Hammerwerke, Stahlgewitter, Motorenrhythmen

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    • Hammerwerke, Stahlgewitter, Motorenrhythmen

      Hier gibt es offenbar Durst nach mehr:

      Mauerblümchen schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Musik "aus Stahl und Eisen" soll Prokjofjew selbst seine Zweite offensichtlich genannt haben.
      Endlich ein Stück, das man mit Mossolows "Eisengießerei" kombinieren kann. Sicher wird man auch bei Varèse fündig.
      Varèse finde ich da doch etwas weiter entfernt, der hat nie das gleichmäßig Schlagende als Konstante eines Satzes. Aus dem "Pas d'acier" auf jeden Fall den Satz "l'usine".
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Als Vorwegnahme der bekannteren Eisengießereimusik empfinde ich die Artillerie bei Casella:


      Pagine di guerra (1915/18) - 1. Satz: stampfende Rhythmen, Ostinati, Chromatik, sonst nichts.
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    • So kommt mir auch die Musik zum Film "Stalingrad" vor, die Aram Khatschaturian geschrieben hatte 1949.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Diese CD behauptet, die lautesten Stücke der Klassik zu beinhalten:



      Das letzte Stück der CD, "Hekla" von Jon Leifs, schildert den Ausbruch eines Vulkans. Dabei werden schwere Metallketten, Felsen, Ambosse, Stahlplatten, Sirenen und eine Kanone eingesetzt.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • Ewig nicht gehört, aber beinhaltet die Tanzsuite mit Deutschlandlied von Helmut Lachenmann (die es, wie ich gerade sehe, vor drei Jahren in die Proms geschafft hat: youtube.com/watch?v=_uGg5uBlTjM) nicht auch einen Part für Presslufthammer?

      Edit: In dem Youtube-Video habe ich jetzt nichts von einem Presslufthammer vernommen. Muss ich mir wohl mal gelegentlich die ältere Aufnahme bei naïve (auch mit dem Arditti Quartet) reinziehn.
      Nur weil etwas viel Arbeit war und Schweiß gekostet hat, ist es nicht besser oder wichtiger als etwas, das Spaß gemacht hat. (Helge Schneider)
    • Felix Meritis schrieb:

      Hier hinein gehört auch die erste Verwandlungsmusik aus dem Rheingold. Wotan und Loki reisen nach Niffelheim, wo das Gold geprägt wird. Besonders fetzig in dieser Interpretation:



      Hier zum Reinhören: youtube.com/watch?v=kqu30lUQhlE
      Japp, die ist bei Karajan sehr fetzig. Noch heftiger ist sie aber hier:



      Dohnanyi macht hier schon beinahe Industrial.

      Adieu,
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • "Der Lindberghflug" war schon in dem einschlägigen Faden "Das Flugzeug in der Musik" genannt worden, gehört aber vielleicht auch hierher wegen des Dialogs von Lindbergh mit dem Motor:

      Jetzt ist es nicht mehr weit. Jetzt müssen wir uns zusammennehmen / Wir zwei. / Hast Du genug Öl? / Meinst Du, das Benzin reicht dir aus? / Hast du kühl genug? / Geht es dir gut?

      usw., dazu Motorengeräusch

      youtube.com/watch?v=EQr3qLa6B2A#t=13m48s


      ich finde das direkt rührend.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Prokofiews Kantate zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution



      Da ist alles drin, was das Herz begehrt: Glocken, Sirenen, Schüsse, riesiges Schlagwerk und, um das proletarische Element zu betonen, ein Akkordeonorchester. Und das alles nach Original Worten von Lenin und Stalin.
      Da den damaligen Kulturverantwortlichen dieses Werk missfiel, kam es erst lange nach Stalins und Prokofiews Tod zur Uraufführung und zwar in einer verkürzten Fassung ohne Stalin-Texte.
      Neeme Järvis Einspielung gibt die ungekürzte Fassung wieder.

      Schostakowitschs 2. Sinfonie



      und diie Musik zum Film "Der Fall von Berlin"



      Spartacus
      Für Monika
    • RE: EARQUAKE

      Die CD (Abb in Beitrag 5) habe ich auch.

      Mauerblümchen schrieb:

      Diese CD behauptet, die lautesten Stücke der Klassik zu beinhalten:
      Hallo MB,

      nein, gar nicht. Da sind sogar recht lasche Stücke dazwischen. Nur Leifs-Hekla = die wirklich stärkste Aufnahme kommt für dieses Thread-Thema in Frage.

      Die anderen Ausschnitte auf der CD (solche Sampler mag ich sonst gar nicht) sind den Interpretationen der jeweiligen Aufnahmen, die die Werke als Ganzes liefern, ausnahmslos unterlegen. Daran ändert auch der Dirigent Segerstam nichts.
      *** Von daher lohnt diese CD auch ausnahmslos nur für Leifs - Helka. Das ist ne Hammeraufnahme und das einzige komplette Stück auf der CD = 9:18 !
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Ein echtes "Hammerwerk" ist ja wohl auch Feuerfest, Polka francaise opus 269---Josef Strauss, meist mit "echtem Hammer auf Amboss" gespielt ^^



      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:

      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Auf jeden Fall hier hin gehört die 7.Symphonie "Leningrader" von Schostakowitsch,
      mehr bedrohliche Kriegsmaschinerie, Flugzeugmotoren,...war nimmer.



      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:

      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Im zweiten Satz von Elliot Goldenthals Vietnam Oratorium ("Fire Paper Water") wird auch gehämmert was das Zeug hält. Ist neben dem zweiten Satz von Schostakowitschs Elfter das so ziemlich brutalste Stück Orchestermusik, was ich kenne!
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • Zu erwähnen ist vielleicht auch "Halat Hisar" (="Belagerungszustand") des schwedisch-israelischen Komponisten Dror Feiler, hier auf dem Soundcloud-Webspace des Komponisten zu hören:

      soundcloud.com/dror-feiler/halat-hisar (bei ca. 1:45 ertönen MG-Salven).

      Eine erste Uraufführung des - als Kritik an der israelischen Palästinenserpolitk gemeinten - Stücks wurde seinerzeit abgesetzt. Grund war die enorme (Dauer-)Lautstärke des Stücks, die viele Musiker als nicht zumutbar empfanden, und deshalb protestierten. Später wurde es aber doch aufgeführt. Vgl.:

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…0f-b80d-6e6eac080579.html

      sowie:

      tamino-klassikforum.at/index.p…&postID=235841#post235841
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Mauerblümchen schrieb:

      Diese CD behauptet, die lautesten Stücke der Klassik zu beinhalten:

      teleton schrieb:

      Hallo MB,
      nein, gar nicht. Da sind sogar recht lasche Stücke dazwischen.

      Doch, doch, im Beiheft der CD wird behauptet, dass dieselbe die lautesten Stücke der Klassik beinhaltet.

      Ob's stimmt und wie man dies unabhängig von den Bedingungen einer konkreten Aufführung misst, ist natürlich eine andere Frage.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!" (Paul Watzlawick)
    • Die Earquake-CD hatte ich auch mal (ich glaube sogar in der Version mit Ohrstöpseln), fand das aber letztlich uninteressante Musik (egal wie laut) und habe sie weiterverschenkt oder so.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)