch bis ins hohe Alter am Ziel einer von Herrschaft und Ausbeutung emanzipierten Gesellschaft festgehalten hätten. Einer davon war der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago, der jetzt, mit 87 leider starb.

Den Durchbruch hatte er erst 1980 mit dem Roman "Hoffnung im Alentejo", der vom Leben und Kampf der Landarbeiter dort gegen noch feudale Herrschaftsverhältnisse handelte und noch ganz von der Nelkenrevolution geprägt, hoffnungsvoll mit den Landbesetzungen dort endet. Es folgten noch viele starke Romane, wie die Parabel von der "Stadt der Blinden". Seine Bücher wurden immer skeptischer, jedoch ohne Reste von Hoffnung ganz aufzugeben. Am liebsten ist mir aber sein Roman von 1982 "Das Memorial" geblieben, ein besonders vielschichtiger Roman, u.a. eine fantastische und wunderschöne Liebesgeschichte von kämpferischen Outsidern vor dem Hintergrund der sehr realistisch dargestellten Ausbeutungsbedingungen beim Bau dieses riesigen Palasts von einem Kloster im Portugal des 18. Jahrhunderts.

Saramago schloß sich noch unter der Illegalität der Kommunistischen Partei Portugals an und blieb ihr bis zuletzt treu, aber nicht zuletzt als ihr beständiger und oft unbequemer und scharfer Kritiker. Noch der Hochbetagte kommentierte regelmäßig die Weltlage in seinem eigenen Blog, wenn er sich dort auch schon mal gelegentlich, voller berechtigtem Zorn, im Ton vergriff.

:wink: Matthias

134

Freitag, 18. Juni 2010, 22:22

Kürzlich bin ich mal wieder gefragt worden, warum ich denn immer noch mich in der radikalen Linken engagieren würde. Weil, trotz aller Niederlagen, trotz aller Blödheiten und verheerenden Sackgassen und Umwege auch dieser Seite, dort so viele interessante und beeindruckende Menschen anzutreffen seien, die auch bis ins hohe Alter am Ziel einer von Herrschaft und Ausbeutung emanzipierten Gesellschaft festgehalten hätten.


:juhu: :juhu: :juhu:

Warum formulierst Du im Konjunktiv?

Zitat

Einer davon war der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago, der jetzt, mit 87 leider starb.


Das Weltgewissen hat eine Instanz verloren - und die Welt einen ihrer sprachgewaltigsten Schriftsteller.

Wir alle haben Grund, traurig zu sein.

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

135

Freitag, 18. Juni 2010, 22:25

Am 16. 6. verstarb der 1925 geborene Trompeter und Komponist Bill Dixon. Er war einer breiteren Öffentlichkeit eher wenig bekannt, gehört jedoch zu den Großen des Jazz, der dennoch bei kreativen Jazzmusikern, auch als Lehrer an diversen, zum Teil von ihm mitgeschaffenen Bildungsinstitutionen sehr einflußreich war.

Schon am Ende der 50er Jahre gehörte er zu den Pionieren des Free Jazz. 1963 war er mit Archie Shepp und John Tchicai Gründungsmitglied der "New York Contemporary Five", einer der innovativsten Gruppen dieser Zeit. "October Revolution in Jazz" hieß dann seine von ihm 1964 initiierte Konzertreihe. Daraus ging auch die Jazz Composers Guild zum gemeinsamen Selbstmanagement einiger der damals revolutionären Jazzer hervor. Seine Verbindung von kreativer Musik, Lehre und sozialem Engagement führte 1967 auch zur Gründung der Free Conservatory of the University of the Streets, in dem der Versuch unternommen wurde, in den afroamerikanischen Wohnvierteln den Menschen den freien Jazz nahezubringen.

Dixon war außerdem einer der wegweisenden Pioniere der Verbingung von neuem Jazz und modernem Tanz und Tanztheater.

Dixon war aber auch einer der ersten, der neue Grenzen im reinen Free-Jazz-Spiel feststellte und Wege zu ihrer Überwindung in einem "Creative Jazz" wies. So setzte er sich intensiv mit der komponierten Neuen Musik auseinander und wurde er vor allem einflußreich für die Musiker des New York Jazz Composers Orchestra und bald auch schon für die, zahlreicher ähnlicher Formationen in anderen Teilen der Welt, die komplexere komponierte Strukturen mit freier Improvisation zu verbinden versuchen. Vor allem in seiner kongenialen Zusammenarbeit mit Franz Koglmann und Tony Oxley wirkte er auch in Europa. Für ihn selbst wurde die Auseinandersetzung mit dem Werk Anton Weberns besonders wichtig, die zu einer Reihe von faszinierenden Aufnahmen meist ganz kurzer Stücke, zumeist für Solo-Trompete oder kleine Besetzungen führte.

Dixon war nicht zuletzt ein Klangforscher auf seinem eigenen Instrument, der Trompete. Zur Erweiterung ihrer Klang- und Spielmöglichkeiten hat er seit den 50er Jahren einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Eine kleine Auswahl besonders interessanter Aufnahmen:















:wink: Matthias

136

Freitag, 18. Juni 2010, 22:29

Warum formulierst Du im Konjunktiv?


Lediglich indirekte Rede meiner gegebenen Antwort. :D

:wink: Matthias

137

Sonntag, 20. Juni 2010, 12:32

Maureen Forrester

die große kanadische Altistin (1930 in Montreal - 16.6.2010 in Toronto) ist in einem Pflegeheim an den Folgen ihrer Alzheimer-Erkrankung verstorben.


"Habe mir soeben die Siebente von Beethoven mit Kleiber auf ZdF-Kultur angesehen. Sowohl klanglich als auch dartellerisch (Kleiber am Pult) grandios. Er bewegt sich in dieser Aufnahme mehr als Bernstein und auch schneller und schwitzt auch mehr."

138

Sonntag, 20. Juni 2010, 12:56

Hallo,

das erste Mal hörte ich Maureen Forrester mit "You'l never walk alone" in



und war fasziniert von der großartigen Alt-Stimme.

Ein paar Jahre später, in den 90ern, erstand ich in USA die CD "From Kern to Sondheim" (leider kein Cover vorhanden).

Später las ich, daß sie auf der Opernbühne wohl nicht sehr viel gestanden hat, aber eine berühmte Konzertsängerin war.


Grüße aus München

Kristin

139

Sonntag, 20. Juni 2010, 16:28

Meien Lieben!

Ich habe Maureen Forrrester noch als Orpheus in "Orphesu und Eurydice" sie hatte eine so pastose Alt-Stimme,

doch ist das eine 2er LP Gesamtaufnahme, Pariser Fassung Ergänzung 1774,

mit Teresa Stich Randall als Eurydike und Hanny Steffek als Amor,

ich weiß gar nicht, ob die als CD gebrannt wurde.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus dem herbstlichen Wien.

Gurnemanz

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140

Sonntag, 20. Juni 2010, 16:33

[...] ich weiß gar nucht, ob die als CD gebrannt wurde.
Möglicherweise, lieber Peter, handelt es sich um die:

?

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
Sprechen heißt: in Tautologien verfallen.
Jorge Luis Borges

141

Sonntag, 20. Juni 2010, 17:05

Meien Lieben!

Ich habe Maureen Forrrester noch als Orpheus in "Orphesu und Eurydice" sie hatte eine so pastose Alt-Stimme,

doch ist das eine 2er LP Gesamtaufnahme, Pariser Fassung Ergänzung 1774,

mit Teresa Stich Randall als Eurydike und Hanny Steffek als Amor,

ich weiß gar nucht, ob die als CD gebrannt wurde.
.


Wie schon von Gurnemanz geschrieben, sie existiert auf CD. Zugrunde liegt der Aufnahme die Wiener Fassung (1762) - Maureen Forrester ist meines Wissens kein Tenor und gesungen wird es auf Italienisch und nicht auf Französisch. Mackerras hat der kompletten Wiener Fassung allerdings ein paar Erfolgsstücke aus anderen Fassungen eingefügt:

- den Furientanz aus der Ricordi-Compilation (1889)
- die Air de Furies aus der Pariser Fassung
- Ballet des Ombres heureux (ohne Teil d)
- Air "Cet asile" (übersetzt E' quest' asilo)
- Ritournelle
- Récit "Mais d'où vient (übers. Quel vita è questo)

Max Loppert, von dem ich u.a. die Informationen habe, meint zu Forresters Leistung

"The motherly Maureen Forrester coos or hoots the line in tones that are fluffy except when they curdle, and with persistently occluded vowels to hamper clean, forceful declamation." Die anderen Protagonisten kommen nicht besser weg. De mortuis nisi bene - aber empfehlenswert ist die Einspielung nicht.

Liebe Grüße Peter
.
Wir stehen im Greisenalter der Welt, darum hat die Schärfe des Geistes nachgelassen, und niemand vermag in dieser Zeit den früheren Schriftstellern gleichzukommen.

(Fredegar, Chronik IV, Prolog; um 650)

142

Sonntag, 20. Juni 2010, 20:48

Ich habe Maureen Forrester erst vor einigen Monaten zum ersten Mal gehört: in der Aufnahme von Mahlers Wunderhorn-Liedern, die sie zusammen mit Heinz Rehfuss unter Felix Prohaska eingespielt hat.

Es ist eine Aufnahme, die ich aller Beteiligten wegen sehr schätze. Maureen Forrester brachte die gebrochene Naivität dieser Lieder durch eine Mischung aus Natürlichkeit und leiser Ironie zum Ausdruck. Und ihr Singen strahlte Wärme und Herzlichkeit aus.

Viele Grüße
Federica
The moon looks on them all: the healers and the brilliant talkers, the eccentrics and the silent walkers, the dumpy and the tall.
(W.H. Auden)

143

Sonntag, 20. Juni 2010, 21:44

Maureen Forrester

In meiner Sammlung befindet sich diese Aufnahme von Mahlers Lied der Erde, die ich auch als sehr schön in Erinnerung habe. Länger nicht gehört, muss ich mal wieder einlegen

"Give me all you've got, then crescendo!" Leonard Bernstein

144

Montag, 21. Juni 2010, 07:43

Lieber Peter!

Ich mir gestern den Orpheus mit Maureen Forester angehört und kann bestätigen, da ich ihn lange nicht gehört habe, dass er etwas unausgeglichen wirkt.

Teresa Stich Randall hatte das, was sie sehr oft hatte, flackernde Einsätze, die hatte sie sehr oft als Pamina oder Figaro Gräfin, und Hanny Steffek ist ihr da eine "blendende" Unterstützung, leider singt sie manchmal auch unrichtig, jedoch

Mareen Forrester gefällt mir docjh recht gut und die Einfügung aus der französischen Fassung stören mich nicht so sehr.

Liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem kühlem Wien. :wink: :wink:

145

Mittwoch, 30. Juni 2010, 16:52

Der Bariton Peter- Christoph Runge,
von 1964 bis 1998 an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf tätig, ist am 25.6.2010 im Alter von 77 Jahren verstorben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Christoph_Runge
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

146

Samstag, 3. Juli 2010, 05:56

Was mir, unser Waldi, per SMS, mitteilte:

Der ungarische Operettentenor Jozsef Kovacs [1945 - 2010],

ist nach langer schwerer Krankheit, im Alter von 65 Jahren verstorben.

Einen Nachruf verfasse ich, von meiner Seite aus, bei den Sängern.

R. I.P..

Cherubino

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147

Dienstag, 6. Juli 2010, 12:03

Dieser Sommer scheint kein guter für die Opernwelt zu sein, ich habe gerade eben erfahren, dass schon wieder eine bedeutende Opernlegende verstorben ist, ein Sänger, dem in diesem Forum immer wieder besondere Liebe und Wertschätzung entgegengebracht worden ist:

Cesare Siepi

ist gestern 87-jährig in Atlanta in den USA gestorben. Über die Umstände seines Todes habe ich noch nichts gelesen, ein Nachruf auf seine Leistungen erübrigt sich wahrscheinlich - und wenn nicht, so gibt es Berufenere als mich, den zu schreiben. Ich kann einfach nur sagen, dass es mir Leid tut um diesen wunderbaren Sänger, der inzwischen schon mehreren Generationen von Opernliebhabern unvergessliche Glücksmomente beschert hat, auf der Bühne, im Film und nicht zuletzt mit seinen vielen Aufnahmen, die ihn weiter lebendig halten werden.
Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

Agravain

Der Imperator

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148

Dienstag, 6. Juli 2010, 12:08

Dieser Sommer scheint kein guter für die Opernwelt zu sein, ich habe gerade eben erfahren, dass schon wieder eine bedeutende Opernlegende verstorben ist, ein Sänger, dem in diesem Forum immer wieder besondere Liebe und Wertschätzung entgegengebracht worden ist:

Cesare Siepi

ist gestern 87-jährig in Atlanta in den USA gestorben. Über die Umstände seines Todes habe ich noch nichts gelesen,...


...an den folgen eines Schlaganfalls. Siehe HIER.

Agravain
Was ein richtiger Musiker sein will, der muß auch eine Speisekarte komponieren können. (Richard Strauss)

149

Dienstag, 6. Juli 2010, 13:20

Das ist eine traurige Nachricht für viele Opernfreunde.
Siepis wunderbare Bass-Stimme hat mir viele schöne Hörerlebnisse beschert und seine Aufnahmen zeigen ihn als einen der ganz Großen auf der Opernbühne. :juhu: :juhu: :juhu:


Renate
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

150

Dienstag, 6. Juli 2010, 15:08

Das macht mich nun auch sehr traurig, denn Cesare Siepi ist mein absoluter Lieblingssänger. Er hat mich mit seinem Salzburger "Don Giovanni" vor Jahren wieder zur Oper gebracht. Mit seiner wundervollen Stimme und auch der großen Gestaltung seiner Rollen wird er für mich und bestimmt für viele Menschen auf der ganzen Welt unvergesslich bleiben.

Einer wie er ist nicht mehr nachgekommen. Die Stimme war wie Balsam, unvergleichlich schön. Neben seinem Don Giovanni, dem Figaro (der Beste, den ich kenne, der Maßstab für Generationen von Sängern), dem Fiesco, dem grandiosen Mephisto ist es auch sein herrlicher Conte Rudolfo aus der "Sonnambula" gewesen, der auch heute noch schwer zu überbieten ist bzw. gleichwertig existiert. Auch sein Philipp II. ist für mich nicht mehr erreicht worden. Sein finsterer aristokratischer Silva mit Franco Corelli als Ernani aus der Met 1965 ist mir in positivster Erinnerung. Danke Cesare Siepi!

Wenn man ihn noch in besonderer Erinnerung haben will, kann ich nur empfehlen, sich bei YouTube die "Registerarie" des Konzertes von 1985 anzuhören und anzusehen.


Grüße von der traurigen

Kristin

151

Dienstag, 6. Juli 2010, 15:21

Cesare Siepi war für Jahrzehnte der Don Giovanni, der Mephisto, der König Philipp und nicht nur in Salzburg, auch in Wien, denn er sang ja schon vor 1954 den Don Giovanni in Wien, war er nicht da dann hat es auch gute gegeben [hier meine ich Eberhard Wächter oder Paul Schöffler] aber seine Vortragsweise, sien Darstellungskraft wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Dass es die Furtwängler Aufnahme aus Salzburg gibt ist ein großes Glück und auch die Duett DVD mit Mirella Freni ist ein Glücksfall.

Ich kann nur das unterstreichen was ich beim Figaro oder Don Giovanni geschrieben habe und ich weiß, heute noch, wie beliebt er bei uns Wiener an der WStO war, auch noch im Theater an der Wien, später dann inm großen Haus als Mephisto in der denkwürdigen Aufführung, Gedda, Güden und Siepi, war ein Höhepunkt geschaffen.

Die Aufnahmen von etwa 1950 als Lothario in "Mignon" wo er in Mexico sang und die erwähnte Aufnahme des Sparafucile mit Giulietta Simionato waren Glanzstücke, wo noch Giuseppe di Stefano sang. Ein Gusto stückerl ist sein Basilio wo er die Verleumdungsarie wiederholen musste, nur singt er das 2. Mal in einer gänzlich anderen Form, mit Humor und grandios.

Unveränderlich wie Verdi die Stimme der Kirche zeigt war sein Pater Guardian in der "Forza del destino" und das Baßsollo im Verdi - Requiem unter Toscanini.

Aber nicht zu vergessen ist auch sein Collin in der "Bohéme", seine Mantelarie war immer erschütternd gut.

R. I. P. +

152

Dienstag, 6. Juli 2010, 17:16

Seien wir dankbar, daß dieser überragende Sänger das gesegnete Alter von 87 Jahren erreichen konnte. Er war der erste Don Giovanni auf Schallplatte, den ich kennenlernte - danach ist ihm nicht wirklich jemand gleich gekommen. Noble Stimmführung, intelligente Rollengestaltung, blendendes Aussehen zeichneten ihn in jeder seiner Rollen aus.

Bei you-tube gibt es ein Video, auf dem er "O tu Palermo" aus der Sizilianischen Vesper singt: bezwingend.

R.I.P. +

Honoria
"...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)

153

Mittwoch, 7. Juli 2010, 03:48

Nachruf aufgefangen:

"Wer ihn als Don Giovanni gehört und gesehen hat, der hat
alle Facetten dieses Charakters kennengelern: die Leichtigkeit, die Verführung, den Humor, den stolz, das prahlerische, die Härte, den Zynismus, die Angst, den Widerstands- und Freiheitsgeist bis zum letzten Moment und noch im Angesicht der Flammen der Hölle. Siepis Don war ein Mann, ein Macho, ein Mensch. Täter und Opfer seiner selbst.
das soll nicht seine anderen Rollenporträts schmälern. Aber den Don verstanden und dieses Verständnis vokal ausgedrückt haben zu können, das schafften nur ganz wenige."

154

Mittwoch, 7. Juli 2010, 07:19

Bravo è grazie, Cesare



R.I.P.



Bassbariton
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten...

GB

155

Mittwoch, 7. Juli 2010, 08:35

Wieder ist einer der bedeutendsten Sänger von uns gegangen - und es ist ein Paradoxon, dass zum Zeitpunkt seines Todes der "Don Giovanni" aus Aix übertragen worden ist.

Cesare Siepi war für mich - und ich erinnere mich jetzt an seine erlebten Auftritte und nicht an die Mitschnitte auf CD - DER Don Giovanni und DER Pater Guardian (gerade in dieser Partie schätzte ich seinen pastosen Bass ganz besonders) und natürlich auch ein sehr guter König Philipp. An zwei (oder waren es drei ?) Abenden habe ich ihn auch als Gurnemanz erlebt; das war sicher nicht seine beste Partie, aber zweifellos eine mehr als hörenswerte Interpretation (wer damals über seine Aussparache lästerte, sollte ihm spätestens seit den Ausflügen des Herrn D. ins deutsche Fach schnellstens Abbitte leisten) - einen Mitschnitt einer dieser Aufführungen kann man übrigens bei Operadepot erwerben.

Cesare Siepi wird uns fehlen.

Michael

gioachino

Förster Jenkins

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Beiträge: 423

Wohnort: Kriftel / Ts.

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156

Mittwoch, 7. Juli 2010, 09:36

Fürwahr - schon wieder ist mit Cesare Siepi eine Sängerlegende von uns gegangen.

Trösten wir uns mit der Erkenntnnis, dass Sängerinnen wie Forester, Rothenberger, Simionato und Sänger wie Taddei, Siepi ein hohes Alter erreicht haben.

Es gibt kein besseres, vernünftigeres " Anti Aging " als Gesang !



Cesare - R. I. P.



Ciao. Gioachino
miniminiDIFIDI

157

Mittwoch, 7. Juli 2010, 10:19

Hallo miteinander,

eine sehr schöne Auswahl von Arien und Liedern, gesungen von Cesare Siepi, ist hier kostenlos runterzuladen (sehr zu empfehlen):


http://handelmania.libsyn.com/2006/05 (03.05.06!)


Grüße aus München von

Kristin

158

Mittwoch, 7. Juli 2010, 17:44

Ö1 widmet am Dienstag ,13. Juli, um 15.05 h die Sendung "Apropos Oper" Cesare Siepi und bringt eine Stunde lang Ausschnitte aus seinem Schaffen.

:wink:
Renate
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

159

Mittwoch, 7. Juli 2010, 18:01

Liebe Renate,

danke für den Tipp, habe ich gleich in den Kalender geschrieben, wird aufgenommen.


Liebe Grüße

Kristin

160

Mittwoch, 7. Juli 2010, 19:34

Lieber Michael!

Es wär gescheiter gewesen den "Giovanni" aus Salzburg 1954, schon zum Gedächtnis an Cesare Siepi zu bringen - als diesen Schmarrn aus Aix.

Bo Skovhus wir nie ein Don Giovanni werden, und Cesare Siepi hätte zeigen könne, wie interessant ein Don Giovanni ist, wenn man am Libretto bleibt und nicht Verwandtschaftsverhältnisse reinbringt, die nicht vorhanden sind.

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink:

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