Kirill Petrenko - Der König Midas unter den Dirigenten?

    • music lover schrieb:

      Für einen künftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker macht sich Kirill Petrenko bei diesem Orchester erstaunlich rar. Seine letzten Aufführungen mit den Berliner Philharmonikern datieren vom Dezember 2012 (!). Jetzt, im März 2017, dirigiert er gerade mal zwei Konzerte in Berlin (bei anderen Dirigenten wird ein Programm regelmäßig an drei Abenden aufgeführt) und Anfang April 2017 ein weiteres bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. Das war's dann auch schon wieder.
      Das war schon kurz nach der Wahl Petrenkos zum Chefdirigenten bekanntgegeben worden: Bis zu seinem Amtsantritt Mitte 2019 wird er pro Saison nur 1-2 Konzertprogramme in Berlin dirigieren und am Anfang der Spielzeit 18/19 eine Tournee mit den Philharmonikern machen. Dass er jetzt nur zwei Konzerte mitten in der Woche (und nicht die normalen drei am Wochenende) leitet, hat damit zu tun, dass die Abende in die weitgehend fertiggestellten Terminkalender Petrenkos und der Philharmoniker eingepasst werden mussten. (Im Dezember 2014 war übrigens ein Konzertprogramm mit Petrenko in Berlin geplant, das er dann aber krankheitshalber abgesagt hat.)

      music lover schrieb:

      Die Karten für die beiden Berliner Konzerte am 22. und 23. März waren in Windeseile vergriffen. Ich konnte zum Glück eine für den 22. ergattern
      ...ich bin auch da. Der zweite Abend wird dann ja außerdem in der Digital Concert Hall verfügbar sein.

      Tichy1988 schrieb:

      Apropos, hat jemand die Übertragung des letzten Akademiekonzerts im Radio verfolgt? Meinungen?
      Den Medtner wage ich nicht zu beurteilen - ich kannte das Stück zwar, aber nicht gut. Bei Rachmaninows Symphonischen Tänzen fand ich frappierend, wie stark sich Petrenkos Interpretation seit seiner (bei Youtube verfügbaren) Aufführung von 2008 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks geändert hat: Was damals im ersten Satz in den schnellen Teilen zwar scharf und pointiert, aber auch federnd und elegant klang, war jetzt heftig, oft wuchtig und geradezu bedrohlich. Sehr auffällig die verzögerten Auftakte vor dem Erscheinen des Hauptthemas in den Geigen (vier Takte vor Ziffer 4 und Parallelstellen). Der Walzersatz bestand diesmal fast nur aus Rubati, die permanenten - wunderbar ausgespielten - Verzögerungen und Beschleunigungen ließen mich als Hörer nie sicheren Boden unter den Füßen/Ohren erlangen.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      music lover schrieb:

      Die Karten für die beiden Berliner Konzerte am 22. und 23. März waren in Windeseile vergriffen. Ich konnte zum Glück eine für den 22. ergattern
      ...ich bin auch da. Der zweite Abend wird dann ja außerdem in der Digital Concert Hall verfügbar sein.
      Wie fandest Du es gestern, lieber Bernd?

      Hier ist übrigens die Meinung von Manuel Brug. Die mich aber weit weniger interessiert als Deine.
      klassiker.welt.de/2017/03/23/b…nd-ist-gleich-wieder-weg/
    • music lover schrieb:

      Wie fandest Du es gestern, lieber Bernd?

      Hier ist übrigens die Meinung von Manuel Brug. Die mich aber weit weniger interessiert als Deine.
      klassiker.welt.de/2017/03/23/b…nd-ist-gleich-wieder-weg/
      Nur ein paar Stichpunkte: Die Nervosität war dem Orchester anfangs tatsächlich anzumerken (auch Takövis exponiertes Trompetensolo im Adams-Stück war alles andere als unfallfrei). Die Interpretation der Haffner-Sinfonie kann man wie Brug mit dem Rezensentenallgemeinplatz "auf halber Strecke zwischen historisch informiert und romantisch feinseiden" beschreiben. Ich fand interessanter, dass das Werk eine Art Dramaturgie bekam: mit der verlängerten Pause vor dem Beginn der Durchführung des Kopfsatzes, den unterschiedlichen Beleuchtungen von Instrumentation und Dynamik bei den Wiederholungen in Trio und Menuett, der Gestaltung des Übergangs ins Finale. Bei diesem zog Petrenko übrigens das Tempo im Vergleich zum Gewohnten nochmal extra an ("so geschwind als möglich", wie das sinngemäß in einem Mozart-Brief hieß), das war gleichzeitig halsbrecherisch und dann vom hier wieder perfekten Orchester detailliert ausgespielt. Zum Adams, den ich von der Alsop-Aufnahme in letzter Zeit öfter gehört habe, erlaube ich mir erstmal keine Meinung - die Plätze in Block F sind zwar prinzipiell ziemlich gut, aber bei Stücken mit Gesang stimmt die Balance einfach nicht. Der Interpretationsansatz bei der Pathétique erinnerte mich an Petrenkos Dirigat von Tschaikowskys Fünfter mit dem Bayerischen Staatsorchester vor einem halben Jahr: Eher bei Mrawinsky als bei Bernstein (um's mal plakativ zu sagen), aber nicht in dem sachlichen, Emotionales eher unterspielenden Gestus, der bei diesem Stück in letzter Zeit öfter gepflegt wird (man höre sich mal Nézet-Seguin/Philadelphia an), sondern mit überbordender Expressivität. Extrem gehetzt, fast barbarisch wild die Durchführung des Kopfsatzes, voll ausgespielt (allerdings mit eher dezent dosiertem Rubato) die dynamischen Höhepunkte des Seitenthemas insb. in der Reprise, extrem schnell der Geschwindmarsch, sehr zerklüftet das Finale. Hier muss Brug auf seinen Ohren gesessen haben (oder er hat die Täschchen auf dem Schoß von Petrenkos Agenten studiert), denn ich kann mir das Stück anders, aber nicht empathisch-bewegender vorstellen. Dazu trug zugegebenermaßen auch Petrenkos Gestik und Mimik bei (Block F hat auch Vorteile ;) ), die mich bei der Durchführung im ersten oder der letzten großen Steigerung im letzten Satz fatal an Jürgen Klopp erinnerte, wenn dieser sich mit einem Schiedsrichter anlegt... Brugs Vergleich mit Thielemann ist übrigens entlarvend: Hätte er sich Thielemanns Interpretation der Pathétique in der Digital Concert Hall wirklich angehört, wäre ihm aufgefallen, dass dieser hier eben nicht - wie das Klischee es will - auf "Entäußerung" und "entfesselte Leidenschaft" setzt, sondern Extreme eher scheut und Effekte teilweise bewusst unterspielt (eine interessante Variante, auch wenn sie mich nicht ganz überzeugt).

      Also, um's kurz zu machen: Ich war leider wieder mal begeistert. :thumbsup:


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      Also, um's kurz zu machen: Ich war leider wieder mal begeistert.
      Danke für den Bericht. Bin gespannt auf die DCH-Übertragung heute Abend und werde die Nachbarn schonmal vorwarnen :) :)
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Zwielicht schrieb:

      Also, um's kurz zu machen: Ich war leider wieder mal begeistert.
      Ich "unter dem Strich" auch. Allerdings erst nach dem zweiten Teil des Abends, der wirklich grandios war. Im ersten Teil machten mich die Unsauberkeiten bis hin zu regelrechten Patzern im Orchester stutzig. Da die Philharmoniker nicht plötzlich das Spielen verlernt haben können, kann das eigentlich nur am Dirigenten oder an fehlender Probenzeit liegen. Die Solotrompete im Adams-Werk war nun wirklich Kreisklasse statt Champions League. So richtig gefallen hat mir im ersten Teil eigentlich nur das sehr schön dargebotene Finale der Mozart-Sinfonie.

      Bei der Tschaikowsky-Sinfonie gab es aber einen Moment, an welchem sich bei mir der Schalter von einem eher unzufriedenen zu einem begeisterten Zuhörer umlegte. Das war die hier fast schon bis hinein ins Unhörbare gespielte Fagott-Passage am Ende der Exposition des Kopfsatzes (laut Wikipedia ist dort ein sechsfaches Piano notiert), der der plötzliche Tuttischlag zu Beginn der Durchführung folgt (laut Wikipedia Takt 161). Das geriet in dieser Aufführung so beeindruckend, wie ich es bisher noch nie erlebt habe. Und mit welcher meisterhaften Präzision und Wucht aus dem Nichts heraus wurde dieser Tuttischlag ausgeführt!! Von nun an gab es kein Halten mehr. Petrenko (den auch ich im Block H übrigens von vorn beobachten konnte - wobei mir der Gedanke an Jürgen Klopp dann doch eher nicht kam ^^ ) peitschte die Durchführung wie ein Berserker voran, das Orchester lieferte Präzisionsspiel vom Allerfeinsten ab. "Na bitte: geht doch!", dachte ich mir (nur warum nicht zuvor schon bei Mozart und Adams?). In der Folge geriet die gesamte Sinfonie zu einem wirklichen atemberaubenden Erlebnis. Wie herrlich war allein der dritte Satz! Der vollkommen ahnungslose "Bravo"-Krakeeler in meiner Sitznachbarschaft, der nach dem Schluss des dritten Satzes lauthals loslegte, konnte zum Glück mit Zischen auch aus meinem Mund zum Schweigen gebracht werden. Petrenko war zu diesem Zeitpunkt mit herabgelassenen Armen tief nach unten gebeugt und ignorierte diese Störung geflissentlich. Zum Glück herrschte nach dem Verklingen des herrlichen Schlusssatzes absolute Stille. Und zwar auch dann noch für ein paar kurze Augenblicke, als Petrenko schon mit gelöster Körperspannung die Stille aufzuheben gedachte.

      Wegen des Tschaikowsky-Werks hat sich der Weg nach Berlin wirklich gelohnt. Wenn Petrenko auf diesem Weg weitermacht, wird es ab 2019 eine spannende Zeit werden.

      Ich danke Dir für Deine Zeilen, lieber Bernd!
    • So, ich hab es gestern auch verfolgen können und kann die allgemeine Euphorie ebenfalls wieder einmal bestätigen.
      War die Haffner noch von etwas "suchender" Qualität, so konnte der Rest vom Programm durch eine Festigkeit und Überzeugung der Interpretation und des Ausdrucks absolut beeindrucken. Diese Pathétique war einfach phänomenal!

      music lover schrieb:

      Das war die hier fast schon bis hinein ins Unhörbare gespielte Fagott-Passage am Ende der Exposition des Kopfsatzes (laut Wikipedia ist dort ein sechsfaches Piano notiert), der der plötzliche Tuttischlag zu Beginn der Durchführung folgt
      Ja, absolut fantastisch! (aber war es nicht Klarinette/Bassklarinette anstatt Fagott?)
      Mir hat aber tatsächlich das Finale am besten gefallen, so hatte ich nach dem dritten Satz wirklich das Gefühl, dass die "Luft" raus sein könnte. Dies ist ja ein generelles Problem bei der 6., nach all dem Kampf und der Verzweiflung der vorangegangenen Sätze. HvKarajan hat mal gesagt, eine Symphonie hat nur ein "richtiges" Forte, aber was die Streicher hier für eine Intensität und Emotion ausgestrahlt haben, war wirklich mehr als Weltklasse in meinen Ohren. Nur so war auch am Ende noch ein Steigerungseffekt möglich. Petrenko ging es eben auch um den großen Bogen, nicht nur um die Details. Und dann dieser konstante und dabei präzise herausgearbeitete "Puls" in den Bässen ganz am Ende, erschütternd...

      Gestern gab es übrigens keinen "Toskanini-Effekt" nach dem dritten Satz. Auch hat der Trompeter beim Adams absolut fehlerfrei gespielt und intoniert, da hat er wohl noch geübt. Generell wird der Adams in Rezensionen immer etwas herabgeredet, dabei fand ich, dass das Stück sich hervorragend in das Programm eingegliedert hat und durchweg hochklassig orchestriert war. Mich hat es zumindest sehr bewegt.

      Toll war auch das Gespräch mit Petrenko in der Pause (in der DCH nach Upload gratis abrufbar). Er hat offen seine Unsicherheit bei Mozart zugegeben und seine Begründung klang auch absolut plausibel. Bei der Pathétique geht es ihm um Extreme, da er keinen anderen Weg sieht, die offensichtliche Schwierigkeit und Unsicherheit in der Art, wie das Werk niedergeschrieben ist, herauszuarbeiten und auch teilweise zu umgehen. Eine ganz tolle Bemerkung hat er dann noch über die Beziehung von Dirigent und Orchester abgegeben. Seiner Ansicht nach halten sich die meisten Profimusiker, die ein Werk gekonnt abliefern, für besonders professionell, dringen dabei aber nicht wirklich in die Noten ein, suchen nicht nach der Bedeutung dahinter.
      Diese Verbindung und dieses Bewusstsein für die Interpretation gelte es aufrecht zu erhalten und immer und immer wieder zu erweitern.

      Eine wahrhaft hoffnungsvoll stimmende Aussage für die Zukunft!
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • music lover schrieb:

      Das ist ja interessant! Es ist doch überall zu lesen, dass Petrenko seit Jahren keine Interviews gibt. Dann macht er für die DCH offenbar eine Ausnahme.
      Jein...er hat bei der öffentlichen Pressekonferenz (-> youtube.com/watch?v=vkry0qEQqTA ) betont, dass er sehr von dem Konzept der DCH angetan ist und dort auch regelmäßig präsent sein möchte, da es sich hier auch eher um ein Gespräch zwischen Musikern handelt, wodurch auch der Zuschauer/Zuhörer profitiert.
      Aber ja, was klassische Interviews mit Journalisten betrifft, wird er an seiner Entscheidung festhalten und keine geben.
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    • music lover schrieb:

      Tichy1988 schrieb:

      Toll war auch das Gespräch mit Petrenko in der Pause (in der DCH nach Upload gratis abrufbar).
      Das ist ja interessant! Es ist doch überall zu lesen, dass Petrenko seit Jahren keine Interviews gibt. Dann macht er für die DCH offenbar eine Ausnahme.

      Es gibt noch ein etwas älteres Interview mit ihm, wohl ebenfalls für die DCH. Das ist sogar noch auf youtube verfügbar und von 2012 (und damit wohl eher aus der Zeit vor seinem großen Schweigen):

      youtube.com/watch?v=fMCoGa0ban4

      Edit: hat sich mit dem Beitrag von Tichy1988 überschnitten.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Tichy1988 schrieb:

      Bei der Pathétique geht es ihm um Extreme, da er keinen anderen Weg sieht, die offensichtliche Schwierigkeit und Unsicherheit in der Art, wie das Werk niedergeschrieben ist, herauszuarbeiten und auch teilweise zu umgehen.
      Ich fand sehr interessant, dass er von der Pathétique meinte, die Musik hätte "Schwierigkeiten zu sprechen", denn gemeinhin wird doch Tschaikowsky eher das Gegenteil vorgeworfen: dass seine Gefühlsäußerungen allzu direkt seien. Ich muss das Interview noch einmal hören, um zu verstehen, was er genau meinte; ich kam nur gerade an dieser Stelle dazu. Gehört habe ich deshalb auch nur die zweite Konzerthälfte und war ebenfalls sehr angetan. Er ist definitiv keiner, der sich mit dem "normal Guten" zufrieden gibt sondern mit völliger Hingabe das Letzte von sich und den Musikern fordert. Diese wissen das sehr zu schätzen (wurde mir jedenfalls so berichtet...).

      Christian
    • In der "Berliner Zeitung" wird übrigens das Gerücht verbreitet, Kirill Petrenko sei von den Berliner Philharmonikern schon beim ersten Wahlgang gewählt worden. Er sagte jedoch zunächst ab, weil er vor dem Amt zurückschrak:
      Gerüchteweise heißt es, dass Petrenko von den Philharmonikern schon im ersten Durchgang gewählt wurde, aber vor dem Amt zurückschrak und erst überredet werden musste – es würde zu diesem skrupulösen Dirigenten passen.
      (Quelle: berliner-zeitung.de/kultur/kir…cheint---endlich-26235938)

      Wenn das stimmen sollte, ist die gängige Version, das Orchester habe sich beim ersten Wahlgang für keinen der Kandidaten entscheiden können, unzutreffend. Und dass es dann beim zweiten Wahlgang relativ flott ging, lag daran, dass Petrenko - der Wunschkandidat von Beginn an - in der Zwischenzeit überredet werden konnte.

      Die gängige Version, Petrenko sei nicht die erste Wahl gewesen, wird heute im "Stern" vermeldet:
      stern.de/berliner-philharmonik…ill-petrenko-7380714.html
      In diesem Artikel gelangt sogar der unsägliche "Bravo"-Krakeeler nach dem 3. Satz zu bundesweiter Aufmerksamkeit. Hoffentlich ist ihm das richtig schön peinlich, sodass er sich in Zukunft anders verhält.
    • Das Konzert vom 23. März kann man sich jetzt in Gänze in der Digital Concert Hall anhören und ansehen (wie immer kostenpflichtig; umsonst gibt's nur einen kleinen Trailer):

      digitalconcerthall.com/de/concert/23490


      Das oben erwähnte Gespräch eines der Solocellisten der Berliner Philharmoniker, Olaf Maninger, mit Petrenko ist kostenlos zugänglich - übrigens jetzt in der anscheinend ungekürzten Fassung, die etwas über eine halbe Stunde dauert. Petrenko äußert sich hier zu den Erwartungshaltungen, die mit seinem künftigen Amt verbunden sind, zum Verhältnis zwischen Dirigent und Orchester, zu seiner Art des Probens (sehr ausführlich) und (etwas kürzer) zur Mozart- und Tschaikowsky-Interpretation:

      digitalconcerthall.com/de/interview/23490-4


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      Das oben erwähnte Gespräch eines der Solocellisten der Berliner Philharmoniker, Olaf Maninger, mit Petrenko ist kostenlos zugänglich - übrigens jetzt in der anscheinend ungekürzten Fassung
      Wollte ich auch grade schreiben, da warst du schneller ;)
      In der Tat, Petrenko gibt erstaunlich viel preis von seinen Ansichten über Musik und Probenarbeit. Bei der Konzertaufzeichnung wurden übrigens einige lästigste Huster und Störgeräusche nachträglich entfernt. Bei ihm geben sie sich wohl extra Mühe^^
      „Jeder Mensch hat einen Instinkt dafür, ob etwas echt ist oder vorgetäuscht. Aber ich glaube, Musiker sind durch ihr Training besonders empfindlich in dieser Hinsicht. Das macht sie nicht zu besseren Menschen, aber sie registrieren mehr.“ - Herbert Blomstedt
    • Und vom gleichen japanischen (?) User ist auch der Mitschnitt der 4. Letzten Lieder von R. Strauss mit dem Bayerischen Staatsorchester vom September 2016 dort gelandet: youtube.com/watch?v=bXLRtlSH2AU

      Mir als Nicht-Strauss-Anbeter gefällt das ziemlich gut. Entspricht halt kaum dem Live-Erlebnis, weil die Stimme von Diana Damrau in der abgemischten Fassung viel vordergründiger erklingt als im Nationaltheater .... Aber die Textverständlichkeit und Gestaltung sind doch gelungen .... Erstaunlich, dass die nicht gelöscht worden sind bisher ...

      außerdem einige Wagner-Mitschnitte aus Bayreuth aus den vergangenen Jahren ...

      Gruß Benno
    • wahrscheinlich dienen beide Veröffentlichungen dazu, vor der Südkorea, Japan und Taiwan-Tournee von Staatsoper und -orchester im September/Oktober das dortige Publikum noch etwas anzutriggern und die Vorfreude hoch zu halten ... aber das muss Interessenten bei uns nicht davon abhalten, das auch zu nutzen ...