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oder liegt's an iTunes?
Hat sich's eigentlich mal jemand angehört? *neugieriger Blick*
. Wird aber am Wochenende nachgeholt, großes Indianer-Ehrenwort!mein Trio für Trompete, Posaune und 5 Pauken hören.
Es besteht aus drei Sätzen:
I Toccata
II Intermezzo
III Muuten Vain
Der erste Satz wird von den in der Paukenstimme durchlaufenden Sechzehnteln beherrscht, worüber sich der Blechbläsersatz in mehreren Steigerungswellen verdichtet. Die Gegenüberstellung der verschiedenen Register in allen Instrumenten grenzt Formteile voneinander ab. Nur ein Posaunensolo durchbricht das starre Metrum und die Allgegenwärtigkeit der Pauke für einen kurzen Moment.
An zweiter Stelle steht ein lyrischer Zwischensatz, in dem die Trompete melodieführend agiert. Zwei Solopassagen (für Posaune und Pauke) fungieren quasi als "Couplets".
Der dritte Satz gibt sich - der Beginn ist dafür bezeichnend - weniger seriös, nistet sich überraschend in Cis-Dur ein, der Groove mündet in eine Höllenfahrt für alle drei Instrumente (aber inbesondere die Trompete) und findet letztendlich wieder nach Cis-Dur zurück, welches sich nun durch ein Zitat Legitimation verschafft. Die Musik kippt ein weiteres und letztes Mal über und endet still.
Die Paukenstimme ist so schwer, dass sie vom Prof gespielt werden musste, der Jahrzehnte lang Solopauker war und meinte, es sei die schwerste ihm je untergekommene Paukenstimme (nichtsdestotrotz hat er sie in einer Woche gelernt). Für die nächste Aufführung werde ich die Paukenstimme ein wenig abspecken, damit auch andere sie spielen können.![]()

Die Kontraste zwischen den Sätzen, insb. zwischen 2 und 3, könnten vielleicht größer sein - oder ist das so beabsichtigt?
Ich lehn mich mal aus dem Fenster: Irgendwie hat das Werk etwas Neoklassizistisches an sich - klar, wegen der Toccata, aber auch sonst mit der relativ klaren Gliederung.
Klarinette, Harfe und Cembalo interessiert mich auch.

Wolfgang Schliesse mich dem an.
Zitat
Also, ich hab's mir jetzt noch ein paar mal angehört und ich muss sagen,
es gefällt mir immer mehr. Von einer wilden Agglomeration von Krach
kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil, man hat zu jedem Zeitpunkt das
Gefühl, dass er genau weiß, was er tut. Ich kenne genug Stücke, die in
die Kategorie "sinnloser Krach" einzuordnen sind, aber das hier bestimmt
nicht.
Für mich klingt es da, wie wenn ein Bär einschläft.
Zitat
Rein optisch macht das ja schon was her
Tja, es mag zwar rein optisch was hermachen, aber ich möchte - um bei der Ehrlichkeit zu bleiben - einen solch kruschteligen Notentext, obwohl ich irgendwann einmal Musik studiert habe, nicht ums Verrecken spielen müssen! In keiner der Stimmen! Für mich wäre das eine Art von Höchststrafe.
Kannst du das, was du zum Ausdruck bringen möchtest, nicht in eine tendenziell übersichtlichere und eventuell sogar spielbarere Form gießen?
Dieser Utopie des im Moment organisch Entstandenen versuche ich nachzugehen - gegenüber diesem ist meine Notation eine extreme Vereinfachung, und zwar (im Idealfall genau) so weit, dass man es - wie ich glaube - als Musiker noch im Fluss nachempfinden und ausführen kann
Zitat
Die Klarinetten- und Geigenstimme auf der abgebildeten Seite empfinde ich als unproblematisch,
Wenn ich das richtig verstehe, dann entstehen deine Stücke im Wesentlichen durch Improvisation, wobei sich rhythmische Strukturen ergeben, die noch komplexer sind, als das was wir oben gesehen haben, so dass du sie dann zwecks Ausführbarkeit noch vereinfachst.
Ich spiele das Instrument zwar selber nicht, aber den meisten Klarinettisten dürfte sich diese Stimme mit ihren weiten Sprüngen in Verbindung mit extremen Dynamikwechseln alles andere als "unproblematisch" darstellen.
Und zu den enormen spieltechnischen Anforderungen kommt ja dann noch, dass man die drei Stimmen rhythmisch einigermaßen unter einen Hut bekommen muss.
Schönberg meint natürlich nicht Form überhaupt, sondern Formalismus. Das, was ausgedrückt werden soll, soll sich selbst seine Form schaffen.
Ich hab jetzt noch eine Aufnahme vom Konzert bekommen, die um ein Vielfaches besser (weniger tiefenlastig, viel transparenter!) ist als meine!
Hi Jürgen, ich kann dir ja wenn du möchtest die erste Aufnahme nochmal zuschicken.
Käuflich erwerben können wird man es nicht. Aber vielleicht habe ich Glück und kann es im Herbst nochmal aufführen. Dann würde ich aber nochmal Bescheid geben.
Kann dir die Aufnahme am Dienstg schicken, dann bin ich wieder daheim!
Was verstehst du denn unter Neuer Musik?
Die Klarinetten- und Geigenstimme auf der abgebildeten Seite empfinde ich als unproblematisch
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