Eben mit "Folk- und Weltmusik" auf musikalischer Weltreise

    • Eskorzo - Knallharte Losgehmusik aus Barcelona - sagenhafte Mischung aus HipHop, Flamenco, Hardrock, Polka, Jazz, Fusion, Balkan, Pogo u.s.w.



      Wie immer, live noch großartiger (habe sie 2009 in der Musikmetropole Schwerin anläßlich unseres kleinen aber feinen Filmkunstfestes erleben dürfen und mir den Arsch abgetanzt, klasse).

      :wink: Andreas
    • Guten Morgen,

      heute geht es in die Bretagne mit Kristen Nogues


      Eine im positiven Sinne merkwürdige Harfen-CD, weit entfernt von Folk-Wohlklang, manches könnte auch von Debussy sein. Auf wenigen Stücken singt Kristen Nogues auch dazu. Man muss die CD schon mehrmals hören, um sie schätzen zu lernen. Ein typischer Fall von "stille Wasser sind tief".
      (Gibt es auch für recht kleines Geld direkt beim Vertrieb "http://wundertuete-musik.de/index.phtml", einige Infos bei "http://www.klangwelten.com/records/")
      Schöne Grüße, Helli


      "Das ist irrelevant!" (Seven of Nine, Star Trek Voyager)
    • “From a logical point of view, better marry a woman uglier than you.”

      Robert Mitchum`s Calypso-Album:

      Wie steht es so zutreffend in den liner notes: Robert Mitchum was cool, before cool was cool.

      Als Schauspieler eine Legende, als Sänger von schrägen, in bestem Pidgin-English verfassten karibischen Edelschnulzen eine Offenbarung. Anläßlich von Dreharbeiten zu Der Seemann und die Nonne hielt sich Mitchum 1957 und 1958 in Trinidad und Tobago auf. In seiner Freizeit
      erkundete er zusammen mit seinem Regisseur John Huston die dortige Kneipen- und Karnevalsszene und entdeckte den Calypso für sich. Vermutlich bedingt durch seine Profession als Schauspieler, war er schon bald in der Lage, den Akzent der Einheimischen sehr überzeugend zu imitieren. Zurück in den USA wurde er, nunmehr Calypso-Fan, mit einem Calypso-Boom konfrontiert; ausgelöst vor allem durch Harry Belafonte ("Bellafontie"). Daher entschloss Mitchum sich, selbst ein Album aufzunehmen: Calypso – is like so



      Ich habe diese Aufnahme – noch als LP – in Hamburg mitte der 80iger Jahre in einer ziemlich schrägen Musikkneipe in der Erichstraße auf St. Pauli, wo ich gelegentlich als Drummer auftrat, kennengelernt. Seitdem liebe ich diese Platte sehr. Ich kannte Harry Belafonte, von welchem einige Hits auf der Platte vertreten sind, seit mitte der 60iger Jahre. Immer wenn ich eine fröhliche Zeitreise in die 50-60iger Jahre unternehmen und den für meine jugendlichen Ohren damals faszinierenden karibischen Präreggae-Exotismus geniessen möchte, lege ich diese wundervolle Scheibe auf.

      Als Mehrwert werden dem geneigten Hörer tiefe Weisheiten der o.a. Art mit auf den Weg gegeben. Die zur Untermauerung dieser These angeführten Gründe sind absolut stichhaltig und nicht zu widerlegen. Ich gestehe aber, daß ich mich wider besseren Wissens nicht an diesen schätzenswerten Rat gehalten habe. Die Suppe werde ich auslöffeln müssen.

      Diese Musik sollte mit einem guten karibischen Rum, warum nicht mit einem süffigen Malteco aus Guatemala, oder wenn es ein Gebräu aus Trinidad sein soll: einem Plantation, genossen werden.

      Cheers

      Andreas :stern:
    • Andreas schrieb:

      Robert Mitchum`s Calypso-Album:

      Wie steht es so zutreffend in den liner notes: Robert Mitchum was cool, before cool was cool.

      Als Schauspieler eine Legende, als Sänger von schrägen, in bestem Pidgin-English verfassten karibischen Edelschnulzen eine Offenbarung.

      Als unheilbarer Mitchum-Fan kann ich das nur unterstreichen. Überhaupt ist bei seinen sängerischen Ergüssen (auch abseits des Calypso) viel Gutes dabei.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Lieber Andreas, ein sehr interessanter Beitrag von dir, danke !

      Mitchum's Calypso-Album kannte ich bis dato noch nicht, aber das wird sich mit der heutigen Bestellung dieser Platte gleich geändert haben.
      Ausser Belafonte habe ich noch einen weiteren Calypso- Interpreten in meiner CD-Sammlung gefunden.

      André Toussaint.

      Geboren auf Haiti, ließ er sich 1953 auf den Bahamas nieder, wo er bis zu seinem Tod 1981 als Sänger und Gitarrist aktiv war. Obwohl er anfangs kein Englisch sprach, wurde er, vielleicht gerade deshalb, schnell eine lokale Berühmheit. Man mochte sein Sprachkauderwelsch . Später " beherrschte" er einige Sprachen und hatte sich nicht nur dem Calypso verschrieben.




      Mozartinaa
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Malerai/Goldstein/Masecki - Tsugreytndik Zikh Tsu Tantsn. Naye Yidishe Lider, 2014 Multikulti Project

      Malerai Trio: Michal Gorczynski (cl, bcl), Dagna Sadkowska (vi), Mikolaj Palosz (cello)
      + Hanna Goldstein (voc), Marcin Masecki (p)


      :juhu: :juhu: :juhu: :juhu:

      So eine Art kunstliedhafter oder auf sehr kunstvoll avancierte Weise kabaretthafter 'Kammer-Klezmer,' was die jungen jüdisch-polnischen Musikerinnen hier so betreiben. Dazu tragen auch die dem traditionellen Klezmer ferneren Instrumente wie Bassklarinette, Cello, Piano bei, wie natürlich besonders die Kompositionen, die alle von Klarinettist/Bassklarinettist Michal Gorczynski stammen. Gorczynski ist sonst vor allem im experimentellen Jazz aktiv, z.B. im Klarinettenensemble von Mikolaj Trzaska. In seinem Klarinettenspiel kommen auch Jazz-Sounds bis zu erweiterten Spieltechniken des Free Jazz durch. Dennoch ist das hier insgesamt etwas anderes als Klezmer Jazz, wenn auch sicher in der Verarbeitungshaltung, bzw Herangehensweise mit manchem von John Zorn und Einigen aus seinem Umfeld vergleichbar, von ihnen sicherlich auch beeinflußt.

      :wink: Matthias
    • Eine der größten Stimmen Brasiliens geht mir immer noch unter die Haut, auch im 50. Jahr ihrer Karriere. Eine wunderbare Aufnahme mit ruhigen, bittersüßen bis melancholischen Liedern hat Maria Bethania (die Schwester von Caetano Veloso) 2014 abgeliefert - für alle, die die Musik Brasiliens jenseits von Samba und Bossa Nova schätzen.





      Cheers,

      Lavinho :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)


    • Eine Lady mit ihrer Gitarre - nein, es ist nicht die notorische Melanie. Diese kann richtig Gitarre spielen, feinstes Fingerpicking, überragendes Timing im Spiel. Dazu eine klare, fast mädchenhafte, trotzdem warme Stimme. Der Einfluß von Joni Mitchell ist unüberhörbar, aber die Reise geht weniger in Richtung Jazz, mehr Folk (mit erweitertem Kompetenzbereich). Die 59jährige aus South Dakota ist hierzulande kaum bekannt, warum eigentlich?

      Eine unbedingt hörenswerte Künstlerin von höchsten Graden ist auf dieser feinen Liveplatte zu hören.

      Anspieltips: Diamond In The Rough (so lautet auch der Titel ihrer Autobiographie), Ricochet In Time, Crazy
    • nach 2 Monaten in Palästina habe ich auch eine Menge Musik mitgebracht, aber das hier läuft eindeutig öfter als alles andere:

      Basel Zayed

      "Adam"




      Basel Zayed ist ein Singer/Songwriter aus Ost-Jerusalem. Er macht eine Mischung aus Orientalischer Musik, Jazz und klassischer Musik. Sein Gesangsstil lehnt sich dabei an den orientalisch-traditionellen arabischen Gesangsstil an.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Gestern noch gehört:



      fischer: asamba

      Der deutsche Musiker, Komponist und Musikproduzent (Jens) Fischer(-Rodrian), (nicht zu verwechseln mit einem anderen deutschen Gitarristen mit Namen Jens Fischer), vielfach vor allem als Gitarrist und Komponist live und im Studio im Einsatz, etwa als musikalischer Leiter der Blue Man Group, hat 2017 eine im eigenen „Kofferstudio“ in Berlin aufgenommene CD mit dem Titel „Asamba“ veröffentlicht ( (CD Lametta LA007).
      Wer ist Asamba? Ist es das gezeichnete Covermädchen der CD? Ist es eine der Hebammen aus Malawi, die 2001 in einem Dokumentarfilm von Judith Albrecht (mit Musik von Fischer) vorgestellt wurden?
      Ich habe zuerst die CD gehört, erst danach im Netz nach dem Namen Asamba gesucht. Die CD vermag auch ohne Texte (sowohl erläuternde als auch Liedtexte) eine Lebensgeschichte zu erzählen.
      Fischer arbeitet mit verschiedenen akustischen Instrumenten, Schwerpunkt Gitarre und Percussion, zum Einsatz kommen aber auch Gastmusiker mit Viola, Bassklarinette, Posaune und Flügelhorn.
      Mein Fazit: Diese Musik hält einen total in ihrem Bann, lässt man sich darauf ein. Man kann sich mit den Titeln und dem Charakter der Stücke eine Geschichte zusammenreimen, durchaus ein schweres Schicksal einer afrikanischen Frau (wie es die Filmmusik wohl vorgibt), die hier ohne Texte, nur musikalisch charakterisiert wird – ganz tief in deren Welt, in deren Psyche auch leuchtend. Stilistische Einordnung? Vielleicht so: Psychedelische Weltmusik.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK