John Williams: Musik für die "Star Wars"-Filme - der "Nibelungen-Ring" der Filmmusik?

    • putto schrieb:

      Was mich jetzt aber wundert, ist, dass Star Wars der erste Science-Fiction-Film mit neu komponierter Filmmusik sein soll. Wobei ich Star Wars ja eher für Fantasy gehalten hätte und somit gäbe es schon mit Metropolis in den 20ern eine neu komponierte sinfonische Filmmusik zu einem Prachtstück des Genres.
      Ich habe mich falsch ausgedrückt, Entschuldung, mein nachmittäglicher Leichtsinn.
      Ich meinte die Innovation (und eigentlich Renaissance), die Krieg der Sterne 1977 im Filmmusik-Spektrum auslöste, die 1930er Jahre, die "Goldenen Jahre der Filmmusik", stehen gewiss für sich. Williams und Lucas' Ziel war es, den Gestus jener Musik zurückzuholen.
      Die Umsetzungsmöglichkeiten der 1970er Jahre waren dann ein "Novum", welches die Filmmusik in ganz neue Sphären aufsteigen ließ, ohne damit etwa Steiners Leistungen schmälern zu wollen.
      :schnaps1:



      Die Einfachheit der Handlung ist indes tatsächlich bemerkenswert, wäre meiner Meinung nach auch steigernswert gewesen, was Episode VII angeht, aber das würde jetzt zu weit führen... :alter1:
    • Robsen schrieb:

      Meines Erachtens, um vorerst zum Abschluss zu gelangen, ist es doch gar nicht notwendig, Williams' (in Bezug auf Wagner) oder Shores (in Bezug auf Williams) Leistungen infragezustellen oder gar zu beleidigen, nur weil man einmal in einem Orchester ein Stück gespielt hat. Für solche leichtfertigen Vergleiche wird mir wohl immer das Verständnis fehlen.
      Ich bewundere Williams, Shore dagegen sehe ich als Leichtgewicht.
      Und ich habe diese Werke nicht nur "einmal" in "einem" Orchester gespielt.
      Das sind von mir keine leichtfertigen Vergleiche, denn ich kann schon beim spielen erkennen, wie kunstvoll Williams gearbeitet hat.

      Damit möchte ich Shore nicht beleidigen, denn er hat halt seinen Stil.
      Und der ist m.M. nach wesentlich rudimentärer als der feine und mit wirklicher Kenntnis von guten Zitaten und von Orchestration gearbeitete Stil von Williams.

      Diesen Unterschied bemerkt jeder, der diese Werke spielt.
      Und ich habe sie mehr als nur einmal gespielt.
      Wem es gefällt........

      Also lassen wir bitte das "leichtfertig" weg.

      Diesen antiken Streit zwischen "Merkatz" und mir sollte man eh nicht ernst nehmen.
      Das ist Schnee von gestern.

      Und bitte ansonsten keine Provokationen mehr.

      Wir könnnen uns gerne über Filmmusik unterhalten, besonders bei Korngold, Steiner, Waxman und co. kenne ich mich umfassend aus.
      Das wäre mir eine Freude.

      Gruß,
      Michael
      Comedians machen Ihren Job wegen dem Geld.
      Satiriker wegen des Geldes.
      -Götz Alsmann-
    • philmus schrieb:

      Bei allem Verdruss über Vergleiche von Filmmusik mit Symphonik finde ich aber schon gut, daß orchestrale Filmmusik dem Einen oder Andern, der sonst nur poppige Klänge kennt, ein Ohr öffnet für den Reichtum und die Palette des Orchesters.
      Wie Alex Ross im Zuge des "Reboots" mit Episode 7 im New Yorker geschrieben hat (newyorker.com/culture/cultural…nt/listening-to-star-wars), sind in der Tat viele der heutigen Spitzenmusiker in den USA (und auch im LSO) maßgeblich durch die Musik Williams' beeinflusst worden. Mir persönlich geht es da nicht anders, auch wenn ich kein aktiver Musiker bin. Dennoch, Williams war für mich neben einigen Klassikern der Klassik DER Einstieg in orchestrale Musik und auch heute noch schätze ich seine Werke und bin wohl immer einer der ersten, die einen neuen Score von ihm kaufen und analysieren. Seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit, ohne dabei den eigenen Stil zu verlieren, ist schon erstaunlich. Sein Fagott-Konzert "The five sacred Trees" ist übrigens neben denen von Mozart und Webern mein absolutes Lieblingskonzert für dieses Instrument, gleiches gilt in Bezug auf das tolle Tuba- oder auch das Hornkonzert.

      Ich habe dieses Jahr den Tag der Filmmusik "Filmtonart" beim Bayerischen Rundfunkt besucht, dort gab es eine Podiumsdiskussion einiger Komponisten und Musikwissenschaftler zu Star Wars. Für Interessierte ein Link zum Mitschnitt: br.de/unternehmen/inhalt/filmtonart/star-wars116.html

      Hier wird zwar auch an einigen Stellen geschwafelt, aber dennoch am Beispiel von Szenen und Motiven die in vieler Hinsicht fast perfekte leitmotivische Arbeit Williams' wunderbar dargestellt.

      Neu erschienen ist auch eine (leider derzeit nicht ganz günstige) Gesamtaufnahme aller 6 ursprünglichen Filme, ungeschnitten in der originalen Filmsequenzreihenfolge aber dennoch inkl. der Konzertversionen:


      In Bezug auf klassische Sci-Fi-Scores muss hier auf jedenfall noch "Der Tag an dem die Erde stillstand" von Bernard Herrmann erwähnt werden! Legendär, das Thema mit der Säge :D
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Lionel schrieb:


      Ich kann es mir deshalb nicht vorstellen, weil ich die Star Wars/Williams-Kombination halt so gewohnt bin. Würde anstatt dem "Throne Room"-Thema oder dem "Imperial March" eine Rock-Hymne gespielt, wäre das für mich so passend wie Haspel mit Schokoladensoße. Den Pink Floyd-Sound verbinde ich da schon eher mit Science-Fiction, z. B. zur Untermalung von epischen Weltraumbildern mit Sonnensystemen, Sternennebeln etc...könnte ich mir so vorstellen.
      Derlei gibt es ja durchaus, "Flash Gordon" hatte Filmmusik von Queen.
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Und, es tut mir leid, für mich nimmt sich Shore sehr- zu- wichtig, ohne die Leichtigkeit von Williams, er ist einfach der schlechtere Komponist, das hat er nicht drauf:
      Ich habe mich häufig gefragt: Wozu diese krasse Abstufung? Beide sind verdiente Komponisten aufgrund ihres musikalische und kommerziellen Erfolgs, jedoch mit teilweise derart unterschiedlichen musikalischen Zielen, dass man sie eigentlich nicht zu vergleichen vermag.

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Und bitte ansonsten keine Provokationen mehr.
      Ich denke, solange Du ebenfalls polarisierend-provokativ schreibst und Dich dahingehend subjektiv ausdrückst, wird es schwierig mit einer neutralen, deeskalierten Diskussion über Williams und Shore.
      Deswegen würde ich sagen, was das angeht, belassen wir es vielleicht dabei und fügen uns eher produktiv den restlichen Diskutanten, ohne gleich einen Komponisten als "impotent" zu bestätigen :humor1:

      Beste Grüße,

      Robsen