Bei uns gab es zur Hochzeit in der wunderschönen Klosterkirche Riddagshausen ehedem als Intrada Bachs Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 für Orgel und im Verlauf des Gottedienstes den Eingangs- sowie den Schlusschor aus Bachs Kantate BWV 100, die von meiner damaligen Kantorei und einem kleinen Orchester musiziert wurden. Die Ausführenden waren alles Mitsänger und Freunde, die Aufführung war quasi das kollektive Hochzeitsgeschenk. Die Texte fand ich sehr passend:
I. Chor
Was Gott tut, das ist wohlgetan,
Es bleibt gerecht sein Wille;
Wie er fängt meine Sachen an,
Will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott,
Der in der Not
Mich wohl weiß zu erhalten;
Drum lass ich ihn nur walten.
VI. Chor
Was Gott tut, das ist wohlgetan,
Derbei will ich verbleiben.
Es mag mich auf die rauhe Bahn
Not, Tod und Elend treiben,
So wird Gott mich
Ganz väterlich
In seinen Armen halten;
Drum lass ich ihn nur walten.
Ich mag da etwas eingefahren sein, aber zu einer Beeredigung finde ich immer noch "Wenn ich einmal soll scheiden" aus der "Matthäus-Passion" sehr intensiv. Habe ich oft bei solchen Gelegenheiten gesungen - wenngleich ich bisweilen mitten drin abbrechen musste. Zu meiner eigenen Beerdigung dann auch Bach, ich kann's nicht helfen. Am schönsten fänd ich die mittlere Arie aus BWV 82:
Schlummert ein, ihr matten Augen,
Fallet sanft und selig zu!
Welt, ich bleibe nicht mehr hier,
Hab ich doch kein Teil an dir,
Das der Seele könnte taugen.
Hier muss ich das Elend bauen,
Aber dort, dort werd ich schauen
Süßen Friede, stille Ruh.

Agravain