Liebesständchen

    • ChKöhn schrieb:

      Gut, das war jetzt sozusagen der umgekehrte Weg des klassischen Ständchens, also auf der falschen Seite des Fensters.

      Ob meine Nachbarn mein Klarinettengedudel schon mal als inverses Liebesständchen empfunden haben, da habe ich auch meine Zweifel. Meine Freundin könnte es ja so auffassen. Vielleicht tut sie es auch, aber am liebsten ist ihr, wenn zwei verschlossene Türen dazwischen liegen.

      Hudebux
    • Gestzt den Fall,
      einer würde mir das Ständchen von Strauss (/Godowsky) spielen,
      so in der Art wie Nelson Freire hier :D ...



      ... "angetan" wäre ich ganz sicher ... ;+)
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • "Im Morgenland gefangen war" ist ein sehr witziges Stück; auf der Klarinette würde sich aber Schuberts Ständchen ("Leise flehen...", nicht "Zögernd, leise...") sicher besser machen...

      Da Veräppelungen einen Hintergrund haben müssen, waren solche Ständchen anscheinend bis ins 19. Jhd. durchaus mal üblich. Nicht nur unter Verliebten; es gibt einen Brief von Mozart, in dem der berichtet, dass ihm als Überraschung eine seiner eigenen Bläserserenaden als Ständchen dargebracht wurde.

      Schon bei Busch sind aber sportliche Leistungen das wirksamere Balzritual:
      "Keiner kann wie er so schön/ gerade auf dem Kopfe stehn" (Försters Fritze in "Julchen")
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Berenice schrieb:

      ... "angetan" wäre ich ganz sicher ... ;+)
      na klar doch!
      Warum wohl himmeln zigtausende Mädels den jeweiligen Frontman der jeweils angesagten Boygroup an...?
      Es gibt irgendwo eine (etnologische? anthropologische? soziologische?) Studie, die belegt haben soll, daß musizierende (und vor allem singende) Männer bei der Balz aus mehreren Gründen einen gewissen Vorteil gegenüber nicht-musizierenden haben. Das Genre "Ständchen unter dem Fenster" muß ja irgendwie mal entstanden sein....
      Und wenn's nur der wäre, daß, wenn man an die Mädels rankommen will, man(n) dorthin gehen sollte, wo die Mädels sind. Also z.B. in den Tanzkurs. Oder in den Jugendchor. Oder eben unter "ihr" Fenster". Dort nur rumstehen und hochgucken ist aber irgendwie blöd. Bringt einen je nach Alter in den Geruch des Doofmanns oder des Onkel Triebtäters. Und aufm Bordstein mit dem Skateboard langzuschrammen ist auch nicht so überzeugend (oder für ältere Semenser: mit den Porsche im 1. Gang im Kreis um den Block zu fahren. Gar nicht zu empfehlen: das mit Ford Fiesta zu machen!). Also doch besser singen? Oder Gitarre zupfen? Wobei: In Neuperlach oder Marzahn ist das im Vergleich zu einer Reihenhaussiedlung - mit "ihrem" Fenster zur Straße! - vermutlich sinnlos. Vor allem, wenn "sie" im 15. Stock wohnt.
      Aber wir sind so cool, daß wir nicht singen. Überhaupt und sowieso. Mann! Singt! Nicht! Dafür gehen wir mit Vorliebe dorthin, wo andere Jungs sind. Auf den Fußballplatz z.B. Das Problem dabei: dort findet man vergleichsweise wenig Mädels. Die Konkurrenz ist demnach vergleichsweise riesig...
      (OK: Die Mädels treten auch gerne im Sixpack auf. Und wundern sich dann, daß sich keiner in die Nähe traut...)
      :megalol:

      Gott, was bin ich froh, daß ich das alles schon hinter mir hab!
      Zu Schulzeiten hab' ich mich immerhin mal dazu durchgerungen (eher durchringen lassen!), mit meiner heimlich Angebeteten Duett zu singen. Brahms! (SIE wollte!) Als es ernst wurde, konnte ich vor Schnupfen kaum aus den Augen sehen und habe demnach auch keinen einzigen geraden Ton hinbekommen. Ich hatte also zumindest eine Ausrede. Nicht singen wurde von unserem Lehrer aber nicht akzeptiert. Mann, war das peinlich...
      viele Grüße

      Bustopher

      hindere die Spielleute nicht. Und wenn man lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit für andere Zeiten
      (Sirach 32,5)
    • In meinem Heimatdorf gibt es die Tradition, dass die örtliche Blaskapelle vom Bürgermeister beauftragt wird, vor dem Haus eines Gemeindemitglieds anlässlich des 80. Geburtstags ein Ständchen zu bringen. Das ist jetzt natürlich nicht das gleiche wie eine Liebeswerbung per Ständchen... das läuft heutzutage doch via flashmob auf den Social Media.
    • Ständchen heißt heute Flashmob...!

      Ein paar Leute verabreden sich an ungewöhnlichen Orten, um dort gemeinsam irgend eine Aktion durchzuführen. Also z.B. singen.

      DAS war der Klassiker, der die ganze Bewegung bezüglich Singen im Flashmob ausgelöst hat: "https://www.youtube.com/watch?v=6iCk9fqNNt0"

      Du kannst Dich natürlich auch unter einem Fenster (oder vor einer Tür) verabreden. Kommt relativ häufig in Gesangsvereinen und Kapellen vor, wenn ein Mitglied (runden) Geburtstag hat. Gage ist dann oft ein Schnaps...
      viele Grüße

      Bustopher

      hindere die Spielleute nicht. Und wenn man lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit für andere Zeiten
      (Sirach 32,5)