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1

Samstag, 15. August 2009, 18:57

Wo sind all die ausübenden Musiker???

In anderen Threads wird darüber diskutiert, ob dieses Forum den Kulturbegriff zu weit fasst und der Schwerpunkt der klassischen Musik in den Hintergrund rückt.

Ich frage mich allerdings (schon von Anfang an) warum es so wenig ausübende Musiker hier gibt?? Verstecken sie sich? Gibt es sie nicht? Ich würde mich sehr darüber freuen, mich auch mehr mit anderen Cellisten (Laien oder Profi) austauschen zu können, denn das ist für mich persönlich (das sei damit betont) ein wichtiger Zugangsweg zur klassischen Musik. Ich kann nicht mitreden bei Themen, die die 726. Aufnahme von einem bestimmten Musikstück betreffen. Doch ich wüsste gerne, wie jemand an ein bestimmtes Stück rangeht, welche Passagen ihm schwer gefallen sind, mit welchen Tücken des Instruments er kämpfen musste, welche Stücke andere empfehlen (auch in Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad) bis hin zu Empfehlungen von bestimmten Saiten etc., etc.....

Wenn man in anderen Themen von der Position des aktiv Musizierenden aus argumentiert oder seine Empfindungen diesbezüglich berichtet, dann hat man manchmal das Gefühl, einen faux pas begangen zu haben und bekommt im schlimmsten Fall mitgeteilt, dass andere kein Instrument spielen und man das doch bitte berücksichtigen soll (siehe Beispiel im link unten).

Aber wo, wenn nicht hier, in einem Forum für klassische Musik kann ich mich denn (abgesehen von meinen Orchesterkollegen oder Cellolehrer, etc.) darüber sonst austauschen?

Warum muss man sich dafür zum Teil sogar entschuldigen?

Musikhören: Kopf, Bauch oder beides?

Ich weiß, dass meine Fragen sehr provokant formuliert sind.

Ich fühle mich sehr wohl hier in diesem Forum (was man ja auch an der Anzahl meiner Beiträge sieht) und würde mich einfach freuen, wenn es auch in dieser Hinsicht noch mehr interessante Themen geben würde.

LG Mia

2

Samstag, 15. August 2009, 19:06

Über Klavierwerke, die ich kenne, kann ich Dir Auskunft geben aus der Sicht eines Ausübenden, Mia, nur kommt mir vor, daß dies nicht so interessiert, da die meisten eher hören, und sich ein Urteil rein über den Hörgenuß machen.
Von Streichinstrumenten hingegen verstehe ich nichts.

LG Robert

3

Samstag, 15. August 2009, 19:32

Liebe Mia,

wenn mein gelegentliches Geklimpere auf dem Klavier sowie die gelegentliche Betätigung an meinen Blockflöten mich zum ausübenden Musiker machen sollten, so werde ich in Zukunft gerne öfter hier posten. :D

LG :wink:
"Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler

4

Samstag, 15. August 2009, 19:39

Hallo Mia,

ich bin doch hier und schwafele ziemlich oft über meine Ausüberei, oder?

Allerdings würde ich mir auf diesem Gebiet auch noch etwas mehr Betrieb wünschen. Zu Streicherfragen kann ich zwar selber nichts beitragen, aber Unterhaltungen über dieselbigen lese ich durchaus gerne, um mein Wissen über die *feindliche* :D Fraktion zu vertiefen.

Herzliche Grüße

Bernd

5

Samstag, 15. August 2009, 19:40

Lieber Robert,

natürlich interessiert es mich auch, mich mit einem ausübenden Pianisten zu unterhalten! Ich denke z.B. dass es bestimmt deutliche Unterschiede in der Tongestaltung gibt, im Vergleich zum Streichinstrument, und es wäre natürlich interessant, diese Unterschiede im Einzelnen kennen zu lernen.

Lieber Symbol,

sicher macht dich das zum ausübenden Musiker!! Und schon sitzt du in der Falle :P Ich habe bei youtube schon so fantastische Solostücke und Orchesterstücke mit Blockflöte gesehen, dass ich gelernt habe, dieses Instrument nicht mehr zu unterschätzen. Und jetzt bin ich natürlich brennend interessiert an deinen Erfahrungsberichten :D

LG Mia

6

Samstag, 15. August 2009, 19:42

Lieber Bernd,

du bist mir natürlich als ausübender Musiker schon ins Auge gestochen. Martinu´s Oboenkonzert ist immer noch auf meiner Einkaufsliste :yes: . Hast du denn auch Orchestererfahrung?

LG Mia

P.S. vergiss bloß nicht: der "Feind" schläft nie :P und hat den längeren (Bogen-)atem

P.P.S. ich "muss" jetzt grillen gehen (Geburtstag einer Freundin), hoffe aber bei meiner Rückkehr noch vieeeeellllee andere Beiträge vorzufinden ;+)

7

Samstag, 15. August 2009, 19:57

Zitat

Hast du denn auch Orchestererfahrung?


Ganz minimale schon. Ich habe früher mal an der hiesigen, etwas provinziellen Oper ausgeholfen, dann auch beim Limburgischen Sinfonieorchester Maastricht (holländisches Profiorchester) und auch mal ganz kurz bei den Niederrheinischen Sinfonikern Krefeld- Mönchengladbach. Außerdem verbringe ich ca. 30 Wochenenden im Jahr mit Getröte bei Aufführungen von Mozarts Krönungsmesse (mindestens 50 mal gespielt ;( ), Händels Messias (mindestens 30 mal gespielt), Bachs Weihnachtsoratorium (mindestens 20 mal gespielt, macht aber immer noch Spaß) etc. usf......
Und wenn ich davon immer noch nicht die Nase voll habe, helfe ich bei dem einen oder anderen Laienorchester aus, manchmal gegen Gage, manchmal aber auch einfach aus Spaß an der Freud.

Die Maastrichter haben Anfang des Jahres noch mal wegen einer Matthäus-Passion bei mir angefragt. Aber da wollte ich nicht zusagen - zum einen, weil ich es terminlich nicht hinbekommen hätte, zum anderen aber auch, weil ich inzwischen Angst habe, in der Vollprofi-Liga bei solch einem schweren Stück mitzuspielen. Meine Technik ist seit dem Examen leider nicht besser geworden, und meine Nerven sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Deshalb beschränke ich mich inzwischen lieber auf Einsätze in der Bezirksklasse...

Herzliche Grüße

Bernd

GiselherHH

Wanderer zwischen den Welten

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8

Samstag, 15. August 2009, 20:22

1
Ich habe früher mal an der hiesigen, etwas provinziellen Oper ausgeholfen, dann auch beim Limburgischen Sinfonieorchester Maastricht (holländisches Profiorchester)...
Lieber Bernd,

hast Du etwa auch mal zusammen mit einem heute weltbekannten Musiker konzertiert, der dort bis 1989 als Geiger beschäftigt war? :D :hide:

:wink:

GiselherHH
"Er war verrückt auf Blondinen. Wäre Helga auch noch adlig gewesen, der gute Teddy wäre völlig durchgedreht."

Michael Gielen über Theodor W. Adorno, der versucht hatte, Gielen seine Frau auszuspannen.

9

Samstag, 15. August 2009, 20:43

Lieber Robert,

natürlich interessiert es mich auch, mich mit einem ausübenden Pianisten zu unterhalten! Ich denke z.B. dass es bestimmt deutliche Unterschiede in der Tongestaltung gibt, im Vergleich zum Streichinstrument, und es wäre natürlich interessant, diese Unterschiede im Einzelnen kennen zu lernen.
Hallo Mia, also zur Tongestaltung auf dem Klavier oder Flügel:
es gilt wie für alle Instrumente, daß das Instrument eine Nachahmung der menschlichen Stimme ist, also fange ich gleich mit dem legato (gebunden) an, bei dem man den Zeitraum des Wechsels von einer Taste zur anderen so gering wie möglich halten soll, was man systematisch einlernt, teils durch eigene didaktische Klavierwerke (Czerny etwa: Schule des Legato und des Staccato), und an den einzelnen Musikstücken. Eine Taste ist ja kein totes Element, sie reagiert aufgrund der sogenannten Repetitionsmechanik (der Schlegel geht nur zur Hälfte zurück, solange die Taste gedrückt ist, wodurch das Spielen "flüssiger" wird). siehe hier, die heute alle Flügel haben und man versucht mental tiefer in eine Taste einzudringen, sprich in die Mechanik, wodurch der Klang verändert werden kann, zwar minimal, aber man hört es.
Nun ja das Gegenteil von gebunden ist "Staccato" = getrennt, was ein Zupfen nachahmen soll, und kurz gesagt so erzeugt wird, als würde man auf eine heiße Kochplatte drücken und gleich wieder davon zurückschrecken, des angeblichen Schmerzes wegen.
Dazwischen gibt es noch Mittelwege, die alle eine Kombination von legato und staccato sind.
Das rechte Pedal unten soll man so wenig wie möglich verwenden, es soll nicht die Faulheit unterstützen sondern alle Schlegel hochhalten, damit alle Saiten klingen können, samt Obertönen.
Wie schon der Name FortePiano sagt, kann ein Ton laut oder leise sein, was von der Kraft abhängt, die man auf eine Taste ausübt. Dies will ausgiebig gelernt werden, denn am schwierigsten ist zunächst, das leise spielen, und dabei nicht dem Fehler zu unterliegen, daß man gar nichts hört, weil man die Taste gar nicht berührt hat.
Das Forte (laut), erfolgt eben durch die Kraft, die man auf eine oder mehrere Tasten ausübt, wobei einem, so würde man meinen, die Kraft ausgehen kann, weshalb das oberste Gebot lautet: so locker wie möglich zu bleiben, denn verkrampft man, macht man nicht nur was falsch, sondern man kommt auch nicht mehr weiter. Man soll also die Muskeln der Hand so locker halten, als hingen sie an einem Seidenfaden, auch wenn man sehr laut spielt.
Woher nimmt man die Kraft und bleibt dennoch locker?
Man bekommt zunächst am Unterarm durch langes lockeres Üben ausgeprägtere Fingermuskeln, die sich dort befinden, und weiters setzt man bei raschen Läufen etwa, das Hebelgesetz ein, indem man mit den Fingerkuppen spielt und nicht mit flachen Fingern, wobei der Daumen flach abgewinkelt nach außen sein muß, damit der in der Länge dabei kein Holpern verursacht, und schließlich nützt man die Rotationskraft aus, indem man angewinkelte Drehungen in den Fingergelenken, später auch im Ellebogengelenk, so durchführt, daß der Radius der Drehung möglichst kurz ist (man spart somit Kraft) und indem man die Muskeln locker hält spart man ebenfalls Energie, und hat die Möglichkeit die einzelnen Tasten weiterhin so zu behandeln, wie es nur mit lockeren Muskeln möglich ist, und somit den Ton zu formen.
Ich weiß, klingt alles eher kompliziert, ist es auch, weshalb Anfänger - wollen sie wirklich weiterkommen - bis zum Erreichen dieser Technik, möglichst genau diese Regeln einhalten müssen, und der Lehrer dies kontrollieren muß, da ansonsten die Kräfte der Finger in falsche Wege geleitet werden, und kein schönes Spiel mehr möglich ist, vor allem nicht, wenn es ein wenig schwieriger wird mit den Noten.
Eine klassische Ausbildung dauert gut zehn Jahre, bis man alles spielen kann, und so ab dem fünften sollte man möglichest die richtige Technik im Blut haben, um dann die nötige Anzahl von Werken erlernen zu können, und vor allem um mühelos spielen zu können, auch wenn es schwierige Stücke sind, denn das viele Üben erzeugt dann im Gehirn die nötigen Reflexe, womit es sozusagen kein schwierig mehr gibt.
(Ein paar Geheimnisse, wie man "noch besser" wird, seien hier verschwiegen)

LG Robert

10

Samstag, 15. August 2009, 20:56

es gilt wie für alle Instrumente, daß das Instrument eine Nachahmung der menschlichen Stimme ist


Das halte ich für ein Gerücht.

Momus

11

Samstag, 15. August 2009, 21:07

Zitat

Lieber Bernd,

hast Du etwa auch mal zusammen mit einem heute weltbekannten Musiker konzertiert, der dort bis 1989 als Geiger beschäftigt war?


Lieber Giselher, leider :D nicht. Denn ich habe erst 1990 mit dem Studium in Maastricht angefangen (vorher habe ich mich an kleineren deutschen Hochschulen herumgequält). Aber an das Maastrichter Orchester habe ich gute Erinnerungen, die Bläser waren hervorragend und größtenteils freundlich. Die Atmosphäre in den deutschen Profihaufen empfand ich durch die Bank als unangenehmer....


Zitat

es gilt wie für alle Instrumente, daß das Instrument eine Nachahmung der menschlichen Stimme ist


Ich halte das für einen durchaus nicht ganz unsinnigen Ansatz.

Viele Grüße

Bernd

P.S.:Einer meiner Studienkollegen ist heute tatsächlich als *Soloboist* bei A.R. tätig. Ich denke aber nicht, daß ich gerne mit ihm tauschen würde...

12

Sonntag, 16. August 2009, 01:15

Liebe Mia,
ich spiele Oboe, allerdings bin ich nur Amateur und habe nicht wie Bernd das Instrument an der Hochschule studiert. Früher habe ich sehr viel Amateurorchester gespielt im Jugendbereich (Jugendorchester Chiemgau, Orchester "Die Arche") und im Hochschulbereich in München (Musikpädagogenorchester, Junge Münchner Symphoniker). Dabei habe ich sehr von Profis profitiert, die mitgespielt haben. Heute tröte ich meist in Kirchen (Mucke) (ja, ja die unausweichliche und oft schlchte dargebotene Krönungsmesse) und im Salon- bzw. Tanzorchester. Daneben bin ich auch Mitglied eines Oboentrios. Wenn Schüler von mir musikalische Unterstützung brauchen, helfe ich auch gerne noch immer bei Ihren Unternehmungen. So habe wir heuer in der Schule das Musical Anatevka gegeben.

Gruß,

scherchen

@ Bernd: Schade, dass Dein Auftritt mit dem Quintett soweit weg lokalisiert ist und ich dann im Urlaub bin. Aber Holz- und Rohrbruch! :D
"Music is the voice of the all - the divine melody - the cosmic rhythm - the universal harmony." aus Music for all of us (Stokowski, 1943)

13

Sonntag, 16. August 2009, 02:10

Hallo lieber Robert,

ersteinmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort!! Ich habe sie mit Interesse gelesen.

Zitat

also fange ich gleich mit dem legato (gebunden) an, bei dem man den Zeitraum des Wechsels von einer Taste zur anderen so gering wie möglich halten soll, was man systematisch einlernt,


Mmmhhhh, das staccato auf dem Klavier kann ich mir vorstellen, so wie du es beschrieben hast, auch das Forte und Piano. Doch mit dem Legato habe ich so meine Probleme. Mit dem Bogen ist das ja kein Problem, oft wird der Zeitraum des Wechsel da noch eher in die Länge gezogen. Versucht der schnelle Tastenwechsel denn das Gefühl zu erzeugen, die Töne gingen ineinander über, wären quasi fast gleichzeitig gespielt um ein Legato zu erzeugen?

Lieber Bernd,

deine Antwort auf meine Frage, ob du Orchestererfahrung hast:

Zitat

Ganz minimale schon

ist ja wohl mal eine unverschämte Untertreibung 8| . Ich bin sehr beeindruckt und weiß ja dann jetzt, an wen ich meine speziellen Orchesterprobleme herantragen kann :yes: Hast du denn Musik studiert (da du dein Examen erwähntest)? es ist bestimmt nicht leicht, sich immer wieder in ein neues Orchester einzufinden. Ich finde es schon in meinem vertrautem kleinen Laienorchesterkreis schwer genug, überhaupt die Regeln des Zusammenspielens zu beherrschen, sei es dass man eisern durchzählen muss (zumindest ich als Anfängerin) oder dass wenn man rausfliegt oder sich verspielt nur zählt, dass man wieder reinkommt oder dass man oftmals fiel betonter und lauter spielen muss (was mir immer noch sehr schwer fällt) um überhaupt mit seiner Stimme gehört zu werden. Du siehst: ich brauche Rat und Unterstützung! :faint:

Hallo Scherchen,

sieh an, sieh an, wir haben hier ja eine richtige Oboen-Liga :D Schön, dass du auch zu den Aktiven gehörst. Ich finde deinen Erfahrungshorizont im Orchester aber auch sehr beeindruckend. Ausserdem was heisst denn hier "nur" Amateur??? Ich bin nicht nur Amateur/Laie, sondern auch noch eine Anfängerin auf meinem Instrument, da ich mir ja erst im zarten Alter von 30 Jahren meinen Wunsch, Cello spielen zu lernen, erfüllen konnte. Deshalb freue ich mich ja auch darauf, von Erfahreneren Tipps und Tricks oder Empfehlungen zu bekommen, seien es Profis oder Amateure 8o

Ob Instrumente die Nachahmung der menschlichen Stimme sind kann ich im Moment nicht für mich beantworten, doch dass wir alle als erste Erfahrung, quasi als unser erstes Instrument, unsere eigene Stimme kennen lernen, dass kann ich nur bejahen. Ich denke, sie bildet eine wichtige Grundlage für unser Musikverständnis.

Liebe nächtliche Grüsse und Vielen Dank an alle, die sich hier zu Wort gemeldet haben

Mia

14

Sonntag, 16. August 2009, 02:44

Hallo Mia,

Zitat

Hast du denn Musik studiert (da du dein Examen erwähntest)?


Ja, das habe ich bis zum bitteren Ende (sprich bis zu einer *offiziell* beglaubigten, am Ende für mich recht schmeichelhaft ausgefallenen Dokumentation meiner Leistungen in den Augen dieser und jener *Richter*).

Ich habe aber verschiedene "unstudierte" Freunde, die trotzdem in mancherlei Hinsicht "besser" spielen als ich.

Zitat

es ist bestimmt nicht leicht, sich immer wieder in ein neues Orchester einzufinden.


Vor allem mit Blick auf das Menschliche ist es oft nicht leicht. Das Stichwort lautet hier "Versagensangst". Wenn man zunächst ein paar beeindruckende Töne ablassen und sich dementsprechend positionieren kann, läuft meistens alles wie von selbst. Aber umgekehrt gilt auch, daß eine einmal gezeigte Blöße ganz schnell zum völligen Scheitern führen kann.

Herzliche Grüße

Bernd

15

Sonntag, 16. August 2009, 11:03

Mmmhhhh, das staccato auf dem Klavier kann ich mir vorstellen, so wie du es beschrieben hast, auch das Forte und Piano. Doch mit dem Legato habe ich so meine Probleme. Mit dem Bogen ist das ja kein Problem, oft wird der Zeitraum des Wechsel da noch eher in die Länge gezogen. Versucht der schnelle Tastenwechsel denn das Gefühl zu erzeugen, die Töne gingen ineinander über, wären quasi fast gleichzeitig gespielt um ein Legato zu erzeugen?

Mia
Tja Mia, das liegt wohl daran, daß Streicher beim Legato einen Ton wirklich so lange spielen, wie er klingen soll, während beim Klavier ja nur verhindert werden muß, daß die entsprechende Taste zurückgeht in ihre Ausgangsposition. Einfacher gesagt, die Taste soll so lange liegen /unten) bleiben, bis die nächste drankommt. Wenn das Legato dann noch cantabile klingen soll, dann versucht man seine Seele in die Taste zu geben, sein Herz, um diesem mechanischen "Kasten" eine Art menschlicher Töne zu entlocken, indem man die Taste/n fest aber weich drückt, um so den Aufprall des Schlegels so weich wie möglich zu gestalten. Es ist natürlich müßig zu sagen, daß das ganze konkret am Instrument gezeigt, einfacher zu verstehen ist. Sagen wir es mal so: es ist ein Ringen mit der Mechanik um einen möglichst weichen Anschlag, der möglischt melodisch klingen sollte. Vielleicht denkst Du mal an den 1. Satz der Mondscheinsonate von Beethoven, der durchwegs im Legato gehalten ist.
Etwas übertrieben gesagt, sollten Finger und Taste "eins" werden, also eine Einheit und der Finger Teil der Mechanik des Klaviers.
Ich hoffe, es ist mir gelungen, mich ein wenwig verständlicher auszudrücken.

LG Robert

16

Sonntag, 16. August 2009, 11:36

PS: Legato
Mia, vielleicht noch was zum Legato:
es macht natürlich einen Unterschied, ob die Töne lang oder kurz sind, oder sehr kurz sogar, etwa bei Läufen, oder gar bei sehr raschen Läufen, wo für den einzelnen Ton nicht viel Zeit bleibt, und etwa, wenn der Lauf so rasch ist, daß man schneller ist als die Mechanik (mit ihrem Heben und Senken von Taste und Schlegel), wo sich dann Legato und Staccato beinahe verwischen. Bestens kann man das Legato auch bei Bach einlernen, wo etwa bei den Fugen, der Finger von der Logik her, einem anderen Platz machen sollte, aber da Legato, nicht darf, nicht zu früh jedenfalls, und in einem Prelude des WTK etwa, wo Bach für die oberste Stimme schreibt: "a mo' di flauto", in der Art der Flöte, also melodisch wie eine Melodie auf einer Flöte, wobei diese Melodie großteils mit dem kleinen Finger zu spielen ist, während die gleiche Hand noch weiter unten viel anderes zu tun hat, und wo man schon versucht ist, das Pedal zu Hilfe zu nehmen, damit der Akkord gehalten wird, was nicht statthaft ist, oder nur in so geringem Maße, daß man es fast nicht sieht.
Natürlich spielt auch die Mechanik des Klaviers/Flügels dabei eine Rolle, ist sie weich (macht wenig Widerstand) hat man mehr Spielraum, ist sie hart, wird das Spiel generell schwieriger und auch das Legato.

LG Robert

17

Sonntag, 16. August 2009, 20:28

Hallo Robert,

prima sind deine Beschreibungen fürs Klavier! - Ich kann da schon was damit anfangen! - Ich praktiziere es allerdings nicht mehr regelmäßig, aber irgendwann, ja irgendwann werde ich das Klavierspiel wieder aufnehmen. - Zur Zeit singe ich lieber, denn beim Singen habe ich so gut wie kein Lampenfieber. - Beim Klavier ist es eine mittlere Katastrophe! ;+)

Ich danke dir vielmals für deine sprachlichen Umwandlungen über die Art, das Clavier zu spielen!

Mit tastenakrobatischen Grüßen,

Hemiole :wink:
Mut ist wie ein Regenschirm. - Wenn man ihn dringend braucht, fehlt er einem...

18

Montag, 17. August 2009, 20:46

Spielst du ein Instument?

Insgesamt 31 Stimmen

81%

ja (25)

23%

nein (7)

Hallo Mitforianer,
ich weiß nicht, ob man von meiner Beschreibung über das Klavierspielen etwas verstanden hat, da ich es ja schon kann, aber dennoch eine ganz ganz große Bitte. Es gibt hier doch sicher eine/n VertreterIn der Streicher, der uns darüber nichts wissenden erklären kann, wie man auf einem Streichinstrument einen Ton findet, und wie man da spielt. (oder was dabei zu beachten ist).
Im Netz, gibt es eine Art Geigenschule in englischer Sprache auf youtube, und eine deutsche webseite, über die Griffe, Haltung, und eine mit den 4 Tönen der Saiten, zum Stimmen.
Danke im Voraus für die Mühe
Robert

19

Montag, 17. August 2009, 20:52

69%

Tasteninstrument (18)

42%

Streichinstrument (11)

35%

Blasinstrument (9)

4%

andere (1)

Und: wie Blasintrumente gespielt werden kennen die meisten wohl auch nur von der Blockflöte, darüber würde ich dann auch einen Beitrag anregen, über Blasinstrumente oder einzelne von ihnen. Danke
Robert

20

Montag, 17. August 2009, 21:15

Hast Du eine Gesangsausbildung?

Insgesamt 26 Stimmen

50%

nein keine (13)

42%

ich singe im Chor (11)

12%

als Solist (3)

Und zu guter Letzt noch die menschliche Stimme:

21

Montag, 17. August 2009, 21:18

Hallo Robert!

Ich habe Deine Ausführungen über das Klavier mit viel Interesse und Gewinn gelesen - danke dafür! Meine 9-jährige Tochter lernt seit eineinhalb Jahren Klavier und da ich nur mit rudimentären Blockflötenkenntnissen gesegnet bin, haben mir Deine Erklärungen einiges plausibel und verständlich gemacht. Ich finde es schön, dass hier auch Laien an Eurem Wissen teilhaben können und Du auch (für Dich sicherlich ganz logische und einfache) Dinge erklärst!

Liebe Grüße,
:wink:
Renate
Und der Himmel da oben, wie ist er so weit!

22

Montag, 17. August 2009, 21:23

Liebe Freundinnen und Freunde,

unser Forum ist doch noch jung und noch nicht einmal öffentlich einsehbar. Hier werden sich sicherlich noch aktive MusikerInnen einfinden. Da bin ich sehr zuversichtlich und habe deswegen in unserer Entstehungsphase auch schon ebenso ein Unterforum für aktive Jazzer vorgeschlagen, das auch eingerichtet wurde. Dass dieses bislang noch völlig leer steht, macht mir auch kein Kopfzerbrechen. Das wird sich alles finden.

Mit Michael Schlechtriem, der gerade im Urlaub ist, haben wir hier ja übrigens schon einen echten Maestro des Cellos hier.

Ich selbst bin übrigens aktiver Jazzbassist, ich wage zu behaupten, auf gehobenerem Dilettantenniveau. Naja, ich habe jedenfalls auch schon live und im Studio mit Profis gearbeitet, ohne allzu negativ aufzufallen. Früher habe ich auch einige Zeit Rock- und Jazzbassunterricht gegeben.

:wink: Matthias

23

Montag, 17. August 2009, 21:30

Liebe Renate,
ich denke auch, daß Wissen schon mal etwas Positives ist, das man nicht schwer trägt, wie man früher zu sagen pflegte:

Lieber Matthias,
mir ist schon klar, daß Du Profi bist, und Michael Schlechtriem dürfte hier meines Wissens der profilierteste sein, da er wirklich Berufsmusiker ist, und dies noch immer, ich ja nicht mehr.
Kommt Zeit, kommt Rat Matthias nicht?
Grüße Robert

24

Montag, 17. August 2009, 21:33

Hallo Robert,

du hast mich wahrlich umgehauen mit deiner Initiative :faint:

Ich bin gerührt und freue mich total!! Nicht nur, dass du wirklich fantastische Beiträge zum Klavierspiel geschrieben hast (sogar ich habe jetzt das Legato auf dem Klavier verstanden :rolleyes: ), jetzt hast du auch noch diese tolle Umfrage gestartet. Ich freue mich sehr :kiss:

Ich bin gespannt, was bei der Umfrage rauskommt und ob sich noch mehr Musiker offenbaren.

@ Matthias

Jazzbassist bist du also. Am Kontrabass oder an der e-Gitarre? Oder ist die Frage dumm? In welcher Musikerformation spielt ihr denn?

LG Mia (die sich wirklich sehr freut) :klatsch:

25

Montag, 17. August 2009, 22:29

Aber auf das Ergebnis müssen wir bis 2020 warten, Mia! Willst du das? ;+)

:wink: Hemiole
Mut ist wie ein Regenschirm. - Wenn man ihn dringend braucht, fehlt er einem...

26

Montag, 17. August 2009, 22:43

Ich denke, ein wirkliches Endergebniss wird es bei dieser Umfrage nicht geben, sondern eine Momentaufnahme des Forums wiederspiegeln. Und alleine das ist schon in der letzten Stunde interessant gewesen zu beobachten ...

LG Mia

Fliu

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27

Montag, 17. August 2009, 23:48

Darf ich eine Beschwerde äußern? :D Was ist mit Leuten, die mehrere Instrumente spielen, oder sowohl solistisch als auch im Chor singen? Die können leider auch immer nur eine Option ankreuzen. Das verfälscht das Ergebnis :D
Ich hab jetzt einfach mal Chor angeklickt, weil ich schon länger im Chor singe als solistisch.
Canto, ergo sum.

28

Dienstag, 18. August 2009, 00:30

Mmmmhhhh, das müsste eigenlich möglich sein, sonst hätten wir in der zweiten Umfrage nicht 17 Instrumente bei 11 abgegebenen Stimmen....

LG Mia ?(

29

Dienstag, 18. August 2009, 03:01

Jazzbassist bist du also. Am Kontrabass oder an der e-Gitarre? Oder ist die Frage dumm? In welcher Musikerformation spielt ihr denn?




Liebe Mia,

wieso sollte die Frage dumm sein? Ich spiele beides Kontrabass und E-Bass, einschließlich Fretless - also bündeloser E-Bass. Weitgehend autodidaktisch gelernt, mir halt von befreundeten Bassisten die nötigen Grundtechniken zeigen lassen, aber Workshops besucht bei sehr renommierten Jazzbassisten wie z.B. Jeff Berlin (E-Bass) und Gunnar Plümmer und Ali Haurand (Kontrabass). Davor hatte ich jedoch ein paar Jahre klassischen Cellountericht, war aber zu faul zum üben und schließlich, als meine Freunde in Rockbands zu spielen begannen, erschien es mir irgendwie cooler, auch mit 'ner Band auf der Bühne zu stehen, als mein Cello ins Schulorchester zu schleppen. Kam auch bei den Mädchen besser an. :D Apokalyptica gabe es ja noch nicht. Denn die erste Band war dann noch Heavy Metal, aber von zu Hause her Jazz geprägt, kamen mit wachsendem Können von mir auch Jazz und Funk-Einflüsse dazu. Wir hatten auch schon mal Irish-Folk Melodien im Hardrockkracher zu einem republikanischen Polittext über Nordirland, viel Prog-Rock in den Keyboards, zuletzt einen tollen Sänger, der in London aufgewachsen war, Gastsolisten mit Sax und Trompete oder harte verzerrte Gitarren mal zu einem Reggaerhythmus, aber für einen solchen Crossover waren wir zu früh. Living Colour und ähnliche Bands kamen erst später erfolgreich auf. Danach habe ich dann in den verschiedensten moderneren Jazzstilen und Formationen gespielt - von Jazzrock und Funk bis Free Jazz und auch schon in einer Formation mit mehreren Streichinstrumenten. Aktuell schaffe ich es zeitlich gerade leider nicht mehr, in einer festen Band zu spielen, denn die Erarbeitung eines bühnentauglichen Sets braucht schon 1 bis 2 Abende jede Woche, treffe mich aber noch regelmäßig mit Freunden zu Jam-Sessions. Sonst würde mir doch etwas fehlen.

:wink: Matthias

30

Dienstag, 18. August 2009, 06:51

Darf ich eine Beschwerde äußern?
Hallo Fliu, danke für die Bemerkung, die sofort nach dem Lesen in die Tat umgesetzt wurde. Ab nun kann jeder Chor und Solist ankreuzen, bei den Instrumenten ging dies ohnehin schon.
LG Robert

Fliu

Singwütige

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31

Dienstag, 18. August 2009, 12:16

Mmmmhhhh, das müsste eigenlich möglich sein, sonst hätten wir in der zweiten Umfrage nicht 17 Instrumente bei 11 abgegebenen Stimmen....

Ok... ich habs nur bei den Sängern ausprobiert und einfach angenommen, dass es bei den Instrumenten genauso war :D

Darf ich eine Beschwerde äußern?
Hallo Fliu, danke für die Bemerkung, die sofort nach dem Lesen in die Tat umgesetzt wurde. Ab nun kann jeder Chor und Solist ankreuzen, bei den Instrumenten ging dies ohnehin schon.

Tausend Dank :D Leider hab ich schon vorher abgestimmt ;( ;+)
Canto, ergo sum.

32

Dienstag, 18. August 2009, 14:07

Ich würde ja gerne auch am zweiten Teil der Umfrage teilnehmen, aber mein Instrument hat keine Tasten, man kann es auch nicht blasen, und streichen ist zwar möglich, aber ziemlich ungewöhnlich. Was nun? Und bevor Du nun "Zupfinstrumente" ergänzt: mir fallen da noch Instrumente ein, die dann immer noch nicht passen würden.

Trotzdem: nette Idee!

Viele Grüße,
Bernd

33

Dienstag, 18. August 2009, 20:06

Hallo,
ich werde sehr gerne versuchen, ein wenig zu erklären, wie man ein Streichinstrument spielt.

Allerdings bin ich schon so lange aus dem Instrumentallehrer-Zustand heraus, daß mir das gar nicht so leicht fallen wird.

Mir fällt jetzt z.B. nichts besonderes dazu ein, wie man es lernt, wo sich die Töne befinden......bin ja froh, daß ich sie selber meistens finde...... :hide:

Eine Sache allerdings ist so klar wie Kloßbrühe: Wenn man anfängt, ein Streichinstrument zu spielen, so muß man erst einmal recht leidensfähig sein, denn am Anfang kommt nur ein Gekratze zustande.

Meine Freundin, welche hauptberuflich Cellolehrerin ist, kennt sich da viel besser aus, vor allem gibt es einige sehr interessante Methoden, den Einstieg für Kinder erträglich und interessant zu gestalten.

Vor kurzer Zeit waren wir in Österreich, wo sie einen Fortbildungskurs in der Colour-Strings Methode besuchte.

Dort ist jeder Saite einer Farbe und einem Tier zugordnet, die Kinder lernen von Anfang an, schon in der Daumenlage und mit Flageolets zu spielen und es gibt von den Entwicklern dieser Methode zig Bände mit reizenden kleinen Stücken, welche das üben zum Vergnügen machen.

Nun,die Instrumente der Geigenfamilie (Violine, Viola, Cello) sind in Quinten, also im Abstand von fünf Tönen, gestimmt.
Der Kontrabass gehört zur Gambenfamilie und ist in Quarten gestimmt.

Der tiefste Ton auf dem Cello und auf der Viola ist ein C, auf der Violine ein G, also gibt es beim Cello folgende leere Saiten: C-G-D-A. Auf der Violine G-D-A-E

Gehen wir mal zu leeren A-Saite auf dem Cello: Der erste Ganzton über dem A ist das H.
Auf diesem Ton befindet sich die erste Lage.
Die vierte Lage befindet sich dann logischerweise auf dem E.

Auf der leeren D-Saite liegt die erste Lage über dem E und die vierte Lage dann über dem A usw.....

Normalerweise fängt man an, in der ersten Lage zu spielen.Diese Lage ist aber nicht besonders bequem, viel bequemer ist die vierte Lage und mittlerweile gibt es auch Methoden wie die schon genannte Coulor-Strings Methode, welche gleich in der vierten Lage anfängt und sogar den Daumen schon heranzieht.

Dadurch bauen die Kinder erst gar keine Angst vor den vermeintlich schweren hohen Lagen auf und lernen das Instrument viel umfassender gleich von Anfang an kennen.

Ganz wichtig beim erlernen eines Streichinstrumentes ist eine gute Gehörbildung, denn es gibt keine Bünde oder sonstige Hilfen, um einen Ton zu finden.
Von Anfnag an müßte das Gehör geschult werden, um Unsauberkeiten erkennen und korrigieren zu können. Von Anfang an sollte es wichtig sein, daß Töne immer wieder kontrolliert werden mit drüber oder drunterliegenden leeren Saiten oder mit Flageolets.

Man entwickelt dann ein Gespür dafür, wo die verschiedenen Töne liegen, meistens..... :hide:

In anderen Ländern wie Großbritannien oder Finnland z.B. sehen die Lehrer Ihre Schüler fast täglich, was ein großer Vorteil ist, denn gerade bei einem Streichinstrument ist ein regelmäßiges Üben am Anfang einfach unerlässlich.
Und eigentlich ist auch singen unerlässlich, es müßte als Selbstverständlichkeit dazugehören, denn wenn man eine Melodie singen kann, dann kann man auch eine Vorstellung dafür aufbauen, wie man sie auf dem Streichinstrument dann umsetzen wird.
Ich höre an dieser Stelle mal auf und mache weiter, wenn mir anderes einfällt.

LG,
Michael
"Lassen Sie es nicht so enden. Sagen Sie, dass ich etwas gesagt hätte."
Pancho Villa (1878 - 1923)

34

Dienstag, 18. August 2009, 20:39

Nun, lieber Michael,

habe zwar nicht vor, morgen ein Saiteninstrument zu lernen, möchte aber doch sehr gerne von dir wissen, was die "erste Lage" überhaupt ist. - Die Begriffe sind dir so selbstverständlich, dass du wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen bist, sie zu erklären. - Ich weiß auch nicht, was ein Flageolet ist. - Die deutsche Übersetzung ist "ein kleiner hellgrüner Bohnenkern als Gemüseeinlage". Und das französische Verb "flageoler" heißt zu Deutsch soviel wie "mit den Knien zittern, schlottern".

Nun wäre ich dir dankbar, du würdest mir als Tastentigerin eine Verbindung zum Cello herstellen.

Respekt für deine erste lange Erklärung! -

Grüße nach Laer, einem Örtchen, wo ich schon einmal war, weil Verwandte von mir dort Immobilien haben.

:wink: Hemiole
Mut ist wie ein Regenschirm. - Wenn man ihn dringend braucht, fehlt er einem...

35

Dienstag, 18. August 2009, 21:02

Liebe Hermiole:

Über jedem Ton liegt eine sogenannte Lage.Als Beispiel verwendete ich die A-Saite:

Über dem Ais oder B liegt die halbe Lage, über dem H die erste Lage, über dem C oder Cis die zweite Lage und über dem D oder Dis die dritte Lage.
Über dem E dann die vierte Lage.
Es gibt erhöhte, enge und weite Lagen:

Wenn über dem C die zweite Lage beginnt, dann beginnt über dem Cis die erhöhte zweite Lage.

Die enge Lage über dem C sieht folgendermaßen aus: C-Cis-D-Es
Die weite Lage sieht so aus: C-D-Dis-E

Sorry, aber das ist für Anfänger schwer zu verstehen, dazu müßte man selber Unterricht haben, es ist mir hier nur sehr schwer möglich, dies profund zu erklären ohne am Instrument selber demonstrieren zu können.

Flageolets habe ich schon öfters erklärt, dies sind die sich aus der Obertonreihe ergebenen Töne, welche durch nur sachtes Auflegen eines Fingers entstehen.
Lieben Gruß aus Laer!

[...]



Michael
"Lassen Sie es nicht so enden. Sagen Sie, dass ich etwas gesagt hätte."
Pancho Villa (1878 - 1923)

36

Dienstag, 18. August 2009, 22:55

@ Quasimodo

welches Instrument spielst du denn?? Ich bin sehr neugierig!!

@ Matthias

Deine Musikerfahrungen sind für mich sehr interessant, vor allem weil du vom Cello zum Bass gewechselt bist wegen den cooleren heavy metal band´s ;+) Wie du ja schon weisst, mag ich diese etwas härtere Musikrichtung auch sehr und da ich mehrere Bands kenne, wurde ich schon mehrfach gefragt, ob ich nicht in einer dieser Bands mitspielen könnte/will. Bisher habe ich immer abgelehnt, da ich bisher immer vom Blatt spiele und mir nicht vorstellen kann, zu improvisieren. Wie kann man das lernen? Wie ist es, wenn man als Streicher in ein solches Ensemble tritt? Gibt es da Noten? (ich denke nicht) Ich habe mich bereits mal nach Verstärkern erkundigt (anders werde ich wohl nicht hörbar sein) doch ich bin so unsicher, was man können muss, welches Niveau man haben muss, um in einer solchen Band auch ein Gewinn zu sein...

Ich hoffe auf erhellende Antworten!!!

LG Mia

37

Dienstag, 18. August 2009, 23:40

Hi Mia,

Zitat

und mir nicht vorstellen kann, zu improvisieren.

sorry, wenn ich jetzt antworte, aber versuche es einfach mal.
Habe auch bei Metal-Bands mitgespielt und während den Aufnahmen alles mögliche ausprobiert, Du wirst Dich da schon reinfinden..........

Die Verstärkung kannst Du mit einem Pick- up-Mikro über dem F-Loch, welches am Saitenhalter befestigt wird, erzielen.
Habe auch häufig Musicals gespielt wie damals "Elisabeth" in Essen-als Aushilfe natürlich- und diese kleinen Mikros waren dort an der Tagesordung und unkompliziert zu befestigen.
"Lassen Sie es nicht so enden. Sagen Sie, dass ich etwas gesagt hätte."
Pancho Villa (1878 - 1923)

38

Mittwoch, 19. August 2009, 00:01

Zitat

Habe auch bei Metal-Bands mitgespielt und während den Aufnahmen alles mögliche ausprobiert, Du wirst Dich da schon reinfinden..........



Mmmhhh, du bist Profi auf deinem Instrument, du kennst es in- und auswendig. Ich bin das nicht, gepaart mit einem höllischen Lampenfieber vor Publikum....ganz schlecht........

Aber neugierig wäre ich ja schon...zumindest mal so eine Probe.....

LG Mia

39

Mittwoch, 19. August 2009, 00:35

Zitat

Ach, ich bin ja so aufgeregt und zugleich auch so unsicher...........ob er wirklich der ist, der mich ein Leben lang begleiten wird......


Tja, ich bin schon seit fast 30 Jahren auf der Suche nach derjenigen, die mich ein Leben lang begleiten kann, aber gefunden habe ich sie immer noch nicht. Und ich habe alle möglichen Verhältnisse erlebt. Oft war es Liebe auf den ersten Blick, die dann schnell wieder abgeflaut ist.

Bei dem Instrument, welches ich in den letzten 10 Jahren gespielt habe, lief es so: Zunächst hatte ich meine Schwierigkeiten bei der Annäherung, aber nach einigem Bemühen war die Begeisterung um so größer. Über Jahre hinweg habe ich dann geglaubt, es handle sich endlich um die Gefährtin, die bei mir bleibt, bis das der Tod uns scheidet.

Die kleinen Schwächen, die mich anfangs kaum gestört haben, trieben dann zuletzt einen immer größeren Keil zwischen uns. Mit dem etwas launischen a'', das die meisten Oboen so an sich haben (viele noch ärger als meine Geliebte, aber einige wenige halt auch gar nicht), konnte ich mich noch einigermaßen abfinden. Aber das ewig zu tiefe und dann auch noch schlecht ansprechende g'.....das hat mich mit der Zeit mehr und mehr in den Wahnsinn getrieben. Sicher, mit einem sehr guten Röhrchen war auch dieser Ton in den Griff zu bekommen, aber was kostete es mich für Mühe, für angestrengte Stunden, ein solches Röhrchen zu bauen! Mein Leben kann sich doch nicht nur um das g' drehen!

Also habe ich sie vor 5 Monaten verstoßen, nach über 10 Jahren. Leicht ist mir das nicht gefallen, aber ganz hinten im Schrank habe ich eine andere gefunden, an die ich lange nicht mehr gedacht hatte, obwohl sie mal Anfang der 90er extra für mich gebaut wurde. Deren a'' ist ein Traum so sicher , so klar...und auch mit dem g' gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten. Das Leben war zeitweise wieder sehr schön, wobei sich immer wieder leise Zweifel in das neue Glück mischten. Und diese Zweifel werden stärker: Bei der heutigen Quintettprobe lag es eigentlich klar auf der Hand. Die "Neue" intoniert zwar besser als ihre Vorgängerin, aber sie ist einfach nicht so weich, so anschmiegsam, so flexibel und voll im Klang.....vielleicht muß ich ja doch noch weiter suchen....irgendeine muß doch die Vorzüge der beiden miteinander vereinen können....

Oder jage ich mein Leben lang einer Chimäre nach?

Viele Grüße

Bernd

40

Mittwoch, 19. August 2009, 00:43

Lieber Bernd,

ich teile deine Leidenschaft. Ist es der/die Richtige????

Ich denke, wir werden es nie wissen. Da könnte es noch ein Instrument im Rhein-Main-Gebiet geben, dass.......oder in Deutschland irgendwo sonst, dass.......oder in Cremona, welches das allein erfüllende sein könnte..............

Was mir Trost gibt, das war eine Reportage über einen sehr bekannten und talentierten Geiger, der nach 20 Jahren immer noch auf der Suche ist.......

Laß uns dankbar sein, für die Momente, die uns unser momentanes Instrument zu schenken vermag........

(Ja, ich lese definitiv zu viele philosophische Bücher ;+) )

LG Mia

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