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321

Samstag, 7. Mai 2011, 07:26

Arthur Laurents, der u.a. als Liedtexter an dem Erfolg der West Side Story mitgewirkt hat, ist im Alter von 93 Jahren am 5.5.2011 verstorben.
http://news-briefs.ew.com/2011/05/05/art…as-died/?hpt=T2
Eine betrübliche Nachricht, auch wenn sie zu erwarten war. Laurents war allerdings nicht der Liedtexter der WEST SIDE STORY, das war Stephen Sondheim, sondern er schrieb das Buch. Beide verfassten auch Jule Stynes großartiges Musical GYPSY.

Daneben war Laurents auch ein vielfach ausgezeichneter Theaterregisseur (Tony Award für LA CAGE AUX FOLLES) und Drehbuchautor (Oscar für TURNING POINT und Nominierungen für Alfred Hitchcocks ROPE und THE WAY WE WERE), der für eine Qualität und Sorgfalt stand, die selten geworden ist.

Danke für viele schöne Erlebnisse und R.I.P.

:wink: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

322

Samstag, 14. Mai 2011, 23:42

Bernard Greenhouse , der berühmte Cellist und Gründungsmitglied des Beaux- Art Trio, ist am 13.5.2011 im Alter von 95 Jahren verstorben.

Greenhouse hat bis zuletzt unterrichtet und auch gespielt. :juhu:

R.I.P.
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corda vuota

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323

Sonntag, 15. Mai 2011, 09:52

Oh, das ist wirklich eine traurige Nachricht.

LG
corda vuota
... genieße die anderen Saiten des Lebens!

324

Dienstag, 24. Mai 2011, 10:00

Alda Noni 1916 - 2011

Wie ich eben erst lese, ist am vergangenen Samstag die Sopranistin Alda Noni im Alter von 95 Jahren verstorben.

In den 40er Jahren gehörte sie mit ihrem federleichten Sopran zum Ensemble der Wiener Staatsoper, und Richard SATrauss selbst wünschte sich ihre Zerbinetta bei einer Feier seines 80. Geburtstages. Bereits Ende der 50er Jahre hat sie sich von der Bühne zurück gezogen um sich ganz ihrer Tochter widmen zu können, die später selbst Sängerin wurde.

Ich kenne und schätze sie vor allem von ihren Aufnahmen der Opern von (I QUATTRO RUSTEGHI) und mit Ermanno Wolf-Ferrari (Cimarosas IL MATRIMONIO SEGRETO), die sie in den 50er Jahren für die Cetra aufgenommen hat. Aber auch in Glyndebourne ist sie unter der Stabführung von Vittorio Gui aufgetreten (LA CENERENTOLA)



R.I.P.

:wink: Rideamus




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325

Donnerstag, 26. Mai 2011, 19:38

Dieter Klöcker verstorben

Am 21. Mai verstarb in Freiburg, wo er bis zuletzt an der MHS unterrichtete, der Gründer des Consortium Classicum, der Klarinettist Dieter Klöcker.

Der gebürtige Wuppertaler wurde 75 Jahre alt.
Sitzt dr Goggel uffra Kräh, no isch koi Henna en dr Näh!

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326

Donnerstag, 26. Mai 2011, 19:49

Eine traurige Nachricht - Dieter Klöcker gehört sicher zu den ganz großen Klarinettisten!

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
Sprechen heißt: in Tautologien verfallen.
Jorge Luis Borges

327

Donnerstag, 26. Mai 2011, 20:49

Ja, das ist wirklich eine traurige Nachricht! Neben seinen großen Verdiensten als Klarinettist und Lehrer möchte ich vor allem auch Klöckers Einsatz für vergessene Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts hervorheben. Er hat unermüdlich in Archiven geforscht, unbekannte Kammermusik und Orchesterwerke entdeckt, herausgegeben und neu aufgeführt. Dieser Einsatz und diese Neugierde haben mir neben seiner großen Könnerschaft als Instrumentalist und Dirigent immer besonders imponiert.
Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde

328

Samstag, 28. Mai 2011, 16:08

Gil Scott-Heron verstorben

Der Wegbereiter des Rap und Hip-Hop wurde 62 Jahre alt. Gestern starb er in einem New Yorker Krankenhaus.

Das geflügelte Wort "The revolution will not be televised" geht auf einen seiner Songs zurück.

Ob Anti-Rassismus, Anti-Atomkraft, Anti-Apartheid, Abrüstung - Gil Scott-Heron stand als durch und durch politischer Künstler immer an vorderster Front.

Carsten hat Gil Scott-Heron hier vorgestellt.

Cheers,

Lavine :wink:
Sitzt dr Goggel uffra Kräh, no isch koi Henna en dr Näh!

329

Sonntag, 29. Mai 2011, 17:21

In Ungarn hörte ich, der Dirigent Dietfried Bernet sei verstorben. Wie ich heute bei meiner Rückkehr nach Wien feststellen mußte, stimmt das leider. Bernet (geb. 1940) starb am 23.Mai in Hohenems (Vorarlberg). Schon als ganz junger Mensch feierte er seinerzeit große Erfolge bei uns und begeisterte auch mich. In letzter Zeit scheint es um ihn aber eher still geworden zu sein. Dabei war er aus meiner Perspektive einer der der besten Orchesterleiter in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.
______________________

Homo sum, ergo inscius.

330

Sonntag, 29. Mai 2011, 20:29

Auch Alda Noni - eine der bedeutenden Sopranistinnen der späten ersten Hälfte und Mitte des 20. Jahrhunderts - ist vor ein paar Tagen verstorben. Mir ist sie nur namentlich bekannt (ich besitze keine Aufnahmen mit ihr), aber vielleicht haben Peter oder Waldi ein paar Informationen für eine geeignete Würdigung.



Zum Tod von Dietfried Bernet fallen mir zwei Erlebnisse der jüngeren Vergangenheit ein. In Bregenz habe ich ihn zuletzt vor etwa 1 1/2 Jahren als Dirigent einer Produktion von "Lucia" gehört, die er mit überzeugender Italianitá geleitet hart. Und etwas davor habe ich mit einem Rgisseur (der die VOP aus Regiearbeiten kennt) über das Dirigentenproblem der Wiener Volksoper gesprochen und auf meine Idee, so jemand wie seinerzeit Serafin an der Scala wäre notwendig, kam die Antwort, da wäre Bernet der richtige Mann.



Michael, der gerade die Übertragung von "Rigoletto" aus dem Theater an der Wien hört

331

Sonntag, 29. Mai 2011, 21:38

Lieber brunello!

Mit Dietfried Bernet habe ich, Seinerzeit, noch an der Volksopern Zauberflöte geprobt, er hatte ein überdurchschnittliches Wissen und eine enorme Geduld, sein Repertoire war enorm groß und er strahlte nicht nur Wissen sondern auch Können aus. R.I.P. +

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink:

pfuetz

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332

Mittwoch, 8. Juni 2011, 10:40

Nicht unbedingt Klassik (Musik), dennoch ein Verlust:

Jorge Semprun ist verstorben!

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011…n-spanien-autor

Matthias
"Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
"Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
"Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
"Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)

333

Mittwoch, 8. Juni 2011, 10:50

Bernard Greenhouse , der berühmte Cellist und Gründungsmitglied des Beaux- Art Trio, ist am 13.5.2011 im Alter von 95 Jahren verstorben.

Greenhouse hat bis zuletzt unterrichtet und auch gespielt. :juhu:

R.I.P.


Ja, das ist sehr traurig. In Eggebrechts Cellisten-Buch gibt es die schöne Anekdote, dass Greenhouse bei Casals die Cellosuiten - oder eine, ich erinnere mich nicht genau - nach genauer Vorgabe einstudieren musste. Greenhouse übte intensiv und spielte es Casals genau so vor. Casals nickte, nahm sein Cello und spielte die Suite zur Verblüffung von Grenhouse gänzlich anders.

334

Mittwoch, 15. Juni 2011, 08:22

Peter Schamoni 1934 - 2011

Der Regisseur Peter Schamoni ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestern in München verstorben.

Als Mitunterzeichner des Oberhausener Manifestes war er Bundesfilmpreisträger und gehörte zusammen mit seinem Bruder Ulrich (ES) zu den Begründern des sogenannten Jungen Deutschen Films, zu dem er 1966 mit SCHONZEIT FÜR FÜCHSE ein frühes Hauptwerk beisteuerte. Anders als sein Bruder, der sich bald in Albernheiten wie QUARTETT IM BETT oder CHAPEAU CLAQUE verlor, zählt Schamoni als Regisseur und Produzent zahlreicher Filme zu den bleibend prägenden Figuren des deutschen Films.

Sein besonderes Interesse galt den großen Vertretern der anderen Künste, denen er eindrucksvolle und vielfach preisgekrönte Filme wie HUNDERTWASSER REGENTAG (1971), CASPER DAVID FRIEDRICH - GRENZEN DER ZEIT (1986) und zuletzt BOTERO - GEBOREN IN MEDELLIN (2008) widmete. Seine besondere Liebe galt Max ERnst, der in einem seiner frühen Kurzfilme mitwirkte, und dem er später den Film MAX ERNST - MEIN VAGABUNDIEREN, MEINE UNRUHE widmete, für den er 1992 den Deutschen Filmpreis in Gold gewann.

Capriccios kennen ihn vielleicht am besten durch seine zwiespältige, aber nicht uninteressante Filmbiografie Robert und Clara Schumanns, FRÜHLINGSSINFONIE (1983) mit der großartigen Besetzung Nastassja Kinski, Herbert Grönemayer und Rolf Hoppe.

Er war nie einer der großen Gipfelstürmer, aber solide und liebevolle Meister ihres Handwerkes wie er sind nicht weniger selten und immer ein großer Verlust. Wir sollten ihm dankbar sein für das, was er uns hinterlassen hat.

:wink: Rideamus
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ThomasBernhard

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335

Freitag, 24. Juni 2011, 11:35

Lothar Hoffmann-Erbrecht (2.3.1925 - 10.6.2011), dt. Musikwissenschaftler
"Es gibt halt so Sachen die sind problematisch, und Autobahn geht gar nicht, finde ich." (J. B. Kerner)

336

Freitag, 24. Juni 2011, 21:31

Columbo ist tot

Im Alter von 83 Jahren ist gestern Peter Falk nach langer Krankheit gestorben. Als Inspektor Columbo hat er Fernsehgeschichte geschrieben und bleibt als eine der populärsten Fernsehfiguren in Erinnerung.

Ein unendlich liebevolles Denkmal ist ihm bereits 1987 gesetzt worden: Wim Wenders ließ ihn in seinem Film "Der Himmel über Berlin" durch die damals noch geteilt Stadt schlurfen. So werde ich mich an Peter Falk erinnern: Der ehemalige Engel, der dem Noch-Engel Bruno Ganz die Vorzüge des diesseitigen Lebens erklärt.


Und heute Abend werden wir uns eine Folge Columbo von der Konserve ansehen - R.I.P.
Kunst ist vom Geist beherrschte Magie. Kunst als erfahrene Möglichkeit von Freiheit. Plötzlich spüren Sie beim Hören etwas fast naturhaft - wie ein Blitz: Und Sie hören als ein Veränderter, sind auf ganz neue Weise dabei. (Helmut Lachenmann)

337

Freitag, 24. Juni 2011, 22:05

Peter Falk war ein Stück Fernsehgeschichte und ich werde ihn in besonderer Erinnerung behalten, auf alle Fälle in der Krimkomödie "Eine Leiche zum Dessert".

R.I.P +

ThomasBernhard

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338

Montag, 4. Juli 2011, 14:57

Da wird aber jemand untröstlich sein: Se. Kais. und Kgl. Hoheit Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn - sprich: Otto von Habsburg ist von uns gegangen.
"Es gibt halt so Sachen die sind problematisch, und Autobahn geht gar nicht, finde ich." (J. B. Kerner)

339

Montag, 4. Juli 2011, 15:03

Da wird aber jemand untröstlich sein: Se. Kais. und Kgl. Hoheit Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn - sprich: Otto von Habsburg ist von uns gegangen.
Möge Seine Hoheit in Frieden ruhen!

;(
"Vor dem Essen, nach dem Essen,

Biber hören nicht vergessen!"


Fugato

340

Montag, 4. Juli 2011, 15:25


R.I.P.
In Trauer Robert

341

Montag, 4. Juli 2011, 15:48

Pardon, aber ich sehe keinen Grund, sich über den Tod eines Menschen zu mokieren, nur, weil er politisch unterschiedliche Ansichten vertreten haben mochte und zum heute wenig geschätzten Adel gehörte. Auch er konnte schließlich nichts dafür, in welche Familie er geboren wurde.
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

ThomasBernhard

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342

Montag, 4. Juli 2011, 15:57

ich wollte mich auch gar nicht mokierend ausdrücken. ich habe ja auch gar keine schlechte Meinung von ihm.

:wink:
"Es gibt halt so Sachen die sind problematisch, und Autobahn geht gar nicht, finde ich." (J. B. Kerner)

343

Montag, 4. Juli 2011, 16:25

Da ich mit Ihrer Majestät Kaiserin Zita in Breifwechsel stand, tut mir das Ableben Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Otto von Habsburg sehr Leid, er war ein außergewöhnlicher Mensch und ein Europäer, der sich keinesfalls nach einer Monarchie in Wien sehnte, sondern für ein Geeintes Europa ein großer Vorreiter war, wenn auch nicht alles so gelungen ist, wie er es sich wünschte. Österreich hat ihm nach 1945 sehr viel zu verdanken, dass es wieder erstehen konnte und nicht in den Warschauer Pakt kam.

Die Gnadenmutter von Mariazell, die Magna Mater Austria, Hungaria und Bohemia sei ihm gnädig und helfe seiner Familie den Schmerz über einen geliebten Vater, Groß- und Urgroßvater und den Schmerz zu tragen.

Gott sei seiner Seele gnädig.

R.I.P +

344

Montag, 4. Juli 2011, 17:39

ich wollte mich auch gar nicht mokierend ausdrücken. ich habe ja auch gar keine schlechte Meinung von ihm.

:wink:


Die Bemerkung "Da wird aber jemand untröstlich sein" läßt durchaus auf Ironie schließen. Denn daß der Tod eines Menschen einen Hinterbliebenen untröstlich macht, liegt in der Natur der Sache. Wenn man es extra erwähnt, meint man daher in der Regel das genaue Gegenteil. Dabei darf man vor allem nicht in den Fehler verfallen, die ganze Familie Habsburg an Kaiser Franz Josef II. zu messen. Was den Verstorbenen betrifft: Er war ein Gegner Hitlers vom ersten Moment an, und Österreich hätte zu dieser Zeit wohl mehr Persönlichkeiten wie Otto Habsburg gebraucht. Es war und ist nicht automatisch alles immer schlecht, nur, weil es von Seiten der Habsburger kommt.
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

345

Montag, 4. Juli 2011, 18:16

War es nicht auch Otto von Habsburg, der durch seinen endgültigen Verzicht auf den Thron das Ende der Habsburger-Dynastie amtlich machte?

Die Welt verliert einen Europäer und Kosmopoliten, zudem einen Zeitzeugen für die finstersten Epochen der Welt. Er ruhe in Frieden und dem Gefühl eines langen, erfüllten Lebens.
Lucius Travinius Potellus
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

346

Montag, 4. Juli 2011, 18:57

Lieber Edwin!

Da hast völlig Recht, denn Dr. Otto von Habsburg hat dem letzten Bundeskanzler der Ersten Republik Dr. Karl Schuschnigg ermahnt, die Volksabstimmung vor dem 13. März 1938 zu machen, doch da war es zu spät, denn an diesen Tag wurde Österreich zur Ostmark und die Gegner Hitlers landeten im KZ.

Leider, und das muss ich betonen, hat meine Generation lange Jahrzehnte nichts über das Kommende dann gehört, es wurde verschwiegen, aber erst der spätere Bundeskanzler, der Zweiten Republik Dr. Bruno Kreisky, "erlaubte" der Kaiserin, durch eine völlig unbürokratische Weise, in Österreich einzureisen. Du hast wieder Recht, alles kann man dem alten Kaiser vorwerfen, den 1.Weltkrieg wollte er auch nicht. Die Habsburger sind nicht immer an allem gewesen Schuld gewesen und gerade der Sohn des letzten Kaisers Karl I. war mehr Europäer, als es manche österreichischen Politiker, heute, in Brüssel sind - vielleicht weil sie, die Habsburger und Otto von Habsburg, Europa, durch etwa 650 Jahre, im "Blut" haben und hatten.

Und noch etwas - wir Österreicher haben seit dem 12.11.1918 eine Republik, aber wir machen mit der Monarchie noch das beste Geschäft abgesehen von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph II. und Mayerling, den Wiener Sängerknaben und den Lippizanern, in jedem Souvenierladen sind der alte, oder der junge, Kaiser abgebildet, sei es auf Kaffeehäferln oder Tellern und alles wird verkauft oft zu teuren Preisen.

Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink:

347

Montag, 4. Juli 2011, 20:55

Sach ma, lieber Streifen-Peter, Du kennst och Jott und die Welt, oder? :D (<-- kleine Anspielung auf deine Studien ;))
It is a common fault of criticism to pay more attention to the
influences of other composers in a young man's work than to its own
character as music.
(Robert Simpson)

348

Montag, 4. Juli 2011, 23:27

Es war und ist nicht automatisch alles immer schlecht, nur, weil es von Seiten der Habsburger kommt.


Stimmt. Die Marburger Erklärung vom Frühjahr 2009 kam keineswegs von Seiten der Habsburger. Otto hat nur seinen Namen darunter gesetzt. Ist aber nicht so schlimm. Hat mich nur erstaunt. Ebenso wie die merkwürdigen Statements, die er dereinst (muss so 2001 rum gewesen sein) in Interviews mit »rechts-intellektuellen« Zeitungen hat verlauten lassen.

Kennengelernt hab den Herrn übrigens im Rahmen der Feierlichkeiten zur Verleihung des 1. Franz-Werfel-Menschenrechtspreises 2003 in FFM (keine Sorge: ich habe den Preis nicht bekommen ;+) ) und beim Essen ein bissel mit ihm plaudern können. Sehr nett war das. Und durchaus beeindruckend, mit einem Menschen zu sprechen, der als Akteur durch die Verwerfungen des 20 Jahrhunderts hindurch gegangen ist. I-wie schien er jedenfalls sehr aus der Zeit gefallen zu sein.

Briefe haben wir danach nicht gewechselt.

Möge er seinen Frieden finden.

Klaus Tenfelde ist übrigens auch gestorben. Am vergangenen Samstag schon. Traurig.

Adieu,
Algabal
"Tarek sagt 'Halt's Maul oder ich werd' dir ins Gesicht schlagen!' Sam hat die Hosen voll, aber kann auch nicht nichts sagen." (Peter Fox)

349

Dienstag, 5. Juli 2011, 08:50

Dr. Habsburg

Ich möchte nur daran erinnern, dass die Monarchie - und auch alle Adelstitel - in Österreich bereits 1918 abgeschafft worden sind. :boese: :boese:

Michael

350

Dienstag, 5. Juli 2011, 11:24

RE: Dr. Habsburg

Ich möchte nur daran erinnern, dass die Monarchie - und auch alle Adelstitel - in Österreich bereits 1918 abgeschafft worden sind. :boese: :boese:

Michael

Daher bei mir auch Otto Habsburg, aber Kasier Franz Joseph II. :D
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

351

Dienstag, 5. Juli 2011, 11:39

Die Marburger Erklärung vom Frühjahr 2009 kam keineswegs von Seiten der Habsburger. Otto hat nur seinen Namen darunter gesetzt. Ist aber nicht so schlimm. Hat mich nur erstaunt. Ebenso wie die merkwürdigen Statements, die er dereinst (muss so 2001 rum gewesen sein) in Interviews mit »rechts-intellektuellen« Zeitungen hat verlauten lassen.


Lieber Algabal,
wer aus solch einer Tradition kommt, denkt nicht in allen gesellschaftspolitischen Fragen so liberal, wie wir es uns im Idealfall erträumen, vor allem dann nicht, wenn es eine starke Verbindung zur katholischen Amtskirche gibt, die Homosexualität nach wie vor als Sünde einstuft und damit impliziert, daß man sich freiwillig entscheidet, ob man homo- oder heterosexuell sein will. Daß Otto Habsburg in vielen Fragen nicht mit meinen eigenen Überzeugungen übereinstimmte, leugne ich dabei gar nicht. Er war nur ein meist klug argumentierender Politiker, der immer wieder über den eigenen Tellerrand hinauszublicken vermochte. Daß ausgerechnet der Sozialist Bruno Kreisky ein gutes Verhältnis zu den Habsburg-Nachfahren entwickelte, kommt nicht von Ungefähr: Man war sich einig in dem Punkt, nicht nur das eigene Land zu sehen, sondern das eigene Land in einem weltweiten Zusammenhang zu platzieren.

Auch um Tenfelde ist mir leid - hat er nicht ziemlich Erhellendes über Krupp geschrieben?
:wink:
Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)

352

Dienstag, 5. Juli 2011, 12:57

RE: Dr. Habsburg

Ich möchte nur daran erinnern, dass die Monarchie - und auch alle Adelstitel - in Österreich bereits 1918 abgeschafft worden sind. :boese: :boese:

Michael


Lieber Michael,

m. E. 1919.

Bis dann.

353

Dienstag, 5. Juli 2011, 13:10

Lieber Michael!

Es stimmt sehr wohl, dass in Österreich am 12. 11. 1918 die Adelstitel abgeschafft wurden, jedoch Otto von Habsburg nicht in Österreich lebte, sondern in Pöcking am Starnbergersee, in der Hindenburgallee, hat er das Recht auf den Adelstitel. Sein Sohn Karl, der in Österreich auch seinen Militärdienst gemacht hat, fühlt sich zuerst als Salzburger und nicht als Adeliger.

Liebe Grüße und nichts für ungut. [P.S.: Ich denke kaum, dass es ein Land gibt wo jeder Titel derart oft verwendet, auch der Adelstitel, in einem Land, wo der Adel abgeschafft wurde - und derjenige, der ihn hatte, die Nase rümpft wenn er nicht verwendet wird - von den Gattinnen der Doktoren, die wieder ihren Doktor am Standesamt machten ganz zu schweigen].

Lieber Wulf!

Dass ich mit der ehemaligen, letzten, Österreichischen Kaiserin und Königin von Ungarn Zita in Briefverkehr stand, war lange vor meinem Studium, sondern ich fand in ihr eine bemerkenwerte Frau, die mir zu einem runden Geburtstag [ich glaube es war der 90e] ihr Bild mit Dankeswünschen schenkte, hat mich gefreut und dass ich heute noch die Telefonnummer von Pöcking habe, aber schon lange nicht verwendet habe, hat bei mir mit der Geschichte und den Persönlichkeiten zu tun.

Übrigens am 16.7. ist die Bestattung in der Wiener Kapuzinergruft, gemeinsam mit seiner Gattin Regina, wir haben also wieder eine Art Kaiserbegräbnis, nach dem 1.4.1989, das soll uns eine andere Republik nachmachen.

Liebe Grüße sendet Peter. :wink:

354

Dienstag, 5. Juli 2011, 14:28

Lieber Peter,
ich finde, daß man in einem freien Forum auch Monarchist sein kann (es gibt ja noch einige gute Monarchien auf der Welt, siehe Holland usw.), und warum solltest Du nicht Kontakt mit Otto von Habsburg gehabt haben und mit seiner Mutter, Kaiserin Zita? Ist ja auch nicht verboten. Meine Mutter hat sie noch persönlich gesehen und deren Familie waren durchwegs monarchistisch eingestellt, als es die Monarchie noch gab.
Die Tatsache, daß Otto von Habsburg und sogar seine Gattin in der Wiener Kaisergruft, der Kapuzinergruft beigesetzt werden, scheint mir schon typisch für Wien zu sein, wo wohl doch nicht alle Monarchiefeinde zu sein scheinen, denn anders kann ich mir dies nicht erklären.
Übrigens ist es, wie gesagt, nicht verboten, lieber Peter, Monarchist zu sein, so weit sind wir noch nicht, aber Otto von Habsburg war wohl vor allem eines: ein übrzeugter Europäer und darin wäre er wohl mehr als modern.
Herzliche Grüße nach Wien
Robert aus dem Gebiet der ehemaligen k.u.k Monarchie.

PS: Otto ist nur in Österreich kein "von", sonst wird er wohl überall auf der Welt so tituliert, wir unterliegen ja nicht diesen rein spezifisch österreichischen Rechtsnormen.

355

Dienstag, 5. Juli 2011, 14:42

Zitat von »robert«

,
...ich finde, daß man in einem freien Forum auch Monarchist sein kann...

...Übrigens ist es, wie gesagt, nicht verboten, lieber Peter, Monarchist zu sein, so weit sind wir noch nicht,...



Lieber Robert,

stört mich nicht übermäßig, aber gem. Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und Bundes-Verfassungsgesetz der Republik Österreich handelt es sich um Republiken. Ein bisschen mehr Verfassungstreue wäre angebracht.

..."gute Monarchien"...Holland bzw. Niederlande...Pah!

;+)

Bis dann.

356

Dienstag, 5. Juli 2011, 14:55

ich finde, daß man in einem freien Forum auch Monarchist sein kann
Na ja und ob, lieber Robert, lieber Peter.

Selbst wenn wir natürlich in einer Republik leben sind Gedanken und Meinungen zollfrei. Das kann jeder halten wie er will, ich mag unsere Wittelsbacher, die immerhin über 800 Jahre in Bayern das Sagen hatten, auch ganz gern. Was jetzt nicht heißt, daß ich Bayern lieber noch als Königreich sähe.

Otto von Habsburg war ein großer Europäer und das ehrt ihn sehr. Er möge in Frieden ruhen, von mir aus gern in Wien.


Liebe Grüße aus München

Kristin :wink: :wink: :wink:

357

Dienstag, 5. Juli 2011, 14:57

Ein Vorfahr meines Mannes legte seinen Adelstitel bereits vor 250 Jahren ab mit der Bemerkung, der Adel des Geistes zähle mehr als der Adel der Geburt - das ist zweifelsohne richtig, aber ich glaube, unser heutiges Bild vom Adel, wo und unter welchen Umständen es ihn denn überhaupt noch gibt, ist eher geprägt von den schwachmatischen Vertretern mit irgendeinem Titel, die sich dem Jet Set zugehörig fühlen und keine Kamera auslassen als von denen, denen ihr Name und ihre Geschichte Verpflichtung zu einem Engagement für das Gemeinwohl sind.

Ich empfehle zur erheiternden Lektüre Nancy Mitfords Essay "English Nobility" - Mitford behauptet verkürzt gesagt, wirklichen Adel gebe es ohnehin nur in England, und alle anderen Nationen täten nur so. Hat was für sich.

Grüße!

Honoria
"...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)

358

Dienstag, 5. Juli 2011, 15:54

Liebe Honoria!

Da ich Deinen Mann persönlich kenne, kann ich ihm den Adel des Herzens, auf alle Fälle, zusprechen.

Und wenn ein Mann, wie Otto von Habsburg adelig war, dann ist nichts entgegenzusetzen, zumal in Deutschland, meines Wissens, der Adel bis heute nicht abgeschafft wurde und auch er und auch seine Gattin Regina hatten den Adel des Herzens, und das weiß ich aus persönlichen Gesprächen mit ihm und mit ihr.

De Adel des Herzens hat jeder Mensch, schon weil er ein Ebenbild des Schöpfers ist [und da kann man den nennen, wie es einem, religiös oder nicht, ist] und den sollte er sich bewahren, ob in einer Monarchie oder in einer Republik [auch wenn unsere beiden erst seit 1919 bestehen und auch in der Verfassung verankert sind, was ist das schon].

Liebe Grüße und Handküsse sendet Dir Peter aus Wien und recht liebe Grüße an Deinen lieben Mann. :wink: :wink:

359

Dienstag, 5. Juli 2011, 15:59

Zitat von »robert«

,
...ich finde, daß man in einem freien Forum auch Monarchist sein kann...

...Übrigens ist es, wie gesagt, nicht verboten, lieber Peter, Monarchist zu sein, so weit sind wir noch nicht,...



Lieber Robert,

stört mich nicht übermäßig, aber gem. Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und Bundes-Verfassungsgesetz der Republik Österreich handelt es sich um Republiken. Ein bisschen mehr Verfassungstreue wäre angebracht.

"angebracht"? Wo kümmert mich das denn? Ich bin in einer anderen Republik stolzer Monarchist. Soll man mich anzeigen für. :troest:

LG
Tamás
:wink:
"Vor dem Essen, nach dem Essen,

Biber hören nicht vergessen!"


Fugato

360

Dienstag, 5. Juli 2011, 16:36

Meine Lieben!

Ich würde der Moderation empfehlen den Thread wegen dem Ableben von Otto von Habsburg zu schließen, es wird zu viel Öl ins Feuer gegossen und das hat ein Musik- und Kulturforum nicht nötig. Wir sind schließlich alle hier um uns auszutauschen und nicht zu politisieren.

Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink:

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