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Hudebux

Mittelalter Neutöner

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1

Mittwoch, 30. Mai 2012, 23:42

Musik für Hochzeiten, Taufen, Trauerfeiern, runde Geburtstage etc.

In diesem Thread könnt Ihr berichten, was Ihr musikalisch auf Hochzeiten, Taufen, Trauerfeiern, runden Geburtstagen, etc. erlebt habt oder gerne erleben würdet.

Dieser Thread könnte Brautleuten helfen, passende Musik jenseits des Mainstreams für ihre Trauung zu finden. Sie könnten hier erfahren, warum der Hochzeitsmarsch aus Wagners Lohengrin zwar schön ist, aber vielleicht besser nicht für die eigene Trauung herhalten sollte, wenn man denn eine katastrophale Hochzeitsnacht und grosses Unglück nicht heraufbeschwören möchte.
Auch könnten Fragen beantwortet werde, ob zum Beispiel Love me do von den Beatles geeignet für den Traugottesdienst ist? Ob man es lieber von der Orgel oder von einem Streichquartett intonieren lassen sollte? Mit oder ohne Gemeindegesang?

Eine andere interessante Frage: Wie teuer wäre es eigentlich, auf der eigenen Beerdigung ein Requiem (Mozart, Verdi, Fauré, etc.) erklingen zu lassen. Würden dies die Erben goutieren können? Und wäre das eigentlich angemessen, oder ist das nur für hohe Persönlichkeiten passend? Ist das allein eine Frage des Geldes?

Haydn hatte von Fürst Nikolaus’ II. den Auftrag alljährlich zum Namenstag der Fürstin eine neue Messe abzuliefern. So einen Auftrag würde ich auch gerne mal erteilen. Leider fehlt es wiederum im Portemonnaie. Aber vielleicht alle zehn Jahre mal tief in die Tasche greifen?

Besonder schön wäre es natürlich, wenn Ihr von Euren eigenen Festen berichten würdet. Wie habt Ihr die musikalisch gestaltet? Oder wie würdet Ihr sie gerne gestalten?

Hudebux

merkatz

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2

Mittwoch, 30. Mai 2012, 23:58

[...][ [Vgl. "Splitter" und #26. Gurnemanz]

Zitat

Eine
andere interessante Frage: Wie teuer wäre es eigentlich, auf der
eigenen Beerdigung ein Requiem (Mozart, Verdi, Fauré, etc.) erklingen zu
lassen. Würden dies die Erben goutieren können?



Ich würde sagen: JA! Immerhin erben sie was von mir, da ist mir egal, was die von meiner Beerdigungsmusik halten.
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musica

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3

Donnerstag, 31. Mai 2012, 00:07

Wenn in unserem Operettentheater Jamand starb, wurde in der Kapelle auch immer ein Operettenlied gespielt, óft die Operetten in dem der Sänger oder die Sängerin mitgewirkt hat.
viele Grüße von musica

Hudebux

Mittelalter Neutöner

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4

Donnerstag, 31. Mai 2012, 00:26

Ich würde sagen: JA! Immerhin erben sie was von mir, da ist mir egal, was die von meiner Beerdigungsmusik halten.

Ja aber, was denken sie, wenn durch das Requiem ein guter Teil der Erbschaft drauf geht?
Ich habe mal von einem wohlhabenden Mann gehört, der hat eine sehr Hohe Summe dafür ausgegeben, dass Sein Leichnahm an prominenter Stelle in einer Kirche beerdigt wurde. Die Erben waren nicht begeistert.

Nicht, dass ich hier besonders Mitleid mit den Erben habe.

Hudebux

merkatz

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5

Donnerstag, 31. Mai 2012, 00:35

Ja aber, was denken sie wenn durch das Requiem ein guter Teil der Erbschaft drauf geht?
Das ist eine berechtigte Frage - zumal der Verblichene die Musik für ihn ja gar nicht mehr hört. Naja, sollen froh sein, dass sie keine Schulden erben.
Ich habe mal von einem wohlhabenden Mann gehört, der hat eine sehr Hohe Summe dafür ausgegeben, dass Sein Leichnahm an prominenter Stelle in einer Kirche beerdigt wurde. Die Erben waren nicht begeistert.

Nicht, dass ich hier besonders Mitleid mit den Erben habe.
Absolut deiner Meinung.

:wink:
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6

Donnerstag, 31. Mai 2012, 01:44

Also, ich male in manchen düsteren Stunden schon aus,wie ich meine Beerdingung gerne hätte und eines ist klar: mindestens( !!) ein Cello ist dabei. Und mir wäre es, ehrlich gesagt auch egal, was die Erben dafür berappen müssten. Ich organisiere auch ganz gerne Fest und ich mische dann unter hardrockmusic ganz gerne auch packende Klassik, und das ist eigentlich nie die Mainstream-Klassik. Kam bisher immer so gut an, dass ich CD-Tipps an eingefleischte Nicht-klassik-Hörer weitergeben musste..

LG Lotte

7

Donnerstag, 31. Mai 2012, 02:05

Zitat

und ich mische dann unter hardrockmusic ganz gerne auch packende Klassik, und das ist eigentlich nie die Mainstream-Klassik. Kam bisher immer so gut an, dass ich CD-Tipps an eingefleischte Nicht-klassik-Hörer weitergeben musste..


Oh Mann, das klingt total bescheuert. :schaem:

Egal, Lotte

Hudebux

Mittelalter Neutöner

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8

Donnerstag, 31. Mai 2012, 05:41

Oh Mann, das klingt total bescheuert. :schaem:

Hey, es war schon spät... :troest:

Ich fasse zusammen: Du würdest Dich von Deinen Erben gerne be-rappen lassen. Dies im Gedenken an Dein Hardrock-Parties mit legendären Klassikeinlagen. Also ich finde das wirklich eine coole Idee. 8+)
Crossover sozusagen.

Hudebux

Mina

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9

Donnerstag, 31. Mai 2012, 08:55

Kurz und knapp (da im Büro) folgt hier die Liste der auf meinem Leichenbegängnis zu spielenden Musikstücke:

2. Satz aus dem 21.Klavierkonzert
von Mozart statt Orgelvorspiel
"Ach Herr laß dein lieb Engelein" aus der Johannespassion statt Orgelnachspiel
Gemeindelieder:
"Von guten Mächten"
"Großer Gott wir loben dich"

Am offenen Grab und egal was der Pfarrer davon hält und durchaus ernst gemeint:
Can-Can aus "Orpheus in der Unterwelt" dazu Sekt für alle. :vv:
Sie sollen Rotz und Wasser heulen und gleichzeitig lachen und sie sollen sagen "Ja, so war sie. Ist mal wieder typisch" :angel:
Es dürfen bis dahin aber gerne noch ein paar Jahrzehnte vergehen...
Mir egal ob das kitschig ist, ist schließlich MEINE Beerdigung und das ist bedauerlich genug.
Bei meiner Hochzeit hat unser Chor auf unseren Wunsch "Locus iste" von Anton Bruckner gesungen.
Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...

10

Donnerstag, 31. Mai 2012, 09:10

Sie könnten hier erfahren, warum der Hochzeitsmarsch aus Wagners Lohengrin zwar schön ist, aber vielleicht besser nicht für die eigene Trauung herhalten sollte, wenn man denn eine katastrophale Hochzeitsnacht und grosses Unglück nicht heraufbeschwören möchte.

Bei der standesamtlichen Hochzeit meines damals besten Freundes hielt die Standesbeamtin es für angemessen, das sinfonische Zwischenspiel aus der Cavalleria zu spielen. Mein Freund kannte das nicht, fand es schön. Die Standesbeamtin, bei der ich mich erkundigte, kannte die Oper ebenfalls nicht. Ich selbst staunte. Wehmütig-unheilsschwanger war, was ich hörte. Die Ehe wurde nach wenigen Jahren geschieden.

Ob auf meiner Beerdigung Musik gespielt wird, ist mir völlig egal, genau wie die ganze Beerdigung. Meinetwegen könne sie meinen Körper in den Müll schmeißen. Warum sollte ich, wenn ich es nicht mehr höre, die Trauegäste mit Musik volltönen, die sie nicht hören mögen?

philmus

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11

Donnerstag, 31. Mai 2012, 09:31

Haydn hatte von Fürst Nikolaus’ II. den Auftrag alljährlich zum Namenstag der Fürstin eine neue Messe abzuliefern. So einen Auftrag würde ich auch gerne mal erteilen.
Siehst Du, und ich würde so einen Auftrag gerne mal erteilt bekommen... :D

Wenn die zu ehrende Person nichts dagegen hat, daß bei einer Messe nun mal in erster Linie das gepriesen und geehrt wird, was die Christen Gott nennen...

Gruss
Herr Maria
.................................................................................................

Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
daß Alles für Freuden erwacht

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß die Sommerzeit abgeschafft gehört.

Hudebux

Mittelalter Neutöner

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12

Donnerstag, 31. Mai 2012, 20:37

Lieber Herr Maria,

dann wünsche ich Dir, dass das hier jemand liesst, der Dir einen Auftrag erteilen möchte. Leider sind Namenstage (in Deutschland) etwas aus der Mode gekommen. Anlässlich eines Geburtstages eine Messe zu schreiben, ist wohl weniger passend. Es wäre interessant zu wissen, ob die von mir erwähnten letzten sechs Messen Haydns irgendeinen musikalischen Bezug zu der Namenspatronin der Fürstin aufweisen. Wie würdest Du das machen? Am besten nennst Du auch gleich einen Preis, damit man einen Anhaltspunkt hat, was eine Messe heute so kostet. :-)

Hudebux

13

Donnerstag, 31. Mai 2012, 21:45

Zitat

Ich fasse zusammen: Du würdest Dich von Deinen Erben gerne be-rappen lassen. Dies im Gedenken an Dein Hardrock-Parties mit legendären Klassikeinlagen. Also ich finde das wirklich eine coole Idee. 8+)
Crossover sozusagen.

Ja, genau so isses ;+)

LG Lotte

philmus

melancholischer Optimist

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14

Freitag, 1. Juni 2012, 09:41

Am besten nennst Du auch gleich einen Preis, damit man einen Anhaltspunkt hat, was eine Messe heute so kostet. :-)
Das hängt natürlich von der Besetzung ab, es geht von der gitarrenbegleiteten Sologesangsmesse bis zum vollen Programm mit Chor, Orchester und allet...

Allgemein zum Thema Beerdigungsmusik fällt mir immer wieder auf, in welchem Maße das etwas für die Hinterbliebenen ist! Gibt ja immer wieder Fälle, wo die verstorbenen sich ausdrücklich keine Feier wünschen und damit den Weiterlebenden jede Chance nehmen, sich rituell zu verabschieden - da würde ich inzwischen dafür plädieren, dem Wunsch nicht zu entsprechen, sondern das zu tun, was die Hinterbliebenen wollen. Denn sie sind es, die es tun, die es brauchen womöglich. Es hat etwas dezent übergriffiges, das, was zur eigenen Beerdigung passiert oder auch nicht passiert, auch noch bestimmen zu wollen: Da ist man eigentlich schon über die Grenze und, wie man so schön sagt, in Gottes Hand, das heißt konkret, es liegt in der Hand der Anderen!
Wenn man sich als liebens- und ehrenwerter Mensch gezeigt hat, werden sicher eigene Wünsche aufgenommen - es erleichtert ja auch den Hinterbliebenen manche Entscheidung, wenn da schon mal etwas dasteht als "letzter Wille" - am Ende geschieht es für und durch die, die damit den Abschied rituell begehen und dem Gegangenen eine letzte Ehre erweisen.

Gruss
Herr Maria
.................................................................................................

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daß Alles für Freuden erwacht

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß die Sommerzeit abgeschafft gehört.

15

Freitag, 1. Juni 2012, 10:25

Außer von Mina kam ja ausser Schmäh bislang nix wirklich substanzielles im Sinne der Eingangsfragen... ;+)

Am offenen Grab und egal was der Pfarrer davon hält und durchaus ernst gemeint:
Can-Can aus "Orpheus in der Unterwelt" dazu Sekt für alle.

Es könnte sein, daß da auch die Friedhofsverwaltung was dagegen hat...

2. Satz aus dem 21.Klavierkonzert von Mozart statt Orgelvorspiel


Klavier dürfte in den meisten Kirchen schwierig sein...

Damit zu den Kosten eines größeren Werkes:

Wir hatten letztens anlässlich einer größeren Familienfeier eine Mozartmesse inkl. mehrerer musikalischer Einlagen. Orchester (Streicher, 2 Trompeten, Orgel) waren allesamt professionelle Musiker (keine Amateure), Solisten dto., großer Laienchor. Die Leistung war dann natürlich auch entsprechend überzeugend und Spaß hat's auch allen gemacht. Der Chor hat eine Party bekommen, von den Musikern haben das einige kostenlos als Freundschaftsdienst oder gegen immarterielle Gegenleistung gemacht, der Rest hat bekommen, was er verlangt hat, ohne Diskussion und Feilschen. Kosten inkl. Chorparty ca. 2800€. "Vollfinanziert" wird man noch ca. einen Tausender darauflegen müssen. Je nach Kirchengröße und Werk wird man beim Orchester auch mit weniger auskommen, z.B. kleinere Kirche und Werk mit Wiener Kirchentrio: Streicher (2,2,0,1,1) oder auch nur (1,1,0,1,0) und Orgel. Das wird dann schon irgendwie erschwinglich, gemessen an anderen Posten z.B. einer Hochzeit. Es ist eigentlich erstaunlich, daß es sich nicht mehr Leute "leisten". Gerade im Vergleich mit diesen anderen Kosten finde ich die woanders geführte Diskussion völlig unverständlich, ob 100€ für den Organisten nicht viiieel zu viel ist, und ob der überhaupt was verlangen darf.

Gemeindegesang sollte bei so einer Gelegenheit immer dabei sein, allein schon wegen des Gemeinschaftserlebnisses. Ausserdem sehen das die Geistlichen gern und sind dann auch mal eher zu Zugeständnissen bereit.

So, jetzt könnt Ihr überlegen, ob Euer Ableben Euren Erben das wert sein sollte...
viele Grüße

Bustopher



"Denkt daran, dass die wunderbaren Dinge, die ihr in euren Schulen kennenlernt, das Werk vieler Generationen sind, das in allen Ländern der Erde in begeistertem Streben und mit großer Mühe geschaffen worden ist. All dies wird als euer Erbe in eure Hände gelegt, damit ihr empfanget, ehret, weiterbildet und treulich euren Kindern einst übermittelt. So sind wir Sterbliche in dem unsterblich, was wir an bleibenden Werken gemeinsam schaffen." - A. Einstein, Mein Weltbild

16

Freitag, 1. Juni 2012, 10:32

Allgemein zum Thema Beerdigungsmusik fällt mir immer wieder auf, in welchem Maße das etwas für die Hinterbliebenen ist! Gibt ja immer wieder Fälle, wo die verstorbenen sich ausdrücklich keine Feier wünschen und damit den Weiterlebenden jede Chance nehmen, sich rituell zu verabschieden - da würde ich inzwischen dafür plädieren, dem Wunsch nicht zu entsprechen, sondern das zu tun, was die Hinterbliebenen wollen.

Das sehe ich ebenso. Das gilt auch nicht nur für die Musik, sondern grundsätzlich für alle Modalitäten der Beerdigung. Das ist etwas für die Hinterbliebenen und nicht für den Toten! Problematisch wird es nur, wenn die Hinterbliebenen sich nicht einig sind, und das soll gar nicht so selten vorkommen.
viele Grüße

Bustopher



"Denkt daran, dass die wunderbaren Dinge, die ihr in euren Schulen kennenlernt, das Werk vieler Generationen sind, das in allen Ländern der Erde in begeistertem Streben und mit großer Mühe geschaffen worden ist. All dies wird als euer Erbe in eure Hände gelegt, damit ihr empfanget, ehret, weiterbildet und treulich euren Kindern einst übermittelt. So sind wir Sterbliche in dem unsterblich, was wir an bleibenden Werken gemeinsam schaffen." - A. Einstein, Mein Weltbild

Hudebux

Mittelalter Neutöner

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17

Freitag, 1. Juni 2012, 23:02

Es hat etwas dezent übergriffiges, das, was zur eigenen Beerdigung passiert oder auch nicht passiert, auch noch bestimmen zu wollen: Da ist man eigentlich schon über die Grenze und, wie man so schön sagt, in Gottes Hand, das heißt konkret, es liegt in der Hand der Anderen!

Allgemein finde ich Deinen Gedanken einleuchtend, wenn der "Wille" des Verstorbenen im Widerspruch mit den Gefühlen und Bedürfnissen der Trauernden steht. Andererseits kann es aber auch ganz hilfreich sein, wenn der Verstorbene vorgesorgt hat, und manche Entscheidung den Hinterbliebenen abgenommen hat. Und im zum Threadthema passenden Fall, dass der Verstorbene für seine Beerdigung ein besonderes Musikstück vorgesehen haben sollte, fände ich es als Hinterbliebener auch sehr eindrücklich, diese Musik als eine Art letzten Gruss zu erleben. Aber es kommt natürlich immer auf die genauen Umstände an und der von mir beschriebene Fall ist ja auch das Gegenteil von Deinem, wo jemand gar kein Fest wollte.

Hudebux

P.S. Wie wäre der Preis für eine kleine Messe mit Orgel, zwei Solistin und kleinem Orchester, etwa eine halbe Stunde Musik?

18

Freitag, 1. Juni 2012, 23:39

Zitat

Ob auf meiner Beerdigung Musik gespielt wird, ist mir völlig egal, genau wie die ganze Beerdigung. Meinetwegen könne sie meinen Körper in den Müll schmeißen. Warum sollte ich, wenn ich es nicht mehr höre, die Trauergäste mit Musik volltönen, die sie nicht hören mögen?


Ganz genauso sehe ich das auch! Oder sogar noch radikaler: Ich möchte für mich überhaupt keine herkömmliche Trauerfeier, so dass es zunächst einmal auch keine Trauergäste geben wird.

Zitat

Gibt ja immer wieder Fälle, wo die verstorbenen sich ausdrücklich keine Feier wünschen und damit den Weiterlebenden jede Chance nehmen, sich rituell zu verabschieden - da würde ich inzwischen dafür plädieren, dem Wunsch nicht zu entsprechen, sondern das zu tun, was die Hinterbliebenen wollen.


Siehe oben. Ein "rituelles" Verabschieden als Grundbedürfnis halte ich inzwischen für ausgemachten Käse. Ich habe dafür auch meine Gründe, die aus noch nicht lange zurückliegenden persönlichen Erfahrungen resultieren. Näheres erläutere ich auf Anfrage gerne per PN. -

Und wenn ich jemals heiraten sollte (wonach es im Moment nicht ausschaut :D), würde ich mir auf der Hochzeitsfete jedwede Musik strengstens verbitten. Gleiches gilt für meinen im nächsten Jahr fälligen runden Geburststag. Der wird schon gefeiert - und zwar in einer möglichst zwanglosen Atmosphäre mit sicherlich gutem Wein und hoffentlich guten Gesprächen. Aber ohne irgendein noch so lieb gemeintes Gedudel!!

Herzliche Grüße

Bernd

Hudebux

Mittelalter Neutöner

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19

Freitag, 1. Juni 2012, 23:45

Wir hatten letztens anlässlich einer größeren Familienfeier eine Mozartmesse inkl. mehrerer musikalischer Einlagen. Orchester (Streicher, 2 Trompeten, Orgel) waren allesamt professionelle Musiker (keine Amateure), Solisten dto., großer Laienchor. Die Leistung war dann natürlich auch entsprechend überzeugend und Spaß hat's auch allen gemacht. Der Chor hat eine Party bekommen, von den Musikern haben das einige kostenlos als Freundschaftsdienst oder gegen immarterielle Gegenleistung gemacht, der Rest hat bekommen, was er verlangt hat, ohne Diskussion und Feilschen. Kosten inkl. Chorparty ca. 2800€. "Vollfinanziert" wird man noch ca. einen Tausender darauflegen müssen. Je nach Kirchengröße und Werk wird man beim Orchester auch mit weniger auskommen, z.B. kleinere Kirche und Werk mit Wiener Kirchentrio: Streicher (2,2,0,1,1) oder auch nur (1,1,0,1,0) und Orgel. Das wird dann schon irgendwie erschwinglich, gemessen an anderen Posten z.B. einer Hochzeit. Es ist eigentlich erstaunlich, daß es sich nicht mehr Leute "leisten". Gerade im Vergleich mit diesen anderen Kosten finde ich die woanders geführte Diskussion völlig unverständlich, ob 100€ für den Organisten nicht viiieel zu viel ist, und ob der überhaupt was verlangen darf.

Danke für diesen Beitrag. Für mich ist er in dreierlei Hinsicht informativ:
  1. Es ist also nicht völlig unüblich, dass jemand für einen privaten Anlass z.B. eine Messe zur Aufführung (ist das das richtige Wort?) bringt.
  2. 2000-4000 Euro kostet die Aufführung einer Mozartmesse mit professionellen Musikern. Das ist nicht gerade nichts, aber ich gebe Dir recht, gemessen an anderen Posten erwägenswert, besonders wenn die Leidenschaft für Musik (auch die der Gäste) gross ist. Auf andere Dinge wie Oldtimer mit Chauffeur oder teures Feuerwerk könnte ich sowieso gut verzichten.
  3. "Wiener Kirchentrio" -- Diesen Begriff kannte ich nicht. In dem Wikipedia-Artikel zur Kleinen Orgelmesse von Haydn wird er erwähnt. Aber es gibt noch keinen eigenen Eintrag. Nur falls jemand Lust hat, einen Artikel zu schreiben...
Du schreibst: "Mozartmesse inkl. mehrerer musikalischer Einlagen" Wie ist das zu verstehen? Zwischen den Teilen der Messe noch andere Stücke??
Gruss
Hudebux

Hudebux

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20

Samstag, 2. Juni 2012, 00:07

Und wenn ich jemals heiraten sollte (wonach es im Moment nicht ausschaut :D), würde ich mir auf der Hochzeitsfete jedwede Musik strengstens verbitten. Gleiches gilt für meinen im nächsten Jahr fälligen runden Geburststag. Der wird schon gefeiert - und zwar in einer möglichst zwanglosen Atmosphäre mit sicherlich gutem Wein und hoffentlich guten Gesprächen. Aber ohne irgendein noch so lieb gemeintes Gedudel!!

Hallo Bernd,
das ist ziemlich konträr zu meinen Vorstellungen. Aber ich habe Ähnliches schon von anderen Musikern gehört. Kannst Du das vielleicht näher erklären? Wie ist es denn, wenn Du zu Gast bist, und dort musiziert wird. Ist es dann ok für Dich?
Und unser Treffen in Frankfurt war ja auch im weiteren Sinne eine Art Fest, und da hast Du die Musik und das Musizieren doch genossen, oder?

Hudebux

21

Samstag, 2. Juni 2012, 00:47

Zitat

Wie ist es denn, wenn Du zu Gast bist, und dort musiziert wird. Ist es dann ok für Dich?


Um ehrlich zu sein: In den meisten Fällen fällt es mir auf die Nerven! Zumindestens dort, wo es eigentlich um etwas ganz anderes als "Hausmusik" geht! Bei Freunden von mir finden in unregelmäßigen Abständen Veranstaltungen statt, bei denen ganz anlass- und zwanglos in verschiedenen Besetzungen musiziert wird. Da herrscht dann aber überhaupt kein feierlicher Zuhörzwang; keiner der Beteiligten inclusive meinereiner ist sauer, wenn sich andere nebenbei leise unterhalten und ein Stück Kuchen futtern. So etwas ist für mich mehr als "ok", aber das Hochstilisieren einer privaten Festivität zu einer Art Konzertereignis geht mir mit zunehmendem Alter immer ärger auf den Senkel!

Zitat

Und unser Treffen in Frankfurt war ja auch im weiteren Sinne eine Art Fest, und da hast Du die Musik und das Musizieren doch genossen, oder?


Grundsätzlich habe ich die Gesangsdarbietungen in Kriftel genossen. Aber sie waren ja vorher auch als eine Art "Kleines Konzert" geplant; als solches hatten sie eine einigermaßen DIREKTE Funktion, auf die man sich vorher einstellen konnte. Bei anderen Festivitäten erlebe ich den Charakter der musikalischen Beiträge als viel mittelbarer und damit auch deutlich unpassender.

Beste Grüße

Bernd

22

Samstag, 2. Juni 2012, 11:12

Aber ohne irgendein noch so lieb gemeintes Gedudel!!


"Es wird nicht gesungen!" (Loriot)
"Das Problem mit Zitaten im Internet ist, dass es oft schwierig ist nachzuweisen, ob sie echt sind oder nicht" Abraham Lincoln

23

Samstag, 2. Juni 2012, 15:06

Es ist also nicht völlig unüblich, dass jemand für einen privaten Anlass z.B. eine Messe zur Aufführung (ist das das richtige Wort?) bringt.

Ich habe das schon öfter erlebt... :thumbsup:

2000-4000 Euro kostet die Aufführung einer Mozartmesse mit professionellen Musikern. Das ist nicht gerade nichts, aber ich gebe Dir recht, gemessen an anderen Posten erwägenswert, besonders wenn die Leidenschaft für Musik (auch die der Gäste) gross ist. Auf andere Dinge wie Oldtimer mit Chauffeur oder teures Feuerwerk könnte ich sowieso gut verzichten.

Wie gesagt: es geht auch ein bis zwei Nummer kleiner. Auch erfordert nicht jede Messe vier Solisten. Und viele Chöre sind auch kleiner... Aber ehrlich gesagt: so eine Messe macht deutlich mehr Eindruck, als Feuerwerk oder Oldtimer. Hat nämlich nicht jeder, schon allein wegen der zugegeben nicht unerheblichen Organisation... ;+)

"Wiener Kirchentrio" -- Diesen Begriff kannte ich nicht. In dem Wikipedia-Artikel zur Kleinen Orgelmesse von Haydn wird er erwähnt. Aber es gibt noch keinen eigenen Eintrag. Nur falls jemand Lust hat, einen Artikel zu schreiben...

Na ja: da gibt's nicht viel dazu zu sagen. Das Österreichisches Musiklexikon ONLINE bemerkt dazu nur lakonisch:

Zitat

Trivialer Begriff für die Kombination von zwei gleichartigen Oberstimmen und einem Fundamentbass (Generalbass)


In der Regel sind das zwei Violinen, Bassinstrument (üblicherweise Cello, ggflls mit Kontrabass oktaviert; Fagott wäre auch möglich, hört man aber sehr selten) und Orgelcontinuo.

Du schreibst: "Mozartmesse inkl. mehrerer musikalischer Einlagen" Wie ist das zu verstehen? Zwischen den Teilen der Messe noch andere Stücke??

Ja. Einzug, Halleluja, Offertorium, Kommunion, Postludium... Wenn Chor, Orchester und Solisten schon mal beisammen sind...
Das ist übrigens der Vorteil von Profis: die brauchen keine extra Probe vorher, denen langt das Anspiel vor der Aufführung zur Verständig. Der Chor sollte es allerdings "drauf" haben. Das ist die limitierende Größe.
viele Grüße

Bustopher



"Denkt daran, dass die wunderbaren Dinge, die ihr in euren Schulen kennenlernt, das Werk vieler Generationen sind, das in allen Ländern der Erde in begeistertem Streben und mit großer Mühe geschaffen worden ist. All dies wird als euer Erbe in eure Hände gelegt, damit ihr empfanget, ehret, weiterbildet und treulich euren Kindern einst übermittelt. So sind wir Sterbliche in dem unsterblich, was wir an bleibenden Werken gemeinsam schaffen." - A. Einstein, Mein Weltbild

24

Sonntag, 3. Juni 2012, 12:59

Für Trauerfeiern definitiv:

Henry Purcell: Pavane und Chaconne

Das läßt sich mit einem Streichquartett (auch einem guten Laienquartett) angemessen realisieren.

:wink:

Magus
"Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972

25

Sonntag, 3. Juni 2012, 13:35

Das läßt sich mit einem Streichquartett (auch einem guten Laienquartett) angemessen realisieren.
Flüchtig gelesen: Leichenquartett. Paßt ja auch irgendwie :stumm: .
calisto

Gurnemanz

Hilfsseemann

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26

Sonntag, 3. Juni 2012, 17:45

Liebe Leute, verheiratet oder nicht, getauft oder nicht,

hier geht es nicht darum, ob Heiraten, Taufen u. a. befürwortet werden oder nicht, sondern um Musik für Feiern dieser Art.

Damit es hier friedlich weitergeht, habe ich eben drei Beiträge in die "Splitter" verschoben.

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

---
-¿Se trata de una cita? -le pregunté.
-Seguramente. Ya no nos quedan más que citas. La lengua es un sistema de citas.

Jorge Luis Borges

Hudebux

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27

Sonntag, 3. Juni 2012, 17:53

Danke Gurnemanz. Sicher eine weise Entscheidung.
@Gioachino: Dein (nun verschobener) Beitrag hat mir aus der noch vorhandenen Seele gesprochen.
Wie ging es denn musikalisch auf Deiner Hochzeit zu? ;+)

Hudebux

28

Sonntag, 3. Juni 2012, 19:28

Danke Gurnemanz. Sicher eine weise Entscheidung.
@Gioachino: Dein (nun verschobener) Beitrag hat mir aus der noch vorhandenen Seele gesprochen.
Wie ging es denn musikalisch auf Deiner Hochzeit zu? ;+)



Dem, lieber Hudebux, schließe ich mich vollinhaltlich an. Bei mir selbst gab es bei Hochzeit und Taufen musikalisch nichts Besonderes zu berichten, das soll sich aber zu meinem Begräbnis ändern ;+) Ich dachte da an K.A. Hartmann concerto funebrae, wenigstens einen Satz.

Liebe Grüße Peter
.
Was ist die Neunte Symphonie neben einem Gassenhauer, den ein Leierkasten und eine Erinnerung spielen!

(Karl Kraus)

29

Sonntag, 3. Juni 2012, 22:32

Live-Musik könnte ich mir auf meiner Trauerfeier nicht leisten. Meine Musik müsste von der Konserve kommen.

Und da habe ich schon Vorstellungen, sehr persönliche. Denkbar wäre die Chaconne d-moll von Bach aus BWV 1004 (gerne auch in der instrumentierten Fassung von J.Raff), oder das Sextett aus Capriccio von Richard Strauss. Alles sehr persönliche Stücke, die mir enorm viel bedeuten.
Lucius Travinius Potellus
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)

30

Sonntag, 3. Juni 2012, 22:58

Live-Musik könnte ich mir auf meiner Trauerfeier nicht leisten.


Den Fünfziger kann man beim Blumenschmuck oder sonstwo locker einsparen; wir wissen jetzt ja aus dem anderen thread wie billig Musiker für solche Gelegenheiten kommen :hide: :D
im Ernst: Ein Stück, das länger als ca. 5 min dauert, ist für alle solche Gelegenheiten zu lang. Man kann vielleicht am Anfang 3 min, dann als extra Programmpunkt nochmal 5 und am Ende nochmal 3 min machen. Aber 13-15 min. Bach-Chaconne? Da werden die Leute unruhig, selbst bei einer Beerdigung (und erst recht, wenn vom Band)
By nature a philosopher is not in genius and disposition half so different from a street porter, as a mastiff is from a greyhound.
Adam Smith

31

Sonntag, 3. Juni 2012, 23:04

Auch mir bedeuten sowohl die d-moll-Chaconne als auch das Sextett aus Capriccio sehr viel, aber ich fürchte trotzdem, dass es mit meiner Wahrnehmung dieser unglaublich schönen Werke auf meiner Beerdigung nicht zum Besten bestellt sein wird. Und ob sie anderen Menschen genauso viel geben können wie mir, ist sehr die Frage (siehe Schweinshaxenthread!).

Generell finde ich es nicht falsch, auch im Hinblick auf die eigene Beisetzung keinem rückhaltlosen Egozentrismus zu frönen, sondern mal darüber nachzudenken, welche Last den Hinterbliebenen unter Umständen mit irgendwelchen mehr oder minder exklusiven Wünschen anlässlich der Beerdigung aufgebürdet wird.

Mein Anfang des Jahres verstorbener Vater hat jedenfalls darüber nachgedacht und entsprechende Verfügungen (keine Trauerfete mit oder ohne Musik!) getroffen. Im Nachhinein bin ich ihm unglaublich dankbar dafür!

Denen, die noch leben, muss man alles nicht noch viel schwerer machen, als es eh schon ist.

Beste Grüße

Bernd

32

Sonntag, 3. Juni 2012, 23:11

Lieber Bernd,

eine Tonkonserve reicht meinen Ansprüchen, den Tonträger hinterlege ich testamentarisch.

Liebe Grüße Peter
.
Was ist die Neunte Symphonie neben einem Gassenhauer, den ein Leierkasten und eine Erinnerung spielen!

(Karl Kraus)

33

Montag, 4. Juni 2012, 00:10

Liebe Leute, verheiratet oder nicht, getauft oder nicht,

hier geht es nicht darum, ob Heiraten, Taufen u. a. befürwortet werden oder nicht, sondern um Musik für Feiern dieser Art.

Damit es hier friedlich weitergeht, habe ich eben drei Beiträge in die "Splitter" verschoben.

:wink:



Strange. - Sowas reicht hier jetzt also schon für die Splitter? - Ich finde das ziemlich schlimm und peinlich.


"Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
Joris-Karl Huysmans

34

Montag, 4. Juni 2012, 00:17

Als mein bester Freund unter die Erde gebracht wurde, hatte man ein Band mit irgend so einer Standardmusik aus der Schublade gezogen, wie sie bei solchen Gelegenheiten tausendfach abgespielt wird. Ich kann mich nicht erinnern, was es war - ich war in der Situation ohnehin gar nicht in der Lage zuhören. Das wäre auch nicht anders gewesen, hätte man eine Musik ausgewählt, die meinen Geschmack getroffen hätte. Der Tod läßt keinen Platz für Musik - zumindest dann, wenn es um den Verlust eines sehr nahe stehenden Menschen geht. Ich kann mir allenfalls vorstellen, dass ich vielleicht eine fröhliche, optimistische, lebensbejahende Musik als befreiend und erleichternd empfunden hätte. Die traditionellen Südstaaten-Funerals mit Marching Bands, die nach der Bestattung "O didnt' he ramble" oder "O when the Saints" spielen, gehen ja auf uralte westafrikanische Traditionen zurück - das hat schon was.

Ich persönlich finde es sehr fragwürdig, für die eigene Bestattungsfeier eine musikalische Vorgabe machen zu wollen. Aus der Distanz heraus mag es interessant sein, über potentiell zum Anlass vielleicht passende Stücke nachzusinnen. Wird es dann aber konkret, ist das Thema für die wirklich nahen Angehörigen vollkommen nebensächlich und uninteressant, die übrigen Anwesenden, die einem nicht so nahe standen, werden eh keinen Bezug herstellen können und allenfalls irritiert sein.

Für mich selbst wünsche ich eine Seebestattung. Das Rauschen der Wellen und des Windes, die Schreie der Möven, der Schlag der Schiffsglocke werden auf jeden Fall völlig ausreichend als musikalische Untermalung sein. Auf dem Rückweg in den Hafen darf der Skipper dann gern noch ein paar mal kräftig ins Horn stoßen und meinetwegen Jacques Brels "Jacky" spielen...


Meine musikalische Empfehlung für Hochzeiten/Verpartnerungen: Serge Gainsbourg - You're under arrest

Meine musikalische Empfehlung für Taufen: "http://www.youtube.com/watch?v=BCbhB0rLf78" Dieu Fumeur de Havanes (Serge Gainsbourg)

Cheers,

Lavine :wink:
"Argumente sollten vermieden werden. Sie sind stets vulgär - und mitunter überzeugend." (Oscar Wilde)

35

Montag, 4. Juni 2012, 00:20

Zitat

Strange. - Sowas reicht hier jetzt also schon für die Splitter? - Ich finde das ziemlich schlimm und peinlich.


"Schlimm und peinlich" finde ich das nicht, aber schon etwas übertrieben reinlich.

Internetforen leben erfahrungsgemäß von einem gewissen Schuss Offtopizität im Verlauf ihrer Fäden. Im Hinblick auf "es geht hier um:..." wurde zuletzt seitens der Moderation, deren Arbeit ich ansonsten ausgesprochen hoch einschätze, eher überpenibel verfahren....

... wie gut, dass ich kein Moderator bin! :D

Beste Grüße

Bernd

gioachino

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36

Montag, 4. Juni 2012, 00:21

Lieber Hudebux,

es ist bereits so lange her, dass ich mich nur noch an einen Titel entsinne : O hätt`ich Jubals Harf ( Händel ), wunderschön gesungen von einer Soprankollegin.
Die Trauung fand in der ältesten Kirche Hessens, der Justinuskirche in Frankfurt - Höchst, statt.
Unvergessen bleibt mir Schuberts " Du bist die Ruh`", interpretiert von einer meiner Gesangschülerinnen am Sarg ihres Vaters. Ich fragte sie anschließend, woher sie die Kraft genommen habe. Es sei der ausdrückliche Wunsch ihres Vaters gewesen.

Ich habe zu meiner aktiven Zeit häufig und gern bei Trauungen gesungen. Damals wurde sehr häufig d a s Ave Maria erbeten, was mich stets zu der Frage veranlasste, welches der zahlreichen gemeint sei? " Ach, gibt es davon mehrere ? " Ich bejahte die Frage und summte Schubert oder Bach / Gounod ins Telefon. Schließlich entschied man sich meist für Schubert - und ich war froh, den sängerisch sehr anspruchsvollen Bach - Verschnitt los zu sein.....

Ciao. Gioachino
miniminiDIFIDI

philmus

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37

Montag, 4. Juni 2012, 10:05

Der Tod läßt keinen Platz für Musik - zumindest dann, wenn es um den Verlust eines sehr nahe stehenden Menschen geht.

Aus verschiedenen Perspektiven habe ich damit andere Erfahrungen gemacht:
1. Als persönlich Betroffener und Musiker: geht garnicht. Zur Beerdigung meiner Großmutter, mit der ich gerade durch Musik sehr verbunden war, sollte/durfte ich etwas spielen - habe dann das Adagio aus Mozart KV488 ge"spielt", mit zittrigen Fingern und allem, was dazugehört: kann ich nur von abraten, bei einer einem nahegehenden Beerdigung selbst was zu spielen.

2. Bei Beerdigungen fremder Leute oder relativ nicht so naher Bekannter konnte ich immer wieder beobachten, daß die Musik einen wohltuenden Kontrast zur Trauerrede oder -predigt (oder wie das dann heißt) bildet: Einen Zeitraum, der nicht mit Reden gefüllt ist, sondern Platz läßt zum Fühlen, Weinen, Abschiednehmen.
Letzten Sommer haben wir (meine Frau und ich) die Beerdigung des Vaters einer Freundin bespielt, die von einem freien Bestattungsredner gestaltet wurde und mit einem Ritual endete, wo jeder ein paar Rosenblätter an einen Kristall legen konnte - das dauerte ca 15 Minuten, die wir mit einem eigenen Beerdigungslied untermalten, bzw das Lied wurde zu einer richtigen Ritualmusik mit geloopten Bässen, Stimmen, einer dazugespielten Flöte. Es war sehr intensiv, in dem hochsommerlich aufgeheizten Raum lief mir der Schweiß in die Augen beim Flötespielen und ich konnte nichts mehr sehen, nur daß es wirklich seinen "Zweck" erfüllt hat und ein wirklich durchseeltes Ritual passiert ist.

Den Abschluß bildete dann, auf Wunsch des Verstorbenen, "Amazing Grace" auf dem Dudelsack, der dann, wegen der vorherigen emotionalen Anstrengung, nicht ganz so heroisch geriet, aber es war gut. Das ganze hat uns dazu gebracht, daß wir jetzt extra Trauermusik anbieten - weil uns die Aufgabe als eine wirkliche Herausforderung erscheint, die man mit Liebe gut bewältigen kann - dann ist es auch kein "Gedudel", sondern unterstützt den Sinn des Rituals.

Gruss
Herr Maria
.................................................................................................

Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
daß Alles für Freuden erwacht

Im Übrigen bin ich der Meinung, daß die Sommerzeit abgeschafft gehört.

38

Montag, 4. Juni 2012, 10:28

Strange. - Sowas reicht hier jetzt also schon für die Splitter? - Ich finde das ziemlich schlimm und peinlich.


Zitat

Aber was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, doch den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? 4. Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: "Lass mich den Splitter aus deinem Auge hinauswerfen" und siehe, der Balken ist in deinem Auge? 5. Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
(Matthäus 7,3)


Bei der - angeblichen - Verletzung religiöser Gefühle kann man gar nicht vorsichtig genug sein!
Eigentlich bin ich mir keiner großen Schuld bewusst, denn ich habe nur meine eigene Meinung zu meiner Beerdigung kundgetan, bei welcher es mir egal ist - da tot - welche Musik, oder ob überhaupt, dort gespielt wird. Ich wüßte nicht, warum ich damit irgendjemandem auf die Zehen getreten sein sollte. Das muss eh jeder selbst entscheiden.

Meine Gratulation an die Moderation: Die hygienischen Standarts des Forums haben sich erheblich verbessert! Ihr haltet es so sauber, hier könnte man glatt eine OP am offenen Herzen durchführen!

LG
Juli
"Eine Semmel enthält 140 Kalorien, 700 Semmeln pro Jahr ergeben 98000 Kalorien,
diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen. Aber wozu?"
(Loriot)

39

Montag, 4. Juni 2012, 10:52

Die "Verletzung religiöser Gefühle", was immer das sein mag, sollte ganz sicher kein Grund sein, hier etwas zu löschen. Die Religiösen dieser Welt (zu denen ich mich zähle) sollten ihren Hang zum schnellen Beleidigtsein schleunigst korrigieren und begreifen, dass auch Spott und Hohn, Satire und Karrikaturen (von wem auch immer) legitime Meinungsäußerungen sind. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Gurnemanz das Verschieben aber so auch gar nicht begründet. Wenn es um Musik für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen gehen soll, hat das nichts mit der Frage zu tun, was man generell von kirchlichen Ritualen hält. Ich hätte die Bemerkungen von Merkatz und Juli trotzdem stehen lassen (wegen "Geringfügigkeit", wenn man so will), aber das ist letztlich Ermessenssache und die Entscheidung der Moderation (die in diesem Fall von den Forenregeln gedeckt ist).

Gruß, Carola

musica

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40

Montag, 4. Juni 2012, 11:29

Egal bei welchen Feierlichkeiten, Musik geht ans Herz und es löst oft die inneren Spannungen, Stress, Trauer, Freude, egal ob man Atheist oder gläubig ist. Der Wunsch eines Verstorbenen oder seiner Familie, einer Taufe oder Hochzeit, sollte immer respektiert werden, auch wenn sich unter den Versammelten Menschen befinden, die damit nichts anfangen können.

Musik befreit die Seele und in vielen Situationen lassen Zuhörer den Tränen ihren Lauf, es tut gut und sie fühlen sich wohler.

Wir haben im Februar eine Sängerin im Alter von 44 Jahren verloren und konnten, da wir auf Mallorca Konzerte hatten, an ihrer Beisetzung nicht teilnehmen. Für sie hat ein Sänger von uns in einer deutschsprachigen Kirche in Palma nach dem Gottesdienst ein Lied gesungen, dass uns alle sehr berührt hat, es flossen Tränen, aber wir waren froh, uns auf diese Weise so verabschieden zu können.

Viele Brautpaare, die mit geistlicher Musik normalerweise nichts im Sinn haben, kramen aus irgendeiner Erinnerung immer wieder das Ave Maria raus und wollen es bei ihrer Trauung hören, warum? Vielleicht weil es der blinde Sänger Bocelli so schön singt? Erinnerungen, woher auch immer, die an Herz gegangen sind und die möchte man leben.
viele Grüße von musica

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