"Wir sind die Urheber" vs "Anonymous"

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    • "Wir sind die Urheber" vs "Anonymous"

      Die Meisten von euch werden mitbekommen haben, dass im Netz eine neue Art von Kampf tobt.
      Unlängst haben ein paar hundert Schriftsteller einen Aufruf zur Beibehaltung des Urheberrechts online publiziert: "Wir sind die Urheber". Einige Tage später wurden die privaten Adress- und Geburts-Daten dieser Schriftsteller von der Gruppe "Anonymous" gehackt und veröffentlicht (in Kombination mit der Drohung, weitere Daten öffentlich zu machen, sollten die Schriftsteller nicht damit aufhören, auf ihr Recht zu beharren). Das ist ein Vorgang, wie es ihn in der Weise im Netz noch nicht gegeben hat. Schriftsteller, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, werden von einem Hacker-Mob an den Internet-Pranger gestellt.

      Ich persönlich habe "Wir sind die Urheber" nicht unterzeichnet, weil ich die Position vertrete, dass das Urheberrecht grundlegend reformiert werden muss, auch hatte ich bislang gewisse Sympathien für die "Anonymous"-Bewegung, aber bei dieser Art von protofaschistischem Handlungen hört der Spaß auf. Denn was kommt als nächstes? "Anonymous" verbrennt virtuell Bücher, die ihnen nicht in den Kram passen? Und dann real?

      Was meint ihr zu dem Geschehen?




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      Ich habe Schrauben in den Himmel gesteckt
      und die Rabenmuttern festgedreht
    • Zuviel, um hier darauf antworten zu können, denn dann wird es wieder politisch... :D

      Nur soviel: Das UrHG muß geändert werden, das ist wohl inzwischen allen klar, denn es kann in seiner Form nicht mehr angewendet werden.

      Dazu mal ein Tweet, um der Sache etwas die Schärfe zu nehmen, denn ich denke, daß die Diskussion inzwischen wirklich dazu gekommen ist, daß man sich wieder miteinander auseinandersetzt, und nicht nur bloß auf seinen Positionen bestehen bleibt.

      "100 Künstler warnen vor Abschaffung des Urheberrechts" ist genauso wie "100 Polizisten warnen vor Aufhebung des Einreiseverbots für Aliens" (http://twitter.com/#!/presroi/statuses/200637713513328640)


      Und ein Auszug aus einem Beitrag des Spiegels:

      1500 Autoren protestieren. Aber diese 1500 Autoren protestieren nicht gegen die Verletzung der Menschenrechte in China. Diese 1500 Autoren protestieren nicht gegen die Demokratievernichtungsmaschine EU. Und diese 1500 Autoren protestieren auch nicht gegen eine Wirtschafts- und Wachstumspolitik, die die Welt in den Untergang treibt, wie es gerade der Club of Rome beschrieben hat.

      Nein, wenn 1500 Autoren protestieren, dann denken sie an ihr eigenes Frühstück. Dagegen ist im Grunde nichts zu sagen. Die Frage ist nur, was das alles soll.
      (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-zur-urheberrechtsdebatte-und-wir-sind-die-urheber-a-832665.html)


      Aber, Du hast Recht, man sollte nicht ungefragt private Daten veröffentlichen, das geht zu weit...

      Ich laß Euch dann hier mal diskutieren... :D

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • Bei Anonymous ist das immer so eine Sache ... das ist ja keine feste Gruppierung mit bestimmten Mitgliedern, sondern eine lose Vereinigung. Genau genommen könnte jeder Profihacker sowas machen und dann sagen "Anonymous wars".

      Knapp vor dem ersten April verkündete Anon, dass sie die privaten Mails österreichischer Politiker gehackt hätten, und dabei viel hochbrisantes Material wäre, und man das veröffentlichen wird.

      Dann hieß es, das Ganze sei nur ein Aprilscherz irgendeines Typen gewesen, der in Anons Namen Aufmerksamkeit wollte.
    • Inzwischen gibt es ja noch einige Initiativen, die das Problem
      der Wahrung von Urheberrechten im Internet von verschiedenen Seiten
      angehen, z.B. auch

      ]http://wir-sind-urheber.de/ der Initiative "Auch wir sind Urheber/Innen" von Prof. Anatol Stefanowitsch

      sowie http://wir-sind-die-buerger.de

      Auch da kann man mitdiskutieren und unterzeichnen.


      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Die Aktionen bei denen persönliche Daten von "Feinden" ins Netz gestellt werden, Firmen durch DOS-Angriffe lahmgelegt werden - damit verwirkt diese Gruppierung das Recht ernst genommen zu werden.
      Im Gegenteil, man müsste dafür sorgen, ihnen das Handwerk zu legen. Wenn das aber passiert, dann schreien die "wir wurden von den Behörden bespitzelt/gehackt" und wir werden zur Schau gestellt! Das ist primitivste Doppelmoral, die zeigt, dass hier überwiegend Leute am Werke sind, die gewisse pubertäre Konflikte nie wirklich überwunden haben.

      Man kann da Parallelen zu Wikileaks sehen (hatten ja auch viel miteinander zu tun): denen ging es bei der Veröffentlichung der diplomatischen Depeschen auch nur mehr darum sich aufzugeilen. Mit Transparenz und Recht auf Wissen hatte das nichts mehr zu tun (es geht niemanden was an, was ich meinem Chef im Vertrauen als Mitteilung schicke). Als denen dann aber langsam der Gar ausgemacht wurde, ging das Geheul über die Schlechtigkeit der Welt los.

      Das Urheberrecht muss reformiert werden, weil es den Anforderungen des Internets nicht mehr genügt und es zudem fraglich ist, inwieweit noch wirklich die Urheber davon profitieren.
      Die "Ich-will-alles-gratis-und-sofort-wuppdidu"-Mentalität, die sich in der hedonistisch-oberflächlichen post-Web-2.0-Gesellschaft etabliert hat, lehne ich ab.
      Wenn jemand Geld und Zeit und Nerven in etwas reinbuttert, hat er meiner Meinung auch das Recht darauf, dass das durch Konsumenten auch belohnt wird (sofern er das will) und nicht einfach tausendfach gratis herumgereicht wird. Das gilt auch für Filmstudios, die mal eben 200 Millionen in einen Film investieren (worüber man aber sicher streiten kann).
      Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...
    • Keine Ahnung, wer diese „Anonymous“-Leute sind, aber Veröffentlichung privater Daten und Drohungen – das darf nicht sein. Wenn ich Urheberin in jedweder Form wäre, ich würde diesen Aufruf unterschreiben. Völlig richtig zu sagen: "Die alltägliche Präsenz und der Nutzen des Internets in unserem Leben kann keinen Diebstahl rechtfertigen und ist keine Entschuldigung für Gier oder Geiz."

      Ich sehe es wie Harnoncourt-Fan und empfinde diese "Ich-will-alles-gratis-und-sofort-wuppdidu"-Mentalität auch als unerträglich.
    • Da meine Tätigkeit mich in allen Bereichen ständig und überall mit dem Urheberrecht in Berührung bringt, kann ich auch nur darüber staunen, wie manche im Netz mit geistigem Eigentum umgehen. Sicher müssen für das Internet die Dinge in manchen Bereichen ernsthaft neu durchdacht werden. Aber das Urheberrecht ist ein elementares Recht, dass wir zwingend brauchen.

      Ich stelle einfach mal die Frage in den Raum, was wohl wäre, wenn wir das z.B. Patentrecht abschaffen würden. Dann gäbe es flugsdiwugs auch kein Internet mehr, weil alle PC Hersteller ihre Produktion einstellen könnten. Twitter und alle diese Dinge gäb es recht schnell auch nicht mehr. Das da noch keiner angesetzt hat??? Dann gehen wir vielleicht auch recht schnell alle „zu Fuß“.
      In all diesen Bereichen, ob Urheberrecht oder Patentrecht etc. wird geistiges Eigentum geschützt. Ich halte es für wichtig. Unsere technische Entwicklung hat die geistige, ethische und moralische schon längst überholt. Urheber müssen ihr Leben finanzieren, das ist ein Fakt. Ich bin Mitglied in der Verwertungsgesellschaft Bild/Kunst, das hat einen tieferen Sinn.
      Polemisch könnte ich auch zum Schluss mal sagen: Warum wird dann Ladendiebstahl nicht straffrei gestellt? Was ist den dabei, wenn einer im Kaufhaus was klaut? Das wurde doch tausendfach produziert? Was soll's? — Nein, wir leben in einer menschlichen Gesellschaft, die die Rechte anderer zu respektieren hat. Ohne Urheberrechtsschutz wird unsere Gesellschaft künstlerisch verkümmern.

      Bis bald
      corda vuota
    • Wer daselbst über kein geistiges Eigentum verfügt, sieht sicherlich wenig Gründe dafür, ebensolches zu schützen....

      Aber so einfach ist die Sache naklar auch nicht.

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Auch ich bin der Meinung das geistiges Eigentum unbedingt geschützt werden muss un d diejenigen die etwas leisten auch dafür bezahlt werden müssen.

      Aber was zB die GEMA angeht, so wird doch einiges da masslos übertrieben, ich meine bei kleineren Veranstaltungen die auch noch kostenfrei sind z.B. sollte die GEMA sich wirklich raus halten, denn das würgt sonst manche gute Aktivität schon im Keim ab und kann ja auch durchaus werbewirksam für den/die Künstler sein.
      Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum (Nietzsche)
      In der Tat spuckte ... der teuflische Blechtrichter nun alsbald jene Mischung von Bronchialschleim und zerkautem Gummi aus, welchen die Besitzer von Grammophonen und Abonnenten von Radios übereingekommen sind Musik zu nennen (H Hesse)
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      Im übrigen bin ich der Meinung, dass immer Sommerzeit sein sollte (gerade im Winter)
    • Erzherzog schrieb:

      Aber was zB die GEMA angeht, so wird doch einiges da masslos übertrieben, ich meine bei kleineren Veranstaltungen die auch noch kostenfrei sind z.B. sollte die GEMA sich wirklich raus halten, denn das würgt sonst manche gute Aktivität schon im Keim ab und kann ja auch durchaus werbewirksam für den/die Künstler sein.
      Es ist ja tatsächlich z.B. in unserer Branche inzwischen so, daß nur Bands gebucht werden, die ihre Stücke NICHT bei der GEMA angemeldet haben. Oder daß bei kleineren Veranstaltungen ständig auf der Hut sein muß, bloß nichts zu spielen, was GEMA-relevant sein könnte. Die Gebühren, die sonst anfallen, und zwar unabhängig davon, wieviel zahlende Gäste wirklich erschienen sind (!!!), legen ansonsten den ländlich-bescheidenen Kulturbetrieb komplett lahm. Da kann doch was nicht stimmen, wenn ich als Künstler meine Stücke besser nicht anmelde, weil ansonsten die zu meinem Schutz existierende Verwertungsgesellschaft mir das Wasser abgräbt! Da wundert man sich dann nicht mehr, daß Urheberschutz so einen schlechten Ruf hat!
      Ansonsten gehe ich voll mit: Geistiges Eigentum darf nicht Freiwild sein!

      Nur, die Form, wie er hierzulande durchgesetzt wird, und damit meine ich jetzt das reale Konzertwesen in der "Kohlenstoffwelt", ist schon sehr fragwürdig.

      Gruss
      Herr Maria
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Florian Voß fragte eingangs: "Was meint Ihr zu dem Geschehen?"

      Ich finde es einigermaßen beängstigend: was "Anonymus" betreibt ist blanker Terror; was die "Piraten" zu diesem Thema von sich geben läuft darauf hinaus, daß die Politik bestimmt, was Kunst ist und was nicht. Das hatten wir ja bereits mehrfach.... Insgesamt scheint es bei diesen Leute ja in ihrem Engagement in der "richtigen Politik" auf die Beschaffung eines Kaperbriefs hinauszulaufen - das durchaus diskussionswürdige "bedingungslose Grundeinkommen" als zweites großes Projekt der Piraten erscheint freilich in diesem Zusammenhang in einem schalen Licht.

      Insgesamt verschafft sich m.E. hier eine infantile Maßlosigkeit Gehör (shitstorm ist dafür wohl der angemessene Ausdruck).

      Ich schließe mich daher corda vuotas statement ausdrücklich an! (und rege mich jetzt schön wieder ab :wut2: )

      Magus


      Der von pfuetz eingestellte Spiegel-Absatz ist übrigens eine Frechheit: das ist ein Totschlagargument; damit mache ich locker jede Bürgerinitiative platt.
      "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972
    • Unabhängig von den Veröffentlichungen durch Anonymus, finde ich die Diskussion über die Reformierung des Urheberrechts hier an dieser Stelle sehr wichtig.

      Wir sind zwar explizit kein politisches Forum, aber die Inhalte dieser Diskussion betreffen die Lebendsgrundlage der ausübenden und kreativ schaffenden Künstler, von denen hier auch einige vertreten sind, und den Fortbestand des Kulturbetriebes u.a. auch in Deutschland. Was ist Kunst und wer definiert diesen Begriff? Kann Kunst auch als bloßes Produkt angesehen werden? Worin besteht der Unterschied zwischen Orginal und Plagiat, gerade heutzutage? Wie ist die Wertigkeit zwischen ihnen verteilt? Müssen nicht auch die Modalitäten der GEMA-Gebühren reformiert werden? Was machen wir, wenn die Plagiate von der Qualität im Rahmen der heutigen technischen Möglichkeiten schon mehr oder weniger den Orginalen entsprechen? Warum durfte ich damals (und heute) mit Kassette die Lieder aus dem Radio aufnehmen, aber jetzt keine Lieder umsonst aus dem Internet runterladen? Gibt es vielleicht sogar Reformideen, die die Entlohnung der Künstler fairer macht und ihr Entgelt anhebt? (Ich habe einfach mal ein paar provokante Fragen in den Raum geworfen, unabhängig von meiner persönlichen Meinung)

      Also alles in allem Fragen, die auch die Basispfeiler unseres KULTURforums betreffen.

      Ich bin deshalb der Meinung, dass auch wir uns dem Thema stellen müssen, jedoch dabei versuchen sollten, nicht in politische Lager und Meinungsbildung abzugleiten. Vielleicht kann man dazu ja einen Extra-Thread aufmachen, der in einen speziell abgeschirmten Bereich gelagert wird und in dem die Forenregeln bezüglich als politisch anzusehender Inhalte etwas legerer gehandhabt wird. Wobei ich damit nicht zum posten der individuellen Parteiprogramme der jeweiligen Parteien, denen die Forianer angehören aufrufen will!!!

      Die bisher erhellendste Diskussionsrunde dazu habe ich heute auf 3sat gesehen:

      3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/162387/index.html

      LG Lotte

    • Charlotte von Lengefeld schrieb:

      Wir sind zwar explizit kein politisches Forum, aber die Inhalte dieser Diskussion betreffen die Lebendsgrundlage der ausübenden und kreativ schaffenden Künstler, von denen hier auch einige vertreten sind, und den Fortbestand des Kulturbetriebes u.a. auch in Deutschland.

      In der Tat!

      Bitte diesen Thread (außer natürlich im Falle von Dauerbeleidigungen etc.) nicht schon wieder zumachen, liebe Mods! :rolleyes:
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Harnoncourt-Fan schrieb:


      Die "Ich-will-alles-gratis-und-sofort-wuppdidu"-Mentalität, die sich in der hedonistisch-oberflächlichen post-Web-2.0-Gesellschaft etabliert hat, lehne ich ab.


      Dieses Totschlag-Argument gegen das Internet regt mich jedesmal wieder auf... :D

      [Bitte das Folgende nicht zu erst nehmen]
      Bist Du übrigens Mitglied im Capriccio-Förderverein?

      Nur mal so als Anreiz zum Nachdenken über Deine eigene Einstellung... :D
      [/Bitte das Folgende nicht zu erst nehmen]

      Liebe Grüße,

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • Magus schrieb:

      was die "Piraten" zu diesem Thema von sich geben läuft darauf hinaus, daß die Politik bestimmt, was Kunst ist und was nicht.

      Magus


      Für diese Aussage hätte ich gerne mal ein Beleg! Das ist eine Behauptung Deinerseits, und, soweit ich das überblicken kann, durch nichts belegbar. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn Du mir eine offizielle Piratenaussage in dieser Richtung aufzeigst. Dass mußt Du dann aber bitte via PN machen, denn Politik müssen wir hier raushalten.

      Magus schrieb:

      Der von pfuetz eingestellte Spiegel-Absatz ist übrigens eine Frechheit: das ist ein Totschlagargument; damit mache ich locker jede Bürgerinitiative platt.


      Daß ich das hier kommentarlos hingestellt habe, sollte zeigen, wie verhärtet inzwischen die Seiten in der Diskussion miteinander umgehen. Daher freut es mich, daß inzwischen der Ton wieder ruhiger wird, und inzwischen sogar angefangen wird, sachlich über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

      Zurück zur Ausgangsfrage: Eine solche Vorgehensweise von Anonymous (man stelle sich mal vor, wir würden in diesem Maße deren private Infos veröffentlichen, da würden die dann auch keinen Spaß mehr verstehen!) ist wirklich infantil, und indiskutabel.

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • EinTon schrieb:

      Bitte diesen Thread (außer natürlich im Falle von Dauerbeleidigungen etc.) nicht schon wieder zumachen, liebe Mods! :rolleyes:



      Dazu sehen wir im Augenblick keinen Anlass. Die Fragen, die Lotte hier in den Raum gestellt hat, sind legitim und dürfen hier auch diskutiert werden. Solange Polemik und parteipolitische Agitation jeglicher Couleur außen vor bleiben. Achtet darauf. Und zwar alle Beteiligten.

      Für die Moderation:

      Caesar73

      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Charlotte von Lengefeld schrieb:


      Die bisher erhellendste Diskussionsrunde dazu habe ich heute auf 3sat gesehen:

      3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/162387/index.html

      LG Lotte


      Danke, liebe Lotte, ich wollte auch gerade den Link auf die Kulturzeit Extra von heute hier einstellen, weil ich es auch für einen guten Beitrag hielt!

      Matthias, der versucht, täglich die Kulturzeit zu sehen
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)
    • Nun lieber Pfuetz, du musst aber zugeben, dass das Spiegel-Zitat sich eher dazu eignet alles abzuwürgen. Dein kommentarloses Einstellen, hat nicht gerade erkennbar gemacht was es bezwecken soll.

      Für mich ist es aber in jedem Fall völlig indiskutabel, weil hier Leuten, die für eine für sie bedeutsame Sache eintreten, vorgeworfen wird sie würden sich nicht um die großen Weltprobleme kümmern. Nur ist ihnen damit nicht geholfen. Man könnte den Spieß auch umdrehen und sagen warum sich die Piraten nicht um solche Dinge kümmern sondern sich darauf konzertieren in Landtage gewählt zu werden und in Internetagenden ein Profil zu gewinnen.

      Jemand spielt Cello? Vertane Energie, die Zeit und Geld könnte er nutzen um in Afrika Kinder zum Impfen! Überhaupt sind alle Berufe, die nicht unmittelbar zum Erhalt essentieller Vitalfunktionen oder der Infrastruktur beitragen wertlos und brauchen daher von der Gesellschaft nicht weiter beachtet zu werden. Auch in der Freizeit darf es nur um Arterhalt und Entwicklungshilfe gehen. Am besten steigen wir morgen wieder auf die Bäume rauf, von wo wir nämlich nie runtergstiegen wären, wenn man sich an diese Mentalität gehalten hätte.

      Gerade in einem Forum wo regelmäßig Petitionen zur Rettung von Orchestern und Kulturinstitutionen gepostet werden, finde ich solche Zitate fehlplatziert. 120 Musiker verlieren ihren Posten? Na und? In Afrika verhungern Kinder! Ab mit ihnen zum Arbeitseinsatz zum Brunnenbauen, da tun sie endlich mal was sinnvolles.


      Dass ist nicht im Verein Mitglied bin, hat gute Gründe, die ich hier aber nicht darlegen werde, weil das vielleicht einige vor den Kopf stoßen könnte. Nicht zuletzt, ist das Forum aber nicht gleich Verein und das Forum wäre, wenn es nicht Vereinsmitglieder als Mitglieder hätte, ziemlich schnell eine langweilige und inzestuöse Angelegenheit. Da helfen auch deine Sticheleien nicht, insert stupid Smiley here.

      Ich als junger Mensch sage, dass mich diese heutige Konsumhaltung vieler Altersgenossen aber auch Älterer abstößt. Ich kenne Leute, die einen für blöd heißen, wenn man sagt, man zahlt für eine Kinokarte oder eine CD Geld.

      Ein Totschlag-Argument gegen das Internet ist das nicht, sondern ein Ablehnung gegen eine Geisteshaltung, an der ich nichts, aber auch gar nichts sinnvolles erkennen kann. Nur weil ich in Windeseile einen Film 1000 Mal weitergeben kann, heißt das nicht, dass es rechtens ist. Aus Sein folgt kein Sollen, wie der Jurist sagt. Argumente, dass das was mit Freiheit zu tun hat, können mir gestohlen bleiben. Ich nehme mir ja auch nicht die Freiheit, aus dem CD-Geschäft mal eben 3 CDs mitgehen zu lassen.
      Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...
    • Lieber Harnoncourt-Fan,

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Nun lieber Pfuetz, du musst aber zugeben, dass das Spiegel-Zitat sich eher dazu eignet alles abzuwürgen. Hier wird Leuten, die für eine legitime Sache eintreten, vorgeworfen sie würden sich nicht um die großen Weltprobleme kümmern. Nur ist ihnen damit nicht geholfen. Man könnte den Spieß auch umdrehen und sagen warum sich die Piraten nicht um solche Dinge kümmern sondern sich darauf konzertieren in Landtage gewählt zu werden und in Internetagenden ein Profil zu gewinnen.


      Wir wollen die Politik hier raushalten, daher nur soviel: Die Grünen waren am Anfang auch nur eine Ein-Themen Partei (und Leute wie Fischer ganz geil drauf, in Parlamente und sogar Regierungen zu kommen). Piraten haben inzwischen weitaus mehr als nur ein Thema, so schnell waren die Grünen mit der Themenerweiterung nicht. Damit hören wir hier aber nun mit Parteienbashing und/oder -loben auf, ja?

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Jemand spielt Cello? Vertane Energie, die Zeit und Geld könnte er nutzen um in Afrika Kinder zum Impfen! Überhaupt sind alle Berufe, die nicht unmittelbar zum Erhalt essentieller Vitalfunktionen oder der Infrastruktur beitragen wertlos und brauchen daher von der Gesellschaft nicht weiter beachtet zu werden. Auch in der Freizeit darf es nur um Arterhalt und Entwicklungshilfe gehen. Am besten steigen wir morgen wieder auf die Bäume rauf, von wo wir nämlich nie runtergstiegen wären, wenn man sich an diese Mentalität gehalten hätte.


      Wer wird hier nun polemisch? Und: Wer hat eine solche Haltung hier wann wie und wo gefordert?

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Gerade in einem Forum wo regelmäßig Petitionen zur Rettung von Orchestern und Kulturinstitutionen gepostet werden, finde ich solche dummen Argumente fehlplatziert und gelinde gesagt heuchlerisch. 120 Musiker verlieren ihren Posten? Na und? In Afrika verhungern Kinder! Ab mit ihnen zum Arbeitseinsatz zum Brunnenbauen, da tun sie endlich mal was sinnvolles.


      :-I

      Ich dreh die Schraube, die Du angesetzt hast, mal noch ein wenig weiter: Was ist mit den "Schlecker-Frauen"? Beim Deo-duft im Opernpausenthread hätten die auch eine Erwähnung verdient, findest Du nicht?

      Also, das ist, finde ich, nur noch polemisch, was Du hier anführst, und entwertet Deine Beiträge, denn Du zeigst damit dieselbe Haltung, die aus den von mir zitierten Artikeln spricht: Die andere Seite nicht verstehen wollen, sondern (zwar mit dem Hinweis darauf, daß das Urheberrecht reformiert werden muß) nur auf der eigenen Sicht bestehen bleiben wollen, und nicht wirklich (so kommt es mir nach diesem Deinen Beitrag vor) an einem Dialog und einer gemeinsamen Entwicklung eines neuen Urheberrechts interessiert seiend.

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Dass ist nicht im Verein Mitglied bin, hat gute Gründe, die ich hier aber nicht darlegen werde, weil das vielleicht einige vor den Kopf stoßen könnte. Nicht zuletzt, ist das Forum aber nicht gleich Verein und das Forum wäre, wenn es nicht Vereinsmitglieder als Mitglieder hätte, ziemlich schnell eine langweilige und inzestuöse Angelegenheit. Da helfen auch deine Sticheleien nicht, die ich sehr wohl als Angriff sehe (unaufrichtige Relativierungen, die als solche erkennbar sind, verlieren ihre Wirkung). Insert stupid Smiley here.


      Das war ja auch nur als Gedankenanstoß zum Überdenken Deiner Aussage:

      Die "Ich-will-alles-gratis-und-sofort-wuppdidu"-Mentalität, die sich in der hedonistisch-oberflächlichen post-Web-2.0-Gesellschaft etabliert hat, lehne ich ab.


      gedacht, denn auch Du nutzt hier ein "gratis-und-sofort" "post-Web2.0" Angebot in einer hedonistischen Weise... :D Damit bist Du selbst Teil dieser von Dir abgelehnten Gesellschaft. Ich z.B. zahle sehr wohl Mitgliedsbeiträge an den Förderverein, weil ich eben sehr wohl sehe, daß Leistung auch entlohnt werden muß. Ich bin der größte Hasser des Media-Markt Slogans: "Geiz ist geil". Ist er nicht. Diese Haltung zerstört die Gesellschaft, und dieser Spruch, der die deutsche Gesellschaft geprägt hat, stammt von Erzkapitalisten...

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Ich als junger Mensch sage, dass mich diese heutige Konsumhaltung vieler Altersgenossen aber auch Älterer abstößt. Ich kenne Leute, die einen für blöd heißen, wenn man sagt, man zahlt für eine Kinokarte oder eine CD Geld.


      Schluß von Einzelnen auf die Allgemeinheit macht die Aussage nicht richtiger... Ja, die gibt es, diese Leute mit dieser Haltung, aber, sie sind NICHT die Gesellschaft.

      Harnoncourt-Fan schrieb:

      Ein Totschlag-Argument gegen das Internet ist das nicht, sondern ein Ablehnung gegen eine Geisteshaltung, an der ich nichts, aber auch gar nichts sinnvolles erkennen kann. Nur weil ich in Windeseile einen Film 1000 Mal weitergeben kann, heißt das nicht, dass es rechtens ist. Aus Sein folgt kein Sollen, wie der Jurist sagt. Argumente, dass das was mit Freiheit zu tun hat, können mir gestohlen bleiben. Ich nehme mir ja auch nicht die Freiheit, aus dem CD-Geschäft mal eben 3 CDs mitgehen zu lassen.


      Und das hat auch keiner gefordert oder behauptet hier in diesem Forum! Warum bringst Du dann dieses Argument? Was soll uns das in dieser Diskussion hier zeigen oder wie uns weiterbringen?

      Liebe Grüße,

      Matthias
      "Bei Bachs Musik ist uns zumute, als ob wir dabei wären, wie Gott die Welt schuf." (Friedrich Nietzsche)
      "Heutzutage gilt es schon als Musik, wenn jemand über einem Rhythmus hustet." (Wynton Marsalis)
      "Kennen Sie lustige Musik? Ich nicht." (Franz Schubert)
      "Eine Theateraufführung sollte so intensiv und aufregend sein wie ein Stierkampf." (Calixto Bieito)