Die Klarinette

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    • Das "bekannte" finnische oder karelische Volkslied Minun kultani kaunis on wurde 1939 auch von Schostakowitsch bearbeitet.

      Eine Freundin hat das vor kurzem im Chor gesungen. Wir möchten das gemeinsam musizieren, sie Gesang, ich Klarinette. Daher habe ich ihre Noten (in e-Moll) für B-Klarinette (nach fis-Mol) transponiert. Hier ohne Text:





      Der zweite Teil ist die transponierte Stimme nochmal nach oben oktaviert. Die ursprüngliche Transposition liegt in einem ziemlich "langweiligen" Bereich der Klarinette. Schöner klingt da sicherlich die oktavierte Stimme. Allerdings ist die für den Gesang (Mezzosopran) zu hoch.

      Hat jemand Anregungen für alternative (aber triviale) "Bearbeitungen" der Gesangsstimme für begleitende Klarinette? Also ganz generell, meine ich.

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Gerne möchte ich auf folgenden Youtube-Kanal des Bassklarinetisten Michael Lowenstern hinweisen:
      youtube.com/earspasm

      Hier findet man eine hervorragende Serie von Lehrvideos rund ums Klarinettespielen.
      Zuletzt hat er erklärt wie man das Glissando am Anfang von Rapsody in Blue spielt. Sehr einsichtsreich, auch wenn es mir selbst noch nicht gelungen ist :pfeif:

      Hudebux
    • Hudebux schrieb:

      Zuletzt hat er erklärt wie man das Glissando am Anfang von Rapsody in Blue spielt. Sehr einsichtsreich,
      Ohja, danke für den Link. Ich habe mich das auch schon öfter gefragt, wie die Glissandi wohl gehen. Das mit dem seitlichen Wegziehen der Finger ist für mich eine völlig neue Erkenntnis. Werde ich die Tage mal ausprobieren...

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Weil ich das heute zum ersten mal probiert habe: Oblivion von Astor Piazzolla ist ein sehr schönes Stück, welches auch einem Quasianfänger wie mir recht befriedigende Gefühle geben kann. Noten für B-Klarinette solo findet man mit Onkel Google. Es hat nur ein Vorzeichen (notiert F-Dur), ist grifftechnisch recht leicht, und hat schön lang gezogene Töne bzw. Melodien, die weitgehend im Clarionregister liegen und sehr schön klingen, und es ist vor allem ein Stück, was man (ich zumindestens) sehr gerne hört. (Im Gegensatz zu so vielen Übungen für Klarinette aus dem Buch.) Auf yt findet man zahllose Beispiele. Martin Fröst hat es auf CD.

      maticus

      Nachtrag Hier ein Video mit einer Bearbeitung für Klarinette und Gitarre.

      youtube.com/watch?v=-ngvxqgp8O8
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • :cincinbier: Na dann geht es Dir ja auch nicht besser als mir. Mein Leher meint, das meiste würde in Wahrheit doch im Mund, also am Mundstück passieren, um das Glissando hinzukriegen. Eine generell gute Übung sei es nur das Mundstück zu nehmen und Tonleitern darauf zu spielen. Mit Training schaffe man eine Oktave. Das hat er mir vorgemacht.

      Ich arbeite aber nun erstmal an einer für mich wichtigeren Baustelle. Denn ich beobachte immer wieder, dass mit der Kehle presse. Ich übe nun egal, was passiert, die Kehle beim spielen ganz offen und entspannt zu lassen, sodass der komplette Luftfluss allein vom Zwerchfell kontrolliert wird. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Fall jemand Tipps hat, wäre ich dankbar.

      Hudebux
    • Hudebux schrieb:

      Üben mitte dem Mundstück alleine
      Ich höre von diesen Mundstückübungen zum ersten mal. Ist das state of the art? Mir ist der Sinn nicht klar. Und ich bin skeptisch, ob dies gut sein kann. Denn es fehlen m. E. wesentliche Parameter: die unterschiedlichen Widerstände der unterschiedlichen Töne, dasselbe jeweils mit der Intonation und dem Klang, dem Neigungswinkel der Klarinette etc. und die damit verbundenen bewusste oder unbewusste wahrgenommenen Rückmeldungen, die der Bläser davon bekommt. Aber vielleicht verstehe ich da was falsch. (Ich habe mir das ganze Video nicht angeschaut, da es mir etwas langatmig war.)

      Oder anders gefragt: was kann man mit der Mundstückübung (besser) machen, was man nicht oder nur schlechter mit dem ganzen Instrument machen kann?

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Das "Schleifen" kannst Du doch letztlich nur mit dem Mundstück machen. Das Schwierige ist dann eben einen chromatischen Lauf mit dem Schleifen zu kombinieren. Meiner Erinnerung nach gibt es Aufnahmen der Rhapsody, auf denen der Klarinettist einfach einen sehr schnellen chromatischen Lauf spielt und ganz am Ende ein bißchen "hochzieht". Weil es eben schwierig ist und zumindest früher nicht unbedingt von klassisch ausgebildeten Musiker fertiggebracht wurde (zumal es in klassischer Musik vor dem 20. Jhd. auch kaum vorkommen dürfte). Definitiv keine wichtige Baustelle für Laien, würde ich sagen.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Kater Murr schrieb:

      Meiner Erinnerung nach gibt es Aufnahmen der Rhapsody, auf denen der Klarinettist einfach einen sehr schnellen chromatischen Lauf spielt und ganz am Ende ein bißchen "hochzieht"
      Ich habe mal in einem Video (ich glaube mit Alessandro Carbonare) gehört, dass die Originalpartitur von Gershwin auch "nur" die chromatische Tonleiter fordert, und das Glissando nun Tradition ist, weil einer der ersten (oder der erste?) Klarinettisten es bei der Aufführung so gespielt hat.

      Klar, meine Baustelle ist das momentan auch nicht...

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • In meinem "Miniature Orchestra Score" von Warner Bros. steht für die Klarinette am Anfang (notiert) nach dem Triller auf g eine diatonische Tonleiter von g bis h" (gefolgt von c''' im nächsten Takt) als 17-ole, wobei über der 17-ole ein Bogen steht, an dessen Anfang "gliss." vorgeschrieben ist.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • Hudebux schrieb:

      Mein Leher meint, das meiste würde in Wahrheit doch im Mund, also am Mundstück passieren,
      Soll das denn heißen, dass Lowenstern in seinem Video da faked? Mir kam es nicht so vor, auch wenn er wohl ab und zu mal ein "Spaßvideo" einbaut.

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Ich habe mal in einem Video (ich glaube mit Alessandro Carbonare) gehört, dass die Originalpartitur von Gershwin auch "nur" die chromatische Tonleiter fordert, und das Glissando nun Tradition ist, weil einer der ersten (oder der erste?) Klarinettisten es bei der Aufführung so gespielt hat.
      Die Geschichte hat mein Lehrer auch erzählt.
      Soll das denn heißen, dass Lowenstern in seinem Video da faked? Mir kam es nicht so vor, auch wenn er wohl ab und zu mal ein "Spaßvideo" einbaut.
      Glaube ich auch nicht. Ich habe meinen Lehrer den Youtubelink geschickt. Nächste Stunde werde ich das nochmals mit ihm diskutieren.
      Es war so, dass ich meinte, dass man auf der deutschen volloehler Klarinette doch ein Problem hätte mit dem Fingerwegzieh-Glissando, da dort der rechte Mittelfinger nicht direkt ein Tonloch schliesst, sondern eine Klappe betätigt. Darauf meinte er, dass das trotzdem ginge, dass das Wesentliche im Mundraum passiere, und dass man das eben gut mit dem Mundstück alleine trainieren könnte.
      Mein Lehrer spielt Klesmer, dort gibt es ja viele jauchzende Glissandi.

      Ich höre von diesen Mundstückübungen zum ersten mal. Ist das state of the art? Mir ist der Sinn nicht klar. Und ich bin skeptisch, ob dies gut sein kann. ...
      Angeblich werden diese Übungen auch von manchen Hochschulleherern empfohlen.
      Ich finde das für mich interessant, da ich mir vorstellen kann, dass ich einiger meiner falsch antrainierten Techniken, damit in den Griff bekommen könnte. So wird auch im Video betont, dass man bei den Übungen den Lippendruck und den Ansatz nicht änder soll. Alles soll allein mit der Variaton des Mund- und Rachenhöhle geschehen. Grob ist es anscheinend ein Wechsel von "eee" zu "aaa" der die Tonhöhe modulieren soll. Das etwas bewusster zu beherrschen, ohne dabei das Blatt stärker zu pressen oder mit der Kehle zu drücken, scheint mir für eine gute Intonation in allen Registern eine gute Übung zu sein.

      Hudebux
    • Zu Gershwins Rhapsody in Blue: Die originale Notation vom Anfang des Werks ist hier zu sehen.

      Lt. englischer Wikipedia hat Ross Gorman, Solo-Klarinettist in Whitmans Orchester, diese Stelle als Glissando in einer Probe gespielt und Gershwin gefiel das so gut, dass er ihn bat, dass dann auch so im Konzert zu spielen.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Lieber Hudebux,

      die Sache mit eee und aaa u. ä., ohne den Ansatz zu verändern, kommt ja auch in den Videos von Lowenstern vor, und dies ist auch für mich eine neue Erkenntnis, die ich jetzt bewusst umsetzen will. Ich stelle mir allerdings vor, dass dies real mit der Klarinette viel besser funktioniert, da man sofort das Feedback bekommt, wie es klingt und wie es intoniert.

      Ich finde den Lowenstern einfach genial. Er kann Sachen extrem gut auf den Punkt bringen, und ist dabei noch witzig und locker. Und spielen kann er auch....hast du mal das Solo aus Daphnis et Chloe gesehen?

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit
    • Das Duo Anlagen hat ein paar Bearbeitungen (u. a. Piazzolla) für Klarinette und Gitarre aufgeführt:

      youtube.com/channel/UC4HSyk11Oh70s7SzInhSpKg/videos

      Teilweise haben sie dafür Bearbeitungen für Flöte und Gitarre genommen (transponiert), aber ich finde, die Klarinette ist hier bei all diesen Werken zauberhaft. Zudem hat die sizilianische Klarinettistin Angela Longo einen sehr schönen Ton, wie ich finde. Dass sie kein unbeschriebenes Blatt ist, kann man etwa auch in einem Video mit einem Solo für Es-Klarinette aus Berlioz' Symphonie Fantastique unter Maestro Muti sehen:

      youtube.com/watch?v=OkXhSskpBzQ

      Ich hoffe, man wird in Zukunft noch mehr von ihr hören können.

      Die Kombination Gitarre und Klarinette ist eine, die ich bisher nicht auf meinem Zettel hatte (bin eigentlich nicht so der Gitarrenfan), aber die beiden Instrumente scheinen sehr gut zusammen zu passen, und bietet für Laienklarinettisten (wie mich) vielleicht eine (weitere) Möglichkeit, Partner zum gemeinsamen Musizieren zu finden.

      maticus
      Wer B sagt, muss auch A sagen. --- Klassische Klarinettistenweisheit