MOZART: Don Giovanni – Kommentierte Diskographie

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    • Ich weiß nicht was aus mir Staubi geschah, aber seitdem ich Peter Mattei als Don Giovanni gehört und gesehen habe war es nicht mehr das wie früher.

      Ich kann, teilweise die verstaubten Inszenierungen nicht mehr sehen. Dazu die Besetzung bei ihm noch dazu: in einer Aufführung aus dem Jahr / Juli 2002 aus Paris.

      Don Giovanni - Peter Mattei
      Leporello - Gilles Cachemaille
      Masetto - Nathan Berg
      Don Ottavio - Mark Padmore
      Donna Anna - Alexandra Deshorties
      Donna Elvira - Mireille Delunsch
      Zerlina - Lisa Larsson
      II Commendatore - Gudjon Oskarsson
      Dirigent: Daniel Harding
      Inszenierung: Peter Brook.


      Ich kann mir keine Rokoko - Inszenierung mehr ansehen, wen ich, nach wie vor Sir Thomas Allen und Ruggero Raimondi als Don Giovanni schätze und auch gern habe, aber das schlägt doch alles an Schmiss, an Turbulenz und an Charme.

      :juhu: :juhu: :juhu:

      Euer Peter aus Wien. :wink:
    • Lieber Peter,

      mir geht es ähnlich mit dieser Inszenierung. Es hat viel mit der Sing- und auch Schauspielkunst des Sängers des Don Giovanni (sprich Peter Mattei) zu tun, dem diese Inszenierung ja das Tor zur Weltkarriere geöffnet hat. Er hat großes Charisma. Und alles ist irgendwie sehr temporeich. Die Serenade z.B. habe ich kaum je schöner gesungen gehört.

      Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß mir so eine moderne Inszenierung und das wirklich kahle Bühnenbild so gefallen würden. Ich erinnere mich an andere Aufführungen dieser Oper in modernen Gewändern und Jetztzeit (z.B. in Salzburg), die mir gar nicht gefielen. Da denke ich auch an Thomas Hampson in Salzburg, puh. Und dann der noch in der Wellblechhütte, arg. Ich glaube, es war Christopher Maltman, den Leporello gab jedenfalls Erwin Schrott. Das war ja ein Rauschgift-Don. Wieso die Frauen auf den stehen sollten, war mir völlig rätselhaft.

      Peter Mattei sang und spielte den Don hier jung und skrupellos, aber überhaupt nicht starr. Wie wunderbar. :juhu: :juhu: :juhu:

      :wink: :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Liebe Kristin!

      Wie Peter Mattei den Giovanni, heutzutage, gibt, da denke ich da müssen ihm ja die Frauen quasi um den Hals fallen, mit Leichtsinn und Charme und so viel Esprit.

      Ich bringe von Youtube keider nicht die Serenade rein, wo er sie Kronprinzessin Victoria und ihren Daniel vorträgt. Vielleicht bringt Du es zusammen. Danke.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink:
    • An die Besitzenden: Was haltet Ihr von der folgenden Aufnahme? Ich bin eigentlich zufrieden, aber gewiss kein großer Kenner:



      Oktober 1995, live aus Santiago de Compostela

      La Petite Bande / Collegium Compostellanum / Sigiswald Kuijken

      DG: Werner van Mechelen / L: Huub Claessens / DA: Elena Vink / DO: Markus Schäfer / Z: Nancy Argenta / M: Nancy de Vries / DE: Christina Högman / K = IC: Harry van der Kamp

      [Abkürzungen waren ja nun in diversen obigen Beiträgen der Renner; dann darf ich das auch.]

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Ich meine mich daran zu erinnern, dass ich diese Aufnahme eher durchschnittlich ("befriedigend" ;+) ) fand. Es ist aber schon eine geraume Zeit her, dass ich sie bewusst gehört habe. Insofern stehe ich diesem meinem Urteil mit einer gewissen Distanz gegenüber. Zudem habe ich die Kiste gerade nicht vor Ort und kann meinen Eindruck nicht überprüfen.

      Hier eine Kritik: "http://www.musicweb-international.com/classrev/2002/Nov02/Mozart_Don%20Giovanni_Die%20Entfuerhrung.htm

      :wink: Agravain

      Ich habe das schon oft bemerkt; die Leute von Profession wissen oft das Beste nicht.
      Georg Christoph Lichtenberg

      Sei nicht wie der Frosch im Brunnen. Der Frosch kennt nichts Größeres als den Brunnen, in dem er sitzt. So sind alle Frömmler; ihnen gelten nur ihre eigenen Glaubenssätze.
      Shrî Ramakrishna
    • Danke für die Korrektur, werter palestrina! Ich habe mich schon gewundert, weil ich den Masetto eigentlich nicht als Frauenstimme in Erinnerung hatte ... aber was weiß ich? Andrea, Heike, Helge oder die mittlere Maria können auch männlich wie weiblich sein ... Gut, ich hätte nachsehen können in den Tiefen des Netzes ...

      Und besten Dank auch an Agravain!

      Die verlinkte Besprechung ist differenziert und nachvollziehbar. Freilich zeigt sie mir, dessen verfügbare Zeit nicht unbegrenzt ist, in schmerzhafter Weise, wie schwer es ist, bei einem möglichst vielfältigen Musikinteresse sich überall in die Tiefe einzuarbeiten - so sehr man das vielleicht möchte. Ich lerne - abgesehen von der Zauberflöte - Mozarts Opern eigentlich erst jetzt kennen. Wann will ich das alles hören an Material, das noch einmal besser ist? (Die Einspielung steht schon seit Jahren im Regal und wurde kein einziges Mal ins CD-Fach geschoben. Irgendwann vor Jahrzehnten habe ich die Oper live erlebt - das ist so lange her und ich hatte auch damals keine Zeit und ebenso keinen rechten Elan zur Vertiefung, da ich gerade auf dem Kammermusiktrip war. Internetforen gab es nicht, die einem schnelle Entscheidungen erleichtert hätten.)

      Aber das ist ein anderes Thema. Es ändert überdies wahrlich nichts am unermesslichen Wert eines solchen Gedankenaustausches, denn im Großen und Ganzen verdecken die bereichernden Erfahrungen allenthalben Momente der Melancholie ...

      :S :)

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • obwohl es sich hier um eine "kommentierte Diskographie" handelt soll, mach ich für diesen Einzelpunkt mal keinen extra Faden auf:

      Im benachbarten "Klassikforum" wird gerade nach dem Autograph gesucht. Hier ein Link auf IMSLP (vielleicht kriegt man da den Tip mit):

      ks.imslp.info/files/imglnks/us…on_Giovanni__Overtura.pdf

      Der Baßton in T. 2 ist eine Halbe.

      (Wäre übrigens schön, wenn man "auch bei uns" ein solches Faks. einbinden könnte. Abschreiben ist doch bei einer solchen Fragestellung ganz sinnlos).

      edit:

      ging ja schnell ...
      ;)
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Was haltet ihr von meiner Version unter Böhm?
      Ist ein Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 1977. Hab das Thema zwar bloß genauer überflogen, aber kein Wort zu dieser Einspielung gefunden.
      Nachdem ich gerade zum ersten Mal Don Giovanni höre, kann ich natürlich nicht viel dazu sagen.
    • Retro schrieb:

      Was haltet ihr von meiner Version unter Böhm?
      Ist ein Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 1977.
      Lieber Retro, meinst Du diese Aufnahme:

      bzw. ?

      Böhm als Mozart-Dirigenten schätze ich nicht so sehr, aber diese Aufnahme kenne ich nicht. Vielleicht weiß sonst jemand etwas dazu zu sagen?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann

      Ein Pianist, der still und schweigend am Klavier sitzt, ist bereits eine Aussage.
      Rebecca Saunders
    • Nun, die Vorlieben sind unterschiedlich. Bei Mozart schätze ich z. B. Mackerras und Gardiner, beim Don Giovanni etwa diese Einspielung:



      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann

      Ein Pianist, der still und schweigend am Klavier sitzt, ist bereits eine Aussage.
      Rebecca Saunders
    • An Karl Böhm (als Dirigenten, nicht als Mensch) scheiden sich die Geister. Sein Mozartstil ist vielleicht zeitweise etwas außer Mode gekommen, aber ich bin alt genug, um ihn hoch zu schätzen. Zeitweise war Böhm für mich eine Art Mozart-Papst. Diesen "Don Giovanni" kenne ich leider auch nicht, aber es würde mich wundern, wenn er nicht gut wäre.
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Gurnemanz schrieb:

      Böhm als Mozart-Dirigenten schätze ich nicht so sehr
      Mir geht das genau wie Gurnemanz, die Aufnahme hatte ich mal als LP und befindet sich jetzt in anderen Händen. Aber sie muss nicht so dolle gewesen sein, denn ich habe sie mir nicht mehr zugelegt, auch Sherrill Milnes ist bis heute nicht mein Fall!
      Sorry, das ich dir auch nicht weiterhelfen kann! :(
      Aber davon mal abgesehen, gibt es wirklich bessere Aufnahmen vom DG! ;)

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong