Harmonielehre--Quintenzirkel

    • Zwielicht schrieb:

      Zitat von »zabki«
      könnte jemand netterweise mal eine kleine google-Recherche machen mit
      "concerto ex es"
      und eine mit
      "concerto ex dis"
      (beide mit "...")?



      "concerto ex es": 103
      "concerto ex dis": 1200
      "concerto hex hex": 0 :whistling:


      besten Dank! - erstmal sowieso und dann sind es auch noch genau meine Ergebnisse (nur hex hex hab ich nicht ;+) )!
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Zunächst erscheint das für mich auch einleuchtend, dass im 18. bis frühen 19. Jahrhundert für die Tonart Es-Dur die Bezeichnung "ex dis" gebräuchlich gewesen zu sein schien, was ich bis jetzt nicht wusste.

      Das heute gebräuchliche F/B-Doppelhorn (was hauptsächlich ein F-Horn ist und durch extra Ventilzüge kann in die um eine Quart höhere B-Stimmung gewechselt werden, um das Spielen von hohen Tönen zu erleichtern) hat mit dem Englischhorn die Grundstimmung F gemeinsam. Deshalb ist bei dem Konzert von Fiala angeben, dass es sowohl auf dem Englischhorn als auch auf dem Horn gespielt werden kann. Auf dem Notenauszug zu diesem Konzert kann man sehen, dass der Englischhorn-Part in F mit 2 b als Vorzeichen angegeben ist, während der Hornpart für Horn in Es und daher ohne Vorzeichen notiert ist. Würde man ein Horn in F spielen, müsste man nach meinem Verständnis einfach den Englischhorn-Part in F spielen:
      "http://www.notenpunkt.de/en/products/fiala-josef-konzert-es-dur-f%C3%BCr-englischhorn-horn-und-orchester"

      Ob die Tonart Es-Dur für Hornkonzert besonders beliebt bzw. gebräuchlich war, kann ich nicht beurteilen aber sie wurde schon im 18. Jahrhundert oft verwendet. Allein Mozart schrieb von seinen 4 Hornkonzerten 3 in Es-Dur und sein Hornquintett steht ebenfalls in Es-Dur. Ausser Es-Dur sind noch die Tonarten D-Dur und F-Dur für Hornkonzerte aus jener Zeit sehr gebräuchlich. Franz Xaver Pokorny (1729 - 1794) schrieb drei Hornkonzerte in diesen drei Tonarten. Joseph Haydn schrieb seine Hornkonzerte in Es- und in D-Dur und Antonio Rosetti (1750 - 1792) schrieb von seinen 20 Hornkonzerten 9 in Es-Dur und die restlichen stehen in E-Dur, F-Dur und in d-moll (Parallel-Tonart zu F-Dur).

      Als diese Komponisten ihre Hornkompositionen schrieben, war das Naturhorn bereits mit sog. Inventionszügen ausgestattet. Damit konnten verschiedene Stimmungen mit entsprechenden Aufsatzbögen realisiert werden. Es kam also darauf an, in welcher Tonart ein Stück komponiert wurde und es wurde dann der Inventionszug/Aufsatzbogen in der enstprechenden Stimmung verwendet.
      "http://ewaldmeinl.de/bnhorn.htm"

      Armin

      P.S.:
      Wenn ich "concerto ex dis" bzw. "concerto ex es" bei google eingebe, erhalte ich die gleiche Trefferzahl wie zabki und wenn ich die "" weglasse und Concerto ex Dis/Es schreibe, erhalte ich die Trefferanzahl wie Philmus
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Lionel schrieb:

      Wenn ich "concerto ex dis" bzw. "concerto ex es" bei google eingebe, erhalte ich die gleiche Trefferzahl wie zabki und wenn ich die "" weglasse und Concerto ex Dis/Es schreibe, erhalte ich die Trefferanzahl wie Philmus

      auch besten Dank!
      bei Suche ohne "" bekomme ich ebenfalls Philmus' Trefferzahlen. Komisch verhält sich ist also nur die ""-Recherche.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • ob man nicht die Beiträge ab #21 als eigenen Faden abtrennt? Es sind inzwischen doppelt so viele Beiträge wie zum "Quintenzirkel".
      Titelvorschlag: "ex Dis oder ex Es?"
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • Hier habe ich etwas interessantes gefunden über die Herkunft der Tonartbezeichnung "ex dis":
      "https://books.google.de/books?id=EQ8u1_HHCi0C&pg=PA82&lpg=PA82&dq=beethoven+eroica+ex+dis&source=bl&ots=6FroZwMws5&sig=vsGZGc2p4xBPHrVhm2Na7Aldow0&hl=de&sa=X&ved=0CDIQ6AEwAmoVChMI9d__77T0xgIVAesUCh33EQSA#v=onepage&q=beethoven%20eroica%20ex%20dis&f=false" (Seiten 81 und 82)

      Wenn ich diesen Buchauszug richtig verstanden habe, war es noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts üblich, dass erniedrigte Töne, z. B. "es", als "dis" bezeichnet wurden. So bezeichnete selbst Beethoven seine 3. Sinfonie "Eroica" noch "aus dem Dis" kommend. Der Grund für diese heute seltsam anmutende Praktik liegt in der Geschichte der deutschen Orgeltabulaturen, wo es üblich war, dass jede Stimme ein Buchstabe zugeordnet war. Nur die Töne h und b wurden durch besondere Buchstaben dargestellt. Veränderungen der Tonhöhen wurden durch eine dem Buchstaben angeghängte Schleife dargestellt und diese Schleife soll eine aus dem mittelalterlichen Latein übliche Abkürzung für die Endung "is" gewesen sein. So kam es dann zur Tonbezeichnung "cis", "dis", "fis" und "gis".

      Naja, genauer kann man das mit Hilfe des Links dann nachlesen.

      Armin
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Lionel schrieb:

      Hier habe ich etwas interessantes gefunden über die Herkunft der Tonartbezeichnung "ex dis":
      "https://books.google.de/books?id=EQ8u1_HHCi0C&pg=PA82&lpg=PA82&dq=beethoven+eroica+ex+dis&source=bl&ots=6FroZwMws5&sig=vsGZGc2p4xBPHrVhm2Na7Aldow0&hl=de&sa=X&ved=0CDIQ6AEwAmoVChMI9d__77T0xgIVAesUCh33EQSA#v=onepage&q=beethoven%20eroica%20ex%20dis&f=false" (Seiten 81 und 82)

      ... wobei dieser Text im wesentlichen das von mir hier zitierte Buch von Apel referiert ;+)
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Stimmt aber mir ist es durch diesen verlinkten Text etwas verständlicher geworden und deine Frage, ob das speziell was mit Hörnern zu tun hat ist damit auch beantwortet.

      Armin
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