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pfuetz

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Mittwoch, 4. Juli 2012, 16:06

Rheingau-Musik-Festival: 28.06.2012: Lisa Batiashvili, Truls Mørk, DSO Berlin

An anderer Stelle (Wettbüro EM 2012) schrieb ich ja schon knapp:

Zitat

ch war in einem ganz wundervollen Konzert gestern, und habe ein ganz großartiges DSO unter seinem designierten neuen Leiter Tugan Sokhiev gehört, mit einem kleinen Energiebündel Lisa Batiashvili und einem leider etwas zu leise spielendem, aber dennoch Grand-Signeur Truls Mork mit Haydn Sinfonie 104, Brahms op 102 und Elgar op. 36 (die ich mir dann im Auto mit Sinopoli anhörte, man, ist Sinopoli's Elgar "schwach" gegen das, was ich da gestern hören durfte...).


Evtl. ein klein bisschen mehr hier:

Das Programm war:

Joseph Haydn, Sinfonie Nr 104 D-Dur Hob. I:104 "Londoner Sinfonie"
Johannes Brahms, Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102
Edward Elgar, Variationen über ein Original-Thema op. 36 "Enigma Variationen"

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich wohl alles davon entweder noch nie oder schon vor mehr als 25 Jahren zum letzten Mal gehört hatte. Ich war also sozusagen gänzlich unvorbereitet. Umso erfreuter war ich ob dessen, was mir da geboten wurde. An anderer Stelle diskutieren wir ja die Qualitäten der RSOs, hier war eines, das nach Kent Nagano als bisherigem Leiter demnächst unter Tugan Sokhievs Leitung stehen soll, und in diesem Konzert schon mal von ihm geleitet wurde. Hier wurde präzise, sehr sauber, aber dennoch mit "Schmackes" gespielt (sicherlich auch durch die Art des Dirigierens von Sokhiev mit beeinflußt, der sehr weit ausladende, emotionalie Bewegungen nutzt), so daß mir Haydn nahe kam. Um so stärker wurde das dann bei Brahms, und dem phantastischen Zusammenspiel zwischen den beiden Solisten, sowie dem Orchester, was auch so gut klappte, weil eben nicht nur gehört, sondern auch auf den anderen (die anderen) geschaut wurde. Das einzige "Manko" dieses Doppelkonzertes war es, daß Morks Cello etwas leise rüberkam. Umso verblüffter war ich ob des Wirbelwindes Lisa, unglaublich, was diese kleine Frau (fast anderthalb Köpfe kürzer als Mork) an Energie und Musizierfreude versprühte. Dennoch dominierte sie nicht die anderen, sondern fügte sich harmonisch ein, es war eine Freude, dieses Konzert so erleben zu dürfen.

Nach der Pause war der Saal leerer (wohl auch wegen des EM-Spieles Deutschland-Italien, das zeitgleich lief, wohl leider aber auch, weil die prominenten Namen des Konzerts nicht mehr auftraten), dafür aber das Orchester umso besser. Diese Enigma Variationen waren wundervoll gespielt, changierend zwischen Elgars Schwermut, und einem englischen Witz/Humor, der diese kleine Stücke durchdringt. Das kam wunderbar aufgelöst und mitreißend rüber, meine Sinopoli Aufnahme, die ich dann auf der Heimfahrt im Auto dann zum ersten Mal hörte, war dagegen akademisch und langweilig.

Also: Wunderbar! Sehr zu empfehlen! (aber, es wurde nicht aufgezeichnet, daher ein einmaliges Erlebnis!)

Matthias
"Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
"Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
"Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
"Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)

Lionel

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2

Mittwoch, 4. Juli 2012, 16:29

Am 23. Juni 2012 gab es dieses Konzert mit dem gleichen Programm in der Berliner Philharmonie. Hier die Rezension:
"http://www.kulturradio.de/rezensionen/buehne/2012/philharmonie_berlin20.html"

Morgen, am 05.07.2012 von 20:03 - 22:00 Uhr, wird dieses Konzert von DRadio (Deutschlandradio Kultur) übertragen:
"http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/konzert/1784817/"

Lionel

pfuetz

Mensch mit Sinn für Anwendungen

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3

Mittwoch, 4. Juli 2012, 17:06

Danke für den Hinweis! Ja, Andreas Göbel hat es etwas besser beschrieben als ich, aber, immerhin stimmen unsere Eindrücke überein... Ist schon als Aufnahme programmiert!

Matthias
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