Klarinettenquintette

    • Heute kam eine Bestellung an, die einen willkommenen Anlass bietet, diesen Thread wieder aus der Versenkung zu holen ;+)

      Das Hagen-Quartett hat, gemeinsam mit Jörg Widmann in der Rolle des Mühlfeld, Brahms´ op. 115 aufgenommen, gehört habe ich die CD allerdings noch nicht, aber vielleicht jemand anderes ;+)




      :wink: :wink:

      Christian
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • arundo donax schrieb:

      Ich muss gestehen, dass ich den Klarinettenklang irgendwie kalt und unsinnlich finde

      Hmmm......für mich hat die Klarinette mit den schönsten Klang überhaupt. Irgendwie "cremig, vielschichtig" und (im Gegensatz zur Flöte) mit "angenehmen Widerstand" (aber nicht so viel wie bei der Oboe).

      Dies gesagt, muss ich gleichzeitig zugeben, dass ich die Klarinette im Orchester, und sogar im Jazz und Klezmer, sehr gerne höre, ich aber i. a. kein Freund von Klarinettenkammermusik bin; nicht einmal (um es mir jetzt mit allen zu verderben!) Mozarts heiliges Klarintettenkonzert kann mich wirklich vom Ofen her locken. Im Orchester allerdings, aber der Romantik, gibt es oft (auch solistische) Stellen, in den ich die Klarinette mag wie kein anderes Instrument.

      Mir fällt gerade ein: ich habe eine CD mit dem Klarinettenkonzert von Denisov:



      das ich lange nicht gehört habe, aber durchaus mag (an die anderen Stücke habe ich momentan keine Erinnerung --- nebenbei u. a. ein Karinettenquintett, also passend zum Thread); wahrscheinlich ist es bei mir eine Stil-/Epochenfrage...

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • maticus schrieb:

      Hmmm......für mich hat die Klarinette mit den schönsten Klang überhaupt.


      So geht es mir auch. Und die Klarinette ist vielseitig.

      Zur Zeit höre ich gerne, wenn ich in kontemplativer Stimmung bin und meine Ohren das Ungreifbare suchen:

      Morton Feldman, Clarinet & String Quartet.


      Ausserdem möchte noch auf Mozarts Klarinettenquintett mit Martin Fröst hinweisen.
      Zu finden zusammen mit dem Konzert auf dieser Scheibe:


      Hudebux
    • Klarinettenkonzert von Denisov


      Hallo, Maticus!

      Ja, das ist erlesen schöne Postmoderne - wobei das Quintett auf der CD ein wenig modernistischer klingt als das Konzert.

      Meine erst jüngst erworbene CD ist eine neuere Nachpressung von 2011. Das Booklet und das (durchaus hübsche) Cover erscheinen dabei schlampig, wie man es selten erlebt. Wir erfahren weder, wie die Solisten des Wilanow-Quartetts, heißen noch werden der Dirigent, ein Georgier, dessen Namen ich mir noch nicht merken kann, oder der Solist (Eduard Brunner) benannt. Aber die Musik versöhnt mit allem.



      Ein kaum bekanntes spätromantisches Klarinettenquintett aus dem Jahr 1906 kann ich ebenfalls empfehlen. Es stammt von Henri Marteau.



      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Die CD kenne ich nicht, aber neulich habe ich Jörg Widmann mit KV 622 im Radio gehört. Ich habe etwas verspätet zugeschaltet und kannte daher den Namen des Solisten zunächst nicht, habe mich aber dann sehr schnell gefragt, wer da so grauenhaft Klarinette spielt? :thumbdown: Rein tonlich zog es mir komplett die Schuhe aus.

      Insofern würde ich mir die von dir oben gezeigte CD auf keinen Fall kaufen.

      Viele Grüße

      Bernd
    • Da stehst Du nun, armer Hamster.

      Ich kenne Jörg Widmanns ehemalige Deutschlehrerin schon lange und gut. Aber das wird Dir nun gar nichts nützen.

      Ich würde mir die CD sogar kaufen - motzen kann ich dann immer noch (braucht man überdies bisweilen). Als Laie, aber ganz großer Liebhaber Mozarts wie der Klarinette hätte ich keine Hemmungen, mir ein eigenes Urteil zu bilden. :D

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Die Freunde bei klassika haben dies hier [vgl. Beitrag 2] sehr schön dargestellt.


      Diese äußerst interessante Zusammenstellung scheint wirklich recht vollständig zu sein - obgleich ich mir nicht vorstellen kann, dass - wie anscheinend beansprucht - alle Werke dieser Besetzung erfasst sind. (Wie sollte das möglich sein?)

      Ähnlich wie Debussys General finde auch ich sehr schade, dass gerade das Werk von Poulenc verloren gegangen ist. (Eher könnte ich mittlerweile auf Weber verzichten ... :hide: )

      :wink: Wolfgang

      EDIT: Wo ist Meyerbeer in der Tabelle? :shake: :D

      EDIT plus: @ Klassika: Das Verzeichnis wird sich auf diejenigen Werke beschränken, die auch bei den Komponisten angeführt sind. Eigentlich logisch!
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Fuchs / Kornauth

      Der oben genannte Fuchs ist sogar mit mindestens vier Aufnahmen auf dem Markt vertreten. Das Stück dürfte allein von daher Qualitäten haben. Seit heute kenne ich es und habe dazu im Thread über diesen Komponisten die Aufnahme kurz vorgestellt, die weiter oben noch nicht genannt wurde:

      Robert Fuchs – Ein vergessener Romantiker?



      Das impressionistisch angehauchte Werk von Egon Kornauth finde ich noch attraktiver.

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Caesar73 schrieb:

      Heute kam eine Bestellung an, die einen willkommenen Anlass bietet, diesen Thread wieder aus der Versenkung zu holen ;+)

      Das Hagen-Quartett hat, gemeinsam mit Jörg Widmann in der Rolle des Mühlfeld, Brahms´ op. 115 aufgenommen, gehört habe ich die CD allerdings noch nicht, aber vielleicht jemand anderes ;+)




      :wink: :wink:

      Christian



      Lieber Christian,

      ich habe diese CD seit wenigen Tagen und kann mich daran gar nicht satt hören. Ich bin normalerweise ein Grieg-Analphabet, kann mit der Musik nichts anfangen, aber so großflächig-breitwandig wie hier gespielt ist das schon sehr toll.

      Und dann die tolle Aufnahme von Brahms h-moll-Quintett. Der erste Satz hat in diesem Tempo nicht besonders viel mit Allegro zu tun, aber ich finde die Interpretation doch sehr überzeugend.

      Ich finde großartig, dass Widmann nicht einfach nur in den dunklen Registern des Klangs schwelgt, sondern dass er und die Hagens sich auch auf die finsteren Seiten des Stücks einlassen, manche Stellen am Ende der Exposition, Beginn der Durchführung im ersten Satz sind so toll disparate Musik, das ist schon sehr beeindruckend gespielt und erlebt.

      Und das von jemandem, der den Hype um das Hagen-Quartett nie wirklich hat nachvollziehen können ...

      LG Benno
    • Kammermusik mit Klarinette ist etwas sehr schönes. Ich liebe die Klarinette wegen ihres warmen und volltönenden Klanges. Sie hat auch irgenwie etwas melancholisches an sich, und nicht wenige Komponisten haben sie auch so eingesetzt.

      Neben den bereits genannten Werken befinden sich in meinem Bestand noch diese Werke:

      Stanford, Charles Villiers; Fantasie Nr. 1 für Klarinette und Streichquartett


      Stanford, Charles Villiers; Fantasie Nr. 2 für Klarinette und Streichquartett


      Somervell, Arthur; Quintett für Klarinette und Streichquartett G-Dur (1923)


      Jacob, Gordon; Quintett für Klarinette und Streichquartett g-Moll (1942)


      Coleridge-Taylor, Samuel; Klarinettenquintett fis-Moll op.10


      Tansman, Alexandre; Musique pour Clarinette et Quatour a Cordes


      Bliss, Arthur; Quintett für Klarinette und Streichquartett


      Bowen, York; Fantasie-Quintett für Bassklarinette und Streichquartett


      Kallstenius, Edvin; Quintett für Klarinette und Streichquartett op.17


      Auffällig viele britische Komponisten haben Werke für Klarinette geschrieben. Allerdings ist die obige Liste auch ein Ausdruck meiner Anglophilie Sehr empfehlen kann ich die Werke von Bowen und Bliss. Aber auch die anderen Quintette lohnen sich anzuhören. Vielleicht lege ich in den nächsten Wochen mal etwas davon auf und berichte dann etwas ausführlicher.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Bei Klarinettenquintetten, wie überhaupt bei größer besetzter und "gemischter" Kammermusik mit Bläsern scheint es einen ersten Höhepunkt am Ende der Klassik und in der Frühromantik zu geben, dann erst wieder ab Ende des 19. Jhds. Auf CD fängt man sich meistens Dubletten der bekanntesten Werke ein. Die Werke von Hummel und Reicha finde ich sehr hörenswert; es sind weniger krasse Mischungen aus "Konzert und Oper" als das Weber-Quintett. Die Klöcker-CD enthält eine Bearbeitung eines frühen Mendelssohn-Violinkonzerts für Klarinettenquintett von Bärmann, kein originales Mendelssohn-Werk.

      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Bernard "Psycho" Herrmann hat ebenfalls ein Klarinettenquintett komponiert. Das ist in mehreren Aufnahmen mit nicht uninteressanten Kopplungen erhältlich. Kennt jemand davon was?

      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Seit meinem Beitrag #22 hat sich einiges geändert. Eine Rückkehr zur Musik Mozart einerseits, eine weitere Ausdehnung in Richtung Kammermusik andererseits...

      Empfehlen kann ich folgende Einspielungen:



      Dagegen sagt mr



      kaum zu.

      Bei meinen Favoriten muss ich sagen, dass ich nicht so der Fan des vollmundigen "deutschen" Klarinettenklangs bin, wie ihn Andreas Ottensamer hier präsentiert. (Kann aber verstehen, wenn jemand gerade diesen Klang bevorzugt.) "Dennoch" eine sehr schöne Brahms-Einspielung. Bei McGill/Pacifica ist einzig schade, dass beim Mozart-Quintett auf die Bassettklarinette verzichtet wurde; diese ist bei Kam vorhanden.


      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Habe zwar immer noch keine der CDs aus Beitrag #36, dafür aber Quintette von Bliss, Keuris und Mernier. Alle nicht uninteressant, aber wohl auch nicht essentiell.

      <>
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)