Streaming-Dienste

    • Streaming-Dienste

      Ich habe auf meinem Sonos-System gerade testweise zwei Streaming-Dienste installiert (jeweils für 30 Tage kostenlos), nämlich Napster und Spotify. Beide sind - natürlich - erkennbar nicht für Klassik-Hörer gemacht, das zeigt sich vor allem an der Suchfunktion: Man findet z.B. ständig CDs (Entschuldigung, das heißt natürlich "Alben" ;+) ), bei denen Interpret und Komponist munter miteinander verwechselt werden, bei Napster fehlen in den Track-Listen sehr oft die Werkangaben, so dass man z.B. aus den Satzbezeichnungen erschließen muss, welche Beethoven-Sonate sich wohl dahinter verbirgt usw.. Bei Napster nervt auch die an jede Suche anschließende Unterscheidung zwischen "Hauptveröffentlichungen", "Top-Alben", "Top-Titel", "Weitere Veröffentlichungen" usw., die einfach nur Unübersicht stiftet. Bei Spotify ist das etwas besser, dafür fehlt die Gliederung nach Gattungen, so dass man z.B. nicht mal in der Kategorie "Jazz" stöbern kann, sondern schon genau wissen muss, was man sucht. Die Klangqualität habe ich bei einer Handvoll Stücken verglichen, mit jeweils deutlichem Vorteil für Spotify, womit Napster bei mir endgültig rausfällt. Vorteil bei beiden Diensten ist natürlich das prinzipiell riesige Angebot, was es erlaubt, auch mal Aufnahmen zu hören, die man nicht gleich selbst besitzen will. 10 Euro pro Monat finde ich dafür im Prinzip ok., außerdem kann man monatlich kündigen. Hat jemand von Euch Erfahrungen mit diesen oder anderen Diensten? Mit Sonos kompatibel wären u.a. 7digital, 8tracks, AUPEO!, Deezer, Juke und simfy. Ist davon irgendetwas besser für Klassikhörer geeignet?

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • Keine Spotify-Playlistenordner mehr in SONOS

      Just for the record:

      Nach dem neuesten Sonos-Update werden die Playlisten-Ordner aus Spotify nicht mehr angezeigt. Stattdessen werden alle Playlisten in einer Ebene präsentiert. Grund ist, daß Spotify diese Funktionalität aus der API entfernt hat, mit der Sonos (wie andere Anbieter) den Streaming-Dienst in das System integriert. Mit der älteren Sonos-Version hat das bis gestern funktioniert, aber jetzt hat Spotify die entsprechenden Server abgeschaltet (Auskunft vom Sonos-Support).

      Damit ist Spotify via Sonos (für mich) praktisch unbenutzbar geworden. es bleibt noch die Möglichkeit, einen Spotify-Player als Line-In ins Sonos-System einzuspeisen; Damit ist man aber auf dessen Funktionalität angewiesen; die Ordner gibt es da zwar (noch?), aber die Abspielfunktion ist äußerst mühsam und extrem störanfällig (eigentlich ist das für meine Zwecke völlig unbrauchbar).
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • ChKöhn schrieb:

      ...Hat jemand von Euch Erfahrungen mit diesen oder anderen Diensten? Mit Sonos kompatibel wären u.a. 7digital, 8tracks, AUPEO!, Deezer, Juke und simfy. Ist davon irgendetwas besser für Klassikhörer geeignet?


      Ich höre seit gut einem Jahr mit Spotify zu Hause über den NAD M50 unterwegs mit einem Smartphone.

      Für aktuelle Klassikaufnahmen finde ich es gut geeignet. Man kann sich darüber einen guten Eindruck verschaffen und entscheiden, ob man die Aufnahme nun wirklich haben muss oder ob sie eher verzichtbar ist. Die Klangqualität reicht meir völlig aus. Ich bin nicht so der Klangfetischist. Wichtiger ist mir der Komfort - schnelle Suchefunktion, keine Unterbrechungen bei der Widergabe etc. - und die Interpretation des Stückes; und da ist das Streaming-Portal wieder egal. Ich bin immer wieder über die große Auswahl an klassischen Musikstücken überrascht und erfreut.

      Allerdings ist das kein Ersatz für meine Sammlung an älteren Aufnahmen, die ich dann doch besser über das NAS verwalten und abhören kann. Ich sehe es als sinnvolle Ergänzung und der Preis geht völlig ok. Den habe ich schon lange wieder heraus, weil ich mir die Anschaffung von Aufnahmen erspart habe, die ich sonst gekauft hätte und deren Anschaffung sich als verzichtbar herausgestellt hätte.

      VG Bernd
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      Mit meinem Unwissen kann man ganze Bibliotheken füllen.
    • Das Argument der Haptik fand ich in Bezug auf CDs immer besonders amüsant:

      Haptisch gibt es keinen Unterschied zwischen der grandiosen Einspielung eines Jahrtausendwerks und der Datensammlung über Steuerentzieher, die aus der Schweiz irgendwie bei einem Steuerfahnder landet.

      Bei LPs lag die Haptik in der Aufforderung, bloß nicht auf die Rillen zu fassen, in denen sich angeblich die Musik befindet.

      Beim Streaming - wie beim guten alten Radio - find ich die Assoziation zur Sphärenmusik dagegen viel naheliegender.
    • Quasimodo schrieb:

      Nach dem neuesten Sonos-Update werden die Playlisten-Ordner aus Spotify nicht mehr angezeigt. Stattdessen werden alle Playlisten in einer Ebene präsentiert. (...)
      Damit ist Spotify via Sonos (für mich) praktisch unbenutzbar geworden.
      Das ging mir genauso, und ich habe deshalb im November meinen Account gekündigt, dann ohne Erfolg Qobuz ausprobiert (ebenfalls keine Ordner). Jetzt wollte ich Apple Music testen (immerhin drei Monate kostenlos, danach die üblichen 10 Euro pro Monat), habe aber zwei Tage gebraucht, bis es mir gelungen ist, unter Windows 10 eine alte itunes-Version gegen eine neue auszutauschen (ohne die es nicht ging). Bei sicher einem Dutzend Versuchen brach die Installation jeweils Sekunden vor dem Ende ab und machte alles wieder rückgängig. Falls mal jemand dasselbe Problem hat: Geholfen hat letztlich, mich als Administrator anzumelden (also nicht einfach das Installationsprogramm als solcher auszuführen!) und dann wieder zu meinem normalen Benutzerkonto zu wechseln. So etwas habe ich zuletzt unter Windows XP gemacht. Aber egal, es gab ein Happy End: Man kann in itunes Playlist-Ordner und Unterordner anlegen, und sie werden von Sonos automatisch und zuverlässig übernommen. Und die Dateien scheinen mir besser getaggt zu sein als bei Spotify; man findet z.B. tatsächlich Komponistennamen...

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • Ich höre meine Musik eigentlich ausschließlich über Spotify und bin mit der Klangqualität sehr zufrieden :) Die Kosten pro Monat sind auch völlig in Ordnung, da es jetzt ein Familienabbo gibt, und somit die Kosten aufgeteilt werden können. Mit meinem kleinen Logitech Lautsprecher klingt die Musik sogar noch besser als einfach nur auf dem Smartphone. :D
    • Eine noch bessere Qualität wirst Du mit grösseren Lautsprechern an einem geeigneten Verstärker erzielen. Erst dann wirst Du vielleicht den Unterschied zwischen der Streaminqualität einer Premiummitgliedschaft und einer normalen Spotifymitgliedschaft erkennen, glaube ich.

      Hudebux
    • Naxos ist nicht nur Naxos

      Die Rede ist von dem Streaming-Dienst NaxosMusicLibrary (naxosmusiclibrary.com/home.asp?rurl=%2Fdefault%2Easp), der sich selbst rühmt, fast 2 Millionen Titel auf mehr als 120 000 CDs anzubieten. Mehr als Naxosdeswegen, weil das Angebot mehr als 800 Labels umfasst, darunter Chandos, cpo, BIS, Harmonia mundi, Naive, Sony; freilich bei weitem nicht alle Titel der Labels.
      Die NML ist auf dem Gebiet der Alten Musik sehr stark vertreten, über Klassik und Neuere Musik kann ich nichts sagen; es gibt auch NML Jazz.

      Der grosse Vorteil ist, dass sehr oft die Rückseite des Covers groß und gut lesbar abgerufen werden kann, also anders als nicht selten bei jpc und Amazon und oft das Booklet (in gleicher Qualität).
      Die Tonqualität gibt es in zwei Stufen: Premium und Standard, übertragen wird in Flash AAC.

      Es gibt drei Möglichkeiten, NML abzurufen:
      + „free trial“ für 15 Minuten. Wenn ich es recht sehe, wird ein Cookie gesetzt, das eine Wiederholung verhindert.
      + Einzelmitgliedschaft Premium 303 € jährlich / 30 € monatlich, Standard 202 / 20 €.
      + Über eine Institution, also zB eine Bibliothek. Meine Stadtbibliothek kostet 18 € jährlich. Man hat da noch ´ne Menge andere Möglichkeiten, zB Kindlers Literaturlexikon oder das Munzinger-Archiv.

      Bei all den bekannten Vorbehalten gegen Streaming bietet sich doch wenigstens die Möglichkeit, eine CD komplett anzuhören, bevor man sie kauft. Spart ja nicht nur Geld, sondern auch Platz.

      Freundliche Grüße
      JC
    • Julius Chr. schrieb:

      Mehr als Naxosdeswegen, weil das Angebot mehr als 800 Labels umfasst, darunter Chandos, cpo, BIS, Harmonia mundi, Naive, Sony; freilich bei weitem nicht alle Titel der Labels.
      Ich habe vor Jahren schon mal die damalige Liste der Labels gepostet, inzwischen dürften noch viele dazu gekommen sein. Ich nutze die NML allerdings inzwischen nicht mehr, weil sie mir zu unbequem in der Anwendung war. Ich konnte z.B. die Musik nur mit allerlei technischen Tricks störungsfrei vom Rechner auf meine Stereoanlage übertragen (optisches Digitalkabel zum alten DAT-Rekorder, den ich auf diese Art als D-A-Wandler missbraucht habe), während das inzwischen bei Apple Music oder Spotify ganz einfach über Sonos (und somit sogar ganz ohne eingeschalteten PC) geht. Spotify hatte ich zwischenzeitlich gekündigt, weil die Playlist-Ordner nicht mehr in der Sonos-App angezeigt werden, inzwischen bin ich aber wieder zurück, weil man statt dessen Sonos direkt aus der Spotify-App ansteuern kann. Das ist eine super Möglichkeit, in alles Mögliche hineinzuhören, und eben nicht nur über scheppernde PC-Lautsprecher sondern über die normale Anlage. Die Bedienung ist zwar teilweise noch etwas merkwürdig (so steht z.B. die Sonos-Raumauswahl immer erst zur Verfügung, nachdem man wenigstens ein paar Sekunden auf dem lokalen Gerät mit der Spotify-App abgespielt hat), aber das wird sich hoffentlich noch verbessern. Neben dem Preis (der mir bei Naxos für Privatanwender zu hoch erscheint) ist für mich persönlich die Bedienbarkeit ein wichtiges Kriterium. Und dabei ist für mich außer der Sonos-Anbindung und der Möglichkeit, Playlisten in Ordnern und Unterordnern zu sortieren noch die Qualität der Suchfunktion wichtig. In der Hinsicht sind alle Streaming-Dienste, die ich bisher ausprobiert habe, noch stark verbesserungsfähig.

      Christian
      Wer jemals den Pianisten Frantisek Hrdla gehört hat, wird diesen ungeheuren Eindruck niemals vergessen (selbst wenn er es versucht).
      Wolfgang Hildesheimer
    • Julius Chr. schrieb:

      Es gibt drei Möglichkeiten, NML abzurufen:
      + „free trial“ für 15 Minuten. Wenn ich es recht sehe, wird ein Cookie gesetzt, das eine Wiederholung verhindert.
      + Einzelmitgliedschaft Premium 303 € jährlich / 30 € monatlich, Standard 202 / 20 €.
      + Über eine Institution, also zB eine Bibliothek. Meine Stadtbibliothek kostet 18 € jährlich. Man hat da noch ´ne Menge andere Möglichkeiten, zB Kindlers Literaturlexikon oder das Munzinger-Archiv.
      Bei einer Standardmitgliedschaft bei IMSLP (22,00 USD im Jahr) ist der Vollzugriff auf die Naxos Music Library inbegriffen.
      viele Grüße

      Bustopher

      hindere die Spielleute nicht. Und wenn man lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit für andere Zeiten
      (Sirach 32,5)