Franz Schubert: Sinfonie C-Dur, D 944 "Die Große"

    • Philbert schrieb:

      Eine Klavierfassung aller Schubert-Sinfonien wurde von Jan Brandts Buys realisiert, die der italienische Pianist Gianluca Di Donato aufnehmen wollte:
      Von Brandts-Buys stammt die vierhändige Bearbeitung (aus der ich gelegentlich spiele, wenn sich ein Partner findet). Vermutlich ist die gemeint?
      Vierhändige Fassungen gibt es von praktisch allen sinfonischen Werken der Klassik und Romantik, weil das die einzige Möglichkeit war, diese Werke zu Hause eingehend kennenzulernen. Ist leider etwas aus der Mode gekommen.
    • Ich nehme an, Brandts-Buys hat auch eine zweihändige Fassung realisiert, denn wie Du auf dem Cover-Entwurf sehen kann, den ich verlinkt hatte, ist bei diesem Projekt nur von einem Pianisten die Rede.
      Ich bin auf dieses Projekt von Gianluca Di Donato aufmerksam gemacht worden; er hat keinen Partner erwähnt.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • es soll auch Pianisten geben, die verrückt genug sind, beide Parts nacheinander zu spielen.
      Ich hab leider nicht den Ehrgeiz, mich durch den italienischen Text auf der Webseite zu arbeiten.
      Ob ein Markt für zweihändige Bearbeitungen von Schubert-Sinfonien vorhanden war, hmm... Klavierspieler gab es seinerzeit genügend, warum hätte er sich die Mühe machen sollen (wobei die Hauptschwierigkeit in so einem Fall darin besteht, zu entscheiden was man weglässt, in andere greifbare Lagen versetzt, etc. musikalisch nicht sehr prickelnde Aufgaben).
      Christian Köhn wird vermutlich genaueres wissen.
    • Philbert schrieb:

      Ich nehme an, Brandts-Buys hat auch eine zweihändige Fassung realisiert, denn wie Du auf dem Cover-Entwurf sehen kann, den ich verlinkt hatte, ist bei diesem Projekt nur von einem Pianisten die Rede.
      Ich bin auf dieses Projekt von Gianluca Di Donato aufmerksam gemacht worden; er hat keinen Partner erwähnt.

      Ich habe eine Einspielung zu zwei Händen von einem Claudio Colombo, bei der die Klavierfassung wohl von Brandts-Buys arrangiert wurde. Die überzeugt mich aber nicht. Ich habe immer das Gefühl, dass zwei Hände einfach zu wenig sind, um die Sinfonie einigermaßen zu fassen.

      Deshalb hoffte ich, dass es tatsächlich von Schubert selbst eine Fassung zu vier Händen geben würde ... Von Brahms liegt ja auch zumindest von der 4. eine Fassung für vier Hände vor, die ich sehr gerne höre.

      Danke für die schnellen Rückmeldungen! :wink:
    • Bei Google gibt es sogar ein Coverbild der Live-Aufnahme von Pierre Monteux mit dem Philadelphia Orchestra (8.3.1960):


      Ich habe mir den Mitschnitt heute angehört. Klanglich ist er gut (Stereo), doch musikalisch kommt er m.E. nicht an die Krips-Aufnahme mit dem LSO heran. Monteux dirigiert mit häufigen, IMO unmotivierten Temporückungen, und zum Ende des 1. Satzes legt er ein Tempo vor, als ob er auf der Flucht sei. Schade, - eine Studioproduktion gibt es mit ihm leider nicht.
    • Philbert schrieb:

      Brahms hatte wohl Zugang zum Manuskript, hat es aber nicht genau genug gelesen.
      Es ist im Falle der Schubert-Symphonien unklar, welchen Anteil Brahms an der Herausgabe überhaupt gehabt hat. Im Erstdruck vom 1884/85 sind für die einzelnen Bände keine Herausgeber genannt, statt dessen ist nur auf der letzten Seite von Band 1 ein Redaktionsgremium aufgeführt, zu welchem auch Brahms gehörte (siehe McCorkle-Verzeichnis).

      Christian
    • Abendroth schrieb:

      Gewiss ist die 1951 Aufnahme Furtwänglers klanglich besser und die 1942-er ist vielleicht klanglich die schlechteste, aber .....sie hat eine Intensität, die Furtwängler später nie mehr erreicht hat. Da kann ich music lover nur 100% zustimmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Krips da mithalten kann, ohne dass ich bestreiten will, dass auch seine Aufnahme vielleicht grosse Qualitäten hat.
      Inzwischen ist die Josef Krips-Einspielung bei mir eingetrofen, und zwar in dieser Edition (gekoppelt mit Schumanns Vierter):

      (Direktverlinkung nicht möglich, die ASIN bei Amazon lautet B00000E46U).

      Krips hat zweifelsohne eine schöne Aufnahme vorgelegt. Aber die Vorahnung von Abendroth kann ich nur bestätigen: An den Wahnwitz der 1942er Furtwängler-Aufnahme, an die ungeheure Intensität seiner Lesart reicht Krips nicht ansatzweise heran. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn nicht einmal Furtwängler selbst - wie Abendroth ebenfalls richtig schreibt - reichte in den 50er Jahren an diese Intensität heran. Die Krips-Aufnahme hat ihre Meriten, lässt sich sehr gut hören, aber ich persönlich kann Bewertungen wie z.B. in der Amazon-Kundenrezension von Herrn Friedgen (seiner Meinung nach sei diese Aufnahme "das Maß aller Dinge", "triumphal", "mitreißend", "ein 'Schubert für die Ewigkeit'", und das dann auch noch in "atemberaubender Stereo-Technik") dann doch nicht ganz nachvollziehen.

      Was die von mir erworbene CD für mich fast schon ein wenig zum Ärgernis macht, ist die zwei Jahre vorher (also 1956) eingespielte Vierte von Schumann. Ein zweiter Satz zum Einschlafen, so etwas von spannungsarm musiziert. Und dann auch noch Spielfehler des Orchesters, die bei einer Studio(!)-Aufnahme stehen geblieben sind. Im vierten Satz bei 07:05 min. ein völlig verwackelter Streichereinsatz, bei 07:24 min. falsche Töne in den Streichern... Auch Herr Friedgen räumt übrigens ein, dass der Schumann nicht so gelungen ist wie der Schubert.