Oboen-Frischlinge

    • Danke Palisander - das hatte ich schon mal gesehen und darüber nachgedacht, aber die Trios, die wir bisher in der Besetzung Blockflöte, Oboe und Cello gespielt haben (Bearbeitungen von den 3-stimmigen Inventionen von Bach) haben mich noch nicht so überzeugt. Die Klangmischung ist ohne Cembalo schwierig, finde ich.

      Ich weiss nicht, wann wir die Händel-Sachen spielen werden, vielleicht ein paar Sätze daraus schon in den Weihnachtskonzerten. Nächstes Jahr dann sicherlich im Rahmen der 1685er Konzerte.
    • Die eigentlich eher sinnfreie :thumbdown: zweite Probe für das morgen anstehende Konzert habe ich heute abend dazu genutzt, neben meiner Diva noch mal die früher im Dortmunder Orchester gespielte LF-Oboe zu aktivieren. Fazit: Auf diesem Instrument kann man vor allem oben erstaunlich viel Krach machen - ich kenne keine andere Oboe, welche über eine ähnlich voluminöse Höhe verfügt! Bemerkenswert ist auch der sehr gute Stand der hohen Töne; das a2 kann man extrem entspannt anblasen, ohne dass es ins Eiern gerät. C3 wird allerdings schnell zu hoch, wenn man nicht aufpasst, und insgesamt muss ich auf diesem gewiss nicht schlechtem Gerät zu sehr arbeiten. Der Blaswiderstand ist deutlich größer als auf der Adler (oder gar der Mönnig!); diverse Passagen fließen nicht ganz so selbstverständlich aus dem Instrument. Als ich in der zweiten Hälfte der Probe bei Mozarts A-Dur-Sinfonie (eine sehr heikle Kiste übrigens, was die Intonation anbelangt) wieder zur Diva gegriffen habe, war das schon eine Art von "nach Hause kommen". Langer Rede kurzer Sinn: Bei der ollen Adler handelt es sich für mich dann doch um das im direkten Vergleich flexiblere, klanglich wärmere und damit eben auch bessere Oböchen.....

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neben der besagten Mozart-Sinfonie gibt es noch die Nicolai-Messe von Haydn (technisch leicht, intonationsmäßig jedoch ebenfalls sehr empfindlich), und ich spiele 1. Oboe. Zwar könnte ich mir bei dem herrlichen Herbstwetter etwas Besseres vorstellen, als den halben Sonntag in einer dunklen Kirche zu hocken (bei dem Dirigenten handelt es sich um denjenigen T......., der grundsätzlich vor jedem Konzert das komplette Programm als Generalprobe durchlaufen lässt), aber es hilft ja nun mal nix ..... ;(

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Viel Spaß, Bernd! Ich habe die A-dur Sinfonie in unangenehme Erinnerung, aber es ist lange her (und ich habe eh einen riesen Ehrfurcht vor Mozart).

      Auch ich werde den Nachmittag in einer kühlen, dunklen Kirche verbringen - die hiesige Musikakdemie hat wohl gerade keine Oboenstudierenden, so dass die Dozentin (meine ehemalige Lehrerin) und ich spielen werden - Coriolan Ouvertüre, Saint-Saens Cellokonzert (mit einem herrlichen Cellisten!) und zwei Mendelssohn Choralkantaten. Nach den beiden Proben gestern weiss ich auch nicht recht, was der Dirigent mit 90 Minuten Anspielprobe machen will - er redet recht viel, und es ist davon auszugehen dass ein Großteil des Orchesters vieles nicht versteht (er ist Italiener und spricht Deutsch mit ziemlich starkem Akzent; viele der Studierenden sind aus China, Japan oder Korea).
    • tischlerin schrieb:

      Viel Spaß, Bernd! Ich habe die A-dur Sinfonie in unangenehme Erinnerung...
      Es fehlt bei dieser Sinfonie irgendwie am Mittelbau in den Bläsern. Außer den Oboen gibt es nur noch zwei Hörner, die aber am anderen Ende der Kirche sitzen, so dass ich fast nichts von ihnen höre. Die 2. Oboe spielt häufiger eine Oktave tiefer, und dann setzt man da irgendwo seine vielen langen hohen Töne (a2, h2, cis3) hin, ohne eine wirklich gute Orientierung zu haben....

      Das A und O in solch einem Fall ist eine richtig gute 2. Oboe. Und die sitzt glücklicherweise neben mir - wir sind ein über etliche Jahre hinweg aufeinander eingeschossenes Team, und das macht schon eine Menge aus.

      tischlerin schrieb:

      Nach den beiden Proben gestern weiss ich auch nicht recht, was der Dirigent mit 90 Minuten Anspielprobe machen will - er redet recht viel...
      Meiner redet nicht viel, aber er gestaltet auch nichts. Nach dem Motto "Hauptsache unfallfrei!" wird einfach alles von oben links nach unten rechts durchgehauen :( .

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Dann versuch wenigstens, die schöne Musik zu geniessen, Bernd :P
      Ich hatte mir diese Sinfonie heute früh noch angehört und diese vielen langen Töne und die sehr sparsam besetzten Bläser waren mir auch aufgefallen :S

      @ tischlerin, auch Dir viel Freude und Erfolg beim heutigen Auftritt :P
      Viele Grüße - Allegro

      Musik ist, die in den Noten versteckten Töne frei werden zu lassen (nach Philmus)
    • So langsam werde ich wohl wirklich alt..... ;(

      In der Coda des langsamen Satzes hat mich an der markanten Stelle, an der es mit einem kurzen Auftakt aufs d3 geht, das plötzliche Kratzen dieses Tons (seit der Generalüberholung der Diva habe ich temporär bislang ungekannte Probleme mit dem cis3 und d3) so irritiert, dass ich zu früh weitergegangen bin und nur eine punktierte Sechzehntel statt einer punktierten Achtel gespielt habe. Der Irrtum war mir zwar sofort bewusst - ich habe dann blitzschnell wieder in den rhythmisch richtigen Modus umgeschaltet, aber das d3 als solches muss man wohl einfach als grob versemmelt betrachten. :schaem1:

      Ansonsten lief es trotz massiver Konzentrationsschwierigkeiten nicht schlecht. Obwohl ich zu Hause nicht mehr danach gesucht hatte, hatte ich ein Rohr, dass sich sehr weich, locker und flexibel spielen ließ. Insofern war ich in puncto Klang und Dynamik weitestgehend zufrieden. Aber der besagte Patzer in der Mozart-Sinfonie.....arghhh!...... :heul1:

      Betrübte Grüße

      Bernd
    • Danke für den Zuspruch, Allegro - aber mal ganz abgesehen davon, dass es sich bei dem Kollegen um eine mit mir auch ansonsten gut befreundete Kollegin handelt, fürchte ich schon, dass die wenigen Zuhörer, die die Sinfonie einigermaßen kennen, den Patzer bemerkt haben. Und auch der H.... von Dirigent hat wohl mitbekommen, dass ich mich plötzlich im Bohnenfeld befand.....

      .....wobei es einem eigentlich wurscht sein müsste! Der Ärger über solche Fehler ist nur ein Resultat der eigenen Eitelkeit - ich weiß das gut genug, aber ich schaffe es trotzdem nicht, diesen Ärger komplett abzustellen. Und dann ärgere ich einmal mehr über meinen Ärger......

      Generell finde ich es als ausführender Musiker, der bei der Beherrschung seines Instruments an gewisse Grenzen gestoßen ist, sehr schwer, eine gute Balance zwischen einem gesundem Ehrgeiz/Hang zum Perfektionismus auf dieser und einem möglichst "objektiven" Zurückstellen der eigenen Person und ihrer subjektiven Befindlichkeiten auf jener Seite zu finden.

      Das Problem des Selbstbewusstseins war und ist für mich immer ein äußerst bedeutsames Problem!

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      Och, ganz OK. Wir Bläser hatten Intonationsprobleme aber das Konzert kam insgesamt gut an. Leider (für mich, sonst nicht!) fangen jetzt zwei vielversprechende OboenstudentInnen an der Akademie zu studieren an, so dass ich wahrscheinlich so schnell nicht wieder mitspielen werde. Aber eigentlich habe ich echt genug andere Sachen...
    • Neu

      Nicht ärgern, Bernd! Für mich als Perfektionistin ist das Oboenspielen diesbezüglich sehr heilsam....als Anfänger patzt man gefühlt ständig und es klingt auch nie so, wie ich es mir vorstelle :versteck1: .

      Und das ist manchmal gar nicht auszuhalten, besonders wenn man bei allem anderen 1000%ig ist.

      Bei uns in der Musikschule gibt es eine Dame, die schon über 10 Jahre Oboe spielt und auch die hat beim letzten Vorspielabend so dermaßen versemmelt, dass es dem unmusikalischtem Menschen mit Gehörschaden noch aufgefallen ist. Das Klavier und sie haben sozusagen Solo gespielt, jedoch Gegengleich. Da bin ich dann wieder milde zu mir...

      Und das solltest du auch sein, wenn auch natürlich dein musikalischer Anspruch an dich selbst ein höherer ist, als meiner wahrscheinlich jemals sein kann :jaja1: .

      Tja, die Oboe lehrt Demut :D ...

      Liebe Grüße aus dem Osten Österreichs,
      Martina
      "Wer Oboe lernt, ist von Haus aus schon verrückt." Hansjörg Schellenberger
    • Neu

      Guten abend in die Runde!

      Professor Washington Barilla (Berlin Hfm H. Eisler) ist als langjähriger LFrank Verfechter (hat ganze "Heere" überzeugt LF oboen zu kaufen) nun zu Marigaux übergelaufen und überzeugt nun entsprechend neu M2 sollen seine Studis jetzt anschaffen. Naja so ändern sich Dinge.....

      Sicherlich ist die M2 ein schönes Hörnchen.


      Wens interessiert, Palisander fragte neulich :

      Bestellungen von Noten oder Zubehör, die Sie bis zum2. November
      aufgeben können wir für Sie mit nach Leipzig bringen.

      Oboen – Ausstellung

      und

      K. GE – Rohrbaumaschinen - Ausstellung

      inLeipzig

      am
      Samstag, 4. November 2017- 11:00 – 17:00 Uhr



      im
      Bläserhaus der
      Musikhochschule Leipzig
      Senatssaal
      Grassi Str. 1
      Leipzig
      dieses Email bitte an Kollegen, Schüler, Studenten etc. weiterleiten
      Liebe Oboistinnen, liebe Oboisten,
      mit dieser Nachricht möchten wir Sie herzlich zu unserer nächsten Oboen-Ausstellung
      am 4. November 2017im Bläserhaus der Musikhochschule Leipzig, Grassi Str. 1 in
      Leipzigeinladen.
      Dort stellen wir von11:00 – 17:00 Uhrdie neuen Oboen, Oboen d’amore
      undEngl. Hörner der Marken

      Marigaux - Buffet- Howarth-MönnigundYamaha


      Neben den Instrumenten präsentieren wir Ihnen folgende Neuheiten:

      K. GE – Rohrbaumaschinen



      Gerne können Sie an diesem Tag diese Maschinen testen und sich ein Rohr bauen.
      Légère - Oboenrohre



      Nach langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat die FirmaLégère in Zusammenarbeit
      mit dem OboistenChristoph Hartmann (Berliner Philharmoniker) ein überraschend gut
      funktionierendes Oboenrohr aus Kunststoff entwickelt. Gerne können Sie an diesem Tag diese
      Rohre anspielen und sich Ihr eigenes Urteil bilden.

      Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Kollegen, Studenten oder Schüler über diese
      Ausstellung informieren würden und wir Sie an diesem Tag in Leipzig begrüßen könnten.
      Während der Ausstellung können Sie uns unter der Mobil Nummer0[b]171/5448121[/b]erreichen.

      :clap:

      bis später
    • Neu

      Telemania schrieb:

      Nicht ärgern, Bernd!
      Mittlerweile habe ich die ganze Angelegenheit schon wieder so gut wie verdrängt. Fehler passieren nun mal - geärgert habe ich mich wohl hauptsächlich darüber, dass es sich um eine im Grunde genommen völlig harmlose Stelle gehandelt hat.....

      Holzmichel schrieb:

      Professor Washington Barilla (Berlin Hfm H. Eisler) ist als langjähriger LFrank Verfechter (hat ganze "Heere" überzeugt LF oboen zu kaufen) nun zu Marigaux übergelaufen und überzeugt nun entsprechend neu M2 sollen seine Studis jetzt anschaffen.
      Das ist ja eine lustige Neuigkeit! ;) Woher kommt die Kunde darüber?

      Holzmichel schrieb:

      Sicherlich ist die M2 ein schönes Hörnchen.
      Ich denke, es wird auch unter den M2s solche und solche geben. Die Exemplare, die ich in Frankfurt ausprobiert habe, haben mich wenig begeistert, während ich die M2 eines Kunden ja neulich ganz hervorragend fand. Für mich ist es immer wieder frappierend, wie groß die Unterschiede zwischen im Prinzip baugleichen Instrumenten am Ende doch ausfallen können. Ganz erstaunlich war das wirklich bei den Mönnig-Oboen, die ich im April angespielt habe. Unter den Exemplaren aus Grenadill gab es noch eines, das einigermaßen an mein Modell aus Veilchenholz herankam, so dass ich es auch kurz für einen Kauf in Betracht gezogen hatte; einige andere der Mönnig-Geräte dagegen befanden sich nach meinen Kriterien ziemlich jenseits von gut und böse.....

      Holzmichel schrieb:

      Neben den Instrumenten präsentieren wir Ihnen folgende Neuheiten:

      K. GE – Rohrbaumaschinen
      Den Außenhobel habe ich mir 2015 in Frankfurt näher angeschaut (sprich: Ich habe zwei von mir aufgebundene Rohre damit schaben lassen, und ein weiteres von K.GE aufgebundenes und ebenfalls durch die Maschine gelaufenes Rohr mit nach Hause genommen). Die Ergebnisse konnten mich erst einmal überhaupt nicht überzeugen - unter den drei Rohren war am Ende für mich keines wirklich gut spielbar.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • Neu

      arundo donax schrieb:



      Holzmichel schrieb:

      Professor Washington Barilla (Berlin Hfm H. Eisler) ist als langjähriger LFrank Verfechter (hat ganze "Heere" überzeugt LF oboen zu kaufen) nun zu Marigaux übergelaufen und überzeugt nun entsprechend neu M2 sollen seine Studis jetzt anschaffen.
      Das ist ja eine lustige Neuigkeit! ;) Woher kommt die Kunde darüber?


      Den Außenhobel habe ich mir 2015 in Frankfurt näher angeschaut (sprich: Ich habe zwei von mir aufgebundene Rohre damit schaben lassen, und ein weiteres von K.GE aufgebundenes und ebenfalls durch die Maschine gelaufenes Rohr mit nach Hause genommen). Die Ergebnisse konnten mich erst einmal überhaupt nicht überzeugen - unter den drei Rohren war am Ende für mich keines wirklich gut spielbar.
      Die Kunde kommt aus der HfM, und er hat sogar seine eigenen LFs alle zum Verkauf gebracht. Neben der musischen muss es wohl auch eine persönliche Seite an dem "Vorgang" geben.

      PS: Rein von der Optik gefällt mir die Bucher Maschine, aber zu teuer und ist sie wirklich so gut?

      Gutes Nächtle allseits! :sofa2:
    • Neu

      Holzmichel schrieb:

      Rein von der Optik gefällt mir die Bucher Maschine, aber zu teuer und ist sie wirklich so gut?
      Also Simon Fuchs schwört auf die ... und seine Studentin hatte ihre dieses Jahr sogar dabei und sie auch eifrig benutzt ... sowohl Simons Rohre als auch ihre klangen top ....
      Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Maschinen soll - lt. Aussage der Studentin - der sein, dass das Oberstück schon ein deutliches Eigengewicht aufweist, so dass man beim Hobeln keinen Druck mehr ausüben muss .. sondern wirklich nur noch hobeln ... ob das allerdings tatsächlich andere Maschinen nicht haben, weiß ich natürlich nicht ....
      Viele Grüße - Allegro

      Musik ist, die in den Noten versteckten Töne frei werden zu lassen (nach Philmus)