Anne Riegler, "A la manière de Maurice Ravel"

    • Man könnte sagen, der Rezensent ist durchaus gut, aber leider nicht so gut wie George Bernard Shaw, Robert Schumann oder Eduard Hanslick. Deswegen gebe ich ihm nur drei Sternchen für seine durchaus informative und wohlformulierte Kritik.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Quasimodo schrieb:

      audiamus schrieb:

      Die Vergleiche sind unfair
      Und albern.

      audiamus schrieb:

      wie unnötig
      Allerdings!
      Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier die nächste Folge von "Theo gegen den Rest der Welt" eröffne: Ich finde, dass ein Rezensent, der eine junge Künstlerin mit Brendel, Hameling und Sokolov vergleicht, dadurch zu erkennen gibt, dass er sie ernst nimmt, auch wenn sein Vergleich nicht ganz zu ihren Gunsten ausgeht. "Unfair" fände ich, von vornherein stillschweigend davon auszugehen, dass sie an solche Größen ja sowieso nicht heranreichen könnte, statt - in diesem Falle durchaus behutsam - zu erläutern, warum das vielleicht noch nicht ganz der Fall ist. Das ist so ähnlich wie bei diesen Nachwuchskonzerten innerhalb normaler Abo-Reihen oder als eigene Reihe (die selbstverständlich heutzutage so coole Titel haben wie "The Next Generation" oder in vollständiger Verblödung "Die jungen Wilden"): Wenn junge Künstler überhaupt auftreten dürfen, dann nur in einer Art Streichelzoo für die Kleinen, von wo sie spätestens nach ein paar Jahren eiskalt aussortiert und durch noch jüngere (und vermutlich noch "wildere") ersetzt werden. Mit anderen Worten: Man tut alles für sie, außer sie ernst zu nehmen und ihre Entwicklung zu fördern.

      Christian
    • Das man Interpreten miteinander vergleicht ist doch vollkommen normal und wird auch hier äusserst eifrig praktiziert. Was soll daran ungerecht sein? Wenn ein junger Künstler die Bühne betritt steht er automatisch im Wettbewerb mit allen anderen. Das ist häufig brutal, aber so ist das nun mal. Wozu soll denn auch ein Novizenbonus taugen? Wer würde sich denn freiwillig B-Klasse anhören wenn er A-Klasse haben kann? (allgemeine Bemerkung, die nichts mit dem aktuellen Gegenstand dieses Fadens zu tun hat!).
      Leider entscheidet allerdings nicht immer die Klasse eines Künstlers über seine Karriere, sondern es sind sehr häufig andere Gründe, wie z.B. die Vermarktungsfähigkeit. Aber ein Musikfreund sollte sich nicht davon ablenken lassen. Das man Sympathie für einen bestimmten Musiker hat ist eine andere Sache.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • audiamus schrieb:

      Die Vergleiche sind unfair wie unnötig.
      an der Stelle würde ich differenzieren: "unfair" finde ich sie nicht, es kann nicht unfair sein, Interpretationen zu vergleichen, die sich ernsthaft dem Publikum und der Kritik stellen, da bin ich ganz bei Christian:

      ChKöhn schrieb:

      Ich finde, dass ein Rezensent, der eine junge Künstlerin mit Brendel, Hameling und Sokolov vergleicht, dadurch zu erkennen gibt, dass er sie ernst nimmt, auch wenn sein Vergleich nicht ganz zu ihren Gunsten ausgeht.
      ob die Vergleiche allerdings "nötig" sind, also erhellend in Bezug auf konkret benannte Eigenarten der Interpretationen, kann ich nicht beurteilen. Mir sagen sie nicht wirklich etwas.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Jetzt wolte ich träges Wesen gerade meine neueste Kritik verlinken, die erst gestern (!) erschienen ist, schaue hier rein und finde eine rege Diskussion über Sinn und Unsinn von steilen Vergleichen vor... Ihr seid ein echt spannendes und vor allem fixes Forum :D

      Ich war mir nicht so ganz sicher, ob ich diese Rezension gut finden sollte. Habe mich jetzt aber dafür entschieden, sie eher positiv als negativ aufzunehmen. Denn: Nur herumsülzen kann jeder. Einigermaßen differenziert beleuchten dagegen nicht - wobei besonders in der Kunst zwangsläufig auch Kritik laut werden darf. Ihr hättet hören sollen, wie mein Lehrer J.R. über Sokolov oder Perahia spricht bzw. deren Interpretation von op. 111. Oder besser nicht :whistling:
      Jedenfalls findet jener Thomas Gehring einige positive Worte für mich, findet das Debut "stark" sowie "absolut empfehlenswert". Warum er mir bei der Interpretation und v.a. der Aufnahmequalität nur drei Sterne gibt, verstehe ich auch nicht so ganz. Fünf bei Repertoirewert muss man dagegen erstmal schaffen, wenn man etwas so bekanntes wie Ravel aufnimmt. Wird schon so passen.

      Weiterhin kann ich erzählen: Seit Dienstag verweile ich nun wieder im freundlichen Unterfranken, wo ich im elterlichen Garten schon stundenlang Unkraut ausgerissen und tonnenweise Obst und Gemüse [nebst Schokolade] verzehrt habe. Die Verbindung zur Natur ist mir im stinkenden, überfüllten, grünbefreiten und an gutem Obst / Gemüse armen New York etwas abhanden gekommen. Viel geübt habe ich bisher zum Glück nicht, nur den Begleitpart des Kindermusicals meines Vaters "Israel in Ägypten", das in einem Monat in unserer brandneuen Stadthalle aufgeführt wird. Außerdem habe ich endlich mein Michelsonne Toypiano bespielt, welches ein paar Wochen bei meinen Eltern auf mich gewartet hat. Bei Zeiten mache ich mal ein Video und verlinke es hier. Es hat vier Oktaven (C - C3). Nebst hübschen Spielereien passt also auch fast die gesamte Barockliteratur und die hälfte der Klassik dort drauf.

      Bleibt mir noch zu sagen: CDs mit persönlicher Widmung sind ab jetzt wieder erhältlich :undine:

      Bis bald!
      Anne