Eben gehört - ALTE MUSIK


    • Quattrocento
      Musica y danza se la Corona de Aragon en Nápoles
      Capella de Minisrers
      Carles Magraner

      Carles Magraner, violas y dirección
      Ignasi Jordà, exaquier
      Robert Cases, guitarraenacentista /vihuela
      David Antich, flautes
      Quim Guerra, chirimía
      Elies Hernandis, sacabuche
      Alvaro Martines, Sacabuche
      Pau Ballester, percusión

      Rec. 2015 en el Centro San Esteban del Conservatorio Profesional de Música de Valensia
      Cover: Mapamundi de los Cresques
      Booklet SP/E/F mit Quellenvereichnis

      Werke von Piacenza, Torre, Judenküngi, Dalza, Cornazano, Gulielmus, Ambrosio, Pesaro sowie aus den Manuskripten Bruxelles 9085, Montecassino 871, Siena LV 29, und Venezia BNM 1227


      Neapel und Süditalien spielten in der Musikgeschichte oft eine Rolle, immer wieder gab es Herrscher, die als kunstliebend und -fördern beschrieben wurden, nicht nur "Alfons V. von Aragon (zugleich: Alfons IV. von Barcelona, Alfons III. von Valencia und Alfons II. von Mallorca und Sardinien), genannt el Magnànim [i](der Großmütige)"[/i] (1396-1458), um den es hier geht, fallen mir da ein, Gesualdo und sein Hof - und hat nicht noch Haydn Concerti und notturni für die lire organizzate des Königs Ferdinand IV. geschrieben? Nachdem ich mich so viel mit Nord-Italien und Venedig befasst habe, fängt der Süden an, mich zu interessieren.

      Die Musik der Zeit Alfons V. war international, so wie sie auch hier zusammengestellt wurde. Ob sie auch so geklungen hat, wissen wir nicht genau. Der Streit darüber enzündet sich oft über den Gebrauch von Percussionsinstrumenten. Ich denke schon, dass in dieser Zeit in den Anrainerländern des Mittelmeers bereits viele Instrumente bekannt waren, die sich nach und nach auch nach Norden verbreiteten. Ich bin da nicht so puristisch, hier wird interessante Musik und abwechslungsreiche sehr gut dargeboten. Und mir gefällt auch die leichte Melancholie mancher Stücke.


      lg vom eifelplatz

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      Hier kann man schon mal was nachhören:
      youtube.com/watch?v=0IYO7FgxYEU

      Auch der BR hat die CD schon entdeckt und zum Thema gemacht:
      br-klassik.de/aktuell/br-klass…la-de-ministrers-100.html
      br-klassik.de/audio/cd-tipp-qu…la-de-ministrers-102.html

      Die Namen meisten hier gebrauchten Instrumente kann man schon irgendwie erkennen, bei exaquier oder chirimía musste ich doch stutzen. Hier findet man Abbildungen und weitere Hinweise:
      google.de/?hl=de&gws_rd=cr&ei=…l=de&q=exaquier+-ensemble
      google.de/?hl=de&gws_rd=cr&ei=…wCw#hl=de&q=chirim%C3%ADa

      Und hier geht es um Alfons V., dessen vollständigen Namen ich aus diesem Artikel der Wikipedia kopiert habe:
      de.wikipedia.org/wiki/Alfons_V._(Arag%C3%B3n)


    • Petitiones Cordis
      Motetten aus dem Manuskript 229 (1585) im Stadtarchiv Stralsund

      Schola Stalsundensis - Maurice van Lieshout

      Das ist m.E. ein gelungenerer "Versuch" (wobei natürlich Profis am Werk waren), textierte Musik aus dem 16. Jahrhundert entgegen dem Mainstream der sog. historisch informierten Aufführungspraxis nicht a capella aufzuführen, sondern einzelne Stimmen - in variierender Dichte und Besetzung - durch Instrumente zu realisieren.
      Das Booklet illustriert auch, wie die rund 20 MusikerInnen in "historischer Aufstellung" - also gruppiert um zwei Chorbücher - musizieren. Das würde ich gerne mal in der Praxis sehen! Leider scheint die Arbeit des Ensembles eingeschlafen zu sein, der letzte Treffer via G*** ist von Januar 2016...

      Faszinierend auch die wissenschaftlich-restaurierende/rekonstruierende Arbeit, die der Aufführung dieses Zufallsfundes vorausgegangen ist. Natürlich müssen gerade die ExpertInnen der Alten Musik auf diesem Feld bewandert sein, aber bemerkenswert finde ich es schon, dass die klingende Realisierung in einem weit größeren Umfang als üblich von MusikerInnen erarbeitet wurde. Das Booklet berichtet so - quasi ganzheitlich - davon, dass sich die MusikerInnen von der Stimmung und Ausstattung der Stralsunder Nicolaikirche, in der Eucharius Hoffmann (bmlo.de/h1170) - auf der CD der erste Track - gewirkt hat.

      Und ganz subjektiv-oberflächig: Wenn man Musik mit Fließen (als Bewegung) vergleichen will, dann akzeptiere ich diese Musik als klingenden Beweis. Sie versetzt mich irgendwie in angenehm aufmerksame Trance ;)
    • Diese Box ist schon im April eingeflogen, nun das erste mal im Player.
      Ich kannte den Komponisten bewusst nicht.

      Jacobus Vaet
      Geistliche Musik CD-1
      Dufay Ensemble
      Dirigent :wink:
      Die Kunst zu wissen, wann man das Orchester nicht stören soll.
      Herbert von Karajan (1908-1989)
    • Du kanntest den Komponisten "nicht bewusst" - so herum ist's besser, werter Dirigent! :D :)

      Ich höre gerade auch alte Musik. Rameaus wirklich charmante Trio-Konzerte:



      :cincinbier: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.


    • Dietrich Buxtehude
      Das jüngste Gericht (Wacht! Euch zum Streit gefasset macht)
      La Capella Ducale
      Musica Fiata
      D: Roland Wilson
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Hier Frühbarockes.

      Claudio Monteverdi: Vespro della Beata Vergine (posthum 1650)
      Giovanni Rigatti: Audi dulcis amica mea; Ardet cor meum
      Massimiliano Neri: Sonata terza a 3; Sonata VIII a 6
      Alessandro Grandi: Ave Maris stella


      La Capella Ducale
      Musica Fiata
      Roland Wilson



      Gruß
      MB

      :wink:
      " ... weil es nicht um mein Ego, sondern um die Musik geht ... " (Zitat arundo donax)


    • Danses Des Bergers, Danses Des Loups -
      Musiques traditionelles du coeur de la France



      Les Musiciens de Saint Julien
      D: François Lazarevitch

      François Lazarevitch, cornemuse, chant
      Basile Brémaud, violon
      Anne-Lise Foy, vielle à roue
      Gilles Potoux, accordéon diatonique
      Dominique Paris, cabrette

      Das Label alpha hat in dieser (schwarz-weißen) Serie traditionelle Musik aus Frankreich, meist gespielt von bekannten Alte-Musik-Ensembles vorgestellt. Ich liebe diese Aufnahmen sehr - sie haben auch eine hohe Qualität. Lazarevitch hat z.B. für seine Einspielung von JS Bachs Flötensonaten höchstes Lob erfahren.

      Im Spätbarock idealiserte die Hofgesellschaft das Landleben, zur Unterhaltung erging man sich in "Schäferspielen" - nichts davon hatte es mit der Realität, der Arbeit der Landbevölkerung zu tun. Die schufteten, um ihre Existenz zu erhalten - und der loup, der Wolf bedrohte sie, er fiel die Tiere, die doch ihre Existenz sichern sollten. Un d es gab Legenden, in denen behauptet wurde, die Musik, die Töne des Dudelsacks würden die Wölfe vertreiben.

      Ich finde diese Aufnahme großartig. Und nebenbei, nur so nebenbei - aber eigentlich ärgert es mich viel mehr: ich fand die alten Cover und Aufmachungen der CDs von alpha großartig, toll, wunderbar, passend, interessant ... und die neuen nur noch langweilig, halt so wie alle anderen xtausend labels. Leider wird so ein schönes Cover nicht wieder zu sehen sein, das sofort, direkt auffällt und die Aufmerksamkeit auf sich zieht.


      lg vom eifelplatz, Chris.

      de.wikipedia.org/wiki/Cabrette


    • Cinquecento gehört neben dem Hilliard-Ensemble und Delitae Musicae zu meinen liebsten Renaissance-Ensembles (ich höre ja nur all-male-Formationen).
      Ich kenne fast alle Aufnahmen von Cinquecento und liebe das wundervolle Klangbild und die Ausgewogenheit der Stimmen. Auch die neue Guyot-CD ist wieder ein ganz großer Wurf. :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1:
    • eifelplatz schrieb:

      Mauerblümchen schrieb:

      Hier Frühbarockes.

      Claudio Monteverdi: Vespro della Beata Vergine (posthum 1650)
      Giovanni Rigatti: Audi dulcis amica mea; Ardet cor meum
      Massimiliano Neri: Sonata terza a 3; Sonata VIII a 6
      Alessandro Grandi: Ave Maris stella

      La Capella Ducale
      Musica Fiata
      Roland Wilson
      Und? Magst Du was drüber schreiben?


      lg vom eifelplatz, Chris.
      Liebe Chris, danke für Deine Nachfrage! Ich fand das beim ersten Hören eher uninspirierend, habe aber auch nicht sonderlich konzentriert zugehört. Ob da das eine das andere bedingte, höre ich lieber nochmal nach.

      Viele Grüße zum Eifelplatz
      MB

      :wink:
      " ... weil es nicht um mein Ego, sondern um die Musik geht ... " (Zitat arundo donax)
    • eifelplatz schrieb:

      Danses Des Bergers, Danses Des Loups -
      Musiques traditionelles du coeur de la France
      Hallo Chris,
      natürlich antworte ich ungefragt.

      Gegen die weiter oben von Dir genannte


      hat diese CD bei mir wenig Chancen.
      Nett, reizvoll, aber doch nicht von der Intensität der oben genannten.

      Da Bach hier durchgeht, geht auch Zelenka durch als "Alte Musik":


      Hörte ich gerade und war sehr angetan. Dazu trägt wohl die Beschäftigung mit Telemann viel bei, der ich zur Zeit anhänge.
      Eine der eher extrovertierten Messen Zelenkas, nicht so verzwickt und in sich gekehrt wie manche der späten.
      Prunkt hier und da mit reicher Besetzung und kommt wenig grüblerisch daher, beinahe untypisch für Zelenka.

      Herzliche Grüße,
      Mike
      "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire


    • Joseph Bodin de Boismortier (1689-1755)
      Six Sonates Op. 51 (Paris, 1734)
      Elysium Ensemble:
      Greg Dikmans, flute (Kopie nach Rottenburgh, Brüssel c. 1740)
      Lucinda Moon, violin (Italien c. 1700)

      Rec. 2015, Studio 529 Australian Broadcasting Corporation
      Coverbild: Jean-Marc Nattier (1685-1766), Mathilde de Canisy, marquise d'Antin
      Booklet: sehr ausführlich aber nur Englisch


      Das Label Resonus bringt derzeit Aufnahmen eine Reihe noch relativ unbekannter Ensembles heraus, was ich da bisher habe, kann sich durchaus hören lassen, so auch diese australische Duo in der nicht alltäglichen Besetzung Traversflöte und Geige. Mir gefällts, offenbar anderen auch, wie die Rezensionen zeigen.


      lg vom eifelplatz, Chris.

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      de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Bodin_de_Boismortier
      resonusclassics.com/joseph-bod…es-op-51-elysium-ensemble
      elysiumensemble.com/

      earlymusicreview.com/boismortier-six-sonates-op-51/
      elysiumensemble.com/biographie…ium-ensemble/reviews.html


    • Marc-Antoine Charpentier
      Beata Est Maria
      Lièvre-Picard, Obrecht, Candenot
      Les Passions
      D: Jean-Marc Andrieu
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul


    • Schätze aus Uppsala
      Musik des 17. Jahrunderts aus der Düben-Sammlung

      Les Cornets Noirs
      Wolf Mathias Friedrich

      Bork-Frithjof Smith, Cornetto
      Gebhard David, Cornetto
      Amandine Beyer, Violine
      Cosimo Stawarski, Violine
      Simen van Mechelen, Alt- und Tenorposaune
      Adrian Rovatkay, Violoncello
      Matthias Spaeter, Erzlaute
      Johannes Strobl, Orgel

      Rec. 2011 in der Alten Kirche in Boswil/Schweiz
      Booklet: ausführlich mit Rexten und Beiträgen in Latein/D/F/E


      Werke von Kaspar Förster (1616-1673), Johann Gletle (1626-1683), Antonio Bertali (1605-1669), Johann W. Fürchtheim (c. 1635-1682), Franz Tunder (1614-1667), David Pohle (1624-1695), Marco C. Peranda (c. 1625-1675), Sisto Reina (?-c. 1664)


      lg vom eifelplatz, Chris.


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      de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCbensammlung

      Die barocke Triosonate - ihre Bedeutung und ihre Schönheiten
    • Neu



      Wie schön! Besonderen Wert legt man hier auf die Farbmischungen von Bläsern und Streichern- und stellt die Verbindung her zwischen Muffat, Krieger etc., die irgendwie von Sebastian Bach so nicht aufgenommen wurden, sich in Leipzig aber sehr wohl wiederfinden über Telemann, Fasch und Graupner.
      Von allen drei mir vorliegenden Einspielungen: Hengelbrock mit den Freiburgern, Demeyere und eben dieser hier: die überzeugendste diese für mich im Klangreichtum.

      War ein Risikokauf, da die Werke bereits zweimal vorhanden, der aber hat sich wirklich gelohnt!

      Herzliche Grüße,
      Mike
      "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Voltaire
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      Ombra e Luce - Modena 1665

      Georg Kallweit, Violine
      Björn Kolell, Theorbe, Barockgitarre

      Werke von Uccelini, Cazzati, Colombi, Vitali. Bononcini, Roncalli, Corelli, Ferrari.

      Auf die CD und das außergewöhnliche ( sowohl in Besetzung als auch im Zusammenspiel) Duo hat mich ein Forums-Kollege aufmerksam gemacht - herzlichen Dank dafür und einige andere Tips. Mir hat die Aufnahme auch sehr gefallen.

      lg vom eifelplatz, Chris