Oboen-Frischlinge

    • Karl Wentzel schrieb:

      Mich stört bei der Rolle im f-Drücker ihre Optik und die Tatsache daß das Ding völlig überflüssig ist.
      Hmmm, völlig überflüssig ist das Ding in der Tat, aber die Optik stört mich nicht im Geringsten. Ich würde kein Geld dafür aufwenden, um die Rolle nicht mehr sehen zu müssen - aber gut: Jeder von uns hat so seine besonderen Schwerpunkte.....

      Karl Wentzel schrieb:

      Genau so überflüssig ist der Banana key für c/cis, gut gemeint aber unnütz und unpraktisch, oder kennt da auch jemand eine Stelle bei der man den braucht?
      Ich habe diese Klappe in der Tat einmal in meinem Leben benutzt, und zwar auf dem Englischhorn bei einem Wechsel vom c1 zum cis1 in "Carmen". Da kam ich mit dem banana-key besser klar als mit der ansonsten angesagten Rutscherei. Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht: Auch dieses Stück Metall ist überflüssig!


      Karl Wentzel schrieb:

      Was mir übrigens auch nicht klar ist, ist dieses kleine "Spatula" neben der b - Resonanzklappe (für den Mittelfinger der linken Hand gedacht) am Oberstück. I
      Mir ist der Sinn dieser Einrichtung auch völlig dunkel.

      Karl Wentzel schrieb:

      Nicht zu verwechseln mit dem oberen Spatula für den ais-h Triller!
      Selbst dieses Teil Mechanik brauche ich überhaupt nicht. Den ais-h-Triller greife ich immer aus. Mit etwas Übung ist das kein wirkliches Problem.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Karl Wentzel schrieb:

      Mich stört bei der Rolle im f-Drücker ihre Optik
      Ja, gell - das sieht dann so nach Klarinette aus... :D


      arundo donax schrieb:

      Den ais-h-Triller greife ich immer aus. Mit etwas Übung ist das kein wirkliches Problem.
      Uäähh, echt? =O Da kann ich nur sagen: :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1: Wie machst Du das? ?( Ich bekomme schon den einfachen Wechsel ais-h oft nicht sauber hin, trotz Übens... :schaem1: :schaem1: :schaem1: Vielleicht sollte ich auf Querflöte umsteigen, oder gleich auf Didgeridoo... :heul1:


      Liebe Grüße, Zefiretto
      Das Leben ist zu schade, um sich mit schlechten Rohren abzumühen ;-)
    • Zefiretto schrieb:

      Ja, gell - das sieht dann so nach Klarinette aus...
      Ihr sei alle mit der Halbautomatik aufgewachsen, gelle? Bei den vollautomatischen Oboen, die ich seit Jahrzehnten spiele (auch bei den Marigauxen!) ist die Rolle obligatorisch - und sie hat mich noch nie geärgert. Bis gerade bin ich auch noch nicht auf die Idee gekommen, dass sie irgendwie an eine Klarinette erinnern könnte....

      Zefiretto schrieb:

      Da kann ich nur sagen: Wie machst Du das?
      Ich bewege den linken Mittelfinger und den rechten Zeigefinger koordiniert auf und ab :D . Barockoboisten dürften bei diversen Trillern noch ganz andere Schwierigkeiten zu meistern haben.....

      ...und im Gegenzug frage ich: Wie macht ihr das an bestimmten Stellen mit der gottverdammten Halbautomatik? Vorgestern abend in der Oktettprobe bin ich beim Blattspiel einer Krommer-Partita an einer Passage mit schnellen und wild weiten Sprüngen (Dezimen und so Zeugs) ganz übel gescheitert. Alles andere, einigermaßen in Tonleitern Laufende ging (auch in einem sehr flotten Tempo) erstaunlich gut, aber die betreffenden anderthalb Takte werde ich in meinem Leben nie halbautomatisch spielen können! :versteck1: Entweder muss ich, wenn so etwas wie der Krommer auf dem Programm steht, dann doch zu meiner Diva greifen, oder ich muss mir eine derartige Passage ein wenig umschreiben (womit ich bei einem Stück von Krommer nur dezente moralische Probleme hätte :pfeif: ). Oder die Mönnig wird doch noch umgebaut.... :pfeif: :pfeif: :versteck1: :versteck1:

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • ... Omar Zoboli

      Grad war ich auf seiner Homepage und hab ein paar Aufnahmen angehört. Bernd, das wird Dir nicht gefallen. Aber da hört man ihn auf verscheidenen Instrumenten. Ich hab ihn damals bei der IDRS gehört, da war damals Holliger da und hat Strauss gespielt, Zoboli mit einem Ensemble Barockmusik gespielt und ein junger Francois Leleux einen Oboenwettbewerb gewonnen, ich glaube mit 2 Metamorphosen von Britten.
      Bei Zoboli hat mich seine ungebremste Virtuosität begeistert, der hats einfach rausgehämmert. Härt Euch mal den "Api" von ihm an. Die Leute sind druchgedreht damals, sogar die Engländer. Ich find, daß er immer noch gut ist. Der einzige, der ihm damals nicht applaudiert hat, war übrigens sein Lehrer. Irgendwie komisch, alle standen, Holliger saß.
    • Senipita schrieb:

      Grad war ich auf seiner Homepage und hab ein paar Aufnahmen angehört. Bernd, das wird Dir nicht gefallen.
      Sehr richtig :D - Zobolis Spiel hat mir noch nie wirklich gut gefallen (ich besitze auch eine CD mit ihm, die mir wenig sagt). Woher wusstest du das? :D :D

      Senipita schrieb:

      Härt Euch mal den "Api" von ihm an.
      Pascullis "Le Api" hat für mich zwar sehr viel mit Akrobatik zu tun, aber so gut wie nichts mit Musik. Musik interessiert mich jedoch weit mehr als Zirkus....

      Die CD, die ich mit Zoboli habe, heißt "Mosaico Barocco" und enthält erwartungsgemäß Barockmusik. Und die wird für meine Begriffe von Zoboli bemerkenswert nichtssagend gespielt - vom Klang will ich jetzt mal gar nicht reden..... ;)

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Wir zwei sind echt klasse ...

      Ja, das ist schön, jemand zu haben, der zuverlässig anderer Meinung ist. Ich finde daß er sehr sehr schön Barockoboe spielt, ich hab ihn grad spontan wegen seiner schönen Casanova /Stanesby Barockoboe angeneidet. Und Live ist er der Hammer. Ich bezweifle übrigens, daß Paganini sich wirklich toll angehört hat, aber der hat halt eine Mordsshow abgezogen an der technischen Obergrenze. Das macht der Zoboli auch, der als legitimer Nachfolger Pasciullis gilt. 8o Die haben den damals so dermassen abgefeiert, die Oboisten der Welt. Sicherlich nicht für seinen Ton, aber für seine Virtuosität allemal.

      Zumindest ist er keinesfalls langweilig. Ich werd das aber mal ausprobieren, wenn ich wieder 6 Stunden nach Tschechien fahr. Letztes mal hatte ich Herrn Hommel auf CD dabei (Bach) , da ist mir fast das Gesicht eingeschlafen. Nicht schön. Vielleicht bleib ich bei Zoboli wach. Ich werde berichten.
    • Den hab ich mir doch schon angeguckt, bevor ich überhaupt gefragt habe ;) Und nein - der ist ganz aus Metall und glatt und rund und ohne Rolle oder sonstigem Schnickschnack dran ....

      Dafür habe ich eben den am Hörnchen mal genauer inspiziert und da finde ich tatsächlich eine kleine schwarze Kunststoff-Einlage am unteren, leicht hochgebogenen Rand .... die war mir bisher noch nie aufgefallen ... :schaem1: Meint Ihr dieses Teil ? Wie gesagt, ich habe es sogar noch gar nie bemerkt bis eben :versteck1: und empfinde es auch nicht als störend oder hinderlich oder was auch immer ....
      Viele Grüße - Allegro

      Musik ist, die in den Noten versteckten Töne frei werden zu lassen (nach Philmus)
    • Allegro schrieb:

      Dafür habe ich eben den am Hörnchen mal genauer inspiziert und da finde ich tatsächlich eine kleine schwarze Kunststoff-Einlage am unteren, leicht hochgebogenen Rand .... die war mir bisher noch nie aufgefallen ... Meint Ihr dieses Teil ? Wie gesagt, ich habe es sogar noch gar nie bemerkt bis eben und empfinde es auch nicht als störend oder hinderlich oder was auch immer ....
      Genau diese kleine unschuldige Einlage ist gemeint! Es gibt sie in den meisten meiner Instrumente, und bislang hat sie mir noch nie etwas Böses getan - deshalb ist mir bei allem aufrichtigen Respekt vor Karl auch nach wie vor unklar, warum er sie so unbedingt loswerden will, dass er deshalb extra eine neue Klappe einbauen lässt..... ?( ....aber wie schon gesagt: Jeder von uns tickt in diversen Punkten anders und manchmal sogar ganz anders..... ;)

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Den ais-h-Triller greife ich immer aus.

      Bernd, ich bewundere Deine Trillerfähigkeiten, so würde ich gerne mal ein Klangbeispiel hören - wie wäre es mit Geminiani Sonate e-moll, Takt 7? Übrigens hast Du mit Deiner Englisch Horn Banana Key Stelle recht, beim "Tanz des Müllers" (aus "El Sombrero de tres Picos" von de Falla) habe ich diesen Key auch schon mal benutzt, ebenso in der Ferling Etüde Des-Dur Nr. 41 am Anfang - da gehts aber auch mit dem Wechsel vom 1.Fingerglied des rechten kleinen Fingers auf dem des/cis und dem darauffolgenden c mit dem zweiten Fingerglied desselben Fingers gegriffen...
    • Karl Wentzel schrieb:

      Bernd, ich bewundere Deine Trillerfähigkeiten, so würde ich gerne mal ein Klangbeispiel hören - wie wäre es mit Geminiani Sonate e-moll, Takt 7?
      Kann ich dir zufälligerweise liefern! Davon habe ich eine (Live)aufnahme, die unter ganz ordentlichen Klangbedingungen auf CD gebracht wurde. Allerdings habe ich die Scheibe soeben an meinen Schüler Detlef, der auch ab und an in unserem Thread aktiv ist, verliehen (nicht wegen Geminiani, sondern wegen der auch enthaltenen Sammartini-G-Dur-Sonate). Aber wie ich ihn kenne, macht er gerne eine Kopie für dich.

      Karl Wentzel schrieb:

      Übrigens hast Du mit Deiner Englisch Horn Banana Key Stelle recht...
      Vor allem auf meinem heißgeliebten Ringklappen-Mönnig-EH, welches ich bis vor einem guten Jahr gespielt habe, war die Rutscherei zwischen c1 und cis1 mit einem großen Risiko verbunden. Dabei geriet man immer schnell ganz minimal mit dem Ringfinger vom d weg, und angesichts der Ringklappe war dann auch der Ton sofort futsch. Auf den Deckelklappen, die mein neues Mönnig besitzt, macht das Rutschen nicht ganz so große Probleme.

      Auf der Oboe habe ich den banana key aber noch nie im Leben in Anspruch genommen. Meine neue Mönnig besitzt übrigens Rollen zwischen der unteren c-, cis- und es-Klappe - das sieht zwar auch ein wenig nach Klarinette aus :D , aber ist einfach ungemein praktisch!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • jetzt habe ich es kapiert, noch eine Frage an alle

      Neu

      Holz und Schulz sollte man nicht verwechseln, sonst ist man schnell auf dem Holzweg...
      Noch ein oboistisches Thema, auf das ich bisher noch nie eine richtig nachvollziehbare Antwort bekam: Weshalb brauchen manche Instrumente objektiv eine F-Resonanzklappe und weshalb gibt es viele Oboen, auf denen so etwas völlig unnötig ist? Möglicherweise wissen das selbst die Hersteller nicht so ganz genau, denn z.B. bei Marigaux und bei Yamaha hat man lange Zeit die Resonanzklappe gleich bei den vollautomatischen Modellen mit dazu gebaut, bei den halbautomatischen hingegen nicht - ist doch völlig unlogisch - oder? Meine eigene Erfahrung ist, daß es tatsächlich Oboen gibt, bei denen das F2 ohne Resonanzklappe unstabil und zu tief ist, bei anderen Instrumenten des gleichen Herstellers jedoch gar nicht, höchstens ein ganz klein wenig tendenziell zu tief, was sich aber leicht korrigieren lässt beim spielen. Dies alles unabhängig davon ob eine voll- oder halbautomatische Oktavklappenmechanik verbaut ist. Ich habe z.B. viele Schülerinnen und Schüler, die Bulgheroni Oboen spielen (FB91, 95, 101 und 105). Auf keiner gibt es Probleme mit dem F ohne Resonanzklappe. Auf dem Modell "Opera" jedoch geht es ohne Resonanzklappe gar nicht. Möglicherweise ist das genau so geheimnisvoll wie die Unterschiede der vielen Rigoutat Modelle (Symphony, Evolution, Classic, "J" etc.) - wer weiss was schlaues dazu?
    • Neu

      Hmm ... und woher weißt Du, wie das jeweilige Instrument ohne diese Klappe intonieren würde ? *grübel*

      Ich habe gerade eben mal wieder mein Oböchen (VA, ca. 20 Jahre alte, aber "aufgetunte" Patricola) inspiziert und festgestellt, dass diese Klappe - sofern ich denn auch die richtige als solche identifizuert habe - beim normalen rechten und auch beim linken F - immer zu ist. Beim Gabel-F allerdings geht sie auf und ist hierbei ganz offensichtlich die hierfür auch maßgebliche Klappe ...
      Viele Grüße - Allegro

      Musik ist, die in den Noten versteckten Töne frei werden zu lassen (nach Philmus)