
Ich habe hier nur 2nd hand Wissen, aber demnach ist der "Rundbogen" nicht historisch korrekt, sondern eine Idee des frühen 20. Jhds.? Die Barockbögen waren wohl etwas loser gespannt, dennoch kann man nur 2 Saiten gleichzeitig anstreichen und im Barock wurden, wie heute, Akkorde arpeggiert.

Insgesamt bin ich immer wieder überrascht von der anscheinend großen Beliebtheit dieser Stücke.





Eine Aufnahme mit einem Rundbogen hat vor vielen Jahren der ungarische Geiger Emil Telmánnyi (1892-1988) vorgelegt.Ich habe hier nur 2nd hand Wissen, aber demnach ist der "Rundbogen" nicht historisch korrekt, sondern eine Idee des frühen 20. Jhds.? Die Barockbögen waren wohl etwas loser gespannt, dennoch kann man nur 2 Saiten gleichzeitig anstreichen und im Barock wurden, wie heute, Akkorde arpeggiert.
Das ist auch mein Kenntnisstand. Der Geiger Rudolf Gähler setzt sich zwar heute noch für einen "Rundbogen" ein, allerdings (wenn ich das richtig verstehe) nicht aus Gründen historischer Korrektheit, sondern weil das seiner Meinung nach eine sinnvollere Realisation des Notentexts ermöglicht. Gähler hat die Stücke auch mit Rundbogen eingespielt, ein paar Hörproben kann man sich zu Gemüte führen:

Wie historisch korrekt ist die Geschichte mit dem Rundbogen eigentlich? Ich meine irgendwo einmal gelesen zu haben, dass dieser Rundbogen in Wirklichkeit nie existiert habe. Irre ich da?
Du irrst; denn wenn das Cover nicht gefakt ist, haben solche Bögen in WIrklichkeit existiert.![]()
Aber man hat nach dem heutigen Forschungsstand jedenfalls nicht zu Bachs Zeiten damit gegeigt (s.o.)
Die Chaconne, der letzter Satz aus der d-Moll-Partita (BWV 1004), sprengt in gewisser Weise jeden Rahmen. Der Satz ist mit 256 Takten länger als die vorhergehenden vier Sätze zusammen. Das Stück hat im Laufe der Zeit geradezu ein Eigenleben entwickelt, es wird teilweise gar nicht mehr als Finalsatz der zweiten Partita wahrgenommen, sondern als eigenständiges Werk gehört. Die Chaconne dürfte eines der bekanntesten Stücke von Bach sein
Als Chaconne bezeichnet man einen Variationensatz über ein gleichbleibendes Bassthema. In dieser hier soll es insgesamt 64 Variationen einer viertaktigen Bassfigur geben. Ich muss allerdings gestehen, dass ich diese 64 Variationen auch nicht ansatzweise verfolgen kann. Was ich höre ist, dass es zwei Mollteile und einen nach Dur aufgehellten Mittelteil gibt. Ansonsten höre ich Freude, Schmerz, Ekstase, immer neue Anläufe und Aufschwünge - ziemlich beeindruckend.
), nur dass er ein besserer Violinist war.)
Das ist im Grunde nicht schwer zu hören: Du musst die Basslinie beobachten, die immer wieder vom Grundton d in zwei Terzen abwärts zum g und von da aus über a (den Dominant-Grundton) wieder aufwärts zum d geht. Diese kadenzierende Grundlinie d-b-g-a-d wird dann mal chromatisch ausgefüllt, rhythmisch leicht verschoben usw., aber das viertaktige Schema und das grundsätzliche harmonische Gerüst bleibt bis zum Schluss erhalten. Mit etwas Übung (und am besten der Partitur in der Hand) problemlos zu hören.Als Chaconne bezeichnet man einen Variationensatz über ein gleichbleibendes Bassthema. In dieser hier soll es insgesamt 64 Variationen einer viertaktigen Bassfigur geben. Ich muss allerdings gestehen, dass ich diese 64 Variationen auch nicht ansatzweise verfolgen kann.

Wie historisch korrekt ist die Geschichte mit dem Rundbogen eigentlich? Ich meine irgendwo einmal gelesen zu haben, dass dieser Rundbogen in Wirklichkeit nie existiert habe. Irre ich da?
Du irrst; denn wenn das Cover nicht gefakt ist, haben solche Bögen in WIrklichkeit existiert.![]()
Aber man hat nach dem heutigen Forschungsstand jedenfalls nicht zu Bachs Zeiten damit gegeigt (s.o.)


Moin Chris,
Jetzt war ich gerade sehr neugierig geworden, aber leider waren keine Hörschnipsel vorhanden. Schade!
Ich schau jetzt mal, ob ich woanders fündig werde....
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Jetzt müßte es klappen ... bei jpc. Dabei fällt mir ein, die Schnipsel habe ich auch bei jpc gehört und bei einem Amazon-Anbieter bestellt.
Vielleicht wäre dann diese Aufnahme was für Dich, liebe Juli:Ich habe allerdings wieder einmal für mich selbst festgestellt, dass - egal, wie schön auch gespielt - mir Solovioline nach einer Weile auf die Nerven geht, deshalb habe ich auch keine Aufnahmen in dieser Richtung. ich versuche es zwar hin und wieder, wenn mir besondere Einspielungen empfohlen werden, aber es funkt nicht.
Ich brauche wenigstens einen b.c. um glücklich zu sein.Minimum.


Die Chaconne, der letzter Satz aus der d-Moll-Partita (BWV 1004), sprengt in gewisser Weise jeden Rahmen. Der Satz ist mit 256 Takten länger als die vorhergehenden vier Sätze zusammen. Das Stück hat im Laufe der Zeit geradezu ein Eigenleben entwickelt, es wird teilweise gar nicht mehr als Finalsatz der zweiten Partita wahrgenommen, sondern als eigenständiges Werk gehört. Die Chaconne dürfte eines der bekanntesten Stücke von Bach sein


Bei der CD mit Christoph Poppen bin ich immer hin- und hergerissen, immer mal wieder interessant zu hören, gut musiziert, aber im Endeffekt bin ich wohl bei dieser Musik zu puristisch, so höre ich immer lieber das Original.
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So ist diese Ciacona zugleich Epitaph, Requiem, musikalische Selbstseelsorge und enigmatisches Kabinettstück. Natürlich auch ein Gipfel der Literatur für Violine solo.
Überprüfbar ist die Hypothese in dieser Aufnahme, in der (Track 21) die Ciacona von Christoph Poppen gespielt wird und dazu die Choralzitate gesungen werden:
Ansonsten schäme ich mich beinahe für meine abgedroschenen Lieblingsaufnahmen zu BWV 1001-1006. Klassiker, mit denen man sicher nichts falsch macht:
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Gruß
MB
Ich meine mich zu erinnern, dass Zuckerman in der TV-Reihe über große Geiger über ihn gesagt hat, wenn man einen Geiger in einem Stück nicht erkenne, sei es Szeryng,
Hat Zukerman das so gemeint?

Bei mir steht die Anschaffung einer neuen Interpretation der Sonaten und Partiten für Violine Solo von J.S. Bach für den kommenden Monat auf dem Plan.




Matthias Ich kenne Beyer und Fischer nicht - aber da es ja um das Hören der Atemgeräusche ging, kann ich von Hélène Schmitt abraten - da hat es sogar mich gestört, und ich bin hart im Nehmen....Hast du denn schon Amandine Beyer, Hélène Schmitt und Julia Fischer?
Ich kenne Beyer und Fischer nicht - aber da es ja um das Hören der Atemgeräusche ging, kann ich von Hélène Schmitt abraten - da hat es sogar mich gestört, und ich bin hart im Nehmen....
Ganz auf die Musik konzentriert, habe ich Atemgeräusche nicht mal wahrgenommen. Dann bin ich sichrlich kein guter Ratgeber, denn ich möchte jetzt lieber nicht auch Beyer und Fischer daraufhin durchhören, sonst beginnen mich womöglich auch noch Atemgeräusche zu stören.
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