Eben geglotzt

    • Ein Mister Mulholland kommt in diesem Film auch vor. Gute schauspielerische Leistungen, etwas ermüdend ist aber das Geknalle, das in seiner vollen Brutalität und Konsequenz aber nicht dargestellt wird. Und separatistische Unpersonen werden auch glorifiziert, ist also seit Charlottesville 2017 kein politisch korrekter Film mehr.

      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.

    • "Nacht und Nebel" aus dem Jahre 1955/56.

      Worte zu finden, ist mir unmöglich. Ein einfach unglaublicher Film, an dessen Eindruck die Musik Hanns Eislers stark Anteil hat.
      "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire
    • Gods & Generals

      ThomasBernhard schrieb:

      Ein Mister Mulholland kommt in diesem Film auch vor.
      Stimmt... :D

      Fand ich noch ganz ordentlich, auch wenn Stonewall Jackson zu sehr auf ehrfürchtiger Held getrimmt wird; insgesamt werden die Hintergründe aber nachvollziehbar vermittelt.

      Gettysburg dagegen ist immer noch eine Granate in seiner Erzählweise und kurzweiliger Wirkung; ich bin jedes Mal aufs Neue von Jeff Daniels begeistert.


      Civil War

      ThomasBernhard schrieb:

      hervorragende Dokumentation
      Was ich daraus gesehen habe, hat mich auch stets beeindruckt - das einzig Ärgerliche für mich: ich habe sie nie komplett sehen können - besonders den Anfang habe ich immer wieder verpaßt... :heul1:

      -----

      Nacht & Nebel

      Hempel schrieb:

      Worte zu finden, ist mir unmöglich. Ein einfach unglaublicher Film, an dessen Eindruck die Musik Hanns Eislers stark Anteil hat.
      Nicht nur die - auch die deutsche Übersetzung von Paul Celan ist hervorragend gelungen.

      Truffaut hat dazu geschrieben:

      Francois Truffaut schrieb:

      Wenn das Licht wieder angeht, wagt man nicht zu klatschen, man bleibt wortlos vor einem solchen Werk, betroffen von dem Gewicht und der Notwendigkeit dieser tausend Meter Film.
      (1955)
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:


      Civil War

      ThomasBernhard schrieb:

      hervorragende Dokumentation
      Was ich daraus gesehen habe, hat mich auch stets beeindruckt - das einzig Ärgerliche für mich: ich habe sie nie komplett sehen können - besonders den Anfang habe ich immer wieder verpaßt... :heul1:

      naja, lang hin, die paar Euro sind nicht zu viel verlangt für 5 DVDs. Und die Möglichkeit der Zweisprachigkeit... "we cannot escape history" macht sich doch besser als die teils etwas sperrige Übersetzung.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Die verschiedenen Preisträger und die vorhergehenden Durchgänge zum 66. ARD Musikwettbewerb kann man sich hier ansehen und anhören.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)


    • Die Brücke am Kwai
      GB 1957
      Regie: David Lean

      Einer jener Filme, die ich als Kind das erste Mal sah und tief beeindruckt war: von den Aufnahmen der Gegend, der Brücke, die Sprengung - Colonel Nicholson, Colonel Saito, William Holden - der Einmarsch der Briten ins Camp, Holdens Flucht, seine Rückkehr zur Brücke - das Finale...

      Auch heute noch ist dieser Film visuell beeindruckend, interessant in seiner Zeichnung der Charaktere, brillant in seiner handwerklichen Ausführung. Hier hatte David Lean jenen Punkt erreicht, denn ab sofort alle seine Filme haben sollten: ein episches Gespür für verquere Figuren, für ihre Schattenseiten ebenso wie für ihre überstrahlende Einmaligkeit, alles in aufwendiger, aber filmisch vorzüglicher Weise realisiert.

      Und dennoch:

      im Grunde scheitert Die Brücke am Kwai tatsächlich an seiner eigenen Story. Er erzählt die Geschichte eines britischen Offiziers, der durch seine eigene Egomanie dem Feind mehr gibt, als was er als Soldat verantworten darf. Da wird eine Brücke von britischen Kriegsgefangenen gebaut, die für die Japaner strategisch äußerst wichtig ist; und anstatt das Projekt zu sabotieren, vereinnahmt es Colonel Nicholson für sich und baut die Brücke so stabil, als wäre sie für seine eigene Armee gedacht. Vielleicht soll das ja gerade der Clou der Geschichte sein, die Pierre Boulle verfaßt hat: einen zynischen, satirischen Blick auf Mut und Übermut, auf Überlebenswille und blinder Verwegenheit, auf die Verhältnismäßigkeit der Situation. Doch was David Lean nie hatte, war Humor: der Film bleibt ernst, der Handlung hat nie die nötige Distanz, um eine noch so intellektuelle Süffisanz hineinzubringen, zu der selbst ein Kubrick fähig sein konnte. Natürlich ist es auch eine bewußte Entscheidung, aus Die Brücke am Kwai einen Kriegsfilm mit abenteuerlichen Momenten zu machen. Was aber bei Lawrence von Arabien später so bemerkenswert gut funktionieren wird, das klappt hier nur bedingt. Hier sterben die Protagonisten den aufrechten Heldentod, vom Leid beim Bau der Brücke - die übrigens wirklich existiert und dessen Errichtung mehr als 100.000 Menschen das Leben kostete - erfährt man nichts. Die Japaner sind alle blöd und schwach, die Briten aufrecht und mit starkem Willen ausgestattet. Das reicht nicht zu Satire.

      Was bleibt, ist exotisches Flair und gute Unterhaltung. Und eine Bluray, die technisch gesehen makellos ist.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul


    • Roman Holiday
      William Wyler
      Audrey Hepburn, Gregory Peck
      (USA 1953)

      Ich weiss nicht, ob ich den Film möglicherweise zum ersten mal gesehen habe. Ich muss aber sagen, dass ich ihn für 1953 doch ziemlich angestaubt empfinde. Die Art des Humors springt nicht so ganz auf mich über, manches erinnert mich an einen Schwank oder ein Lustspiel. Übrig bleiben schöne Rom-Bilder (SW) und eine erstrahlende Audrey Hepburn. Ohne dies wäre der Film für mich eher ziemlich langweilig, trotz seiner drei Oscars (für 10 nominiert).


      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • maticus schrieb:

      Ich muss aber sagen, dass ich ihn für 1953 doch ziemlich angestaubt empfinde.
      Ich weiß nicht - es gibt jüngere Filme, die sind viel schlechter gealtert als dieser hier.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul