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1

Dienstag, 1. September 2009, 08:41

Einstudieren von Duetten und Ensembles

Liebe Mitsänger,

wie studiert ihr Duette und Ensembles ein, wenn ihr alleine seid?

Geht das eurer Ansicht nach überhaupt?

Leider muss es ja gehen, denn man kann sich kaum erlauben, unvorbereitet zu einer Probe, derer es ja oft nciht gerade Viele gibt, zu kommen.



Ich singe serh sehr gerne Duette und Ensembles und muss gerade mal wieder besonders Viele auswendig lernen- was nciht immer ganz einfach ist.

Habt ihr da spezielle Tricks drauf?



F.Q.
Gracias a la vida!

2

Dienstag, 1. September 2009, 09:07

Oh, liebe F.Q., das ist eine gute Frage! -
Ich werde aus psychologischen Gründen einen Teufel tun, die Literatur auswendig vorzutragen! Der Vorführeffekt würde mich ins Stocken bringen. - Dann studiere ich doch lieber das Duett oder Terzett eher so ein, dass ich die Noten nur noch als Stütze vor mir habe und jederzeit reinschauen kann.
OK! Wenn es ein Opernteil ist, mit Szene und so, dann geht's nur auswendig. -
Jedenfalls studiere ich meine Stimmlage zu Hause erst selbst ein, mit Hilfe des Klaviers, und dann gibt es immer noch genug miteinander zu bearbeiten, bis die Sache sitzt. -
Es gibt ja auch mittlerweile für den auditiven Lerntyp die Möglichkeit, die Literatur auf YouTube anzuhören, sodass man sich erst einmal einen Eindruch vom Gesamtklang verschaffen kann. -

Liebe Grüße nach "La douce France",

Hemiole :wink:
Mut ist wie ein Regenschirm. - Wenn man ihn dringend braucht, fehlt er einem...

3

Dienstag, 1. September 2009, 13:56

Liebe melusine,

ich habe ja nun den Vorteil, meinen Lebensgefährten als Duettpartner zu haben, da stellt sich nur das Problem, dass ich ihn manchmal ganz schön "treten" muss, bevor er wieder ein neues Duett mit mir einstudiert und wir kriegen uns dabei auch oft ganz klischeehaft (so als Sopran und Tenor) in die Wolle- versöhnen uns zum Glück aber auch immer wieder schnell :love: . Dennoch gerate auch ich immer wieder in eine Situation, wo der Duettpartner/die Duettpartnerin eben nicht mal eben für gemeinsame Proben verfügbar ist. Das ist dann immer wieder spannend, besonders, wenn man mit der betreffenden Person vorher noch nie zusammen gesungen hat. In einem solchen Fall suche ich mir dann lieber einfachere Duette mit nicht allzu schweren Harmonien oder Läufen aus. Ein gute Vorbereitung ist aber so oder so natürlich unabdingbar. Etwas einfacher finde ich es, wenn ich die Oberstimme einstudieren muss, da diese doch oft als Melodiestimme schneller ins Ohr geht. Eine Unterstimme erfordert da doch einiges mehr an Arbeit. In diesem Fall lerne ich erst einmal nur stur meine Stimme, um nicht von der Oberstimme aus dem Konzept gebracht zu werden. Wenn ich mich dann einigermaßen sicher fühle, spiele ich die Oberstimme mit, während ich meine Stimme singe. Youtube konsultiere ich auch gern für den Gesamteindruck und es gibt mittlerweile auch Playbacks, bei denen eine Stimme ausgeblendet ist. Aber all das kann das Üben mit dem realen Gesangspartner natürlich nicht ersetzen.

Spezielle Tricks kenne ich leider auch nicht - stellle aber fest, dass mein Singen (2. Sopran) in einem Frauenquartett , mit dem wir auch viel A-Capella-Barbershop singen, da doch eine gute Übung ist und mir mehr Sicherheit gegeben hat.

Liebe Grüße

Vitellia
"Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste" (T. Fontane)



But that's the beauty of grand opera. You can do anything as long as you sing it (Anna Russell)

4

Dienstag, 1. September 2009, 14:58

Wnn ich mich in meiner Stimme "sattelfest" fühle, höre ich mir einfach eine Aufnahme des Stückes immer und immer wieder an, bis ich das Ding im Kopf habe.
OK - nicht die innovativste Methode, aber erfolgreich......

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man auch seine Stimme auf diesen Ton aufbaut, man muss zu ihm zurückkehren können, sonst ist es aus. (Agnes Baltsa)

5

Dienstag, 1. September 2009, 15:30


ich habe ja nun den Vorteil, meinen Lebensgefährten als Duettpartner zu haben, da stellt sich nur das Problem, dass ich ihn manchmal ganz schön "treten" muss, bevor er wieder ein neues Duett mit mir einstudiert und wir kriegen uns dabei auch oft ganz klischeehaft (so als Sopran und Tenor) in die Wolle- versöhnen uns zum Glück aber auch immer wieder schnell :love: .

:mlol:

Daher die Wortähnlichkeit mit "Duell"

Aber Scherz beiseite: Ich bin nicht selten in der Situation, dass die Duettpartner zum Proben nicht greifbar sind und das macht es nicht gerade einfacher. Es macht m. E. auch nur Sinn, Duett- oder Ensemblestimmen einzustudieren, wenn konkret ein Aufführungsziel oder auch eine Workshoparbeit ansteht. So ins Blaue lässt sich das schwer vorhalten.

Ich arbeite das Ganze hauptsächlich mit den Korrepetitor aus, der auch die andere Stimme oft mitsingt. Man kann sich dann zumindest die Abfolge vorstellen und ich habe dann am Ende auch die exakten Einsätze gelernt. Wenn etwas aus der Partitur gar nicht erschließbar ist (zuviele Koloraturen oder mehr oder weniger Atonaltät ), höre ich mir zuerst eine Aufnahme an, um den musikalischen Eindruck zu bekommen.

Nur mit Aufnahmen zu lernen , vermeide ich, weil sich damit nicht wirklich präzise arbeiten lässt. Irgendwas machen die Kollegen doch meist ein wenig anders als es dann bei einem selbst herauskommt bzw. kann auch die herangehensweise des Begleiters anders sein, was dann ziemlich irritiert, wenn das Stück neu ist und man eine bestimmte Variante durch Hören im Kopf hat.



LG

:wink:

Ulrica
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)

6

Dienstag, 1. September 2009, 18:43

Danke schonmal für all die Antworten.

Liebe Vitellia,

wenn ich mir vorstelle; mein Mann wäre Tenor und ich würde mit ihm z.B. das Duett Fiordiligi/Ferrando aus der Cosi üben... ich glaube wir kämen niemals bis zum Schluss..... :faint:

Eine sehr angenehme Vorstellung, was das Identifizieren mit den Szenen und der schauspielerischen Authentizitât angeht.

Aber in jedem Fall muss man in solchen Situationen wohl ganz gut zwischen Privatem und Professionellem trennen können , denk ich mir.Und das Duellpôtentzial ist tatsächlcih auch grösser, je weniger Distanz man zueinander hat.



Ich habe verschiedene Methoden. zum Einen mit einem Korreptitor wie von Dola beschrieben.

Zum Anderne nehme ich mit dem Handyrecorder Rosenkavaliers und meine Proben auf und übe dann nach der Aufnahme.

Zum Dritten verweigere ich alle Konstellationen bei denen ich die Leute nciht kenne bzw einschâtzen kann und es nicht genug Proben gibt. Ich habe da schon genug Lehrgeld mit total schiefgehenden Sachen gezahlt, um daraus nicht schlau geworden zu sein. Ein Duett/Ensemble ist nämlich immer nur so gut, wie alle Teilnehmer- da kann man selbst allerbestens vorbereitet sein, das nutzt gar nichts, wenn Einer die Sache nciht richtig kann.



Mit Cd-Aufnahmen übe ich bedingt, da man mit den Tempi und anderen Details immer wieder wüste Überraschungen erlebt.

Gerade erst mit Orphée "Suis un epoux qui t'adore" von Gluck erlebt. Runnicles in meiner Aufnahme legt ein Affentempo vor und bei der ersten Echt-Probewar ich total perplex wie langsam das plötzlich war und bin mehrfach aus der Kurve geflogen weil wie zu flott einstudiert.



Was Vitellia zu den zweiten Stimmen sagt, ist wahr.

Mir ist selten ein Duett zu lernen so schwer gefallen wie das Finale der Capuleti e Montecchi von Bellini. Ich bete dieses Stück an, aber lerne es mit Widerwillen. Da bin ich nämlcih nur so eine Einsprengesel-Singerin und kann mir weder die Einsätze noch den Text ordentlich merken. und einmal singe ich mehrere Takte unter Rosenkavalier, was ein so seltsames Gefühl von Stimmkreuzung ist, das mich das mehr Zeit als alles andere kostet. Aber genial komponiert- die Veinigung in ewiger Liebe-man weiss nciht mahr wer Romeo und wer Giulietta ist.

Da sieht man mal, welche Verdienste Mezzi und Altisinnen in Ensembles haben!



Die drei Damen lerne ich übrigens mangels anderer Mittel mit Cd.

Da ich mehrere Aufnahmen habe, kônnen wir uns vieleicht tempomâssig auf eine einigen???? ;+) :wink:



Liebe Hemiole, in Konzerten muss man leider auswendig singen und bei Opernszenen sowieso.

Einzig beim Oratorium ist mit Noten erlaubt, wobei meine Lehrerin das auch nciht gestattet.

Neulich habe ich mich mit Händel "Let the bright seraphim" auswendig so abgemûhrt, dass ich noch nachts im Schalf die richtige Reihenfolge der Koloraturen im Kopf gewälzt habe und bis zum Auftritt nur innerlich am zählen und Läufe jubilieren war. Bei langen Koloraturarien mit immer gleichen Textversatzstücken hat man die wenigsten Anhaltspunkte fürs Gedächtnis udn die sind daher besonders schwierig auswendig zu lernen.



Fröhlich duettierende Grûsse

F.Q
Gracias a la vida!

7

Dienstag, 1. September 2009, 19:12

Tja, die zweiten und dritten Stimmen sind mein Dauerlos und daher bin ich auch nicht diejenige, die bei JEDEM sich anbietenden Duett "hier" schreit. Dazu bin ich zu sehr der faule Alt:-). Es gibt auch so einige Literatur, die mir speziell mit einer zweiten Stimme (z. B. wenn nicht mehr als eine Quint Umfang abverlangt wird; kommt aber eher in Chören vor) nicht sonderlich behagt.

Das kommt vor allem in der Kirchenliteratur vor, aber dort gibt es auch einiges mit großem Reiz, z. B. das Verdi - Requiem oder, eine ganz andere Richtung, Pergolesis Kirchenmusik /Stbnat mater z. B) und die Solopartien der großen Oratorien wie Elias und Messias.

Ich habe mich noch ziemlich lang in der Chortätigkeit aufgehalten, weil ich die dort gefragten musikalischen Fähigkeiten nicht verlieren wollte.

Zuweilen habe ich auch schon festgestellt, dass die Zusammensetzung mit Leuten bzw. hier eher als Stimmen gemeint, auf Verdacht nicht immer optimal war. Das kann mit verschiedenen Vorstellungen von "Vorbereitet - Sein" zusammenhängen, aber auch damit, dass man vor Ort feststellt, dass die Stimmen überhaupt nicht zusammenpassen. Dafür kann niemand was, außer vielleicht ein Veranstalter, der die Stimmen eigentlich kennen sollte, aber ein solcher Umstand kann das Duett in Frage stellen.

Inzwischen kenne ich aber sehr viele, mit denen ich zusammen singen soll.

Die dritte Dame habe ich schon oft gemacht, aber das Teil ist lang und braucht viel Einstudierung, weil man auswendig immer wissen muss, wann welche Einsätze kommen. Ich habe es mir daher auch zur Gewohnheit gemacht, auch lang gehegte Ensemblepartien vor einer Aufführung beim Korrep für einen Durchlauf zur Auffrischung auf die Tagesordnung zu setzen.

LG
(Fairy, Vitellia und Rosenkavalier: Bis bald dann)

:wink:

Ulrica
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)

8

Mittwoch, 2. September 2009, 11:14

Hallo ihr,

besonders schwierig finde ich es übrigens, wenn man umlernen muss. Ganz schlimm fand ich das beim Briefduett, wo ich erst die Susanna gesungen habe und später dann auf die Gräfin "umschulen" musste. Bei dem Stück sind die Stimmen sich auch noch so fürchterlich ähnlich. Bei den 3 Damen habe ich jetz theoretisch alle 3 Stimmen mal einstudiert. Anfangs sollte ich in unserem Quartett die 3. Dame singen (das ist allerdings so lange her, dass ich die Stimme nicht mehr wirklich kann), dann fiel unsere 1. Dame aus und ich hab umgelernt, weil unser "4. Sopran" die 3. Dame eh schon drauf hatte (ursprünglich aber eher als Regisseurin bei dem Stück tätig sein wollte) und kürzlich hab ich mir dann auch die 2. Dame draufgeschafft, weil das je nach Besetzung ebenfalls Sinn macht (hohe Sopräne sind meistens genügend vorhanden). Und rein vom Wohlfühlfaktor nehmen sich die beiden "oberen" Damen für mich nicht so arg viel - die 2. ist vielleicht einen Tick entspannter ;+)

Was das Auswendigsingen betrifft: Ich hab in unserem Quartett nie unseren 4. Sopran/ 2. Alt beneidet, die meistens Basslinien mit so eingängigen Texten wie "bum -ba -da- ba- da- bum- di - do" oder so lernen musste (deren Lautabfolge sich auch von Phrase zu Phrase immer ein wenig ändert). Wir Oberstimmen können uns wenigstens an richtigen Worten orientieren.

Was Ulrica zu Stimmen sagt, die zueinander passen (oder auch nicht) ist ebenfalls wahr. Da habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, wenn die "Stärke" der Stimmen sich zu sehr unterscheidet, also eine sehr leichte auf eine sehr schwere Stimme trifft. In manchen Fällen kann dies funktionieren, wenn die leichtere Stimmen oben singt. Das Problem hieran ist aber nicht nur, dass die leichtere Stimme dann zum Forcieren angeregt wird, sondern (so war es in meinem Fall), die schwerere Stimme sich zu sehr zurück nimmt (man ist ja höflich und will die Duettpartnerin nicht "übersingen"), was a) dem Gesamtklang nicht gut tut und b) der schwereren Stimme im schlimmsten Fall sogar schaden kann. Davon abgesehen, dass es auf Dauer keinen Spaß macht, andauernd mit "angezogener Handbremse" zu singen. Daher suche ich mir mittlerweile meine Duettpartner auch gezielter aus.

Liebe Grüße

Vitellia
"Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste" (T. Fontane)



But that's the beauty of grand opera. You can do anything as long as you sing it (Anna Russell)

9

Mittwoch, 2. September 2009, 11:34

Liebe Vitellia, neben den richtigen harmonischen Schwingungen, die man nciht unterschätzen darf, ist das Miteinader von schweren und leichten Stimmen eine Sache des fokus udn damit der strahlkraft einer Stimme, nicht des Volumens und der Lautstärke.

Rosenkavalier ist doppelt sol laut wie ich , wenn wir beide aufdrehen. Aber wenn ich die Oberstimme singe und meine Stimme richtig fokussiert ist, muss weder ich mich anstrengen noch sie sich zurücknehmen.(wenn ja hat sie das höflicherweise bislmang verschwiegen :angel: ) Das ist keine Frage des Stimmfachs sondern der Gesangstechnik und der Tonfrequenzen.

Wenn allerdings umgekehrt die schwerere Stimme oben singt und die Leichtere unten funktioniert das auch bei guter Technik nciht, weil die hohen Frequenzen durchschlagender sind als die Tiefen.

Bei Stimmkreuzungen wie bei Bellini oder den Cosi-Duetten ist dann schon ein bisschen Rücksicht schwererseits gefragt.

Ich habe schon Duette mit einem sehr voluminösen Opern Bass-Bariton gemacht, bei denen mir die knie zitterten vor Panik, man werde ncihts mehr von mir hören.

Hat man aber und das ist rein physikalisch zu erklären. Wenn der Ton gut projiziert wird und die Stimmlage hoch genug ist, no problem.



Was die drei Damen angeht: ich finde die 1.Dame in der Tessitur sehr angespannt, richtig wohl im Sinne von entspannt fühle ich mich damit nciht.

Besonders der Schluss mit dem dauernden g und a ist grässlich. Bin immer froh, wenn ich danach nichts mehr singen muss.

Vielleciht mache ich es eines Tages wie du und lerne die zweite Dame. So Rosenkavalier mir dann nicht die Freundschaft kündigt. :hide:



Das Drama mit Susanna und Contessa kenne ich auch :o: - allerdings nur von einem Schülerkonzert, wo ich mal contessieren musste, totales Chaos!- ansonsten ist natürlich Susanna meine Rolle.



F.Q.
Gracias a la vida!

oper337

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10

Mittwoch, 2. September 2009, 12:14

Meine liebe Fairy! :fee: :fee: :fee:

Aus meiner Erinnerung weiß ich, dass es bei schwereren lyrischen Sopranen, auch beim 1. Knaben, oft Schwierigkeiten gibt.

Da, besonders im Qunintett, Pamina und den drei Knaben, der erste eine recht ähnliche Stimmführung hat, wie die Pamina, ist es mir nicht oft, aber doch, manchmal schwerer gefallen.

bei Messen, speziell bei Haydn und bei Mozart, hier meine ich vor allem die Krönungsmesse, habe ich mit den Partnern nie Schwierigkeiten gehabt, denn sogar Anton Demota, der bestimmt sehr wählerisch war, meinte: "Mit'n Peter, als Sopran-Solist singe ich gerne". :angel: :angel:


Übrigens ich auch, und auch später noch als ich Bariton war, habe ich nie aufgetrumpft, man soll es seinen Kollegen nicht unnütz schwer machen. Heute singe ich hin und wieder Bariton oder Bass-Solis in Messen. :pfeif: :pfeif:

Liebe Grüße sendet Dir aus dem hoaßen Wien Dein Peter. :wink: :wink:

11

Mittwoch, 2. September 2009, 12:35

Zitat

Liebe Vitellia, neben den richtigen harmonischen Schwingungen, die man nciht unterschätzen darf, ist das Miteinader von schweren und leichten Stimmen eine Sache des fokus udn damit der strahlkraft einer Stimme, nicht des Volumens und der Lautstärke.

Rosenkavalier ist doppelt sol laut wie ich , wenn wir beide aufdrehen. Aber wenn ich die Oberstimme singe und meine Stimme richtig fokussiert ist, muss weder ich mich anstrengen noch sie sich zurücknehmen.(wenn ja hat sie das höflicherweise bislmang verschwiegen :angel: ) Das ist keine Frage des Stimmfachs sondern der Gesangstechnik und der Tonfrequenzen.
Liebe Fairy Queen,

deswegen schrieb ich ja auch, dass es durchaus funktionieren kann und benutzte die Begriffe "leichte und schwere" Stimme und nicht "laute und leise". Denn mir ist schon klar, dass u. U. auch eine leichtere Stimme besser tragen kann, wenn sie gut fokussiert ist als eine unfokussierte schwere Stimme. Insofern stimme ich Dir absolut zu :)

In dem von mir genannten Fall führte die etwas ungünstige Kombination eher dazu, dass ich dann aus lauter Rücksichtnahme die Körperanbindung verlor, weil ich mich meiner Partnerin anpassen wollte. Was ich ihr natürlich nicht anlasten kann, ich muss schon selbst darauf achten, auch beim Duett technisch richtig zu singen. :hide: Nichtsdestotrotz war diese Kombination rein stimmtechnisch gesehen für mich aber nicht optimal.

Was du zu der Rücksichtnahme sagst, stimmt auch, es ist ja ein Duett und kein Duell (auch wenn die Wortähnlichkeit in der Tat frappierend ist :wink: ) Natürlich muss ich mich als schwere Stimme in einem gewissen Rahmen an meinen Partner anpassen und auch mal zurücknehmen. Aber andersherum kann ich mE von der leichteren Stimme auch verlangen, dass sie mit so viel Körperanbindung/Stütze und Fokus singt, dass ich meine Stimme nicht vollkommen verbiegen muss. Das heißt ja noch lange nicht, dass sie deswegen forcieren oder brüllen muss. Ich denke, es sollten sich beide aufeinander einstellen, damit ein gemeinsames Singen möglich ist. Dann macht es ja für alle Beteiligten auch am meisten Spaß.

Ein Problem kann natürlich auch sein, wenn schon beim Unterricht ein unterschiedlicher Schwerpunkt gesetzt wurde, also einer gelernt hat, sehr hell und vordersitzfixiert zu singen und der andere eine Technik lernt, die auch die dunklen Klanganteile mit einbezieht und viel mit inalare la voce arbeitet. (Wobei ich generell für eine gesunde Mischung bin) Dann passt es womöglich schlicht vom Timbre und den Schwingungen her nicht.

Ein recht komplexes Thema, wie ich sehe.

Liebe Grüße

Vitellia
"Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste" (T. Fontane)



But that's the beauty of grand opera. You can do anything as long as you sing it (Anna Russell)

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