Synthesizer - was für ein fantastisches "Instrument"

    • Ingo Richter schrieb:

      na das finde ich ja mal hoch interessant
      Ja, das ist wirklich gut, was der Lothar Werner dort an Sounds zusammengefügt hat. Dort bei ihm ist es eine Digitalpfeifenorgel, die er mit einem Korg X50 zusammen spielt.

      Motiaan wird mir als Synthesizerspezialist zustimmen, wenn ich sage, dass man beim Spielen und Improvisieren immer mind. 2 Synthesizer koppeln sollte, um von den Sounds her vielfältigere Möglichkeiten zu haben.
      Mein Soloinstrument (bei mir nun nicht unbedingt Orgel) für mein Stück/Improvisation/Spiel stelle ich dann auf meinem Expander (Synthesizer ohne Tastatur) ein; die Klangvariationen nehme ich auf dem Synthesizer 1 und ggf noch einem Weiteren vor.

      Als Expander dient bei mir u.a. das Yamaha Motif Rack XS. Ein ganz heisses Teil mit dem man unendliche Möglichkeiten hat. Es würde bereits reichen daran eine anschlagsdynamische MIDI-Tastatur (oder einen anderen Synthy) anzuschliessen und Du kannst 128fach polyphon loslegen.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hi,

      die Dopplungen und Schichtungen würde ich immer nur begrenzt und gezielt einsetzen, sonst wird der ganze Sound schnell breiig, matschig und wummerig. Klavierattack mit Streichersustain käme mir persönlich nie in den Sinn. Mit einer Matschfläche kann man auch kein Solo spielen. Jaaa, auch in der klassischen Musik sind Okavdopplungen verpönt, gell?

      Es gibt aber gute Tricks, wie der nach unten oktavierte Sinus zu einem Basssound - macht das ganze noch durchsetzungsstärker, ohne zu wummerig zu werden.
      Schöne Grüße, Helli
    • Als passiver Musikkonsument muss ich hier sehr vorsichtig sein, da ich viel durcheinander bringe. Dennoch stelle ich mir gerade ein Musikstück vor, welches Pfeifen-, Zungen- und klaren Synthiklang gleichberechtigt zusammen einsetzt. Der Synthiklang gemäss den Anforderungen der Komposition zu- bzw wegschaltbar, eben einfach als Ergänzung zur Orgel, um deren Möglichkeiten zu erweitern. Dabei denke weniger daran, dass diese Erweiterung Instrumente nachahmen soll. Nein, anschlagsdynamisch spielbare und klangfarbenvariierbare typisch "elektronische" Klänge, die ihre Herkunft nicht verbergen meine ich. Ich stelle mir gerade vor Messiaen, Vierne, Debussy und ... oder gar Bach hätten den Zugang zu so einem Instrument gehabt...
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      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • motiaan schrieb:

      Jaaa, auch in der klassischen Musik sind Okavdopplungen verpönt, gell?
      Im strengen Satz sind Oktavparallelen verpönt. Oktavverdoppelungen gibt es freilich auch, aber eben nur punktuell, sonst wär's ja eine Parallele. Aber Oktavverdopplungen sind völlig normal, wenn sie aus klanglichen Gründen geschehen. Denk doch einfach mal an die Kontrabässe, die in der klassisch-romantischen Orchestermusik einfach die Celli oktaviert verdoppeln. Oder die (gelegentliche) Führung von ersten und zweiten Violinen in Oktaven. Oder auch in den Holzbläsern.

      Und jeder Organist "lebt" klanglich von Oktavverdopplungen. Man zieht einen 8', dann einen 4' dazu und einen 2' ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      " ... weil es nicht um mein Ego, sondern um die Musik geht ... " (Zitat arundo donax)
    • motiaan schrieb:

      die Dopplungen und Schichtungen würde ich immer nur begrenzt und gezielt einsetzen, sonst wird der ganze Sound schnell breiig, matschig und wummerig.
      deshalb ist es ja auch sinnvoll, mit mehreren Synthies verschiedene Stimmen mit verschiedenen Sounds zu spielen, analog den verschiedenen Registern auf den Manualen/Pedal der Orgel.

      Mauerblümchen schrieb:

      Aber Oktavverdopplungen sind völlig normal, wenn sie aus klanglichen Gründen geschehen. Denk doch einfach mal an die Kontrabässe, die in der klassisch-romantischen Orchestermusik einfach die Celli oktaviert verdoppeln. Oder die (gelegentliche) Führung von ersten und zweiten Violinen in Oktaven. Oder auch in den Holzbläsern.
      auch immer gern genommen: der gläserne, aber durchsetzungsfähige Sound von Klaviertönen unisono, aber 2 Oktaven auseinander.
      Oder das die Oberstimme der Streicher mitspielende Fagott: da gefiel mir das Bild (irgendwo gelesen): als summte der Großvater die Melodie mit...
      Eine Verdopplung des kompletten Streichersatzes durch eine Horde Fagötter dagegen würde nicht so guten Effekt machen, oder zumindest: sehr speziell.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Ingo Richter schrieb:

      Dennoch stelle ich mir gerade ein Musikstück vor, welches Pfeifen-, Zungen- und klaren Synthiklang gleichberechtigt zusammen einsetzt. Der Synthiklang gemäss den Anforderungen der Komposition zu- bzw wegschaltbar, eben einfach als Ergänzung zur Orgel, um deren Möglichkeiten zu erweitern.
      Das gibt es schon seit vielen Jahren, noch aus der Zeit, als die Synthis monophon, selten und teuer waren. Ist aber eher schwer verdaulich...
      Tangerine Dream - "Zeit" (1972): Orgel, Synthi, Cello. Ich meine, auch "Electronic meditation", "Alpha Centauri" und "Atem" fallen in diese Kategorie, bin aber nicht sicher. Muss ich mal wieder hören.
      Klaus Schulze - "Irrlicht" (1972), "Cyborg" (1973)
      Schöne Grüße, Helli
    • Hi Ingo,

      das sind ja mal geile Controller, hab mir gleich mal die Firmenlinks gesucht und gespeichert. Die Preise sind aber um die 3.000 $ je Controller, und der Tonal Plexus derzeit gar nicht erhältlich. Auf den ersten Blick gefällt mir das Roli Seaboard am besten.
      Schöne Grüße, Helli
    • Die Musik von Dolores Catherino hat auch was.

      Ich stelle mir gerade Claude Debussy hätte da Zugriff gehabt...

      Ist der stückübergreifend gleichbleibend harmoniumartige Klang prinzipbedingt?

      Will sagen: polyphone Tiefe macht gleichzeitige Obertonvariationen rechnerbedingt unmöglich? Oder ist das den Kompositionen von Catherino zuzuschreiben?
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    • Ich denke mal, dass da heute viel mehr möglich ist. Zum Demonstrieren der Mikrotonalität eignet sich aber besser ein "einfacher" Klang.

      Den entsprechenden Aufwand vorausgesetzt, könntest du heute auch Vogelgezwitscher und Druckerpresse mikrotonal spielen, mit anschlagdynamischem Filter und was-weiß-ich-noch. Gedoppelt mit dem Geräusch beim Setzen von Schachfiguren und dem der Flatulenz eines Nilpferdes, wenn du willst. Aber was bringt es für die Komposition? Die Kirchenorgel braust ja auch nicht ständig mit ihren 22.000 Stimmen,
      Schöne Grüße, Helli
    • ... da hast Du natürlich vollkommen recht.

      Mein Einwand kam daher, weil sich alle Kompositionen von DC ähnlich anhören. Ziel ist aber - wie Du schon sagtest - die Mikrotonalität. Und die wird in jeder der Kompositionen variiert.

      Mir gefällt es so wie es ist. :)
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