Bachs Orgelwerke - Gesamtaufnahmen

    • Bach bei Hänssler

      figure humaine schrieb:

      So ist diese GA gleichzeitig so etwas ein Zeitzeugnis der Interpretation der Bachschen Orgelwerke um das Jahr 2000.

      Gerade diese GA dürfte allenfalls eine Momentaufnahme der unterschiedlichen Sichtweisen verschiedener Interpreten auf das Orgelwerk Bachs darstellen und eben kein Zeitzeugnis einer zu verallgemeinernden Interpretationshaltung um das Jahr 2000.
    • Josquin Dufay schrieb:

      Dann ist mir noch diese Box aufgefallen:


      2012

      Das Label Aeolus bringt immer Hochwertiges heraus - was halten die Experten davon (umfaßt immerhin vier Organisten)?

      jd :wink:

      Yukon schrieb:

      Ich persönlich kenne die Aufnahmen nicht, habe aber schon seit längerer Zeit ein Auge darauf geworfen, insbesondere seit jpc den Preis von ursprünglich etwa 180,00 EUR auf 99,00 EUR reduziert hat. Wenn ich richtig informiert bin, handelt es sich hierbei, nach zwei vollendeten Aufnahmen der gesammelten Werke, um den dritten Zugriff auf das Orgelwerk, der leider infolge des Todes des Interpreten mit gerade einmal 70 Jahren, nachdem etwa die Hälfte eingespielt werden konnte, von diesem nicht mehr vollendet werden konnte, so dass ehemalige Schüler eingesprungen sind, um das Projekt zum Abschluss zu bringen. Reizvoll finde ich, dass die Werke auf SACD und in Surround Sound aufgenommen worden sind.

      In einer Presseveröffentlichung bei AEOLUS aus 2009 hieß es wohl:


      Ob man das so als Fragment herausgibt, oder ob man versucht einen Künstler zu finden, der diese Vermächtnis zu Ende bringen könnte. Immerhin fehlt ein Großteil der großen P+F (die wir uns für die restaurierte große Orgel von St.Thomas in Strasbourg aufgespart hatten), sowie 5 Triosonaten. Vorhanden sind alle Partiten, 18 Leipziger, Neumeister, einige Schübler u.v.a., insgesamt käme man auf 8 gut gefüllte SACDs.
      wiedergegeben hier: meinhardo.wordpress.com/2009/0…ewald-kooiman-verstorben/


      Nicht ganz ohne Kritik blieb die erste (echte, und einzige - sieht man von der aufputschten eigentlich in Stereo aufgenommenen Knud Vad- Aufnahme ab) SACD-Veröffentlichung von Bachs gesamten Orgelwerk. Mussten es ausgerechnet die weichen Silbermann-Orgeln aus dem Bach fernen Elsass sein? Jede Barockorgel - oder was davon übrig ist - ist es wert mit Bach geschlagen zu werden. So ist Klang, Registrierung und Spielweise eine Sache des Geschmackes. Außerdem plädiere ich hier für die Vielfalt der Möglichkeiten.

      Selbst besitze ich wenige Orgelaufnahmen. Keine eine andere Musik, wie die für Orgel, ist so sehr die eine des Ortes und Momentes. Bei Orgel-CDs fehlte bisher immer was. Inzwischen ist es mir klar - das Abbild einer Atmosphäre in einem Raum. Eine Multichannel-SACD scheint mir das geeignetste Medium für Orgel zu sein, nicht den gleichen (was ja z. Z. technisch unmöglich ist), aber immerhin einen Raum zu schaffen. So bin ich sehr glücklich mit dieser Anschaffung, die mich, zumindest in den eigenen vier Wänden, mit der Orgelmusik Bachs über Jahre beschäftigen lässt. Das Klangbild ist über alle Zweifel erhaben.


      Gruß
      Josuin