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Mittwoch, 27. Januar 2010, 22:31

Amerikanisches Fernsehen – Capriccios liebste Serien

Ich bekenne: Ich bin süchtig nach amerikanischen TV-Serien! Und an dem ein oder anderen Beitrag im Forum kann man sehen, dass ich nicht er einzige hier bin, der sich dieses „guilty pleasure“ gönnt.

Nun ist unbestreitbar, dass das amerikanische Fernsehen eine unüberschaubare Menge an Mist produziert, von „daily soap“ über Reality-TV zu Casting- und Spielshows, bei denen mir unbegreiflich ist, wie jemand das länger als 2 Minuten ertragen kann. Und auch unter denen, die die Amerikaner „scripted shows“ nennen, gibt es natürlich jede Menge Ausschuss.

Aber es gibt auch eine große Zahl von Serien, die ich mit großem Vergnügen ansehe. Nur in der Originalversion übrigens – die deutschen Synchronfassungen sind dermaßen lieblos und dilettantisch hergestellt, dass den Serien alles ausgetrieben wird, was sie attraktiv macht. Schlechte, unter extremem Zeitdruck erstellte Übersetzungen und die miesesten Sprecher, die man finden kann, sind die Regel. Entsprechend begann meine „Sucht“ auch 1998, als ich für einige Zeit in den USA lebte.

Die Rezeption von Fernsehserien hat sich seitdem radikal gewandelt (nicht nur bei mir). Es genügt, sich in DVD-Handel umzusehen: Die TV-Abteilung scheint immer weiter zu wachsen, fast jede Serie erscheint derzeit auf DVD. Das erlaubt nicht nur den Zugriff auf die Originalversion, sondern ermöglicht es auch, die Folgen ohne Werbeunterbrechungen anzusehen (eine in den USA einstündige Folge schrumpft dann schonmal auf 42 Minuten zusammen). Fernsehserien gibt es also für mich nur von der Konserve. Ein weiterer Vorteil ist es, dass es dadurch möglich wird, die Serien in sehr kurzem Zeitabstand anzusehen. Sehr gerne erinnere ich mich an den Marathon, als wir innerhalb von wenigen Wochen ganz „Twin Peaks“ angesehen haben, oder innerhalb kurzer Zeit die erste Staffel „24“. Der Turbo-Durchgang durch 4 Staffeln „Lost“ war auch sehr unterhaltsam. So rezipiert, entfalten die besseren Serien einen wahren Sog auf den Zuschauer.

Und man könnte durchaus den Eindruck haben, dass es einfacher ist, Spannendes, Ungewöhnliches und sogar Experimentierfreudiges im amerikanischen Fernsehen zu finden als im Hollywood-Kino. Dabei gönnen sich einerseits Kabelsender anspruchsvolle Projekte, wie z.B. die großartige Serie „Six Feet Under“ vor einigen Jahren bei HBO, oder derzeit „Damages“ bei FX. Andererseits produzieren aber auch die großen landesweiten öffentlichen Sender teilweise verblüffende Serien, die durchaus aufmerksam verfolgt werden wollen. Ich denke z.B. an "24", die in ihrer ersten Staffel die Echtzeit-Dramaturgie noch konsequent umgesetzt hat und damit quasi das lineare Erzählen radikalisiert. Oder "Heroes" - zwar eine Serie mit hanebüchenem Plot, aber in der ersten Staffel durchaus mit den Zuschauer fordernden Erzähltechniken, die ständig mit einer Vielzahl paralleler Handlungsstränge jonglieren. Oder "Lost", mit seinen notorischen Zeitsprüngen vorwärts und rückwärts. Diese Serien, gerade auch "Lost", erreichen eine Komplexität der Handlung, die es praktisch unmöglich macht, in die Serie später einzusteigen oder nach einer Pause wieder den Anschluss zu finden. Eigentlich sollte also der Zuschauerschwund vorprogrammiert sein, da von der ganzen Anlage solch konsequenter "Serials" der Gewinn von neuen Zuschauern doch erheblich erschwert wird. Für die Sender sollten also "Procedurals", bei denen jede Folge in sich abgeschlossen ist, wesentlich attraktiver sein. Und in der Tat sind viele der sehr langlebigen Serien "Procedurals" (z.B. "CSI" oder "Law&Order"). Andererseits verkaufen sich die "Serials" sehr viel besser auf DVD, vielleicht gerade an diejenigen, die Lücken schließen wollen.

Genug der Vorrede! Sollte Interesse an allgemeineren Diskussionen über amerikanische Fernsehserien bestehen, können die in einem parallelen Thread geführt werde. An dieser Stelle soll es vor allem darum gehen, Capriccios Lieblingsserien der aus Vergangenheit und Gegenwart vorzustellen.

Michel :wink:
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

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Mittwoch, 27. Januar 2010, 22:32

Twin Peaks (1990/91)

Twin Peaks lief in 2 Staffeln von insgesamt 30 Folgen von April 1990 bis Juni 1991 beim Sender ABC.



Welche Serie wäre besser geeignet als Twin Peaks um diesen Thread zu eröffnen? Die Serienerfinder David Lynch und Mark Frost schafften das Kunststück, eine Fernsehserie zu ersinnen, die von der Kritik umgehend als revolutionär erkannt wurde, weil sie systematisch die Konventionen des Mediums ignorierte, und erzähltechnisch und ästhetisch alles sprengte, was im Fernsehen bis dahin zu sehen war, und die dennoch (zumindest in der ersten Staffel) zu den beim Publikum erfolgreichsten Serien des Jahres 1990 gehörte. Ich habe auch die Behauptung gelesen, dass mit Twin Peaks in den USA eine ganz neue und anspruchsvollere Zuschauerschicht für die Fernsehserie als Erzählform gewonnen wurde. Zum ersten Mal wurde quasi eine Fernsehserie als "Kunst" rezipiert.

Vordergründig geht es um eine Mordgeschichte: Zu Beginn der Pilotfolge wird in dem kleinen Ort Twin Peaks die Leiche der jungen Laura Palmer gefunden. Der FBI-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan - genau, der Hauptdarsteller aus Blue Velvet) wird nach Twin Peaks zur Aufklärung des Verbrechens geschickt. Irgendwann gegen Mitte der zweiten Staffel wird der Mörder gefunden, man sagt: Auf Druck des Senders ABC und gegen den erklärten Willen von Lynch, der das Geheimnis am liebsten gar nicht aufgeklärt hätte. Lynch zog sich denn auch zunehmend aus der Serie zurück, die in der zweiten Hälfte der zweiten Staffel neue Charaktere und Geheimnisse einführt, aber auch etwas an Faszination verliert. Insgesamt nahm der Zuspruch der Zuschauer in der zweiten Staffel stark ab, so dass ABC die Serie beendete. Wobei Lynch, der als Regisseur für die letzte Folge zur Serie zurückkehrte, die Geschichte mit der Mutter aller Cliffhanger enden lies.

Die Ermittlungen Coopers decken ein bizarres Netzwerk von Doppelleben und Beziehungen in der Gesellschaft, ein unvergessliches Panoptikum an verrückten Gestalten wird aufgeboten. Die Log Lady mit ihrem hellsehenden Baumstumpf. Oder der einarmige Riese und der tanzende Zwerg im roten Anzug. Wer kann umständlicher ein Telefongespräch weiterleiten als die Sekretärin des Sheriffs? "I'm going to transfer it to the phone on the table by the red chair, the red chair against the wall, the little table with the lamp on it, the lamp that we moved from the corner. The black phone, not the brown phone." Außerdem lernt der Zuschauer so einiges über cherry pie, schwarzen Kaffee, und die Bedeutung von Zen und Träumen bei der Aufklärung von Verbrechen. Aber wer Bob ist, das werde ich nicht verraten.

Ich glaube, es wird Zeit, dass ich Serie wieder mal anschaue. :k:
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3

Mittwoch, 27. Januar 2010, 23:44

Ich war so verliebt in Chuck.
Und meine Frau war verliebt in den Kuchenbäcker.


Der Mittwochabend war uns heilig.


Dass "Pushing Daisies" bereits nach zwei Saisons abgesetzt wurde, hat mir das letzte bisschen Glauben an das Gute im Fernsehen genommen. Seitdem bleibt die Kiste kalt.

Noch immer traurig grüßt
der Don
Solitudinem faciunt, pacem apellant.
Tacitus

4

Mittwoch, 27. Januar 2010, 23:53

Pushing Daisies war auch für mich eine der schönsten und originellsten Serien der letzten Jahre :juhu: Ein Märchen, zu schön wohl, um lange zu überleben

:cry: :cry: :cry: Michel
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5

Donnerstag, 28. Januar 2010, 00:11

Ich liebe Scrubs.

Liebt sonst noch jemand diese herrliche Krankenhausserie?



Ansonsten: Three and a Half Men. Wie die SZ mal schrieb (sinngemäß): Das arme Schwein, das kleine Schwein und das geile Schwein... :D
Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.

Florian Voß

Lebender Film noir

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6

Donnerstag, 28. Januar 2010, 01:24

Ganz oben, höher geht´s nicht:

"Lost" + "Jericho"

Auch großartig, aber ich lasse dafür das echte Leben nicht ausfallen:

"Malcolm in the middle" + "Scrubs" + "Greys anatomy"

Und damals, in meiner Jugend:

"Fame"

.




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Eine Krähe war mit mir
aus der Stadt gezogen

Florian Voß

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7

Donnerstag, 28. Januar 2010, 01:25

Ach, und "Re-Genesis" war auch toll.

.




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Eine Krähe war mit mir
aus der Stadt gezogen

8

Donnerstag, 28. Januar 2010, 15:25

Mein absoluter Serien-Liebling:

:juhu: :juhu: :juhu:

Geniale Charaktere, super Gags und vier umwerfend gute Darstellerinnen! Ein echter TV-Klassiker der 80er! Ausserdem ein echter Schatz an Zitaten für den Alltag:

Sophia: Stellt euch vor, die Dinosaurier beherrschten damals die ganze Erde...
Blanche: Na toll, jetzt wird sie uns was aus ihrer Schulzeit erzählen!

***
Blanche: Es stört mich wirklich nicht, dass Clayton homosexuell ist! Ich mag nur nicht, dass er sich mit
Männern trifft!
Dorothy: Mir scheint, im Grunde bist du dir noch nicht ganz klar darüber, was Schwulsein eigentlich
bedeutet!
Blanche: Es muss doch Homosexuelle geben, die sich mit Frauen treffen?!
Sophia: Die nennt man Lesben!

***
Blanche: Blanche Devereaux trifft sich niemals mit dem Mann einer anderen Frau! Oh - bis auf das eine Mal,
aber das war bestimmt nicht meine Schuld, sie war schon für tot erklärt! - Diese Notärzte geben
doch niemals auf...

***
Sophia: "Ich habe niemals Probleme mit dem Wasser lassen,
jeden Morgen Punkt sieben da Pinkel ich. Aber leider wach ich erst um acht Uhr auf."

:mlol:



Und wo ich schon bei den 80ern bin - diese Sitcom ist in ihrer Art auch unübertroffen:

"http://www.youtube.com/watch?v=ng-POsgAePc"
:thumbup:


Und warum gibt es "Malcolm mittendrin" eigentlich nicht auf DVD?? ?(


(Außerdem finde ich, daß alle drei Serien wirklich ausgesprochen gut synchronisiert sind! :yes: )

Mina

Badewannenprimadonna

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Wohnort: Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen

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9

Donnerstag, 28. Januar 2010, 15:29

Dr. House
Monk
Die Simpsons
Unsere kleine Farm :schaem:
Star Trek TOS ("Raumschiff Enterprise")

Pushing Daisies hat mir auch überaus gut gefallen, und ich finde es schade, daß die Serie so schnell abgesetzt wurde. Auf der anderen Seite: wenn es am schönsten ist soll man ja bekanntlich gehen.
Früher habe ich regelmäßig "Ally McBeal" gesehen und finde die Serie auch heute noch ganz witzig.
Darf ich auch sagen, was m.E. die dümmste und überflüssigste Serie aller Zeiten ist?
"Sex and the city" Ahhhhh!!!!! So! Ein!! Hirnriss!!!!! :shake: :shake: :shake: :shake: :shake:

Aber die genialste Fernsehserie ever ist und bleibt immer noch die englische Serie "Der Doktor und das liebe Vieh" , im Original "All creatures great and small". Ich liebe sie und habe mal alle Folgen auf Video aufgenommen. Leider sind sie beim letzten Umzug unter die Räder gekommen :cry:
Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...

10

Donnerstag, 28. Januar 2010, 15:41

Bevor sie hier noch vergessen wird: ich mag und mochte viele der hier genannten Serien, etwa ALLY MCBEAL, sehr, aber nach dem Threaderöffner TWIN PEAKS war eine der intelligentesten Serie ganz klar diese hier:



Gestorben wird immer, aber sinnvoller kaum jemals.

:wink: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

11

Donnerstag, 28. Januar 2010, 15:46

Die absolut BESTE Serie überhaupt, konkurrenzlos und unübertroffen:



Die ganzen amerikanischen Arztserien sind für mich (aus verständlichen Gründen) oftmals nicht zur Entspannung geeignet. Die einzige Serie dieses Genres, die auch ich geliebt habe, und die am nächsten Tag auch im Hörsaal heiß diskutiert wurde, war :



Hier stimmten ALLE medizinischen Fakten und man konnte auch als angehender Mediziner beim heiteren Diagnoseraten mitmachen :D

Ein Umstand, der den deutschen Arztserien (oder Filmen) leider gänzlich abgeht. Was dort zu sehen ist, hat mit realen medizinischen Fakten so viel zu tun, wie "Bauer sucht Frau" mit "Romeo und Julia".

Eine Serie, die ich persönliche seeeehr geliebt habe, bis sie VOX leider abgesetzt hat :cry: :cry: :cry: (da habe ich den Glauben an das deutsche Fernsehen verloren!!!):

http://www.serienjunkies.de/men-in-trees/

Leider kann ich noch nicht mal ein Cover-Bild einstellen, da es die Serie noch nicht auf DVD gibt :cry: :cry: :faint: :faint: :cry: :cry:

Eine Serie, die ich auch recht interessant fand (ungeachtet der Tatsache, dass sie auch in einem Krankenhaus spielt ;+) ):



Und das natürlich Twin peaks die Krönung des Faches ist, steht ja wohl für mich als eingefleischten David Lynch Fan völlig ausser Frage!!! :juhu: :juhu:

LG Lotte

12

Donnerstag, 28. Januar 2010, 16:07

Lieber Michel,

Twin Peaks habe ich Anfang der Neunziger (wann war die Ausstrahlung in Deutschland nochmal?) auch komplett gesehen. Ich weiß noch, dass ich an den Abenden der Sendungen meistens unterwegs war, mir dann aber mitten in der Nacht jedesmal die Aufzeichungen auf meinem AKAI-Mono-Videorecorder reingetan habe.

Die zweite Serie von der ich wohl keine Folge verpasst habe, war The Time Tunnel. Allerdings war ich zu der Zeit Grundschüler! Das Teil lief Samstags nachmittags im Dritten. Mein bester Freund Andreas und ich sind nach jeder Folge auf den Spielplatz hinter der Schule gezuckelt, in die nahegelegenen Maisfelder oder in den Wald. Dort haben wir die Episoden dann akribisch nachgestellt. Ich war Tony Newman. :D

Aus heutiger Sicht kann man The Time Tunnel nur dann genießen, wenn man eine große Freude am Trash in sich trägt. Zum Glück tue ich das...



"http://www.youtube.com/watch?v=7ucfCgvKBzk"

LG
C.
„Beim Minigolf lernte ich, wie man mit Anstand verliert.“ (Element of Crime)

13

Donnerstag, 28. Januar 2010, 16:19

Lieber Rideamus

"Six Feet Under" gehört auch zu meinen absoluten Favoriten - das wäre nach Twin Peaks gleich die nächste Serie, über die ich einige Zeilen geschrieben hätte. Kommt vielleicht noch.



Liebe Lotte,

Statt "Kingdom Hospital" (das ich nicht kenne), würde ich Dir das geniale Original empfehlen, bei dem King abgekupfert hat:



Lars von Trier: "Geister". Hier OT weil dänisch. Aber auch eine großartige Serie. :juhu:

Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

14

Donnerstag, 28. Januar 2010, 17:59

Twin Peaks und Scrubs

Nach "Twin Peaks" war ich regelrecht süchtig, das war ein absoluter Meilenstein des Fernsehens. Im Internet findet man übrigens diverse Hypothesen zu der Geschichte, unter anderem zu den Handlungssträngen einer möglichen dritten Staffel. Und wer Bob ist, verrate ich auch nicht. :D Außer, daß der Bob-Darsteller eigentlich Set Decorator der Serie war... Twin Peaks: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

"Scrubs" ist zum Schreien komisch, eine der ungewöhnlichsten und innovativsten Comedy-Serien der letzten Jahre. Auch hier: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

LG :wink:
"Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

Amfortas09

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15

Donnerstag, 28. Januar 2010, 20:04

Zitat

..... "Jericho"

den Schluss hätt ich mir noch etwas spektakulärer vorgestellt, aber insgesamt war Jericho schon fetzig. Prison Break ist auch nicht schlecht gewesen (trotz einiger Klopfer) ..... auch schön politthrillermäßig...

:wink:
“If somebody was sending rockets into my house where my two daughters sleep at night, I'm going to do everything in my power to stop that.” (2008) „Justice has been done.“ (2011)

Barack Hussein Obama

16

Donnerstag, 28. Januar 2010, 20:23

Aaaaaaalso: Die Überserie ist auch für mich ganz klar Twin Peaks - allerdings nur bis zur Auflösung des Mords an Laura, danach läßt das Ganze doch erheblich nach und weist die mehr oder minder häufigen Defizite eines zuvor eigentlich nicht eingeplanten und folglich auch nicht so richtig durchgedachten Sequels zu einer geschlossenen Serie auf. Schad nix: die ersten 16 Folgen katapultieren diese Serie ganz klar auf den Thron im Serien-Pantheon.

Alles was folgt ist SiFi - und da steht ganz vorn das hier:



Zumindest die Staffeln 1 bis 3 von Babylon 5, Mastermind Joseph M. Straczynskis zwischen 1993 und 1998 entstandenem Epos über Prophezeiung, Religion und Geschichte; über die Probleme, die entstehen, wenn Prophezeiungen in Erfüllung gehen und die Geschichte damit eigentlich an ein Ende kommen sollte - es dann aber einfach nicht tut und man als Mensch oder Nicht-Mensch weitermachen und in eine schrecklich unbestimmte und offene Zukunft hineinhandeln muss, gehören IMO zum intelligentsten, spanndensten und witzigesten war jemals für die Flimmerkiste produziert worden ist. Nichts was hier geschieht, nicht das kleinste Detail ist bedeutungslos oder gar verloren für die Geschichte, die entlang einer perfekt und schlüssig entworfenen Storyline entwickelt wird. Die Charaktere sind komplex und dynamisch entworfen. Grosse Kunst! Die Staffeln 4 und 5 sind ebenfalls sehenswert - aber auch hier ist deutlich zu spüren, dass die Geschichte eigentlich schon an ihr Ende (oder vielleicht doch wieder an ihren Anfang?) gekommen sein sollte.

Dann naklar diese:



Star Trek: Deep Space Nine (1993-1999) - in der Gesamtanlage und Grundproblematik gar nicht so weit weg von Bab 5, insgesamt aber deutlich weniger geschlossen, weniger stringent und nicht so zwingend entwickelt - insgesamt einfach, hm, simpler gestrickt. Aber auch hier: eine ganz große (Rahmen)Geschichte wird hier erzählt, die Serie hat umwerfende Charaktere und einige Folgen und Einzelszenen, denen einfach Ewigkeitswert zukommt. Die Staffeln 6 und 7 sind allerdings eigentlich nicht mehr mit Freude anzuschauen.

So und zuguterletzt ein Outlaw-Roadmovie from outer space:



Firefly (2003/04) von Joss Whedon (der durch Buffy und Angel bekannt sein dürfte) erzählt die durchaus tragische Geschichte einer Gruppe von Deserteuren/Outlaws/Schugglern, die im 26. Jahrundert im Untergrund agieren (das Universum wird recht autoritär von einer anonymen Staatsmacht beherrscht). Das ist eigentlich nicht wirklich eine Gruppe politischer Widerstandskämpfer, sondern ein Haufen praktizierender Anarchisten des Alltags, die einfach ihr Ding machen wollen - und es auch tun. Keine blöde Moral (wie in der recht staatstragenden Star-Trek-Ideologie) wird dem Zuschauer da um die Ohren gehauen, sondern die alltägliche Aporie von verstehen wollen und handeln müssen. Joss Whedon hat dabei das Raumschiff »Serenity« mit einer ganz wundervollen Personage bestückt, Leutchen, zwischen denen so richtig was ab geht. Und genau darum geht es: um das fragile und hochdynamische soziale Gefüge an Bord der »Serenity«. Eine richtig intelligente, spannende und anrührende Serie - zu gut für diese Welt und deshalb geflopped. Das Firefly-Projekt ist nach der ersten Staffel eingefroren worden - Buffy hat es dagegen auf 7, Angel auf 5 Staffeln gebracht ...

Die Welt kennt keine Poesie ...

Adieu,
Algabal
»Dieser Austausch, den wir hier betreiben, ist nichts anderes als ein soziales Spiel.« (Knulp)

17

Donnerstag, 28. Januar 2010, 20:45

:wink:

Ich habe seit zwölf Jahren keinen Fernseher mehr, aber mein Favorit aus alter Zeit, ewig jung...

Good Lord!



Toodleho!

Frank
"No matter. Try again. Fail again. Fail better." (Samuel Beckett)

18

Donnerstag, 28. Januar 2010, 20:58

Lars von Trier: "Geister". Hier OT weil dänisch. Aber auch eine großartige Serie.


Dafür kenne die sogar ich, der hier sonst nichts kennt. Fand ich insgesamt auch sehenswert.

Sonst kenne ich nur Star Trek, die ganz alten und die Staffel mit Käptn Picard. Ein befreundeter Politologen-Kollege, Friedens- und Konfliktforscher, der zu dieser Serie inzwischen mehrere Aufsätze geschrieben hat, meinte, die sollte ich mir mal anschauen. Ist, aus einer solchen Perspektive betrachtet, wirklich nicht ganz uninteressant und hat mir insgesamt auch Spaß gemacht.

Aus der Videothek habe ich mir außerdem mal King of Queens mitgenommen. Da hat mich die Repräsentation ziemlicher Durchschnittsmalocher (Kurierfahrer + Sekretärin) der heutigen Zusammensetzung der Klasse abhängig Beschäftigter in einem solchen Medium interessiert. Ich habe dann sogar unnötigerweise drei Staffeln oder so angeschaut, denn die ersten hatten einen gewissen Charme. Insofern kann ich jetzt schon etwas verstehen, wie man bei Serien in den Sog gerät. Aber anderes ist mir dann doch wichtiger. Ich habe auch kein TV und wenig Zeit: Ich muß ja ständig Neueingänge abhören und durchlesen. :D

:wink: Matthias

19

Donnerstag, 28. Januar 2010, 21:16

Twin Peaks - die späten Folgen

Ich möchte doch noch eine kleine Lanze für die späteren Twin-Peaks-Folgen (nach der Aufklärung des Mordes) brechen. Sicherlich war es von Seiten des Senders dramaturgischer Kackpfiff, auf einer Auflösung mitten in der zweiten Staffel zu bestehen. Andererseits ist vieles von dem danach insofern großartig, weil das Mysthisch-Rätselhafte der Serie ein größeres Gewicht bekommt und die Parodie auf die klassische amerikanische Seifenoper (die m. E. zur Grundkonzeption der Serie gehört) auf die Spitze getrieben wird. Das Einführen neuer Charaktere mit z. T. an den Haaren herbeigezogenem Zusammenhang, die zunehmende Verzettelung mancher Geschichten, all das ist schon sehr witzig. Und die letzte Folge mit dem bereits erwähnten Giga-Cliffhanger ist eine Granate!

LG :wink:
"Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

20

Donnerstag, 28. Januar 2010, 22:00


...
Aus der Videothek habe ich mir außerdem mal King of Queens mitgenommen. Da hat mich die Repräsentation ziemlicher Durchschnittsmalocher (Kurierfahrer + Sekretärin) der heutigen Zusammensetzung der Klasse abhängig Beschäftigter in einem solchen Medium interessiert.
...


Na, das ist aber mal putzig, das ist eigentlich haargenau die Motivation, aus der heraus ich mir Filme/TV-Serien angucke.

Nee, ok, stimmt vielleicht nicht so ganz.

Deshalb gucke ich auch komplett reuefrei Sachen fernab einer correctness.

Wie diese hier:



Natürlich habe ich Agent Cooper auch schön schräg gefunden (und Bob wirklich bedrohlich).
Und auch wenn es eigentlich hier nicht rein passt - "Geister" ist wirklich speziell; sehr gut.

:wink:
Ekkehard
_________

Die Wüste wächst: weh dem, der Wüsten birgt... (Friedrich Nietzsche)

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Beiträge: 289

Wohnort: Schloß Born bei Königstein und Kronberg

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21

Donnerstag, 28. Januar 2010, 22:10

o jaaaaaa, serieeeen :P :P :P :P (obwohl leider so viele mit zunehmenden staffeln immer schlechter und abstruser werden ... 8| )

die spannendste:

prison break ... der absolute irrsinn!!!! :faint: :faint: :faint:

dann auch lost !! (die beiden ersten staffeln grandios, die 3. naja, die 4. recht abartig , mal sehen, ob die 5 besser wird)...

sex and the city ...immer wieder gerne (die beiden letzten staffeln brachten wenig neues)

desperate housewifes ... bislnag nur die erste mit steigender abhängigkeit gesehen.. beim ersten versuch vor einiger zeit fand ichs noch stinklangweilig ;+)

golden girls ...ein klassiker (auch wenn sich vieles wiederholt)
Muss es sein? - Es muss sein!

22

Donnerstag, 28. Januar 2010, 22:26

prison break ... der absolute irrsinn!!!!


So langsam glaub ich das.
Werde wohl mal dem seinerzeitigen Anraten eines Wahlberliners folgen und diesen Folgen folgen.
"...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms

23

Donnerstag, 28. Januar 2010, 22:28

Hallo Serientäter in Capriccio!

einige Serien, die ich gerne immer wieder sehe - six feet under, die Simpsons oder golden girls, sind bereits genannt. Neulich habe ich diese Serie für mich entdeckt:




"Dexter" ist ein Serienkiller, aber tagsüber ein forensischer "Blutspurenanalyst" (ich wußte nicht, dass es so einen Beruf überhaupt gibt) in Miami Polizei. Und er ist auch gleichzeitig der Erzähler mit Off-Stimme. Ich finde schon sehr interessant, aus Perspektive des Serienkillers das ganze Geschehen zu beobachten. Dexter besitzt eigentlich keine Emotion, nur noch Killer-Instinkt, aber dann taucht ein zweiter Serienkiller auf, der Dexter herausfordert. Dexter, den nichts begeistern konnte, stürzt mit voller Leidenschaft in die neue Herausforderung und versucht herauszufinden wer dieser neue Killer ist. Ein schöner Wettlauf zwischen zwei Serienkillern (wer schnappt wen zuerst?).

Die Serie basiert auf den Bestseller "des Todes dunkler Bruder (Darkly dreaming Dexter)" von Jeff Lindsay. Eigentlich wäre das Buch eher für zweistündige Verfilmung geeignet, aber die Serie hat schon einige interessante Details hinzugefügt und daher waren alle 12 Folgen kontinuierlich spannend zu sehen.

Mittlerweile gibts schon 4 Bücher von Lindsay, und in Amerika ist gerade Season 4 gelaufen. Wir, Normalsterbliche, durften bis jetzt nur noch 1. Staffel auf Fernsehen oder DVD schauen, aber Sky-Besitzer bereits bis 3. Staffel. Nach Kritik zu urteilen, soll es ein wenig Schwankungen der Qualität zwischen Staffeln geben (scheinbar 3. Staffel nur mässig gut). Aber schon sehr überzeugender Darsteller Michael C. Hall (aus "six feet under"), interessante Geschichte, und tonnenweise Blut und Körperteile, die durch Bildschirm geschleudert werden, versprechen spannenden Fernsehenabend!

Schöne Grüße,
Penthesilea
Auch Rom wurde nicht an einem Tag niedergebrannt - Douglas Adams

24

Donnerstag, 28. Januar 2010, 23:03

Eine Serie, die ich auch recht interessant fand (ungeachtet der Tatsache, dass sie auch in einem Krankenhaus spielt ;+) ):


Kingdom Hospital muss ich mir mal komplett angucken. Vor längerer Zeit sah ich nur mal die 1. Folge und fand die nicht unbedingt überragend. Aber von der Vorlage, von Triers Geister herkommend, verspreche ich mir von diesem Remake eine Antwort auf die Frage wie Geister vielleicht zuende gegangen wäre.
Die konnte ja nach der 2. Staffel nicht fortgesetzt werden, weil der Darsteller von Stig Helmer ("Dänischer Abschaum!") Ernst-Hugo Järegård gestorben ist.

:wink:
Even that vulgar and tavern music, which makes one man merry, another mad, strikes in me a deep fit of devotion (Sir Thomas Browne)

Armin Diedrich

Bibliothecarius

Beiträge: 432

Wohnort: mitten in der Mitte von Mitte

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25

Donnerstag, 28. Januar 2010, 23:26

Ich möchte eine Serie vorstellen, von der wohl nicht viele hier gehört haben werden, und damit eine meiner stillen Lieben offenbaren: die zu klassischen Western.
"Have gun - will travel" bietet einen der ungewöhnlichsten Helden des Genres: einen Mann namens Paladin (gespielt von Richard Boone). Über seine Vergangenheit erfährt man nur andeutungsweise etwas ; offenbar war er während des Bürgerkriegs Offizier der Südstaaten und absolvierte die Militärakademie in West Point. Nun führt er eine Doppelexistenz. einerseits lebt er als reicher Nichtstuer im teuersten Hotel von San Francisco, kleidet sich elegant, ißt gerne gut, geht regelmäßig in die Oper (!). Dieses Dasein finanziert er sich, indem er die Zeitungen nach Aufträgen durchsucht und den potentiellen Interessenten seine Visitenkarte zukommen läßt. Diese zeigt einen silbernen Schachspringer und den Text: "Have gun - will travel ; wire Paladin, San Francisco".

Da er pro Kunde tausend Dollar kassiert, kann er sich ein gutes Dasein leisten. Auf seinen Reisen, die ihn durch das ganze Land führen, trägt er schwarze Kleidung ; der silberne Springer ist auf seinem Pistolenholster angebracht. Die erteilten Aufträge löst er nach Möglichkeit gewaltlos, wobei er bei Bedarf auch seine umfassende Bildung verwendet: er kann durchaus mal mit Zitaten aus Klassikern der antiken Literatur ankommen... Um den Text der englischen Wikipedia zu zitieren: "When the enemy was surrounding him, Paladin could usually make some insightful quip about General Marcellus and the siege of Syracuse or something similar, and then use this insight to his advantage. Burying a rancher killed by Indians, he recited John Donne's "Death Be Not Proud" above the grave. " Wenn es drauf ankommt, ist er jedoch auch ein exzellenter Schütze.
In der Serie, die von 1957 bis 1963 lief, tauchen regelmäßig höchst prominente Gaststars auf: Charles Bronson, James Coburn, Peter Falk, Sydney Pollack und so weiter. Auch das Team hinter der Kamera ist namhaft: der wesentliche Drehbuchautor war Gene Roddenberry, der damit zunächst einen weitaus größeren Erfolg hatte als mit "Star Trek", die Titelmusik stammt von keinem Geringeren als Hitchcocks Hauskomponisten Bernard Hermann. Ein wirklicher Hit wurde jedoch die Abspannmusik, die "Ballad of Paladin", die wirklich ein absoluter Ohrwurm ist:
http://www.metacafe.com/watch/2395445/ballad_of_paladin_have_gun_will_travel/
Fazit: eine jener Serien, die es nie nach Deutschland geschafft haben, aber das Kennenlernen dringend lohnen ; Beschaffung über amazon.com ist keinerlei Problem und dank des günstigen Dollarkurses auch gar nicht teuer...

26

Sonntag, 31. Januar 2010, 17:57

Hallöchen,
schon mehrfach wurde hier eine meiner Lieblingsserien Twin Peaks erwähnt. Diese Serie hat einfach den absoluten Kultfaktor.

Babylon 5 gehört ebenfalls zu meinen absoluten Favoriten.



Beide diesen beiden Serien wird die Storyline vom Anfang bis zum Ende durchgezogen, die einzelnen Folgen sind also nicht abgeschlossen. Der Zuschauer merkt schnell: Es handelt sich um eine lange Geschichte, die „scheibchenweise“ erzählt wird. Wie bei einem guten Buch mit vielen Kapitel ist es fast unmöglich, am Ende einer Folge aufzuhören...

Die Serien, die mir besonders gut gefallen, sind in der Regel in dieser Form aufgebaut.

Aber es gibt auch Ausnahmen, wie z.B. Bones. Hier sind die Folgen fast ausnahmslos abgeschlossen, auch wenn der eine oder andere Handlungsstrang über mehrere Folgen hinweg verfolgt wird.





Bei Bones ist insbesondere das Zusammenspiel der beiden Hauptcharaktere Dr. Temperance „Bones“ Brennan und Special Agent Seeley Booth sehenswert. Aber auch die Story - die forensische Anthropologin „Bones“ wird vom FBI zur Mithilfe bei der Aufklärung von Verbrechen hinzugezogen - ist interessant und teilweise ganz schön abgedreht. Ab und an kann es auch schon mal ziemlich ekelig werden, dabei ist das Ganze häufig humorvoll, ohne albern zu werden.

Viele Grüße
Kate

Gurnemanz

Hilfsseemann

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27

Mittwoch, 3. Februar 2010, 14:59

Was es nicht alles gibt: Ich bekenne offen, daß mir die meisten der hier vorgestellten Serien völlig unbekannt sind.

Eine Serie dagegen, an die ich noch gern erinnere, heißt Mini-Max, eine herrliche Agentenparodie mit viel Slapstick (Hauptdarsteller: Don Adams, Barbara Feldon, Edward Platt), und ich verfolgte sie fast regelmäßig - Jahrzehnte her! - im deutschen Fernsehen. Unvergeßlich, wie Maxwell Smart, der komische Held, seine Coolness demonstrieren will, indem er stilgerecht seinen Whisky genießt, ohne dabei die lässig im Mindwinkel hängende Zigarette aus diesem zu entfernen - mit vorhersehbarem Ergebnis, zumal sich das mehrfach wiederholt.

Auf DVD ist in neuerer Zeit erschienen:



Ich erwäge, mir gelegentlich die eine oder andere Folge daraus zu erwerben. Kennt jemand von Euch Maxwell Smart?

:wink:
Es grüßt Gurnemanz

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-¿Se trata de una cita? -le pregunté.
-Seguramente. Ya no nos quedan más que citas. La lengua es un sistema de citas.

Jorge Luis Borges

Armin Diedrich

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28

Mittwoch, 3. Februar 2010, 15:08

Oja, Agent 99 und Agent 86 mit dem Schuhtelefon, ihre Auseinandersetzungen mit KAOS und seinen Schergen, etwa dem chinesischen Krallenmann. "They call me 'the claw'" "The craw"? "Not 'the claw' - "the claw'!" "That's what I said: "the craw'!" und so weiter... :mlol: :mlol:

29

Mittwoch, 3. Februar 2010, 15:29

Für mich eine Kindheitserinnerung :angel: . Gerade mal nachgeforscht: Der Originaltitel der Serie ist "Get Smart", sie lief bei erst bei NBC, später dann bei CBS, in insgesamt 138 Folgen von 1965 bis 1970. Erfinder der Serie war übrigens Mel Brooks.

Ich muss bei Gelegenheit mal ausprobieren, wie die Serie sich im Original anhört...

Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

30

Mittwoch, 3. Februar 2010, 15:36

Das hört sich ja alles sehr interessant an. Leider kann ich gar nicht mithalten. Ich sehe keine amerikanischen Serien. Auch keine deutschen oder dänischen. Ich sehe überhaupt so gut wie nie fern. Die einzige TV-Serie, die ich kenne, ist dieses Forum. Kann allerdings, wenn ich vergleiche, was ich als Kind von "Dallas" oder "Denver" so gehört habe, mithalten.

Ah, da fällt mir noch ein, daß ich als kleiner Junge immer "Hart aber herzlich" (oder wie das hieß) geschaut hab. Fand ich sehr süß, wie die als Ehepaar immer zusammengehalten haben und so. Und ein paar Folgen von Al Bundy kenn ich auch. Weniger süß. Ja. Mehr hab ich nicht zu bieten...


Alex :wink:

"And in the end the love you take is equal to the love you make."

The Beatles - Abbey Road


31

Mittwoch, 3. Februar 2010, 15:44

Ich sehe keine amerikanischen Serien.


Sesame Street?
»Dieser Austausch, den wir hier betreiben, ist nichts anderes als ein soziales Spiel.« (Knulp)

32

Mittwoch, 3. Februar 2010, 22:39

Oja, Agent 99 und Agent 86 mit dem Schuhtelefon, ihre Auseinandersetzungen mit KAOS


Da gab es doch einen Film "Die Nacktbombe" oder so. Und der Vorsitzende dieses kriminellen Gremiums unterbricht eigenmächtig alle TV-Programme, um seine Erpressungsforderung zu verlautbaren o.s.ä.

:wink:
Even that vulgar and tavern music, which makes one man merry, another mad, strikes in me a deep fit of devotion (Sir Thomas Browne)

33

Mittwoch, 3. Februar 2010, 22:42

Ich sehe überhaupt so gut wie nie fern.


Das ist ja nun kein Argument. Viele Serien gibt es auf DVD.

:wink:
Even that vulgar and tavern music, which makes one man merry, another mad, strikes in me a deep fit of devotion (Sir Thomas Browne)

Armin Diedrich

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34

Mittwoch, 3. Februar 2010, 22:43

Oja, Agent 99 und Agent 86 mit dem Schuhtelefon, ihre Auseinandersetzungen mit KAOS


Da gab es doch einen Film "Die Nacktbombe" oder so. Und der Vorsitzende dieses kriminellen Gremiums unterbricht eigenmächtig alle TV-Programme, um seine Erpressungsforderung zu verlautbaren o.s.ä.

:wink:
"Die nackte Bombe", um genau zu sein, und letztes Jahr gab es eine Neuverfilmung von "Get Smart". Basieren beide auf der Serie.

35

Donnerstag, 4. Februar 2010, 17:39

Eine der großartigsten US-Serien der letzten 10 Jahre waren "The Sopranos". Die waren so gut (18 Emmy-Awards und fünf Golden Globes!) , dass sie es leider nicht geschafft haben, sich im privaten oder öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland zu etablieren. Die Alltagsprobleme einer Mafiafamilie in einer Serie, die ohne Abgleiten in Slapstick immer virtuos zwischen Humor und blutigem Ernst pendelt. Ich genieße die DVDs immer mal wieder.
Allein die Grundidee, einen Mafiaboss mit Panikattacken, der zum Psychotherapeuten geht, und genausoviel Ärger mit Konkurrenten, wie Familie hat, lädt dazu ein, in banalen Humor abzugleiten. Das wurde aber immer dadurch kunstvoll verhindert, dass alle Charaktere grau blieben, und nie schwarz oder weiß waren.
:juhu: :juhu: :juhu:

lg
Anti

"You realize that it’s not necessary to own 50 Beethoven cycles, 46 of which you never play, when you can be just as happy with 20 of them, 16 of which you never play.
"
, David Hurwitz

36

Freitag, 12. März 2010, 18:16

Mad Men

Ein sehr heißer Tipp, neuerdings auch für Leute, deren Englisch nicht ausreicht um englische Untertitel zu verstehen:



Diese Serie, die in den USA demnächst in die vierte Staffel geht, wurde leider erst jetzt für DVD synchronisiert, und der Trailer auf der Amazon-Seite erweckt einen ziemlich falschen Eindruck von ihrem absolut seriösen Grundton.

MAD MEN ist nämlich eine ungewöhnlich hellsichtige Studie der 60er Jahre (die erste Staffel endet mit dem Wahlsieg Kennedys) anhand der aufblühenden Werbeindustrie in der New Yorker Madison Avenue, in der alle großen Werbefirmen ihren Sitz hatten (daher der von den Werbeleuten sich selbst verliehene Name Mad Men).

Die visuellen Qualitäten reichen in einzelnen Folgen an die sorgfältigen Kompositionen der zeitgenössischen Melodramen von Douglas Sirk heran. Das eigentliche Ereignis (neben einer hervorragenden und ausnahmsweise nicht nur typen-, sondern auch zeitgerechten Besetzung) sind jedoch die überaus intelligenten Bücher. Entworfen wurde die Serie von Matthew Weiner, der bereits einer der führenden Autoren und Produzenten der späteren Folgen von THE SOPRANOS (ab dem Jahr 2004) war. Es ist ihm gelungen, nicht nur eine sehr überzeugende Welt aufzubauen, sondern seine Folgen voller Spannung und immer neuer Überraschungen zu entwickeln, ohne dass man je das Gefühl hat, auf Teufel komm raus überrascht werden zu sollen. Im Gegenteil: fast alles ergibt sich fast zwingend aus dem Vorangehenden.

MAD MEN ist ganz eindeutig mein Kandidat für die weltweit beste TV-Serie seit SIX FEET UNDER und keineswegs schlechter als diese. Allerdings würde ich jedem raten, dessen Englisch ausreicht, sich die Originalfassung anzusehen. Davon gibt es nämlich in England auch schon die zweite Staffel und bald die dritte, und der Ton (in jedem Sinne des Wortes) stimmt auf jeden Fall. :klatsch: :klatsch: :klatsch:

:wink: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

37

Freitag, 12. März 2010, 18:41

Ich kenne zwar nicht alles, was genannt wurde, aber ungeachtet einem gewissen Faible für Action wie Alias, Lost, Prison Break (auch wenn alle in späteren Staffeln teils deprimierend schlecht wurden, doch oft noch spannend), ist die beeindruckendste Serie, die ich kenne "The Wire".



Den Kern bildet hier der Kampf des notorisch unterausgestatteten und unter opportunistischen und teils korrupten Vorgesetzten leidenden Baltimore Police Departments gegen die Drogenkriminalität. Von Staffel zu Staffel werden neue Bereiche eingeführt, die zu diesem Kern in Beziehung stehen. In der 2. Staffel ist es die Gewerkschaft der Hafenarbeiter, die aussichtslos gegen veränderte Bedingungen kämpfen (so dass Schmuggel ein attraktiver Nebenerwerb wird), in der 3. kommt die Politik ins Spiel, in der 4. die öffentlichen Schulen, ohne Chance gegen Strukturen, in denen bereits Kinder zu Dealern und Kurieren herangezogen werden und in der 5. die Presse.

Die 5 Staffeln sind nicht alle gleichermaßen gelungen; die 5. finde ich zB relativ schwach, aber immer noch sehenswert.
Ingesamt stellenweise deprimierende Kost (zumal keine Skrupel bestehen, auch relativ zentrale Personen eines gewaltsamen Todes sterben zu lassen), aber eigenartigerweise gelingt es den Autoren ohne plump aufgesetzten Humor die menschliche Seite deutlich zu machen; obwohl sicher keine edlen Gauner auftauchen erwecken etliche Figuren nicht nur Mitleid, sondern auch Sympathie. "Dickensian" ist kein völlig verfehltes Attribut.

Problem: Man muss es eigentlich auf englisch mit Untertiteln sehen. Ohne ist der Slang der schwarzen Gangs und auch der hartgesottenen Cops kaum zu verstehen (außer Fuck, was ohnehin ungefähr jedes zweite Wort ist.) Man gewöhnt sich zwar ein wenig daran, aber es kann frustrierend sein, ohne Untertitel. Auf deutsch habe ich es nicht geschaut, aber da dürfte die Atmosphäre weitgehend verloren gehen; der grobe Slang, die mitunter erstaunlich weisen Binsenweisheiten gehören wesentlich dazu.

und schließlich eine geile Titelmusik: "Down in the Hole", von Tom Waits, wobei mir die für 3-5 verwendeten Coverversionen allerdings nicht gefallen.

Kater Murr
By nature a philosopher is not in genius and disposition half so different from a street porter, as a mastiff is from a greyhound.
Adam Smith

38

Sonntag, 14. März 2010, 20:55

Mad Men
Lieber Rideamus,

ich habe bisher von Mad Men nur etwa die erste Hälfte der ersten Staffel gesehen, möchte Dir aber trotzdem schon jetzt zustimmen. Neben der schon erwähnten Sorgfalt bei der Entfaltung der Story sollte man auch das ausgezeichnet gecastete Darstellerensemble erwähnen - irgendwie schaffen es die Amerikaner (manchmal jedenfalls), für ihre Fernsehserien bessere Darsteller aufzutreiben als man hierzulande in den meisten Kinoproduktionen zu sehen bekommt.

Es dürfte übrigens keine zweite Fernsehserie geben, in der soviel geraucht wird wie in Mad Men :faint: - hat man damals wirklich ununterbrochen am Glimmstengel geklebt?

Die Serie läuft in den USA bei dem Kabelsender AMC (American Movie Classics), der eigentlich auf die Ausstrahlung von Kinofilmen spezialisiert ist und ein Newcomer auf dem Gebiet der Fernsehserien ist. Neben Mad Men wurde dort "Breaking Bad" gestartet - ebenfalls ein heißer Tipp. Damit hat AMC zwei der besten Serienneustarts der letzten Jahre hingelegt und man darf auf weitere Produktionen des Senders gespannt sein. Es gibt eben nicht nur HBO und Showtime.

Viele Grüße
Michel
Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)

39

Montag, 15. März 2010, 19:29

Enterprise: Alles, was damit zu tun hat - ausser die ganz neue Staffel, in der Zeit vor Spock - damit kann ich einfach nichts anfangen, damit werde ich nicht warm. Ansonsten: Ich liebe einfach die als roter Faden durchlaufende Grundhaltung dieser Serie - oberste Direktive und so...



Columbo: Jede Folge ein kompletter Spielfilm, fällt dazu auch noch in eine Zeit, die mir filmisch sowieso sehr gut gefällt: 1970er bis 1980 er Jahre.



Aber auch von den neuen Serien gibt es einiges, was mir wirklich gut gefällt:



Die ganze Stargate-Sache, der Film war ja nur Mittelmass, aber die daraus entsponnene Serie: sehr unterhaltsam.



Dr House, ist ja schon jetzt bereits Kult.



Na klar, auch ich mag BONES!



aber auch Navi-CIS - eine der letzten Arbeiten von Donald L Belisario, der ja auch für Magnum, JAG und viele andere Serien verantwortlich ist.



Sehr gut gefallen tun mir auch Crossing Jordan, aber auch The District, die beiden CSIs, auch wenn etwas spinnert (als Laboringenieur kann ich das eben ein wenig nüchterner sehen).



Von Comedy fallen mir sofort Golden Girls ein (siehe oben) - ist schon richtig niedlich, was die vier Flauschkugeln da von sich geben. Aber auch Tim Allens "Hör mal wer da hämmert" (mir fällt der Originaltitel nicht ein) ist immer einen guten Lacher wert.
... alle Menschen werden Brüder.

40

Montag, 15. März 2010, 22:39

Ich lasse mich inzwischen regelmäßig verzaubern von


:hide: Disney-Popcorn-Teenie-Zeugs, ja. Aber auch sehr niedlich und wirklich witzig.

Donny Fatalili
Solitudinem faciunt, pacem apellant.
Tacitus

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