"Ikarus" in der Musik

    • "Ikarus" in der Musik

      dieses Thema wollte ich denn doch nicht im Flugzeugfaden einstellen, obwohl es separat ein Minifaden bleiben dürfte.

      Besonders bekannt offenbar:

      Igor Markevitch, L'envol d'Icare
      , für Orchester mit stark besetztem Schlagzeug
      es gibt auch eine Version für 2 Klaviere und Schlagzeug, in der die in der Orchesterfass. geforderten Vierteltöne eliminiert sind.

      Orchesterversion:

      auch in anderer Werkzusammenstellung als Vol. 3.
      Auch auf der Naxos Library.

      in dieser Box von Markevitch selbst dirigiert:


      mit Bernstein als Dirigent:
      "https://www.youtube.com/watch?v=7lOgQJm1vaU"

      ein schönes Video der 2. Version:
      "https://www.youtube.com/watch?v=mCAXXyfZjOU"

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      Henri Pousseur
      lag das Thema "Ikarus" offenbar besonders am Herzen:

      Les Ephémérides d'Icare, 2 pour soliste et ensemble 50’ , 1970
      Icare Apprenti, durée variable , 1970
      Icare obstiné Vol n° 1 pour piano, 4’ , 1972
      Les Ailes d'Icare , 28’, aus: Huit Etudes paraboliques, musique électronique , 1972
      Les Noces d'Icare et de Mnémosyne , 30’ , 1984
      Les Litanies d'Icare pour piano , 16’ , 1994
      Icare au Jardin du Verseau pour piano et orchestre de chambre , 1999
      Les Icare africains pour voix solistes, choeur ad lib. et orchestre , 20’ , 2002

      Quelle : "http://www.henripousseur.net/catalog.php"

      was das wohl für ein Ikarus ist ?

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      In der populären Musik scheint "Ikarus" regelrecht populär zu sein.

      diese Liste nennt mehr als 100 Stücke:

      "https://en.wikipedia.org/wiki/Icarus_imagery_in_contemporary_music"

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      wer den "Neuen Pauly" im Regal stehen hat oder online-Zugang über eine Bibliothk, wird wahrscheinlich weitere Informationen bekommen können:

      Bernhard Greiner, Joachim Harst: Daidalos und Ikaros. In: Maria Moog-Grünewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 5). Metzler, Stuttgart/Weimar 2008, ISBN 978-3-476-02032-1, S. 191–198.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Für Ikarus etwas Eigenes? Ja, gern!

      Mein Favorit:

      Brian Ferneyhough: La Chute d'Icare (1988) für Soloklarinette, Piccolo-/Alt-/Baßflöte, Oboe/Englischhorn, Schlagzeug, Klavier, Violine, Violoncello und Kontrabaß.

      Eine sehr schöne Einspielung des gut 10 Minuten dauernden Werks gibt es hier (die CD empfehle ich auch gern als Einstieg in die Musik des Vaters der "New Complexity"):



      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann

      Ein Pianist, der still und schweigend am Klavier sitzt, ist bereits eine Aussage.
      Rebecca Saunders
    • Jörg Widmann, Ikarische Klage für zehn Streicher (1999)

      ...nach dem Gedicht Les plaintes d'un Icare von Baudelaire.

      Partitur oder Einspielung konnte ich auf die Schnelle nicht finden. Wird aber im Januar hier in Saarbrücken aufgeführt.



      Immerhin ein einziges Stück hab ich per Google gefunden, das etwas älter ist, allerdings sein Dasein auch nur in einer Datenbank fristet:

      Franz Volkert: Der Sturz des Ikarus
      Oper, uraufgeführt 1817 im Theater in der Leopoldstadt, Wien
      "http://www.oper-um-1800.uni-koeln.de/einzeldarstellung_werk.php?id_werke=1168&herkunft="


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)