Die Elbphilharmonie - Groschengrab, Musentempel, Zukunftsvision... ?

    • audiamus schrieb:

      Leute, bleibt bitte beim Thema!
      Ok. Der "Blogger" beschreibt auch seine Eindrücke von zwei Restaurants in der Elbphilharmonie;

      troisetoiles.de/2017/02/02/tou…-und-ambrosia/#thesaffron
      troisetoiles.de/2017/02/02/tou…und-ambrosia/#störtebeker

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • ChKöhn schrieb:

      music lover schrieb:

      Dafür muss bei mir schon sowas kommen wie z.B. Vikingur Ólaffson mit seinem DG-Debütalbum mit Klavierwerken von Philip Glass.
      Aua. Das meinst Du hoffentlich ironisch. Gegen Glass ist ein Schlemmerfilet ja geradezu ein Wunder an Kreativität.

      So etwas ähnliches dachte ich beim Lesen dieses Satzes auch. Glass ist für mich sozusagen das Kantinenschnitzel der Neuen Musik. :D

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • philmus schrieb:

      ChKöhn schrieb:

      Gegen Glass ist ein Schlemmerfilet ja geradezu ein Wunder an Kreativität.
      tja, der Drang, sich nach "Unten" abzugrenzen, drängt nicht nur im Gastrogenre...

      Ich für meinen Teil grenze mich nicht "nach unten" ab, aber sehr wohl gegen Musik, von der ich nichts halte. In diesem Sinne sind u. a. Glass, Pärt und Penderecki jenseits meiner Grenze, ob diese nun oben, unten oder seitwärts positioniert sein mag. :D

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • philmus schrieb:

      tja, der Drang, sich nach "Unten" abzugrenzen, drängt nicht nur im Gastrogenre...
      Du hast offenbar nicht gelesen oder nicht verstanden, was ich geschrieben habe. Es ging nicht um Abgrenzung gegen schlechtes Essen oder schlechte Musik sondern gegen Menschen. die sich z.B. keine Luxusfreizeitreisen oder stundenlange Reservierungstelefonate nach New York leisten können oder gar so hoffnungslos altmodisch sind, noch ein "Festnetztelefon" zu benutzen. Und es ging um die Genugtuung, dass man wieder ein bisschen mehr unter seinesgleichen ist, wenn von solchen Leuten "einer weniger in der Warteschlange" ist.

      Symbol schrieb:

      Ich für meinen Teil grenze mich nicht "nach unten" ab, aber sehr wohl gegen Musik, von der ich nichts halte. In diesem Sinne sind u. a. Glass, Pärt und Penderecki jenseits meiner Grenze, ob diese nun oben, unten oder seitwärts positioniert sein mag.
      Geht mir genauso.

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • ChKöhn schrieb:

      Du hast offenbar nicht gelesen oder nicht verstanden, was ich geschrieben habe.
      Doch. Der Ball lag so schön da rum. Und als Künstler muss man manchmal, Du weißt schon. NIx für Ungut. :cincinbier:

      ChKöhn schrieb:

      Es ging nicht um Abgrenzung gegen schlechtes Essen oder schlechte Musik sondern gegen Menschen. die sich z.B. keine Luxusfreizeitreisen oder stundenlange Reservierungstelefonate nach New York leisten können oder gar so hoffnungslos altmodisch sind, noch ein "Festnetztelefon" zu benutzen.
      Alles gut, volle Zustimmung, Deinen Ärger über diese Art Snobismus teile ich.
      Ich nehme Dir auch komplett ab, daß Du es nicht so meinst, wenn Du über Glass, Pärt und co ablästerst. Sondern anders. Haste ja erklärt.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Symbol schrieb:

      ChKöhn schrieb:

      music lover schrieb:

      Dafür muss bei mir schon sowas kommen wie z.B. Vikingur Ólaffson mit seinem DG-Debütalbum mit Klavierwerken von Philip Glass.
      Aua. Das meinst Du hoffentlich ironisch. Gegen Glass ist ein Schlemmerfilet ja geradezu ein Wunder an Kreativität.
      So etwas ähnliches dachte ich beim Lesen dieses Satzes auch. Glass ist für mich sozusagen das Kantinenschnitzel der Neuen Musik. :D

      Kann es sein, dass Ihr beide über ein Debütalbum urteilt, das Ihr noch überhaupt nicht gehört habt? Ich finde es jedenfalls klasse!



      Übrigens bei Amazon Bestseller Nr. 1 in der Kategorie "Sinfonien" (was immer die darunter verstehen) und Bestseller Nr. 2 im Gesamtbereich "Klassik". Der editorische Wagemut der DG, einen vielversprechenden jungen Pianisten (den ich im Februar mit großer Begeisterung live in der Elbphilharmonie gehört habe) mit einem reinen Glass-Album an den Start gehen zu lassen, hat sich also ausgezahlt.
      "Wir wären auch ausverkauft, wenn bei uns auf dem Kamm blasende Putzfrauen aufträten."
      (Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant der Elbphilharmonie)

      “Die Elbphilharmonie ist nicht nur ein grandioser neuer Konzertsaal, sondern eine Chance für ein neues Repertoire.”
      (Ingo Metzmacher)
    • music lover schrieb:

      Symbol schrieb:

      ChKöhn schrieb:

      music lover schrieb:

      Dafür muss bei mir schon sowas kommen wie z.B. Vikingur Ólaffson mit seinem DG-Debütalbum mit Klavierwerken von Philip Glass.
      Aua. Das meinst Du hoffentlich ironisch. Gegen Glass ist ein Schlemmerfilet ja geradezu ein Wunder an Kreativität.
      So etwas ähnliches dachte ich beim Lesen dieses Satzes auch. Glass ist für mich sozusagen das Kantinenschnitzel der Neuen Musik. :D
      Kann es sein, dass Ihr beide über ein Debütalbum urteilt, das Ihr noch überhaupt nicht gehört habt?

      Da hast Du vollkommen recht, ich habe die CD nicht gehört. Ich schließe überhaupt nicht aus, dass Olafsson göttlich spielt, aber es ist halt trotzdem Musik von Glass - und mit dessen Sachen kann ich nicht das Geringste anfangen (Du weißt, de gustibus und so... :versteck1: ).

      Einerseits ist das sicherlich eine tendenziell mutige programmatische Wahl für eine CD-Produktion, andererseits ist Glass von den Komponisten der letzten Jahrzehnte wohl einer der populärsten, der auch diverse Filmmusiken geschrieben hat.

      Hätte Olafsson z. B. die Ligeti-Etüden oder die Boulez-Sonaten gespielt, dann würde es mich interessieren...

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • music lover schrieb:

      Kann es sein, dass Ihr beide über ein Debütalbum urteilt, das Ihr noch überhaupt nicht gehört habt?
      Ich habe angefangen, es zu hören (über Spotify), aber lange habe ich tatsächlich nicht durchgehalten. Vielleicht insgesamt zehn bis fünfzehn Minuten, also etwa eine Minute von jedem Track. Mehr konnte ich wirklich nicht ertragen.

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • music lover schrieb:

      Übrigens bei Amazon Bestseller Nr. 1 in der Kategorie "Sinfonien" (was immer die darunter verstehen)
      Na, solche Alben mit Songs wie von Morricone, Vangelis oder Benjamin Appl. Sinfonien halt, kennt doch jeder... :ironie1:

      amazon.de/gp/bestsellers/music/550584/ref=zg_b_bs_550584_1

      maticus

      P.S. Unter den Top-20 Sinfonien ist es vermutlich nur die Nummer 7, die tatsächlich Sinfonien enthält. Was aber wohl eher ein Zufall ist, weil es die erste Aufnahme aus der neuen Elphi ist...
      Wir lesen keine Bücher, wir schreiben sie. --- Alexander Grothendieck

      Grothendieck had a very strong feeling for music. He liked Bach and his most beloved pieces were the last quartets by Beethoven. --- Luc Illusie
    • Diese Elbphilhamonieorchester-CD mit dem mich momentan interessierenden Dirigenten Urbanski beginnt nach den Schnippseln geurteilt ähnlich langweilig wie (manches von) Pärt. Kann aber selbstredend noch viel interessanter werden (hinter den Schnippseln).

    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      oder gar so hoffnungslos altmodisch sind, noch ein "Festnetztelefon" zu benutzen.
      ... da mußte ich grinsen...
      Was jetzt alles schiefgehen könnte! Mein Akku – vor einer Stunde noch auf 100 %, jetzt schon, durch die ganzen Wählversuche in der Nähe von 35 % – könnte versiegen
      ja - könnte er. Mit Festnetz hätte sich der gute Julien Walther einen Teil seiner Stresshormone sparen können: Das gute alte Festnetztelefon ist da inert, vor allem, wenn es seinen Strom nicht aus einem Netzteil, sondern absolut strromausfallsicher aus der Telefondose bezieht ... *bg*
      Es gibt Dinge, die waren schon mal besser, sogar der Stromverbrauch von "Handys" ante iPhone, wenn man schon nicht auf Festnetz zurückgehen möchte. (Aber wenn er's eh' schon weiß, daß das so lange dauert, wieso stöpselt er's dann nicht vorher(!) an das Ladekabel..? Nölen, des Nölens halber?)

      Im Übrigen: Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als man zum Reservieren am Münchener Nationaltheater enweder *kurz* vor dem Beginn des schriftlichen Vorverkaufs eine Postkarte schicken mußte, mit der Hoffnung, daß diese genau zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Schreibtisch in der richtigen Position im Stapel der übrigen Postkarten landet, oder man hat versucht *zum richtigen Zeitpunkt* auf gut Glück anzurufen (jadoch: Warteschleife...! Und beim Nicht-Ortsgespräch lief der Kostenzähler in rasantem Tempo), oder sich aber am ersten Tag des Vorverkaufs in der Früh um 4 Uhr (besser um 3) physisch anzustellen, versorgt mit Thermoskanne heißen Tees, Klappstuhl, mehreren Pullovern unter dem Wintermantel, Decke (besser: Schlafsack), Mütze, Handschuhe, Fußwärmer - aber da gab's zumindest hin und wieder interessante Gespräche beim Warten... Studentenkarten gab's ohnehin nur an der Abendkasse - d.h.: in Schale werfen (ja, das war früher so!), nach München fahren (Zug, umsteigen in die Tram), und dann war's vielleicht tatsächlich komplett ausverkauft. Für was anderes war man dann entweder overdressed, oder es war zu spät.

      Also: Tragt's mit Fassung! Wir leben im Zeitalter der Seligen.

      (Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie besagter Julien Walther vor 40 oder 50 Jahren sein Restaurant in New York reserviert hätte. :megalol: )
      viele Grüße

      Bustopher

      hindere die Spielleute nicht. Und wenn man lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit für andere Zeiten
      (Sirach 32,5)