Strawinski: Le Sacre du Printemps – Die Aufnahmen und das Orchesterwerk

    • Witzig, dass diese Thema gerade heute hochgespült wird :) Ich hab heute selbst den Sacre in einer mir bis dato unbekannten Interpretation gehört. Ich hab erst kürzlich herausgefunden, dass Stravinsky selbst mehr Aufnahmen gemacht hat, als nur diejenigen auf der "Stravinsky Conducts Stravinsky"-Sammelbox, die großteils aus den 70ern stammen. Heute habe ich eine viel ältere Aufnahme (noch in mono) auf dieser CD gehört:



      Äußerst fetzig und trotz eher bescheidener Klangqualität eine der besten Aufnahmen, die ich bisher gehört habe.

      :wink:


    • ThomasBernhard schrieb:

      Die neue Currentzis-CD hat noch gar keinen flächendeckenden Hype in der Szene ausgelöst, was ist los? Soll ich mir wirklich eine CD mit paarunddreissig (?) Minuten Musik kaufen?




      Ja!

      Meine persönliche Referenz war bisher die Svetlanov-Aufnahme. Nun gesellt sich mit Currenzis eine zweite hinzu. Mit dazu bei trägt die phänomenale Aufnahmetechnik, die eine geradezu gläserne Durchörbarkeit bietet. In jedem Fall überzeugt mich die Tempowahl bei Currentzis - die treibenden Rhythmen wirken hier noch wesentlich brutaler als bei Svetlanov. Die ruhigen Passagen finde ich inzwischen in der neuen Aufnahme auch besser ausgeformt. Welcher CD ich den Vorzug gebe? - Beide sollte man haben. Ideal wäre eine Mischung aus beiden Einspielungen: Das unnachahmlich schneidende Blech (jemand beschrieb das mal hier im Forum sehr treffend als Sandstrahlklang) aus der Svetlanov Aufnahme und die hervorragende Temporegie bei Currentzis.


      Gruß
      Josquin
    • Sacre mit Otmar Suitner

      Ich habe in den letzten 3 Jahren viele Aufnahmen der Sacre gehört die mich wirklich vom Hocker hauen, z.B. die Aufnahmen von Bernstein (mit den New Yokern und insbesondere mit dem Israel Philharmonic Orchestra...), Karajan (die zweite Aunfahme aus den 70er Jahren), Abbado, Fricsay, Barenboim usw... Mit der Zeit fing ich an neue Aufnahmen des Werkes zu hören und ich stieß, meistens, auf total schlechte Aufnahmen. Vor einigen Tagen entdeckte ich aber diese:
      "http://is4.mzstatic.com/image/thumb/Music/v4/f0/7a/e8/f07ae812-b823-89e9-c2db-42ab908a290b/source/800x780sr.jpg"


      "https://www.youtube.com/watch?v=z_1JbTt9WFQ"

      "https://www.youtube.com/watch?v=z_1JbTt9WFQ"


      Ich wusste auch überhaupt nicht das sich Suitner mit Stravinskys Musik beschäftigt hat und ich habe wenige Aufnahmen von ihm gehört (Vierte Brahms, Achte Bruckner, Neunte Dvorak, Linzer von Mozart usw...). Suitner nahm die Sacre mit der Staatskapelle Dresden auf (1962). Es ist eine wirklich sehr Präzise Aufnahme, kultiviert, aber nich küll interpretiert. Die Schlagzeuger hört man sehr deutlich (grandiose Pauken in "der Verherrlichung der Auserwälten" im Zweiten Teil), unglaubliche Durchhörbarkeit und Transparenz (Vorboten des Frühling! das Finale Opfer!!!!). Der Höhepunkt dieser Aufnahme ist aber definitiv das Finale Opfer. Keiner hat so Chaotisch und Energisch dieses Finale dirigiert. Und mir ist es einfach nicht klar warum diese Aufnahme fast nie erwähnt wird :huh: ... Auf youtube kann man die Aufnahme hören (die Links habe ich unter dem Bild gepostet). Ich bin gespant auf eure Meinungen über die Aufnahme,


      Viele Grüße,
      dvorakslavenskiples
    • Hallo DSP, warum soll O.Suitner nicht auch zu einer der zahlreichen hörenswerten Interpretationen zählen ?

      Bisher hatte ich neben meinen favoriten Swetlanow (Warner), Fedossejew (JVC/Melodiya), Bernstein/NY (SONY), Solti/WPH (Decca), Chailly (Decca) .... auch noch nie von der Colin Davis-Aufnahme (Philips) geschrieben.
      Neben guter angemessener Int gehört für mich auch eine angemessene Klangtechnik dazu, um gerade bei Le Sacre wirklichen Hörspass zu haben.
      Colin Davis Aufnahme ist auch in diesem Punkt der Hammer: eine wahnsinns Dynamic trotz Analogaufnahme, ein TOP-Frequenzgang, eine natürliche exreem durchsichtig orchestrale Abb der Extraklasse.

      Im Prinzip sehe ich Colin Davis eher auf der noblen, gesitten und musikalischen Seite, aber was er hier abgehen lässt, hätte ich ihm nicht zugetraut. Das CGBO Amsterdam zudem in Hochform.
      8o Könnte meine beste Philips - CD sein !

      -->
      Philips, 1976 (Sacre), 1977 (Petruschka), ADD

      Auch Petruschka - Version 1947 ist hier ohne Fehl und Tadel und kann sich ebenfalls zu den besten Aufnahmen einreihen.


      Bei Bernstein / Israel PO (DG) kann ich Dir allerdings gar nicht zustimmen. Höre doch mal genau den Vergleich zwischen seiner Hammeraufnahme aus NY und dann dagegen den Abklasch aus Israel ... dann kann die DG - Aufnahme nicht mehr zu Deinen Favoriten gehören ...
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hallo liebes Forum
      Ich bin seit letzter Woche neues Mitglied und will jetzt mal so langsam loslegen.
      Eigentlich bin ich Rockmusik - Fan doch ich möchte mich jetzt mit klassischer Musik beschäftigen.
      Seit Jahren höre ich Gustav Holst seine Planeten und ich habe da so 15 Cd's im Regal.
      Ansonsten bin ich ein totaler Anfänger.
      Durch Gustav Holst bin ich bei Wikipedia auf Igor Strawinsky gekommen und hab die Tage Euer Forum durchsucht und bin auf die CD gekommen.



      Die Cd ist reich an Titeln und ich denk mal das ich da keinen Fehler gemacht habe.
      Mal sehen ob ich mit dem Bild alles richtig gemacht habe.

      Viele Grüße Wassermann
    • Chaillys Strawinsky-Doppel-CD ist spannend zu hören und klanglich ausgezeichnet.

      Von Holst über Strawinsky weiterzumachen, verspricht Bestes! Beinahe tendiere ich dazu, Dich zu beneiden um die Hunderte von Werken, die Du noch nicht kennst!

      :thumbup: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Danke Maticus
      Vielen Dank schon mal für den Tipp.
      Ich bin kurioserweise über das Booklet der Charles Dutoit CD Die Planeten vorhin auch auf die Skythische Suite gekommen.
      Da steht im Vorwort von Decca:
      Zitat: In den anderen europäischen Ländern finden sich vergleichbare Werke.
      Strauß - Salome
      Strawinsky - Sacre du printemps
      Prokofjew - Skythische Suite
      Sie wiesen auf die Gemeinsamkeiten hin und ich habe mir gedacht, mal überall die nächsten Tage in Ruhe reinhören und schauen was das Forum so schreibt.
      Bartoks Wunderbarer Mandarin kenne ich überhaupt nicht. Den werde ich mal ganz langsam an mich rankommen lassen.

      Mercurio hat natürlich Recht und darum alles dosiert angehen.
      Viele Grüße Wassermann

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wassermann ()

    • Sacre mit Nott

      Was meiner Meinung nach noch einer Empfehlung harrt, ist diese:



      oder als Teil (CD Nr. 16) der toll zusammengestellten 70. Geb. Feier aus Bamberg:



      Bamberger Symphoniker - Jonathan Nott
      Aufnahme Konzerthalle Bamberg 03.2006

      "Beste Stellen": Glorification de l'élue (gar nicht schwülstig) und der Anfang von Action rituelle. Reinhören!

      .
    • teleton schrieb:

      In einer RONDO-Kritik hatte ich seinerzeit gelesen, das Bernstein in New York (CBS 1958) bei seiner ersten (von Drei) Einspielung auf CBS eine hörschockartige Interpretation abgeliefert hat

      teleton schrieb:

      Wer den absoluten Wahnsinn erleben will, der greife wie gesagt zu Bernstein ( SONY, Aufnahem CBS 1958, ADD). (...) Bernstein´s Erstaufnahme

      teleton schrieb:

      Die Erste absolut Geniale Bernstein-Aufnahme ist ein MUSS für alle Strawinsky-Fans: Mehr Power, mehr Emotion, mehr Schmackes ist selbst bei Swetlanow nicht gegeben. Es ist Bernsteins CBS-Aufnahme von 1958
      Lieber teleton,

      ohne Dir Deine Begeisterung für die 1958er Bernstein-Aufnahme nehmen zu wollen, möchte ich aber doch darauf hinweisen, dass diese nicht die erste von drei verfügbaren Bernstein-Einspielungen ist, sondern die zweite von vier.

      Die früheste erhältliche Bernstein-Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt mit dem New York Philharmonic Orchestra aus der Carnegie Hall vom 18. Februar 1951, der in dieser anschaffenswerten Box erschienen ist:

      Mehr Wahnwitz als in dieser Live-Aufführung geht eigentlich nicht. Der junge Bernstein hatte es einfach drauf, die letzte Rille an Intensität herauszuholen. Dass er dabei oft hart an der Grenze zur Übertreibung war (oder diese sogar überschritt), steht auf einem anderen Blatt.

      Obwohl ich die 1951er Bernstein-Aufnahme sehr schätze, stammen meine beiden Lieblingsaufnahmen des Sacre aber doch von Igor Markevitch. In Posting #55 erwähnte b-major bereits den Live-Mitschnitt mit dem London Symphony Orchestra aus der Usher Hall in Edinburgh vom 26. August 1962, erhältlich in der Reihe BBC Legends


      Drei Jahre zuvor, nämlich am 30. Mai 1959, entstand ein weiterer Live-Mitschnitt von Markevitch mit der Tschechischen Philharmonie in der Smetana-Halle in Prag, greifbar in dieser 4 CD-Box von Andante


      Das Brutale an dieser Musik wird, so finde ich, von Markevitch unvergleichlich herausgearbeitet. Bernstein bringt mich zwar an die Stuhlkante, aber Markevitch haut mich vom Hocker.
    • RE: Bernstein (CBS, 1958)

      Lieber musiclover,

      Du weisst doch wie ich "ticke". Bei einer Aufnahme von 1951 geht bei mir der Hörspass gegen NULL.
      Ich kann mur gut vorstellen, dass der junge Bernstein 1951 einen fantastische Aufführung zauberte .. die "richtige" Aufnahmetechnik hatte er aber erst 1958 zur Verfügung. Diese Aufnahme ist so Hochemotional, dass da auch kein grosser Unterschied mehr vorhanden sein sollte.

      Ich habe übrigens in der herausragenden 12CD-Box Eugene Ormandy conducts 20Th Century Classics (SONY) auch seine Aufnahme von Sacre. Die ist vom Mai 1955 und dort die Einzige in Mono - auch eine wirklich fabelhafte Interpretation. Aber glaube mir, die hab ich einmal gehört ... aber nie wieder !
      Wozu soll man sein wertvolle Hörzeit verschwenden, wenn man den Sacre in audiophilen Aufnahmen hören kann, die alle Details und Orchesterfarben aus dem Werk wiedergeben ?

      :thumbup: Meine Lieblingsaufnahme = Swetlanow / Staatliches SO der UDSSR Moskau (Melodiya/WARNER, 1966).
      :saint: Klanglich eine der Herausragensten = Fedossejew / Moskau RSO (Melodiya/JVC; 1981)
      oder auch Chailly / Cleveland Orchestra (Decca, 1985); sowie auch die von einem ganz unerwarteten Dirigenten in Beitrag 65 ...




      :alter1: Danke für den Hinweis auf Markewitsch: Der ist immer für positive Überraschungen gut.
      (Beispiel: Für mich keine Überraschung, da meine Erstaufnahme - damals noch auf DG-LP = Berlioz - Symphony Fantastique mit Markewitsch.)
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang