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Montag, 13. Juli 2009, 17:25

Von der Festplatte in die Lautsprecher...

Servus,

nachdem wir hier schon wichtige Aspekte zum Thema Digitale Musikarchive (wobei CDs ja auch digitale Tonträger sind...) wie Klassik auf MP3-Player (inklusive Infos zum Encodieren) und Musikarchiv auf Festplatte, Risiken und wie man sie minimieren kann diskutieren, möchte ich diesem Thema einen weiteren Teilbereich hinzufügen. Hier soll der Frage "Wie kann ich die - wie auch immer - codierten Dateien auf der heimischen Anlage abspielen?" nachgegangen werden.

Mir fallen mehrere Möglichkeiten ein, wie man das technisch bewerkstelligen könnte, habe aber weder eigene Erfahrung damit noch fühle ich mich expertig genug, um hierzu Ratschläge zu geben. Ich hoffe aber, dass jene Capricci, die ihre Musiksammlung auf Festplatte[n] verwalten und nutzen, ihre Lösung vorstellen werden.


Die technische Lösungen wären:

(1) Dockingstation für mobile Player wie iPod & Co.
Simple Sache, wobei zusätzlich noch ein PC benötigt wird, wo die Musiksammlung archiviert und verwaltet wird.

(2) Medienfestplatte
Ist im Prinzip eine externe Festplatte, die Multimediaformate (Video, Fotos, evtl. sogar Internetradio) ohne PC abspielen kann. Verfügt über die entsprechenden Ausgänge für Video und Audio, um die Daten an Verstärker und Bildschirm zu liefern. Letzteres, nämlich ein Bildschirm, wird dann aber doch zum Betrieb (z.B. navigieren durch das Musikarchiv) benötigt.

(3) PC/Mini-PC/Barebone
Einfach den normalen PC direkt mit der Anlage verbinden - sofern er nah genug an der Anlage steht oder man sich nicht an der Kiste neben der Anlage stört. Oder einen kleinen stylischen Rechner zur Anlage stellen, der auf Lautlosigkeit getrimmt ist. Solange es nur um Musik geht und nicht um Video in maximaler Auflösung, muß das auch kein Rechenmonster sein.

(4) Netzwerklösung
Hier gibt's mehrere Möglichkeiten, die von PC-basierenden Selbstbausystemen bis hin zu Musikservern à la Linn reichen. Optimalerweise liegt das Musikarchiv dann auf einem Netzwerkspeicher (NAS = Network Attached Storage oder NDAS = Network Direct Attached Storage) und ist so gleichzeitig von mehreren Orten aus verfügbar - Stichwort Multiraumlösungen.


Wie schon geschrieben, kann ich nur wenig mehr als das schon Geschriebene zum Thema beitragen, bin aber sehr an Details oder Erfahrungsberichten interessiert.


herzliche Grüße, :wink:
Thomas
Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.
Helmut Qualtinger

pfuetz

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2

Montag, 13. Juli 2009, 23:07

Also, für meinen älteren Denon Surround Receiver gibt's eine iPod Dockingstation, die ich auch habe, und gelegentlich auch mal nutze... Die hat den großen Vorteil, daß mein iPod da schön steht, und immer aufgeladen wird, und wenn ich ihn dann nutzen will, auch aufgeladen ist...

Ansonsten haben doch die meisten neueren Sourrand Receiver auch Streaming Media Module, und können wohl auch direkt von Netzwerk-servern spielen...

Zu Deinem 2.): Nicht zwingend, wenn der Surround (oder Multimedia)-Receiver auch den Fernseher ansteuert...

Ich habe bisher nur 1.), sollte ich mir aber mal einen neuen Multimedia-Receiver kaufen, dann achte ich darauf, daß er einen Netzwerkanschluß hat, und dann direkt vom NAS abspielen kann...

Gruß,

Matthias
"Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
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3

Dienstag, 14. Juli 2009, 00:21

Hallo Thomas

Zu 1.) Eine Dockingstation ist praktisch, weil sie meist auch eine Fernbedienung mitbringt oder über die Fernbedienung der Anlage gesteuert werden kann. Bei den eher kleinen Displays der mp3-Player bedarf es aber guter Augen.
Gegen die simpelste Lösung, den Player direkt über die Kopfhörerbuchse an den Line-Eingang der Anlage anzuschließen, spricht aber auch nichts. Für die meisten Player gibt es eh keine Dockingstation. Der Kopfhörerausgang ist niederohmig und bietet eine genügend hohe Ausgangsspannung für die Anlage. Manche Player lassen sich für diese Aufgabe auch speziell einstellen. So schließe ich meine Player an.

Zu 2.) Es gibt einige Multimediafestplatten mit eingebautem LC-Display. Ein zusätzlicher Monitor oder gar ein laufender Fernseher ist also zum Betrieb nicht nötig.

Zu 3.) Ein kleines Netbook mit Aktiv-Boxen ergibt eine sehr stylische und komfortable Musikstation. Eventuell sollte man über eine höherwertige externe USB-Soundkarte nachdenken.

Zu 4.) Das Angebot hierfür ist mittlerweile sehr groß. Schön und preiswert sind die Angebote aus dem Hause Philips.

Gruß
Norbert

4

Dienstag, 14. Juli 2009, 14:27

Lieber Thomas,

als ich begann, meine CDs zu rippen, habe ich natürlich auch über die Wiedergabe nachgedacht und bin bei einem SONOS-Soundsystem gelandet, wobei ich noch das 80er Modell habe und nicht das hier abgebildete 90er.


Ich habe gegenwärtig zwei solcher Systeme an meinem Heimnetz hängen, eines im Wohnzimmer und eines im Hörraum. Das System im Wohnzimmer liefert Analogdaten an einen kleinen Verstärker, das im Hörraum Digitaldaten über SPDIF an meinen Wandler. Die Daten selbst liegen auf einer externen Festplatte, die an einem Linksys NSLU2 als NAS-Server angeschlossen ist. Das ist ein kleiner, eben 25 cm hoher Unix-Rechner ohne Ventilator, an den man zwei USB-Festplatten hängen kann und der über ein Web-Interface gesteuert wird. Der Nachteil des Linksys ist seine langsame Datentransferrate. Die reicht zwar wiedergabeseitig völlig aus, aber bis da mal 500 GByte drauf sind, das dauert...


Dadurch, daß das NAS im Büro steht, stören keine Festplattengeräusche den Musikgenuss im Hörzimmer. Das Sonos-System ermöglicht es, über mehrere Player gleichzeitig verschiedene Musikstücke von der gleichen Festplatte abzupielen. Mit dem Controller lassen sich die Zoneplayer einzeln oder zu beliebigen Gruppen zusammengefaßt ansprechen. Normalerweise spiele ich synchron auf beiden Anlagen das gleiche Stück. Der Controller hat einen kleinen Bildschirm, auf dem das Cover der gerade abgespielten CD zu sehen ist. Man kann mit dem Sonos-System auch Webradio hören, in erstaunlich guter Qualtität übrigens. Die einzelnen Zone-Player sind WLAN-fähig. Um ein WLAN-Sonos-Netz aufzubauen, muß entweder einer der Player am LAN verkabelt sein oder man kauft eine WLAN-Quelle von Sonos (Zone-Bridge). Es gibt auch Zone-Player mit eingebautem Verstärker, an die man direkt Boxen anschließen kann.
Klar kann man, statt die Player über den teuren Controller zu steuern, auch über ein Computer-Interface auf das Sonos-System zugreifen. Es ist billiger, ein Netbook als Steuergerät zu kaufen statt des Sonos Controllers. Außerdem kann man mit dem Netook während des Musikgenusses noch bei Capriccio reinschauen, ein echter Gewinn.
Der größte Nachteil des Sonos-Systems ist aus meiner Sicht, daß man nicht ohne Aufwand auf externe Playlisten zugreifen kann. Ich würde gerne meine Playlisten aus meiner eigenen Datenbank am PC zusammenstellen und dann vom Sonos aus aufrufen. Das wird mir aber nur gelingen, wenn entweder die entsprechende Funktionalität in einer zukünftigen Revision der Sonos-Software implementiert wird, oder indem ich in den sauren Apfel beiße und mit Hilfe verschiedener UPNP-Librarys meine eigene Playersteuerung programmiere. So was gibt es schon, aber leider nur für VBasic bzw. C#, also Winzigweichs .NET-Umgebung, aber ich habe keine große Lust, das nach Delphi zu portieren, meiner aktuellen Programmiersprache.
Um aber keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Ich bin mit meinem Sonos-System voll und ganz zufrieden. Termine für ein Probehören für Saarland(durch)reisende können gerne vereinbart werden. Hatte ich erwähnt, daß die Whiskies im Hörraum aufbewahrt werden ;) ?

Liebe Grüße,
Peter Wollenberg

Klaus

Neutöner

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5

Donnerstag, 16. Juli 2009, 16:16

Hallo Peter,

wie ist denn die Möglichkeit der Navigation bzw. des Taggings hinsichtlich Komponist und Werk beim Sonos? Ich benutze derzeit Apples Airtunes Express mit einem Ipod-Touch als Fernbedienung zum streamen. Leider kann ich dabei nicht sauber auf die Tags "Komponist" und "Werk" die Itunes prinzipiell anbietet zugreifen. Auf der Sonos-Webseite finde ich leider keine detaillierte Dokumentation zu deren Software.

Dem prinzipiellen Vorteil des Sonos, mehrere Räume unabhängig voneinander anzusteuern, steht aus meiner Sicht die Beschränkung auf 65.000nochwas Tracks entgegen. Ich bin derzeit bei einem Ripstatus von über 30.000 Tracks angelangt und habe noch nicht einmal ein Drittel meiner Sammlung durch...

Grüsse
Klaus

6

Montag, 20. Juli 2009, 13:59

wie ist denn die Möglichkeit der Navigation bzw. des Taggings hinsichtlich Komponist und Werk beim Sonos?
Lieber Klaus,
Sonos liest mp3-Tags und bietet eine Werksauswahl nach "Alben", "Komponisten", "Titel", "Teilnehmende Interpreten", "Musikrichtungen", "Importierte Playlisten", "Ordner" sowie die Suche nach Stichworten wahlweise in Alben, Interpreten, Komponisten oder Titeln. Die Daten werden aus den MP3-Tags gelesen.
Ich habe mir angewöhnt, einzelne CDs bzw. Alben jeweils in einen Ordner zu legen (= Album) und diesen nach einem festen Schema zu benennen: Komponist@Komponist@Komponist+Titel+Artist@Artist@Artist, bei mehr als drei Komponisten bzw. Interpreten wird die Aufzählung durch "various" ersetzt, z.B. "Salieri@Mozart@Righini+Arie di Bravura+Damrau" oder "Various+40 voix+van Nevel". So finde ich bei bisher etwa 700 CDs einigermaßen schnell, was ich suche.
Ich habe noch keine Statistik über die Zahl der Tracks pro CD angelegt, hoffe aber, daß ich mit der 2^16-Grenze vorläufig auskomme. Über den Daumen gepeilt, müßte die für 2-3000 CDs reichen. Blöd an der Sonos-Software ist, daß man zwar eigene m3u-Listen importieren kann, daß hierfür aber immer die komplette Datenbank neu indiziert werden muß, genauso, wenn man neue Tracks zur Bibliothek hinzufügt.
Später werde ich meine eigene Abspielroutine schreiben. Ich habe vor, mir eine wesentlich flexiblere Datenbankoberfläche für meine Tracks zu entwickeln, als Sonos sie bietet. So werde ich z.B. einen fuzzy-search implementieren, bei dem es egal ist, welche der 21 möglichen Transliterationen von Shostakovich ich für die Suche nach Werken dieses Komponisten verwende. Da die Sonos-Player als UPNP-Devices normgerecht angesprochen werden können, ist es prinzipiell möglich, sie mit Hilfe der entsprechenden Libraries selbst zu steuern. Wenn ich das schaffe, kann mir das Sonos-Interface egal sein. Es ist aber auch möglich, daß die Sonos-Leute zukünftige Software-Revisionen etwas flexibler gestalten. Da kommt in recht regelmäßigen Abständen ein Update übers Netz. Mein Traum wäre, daß man dem Sonos per Kommandozeilenparameter eine Playlist zur Ausführung übergeben kann, z.B: sonos.exe -p[lay] "c:\user\my_music\my_list.m3u". Damit wären alle Probleme erschlagen.

Liebe Grüße,
Peter Wollenberg

7

Mittwoch, 5. August 2009, 23:37

Einfach den normalen PC direkt mit der Anlage verbinden

Ich selber finde 3) am einfachsten "Einfach den normalen PC direkt mit der Anlage verbinden".
1) PC steht im Nebenzimmer ca. 5 Meter vom TFT-Fernseher und Digitalverstärker (video über HDMI und Audio über S/PDIF).
2) PC wird vom Wohnzimmer aus mit einer x10-FB über ca. 10 Meter Entfernung auch bei geschlossener Tür bedient.
3) Als Software setze ich den DVBViewer ein - damit kann man für 15 EUR Sat-Fernsehen und -Radio, auch Dolby-Mehrkanalton, aufnehmen und abspielen (auch HDTV-Fernsehen, DVDs und Fotos) sowie gängige Video- und Audio-Formate abspielen, wenn die richtigen Codecs installiert sind.
4) Ein Plus vom DVBViewer sind die verschiedenen Skins, die man für die Oberfläche des Media Centers auf dem Fernseher verwenden kann. Nach einigem Suchen habe ich auch einen gefunden, der lange Dateinamen anzeigen kann (z. B. über 150 Zeichen). Übergabe von Playlisten oder ganze Ordner ist problemlos. Audio-Dateien sind nicht als mp3 sondern in Formaten wie ac3 abgelegt.

8

Donnerstag, 22. Juli 2010, 11:58

Zu 1.) Eine Dockingstation ist praktisch,...
Gegen die simpelste Lösung, den Player direkt über die Kopfhörerbuchse an den Line-Eingang der Anlage anzuschließen, spricht aber auch nichts.
...dagegen spricht, dass das analoge Signal vermutlich nicht die gleiche Qualität erreicht wie mit einer Dockingstation.

Mein Vorschlag: ein CD-Player mit USB- / iPod-Anschluss. Z.B.:

ähnlich auch von anderen Herstellern.

Damit kann man den (i.d.R. höherwertigen) DA-Wandler des CD-Players nutzen.
Ich höre damit MP3s und -hin und wieder- Internet-Radio.

Zweiter Vorschlag: diese Dockingstation ist die m.W. einzige, die an einen Stereo-Verstärker passt:
+
Alle anderen Dockingstations lassen sich "nur" an Sorround-Verstärker anschließen.

Schöne Grüße,
Nightrider

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