Die Elegie / das Elegische in der Musik

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    • Die Elegie / das Elegische in der Musik

      Das Fachlexikon der Musik nennt es traurigern Gesang oder Instrumentalkomposition.

      Klassik.com ein kurzes Instrumentalstück im 19. Jahrhundert, das im weiten Sinne zu den Charakterstücken gehört. Die Form von Charakterstücken liegt nicht fest, meist überwiegen Liedformen. Elegie gilt als spezielles Charakterstück ohne Titel. Zu dieser Gruppe gehören des weiteren u. a. Ballade, Capriccio, Berceuse, Intermezzo, Romanze, Lied ohne Worte etc.

      Aus literarischer Perspektive war die Elegie in der Antike formal als ein Gedicht in Distichen, es gibt das sog. elegische Distichon, zu verstehen. In der lateinischen Tradition befasst es sich inhaltlich zumeist mit Liebesfreud und –leid. Die englische Graveyard School verlagerte den Inhalt auf Klage über den Tod und gelangte als inhaltliche Komponente vor allem mit Klopstock in die deutschen Lande. Mit Schiller und Hölderlin erfuhr diese Form weitere inhaltliche Aspekte. Später rückte die Form des Distichon immer mehr in den Hintergrund und die Elegie wurde immer mehr definiert als wehmütige, melancholische Klage. Das nur ganz kurz zur Entwicklung.
      Ich will hier auch gar nicht ausufernd über Affekten-Lehre, die naive und sentimentalische Dichtung und Poetologie der Distanz schreiben.
      Viel eher geht es mir darum, was ist das Elegische in der Musik bzw. eine musikalische Elegie? Gibt es das ohne auf außermusikalische Attribute überhaupt? Von Programmmusik abgesehen kann man bei Musik ja nicht zwingend von einem Inhalt als erzählendes, schilderndes Element sprechen. Ist die Form immer frei oder gibt es auch in der Musik so etwas wie eine Art elegisches Distichon?
      In diesem Zusammenhang fiel mir vor allem ein Zitat von Günther Wand ein, dass jemand im Forum brachte:
      Für Wand bestand der entscheidende Unterschied zwischen Tschaikowsky und Mahler aber darin, dass Tschaikowsky - und ich zitiere jetzt Wolfgang Seifert, "Günter Wand: So und nicht anders", Hoffmann und Campe 1998, S. 448 - "seine wilden Gefühlsausbrüche wie seine tiefe Melancholie in strengen Formverläufen bändigte. Dieser Dualismus hatte ihn immer fasziniert". Offenbar konnte er solche strengen Formverläufe bei Mahler nicht erkennen

      Es geht mir damit weniger um den Aspekt des Ausspielens zweier Komponisten, sondern um das Bändigen von, in diesem Fall, negativen Gefühlen, durch eine Form.

      Ich hoffe, ich konnte mein Anliegen/Fragestellung/Überlegung einigermaßen klar machen und würde mich freuen, zu lesen, was ihr dazu zu sagen habt.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Die schnulzig-schöne Elegie von Thalben-Ball entstand als Improvisation (um BBC-Sendezeit zu füllen, nachdem eine religiöse Radiosendung während des Krieges schneller als geplant ihrem Ende entgegeneilte) und hat ihren (sicher sehr passenden) Namen naturgemäß erst nachträglich bekommen.

      Nicht die Original-Version, aber sehr schön

      "https://www.youtube.com/watch?v=zCGYOTekuOc

      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.