Fritz Wunderlich - der unvergessene Zauberton

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    • Fritz Wunderlich - der unvergessene Zauberton

      Ich wüßte offen gesagt niemand beseren, mit dem sich der Sängerbereich eröffnen ließe. Zum Anlaß und Aufhänger möchte ich eine Neuveröffentlichung nehmen, die der SWR soeben als Beginn einer Edition über die Schwetzinger Festspiele publiziert hat:

      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Meine Lieben!

      Eigenartigerweise, aber auch berechtigterweise, hat solange, nach dem Tod von Fritz Wunderlich, es kein lyr. Tenor dieser Generation, geschafft, so im Gedächtnis der Menschen zu bleiben.

      Auch die Menschen die für Oper wenig über haben, aber die Operette lieben, sind sich einhellig darüber im Klaren, dass es kaum einen Tenor gelang, und da spreche ich auch für mich, der ich Oper und Mozart und Richard Strauss liebe,

      das Lied des Tasillo aus Kálmáns "Gräfin Mariza" - " Grüß mir mein Wien" so blendend gesungen gehört zu bekommen, da konnte Rudolf Schock nie mit. :juhu: :juhu:

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink: :wink:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von oper337 ()

    • Dass Fritz Wunderlich ein grossartiger Tenor war, steht außer Frage.

      Die Frage, die mich interessiert ist: Hat er nur im deutschsprachigen Raum einen derartig hohen Stellenwert oder z.B. auch in Großbritannien oder in den Staaten? Wer von Euch kann mir da Auskunft geben?

      LG :wink: Ramona
    • Ich vermute, daß er im Ausland nicht ganz so bekannt war wie im deutschsprachigen Raum, er stand ja gerade erst am Beginn einer Weltkarriere. Was nebenbei ein weiteres interessantes Thema wäre: Wunderlich stand mit 36 Jahren am Anfang einer internationalen Laufbahn, während sich heute Sänger im gleichen Alter (und da ist Villazón nur das extremste, aber nicht das einzige Beispiel) bereits mit den negativeren Aspekten einer solchen herumschlagen...
      Aufgetreten ist er jedenfalls auch im Ausland, seine letzte Dichterliebe hat er knapp zwei Wochen vor seinem Tod in Edinburgh gesungen. Und das für eine...
      Sein Amerika Debut war geplant, wenige Tage nach dem Unfall hätte er in New York Don Ottavio singen sollen.
      Bei Youtube gab es einmal einen Kommentar eines Engländers, der geschrieben hat, daß er als junger Mann an einem schönen Tag am Radio gesessen hat, als ein ihm völlig unbekannter Tenor die Bildnisarie gesungen hat. Am Ende habe der Sprecher gesagt, dies sei der deutsche Tenor Fritz Wunderlich gewesen, der am Tag zuvor tödlich verunglückt sei. „I turned off the radio and cried“.
      Also war er zumindest bekannte genug, daß sein Tod Anlaß war, seine Aufnahmen zu spielen.
      Fritz Wunderlich ist mein ganz privater Hausgott, und wenn ich nächstes Jahr zum erstenmal in München bin, wird mein erster Weg mich zu seinem Grab führen...
      Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...
    • Liebe Mina!

      Bitte würdest Du dann auch eine Kerze für mich anzünden, denn Fritz Wunderlich war für mich der Tamino, obwohl wir in Wien noch Waldemar Kmentt oder auch noch Anton Dermota hatten.

      Er war so wunderbar und wenn er mit Gundula Janowitz, als Pamina, in der "Zauberflöte" sang, da wusste ich da kann nichts schief gehen, jede Vorstellung war ein Fest für mich. Warum? Das kannst Du meinem Steckbrief entnehmen.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Hallo Oper337
      Das mit der Kerze geht klar :thumbsup:
      Ja, er war wunderbar...
      Im Übrigen fällt mir gerade auf, daß ich Ramonas Frage falsch verstanden habe. Es ging nicht darum, welche Bedeutung er im nicht deutschsprachigen Raum HATTE, sondern heute hat, und das weiß ich nun auch nicht so genau.
      Pavarotti der alte Fuchs soll jedenfalls auf die Frage welches der bedeutendste Tenor der Geschichte sei "Fritz Wunderlich" geantwortet haben.
      Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...
    • Ramona schrieb:

      Dass Fritz Wunderlich ein grossartiger Tenor war, steht außer Frage.

      Die Frage, die mich interessiert ist: Hat er nur im deutschsprachigen Raum einen derartig hohen Stellenwert oder z.B. auch in Großbritannien oder in den Staaten? Wer von Euch kann mir da Auskunft geben?

      LG :wink: Ramona


      Hallo Ramona,

      so viel ich weiß starb F. Wunderlich kurz vor seiner Abreise in die Vereinigten Staaten, um sein Debüt an der MET zu geben. Er wollte sich noch einmal in seiner Heimat "ausruhen" bevor es losgehen sollte. Dann geschah der tragische Unfall.

      Vielen, wenn auch nicht der Masse, war Wunderlich über die deutschsprachigen Länder hinaus ein Begriff, z. B. di Stefano war von seiner Stimme sehr angetan und sah Wunderlich als "Nachfolger" an.

      Bis dann.
    • Zu Fritz Wunderlichs Bedeutung international hab ich zwar keine wissenschaftlich fundierten Belege, aber wenn man auf der Filmseite youtube die vielen Beiträge über ihn durchforstet und die Kommentare der User, sieht man, dass diese Kommentare aus aller Herren Länder kommen. Darüberhinaus deutet die Vermarktung von Universal (Deutsche Grammophon) daraufhin, dass auch international mit ihm in der heutigen Zeit gute Geschäfte zu machen sind. Fritz Wunderlich bleibt für mich der klangschönste und bedeutendste Tenor im deutschsprachigen Raum, der uns viele unvergessliche Aufnahmen hinterlassen hat. Liest man die Pfister Biographie über ihn und verfolgt die verschiedenen Dokumentationen über ihn, scheint es, dass er neben der großartigen musikalischen Vorzüge auch ein wunderbarer Mensch war.

      Gruß,

      scherchen :juhu:
      "Music is the voice of the all - the divine melody - the cosmic rhythm - the universal harmony." aus Music for all of us (Stokowski, 1943)
    • Die 10 CD-Box von Membran "Fritz Wunderlich, Eine Stimme- eine Legende" gibt es seit wenigen Tagen bei unseren Partnern um 10,90, in Wien in der Operngasse um 9,90. Im deutschen Raum hat Sony die Distribution übernommen. Membran wird sozusagen als hoffähig anerkannt.
      Sehr praktisch, weil sie frühere bzw. derzeit teurere Editionen von geringerem Umfang - teilweise - ersetzt.

      CD 1 und 2: Operette, darunter auch weniger bekannte Arien (z.B. aus Kálmáns "Kaiserin Josephine", Dostals "Extrablätter und "Der Kurier der Königin", Triebels "Pfälzer Wein", Stolz' "Prinzesssin Ti-Ti-Pa" und "Signorina")

      CD 3: Granada, O sole mio u.dgl., aber auch einige Stücke, bei denen Wunderlich die Trompete bläst

      CD 4 und 5: Aus italienischen Opern

      CD 6: Lieder

      CD 7: Die schöne Müllerin 1-20

      CD 8: Aus deutschen Opern

      CD 9: Weitere Opernausschnitte (Zauberflöte, Zaide, L'Orfeo usw.)

      Cd 10: Oratorien


      Leider nicht dabei: Boieldieus "Komm, o holde Dame". Das wäre etwas für die nächste 10er-Box!


      Liebe Grüße

      Waldi
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Nachtrag zu CD 7: Es handelt sich hier nicht um die viel bekanntere DGG-Einspielung, sondern um die ältere von 1957. Wunderlich wird hier von Karl Heinz Stolze begleitet. Die Aufnahme entstand für den Phonoklub und war gar nicht für den allgemeinen Verkauf bestimmt. Erst durch die Übernahme des Klubs durch Bertelmann wurde sie bekannt..

      Wunderlich stand damals als Liedsänger noch am Anfang, aber sein eher geradliniges Singen mit spontanem Gefühl und seinem herrlichen Timbre geben der Interpretation einen naiven Reiz, der von nuancenreicheren Interpreten natürlich nicht erreicht werden kann.
      Das Unartifizielle unterstreicht aber die romantische Note und den "ehrlichen" Gefühlsausdruck. Insofern möchte ich diese Version trotzden zu erwartenden Einwänden aus der professionellen Ecke zu den attraktivsten zählen.

      Liebe Grüße

      Waldi
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Lieber Waldi!

      Bei Fritz Wunderlich wird mir immer sein [so kameradschaftlicher] Tamino in Erinnerung bleiben. Er hatte immer ein gutes Wort für seine jungen "Kollegen" und noch was war da,

      wenn er z. B. mit Gundula Janowitz [Pamina] und Gottlob Frick oder Walter Kreppel [Sarastro] sang, da wußte ich, heut geht nix schief, und so war es denn auch, :juhu: :juhu:

      selbst ich war ganz gut glaube ich [er meinte ich sei sehr, sehr gut, na auch ein Wunderlich kann sich irren]?.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter, der den 1. Knaben noch immer im Kopf hat, aber nicht mehr in der Stimme. :wink: :wink: :wink:
    • Hallo Peter!
      Ich sehe deinen Beitrag erst jetzt. Verstehe ich das richtig? Du hast mit Wunderlich AUF DER BÜHNE GESTANDEN??? :faint: :juhu:
      Im Juli ist es soweit: wir fahren nach München (die Figaro-Karten sind da :klatsch: ), dann besuchen wir sein Grab und entbieten deine Grüße und deine Kerze!
      Du warst bestimmt sehr gut, die werden in der WSO doch keine Krampe auf die Bühne lassen!
      Liebe Grüße von Mina
      Ein Paradies ist immer da, wo einer ist, der wo aufpasst, dass kein Depp reinkommt...
    • Liebe Mina! - Lieber Waldi!

      Bitte keine Übertreibung, ich habe halt das Beste getan, was in mir steckte, auch beim Hirten in der Tosca oder beim Waldvogel im Siegfried [obwohl ich dadurch kein Wagnerianer geworden bin],

      aber ein Wunderlich, Dermota, Kmentt, Schock, Gedda, di Stefano, Corelli etc. fanden mich recht gut, auch Herr von Karajan und Karl Böhm wie Josef Krips auch.

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter. Für Mina mit Handkuß natürlich. :wink: :wink: :wink:
    • Wunderlich - Kaufmann?

      Wow! Hier sind also tatsächlich Leute unterwegs die mit Wunderlich et al. noch auf der Bühne gestanden haben... Respekt!



      Ich denke bei Wunderlich, den ich natürlich nur aus Aufnahmen kenne, immer unwillkürlich zuerst an den Traviata-Alfredo. Habe die Rolle nie wieder so beweglich und bewegend gehört wie bei ihm; Domingo war gut aber hat halt schwerere Geschütze aufgefahren...



      Man sagt ja in der Presse und so oft, dass Jonas Kaufmann wieder so einer wäre, der als deutscher Tenor echte italianità verkörpere... ist da was dran (will den Thread nicht zu einem Kaufmann-Thread umwandeln, aber es fällt mir halt ein, weil ich selber Kaufmann außer einmal im Radio nie gehört habe)?
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      Musica est exercitium metaphysices occultum nescientis se philosophari animi