Ich geh' ins Schauspielhaus!

    • Ich geh' ins Schauspielhaus!

      ...wenn ich hier unaufmerksam vorbresche (verflixt wie schreibt sich das :hide: ) ,dann mir bittschön den Kopp waschen :P

      Aufgrund der bisher wohl eher bescheidenen Resonanz dieser Literatur-Erlebnis-Ecke halte ich DIESEN "Sammel-Thread" für net verkehrt...

      Mein Kulturjahr 2010 (mehr als 2mal LIVEculture/Monat solls nicht werden) startet im Januar mit 2 neuen Theaterstücken:

      1) "Collaboration" von Ronald Harwood (u.a. "Der Fall Furtwängler", Drehbuch zu "Der Pianist") - u.a. mit Peter Bause (Ex-"BerlinerEnsemble") als Richard Strauss ..................... "Die Zusammenarbeit und die Freundschaft von (Stefan) Zweig und (Richard) Strauss in barbarischen Zeiten ist das Thema von Ronald Harwoods (neuem) Drama ... bis zur Pause herrscht ein leichter, fast komödiantischer Tonfall. Dann zieht die Spannung fulminant an, bis zu einem überwältigenden Monolog ... eine perfekt besetzte, stimmige Inszenierung, eine Perle des Tourneetheaters" (Stefan Keim in "die dt.Bühne", Okt.09) ......................... Diese Inszenierung feiert im Theater in Schweinfurt am 10./11.01. seine Tourneepremiere; anschl. kuggt ma, ob sie bei euch irgendwo in der Nähe vorbeischaut :yes: :yes:

      u. 2)(wollt´ich nu auch nicht ungesagt lassen) bin ich am 16. in den Kammerspielen des Würzburger "MainfrankenTheaters" zur Premiere des Monologs "Barfuß Nackt Herz In Der Hand" von Ali Jalaly (Landespreis Baden-Württemberg `99), der u.a. auf den Brandanschlag in Solingen 1993 Bezug nehmen soll..................................Es spielt das schwarzafrikanische Ensemble-Mitglied am "MainfrankenTheater", Issaka Zoungrana aus Bukina Faso.

      :wink: ... michele
      Majo ist ätzend (Gus v.Sant: Paranoid Park) Fleiß ist gefährlich (Henning Venske: Inventur) Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)

    • War gestern im Jedermann im Theater Willy Praml (Naxoshalle, Frankfurt)

      Termine: "http://www.theater-willypraml.de/spielplan.html" link geht leider nicht mehr; mto

      Hat mir gut gefallen, auch wenn in der zweiten Hälfte des Abends dann nicht mehr viel überraschendes passierte und es vielleicht doch ein kleines bisschen straffer hätte sein können. Der Text von Hofmannsthal scheint soweit unangetastet, als Einleitung und vor der Pause gibt es ein paar schöne Textzutaten. Meine Empfehlung für Menschen aus der Region.

      Heute abend gibt es im "Haus am Dom" die Nachlese. (Eintritt frei, 19:30 glaube ich)
      Karajan hat keinen eigenen Klang. Den macht das Orchester.
    • Ich war heute in dem Stück: "Die Götter weinen" von Dennis Kelly und fand es einfach nur schlecht. Um uns herum erschall Geflüster: " wann ist das endlich zuende?" 3x: "warum zum Teufel haben die uns diese Karten geschenkt?" einer der Besucher ließ sich nur durch permanente Bonbonfütterung seitens der Ehefrau davon abhalten, das Theater zu verlassen...

      Es war eine mehr als durchschaubare und sehr simpel umgesetzte Parabel über die Wirtschaftsmächtigen als Kriegsherren der modernen Welt, die zu ihrem Untergang beitragen. Die Intrigen der Kapitalisten, welche in einem Weltkriegsszenario mündeten und Menschenleben auslöschen ("die untersten unretablen 15%/25% müssen liquidiert werden"), ein globaler Machtkampf, welcher nur mit der totalen Vernichtung der Menschheit enden kann.

      Ein plot, der in 3-5 Minuten erzählt ist und sich eigentlich in 30 Minuten darstellen lassen könnte, jedoch in 2,5h Länge gezogen wurde. (Kommentar Besucher: "die wissen schon, warum sie keine Pause machen!"). Langatmig, auf einem Niveau, welches eines Deutsch-LK würdig gewesen wäre. Sorry, da kann besagter britischer Autor 2009 noch so viele Preise abgeräumt haben: es war eine Zumutung an die Langmut und an jeden Intellekt.

      Wohl gemerkt: die Schauspieler haben wirklich ihr Bestes gegeben, doch das Stück gab einfach nicht mehr her!!

      LG Lotte

    • Ich war vorgestern in "John Gabriel Borkman" von Henrik Ibsen am Schauspielhaus Graz, ein großartiges Stück (wie fast alles von Ibsen!), eine sehr schöne Aufführung mit tollen Schauspielern (am allerbesten hat mir Nicole Heesters als Gunhild Borkman gefallen; bei Helmuth Lohner wäre vielleicht manchmal etwas weniger mehr gewesen), die auch bereits am Theater in der Josefstadt zu sehen war. Die Inszenierung von Elmar Goerden versucht mit großem Erfolg und meiner Meinung nach zu Recht, auch das Komisch-Groteske im verlorenen Leben dieser verlorenen Existenzen nachzuzeichnen. Das Komische ist ja eigentlich nur eine andere Form von Tragik.

      Sehr empfehlenswert!

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.
    • In diesem Sommer haben wir uns in Oberammergau Shakepeares " Antonius und Cleopatra" reingezogen.
      Regie Christian Stückl.

      Dachte das wird was fetziges, da ich in Hamburg seinen tollen Palestrina (Pfitzner) besucht hatte.

      Im Gegentum..... war totaler Reinfall.

      Das Bühnenorchester nervte ständig durch öde Mainstream-Mucke: so'n Mix aus oller Filmmucke gespickt mit Orff-Sound ...

      Cleopatra war keine Königin, sondern ihr Gehabe gleich einer Teenie-Zicke aus Seifenopern.
      Antonius fand nicht statt...

      ...die Übersetzung quoll über vor banalen Allgemeinplätzen..

      Das Bühnenbild + die Kostüme entsprachen dem Ambiente verblicherner Sandalen-Filme ...

      .. trotz Lautsprecherunterstützung war die Akkustik hundsmiserabel, die Texte schlecht gesprochen, keine Spur von Sprachmodulation ...

      .. nee, eigentlich gabs da keine Regie, und eine Schülerauffführung hätte es nicht schlechter rübergebracht ...

      .. oh wie sehnte ich mich da nach urigem Bauerntheater oder nach gescholtenem "RT"....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Schiller . Shafffer . Strindberg

      - - - schauspieltechnisch steht bei mir einiges an die nä.Wochen :)

      22.03. Schauspielhaus Nürnberg: Fr.Schiller"Kabale und Liebe" / Regie: Christoph Mehler
      ("Ovationen (für) das brillante Schauspielensemble ... im unbestritten stärksten kunstvollsten Auftritt dieser Saison" / BR, 14.11.10)
      ("Bei der Premiere blickte mancher irritiert auf den minimalistischen Schiller-Trash - doch am Ende gab`s einhelligen Beifall sogar für den Regisseur" / Nürnberger AZ, 15.11.10)

      04.04. Kammerspiele des Theaters Meiningen: P.Shaffer"Amadeus" / Regie: Carsten Kochan (Gastspiel aus Eisenach)
      ("Die witzige Inszenierung wird spannungsvoll vom Orchester begleitet. (Mozart wird von) Roman Weltzien mit grandioser Bühnenpräsenz...furios...in Szene (ge)setzt" / tlz.de)
      ("Glaubhaft (verkörpert) Gregor Nöllen Salieris Gespaltenheit zwischen Bewunderung für Mozart, Hass, Selbstzweifel, Schuldgefühl und Befriedigung" / thueringer-allgemeine.de)

      07.04. Kammerspiele des Mainfrankentheaters (Würzburg): A.Strindberg"Der Vater" / Regie: Peter Wallgram
      ("100 packende Minuten Machtspiele ... sehr anregende und () fesselnde Inzenierung mit sorgfältig besetzten ()Rollen" / swp.de)
      ("Ironisch leicht, manchmal grotesk und surreal" / Fränk.Nachrichten v.05.11.12)
      Majo ist ätzend (Gus v.Sant: Paranoid Park) Fleiß ist gefährlich (Henning Venske: Inventur) Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)

    • Komme eben aus dem Schauspielhaus : Dürenmatts "Die Physiker"...milde aufgefrischt, aber immer mit Respekt, herrlich spielfreudig und am Schluß dazugebastelt den langen End-Monolog aus "Blade Runner" mit passender Musik daraus. Tolle Schauspieler.
      Eine ganze Schulklasse war auch zugegen und eine ältere Dame beschwerte sich bei meinem Begleiter darüber, dass er keine Socken trug...nun ja...
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Schauspiel Ffm / 20.05. / 18.00Uhr

      Johan Gabriel Borkman von Hendrik Ibsen
      Andrea Breth, Anette Murschütz, Moidele Bickel (Regie, Bühne, Kostüme)
      u.a. mit Wolfgang Michael u. Corinna Kirchhoff

      "Breth lotet die literarische Tiefe der Figuren aus" (die WELT)
      "ein kompromissloses Endspiel" (Die dt. Bühne)
      "Herzbewegter Beifall für einen grossen Abend" (FAZ)

      8+)
      Majo ist ätzend (Gus v.Sant: Paranoid Park) Fleiß ist gefährlich (Henning Venske: Inventur) Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)

    • Ich hole diesen Thread mal wieder hervor, um kurz von meinem letzten Theaterbesuch gestern Abend zu berichten.

      In den Westfälischen Kammerspielen habe ich gestern Abend Goethes "Stella" gesehen. Mein Eindruck war ziemlich durchwachsen: Es hat mir nicht gut gefallen, obwohl eigentlich jeder Malus für sich genommen kein Problem gewesen wäre, war der Gesamteindruck mäßig.

      Das Stück von Goethe ist modern, radikal, glühend, leidenschaftlich, groß - und ich habe mich in der Paderborner Aufführung gelangweilt. Da kann irgend etwas nicht ganz richtig gelaufen sein. Ich glaube ja, dem Stück hätte ein Regisseur ganz gut getan. Eine Inszenierung gab es ebensowenig wie ein Bühnenbild oder Requisiten. Eine nach hinten schwach ansteigende helle Fläche bildet die Bühne, nach hinten und zu den Seiten ist alles völlig offen, auf dieser Bühnenfläche gibt es das ganze Stück über keine einzige Requisite, nichts, was die unterschiedlichen Räume andeuten würde. Eigentlich habe ich für solche minimalistischen Inszenierungen ja sehr viel übrig, gerade, wenn es um Dramen geht, die sich so im Inneren der Figuren abspielen wie dieses. Dann aber braucht es Schauspieler, die diese Leere füllen können und eine perfekte Personenregie. Der Regisseur hatte sich aber offensichtlich mit der Bühnenbildnerin gemeinsam in die Pause verabschiedet und hat die Schauspieler einfach machen lassen.
      Besonders aufgefallen ist mir das bei David Lukowczyk, der einzige Schauspieler, dess Vertrag nach dem Intendantenwechsel im letzten Jahr verlängert worden ist und von dem ich deshalb eigentlich aus der letzten Spielzeit schon weiß, dass er mehr kann, als nur dazustehen und seinen Text aufzusagen. Von den vier Damen war keine schlecht, jede passte haargenau in ihre Rolle, aber es war auch keine wirklich gut, allesamt wenig Ausstrahlung und mäßige Sprecherinnen - mit einer Audnahme: Kirsten Potthoff als Cäcilie hat sich nach schwachem Beginn sehr gesteigert und mich so überzeugt, dass ich sie gerne wiedersehen möchte.
      Eine vollkommen fehlende Inszenierung und mittelgute Schauspieler also - da kommt dann eben "nicht Fisch, nicht Fleisch" bei heraus.

      Der Text von Goethe war radikal zusammengestrichen, so dass die Aufführung kaum länger als eine Stunde dauerte. Das hat Vor- und Nachteile. Ein großer Teil des Dramen besteht daraus, dass die drei Hauptpersonen in langen Monologen und Dialogen ihre seelische Zerissenheit durchdeklinieren. Das kann langwierig wirken und die pathetische, empfindsame Sprache, in der sie das tun, war in den 1770er jahren radikal modern, heute ist sie radikal fremd, erst recht, wenn man keine Erfahrung mit Texten aus dem 18. Jahrhundert hat. Also hat man all diese Monologe herausgestrichen, all die Begegnungen der drei Liebenden auf ein Mindestmaß beschränkt - ein Aufeinandertreffen pro Paarung - und kann so die Handlung zügig vorantreiben. Das hat nun aber wieder den Nachteil, dass der Schluss sehr schnell und sehr aprupt kommt - wie, so schnell und so einfach sind sie sich schon einig geworden? - und dass das Publikum über den Schluss lachte (sicher auch, weil die Schauspieler gerade an dieser Stelle ihren Text mit besonders wenig Ausdruck aufgesagt haben).

      Vom Programmheft erzähle ich jetzt nichts mehr, nur so viel: Drei Jugendliche aus dem Theaterclub werden zu Goethes Drama interviewt. Einziger Nachteil: Etwa nach einem Drittel des Gesprächs sagen sie alle drei, dass sie es gar nicht kennen.

      So, das war also mein spontaner Erfahrungsbericht, der aber, auch wenn es sich vielleicht so liest, kein glatter Verriss sein soll. Ich bin von dem Stück an und für sich sehr überzeugt, die Schaupieler passen alle zu ihren Rollen, die Kostüme unterstreichen das noch und sind ganz nach meinem Geschmack, und indem der Regisseur gar nichts macht, kann er auch nichts Falsches machen. Und wenn es langweilig wird, kann man sich immerhin freuen, dass es nach einer guten Stunde schon wieder vorbei ist. Nur eine "Revolution hinterm Dom" wie im Titel einer seltsamen Eloge auf unsere Neue Intendantin Katharina Kreuzhage in der "Welt am Sonntag" vor einigen Monaten, ist das dann ganz sicher nicht, im Gegenteil: Das Niveau sinkt.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • "Nowitzki" am 30.!!

      gestern abend noch`n sehr passables Kärtchen ergattert (12.Reihe - ziemlich mittig) für`s Gastspiel des Pariser Odeon - Theatre de l`Europe im Rahmen der Ruhrfestspiele!
      Als Deutschlandpremiere gibt`s (mit dt. Übertiteln) die Luc - Bondy - Inszenierung "Les Fausses Confidences" (Marivaux) mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle...

      die Huppert 8| 8|
      Ich war schon ein Verehrer von ihr (anlässl. von Claude Gorettas La Dentelliere), da wusste ich noch nicht, wo ich demnächst, hoffentlich mal, meinen Schulabschluss mache...

      fühl mich heut morgen wie ein kleiner Basketball-Rowdy, der bald mal zum Onkel nach Amerika darf und auch Gelegenheit haben wird, ein Spiel mit Dirk Nowitzki zu gucken...
      Majo ist ätzend (Gus v.Sant: Paranoid Park) Fleiß ist gefährlich (Henning Venske: Inventur) Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)

    • Schiller: "Der Parasit oder die Kunst sein Glück zu machen", Staatsschauspiel Dresden, 24.05.2015

      Schiller entlarvt sich mit seiner Übersetzung und Bearbeitung von "Médiocre et rampant, L'entrée dans le monde" (wörtlich: "Mittelmäßig und kriechend oder Das Mittel hochzukommen") selbst ein bisschen als Parasit, so wird sinngemäß im Programmheft behauptet. Warum? Weil er es mit dem Copyright nicht so genau nahm und den eigentlichen Urheber des Dramas, Louis-Benoît Picard, bei seiner 1803 in Weimar uraufgeführten deutschen Version der Komödie ungenannt lässt! Ob nun Parasit oder einfach nur Schlingel, die Schillersche Version ist sprachlich, das ist nicht verwunderlich, mehr als gekonnt und das Thema ist zeitlos.

      In der spritzigen, urkomischen, nur an für meinen Geschmack wenigen Stellen zu stark überzeichnenden Inszenierung von Stefan Bachmann, die fast gar nicht auf Ausstattung sondern ganz auf das Können der Schauspieler setzt, werden auf intelligente Weise die Lachmuskeln des Publikums dermaßen strapaziert, dass kurz vor Schluss merkliche Erschöpfung im Zuschauerraum einsetzt. Diese wird jedoch durch das krasse Finale durchbrochen: Selicour, der Parasit, wird endlich entlarvt und die Geschädigten reißen ihm die Kleider vom Leib, bis er (ja wirklich) splitternackt ist und lassen ihn noch ein bisschen Spießruten durch den Zuschauerraum laufen. Heftiger Applaus und Bravos für herausragende schauspielerische Leistungen, allen voran Ahmad Mesgarha als Selicour und Torsten Ranft als sein Rache sinnender Gegenspieler La Roche, die sich wirklich die Seele aus dem Leib spielten.

      LG, Amaryllis
    • Muttersprache Mameloschn

      von Sasha Marianna Salzmann ... übermorgen in der "Kammer" d. Würzburger "Mainfrankentheaters"
      mit Maria Brendel, Eva Maria Keller u. Miriam Morgenstern; Regie Inga Lizengevic

      Meine Muttersprache ist Russisch, mein Mameloschn ist Jiddisch, Türkisch beruhigt mich, Englisch unterhält mich, Deutsch ernährt mich. ()
      Wir alle tragen mehrere Kulturen in uns, wir
      täten besser daran, sie alle - so weit es geht - offenzulegen.
      () Mit "Muttersprache Mameloschn" ((UA Berlin, 2012))) erzähle ich das Hin- und Hergerissensein zwischen Positionierungen. Der Versuch, immer noch etwas nachzuschieben,
      weil die Geschichte durch ein Wort, eine Zuschreibung, eine Sprache nicht vollständig erzählt scheint.
      () Juden spielen für das Selbstverständnis Deutschlands eine wichtige Rolle, gleichzeitig gibt es wenig Interesse an einem heutigen jüdischen Leben. ()
      Ich will weder herhalten für die deutschen Schuldgefühle, noch das Maskottchen spielen als Beweiserbringung, dass die Geschichte aufgearbeitet ist. Ist sie nicht.
      () In die 3. Generation nach der Schoah geboren () zu sein, bringt mit sich, dass man () offener/offensiver als die vorangeg. Generationen Komplexität von Geschichte verhandeln (kann.)

      S.M.Salzmann im Gespr. m. A.Tretter; veröffentl. auf theaterwuerzburg.de
      Majo ist ätzend (Gus v.Sant: Paranoid Park) Fleiß ist gefährlich (Henning Venske: Inventur) Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)