Kleine Aussprachehilfe benötigt!

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    • Kleine Aussprachehilfe benötigt!

      Ich hoffe, daß mir einer der Frankophilen hier im Forum eine kleine Aussprachehilfe geben kann: mein Kollege und ich bereiten zur Zeit ein Konzert vor, daß im März in der Bibliothek stattfinden wird. Es werden Werke von Komponistinnen gespielt: u.a. Germaine Tailleferre und Mel Bonis. Dazu meine Frage: wie spricht man den Nachnamen „Bonis“ im französischen aus? Ich bin der Ansicht, daß das s nicht gesprochen wird, mein Kollege spricht es mit. Für das Gelingen des Konzerte wird es nicht von Bedeutung sein, aber es interessiert mich trotzdem, außerdem möchten wir das "Ensemble Mel Bonis" ja in der korrekten Weise begrüßen.
      Danke für eure Hilfe! :)
      Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...
    • Bei Eigennamen ist das immer relativ schwierig... wenn es ein normales Wort wäre, würde das s nicht gesprochen. Also: bon-nie, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Kann bei Namen aber wie gesagt sein dass du Pech hast und er heißt doch bo-nieß... vielleicht weiß Fairy Queen mehr? :)

      :wink: Philipp


    • Wie spricht man eigentlich korrekt Pierre Boulez aus: Bulee oder Buleeß? (Betonung auf der zweiten Silbe ist dabei klar.)
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann

      Ein Pianist, der still und schweigend am Klavier sitzt, ist bereits eine Aussage.
      Rebecca Saunders
    • RE: Kleine Aussprachehilfe benötigt!

      Mina schrieb:

      [...] Germaine Tailleferre[...]
      mit dem (oder der?) hätte ich aber, obwohl francophil, erheblich größere Probleme... ;(
      Liebe Mina,
      Gibst Du den Termin noch bekannt? Meinst Du mit "Bibliothek" die Bibliothek in Remscheid? Dann kann es nämlich passieren, daß ich direkt von der Arbeit aus (Lennep) da uafschlagen werde :wink: :klatsch: :klatsch:
      immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet...., sie haben "ALT" und "ENTF" gedrückt.
      Darf man das? Ja, wenn man es kann.
    • Gurnemanz schrieb:

      Wie spricht man eigentlich korrekt Pierre Boulez aus: Bulee oder Buleeß? (Betonung auf der zweiten Silbe ist dabei klar.)
      ich habe im Radio jetzt des Öfteren BULÄZ, also hinten auch kurz, gehört. Ob es richtig ist? Keine Ahnung.
      immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet...., sie haben "ALT" und "ENTF" gedrückt.
      Darf man das? Ja, wenn man es kann.
    • Hallo,

      Bonis würde ich ohne s, mit kurzem o und langem i aussprechen. Also "Bonie". Bin mir da aber auch nicht sehr sicher.
      Boulez allerdings kenne ich nur mit ausgesprochenem weichen s und langem e (das in Richtung ä tendiert), das sagen viele so.


      Salut,
      Pierre.
      Alles kann, nichts muss.
    • Ich würde auch gerne eine Frage stellen, die aber nicht das Französische sonder die deutsche Sprache betrifft:

      wie betont man richtig, i.e. wie betont ihr:

      arbeiten

      oder

      arbeiten

      ?

      LG

      Tamás, der Fremdsprachler

      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Liebe Mina, bei Eigennamen gibt es keine Regeln, das ist leider meine unbefiriedigende Nachricht.
      Wenn Herr Boulez sagt, er wird Buhlee gesprochen, dann ist das genauso richtig, als wenn er sagt man spricht ihn Buhleez. Einige Regeln der normalen frz. Aussprache gelten bei Eigennamen grundsätzlich nicht.
      Bestes Beispiel:
      Der Name meines Mannes wird von Landsleuten sehr häufig falsch ausgesprochen, weil die Regeln eigentlich ein s da nicht sprechen würde, das in diesem Fall aber gesprochen wird, evtl weil der Name ehedem aus der Bretagne kommt.
      Ihr könnt ergo nichts falsch machen.
      Um vor germanophonem Publikum chicer zu wirken sagt mal besser "Bonie", ;+) wobei ich eher glaube, dass das s da mitgesprcohen wird.
      Bei Tailleferre gelten soweit ich den Namen bisher erlebt habe, normale frz. Ausspracheregeln: Tajeferr.
      Viel Freude beim Konzert, toll, dass ihr sowas macht!
      F.Q.

      P.S. Lieber Tamasz arbeiten, wobei ich den ungarishcen Akzent so bezaubernd fidne, dass ich dir das lieber gar nicht sagen würde!
      Eine Seele, die sich erhebt, erhebt die Welt. (M. Gandhi)
    • Tschabrendeki schrieb:

      Ich würde auch gerne eine Frage stellen, die aber nicht das Französische sonder die deutsche Sprache betrifft:

      wie betont man richtig, i.e. wie betont ihr:

      arbeiten

      oder

      arbeiten

      ?

      LG

      Hallo, lieber polyglotter Tscha!

      Es wird árbeiten gesprochen. Im Germanischen gibt es den sog. "Initialakzent", der - das ist eine praktikable Regel - alle Wörter (so sie nicht zusammengesetzt sind oder Präfixe enthalten) auf der érsten Sílbe betont werden läßt.

      Ich habe eine Freundin, die Ungarisch kann, und bin dankbar, daß ich das nicht auch noch lernen mußte.

      Mit großer Bewunderung für Dein perfektes Deutsch,

      Dein Alex :wink:

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Hallo zusammen,

      Bonis weiss ich nicht, aber Boulez wurde bisher in mehreren Werkeinführungen oder Künstlergesprächen mit Bules (längeres offenes e, aber kein ä und weiches s, analog zu Varèse) angesprochen, ohne dass er zusammengezuckt ist. Auch in den von mir gehörten Aufführungen von Berios Sinfonia, in der einer der Sänger dem Dirigenten namentlich dankt (Thank you, Monsieur Boulez) wurde der Name so ausgesprochen. Also wird das wohl richtig sein, oder er hat resigniert ;+)

      Die Aussprache von Eigennamen ist im französischen tatsächlich schwierig.

      Viele Grüße,

      Melanie
      With music I know happiness (Kurtág)
    • Graf Wetter vom Strahl schrieb:


      Hallo, lieber polyglotter Tscha!

      Es wird árbeiten gesprochen. Im Germanischen gibt es den sog. "Initialakzent", der - das ist eine praktikable Regel - alle Wörter (so sie nicht zusammengesetzt sind oder Präfixe enthalten) auf der érsten Sílbe betont werden läßt.

      Ich habe eine Freundin, die Ungarisch kann, und bin dankbar, daß ich das nicht auch noch lernen mußte.

      Mit großer Bewunderung für Dein perfektes Deutsch,

      Dein Alex :wink:
      8+) Danke, hab ich mir doch gedacht... nun vom Initialakzent hab ich mal auch gelernt, da gibt's aber doch bei euch einige Ausnahmen, ich denke jetzt speziell auf Verben mit untrennbarem Präfix (erlernen, bekommen, usw.) wo ja der Verbstamm betont wird. Nun bei "arbeiten" ist es so, das "ar-" ursprünglich ein solcher Präfix war, und mir wurde mal gesagt/gelehrt, man solle es "eigentlich" arbéiten sprechen. Da ich aber das Wort so gesprochen nimmer gehört hab, war ich - gelinde gesagt - skeptisch. Du hast jetzt meine Zweifel in der Richtung jetzt untermauert.

      Wäre doch neugiereg: gibt es unter euch jemanden, der/die "ar-" unbetont spricht?

      Danke!

      LG

      Der anderthalbsprachige Tamás

      :wink:
      "Vor dem Essen, nach dem Essen,

      Biber hören nicht vergessen!"


      Fugato
    • Bei "Bonis" würde ich das S auch mit aussprechen - das ist aber mein Sprachgefühl und aus dem Bauch raus, begründen kann ich es nicht.

      Und die Aussprache von Boulez ist am Ende von Berios Sinfonia sogar dokumentiert: ;+)




      und jetzt muss ich was arbeiten 8+)

      Bis dann
      /mi.ʃɛl/
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Lieber Tamás,

      auch im Mittelhochdeutschen wurde schon árebeit betont. Der Stamm des Wortes ist "arb", sein Ursprung dunkel.

      Stelle Dir bitte einfach einen Grafen aus irgendeiner fernen Zeit vor (hast Du´s, Du mußt die Augen schließen und alle Geräusche um Dich herum vergessen), der sagt zu seiner Magd (nennen wir sie "Käthchen von Heilbronn"):

      "Auf, wackre Maid, sorg Sie sich um mich und ÀRBEITE Sie, bis Ihre Knie durchgescheuert sind!" ;+)

      Siehst Du, jetzt hast Du auch das Wort "Àrbeit" gehört...


      Graf Wetter vom Strahl :wink:

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Rich-tig! :D

      Wieso überhaupt "Der anderthalbsprachige Tamás"? Beherrscht Du das Ungarische nur zur Hälfte...?

      "In the year of our Lord 1314 patriots of Scotland, starving and outnumbered, charged the field of Bannockburn. They fought like warrior poets. They fought like Scotsmen. And won their freedom."

    • Danke für die Auskunft: Bleibe also bei Buleß.

      Thread&postID=51048#post51048 schrieb:

      Wäre doch neugiereg: gibt es unter euch jemanden, der/die "ar-" unbetont spricht?
      Ich glaube, der Fall ist eindeutig: ar--bei-ten ist falsch. Daß ar- höre ich nicht mehr als Präfix. Ich bin mir nicht sicher, könnte mir aber vorstellen, daß die Betonung noch vor 400 Jahren anders war - wenn ich mich an Chormusik aus der Zeit richtig erinnere. Wie spricht man denn das aus? :D

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann

      Ein Pianist, der still und schweigend am Klavier sitzt, ist bereits eine Aussage.
      Rebecca Saunders
    • Herzlichen Dank an alle Aussprachehelfer!
      Wie es der Zufall will hat mein Kollege heute Mittag mit einem Mitglied des Ensembles telefoniert, so nebenbei kam auch die Aussprache des Namens zur Sprache: sie sprechen das s, ganz wie Fairy es schon vermutet hat.
      Unsere Konzertreihe findet unregelmäßig und bei freiem Eintritt statt, wir versuchen, jedes Jahr ein oder zwei Konzerte zu organisieren, die von unterschiedlicher Qualität sind, ambitionierte Hobbysängerinnen treten bei uns ebenso auf, wie Profimusiker, die z.B. ein Konzertprogramm mit Kammermusik erst mal vor kleinerem Publikum ausprobieren möchten.

      Im Übrigen mutiert Fairy immer mehr zu einer Art virtuellem Leuchtturm für mich: von allen Fertigkeiten die ich auf dieser Welt anstrebe sind wunderschöner Gesang und elegantes, fließendes Französisch die beiden, die ich am schmerzlichsten ersehne. Von beiden Künsten habe ich gerade genug Ahnung um zu wissen, daß ich ein jämmerlicher Stümper bin. 8+)
      Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...