Schostakowitsch - Die 15 Streichquartette

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    • Kater Murr schrieb:

      Es ist doch recht bemerkenswert, dass ein sonst kaum bekanntes Ensemble wie das Fitzwilliam Q. die erste "westliche" GA vorgelegt hat und die nächste von einem damaligen "newcomer", dem Brodsky-Quartett, stammte.



      Nicht bemerkenswert: Das Brodsky-Quartett hat sich noch selbst die Noten von den Schallplatte aus dem Osten zusammenschreiben müssen, weil es keine Noten im Westen gab; so im Booklet nachzulesen, wenn ich mich recht entsinne. :wink:
      Gruß a.b.

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      In der Musik geht es nicht um Perfektion, sondern um die Freiheit, zu zeigen, wer man wirklich ist.
    • a.b. schrieb:

      Nicht bemerkenswert: Das Brodsky-Quartett hat sich noch selbst die Noten von den Schallplatte aus dem Osten zusammenschreiben müssen, weil es keine Noten im Westen gab; so im Booklet nachzulesen, wenn ich mich recht entsinne.


      Das glaube ich nicht. Partituren und Stimmen von Schostakowitschs Streichquartetten sind spätestens seit den 60er Jahren regelmäßig und, soweit ich sehe, relativ zeitnah zur sowjetischen Erstveröffentlichung vom Sikorski-Verlag in Hamburg publiziert worden. Das kann man u.a. in einschlägigen Bibliothekskatalogen überprüfen.

      Vielleicht hat Schostakowitsch gegenüber den gedruckten Versionen noch einige Änderungen im Detail vorgenommen, die dann in die Tonaufzeichnungen der sowjetischen Ensembles Eingang gefunden haben. Das könnte die Äußerungen des Brodsky-Quartetts evtl. erklären.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Das klingt für mich auch nach einem Missverständnis oder nach einer Ente. Die Brodsky-Aufnahme ist von '89, soweit ich sehe. Das o.g. Fitzwilliam Q. muss Jahre vorher ja auch aus irgendwelchen Noten gespielt haben. Vereinzelte Aufnahmen gab es schon vorher, so wurde das 10. Quartett 1965 vom Weller Quartett für Decca aufgenommen.

      Außerdem wäre es natürlich erst recht bemerkenswert, wenn die Stimmen nicht erhältlich gewesen wären und sich auch niemand die Mühe einer Bestellung aus dem Ostblock gemacht hätte. Denn dass man sie, wenn nicht aus der UdSSR, dann aus der seinerzeitigen DDR oder Tschechoslowakei oder Ungarn o.ä. überhaupt nicht hätte besorgen können, scheint mir für die 1970er und 1980er sehr unplausibel. (Die berühmten tschechischen und ungarischen Quartette, die ihre Landsleute des 20. Jhds. teils rauf und runter gespielt haben, haben anscheinend auch nicht viel Schostakowitsch eingespielt. Vielleicht war das aber sozialistische Arbeitsteilung :D )
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • es wäre überhaupt mal interessant, Hinweise zur Verbreitung der Schostakowitsch-Quartette im Westen zu sammeln.
      Mangelnde Dokumentation auf Tonträger muss nicht unbedingt viel bedeuten.

      Ich erinnere mich an vereinzelte Rundfunkübertragungen in den 70ern, durch die ich erstmals mit den Quartetten in Kontakt kam, z.B. das 7. Quartett gepielt vom Köckert-Quartett. Der Eindruck, den dieses Werk (obwohl vergleichsweise unspektakulär) auf mich gemacht hat, ist mir immer noch präsent.

      lg
      Khampan
    • Khampan schrieb:

      es wäre überhaupt mal interessant, Hinweise zur Verbreitung der Schostakowitsch-Quartette im Westen zu sammeln.
      Mangelnde Dokumentation auf Tonträger muss nicht unbedingt viel bedeuten.


      Das Melos-Quartett habe ich Anfang der 80er Jahre mit dem achten Quartett gehört - das war meine erste Begegnung mit einem Schostakowitsch-Streichquartett überhaupt.

      Das Juilliard Ouartet hat m.W. schon lange vor der Einspielung desselben Werks, nämlich direkt nach Schostakowitschs Tod 1975, das 15. Quartett aufgeführt.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Stichw. "15 Tonarten" / Re: Sinf.XIV.

      ...kann nicht mehr die Quelle benennen (resp. keinerlei Mutmaßungen bzgl. der Seriosität dieser Info anstellen)...
      Angeblich wollte Shosta gar 24 Strquart (means jeweils eines in jeder Dur- u. Moll.Tonart) schreiben.....

      - - - und ein kurzes RE bzgl. seiner Sinf.XIV. (resp. Solschenizyns Reaktion darauf) mag ich nicht zurückhalten...
      Grade VORGESTERN habe ich besagte Nr.14 ja in BA (dirigiert vom jungen Israeli Ilan Volkov :!: ) hören können...
      Well ... da war der Verfasser des "Archipel G." aber etwas sehr prinzipientreu: Das "spirituelle Flair" dieser Musik ist IMO so überhörbar nicht!
      Fleiß ist gefährlich (Henning Venske >Inventur<) Majo ist ätzend (Gus van Sant >Paranoid Park<) Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)


    • a.b. schrieb:

      Das Brodsky-Quartett hat sich noch selbst die Noten von den Schallplatte aus dem Osten zusammenschreiben müssen, weil es keine Noten im Westen gab; so im Booklet nachzulesen, wenn ich mich recht entsinne.
      Da ich die Einspielung des Brodsky-Quartetts habe (meine einzige der Quartette), habe ich nachgesehen. Es heißt dort, daß die vier jungen Musiker sich schon lange mit den Quartetten beschäftigt hätten: "Schon als Kinder, in einer Zeit, in der Schostakowitschs Partituren in England noch nicht erhältlich waren, versuchten sie die Quartette nach einer Plattenaufnahme nachzuspielen." Etwas später ist von einer "fast 15 Jahre lange[n] Beschäftigung" mit Schostakowitsch die Rede.

      Das Quartett existiert seit 1972 (Näheres unter "http://www.brodskyquartet.co.uk/"); die Aufnahmen entstanden 1989.

      Ein Mißverständnis also.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • [

      Khampan schrieb:

      Ich erinnere mich an vereinzelte Rundfunkübertragungen in den 70ern, durch die ich erstmals mit den Quartetten in Kontakt kam, z.B. das 7. Quartett gepielt vom Köckert-Quartett. Der Eindruck, den dieses Werk (obwohl vergleichsweise unspektakulär) auf mich gemacht hat, ist mir immer noch präsent.


      Es ist zwar sehr kurz (drei sehr ausgewogene Sätze), aber unspektakulär finde ich es keineswegs. --- Wie war denn dein Eindruck damals?
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Ich hab's nochmal nachgeschaut, Partituren und Stimmen der Schostakowitsch-Quartette sind vom Hamburger Sikorski-Verlag ab dem siebten Quartett immer kurz nach der Entstehung der jeweiligen Werke publiziert worden. Partitur und Stimmen der ersten sechs Quartette wurden bei Sikorski 1957 auf einen Schlag veröffentlicht. Das wird mit Sicherheit in den 70er Jahren auch im britischen Musikalienhandel verfügbar gewesen sein. Vielleicht hat das Taschengeld der damals noch juvenilen Gründungsmitglieder des Brodsky-Quartetts für den Erwerb nicht ausgereicht. :D

      Das achte und das erste Quartett gab es seit 1966 bzw. 1968 sogar als Eulenburg-Studienpartitur - eine "Auszeichnung", die nicht vielen lebenden Komponisten zugefallen sein dürfte.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Bisher habe ich als Einstieg das Rubio-Quartett durchgehört und war eigentlich im Großen und Ganzen zufrieden.



      Allerdings finde ich die Musik so derart stark, dass ich gerne eine Alternative erwerben würde.

      Ich bin an verschiedenen Stellen über diese Einspielung vom englischen Sorrell-Quartett gestolpert, das allgemein besonders wegen seiner ausgesprochenen sauberen Intonation gelobt wird (an der mir bei Streichquartetten einiges liegt):


      Außerdem hatte ich in Düsseldorf noch das Emerson-Quartett in der Hand:


      Kennt Ihr die verschiedenen Einspielungen? Gibt es Meinungen dazu? Wie sind die im Vergleich mit der o.g. Borodin-Quartett-Einspielung?
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Meine erste Begegnung mit Schostakowitsch fand im November 1989 in Florenz statt: die Borodins in der (langjährigsten) Zweitbesetzung haben Nr. 15 und das Klavierquintett (ich meine mit Fr. Baschkirova) gespielt, das 15. hat mich damals sehr verunsichert und nicht wirklich erreicht, aber das Quintett hat mir einen Zugang zum (klassizistischen) Schostakowitsch ermöglicht: große Authenzität und sehr hohe emotionale Überzeugungskraft. In meinen ersten Kölner Jahren gab es dann einen Zyklus aller Quartette mit dem Borodin-Quartett in der gleichen Besetzung: So Nachmittags kamen die alten Herren auf die Bühne und man hattte, bevor sie anfingen zu spielen, den Eindruck, ein Moskauer Altenheim hätte einen Ausflug veranstaltet.

      Viele Stücke zeichnen sich ja durch eine gedämpfte Dramatik aus, das wurde durch den optischen Eindruck der vier weißhaarigen Männer noch verstärkt. Aber die Präsenz der Musik war atemberaubend, auch wenn vieles von ihnen 'wie nebenher' gespielt worden ist- mein Eindruck, dass das viele Interpreten auszeichnet, die mit DSch direkt zu tun hatten. Auch beim Zyklus der Symphonien hat Rudolf Barshai am gleichen Ort vieles mit einer versteinerten Miene dirigiert, man konnte dieses Bild mit der erregten Musik kaum verbinden- vielleicht eine Erfahrung, die auch aus der Musik spricht: in Bezug auf DSch wird ja sehr oft davon gesprochen, dass die manchmal 'heiter' wirkende Oberfläche viele Zuhörer von der innewohnenden Tragik ablenkt, dass das Zirkushafte als Fröhlichkeit und nicht z.B. als zynische Verzweiflung verstanden wird.

      In meiner Wahrnehmung hat das auch für westliche Interpreten eine gewisses Unverständnis für DSch hervorgerufen, wenigstens bis weit in die '90er Jahre hinein. Der oben abgebildete Zyklus der Emersons ist ein Beleg dafür, das abgründig-hoffnungslose der späten Stücke kommt da als freundliche Magenverstimmung doch sehr kurz. Die Aufnahmen des Éder-Quartett bei Naxos sind dagegen großenteils ganz phantastisch (ich habe daraus die Quartette 2-7, 12, 14 & 15): sehr dicht, emotional eher untergründig aus der Bahn geraten. Noch besser sind natürlich Beethoven Quartett oder Borodin-Quartett (sowohl die sowjetischen als auch die spät 80'er/früh 90'er Aufnahmen westlichen Aufnahmen), denen man das strauchelnde bis völlig lahmgelegte dieser Musik von A bis Z abnehmen kann.

      Und für einen sich dieser Musik nähernden Menschen kann ich natürlich auch das Mandelring-Quartett sehr empfehlen: sie betonen nicht so sehr das Virtuose dieser Stücke (wie es die Emersons tun), sondern können sich der Tragik dieser Stücke gut öffnen.

      Und ich kann ja auch noch darauf hinweisen, dass ich die seit einigen Jahren bei cpo veröffentlichten Quartette von Weinberg als sehr hochstehend und den Stücken von DSch durchaus ebenbürtig ansehe.

      Gruß Benno
    • Ok, das Borodin-Quartett war mir schon klar, aber mich würde immer noch interessieren, wie sich Emerson- und Sorell-Quartett im Vergleich dazu verhalten.
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Hallo Travinius,

      zum Sorell-Quartett kann ich nichts sagen, weil ich das nicht kenne, schon gar mit diesem Repertoire. Vom Emerson Quartet kann ich eigentlich nur abraten, es sind sehr bewegte Interpretationen, aber ihnen fehlt imho die Tiefen - Dimension. Wenn man beispielsweise das vergleichsweise einfache 7.Quartett nimmt, das in guten Interpretationen über weite Strecken harmlos [viele Zuhörer denken dabei immer an Haydn, was hier aber nicht hingehört] klingen muss, um an bestimmten Stellen einem den Boden wegzuziehen. Die Fallhöhe solcher Passagen ist bei den Emersons nicht vorhanden, weil sie das bewusst harmlose der Stücke nicht darzustellen vermögen.

      Wenn es Dir um einen günstigen Einstieg geht, nimm das Éder-Quartett bei Naxos, wenn es ein etwas moderneres Klangbild sein soll, Mandelring. Oder eben Beethoven oder Borodin-Quartett.

      Lieben Gruß Benno
    • Na, den Einstieg hatte ich ja schon übers Rubio-Quartett. SO schlecht finde ich die auch nicht, suche aber jetzt eine etwas hochwertigere Alternative.

      Beim Download bei Chandos ist das Sorrel-Quartett recht günstig, vielleicht ist es einfach mal einen Versuch wert. Borodin werde ich zumindest im Auge behalten.
      Lucius Travinius Potellus
      Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. (B.Franklin)
    • Giovanni di Tolon schrieb:

      Wenn es Dir um einen günstigen Einstieg geht, nimm das Éder-Quartett bei Naxos, wenn es ein etwas moderneres Klangbild sein soll, Mandelring.

      wenn es um einen günstigen Einstieg geht: nimm das Sorrel Quartet auf dem Marketplace.
      Wenn es das beste Klangbild überhaupt sein soll: nimm das Sorrel Quartet!

      Im Ernst: das Sorrel-Quartett ist nur deshalb relativ unbekannt, weil deren hohe spieltechnische Qualität auf Dauer schwer aufrechtzuerhalten war: Die Violaspielerin hat das Quartett zugunsten einer Solokarriere verlassen, das war's dann anscheinend.

      Äußerst beeindruckend ist z.B. auch ihre Einspielung der Britten-Quartette (die 1. CD davon noch nicht ganz auf der spieltechnischen Höhe, aber schon sehr gut), und aufmerksam geworden bin ich auf das Ensemble durch ihre einzige Schubert-Aufnahme, mit frühen Quartetten, die sagenhaft schön gespielt sind.

      Kennzeichnend ist immer ein intelligenter, sehr variabler Vibratoeinsatz, besonders bei Schostakowitsch mit vielen Nonvibrato-Passagen, die mit ihren fahlen Klangwirkungen unter die Haut gehen (Voraussetzung dafür ist eine perfekte Intonation, sonst klingt Nonvibrato schrecklich). Eventuell haben sie das vom Borodin-Quartett abgeguckt, bei dem die Klangwirkung allerdings aufgrund einer miesen Tontechnik zu wünschen übrig lässt. Ich werde immer stinksauer, wenn ich mir das anhöre. Wie kann man so wichtige Tondokumente nur mit einem derart spitzen und fundamentlosen Klang verhunzen, bäh.

      An Gesamteinspielungen kenne ich nur Borodin und Sorrel. Aus klanglichen Gründen ziehe ich letzteres vor.

      Gruß,
      Khampan
    • Hallo Travinius,

      ich selbst habe die oben von Knulp genannte Box des Borodin-Quartetts und (unvollständig) Einspielungem vom Eder-Quartett (Naxos). Beides kann ich sehr empfehlen. Die Borodins gelten wohl als Referenz. Allerdings sind sie klanglich(aufnahmetechnisch nicht immer perfekt (es gibt allerdings, unvollständig, auch neuere Aufnahmen), und ihre Interpretationen sind manchmal sehr extrem. Eder ist aufnahmetechnisch perfekt, satter klang, aber dafür ist die Dramatik nicht immer voll ausgereizt.

      Ich habe noch eine Aufnahme (u. a. des 15. SQ) des Beethoven-Quartetts. Die Rubio-Box habe ich mir auch mal günstig zugelegt, war aber sehr enttäuscht. Manches ist sicherlich okay, aber anderes fand ich schlecht. Aber da kannte ich auch Eder und Borodin schon.

      Zu den anderen Quartetten kann ich nichts sagen. Allerdings wäre ich auch mal daran interessiert, mir eine weitere gute GA zuzulegen.

      :wink: maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Ich habe jetzt im Rundfunk mehrere Einspielungen von Schostakowitsch-Quartetten durch das Rasumowksy-Quartett gehört und war sehr angetan davon. Ich habe jetzt gesehen, dass es die gesamten Streichquartette zu einem vertretbaren Preis gibt. Da werde ich wohl mal zuschlagen, wenn mir hier nicht jemand nachhaltig davon abrät. Es wird ohnedies nicht mein erster Zyklus der Werkgruppe sein.



      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Von der Sendung mit dem Rasumowsky-Quartett habe ich nur einen Ausschnitt mit dem 3. Streichquartett gehört. Hat mich nicht beeindruckt, als Gedächtnisstütze habe ich mir dazu nur kurz notiert: "etwas unsicher, kein Bass, kein Biss".
      Die Hörbeispiele zeigen bereits die intonatorischen Unsicherheiten, wen das nicht stört, und insbesondere wer sich für die verwendeten abweichenden (autorisierten) Quellen interessiert, der mag hier neue Erkenntnisse gewinnen.

      Ansonsten sehe ich wenig Grund, diese Einspielung zu kaufen.

      Gruß,
      Khampan
    • Bei Oehms findet man

      Unter den wenigen Gesamteinspielungen der Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch hat diese beste Voraussetzungen, einen Sonderstatus einzunehmen: Das Saarbrücker Rasumowsky-Quartett greift hier auf eine Notenausgabe zurück, die in vielen Details Korrekturen gegenüber der traditionellen Ausgabe aufweist. Weitere Korrekturen steuerte Maxim Schostakowitsch, Sohn des Komponisten, aus Quellen erster Hand bei. Das Ergebnis wird von Maxim Schostakowitsch mit reichen Vorschusslorbeeren bedacht: „Die neue Aufnahme aller Quartette von Dmitri Schostakowitsch des Rasumowsky-Quartetts haben bei mir den allertiefsten Eindruck hinterlassen. Das schöpferisch sinnliche Eindringen in die Welt der Musik Schostakowitschs, die individuelle Meisterschaft und das Talent jedes Mitglieds dieses vortrefflichen Ensembles erlauben es, diese Aufnahme zu den besten Interpretationen der Musik meines Vaters überhaupt zu zählen.“


      Ich habe das 3. StrQu noch nicht mit dem Rasumowsky-Quartett gehört, letzthin das 7. - und da hörte ich nichts von Intonationsschwächen u.ä. Sollte ich mir den Zyklus zulegen, werde ich mir das 3. besonders kritisch anhören.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)