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161

Mittwoch, 7. Juli 2010, 23:19

Der deutsche Musikwissenschaftler, Dramaturg und Intendant Wulf Konold ist am 24.6.2010 im Alter von 64 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.

"http://de.wikipedia.org/wiki/Wulf_Konold"
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

162

Donnerstag, 15. Juli 2010, 12:46

Charles Mackerras

Charles Mackerras ist tot –
Sir Charles Mackerras ist am 14. Juli im Alter von 84 Jahren in London gestorben. Der australische Dirigent war auf der ganzen Welt geschätzt ? nicht zuletzt als Interpret der Symphonik Mozarts und Beethovens, die er bis zuletzt mit geradezu jugendlichem Feuer zum Klingen brachte. Er war ein Pionier der historischen Aufführungspraxis, noch bevor dieses Wort überhaupt geprägt wurde; es gelang ihm als einem der ersten Dirigenten, die Charakteristika des Musizierens im "Originalklang" auf die Arbeit mit modernen Orchestern zu übertragen. Mackerras, der als junger Mann in Prag bei Václav Talich studierte, war zudem ein Experte für tschechische Musik im Allgemeinen und die Werke Leo? Janá?eks im Besonderen. Seine Einspielungen der Janá?ek-Opern gelten bis heute als Referenz.
Es grüßt
Maurice_Hol

Gurnemanz

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163

Donnerstag, 15. Juli 2010, 12:56

Das ist eine traurige Nachricht: Sir Charles Mackerras habe ich vor allem als höchst verdienstvollen Interpreten der Werke Leoš Janáčeks kennengelernt und bin ihm dankbar dafür. Erst kürzlich habe ich diese Doppel-CD erworben:



Im Booklet erläutert Mackerras in einem Interview sein Verhältnis zu Janáček; da war schon Abschiedsstimmung lesbar (2003).

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
Sprechen heißt: in Tautologien verfallen.
Jorge Luis Borges

164

Donnerstag, 15. Juli 2010, 13:17

Das ist ja wirklich eine sehr traurige Nachricht.

Das muss ich erstmal verdauen.

Er reisst eine riesige Lücke.


R.

Agravain

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165

Donnerstag, 15. Juli 2010, 13:53

Ja, da ist wieder einen von den Großen gegangen. Mensch, was habe ich nicht alles von ihm in meinem Schrank. Da ist alles dabei von seiner herrlichen Einspielung des "Judas Maccabaeus" an, über seine Beethoven-Zyklen, seinen schlanken Brahms bis hin zu seinen gloriosen Einspielungen des Gilbert-and-Sullivan-Repertoires.
Er wird fehlen.

Agravain
Was ein richtiger Musiker sein will, der muß auch eine Speisekarte komponieren können. (Richard Strauss)

166

Donnerstag, 15. Juli 2010, 14:06

Das ist wirklich eine traurige Nachricht.

Sir Charles hatte seit seinem Studium bei Vaclav Talich in Prag eine sehr enge Beziehung zur tschechischen Musikkultur. Er war lange erster Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie und Ehrenbürger Prags. Er benühte sich auch sehr um die Rekonstruktion der Original-Partituren von Leoš Janácek, auch als Mitherausgeber mehrerer Neuausgaben von Janáceks Werken bei der Universal Edition.

Ich habe und schätze viele Aufnahmen von ihm. Leider durfte ich ihn nie life erleben.

Viele Grüße,

Melanie
With music I know happiness (Kurtág)

Christian Junck

le compositeur classique

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167

Donnerstag, 15. Juli 2010, 16:05

Das betrübt auch mich sehr. Von Mackerras bekam ich letztens eine Gesamteinspielung von Mozarts Sinfonien geschenkt, die ich seitdem als die besten Einspielungen empfinde. Das ist wirklich eine traurige Nachricht für die Klassikwelt.
http://cjv-info.blogspot.com

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168

Donnerstag, 15. Juli 2010, 17:04

eine sehr, sehr traurige nachricht. ein großer künstler ist von uns gegangen - und noch dazu einer meiner liebsten dirigenten . schlechte aufnhamen von ihm kenne ich keine - gute und sehr gute sehr viele. .... :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:
Muss es sein? - Es muss sein!

169

Donnerstag, 15. Juli 2010, 18:12

Das ist wirklich furchtbar zu hören - noch furchtbarer, daß diese Nachricht in den meisten österreichischen Medien, u.a. dem Rundfunk, nicht wahrgenommen wurde.

Mackerras war einer der großen Dirigenten unserer Zeit, ein besessener Arbeiter, aber auch ein praktisch denkender Musiker. Wir alle wissen, daß er es war, der Janáceks Opern in ihren herben Originalfassungen durchsetzte. Vor nun schon sehr langer Zeit, also rund 20 Jahren, engagierte die Wiener Staatsoper den großen Australier für eine Serie von "Jenufa"-Aufführungen, keine Premiere, sondern reines Repertoire. Der Direktor hoffte, damit auf diese tapfere Produktion aufmerksam zu machen. Natürlich lief "Jenufa" in der korrumpierten Version. Was machte Mackerras? - Er beließ es bei dr korrumpierten Fassung. Als man ihn etwas konsterniert fragte, weshalb, sagte er: Weil er nicht genug Proben hatte, um die Sänger und das Orchester auf die Vorzüge des Originals einzuschwören und dieses entsprechend aufzuführen. Der Star war eben auch ein Praktiker.

Ich möchte aber unbedingt darauf hinweisen, daß Mackerras zwar ein wunderbarer Interpret der tschechischen Musik war, aber auch anderes großartig im Griff hatte. Aus Australien gibt es eine DVD mit den "Meistersingern", die ich rückhaltlos empfehle: Flotte Tempi, sehr gut durchhörbar, sehr auf Parlando gespielt. Auch Britten war bei Mackerras in guten Händen. "Gloriana" ist eine immer noch unübertroffene Referenzaufnahme, die DVD von "Billy Budd" ist musikalisch sogar besser als Nagano und Hickox.
Außerdem gibt es unter Mackerras eine farbenglühende und dabei sehr detailfreudige "Salome". Und wer für Leichteres ein Ohr hat, kommt bei seinen nicht nur sehr präzisen sondern auch unglaublich amüsanten Einspielungen von Sullivan auf seine Rechnung.

Leider bin ich überzeugt, daß Mackerras schon bald vergessen sein wird. Und in 50 Jahren wird man seine Aufnahmen ausgraben und draufkommen, daß es da einen gab, der sich nicht als Superstar gerierte, aber einer der Großen seiner Zeit war.
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

170

Donnerstag, 15. Juli 2010, 18:56

Was für eine traurige Nachricht! Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten, auch was die Hervorhebungen seiner Mozart- oder Janacek-Aufnahmen, aber auch bestimmter Werke betrifft, bei denen man nicht gleich an ihn denkt, wie der australischen MEISTERSINGER, des Pariser FAUST oder des Londoner ROMÉO ET JULIETTE - Mitschnittes unter seiner Leitung.

Das gilt übrigens auch für die Werke Gilbert & Sullivans, mit denen der in Australien geborene und mit Sullivans Werken aufgewachsene Mackerras seine ersten Sporen verdiente, die zum Glück aufgenommen wurden. Seine acht (soweit ich weiß) Gesamtaufnahmen von Werken Arthur Sullivans gehören bis heute zum Besten, was die leichte Muse in England oder anderswo hervor gebracht hat.


Aber nicht nur das: seine englischsprachigen Aufführungen an der ENO, etwa von Frederick Delius' A VILLAGE ROMEO AND JULIET oder, lange bevor jemand die Werke Händels in HIP aufgenommen hat, sein JULIUS CAESAR mit Janet Baker oder sein MESSIAH gehören bis heute zu den ganz besonderen, in ihrer Art sogar konkurrenzlosen Aufnahmen dieser Werke.

Dennoch: meine Lieblingsaufnahme von ihm bleibt diese seines Pariser SCHLAUEN FÜCHSLEINS, denn hier kam bei Ton und Bild fast nur das Beste zusammen, was bei einer Opernaufnahme bekanntlich viel zu selten ist:



Ich fürchte, Edwin hat Recht, und wir werden nicht einmal die bei verdienten Dirigenten üblichen Monsterboxen seiner Einspielungen bekommen. Seien wir jedenfalls trotz allem froh, dass wir ihn hatten, und dass ihm ein so langes, fruchtbares Leben beschieden war.

:wink: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

171

Freitag, 16. Juli 2010, 15:12

Lieber Rideamus,
dieses "Füchslein" ist eine absolute Modellaufführung, musikalisch perfekt, sogar das Tschechisch der Nicht-Tschechen ist ziemlich gut. Und Mackerras zeigt wieder einmal, daß Janácek keineswegs ein Instrumentierungs-Analphabet war. Nur klingt's eben nicht nach Strauss, wie das die Bearbeiter so gerne gehabt hätten. Es ist ein kerniger Klang mit sehr reinen, fast grellen Farben. Und natürlich kommt eine glänzende Tempodramaturgie hinzu. (Interessant für Partiturleser: Bei Universal Edition ist eine kritische Ausgabe des "Füchslein" herausgekommen, die auf Mackerras' Erkenntnissen basiert.)

Dennoch muß ich die Lanze noch für eine andere, eigentlich absolut verrückte, Janácek-Einspielung brechen, nämlich "Aus einem Totenhaus". "Es streiten sich die Leut' herum'", ob dieses Werk vollendet ist oder nicht. Ist es unvollendet, darf man ja retuschieren. Ist es aber vollendet, hat Janácek etwas Grenz-Wahnsinniges gemacht: Er treibst den Klang in die hohen und tiefen Lagen des Orchesters, noch dazu in relativ dünnen Linien. Zwischen "oben" und "unten" klafft ein Loch, indem sich die Singstimmen bewegen, die fallweise etwas Akkordstütze bekommen - aber eben nur fallweise. Außerdem gibt es seltsame Akkordfolgen, in denen ein vielstimmiger Akkord plötzlich in einen einzigen Ton wechselt und umgekehrt.
Die meisten Dirigenten, sogar der sonst so komponistengetreue Boulez, gingen davon aus, daß es einiger Retuschen bedarf, um den Klang zu dem zu machen, was Musik ist. Nicht so Mackerras: Er spielte das Stück pur in der Überzeugung, Janácek habe für Dostojewskij eben diesen eigentümlichen Klang bewußt gewählt. Ich schätze die Boulez-DVD über die Maßen - aber ich gestehe: Rein musikalisch kommt sie an Mackerras nicht heran. Weil bei Mackerras die Musik eben klanglich Amok läuft und sich um keine Tradition mehr schert. Das ist so neuartig und seltsam, daß man sich in den vermeintlich längst angeeigneten Komponisten einhören muß. Hat man das aber geschafft, begreift man, daß Mackerras recht hat und die Zutaten abschwächender Unfug sind. Mackerras hat bewiesen, daß Janáceks "Totenhaus" vollendet ist. Und zwar in jeder Bedeutung des Wortes. Und dafür kann man ihm gar nicht genug dankbar sein.
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

172

Mittwoch, 21. Juli 2010, 23:52

Nach Philip Langridge ist nun leider auch Anthony Rolfe Johnson, der bekannte britische Tenor, am 21.7.2010 verstorben.

Hier findet man einen Nachruf:
http://www.artsjournal.com/slippeddisc/2…trailblazi.html

:wink: Michael
Ich hasse Leute, die einfach mitten im Satz

173

Freitag, 23. Juli 2010, 19:48

Das trifft mich wirklich sehr. Ich schätze beide Sänger als Inbegriff eines delikaten Gesangs, intelligent und wortdeutlich in jedem Moment. Beide waren nicht nur hervorragende Opern- sondern auch wunderbare Liedsänger. Langridge entwickelte den Stil von Peter Pears weiter - und war ein idealer Interpret der großen Britten-Tenorrollen. Auch Rolfe-Johnson fiel mir speziell durch Britten auf, und seine Interpretation des Earl of Essex in der DVD-Version der "Gloriana" ist eine Meisterleistung an psychologischer Rollengestaltung. Das Jahr 2010 ist wahrlich ein Unglücksjahr für die britische Musik - und für uns, die wir sie lieben.
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

Ansgar

Viellesender Wenigschreiber

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174

Sonntag, 25. Juli 2010, 11:22

Neben vielen herrlichen Einspielungen von Händel, Bach, Britten Mozart möchte ich besonders auf die beispielhaft großartig gesungene Arie The Trumpet's loud clangour aus Händels Cäcilienode hinweisen:







Eine schöne Erinnerung an Anthony Rolfe Johnson ...

.. und überhaupt eine tolle CD - findet Ansgar :yes:

Amfortas09

Mißtöner

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175

Montag, 9. August 2010, 20:05

Bruno Cremer ( 6. Oktober 1929 in Saint-Mandé; † 7. August 2010 in Paris)

..... den ich als Charakterdarsteller in vielen Filmen sehr mochte.
so ziehe ich den Dummköpfen die Narren vor — deren ich einer bin, was, leider ! gewiss ist... C.B.

176

Dienstag, 17. August 2010, 12:24

:wink:

Die wunderbare Jazzsängerin Abbey Lincoln ist letzten Samstag im Alter von 80 Jahren in New York gestorben.

Wie wir zuletzt noch im Jazzkeller festgestellt haben, gibt es viele tolle Alben aus ihrer gesamten, langen Karriere. Besondere Empfehlung, dieser Klassiker:



Gruß, Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

177

Dienstag, 17. August 2010, 16:57

Re: Abbey Lincoln

Das ist aber sehr traurig. Abbey Lincoln war eine der ganz großen Erneuererinnen des Jazz-Gesangs ab Ende der 50er Jahre, als ihr Jazz auch Ausdruck der Bürgerrechtsbewegung war, wie hier mit ihrem zeitweiligen Mann Max Roach:



Hier ist sie im O-Ton im erst vor Kurzem geführten Gespräch mit Christian Broeking zu hören; außerdem Cassandra Wilson über A. Lincoln.

:wink: Matthias

178

Freitag, 20. August 2010, 14:08

Jetzt habe ich erst vom Tod des britischen Trompeters und Flügelhornisten Harry Beckett erfahren, der am 22. Juli an einem Schlaganfall starb. Der aus Barbados stammende Beckett spielte seit 1954 in der britischen und europäischen Jazzszene. Beckett gehörte zu denen, die sofort an ihrem einzigartigen Sound, bei ihm ein sehr warmer, sanfter, wiederzuerkennen sind. Ein schöner Nachruf erschien im Guardian.

Die Nachricht vom Tod des niederländischen Saxophonisten und Klarinettisten Willem Breuker am 23. Juli, die mich auch sehr erschüttert hat, hatten wir hier, glaube ich, auch noch nicht. Willem Breuker gehörte zu den herausragenden Pionieren des europäischen Free Jazz, verband freie Improvisation aber früh schon auch mit Komposition und war hier besonders von Kurt Weill beeinflußt, und Jazz mit clownesker Performance. Eine Biographie ist auf der Web-Site seiner lanjährigen Formation, dem Willem Breuker Kollektief zu finden. Bis zu seiner schweren Erkrankung war Breuker auf so vielen Feldern aktiv und so beschäftigt mit den Schwierigkeiten, eine große Formation wie sein Kollektief wirtschaftlich dauerhaft zu unterhalten, dass zuletzt etwas untergegangen war, dass er zweifellos zu den besten Saxophonisten und Klarinettisten, die der Jazz überhaupt hervorgebracht hat, gehörte.

Im Jazz-Forum werde ich zu beiden demnächst noch mehr schreiben.

:wink: Matthias

179

Samstag, 21. August 2010, 17:35

Der Regisseur Christoph Schlingensief ist tot. Er erlag am Samstag seinem langjährigen Krebsleiden, wie ein Sprecher der Ruhr-Triennale in Gelsenkirchen erklärte. Schlingensief wäre im Oktober 50 Jahre alt geworden.

Christian

180

Samstag, 21. August 2010, 19:43

R.I.P.


Robert

181

Samstag, 21. August 2010, 20:22

Das tut mir außerordentlich Leid, denn er war noch nicht alt, denn 50 Jahre sind kein Alter, aber er ist wenigstens von seinen Leiden und Schmerzen erlöst, das soll einen trösten, wenn es auch kein wirklicher Trost ist.

Herzliche Anteilnahme auch seiner Familie.

"Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden!" [Matth. 5,4]

"Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Gaben." [Ps 126,5,6]

R. I. P. +

ThomasBernhard

Handlanger der Regietheater-Mafia

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182

Sonntag, 22. August 2010, 01:05

Er war ein interessanter/schwieriger/problematischer Typ. Sein Tod erschüttert mich, da ich ausgerechnet heute spontan auf einer Geburtstagsparty zu einem ausgerechnet 50sten Geburtstag eingeladen war, dann doch beträchtlich. R I P.
"Es gibt halt so Sachen die sind problematisch, und Autobahn geht gar nicht, finde ich." (J. B. Kerner)

Amfortas09

Mißtöner

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183

Sonntag, 12. September 2010, 12:22

Claude Chabrol

geboren am 24. Juni 1930 in Paris, Frankreich; gestorben am 12. September 2010.
Sein Film "Nada" hat mich am stärksten beeindruckt.

:wink:
so ziehe ich den Dummköpfen die Narren vor — deren ich einer bin, was, leider ! gewiss ist... C.B.

184

Sonntag, 12. September 2010, 12:25

Oh, die Nachricht stimmt mich auch ein wenig traurig. Ich muss mal in mich gehen, um sagen zu können, welche Filme ich beeindruckend fand. Chabrol / Huppert war stets ein vorzügliches Gespann. (Ich erinnere mich an einen Film, in dem es um eine Klavierschülerin geht, die bei einer vermeintlich intakten Familie einzieht. Erstaunlicherweise spielte dort auch das Klavierkonzert op. 13 von Britten eine Rolle.)
It is a common fault of criticism to pay more attention to the
influences of other composers in a young man's work than to its own
character as music.
(Robert Simpson)

185

Sonntag, 12. September 2010, 12:26

Das ist traurig. - Das war ein Guter, der uns vieles geschenkt hat. - Schlafe gut Claude!

P.S.: @wulf: Das war Süsses Gift (Merci pour le chocolat) mit Jacques Dutronc und Anna Mouglalis.


"Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
Joris-Karl Huysmans

Gurnemanz

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186

Sonntag, 12. September 2010, 12:37

Mir sind Das Biest muß sterben und Der Schlachter noch in relativ guter Erinnerung, auch Stephane Audran, die oft mitwirkte. Claude Chabrol: sicher einer der Großen in seinem Metier!

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
Sprechen heißt: in Tautologien verfallen.
Jorge Luis Borges

187

Sonntag, 12. September 2010, 15:16

auch Stephane Audran, die oft mitwirkte.
Ich verbinde mit Chabrol auch Stephane Audran, die ich für eine sehr gute Schauspielerin halte, und natürlich auch die Arbeit mit Romy Schneider. Und die Filme mit Huppert ("Eine Frauensache", "Madame Bovary") oder "Die Fantome des Hutmachers".

Ein großer Regisseur ist uns allen hier verloren gegangen!

:wink:
Renate
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

188

Sonntag, 12. September 2010, 15:28

Um Claude Chabrol tut mir Leid, denn seine Filme und Arbeiten waren immer besonders sehenswert,

speziell die von Amelia Grimaldi angebenen Arbeit mit Romy Schneider wird mir unvergesslich bleiben, er machte auch, neben anderen, aus ihr den Weltstar.

R. I. P. +

189

Sonntag, 12. September 2010, 16:55

Hallo,

Claude Chabroll ist mir unvergessen durch einen ziemlichen alten Film aus den 50ern (glaube ich) "Schrei wenn du kannst" und vor allem durch "Der Schlachter". Dieses Portrait eines Mörders ist mir bis heute unvergessen, unglaublich gut.

Grüße aus München

Kristin

Gurnemanz

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190

Sonntag, 12. September 2010, 17:00

Liebe Chabrol-Freund/innen, für ausführlichere Würdigungen gibt es jetzt auch: Claude Chabrol 1930 - 2010 - Vom Hitchcock-Lehrling zum Meisterregisseur.

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
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Jorge Luis Borges

191

Sonntag, 19. September 2010, 10:11

Franco Tagliavini

Am 15.8.2010 ist der italienische Tenor FRANCO TAGLIAVINI verstorben.

Ich habe ihn oft an der DOB erleben und auch persönlich kennenlernen dürfen.



R.I.P., amico mio
Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten...

GB

192

Montag, 20. September 2010, 09:40

Das ist sehr, sehr traurig. Dieses Jahr bringt sehr viele schmerzliche Verluste. Leider haben wir noch einen weiteren zu beklagen:

Gestern, am 19.September starb der 1947 geborene ungarische Bassist László POLGAR, in Zürich. Er startete nach seinem Studium in Budapest (aber auch bei Hans Hotter) und zahlreichen Wettbewerbssiegen Anfang der 1980er Jahre eine internationale Karriere. Bis 2008 war er der führende Bassist der Zürcher Oper. Zuletzt unterrichtete er in Budapest und Winterthur. Er darf nicht mit dem gleichnamigen Schachexperten, dem Vater der berühmten Polgar-Schwestern, verwechselt werden.
______________________

Homo sum, ergo inscius.

193

Montag, 20. September 2010, 21:08

Dieses Jahr ist für die Opernwelt wahrhaftig ein trauriges! Ich habe eben vom Tod László Polgárs erfahren, wollte nun hier davon berichten und stelle fest, dass Waldi mir schon zuvor gekommen ist. Polgárs Tod macht mich ehrlich betroffen, seine unverwechselbare, knorrige Bassstimme, seine subtile Gestaltungskunst machten ihn für mich zu einem der großen Bassisten der Gegenwart und zu einem Sänger, den ich immer wieder gerne gehört habe. Zudem war Polgár ja in den letzten Jahren künstlerisch noch sehr aktiv, ich war erschreckt, nun von seinem plötzlichen Tod zu lesen! 63 Jahre, das ist doch wirklich kein Alter, um zu sterben!

Vielleicht noch ein paar mehr Worte zu Polgárs Karriereweg: Nach dem Studium an der Franz-Liszt-Musikakademie in Busapest debütierte er 1972 an der Ungarischen Staatsoper als Graf Ceprano in Verdis "Rigoletto". Er blieb bis zur Öffnung des Eisernen Vorhangs Ensemblemitglied des Hauses, sang sich von Conprimariorollen über kleinere Partien hinauf zum führenden Bassisten der Budapester Oper, hatte Erfolge als Leporello oder Gurnemanz.
1978 gastierte er erstmals im Ausland. An der Hamburgischen Staatsoper sang er den Osmin in Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail. In den 1980er Jahren sang Polgár in London und Madrid, in Paris und immer wieder bei den Salzburger Festspielen. Dort war es zum Beispiel der Sarastro in Ponnelles "Zauberflöten"-Inszenierung, der Publius in "La Clemenza di Tito" und der Leporello unter Daniel Barenboim, er trat aber auch in modernen Opern auf, "Moses und Aron", "Doktor Faust", "Herzog Blaubarts Burg". 1986 bis 1991 war Polgár dann an der Wiener Staatsoper engagiert, von 1991 bis zu seiner Pensionierung 2009 war er erster Bassist des Opernhauses Zürich.
Dort sang er alle großen Rollen seines Faches, Leporello, Sarastro, Pater Guardian, Basilio, Rocco, Oroveso, Gurnemanz, Fiesco und seine Paraderolle, den Blaubart in Bartoks "Herzog Blaubarts Burg". Für den Dezember war sein Rollendebüt als Massimiliano in Verdis "I Masnadieri" geplant, daneben eine Neuinszenierung von Bellinis "Norma" in der Polgár wieder den Oroverso hätte singen sollen. Gestern, am 19. September, ist László Polgár dann aber völlig überraschend in Zürich gestorben.
Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

194

Freitag, 24. September 2010, 10:04

Geoffrey Burgon (15.07.1941-21.09.2010)

Der britische Komponist Geoffrey Burgon ist gestorben. Ich weiß über ihn nicht mehr zu sagen, als dass ich sein Requiem von 1976 im Schrank stehen habe. Habe jetzt aber keine Musik vor dem inneren Ohr, muss ich mir nachher mal wieder anhören. Außerdem hat er Filmmusik geschrieben, u.a. auch zu „Das Leben des Brian“.
"Give me all you've got, then crescendo!" Leonard Bernstein

195

Freitag, 24. September 2010, 10:44

Burgon hat vor allem Vokalmusik geschrieben - aber keine Oper. Chorwerke und Lieder bilden das Zentrum seines Schaffens. Außerdem hat er etliche Ballette komponiert. Burgons Musik kommt aus dem stilistischen Umfeld Brittens, sie ist klangvoll und melodiös bei teilweise avancierter Harmonik. Daß Burgon auch Filmmusiken geschrieben hat, erwähnte Froh bereits. Eine besondere Hervorhebung verdient die Musik zur Fernsehserie "Die Forsyte Saga" im Remake, die wunderbare nostalgische Walzer enthält. Die Abspannmusik ist ein Walzerlied gesungen von einem gewissen Bryn Terfel. Die Musik zu "Die Chroniken von Narnia" in der BBC-Version sind fabelhafte Kammermusik, die mit sehr wenig Aufwand ein ziemliches Instrumentarium suggeriert und uin ihrer Subtilität und virtuosen Technik weit über das hinausgeht, was man in TV-Musiken erwarten würde - manchmal glaubt man gar, "echten" Britten zu hören.
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

196

Freitag, 24. September 2010, 10:52

Hier kann man einen Eindruck davon gewinnen: "http://www.amazon.co.uk/Forsyte-Saga-Geoffrey-Burgon/dp/B000063CKO"

:wink:
Renate
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

197

Donnerstag, 30. September 2010, 08:37

Arthur Penn, Regisseur von "Bonny and Clyde" oder "Little Big Man" und Oscargewinner, ist gestern im Alter von 88 Jahren gestorben.
Dem Vogel, der heut sang, dem war der Schnabel hold gewachsen (Meistersinger)

198

Donnerstag, 30. September 2010, 10:05

Arthur Penn 1922 - 2010

Noch so ein großer Verlust.

Arthur Penn sollte aber nicht nur wegen des in der Tat herausragenden BONNIE AND CLYDE in Erinnerung bleiben. Schon sein Debütfilm THE LEFT HANDED GUN (EINER MUSS DRAN GLAUBEN; 1958) mit Paul Newman war ein außergewöhnlich guter Western. Seine Film über Helen Keller, THE MIRACLE WORKER wurde zu Recht mit Preisen überhäuft. Großartig waren auch THE CHASE (EIN MANN WIRD GEJAGT, 1965) mit Robert Redford, Marlon Brando und Jane Fonda, LITTLE BIG MAN 1969) mit Dustin Hoffmann und TARGET - ZIELSCHEIBE mit Gene Hackman, um nur einige zu nennen. Leider ist seine total irrwitzige Komödie PENN AND TELLER GET KILLED (1989) nie bei uns gelaufen und floppte auch in Amerika. Überhaupt ging es schon in den 80er Jahren mit seiner Reputation ziemlich rasch und unverdient bergab, was schade war.

Bewahren wir ihm dennoch ein ehrendes Angedenken. So viele so gute Filme haben nur wenige zustande gebracht.

:wink: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

199

Donnerstag, 30. September 2010, 13:03

Tony Curtis (1925-2010)

Ein weiterer großer alter Mann des amerikanischen Kinos ist gestorben: Tony Curtis. Er starb gestern im Alter von 85 Jahren. Mir ist er am stärksten in seinen komischen Rollen in Erinnerung: „Manche mögen´s heiß“ oder in der Fernsehserie „Die 2“. Aber auch in ernsten Rollen wie als Antoninus in Kubricks „Spartacus“.
"Give me all you've got, then crescendo!" Leonard Bernstein

200

Donnerstag, 30. September 2010, 13:33

Gleich zwei Herren die ich sehr schätze sind jetzt tot. - Goodbye!


"Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
Joris-Karl Huysmans

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