"Wir sind die Urheber" vs "Anonymous"

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    • Magus schrieb:

      philmus schrieb:

      Außer die Datenpiraten (die User) wären damit zufrieden, einen ungefilterten Strom aus kulturellem Brei runterzuladen
      Ich habe manchmal den Eindruck, daß es im Grunde genau darum geht: nicht selten steht dabei eine große Technikaffinität im Vordergrund. Weil mein Gerät 25.000 (!) Musiktitel speichern kann, will ich 25.000 Musiktitel auf meinem Gerät haben. Gesetzt den Fall, ich müßte, um die Kapazitäten meines Geräts voll auszunutzen, auch nur € 0,10 pro Titel zahlen, hätte ich ein Problem....

      Ein Freund von mir führte mir einmal diese enormen Möglichkeiten seines Geräts vor Augen. Auf meine Frage hin, wann er denn beabsichtige, 25.000 Musiktitel (ca. 1.300 Stunden oder 54 Tage nonstop Musik) zu hören, erntete ich nur fassungsloses Kopfschütteln; denn darum gehe es doch gar nicht........

      :wink:

      Magus


      Damit könnte, und ich sage bewußt "könnte", man dann auch argumentieren, daß dem Urheber der nie gehörten Werke auch nie eine Einnahme für sein Werk verloren gegangen sein wird, denn, da es eh nie gehört werden wird, wäre es auch nie in Form einer CD oder ähnlichem gekauft worden.

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • Arcangelo schrieb:


      Wichtig ist mir die Veröffentlichung: das Werk wird vom Künstler sozusagen in die Freiheit entlassen - wo ihm alles mögliche widerfahren kann. Der Künstler gibt damit die unmittelbare Kontrolle über das Werk auf.
      Arcangelo


      Und, wenn ein Bild in einem Museum hängt, und das Museum es erworben hat, so kann das Museum entscheiden, was mit dem Bild passiert, es auch z.B. verbrennen, wie es derzeit irgendwo passiert (Italien?), weil kein Geld da ist, die Bilder angemessen aufzubewahren. Damit will das Museum auf den Mißstand der Pflege der Kultur durch die Gesellschaft hinweisen. Welches "Recht" hat hier noch der "Urheber" (hier: "Künstler") an der Verwertung seines Bildes?

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • Carola schrieb:

      Arcangelo schrieb:

      Wichtig ist mir die Veröffentlichung: das Werk wird vom Künstler sozusagen in die Freiheit entlassen - wo ihm alles mögliche widerfahren kann. Der Künstler gibt damit die unmittelbare Kontrolle über das Werk auf.
      Arcangelo
      Wie kommst Du denn darauf? Den Teufel werde ich tun. Wenn zum Beispiel einem meiner Gedichte "widerfährt", dass irgendwer bei einem Nachdruck oder auch einer Veröffentlichung im Netz nach eigenem Ermessen Interpunktion einfügt, den Zeilenfall verändert oder gar etwas weglässt, so weiß ich das - mit Hilfe meines Urheberrechts - zu verhindern. Es geht beim Urheberrecht eben nicht "nur" ums Geld, sondern auch um die künstlerische Integrität zum Beispiel eines Gedichts. Juristisch gesprochen geht es dabei also nicht nur um das Eigentumsrecht, sondern auch um das allgemeine Persönlichkeitsrecht. Ein Gesetz, das diese Rechte antastet, würde spätestens vom Bundesverfassungsgericht kassiert. Und das ist auch gut so.

      Gruß, Carola


      Bist Du Dir da so sicher? Ab einer gewissen "Schöpfungshöhe" ist das sehr wohl wieder eine neue geistige Leistung, und damit sehr wohl erlaubt!

      Matthias
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    • Und eigentlich wollte ich nur auf die interessante Beitragsreihe der Zeit zu diesem Thema hinweisen: :D

      http://www.zeit.de/digital/internet/2012-05/bundestag-warnhinweise

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
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      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • pfuetz schrieb:

      Carola schrieb:

      Arcangelo schrieb:

      Wichtig ist mir die Veröffentlichung: das Werk wird vom Künstler sozusagen in die Freiheit entlassen - wo ihm alles mögliche widerfahren kann. Der Künstler gibt damit die unmittelbare Kontrolle über das Werk auf.
      Arcangelo
      Wie kommst Du denn darauf? Den Teufel werde ich tun. Wenn zum Beispiel einem meiner Gedichte "widerfährt", dass irgendwer bei einem Nachdruck oder auch einer Veröffentlichung im Netz nach eigenem Ermessen Interpunktion einfügt, den Zeilenfall verändert oder gar etwas weglässt, so weiß ich das - mit Hilfe meines Urheberrechts - zu verhindern. Es geht beim Urheberrecht eben nicht "nur" ums Geld, sondern auch um die künstlerische Integrität zum Beispiel eines Gedichts. Juristisch gesprochen geht es dabei also nicht nur um das Eigentumsrecht, sondern auch um das allgemeine Persönlichkeitsrecht. Ein Gesetz, das diese Rechte antastet, würde spätestens vom Bundesverfassungsgericht kassiert. Und das ist auch gut so.

      Gruß, Carola


      Bist Du Dir da so sicher? Ab einer gewissen "Schöpfungshöhe" ist das sehr wohl wieder eine neue geistige Leistung, und damit sehr wohl erlaubt!

      Matthias
      Das Einfügen von Interpunktion oder das Weglassen einzelner Wörter oder Teile wird man wohl kaum als "neue geistige Leistung" bezeichnen können. Ich würde in einem solchen Fall eher von Schlamperei oder beim Weglassen vielleicht sogar von Zensur sprechen. Die Vorstellung, dass auch Kunstwerke eine Würde haben und mit Respekt behandelt werden wollen, scheint manchem hier doch recht fremd zu sein.

      Gruß, Carola
    • Was ist eigentlich diese vielbeschworene "Kriminalisierung der Nutzer"? Es gibt ein geltendes Urheberrecht - ob verbesserungswürdig oder nicht sei zunächst dahingestellt -, und jemand, der z. B. ohne Erlaubnis Filme als Datei per Internet verschenkt, der verstößt gegen dieses Recht. Das als "Kriminalisierung eines Nutzers" zu interpretieren, ist schon ein sehr starkes Stück, denn der Akt an sich ist ein Verstoß gegen geltendes Recht, dem man schlecht mit dem Argument "ich hätte das geltende Recht aber gerne anders" beikommen kann.

      Aber bitte sehr: dann breche ich halt z. B. in die Wohnung von Marina Weisband ein ( :-H ) und mache geltend, daß ich als Nutzer der Einrichtungsgegenstände dieser Wohnung nicht durch irgendein antiquiertes Eigentumsrecht kriminalisiert werden möchte. :D

      Und dann haben wir da die Sache mit dem "finanziellen Ausgleich". Das ist offensichtlich neudeutsch dafür, Künstlern nach ihrer faktischen Enteignung (neudeutsch ausgedrückt: "Reform des Urheberrechts") noch ein paar Almosen zukommen zu lassen. Entschieden wird über diesen "finanziellen Ausgleich" dann wahrscheinlich von irgendeiner Kommission, so daß wir schließlich in toto das vollendet haben, was noch nicht einmal die Sowjetunion hinbekommen hat: den vollverstaatlichten Volkskünstler zu etablieren, der zu produzieren hat und dafür per Flatrate entlohnt wird.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Arcangelo schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Oder meinst Du mit "freigeben" etwas anderes, lieber Arcangelo?
      Ich habe meinen Beitrag gerade eben noch etwas erweitert und hoffe mal, dass ich mich verständlich machen konnte.
      Ich bin mir nicht sicher.

      Arcangelo schrieb:

      Aber wie ist das denn: wenn jetzt jemand eines von deinen Gedichten nehmen würde, es verändern und veröffentlichen - kannst du ihn dann auf Unterlassung nach dem Urheberrecht verklagen?
      Carola hat ja bereits geantwortet; ich sehe es genauso.

      Übrigens: Würdest Du hier bei Capriccio ein Gedicht einstellen, das ein Autor - lebend bzw. noch keine 70 Jahre tot - in einem Buch oder sonstwo veröffentlicht hat, wäre das ein Verstoß gegen das Urheberrecht (es sei denn, der Autor hätte Dir das ausdrücklich gestattet). Die Moderation müßte dann Deinen Beitrag wieder entfernen, weil Capriccio verklagt werden könnte. Ähnliches gilt für Bilder, Youtube-Links u. a. m.

      Fürs Zitieren gibt es wieder eigene Regeln, vgl. z. B. hier Zitat.

      Carola schrieb:

      Die Vorstellung, dass auch Kunstwerke eine Würde haben und mit Respekt behandelt werden wollen, scheint manchem hier doch recht fremd zu sein.
      Mir nicht.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Was ist das denn?

      Leipziger Allerlei mit humoristischer Einlage?

      Na denn: wohl bekomm's!

      Aber mal im Ernst: eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen Interessen der Beteiligten hätte was für sich.

      Arcangelo
      Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können.
      Noam Chomsky
    • Arcangelo schrieb:

      Was ist das denn?

      Leipziger Allerlei mit humoristischer Einlage?

      Na denn: wohl bekomm's!

      Aber mal im Ernst: eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen Interessen der Beteiligten hätte was für sich.

      Arcangelo

      Und was ist das hier? Zitieren für Einsteiger? ;+)

      Im Ernst: was ist so falsch an meiner Argumentation, wonach die sogenannte "Kriminalisierung der Nutzer" ein Popanz ist, der schlicht Unfug darstellt?

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Gurnemanz schrieb:

      Übrigens: Würdest Du hier bei Capriccio ein Gedicht einstellen, das ein Autor - lebend bzw. noch keine 70 Jahre tot - in einem Buch oder sonstwo veröffentlicht hat, wäre das ein Verstoß gegen das Urheberrecht (es sei denn, der Autor hätte Dir das ausdrücklich gestattet). Die Moderation müßte dann Deinen Beitrag wieder entfernen, weil Capriccio verklagt werden könnte. Ähnliches gilt für Bilder, Youtube-Links u. a. m.

      Was spricht dann aber dagegen, wenn ich MEINE Fotos von Plattencovern hier rein stelle? Immerhin habe ich ja die Fotos gemacht, und nicht jemand anderer.
    • merkatz schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Übrigens: Würdest Du hier bei Capriccio ein Gedicht einstellen, das ein Autor - lebend bzw. noch keine 70 Jahre tot - in einem Buch oder sonstwo veröffentlicht hat, wäre das ein Verstoß gegen das Urheberrecht (es sei denn, der Autor hätte Dir das ausdrücklich gestattet). Die Moderation müßte dann Deinen Beitrag wieder entfernen, weil Capriccio verklagt werden könnte. Ähnliches gilt für Bilder, Youtube-Links u. a. m.

      Was spricht dann aber dagegen, wenn ich MEINE Fotos von Plattencovern hier rein stelle? Immerhin habe ich ja die Fotos gemacht, und nicht jemand anderer.

      Etwas abzufotografieren dürfte wohl eine Kopie darstellen - und es geht ja hier gerade um das Copyright.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Und was ist das hier? Zitieren für Einsteiger?
      Nun ja - ich muss den von Gurnemanz eingestellten Artikel erst noch studieren ...

      Im Ernst: was ist so falsch an meiner Argumentation, wonach die sogenannte "Kriminalisierung der Nutzer" ein Popanz ist, der schlicht Unfug darstellt?
      Wie denn nun? Ein Popanz und kein ernst zu nehmendes Recht?



      Arcangelo
      Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können.
      Noam Chomsky
    • merkatz schrieb:

      Was spricht dann aber dagegen, wenn ich MEINE Fotos von Plattencovern hier rein stelle? Immerhin habe ich ja die Fotos gemacht, und nicht jemand anderer.


      Das geht nicht - wir hatten das Thema schon mehrfach. Du kannst das nachlesen.

      Für die Moderation:

      Caesar73
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Zur "Schöpfungshöhe" mag ich mich nicht weiter äußern: Als Nichtjurist erkenne ich hier meine Grenzen... ;+) Immerhin scheint es hier eine nicht eben kleine Grauzone zu geben, die selbst unter Juristen umstritten ist.

      Die Frage, ob selbst fotografierte Plattencover bei Capriccio eingestellt werden dürfen (Antwort: nein, dürfen sie nicht), wurde hier bereits eingehender diskutiert: Copyright - Fragen und Antworten.

      :wink: :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Arcangelo schrieb:


      Im Ernst: was ist so falsch an meiner Argumentation, wonach die sogenannte "Kriminalisierung der Nutzer" ein Popanz ist, der schlicht Unfug darstellt?
      Wie denn nun? Ein Popanz und kein ernst zu nehmendes Recht?


      Die Behauptung, das Urheberrecht würde "Nutzer" "kriminalisieren" ist ein Popanz, weil diese Behauptung impliziert, daß eine rechtsstaatliche Regelung Leute als kriminell darstellt, die überhaupt nicht kriminell sind. Nach heute geltendem Recht handeln sie aber nunmal kriminell, und man sollte sich schonmal fragen, ob die Haltung "ich bin nur kriminell, weil ein Recht gilt, das mir aber gar nicht paßt" in einem Rechtsstaat legitim ist. Vor diesem Hintergrund könnte man nämlich gleich die Anarchie einführen, weil jede strafrechtlich relevante Regelung irgendwen kriminalisiert.

      Trotzdem kann (und soll) man natürlich über Sinn und Unsinn von Rechtsvorschriften diskutieren. Aber nach einer Liberalisierung einer Rechtsvorschrift zu rufen, weil diese Leute "kriminalisiert", ist schon rein logisch Quatsch. Der Sinn der Liberalisierung ist ja gerade, daß Handlungen legal werden, die (noch) illegal sind - die "Entkriminalisierung" ist also der Forderung nach Liberalisierung ohnehin implizit. Der Vorwurf der "Kriminalisierung" dient somit lediglich auf polemische Weise dazu, den Eindruck zu erwecken, eine rechtsstaatlich getroffene Regelung sei Unrecht, da sie Leute als kriminell abstempelt, die doch eigentlich nett und unbescholten sind. Die entscheidende Frage wäre aber: warum wollen wir, daß die besagte Handlung legal wird?

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Die entscheidende Frage wäre aber: warum wollen wir, daß die besagte Handlung legal wird?
      Na, das ist doch schon mal ein Anfang.
      Eine mögliche Antwort ist der Verweis auf die Ununterscheidbarkeit der Kopie vom Original bei digitalen Produkten.
      Man könnte jetzt daran gehen und zurückverfolgen, wie das digitale Produkt aus welcher Quelle in den Speicher gekommen ist. Was aber mit rechtlichen Problemen behaftet ist. Dabei geht es dann nicht nur um Verbindungsdaten - die entsprechend einer EU-Richtlinie(?) sowieso gespeichert werden müss(t)en, sondern um Inhalte die mittels dieser Verbindungen ausgetauscht wurden.
      Bemerkenswert sind auch die Interessen der anderen Beteiligten: Künstler als Rechteinhaber und Verleger als Rechteverwerter.
      Arcangelo
      Die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können.
      Noam Chomsky
    • Den Vorwurf der "Kriminalisierung" verstehe ich sowieso nicht. Unabhängig von der Strafbarkeit wird doch faktisch fast immer nur zivilrechtlich vorgegangen. Durch Abmahnung und Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung. Die Gebühren für eine solche Abmahnung sind oft viel zu hoch und leisten einer unguten Abzockerei durch bestimmte Anwaltskanzleien Vorschub, in diesem Punkt gebe ich den Kritikern des Urheberrechtsgesetzes recht. Das Problem könnte man ganz einfach durch eine Senkung des Regelstreitwerts lösen, von dessen Höhe die Gebühr abhängt. Das will unsere derzeitige Regierung aber offenbar nicht. Die nächste wird es wollen...

      Was das schwierige Problem der "Schöpfungshöhe" angeht, durch die die Bearbeitung eines Kunstwerks selbst zum eigenständigen Kunstwerk werden kann: Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass diese Frage bei 99 % aller Urheberrechtsverletzungen keine Rolle spielt. Wer mehr wissen will, muss dann eben mal in einen juristischen Kommentar zum Urheberrechtsgesetz schauen. Umsonst gibt´s den aber auch nicht.

      Gruß, Carola
    • Symbol schrieb:

      Aber bitte sehr: dann breche ich halt z. B. in die Wohnung von Marina Weisband ein ( :-H ) und mache geltend, daß ich als Nutzer der Einrichtungsgegenstände dieser Wohnung nicht durch irgendein antiquiertes Eigentumsrecht kriminalisiert werden möchte. :D

      Jetzt würde die "Piraten-/Netzaktivistenfraktion" sagen: Die Einrichtungsgegenstände seien nach dem Einbruch weg (Frau Weisband kann sie nicht mehr benutzen) während nach dem Kopieren die Originaldatei immer noch da sei. Deswegen sei letzteres eben keinesfalls ein "Diebstahl" und mit ersterem gar nicht vergleichbar... :whistling:
      zwischen nichtton und weißem rauschen