Festivals für Neue Musik

    • Festivals für Neue Musik

      Ich bin ja ein verhältnismäßig braver Besucher des Festivals Wien Modern.
      Ein paar Mal war ich beim Grazer Musikprotokoll des steirischen Herbstes.
      Ich weiß, dass es die Klangspuren in Schwaz gibt.

      Besonders wichtig ist natürlich das Ding in Donaueschingen.

      Welche Festivals für Neue Musik gibt es noch?
      Ich dachte, ich finde französische über die Web-Seite des Ensemble InterContemporaine, aber da war ich nicht erfolgreich.
      :/
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    • putto schrieb:

      Welche Festivals für Neue Musik gibt es noch?
      Eine Frage, die auch mich interessiert!

      Auf der Suche nach besuchenswerten Konzerten schaue ich z. B. hier regelmäßig gern hinein:

      Ensemble Modern: ensemble-modern.com/
      Klangforum Heidelberg: klanghd.de/index.html

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Wo mir gerade auffällt, dass ich tatsächlich nie meinen Donaueschingen-Bericht fertiggestellt hatte... Peinlich :thumbdown: Ich glaub ich hol das endlich mal nach

      Nennenswert in Deutschland würde ich noch sagen, sind Eclát in Stuttgart, die Darmstädter Ferienkurse, Acht Brücken in Köln, Musica Viva in München, und und und...

      Wenn der ein oder andere hier auch Erfahrungen mit solchen Veranstaltungen hat, würde ich mich freuen davon zu lesen :)

      Liebe Grüße!
    • In München findet jährlich ich glaube immer am 2. Samstag im Dezember eine Nacht mit experimenteller Musik statt:

      experimentelle-musik.info/

      Ist mehr Subkultur. Verschiedene Gruppen bzw. Personen, jede hat 20 Minuten zur Vorführung.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Ultraschall-Festival in der Hertha-Stadt. Neben brandneuer Mucke werden auch "ältere Klassiker" der Avantgarde gespielt z.B. ein Jean Barraque-Zyklus gabs mal ... in diesem Jahr war Kalitzkes story teller für Cello + Orchester das Mega-Event ...
      ... auch zum Now-Festival gibt es fetzige Mucke von z.B. Stockhausen, Rebecca Saunders und Boulez...
      .. ein bis zwei geile Stücke während der UAs pro Festival ist schon eine ganze Menge (geile Mucke wird nicht am laufendem Band durch Notenquäler fabriziert) ...
      2016 war in Witten Kalitzkes Schatten der ganz große Knaller ....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Super. Dass es in Deutschland einiges gibt, war mir schon klar, Darmstädter Kurse, MaerzMusik und Witten war mir bekannt.
      Allerdings außerhalb von D und Ö weiß ich nur, dass es den Warschauer Herbst gibt.
      :(
      Wieso ist es da so schwierig, den Tellerrand zu überwinden?
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    • Dass ich es bedauerlich finde, wenn man nur aus dem deutschsprachigen Raum mitbekommt, was es gibt - in dem Fall an Festivals.
      In diesem Thread wurde abgesehen von dem Warschauer Herbst, den ich gerade genannt habe, nichts außerhalb Deutschlands und Österreichs gepostet.
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    • putto schrieb:

      Dass ich es bedauerlich finde, wenn man nur aus dem deutschsprachigen Raum mitbekommt, was es gibt - in dem Fall an Festivals.
      möglicherweise, weils es eine nicht unbeträchtliche Menge davon in der BRD gibt und der Fokus sich zwangsläufig zunächst darauf richtet. Mucke von Superstars unter den Notenquälern werden allerdings auch außerhalb des "eigenen" Areals gespielt z.B. Rebecca Saunders Cellokonzert in Seattle und auch in der BRD, UK ......
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    • Interessant ist ja auch, wie die Superstars in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich gehandelt werden.
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    • In München gibt's neben der schon erwähnten, vom Bayerischen Rundfunk veranstalteten (und auf Karl Amadeus Hartmann zurückgehenden) musica viva noch das wichtigste Festival für zeitgenössisches Musiktheater, die Münchner Biennale (Programm der letzten Ausgabe; Liste der seit 1988 uraufgeführten Stücke). Die bietet seit 2016 (nach eher traditionalistischen Anfängen unter Henze und einer experimentelleren Phase unter Ruzicka) eine ziemlich spezielle Programmierung. Ich bin schon seit vielen Jahren nicht mehr dagewesen.


      Dass hier überwiegend Festivals im deutschsprachigen Raum genannt worden sind, liegt vielleicht auch daran, dass "wir" uns hier sicher besser auskennen. Ich habe in fernen Landen noch gefunden:

      Ars Musica (Brüssel)

      Huddersfield Contemporary Music Festival (Huddersfield, West Yorkshire)

      Vale of Glamorgan Festival (Wales)

      ULTIMA Oslo Contemporary Music Festiva

      Music Biennale Zagreb

      Biennial Ostrava Days (Ostrava, Tschechien)

      MATA Festival (New York)

      Cabrillo Festival of Contemporary Music (Santa Cruz)


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • putto schrieb:

      Interessant ist ja auch, wie die Superstars in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich gehandelt werden.
      da könntest du sicher viel mehr Infos rüberwachsen lassen. Würde mich sehr interessieren.
      Mein bisheriger Endruck. In der BRD haben unter den Neue-Mucken-Freak-Publikum Superstars wie z.B. Ferneyhough, Lachenmann, Mark Andre, Saunders, Kalitzke, Posadas, Holliger, Zender recht gutes Standing. Wie es anderswo ist, no Schimmer....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Ich habe noch nicht viele Informationen und stütze mich da auf Publikationen unterschiedlicher Herkunftsländer, vor allem Lexika und Musikgeschichten. Z.B. glaubt man in deutschsprachigen Internetforen, dass Hartmann und B.A. Zimmermann zur Spitze gehören. Zumindest was Hartmann betrifft, ist das international nicht der Fall.
      Andererseits ist bei uns ganz klar, dass Tan Dun der chinesische Superstar ist - was wiederum chinesische Autoren nicht zwingend so sehen.
      Mit Festivalprogrammen fange ich gerade erst an, deshalb ja auch dieser Thread ...
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    • Amfortas09 schrieb:

      In der BRD haben unter den Neue-Mucken-Freak-Publikum Superstars wie z.B. Ferneyhough, Lachenmann, Mark Andre, Saunders, Kalitzke, Posadas, Holliger, Zender recht gutes Standing. Wie es anderswo ist, no Schimmer....
      Die Einschätzung, was beim Publikum geschätzt wird, ist etwas schwierig - siehe Diskussionen über das Regietheater. Es schwingt immer stark die persönliche Meinung mit.

      Kalitzke wird in Österreich eher als Dirigent Neuer Musik wahrgenommen. Im Archiv von Wien Modern (wienmodern.at/Startseite/Archiv/Datenbank) gibt es 18 Veranstaltungen, bei denen er genannt wird. Dabei war er nur 2x als Komponist vertreten. Das ist sehr wenig, wenn man den Umfang des Festivals betrachtet (das ist pro Jahr ein Vielfaches von dem Donaueschinger Zwerg-Festival). Zumal ist es wenig, da er ja als Dirigent günstige Verbindungen und Gelegenheiten hat.

      Ferneyhough und Lachenmann sind "die großen Alten", auch wenn Ferneyhough sehr wenig gespielt wird (mein Eindruck).
      Holliger und Zender sind bei weitem nicht so hoch geschätzt aber immer noch nicht ganz "vergessen".
      Mark André und Saunders sind aktuelle Stars auch in Österreich. Aber wie das international aussieht, würde mich interessieren, Mark André hat z.B. noch keinen Eintrag in Grove Music Online.
      Posadas und Kalitzke sind weniger bekannt.
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    • putto schrieb:

      Die Einschätzung, was beim Publikum geschätzt wird, ist etwas schwierig - siehe Diskussionen über das Regietheater. Es schwingt immer stark die persönliche Meinung mit.
      Ist zweifellos schwierig, da so was wie Objektivität herauszuschälen bzw. die Chose dann – wie es so schön-modisch-elegant gesagt wird - „auf den Begriff bringen“ :D , was daran quasi „allgemein gefällt“, damit es nicht bloß eingezwängt in subjektiver Geschmacksperspektive vor sich hindümpelt......

      Allerdings, wenn ich mir noch mal den unmittelbar anknüpfenden SWR2-Experten-Talk nach Rebecca Saunders UA von Stasis (bisher eines ihrer geilsten Mucken) oder Mark Andres UA von ”über” für Klarinette, Orchester und Live-Elektronik (UA) (auch geil) auf Schirm hole, da waren Verbal-Beiträge kaum substantieller als z.B. Publikums-Feedback-Talk in Witten oder Now-Festival
      ... ähnliche Erfahrungen auch bei mancher RT-Talkerei. Jedoch Dramaturgen, falls aufgerüstet durch intensive Quellenrecherche, kommen oft interessanter rüber, als reine Musiker. Nur fehlt dabei leider der Spaßfaktor diverser Stammtisch-Forenthreads...

      putto schrieb:

      Holliger und Zender sind bei weitem nicht so hoch geschätzt aber immer noch nicht ganz "vergessen".
      Solch Lethe-Trend das kann langfristig auch in der BRD nicht ausgeschlossen werden. Wäre z.B. Schneewitchen und Scardanelli-Zyklus wegen im Falle Holligers und z.B. den 4 Streichquartetten und Don Quijote wegen im Falle Hans Zenders höchst bedauerlich.....
      Die Mucke von Emmanuel Nunes droht m.E. vergessen zu werden; die von G.M. Koenig und Klebe scheint es bereits zu sein...
      Festivals sollten zusätzlich UAs auch Mucke älterer Jahrgänge (Lebende und Tote) wieder auffrischen.

      Sogar in Luxemburg gibt es jährliches Festival für neue Mucke, nämlich (ohne h) rainy days
      rainydays.lu/2016/
      philharmonie.lu/de/programm/fesivals/catalogue
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Amfortas09 schrieb:

      Solch Lethe-Trend das kann langfristig auch in der BRD nicht ausgeschlossen werden. Wäre z.B. Schneewitchen und Scardanelli-Zyklus wegen im Falle Holligers und z.B. den 4 Streichquartetten und Don Quijote wegen im Falle Hans Zenders höchst bedauerlich.....
      Die Mucke von Emmanuel Nunes droht m.E. vergessen zu werden; die von G.M. Koenig und Klebe scheint es bereits zu sein...
      Festivals sollten zusätzlich UAs auch Mucke älterer Jahrgänge (Lebende und Tote) wieder auffrischen.

      Sogar in Luxemburg gibt es jährliches Festival für neue Mucke, nämlich (ohne h) rainy days
      In Wien Modern wird recht viel älteres aufgefrischt, das sonst im Konzertbetrieb nicht zum Zug kommt. Bspw. letztes Jahr 2 Konzerte mit größtenteils älteren Stücken von Zender.

      Holliger war das letzte Mal 2002, das ist schon lange her. Nunes viel in den 90ern, dann 1x 2010. Dass er aus dem Betrieb weitgehend verschwunden ist, bedauere ich auch.

      Koenig und Klebe sind bei Wien Modern nie aufgeführt worden. Eventuell waren sie schon 1988 in Vergessenheit geraten - Koenig war ja eher in den 50ern wichtig.
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